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Moin Leute! Heute geht es um [Musik] Allergene. So, dann wollen wir doch gleich mal erklären, was Allergene überhaupt sind. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet nichts anderes als „Fremdreaktion“. Es handelt sich um eine Abwehrreaktion unseres Körpers gegenüber bestimmten Stoffen, die eigentlich ungefährlich sind. Diese Stoffe nennt man im Zusammenhang mit einer Allergie Allergene. Es sind oft kleine, lösliche Eiweiße, die wir einatmen, mit der Nahrung aufnehmen oder über die Haut mit ihnen in Kontakt kommen.
In der Klinik gibt es eine Einteilung der Allergien in vier Typen. Uns interessiert heute nur die Typ-1-Allergie, weil es die klassischen Allergien bezeichnet. Schauen wir uns mal im Detail an, wie diese Abwehrreaktion vonstatten geht. Zunächst gibt es einen ersten Kontakt mit dem Allergen. Dieser erste Kontakt verläuft symptomlos; man merkt also nichts davon. Der Körper kennt das Allergen noch nicht, hat also noch keine Abwehrreaktion darauf parat. Dazu muss erst noch eine sogenannte Sensibilisierung stattfinden.
Das Allergen, das sich nun im Körper befindet, wird von Immunabwehrzellen des Körpers erstmal nur als etwas Fremdes und wahrscheinlich Böses erkannt. Bestimmte antigenpräsentierende Immunzellen nehmen solche Fremdstoffe auf und präsentieren charakteristische Teile davon an ihrer Oberfläche. Denn Allergene sind eigentlich nichts anderes als Antigene fürs Immunsystem, und die hatten wir ja schon – nur eben, dass eine Reaktion auf sie unpassend ist. So präsentierte Allergene sind den T-Lymphozyten, das sind wichtige Immunzellen, nicht geheuer; aber nur, wenn Rezeptoren an ihrer Zelloberfläche zufällig auf diese Allergene passen, sie also binden können. Sie schütten daraufhin ein Zytokin mit dem Namen Interleukin 4 (kurz IL-4) aus und vermehren sich. Zytokine sind, einfacher gesagt, Proteine, die Wachstum und Differenzierung von Zellen regulieren, und das tut das IL-4 auch – eben mit den T-Zellen selber.
Gleichzeitig kommen auch B-Lymphozyten, eine andere wichtige Immunzellart, in Kontakt mit den Allergenen. Unter ihnen gibt es aber welche, deren Rezeptoren zufällig an die Allergene binden können. Das aktiviert diese B-Zellen schon mal vor. Sie nehmen über ihre Rezeptoren die Allergene auf, verarbeiten sie und präsentieren sie an ihrer Oberfläche. Dadurch finden sich die aktivierten T-Zellen von eben und diese voraktivierten B-Zellen und können jetzt aneinander binden. Die T-Zellen schütten bei diesem Zusammentreffen Stoffe aus, die die B-Zellen in Plasmazellen umwandeln; dazu gehört auch wieder das Interleukin 4. Plasmazellen sind nun mit die wichtigsten Zellen hier, die bei der Immunreaktion für die Produktion von Antikörpern verantwortlich sind. Antikörper sind dann sowas wie kleine Soldaten im Kampf gegen das böse Allergen. Sie sind fast wie die Rezeptoren an den B-Zellen selber, nur sind sie nicht an die Zelloberfläche gebunden, sondern werden an die Umgebung abgegeben. In unserem Fall hier produzieren die Plasmazellen nun IgE-Antikörper. Das ist einfach ein spezieller Antikörpertyp, der unter anderem für Allergien verantwortlich ist. Hier in unserer Abbildung sind es die Teile, die auf den ersten Blick wie ein Y aussehen.
