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Über 200 Eier im Monat, über 20 Eier am Tag. Diese Selbstexperimente geistern durch YouTube. Doch sind die gesund, und sind Eier generell eher gesund? Wir klären heute alle Mythen: Machen Eier mehr Testosteron? Schaden zu viel Eier der Herzgesundheit? Was ist besser, Eigelb oder Eiweiß? Und was hat es eigentlich auf sich mit Cholesterin und den Eiern? Und kannst du so viel Eier essen, wie du willst? All diese Mythen klären wir in diesem Video. Und weil Eier eins der häufigsten Lebensmittel ist, die du wahrscheinlich essen wirst, ist das Video ganz besonders für dich. Also viel Spaß mit diesem Video!
Eier machen krank? Also, das ist jetzt erstmal Mythos. Wir klären jetzt! Und jetzt ist natürlich die Frage: Was meinen wir überhaupt mit krank? Meinen wir jetzt Herzkreislauferkrankung? Meinen wir Augenerkrankung? Meinen wir Cholesterin? Fangen wir hier vielleicht mal mit was ganz, ganz Spannendem an, nämlich unserem Immunsystem. Denn Eier können tatsächlich auch Superfood sein, obwohl ich diesen Griff nicht so mag, weil der kommt halt von der Lebensmittelindustrie, die uns dann teures Geld für Chia und so weiter aus der Tasche ziehen will. Aber Eier können wirklich auch ein Superfood sein. Und zwar ist es so, dass in Eiern ganz, ganz viele Bestandteile sind, die einen Einfluss haben auf das Bakterienwachstum bzw. deine Bakterien in deinem Körper, die dich krank machen, richtig fertig machen können. Z.B. Stoffe wie Ovomozin, Ovoalbumin, Avidin oder auch Lysozyme. Das sind bioaktive Stoffe, die dazu beitragen können, Bakterien fertig zu machen. Vielleicht muss ich ein bisschen seriöser sprechen, oder so. „Fertig machen“ klingt blöd. Außerdem weisen sie immunmodulatorische Effekte auf. Ich versuch es noch mal ganz simpel zu erklären, weil die Bestandteile die klingen ja schon ziemlich kompliziert. In der Medizin ist es so: Die Sachen klingen kompliziert, die stehen langweilig im Lehrbuch, aber eigentlich sind die richtig geil! Stell dir vor, den Todesstern auf Star Wars, erinnerst du dich? Ne, das ist jetzt eine Riesenbakterie, und die macht dich fertig. Die sorgt dafür, dass du Schnupfen hast, Erkältung hast, dass du kotzen musst, was auch immer. Die willst du nicht in deinem Körper haben, die willst du jetzt fertig machen. Das Problem ist, wie beim Todesstern: Das Schutzschild ist halt ziemlich dicht. Aber im Gegensatz zum Todesstern gibt es hier jetzt keine kleine Öffnung, wo wir einen Torpedo reinschießen können, aber wir können diese Hülle lösen, also wir können dieses Schutzschild brechen, und dann genau, eigentlich genauso wie im Todesstern, dann diese Hülle brechen und dann sozusagen unsere Attacke in die Bakterie machen. Und das machen tatsächlich die Lysozyme, die im Eiklar sind. Und ich hoffe, dass das immer wieder in meinen Videos rüberkommt, wie viel Medizin im Essen steckt. Ja, also es ist nicht einfach so, dass du ein Ei isst und hast einfach Kalorien, und die sind lecker, sondern es passiert wirklich was in deinem Körper. Das heißt, ich möchte, dass du auf diesem Kanal einfach ein besseres Wissen hast, als das, was alle Langweiler erzählen: „Von wegen, ernähr dich ausgewogen.“ Okay, du willst ja wissen, wie das wirkt, und wie cool ist das, dass du Eier isst und weißt: Okay, die haben jetzt einen immunmodulatorischen Effekt. Das bedeutet, die boostern dein Immunsystem, und zwar indem unter anderem z.B. Stoffe drin sind wie Lysozyme, die die Hülle von Bakterien lösen. „Lyse“ kannst du dir merken: Lysozym, Lyse, wie lösen. Und dann die Bakterien von innen heraus fertig machen, wie der Todesstern. Ovomozin, das hatten wir ja gerade. Ich weiß gar nicht, wie detailliert wir heute reingehen sollen. Ganz kurz: Das sorgt dafür, dass unsere Fresszellen, unsere sogenannten Makrophagen aktiviert werden, und die fressen ja auch die Bakterien. Also, machen Eier krank? Nee, sie können sogar gesund machen. Und jetzt Disclaimer wegen Heilungsversprechen und so, aber hier ging es mir jetzt einmal ums Immunsystem.
Vielleicht hast du Eier so noch nie gehört, aber ich verspreche dir, wir gehen gleich auch auf Herzkreislauferkrankung ein, genauso wie auch auf Cholesterin. Aber was noch spannender ist, ist der Mythos, und den kannte ich bisher gar nicht, bevor ich den Research gemacht habe: Verbessern Eier die Augengesundheit? Habe ich noch nicht mich mit beschäftigt, aber es ist wirklich wahnsinnig spannend, denn ca. 8%, also so jeder zehnte, je nach Altersgruppe, leidet tatsächlich unter einer Frühform der Makuladegeneration. Die Makula ist, by the way, so der, der größte, dickste Bereich deiner Netzhaut. Also, wenn wir über Augen reden, dann meinen wir meistens immer nur, wenn – also wir denken immer an Brillen und an Linsen und versuchen immer nur das Verhältnis zum Aug vom – also vom Augapfel zu Linse irgendwie zu ändern. Wir haben aber auch noch so etwas wie – wie kann man es erklären – wie die Pixel auf einer Kamera, und das ist sozusagen unsere Netzhaut. By the way, das ist auch dieses Marketing von Apple gewesen. Wie hieß der Display immer? Retina. Retina ist Netzhaut, und ich meine, die haben damit geworben, dass da irgendwie genauso viel Pixel sind wie in der Netzhaut, oder so. Einfach Apple hat einfach ein Supermarketing. Und jetzt hast du halt das Problem, dass wir halt einfach älter werden, und andere Sachen von uns werden halt auch älter, wie z.B. unsere Makula, und das wollen wir ja nicht. Und jetzt kommen die Eier ins Spiel, denn in Eiern sind sogenannte Karotinoide. Die findest du auch in Grünkohl und Spinat und Brokkoli z.B., und die reichern sich jetzt in der Makula an, und das führt dazu, dass diese Makuladegeneration halt langsamer voranschreitet. Ja, und teilweise wird – werden auch speziell diese Stoffe – also in der Diät stehend – nicht Eier essen, obwohl ich auch es eigentlich schade finde, dass in unserer Therapie meistens nur Medikamente erwähnt werden und irgendwie kein Ernährungsplan, weil meistens sind die natürlich deutlich geringer dosiert. Ja, das muss man sagen, und es gibt weniger Studien dazu. Und doch möchte ich dir mal sagen, ey, es sind halt einfach Stoffe im Ei drin, die sonst in höherer Dosis bei einer Therapie gegeben werden, die dazu führt, dass diese Makuladegeneration, also das Alter deines Auges, viel, viel langsamer fortschreitet. Und das ist tatsächlich in Eiern. Also, dieser Mythos stimmt: Eier können deine Augengesundheit verbessern.