Die Antikörper wandern dann zu den Mastzellen. Das sind Zellen, die unter anderem Histamin gespeichert haben. Das ist ein Botenstoff, der zu Entzündungsreaktionen beiträgt und die Immunabwehr verstärkt. Die IgE-Antikörper schlagen da auf jeden Fall ihr Lager auf und machen sich an der Oberfläche der Mastzelle so richtig gemütlich. Na ja, okay, die machen das nicht, nur weil es so bequem ist, sondern das spielt beim zweiten Kontakt mit dem Allergen eine bedeutende Rolle. Schauen wir es uns sofort mal an. Das gleiche Allergen wird also zum zweiten Mal von uns aufgenommen. Es passt auf die beim Erstkontakt gebildeten Antikörper und bindet daran. Diese Bindung führt zu einer Ausschüttung von Histamin aus den Mastzellen. Es tritt eine Sofortreaktion ein; im Körper herrscht Alarmstufe Rot. Entzündungszellen wandern ein, verrichten ihre Arbeit, und die Entzündungsreaktion findet statt. Z.B. führt Histamin zu besserer Durchblutung des Gewebes, weil es kleine Adern erweitert, außerdem zu besserer Durchlässigkeit der Aderwände – gut für andere Immunzellen, die an den Ort des Geschehens wollen. Die logt es auch noch an. Das kann alles Schwellungen, Rötung und Juckreiz und Warmwerden zur Folge haben. Dann bewirkt es, dass sich die glatte Muskulatur, z.B. in der Lunge, zusammenzieht – Atemnot – und es kann die Magensäureproduktion anregen, damit Bakterien im Magen besser aufgelöst werden können.
Diese Entzündungsreaktion bemerken wir also anhand von gewissen Symptomen. Die Allergiker unter uns haben da sicher einige in petto. Die häufigsten Symptome sind anschwellende Schleimhäute und laufende Nase (wie beim Heuschnupfen), Bindehautentzündung, erschwerte Atmung, Ekzeme (also Ausschlag auf der Haut), Erbrechen und Durchfall. Im Extremfall kann es sogar zum anaphylaktischen Schock kommen – eine echte Notfallsituation, die zum tödlichen Kreislaufversagen führen kann. Das ist aber zum Glück nicht der Regelfall.
Leidet man also unter solchen Symptomen und vermutet eine Allergie, wird meistens ein Allergietest durchgeführt. Davon gibt es viele. Wir stellen euch die zwei wichtigsten vor. Eine Möglichkeit ist die Untersuchung einer Blutprobe auf vorhandene Antikörper. Hierbei werden neben anderen Werten die vorhin erwähnten IgE-Antikörper gemessen. Außerdem gibt es noch den sogenannten, oft durchgeführten Prick-Test. „Prick“ kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Einstich“. Der Test wird meistens am Unterarm durchgeführt. Verschiedene Allergenextrakte werden auf einzelne Gebiete auf der Haut getropft, die anschließend leicht angestochen werden. Außerdem werden immer zwei Leertestungen mit durchgeführt, um eine Positiv- und Negativkontrolle zu haben. Das macht man mit Histamin und reinem Lösungsmittel ohne hinzugefügtes Allergen oder Histamin. Nach etwa 20 Minuten wertet man die Hautrötung und das Ausmaß des eventuellen Hautausschlags aus.
Wir merken uns also: Das beim Erstkontakt mit einem bestimmten Allergen dieses von T- und B-Lymphozyten in unserem Immunsystem erkannt wird. Das führt zur Bildung von IgE-Antikörpern, die sich an Mastzellen mit Histamin anheften. Beim Zweitkontakt bindet das Allergen an diese Antikörper, was die Ausschüttung von Histamin bewirkt. Das wiederum führt dann zu einer Entzündungsreaktion. Bekannte Symptome sind z.B. solche wie beim Heuschnupfen, Bindehautentzündung, Hautausschläge, Durchfall oder Erbrechen. Tests, die eine Allergie feststellen können, sind einmal die Blutuntersuchung mit unter anderem der Messung der Antikörper und der Prick-Test. Beim Prick-Test werden Allergenextrakte auf der Haut am Unterarm des Patienten auf allergische Reaktion getestet.
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