Aber kommen wir jetzt zur wichtigsten Frage überhaupt auf diesem toxischen männlichen Kanal: Machen Eier mehr Testosteron? Weil das sagen ganz viele YouTuber. Die haben mehr Eier gegessen und haben dadurch mehr Testosteron produziert. Und das Spannende ist, dass das, was so unfassbar böse immer in den Light-Medien geschildert wird und was man immer so gehört hat – Cholesterin – ist lebensnotwendig, und wir gehen gleich auch noch darauf ein, was vielleicht schlecht an Cholesterin ist oder wieso man das glaubt. Aber erstmal das Positive, denn wenn wir uns Testosteron angucken, und wenn du hier das Molekül Cholesterin siehst, dann siehst du: Die sehen relativ ähnlich aus. Pack doch mal hier drunter einfach mal so eine Aminosäure, wie die aussieht. Da wirst du feststellen: Die beiden sehen ähnlicher aus als diese Aminosäure. Und warum ich dir das zeige, ist was ganz Simpleres: Wir brauchen, um Testosteron zu synthetisieren, als Männer und tatsächlich ja auch als Frauen, brauchen wir Cholesterin. Das heißt, die Ausgangssubstanz für unsere Steroidhormone, die wir selber produzieren, ist Cholesterin. Und so denkt man auch, oder so ist der Glaube, dass wenn wir mehr Cholesterin zu uns führen, mehr Testosteron produzieren. So ist es aber leider in der Medizin meistens nicht – ähm, dass wir ganz genau sagen: Je mehr – also je mehr, wie Kollege sagt: Je mehr Testo, besser. Äh, das ist leider nicht so. Aber schon der Gedanke, wenn du in einen krassen Mangel gehst, könnte es eventuell bisschen weniger sein. Du merkst, ich bin hier so ein bisschen am, am Schlingern, weil viele Sachen bei den Eiern sind nicht ganz klar. Es gibt Studien, die zeigen in die eine Richtung, und Studien, die zeigen in die andere Richtung. Deswegen finde ich diese Selbstexperimente so spannend, weil letztendlich kannst du das einfach mal ausprobieren, was für dich vielleicht klappt, z.B. auf den Testowert, oder auf auch an andere Werte kannst du das einfach mal ausprobieren, aber hier sind so allgemeine Aussagen relativ mit Vorsicht zu genießen. Aber finde ich ganz spannend, dass unsere Steroidhormone, ja sowohl die männlichen als auch weiblichen, gehen halt von Cholesterin aus. By the way, wenn du ein komplettes Video sehen willst, so boosterst du dein Testosteron, dann habe ich hier auch eins gemacht, eins meiner beliebtesten Videos, glaube ich.
Eine Sache muss ich noch ergänzen, weil ich habe ja sowas gesagt wie: Ja, wenn du zu wenig isst. Das Spannende ist, was wir immer uns überlegen, wenn es um Cholesterin geht und um Eier, ist ja das Nahrungscholesterin, was wir zu uns führen, und wir glauben, dass das einen unfassbar großen Einfluss hat auf unser Cholesterin, was wir im Blut haben. Aber die Wahrheit ist, dass ca. zwei Drittel, je nach Studien sogar noch mehr, des Cholesterins, was du im Körper hast, produzieren wir einfach selber. Das ist halt wirklich wahnsinnig witzig, dass wir uns so viel Gedanken machen über das Nahrungscholesterin, weil wir halt einfach denken: Mami, Papi, Omi und Opi denken halt: Wenn ich viel Cholesterin esse, habe ich das auch viel im Blut. Aber wenn du weniger isst, dann produziert die Leber einfach Cholesterin von alleine. Das heißt nicht, dass du nicht doch einen positiven Effekt auf dein Testosteronspiegel haben könntest, wenn du mehr isst. Das ist wie bei Protein. Das heißt, das ist alles ein Spektrum, worüber ich hier spreche, und kein einfaches Ja und Nein. Und was noch wichtig ist: Cholesterin ist jetzt nicht nur wichtig für deine Steroidhormone, sondern auch Bestandteil der Zellmembran. Ja, die – diese Zellmembran einfach fluider macht, dass der Austausch mit gewissen Stoffen einfach besser funktionieren kann. Also, es ist absolut lebensnotwendig.
Aber kommen wir jetzt mal zu einem sehr, sehr kontroversen Mythos, und da wirst du mich wahrscheinlich hassen. Und zwar: Sind Bioeier wirklich besser als Freilandeier, und wie ist das mit Bodenhaltung? Ich muss dir einen kurzen Disclaimer machen. Ich möchte gerne, dass es hier um Gesundheit geht und nicht um Ethik. Um Ethik oder um irgendwelche Sachen kannst du mich gerne im Privaten fragen, oder im Podcast mit CoachF rede ich über alles mögliche, aber ich möchte hier wirklich sagen: „Hey, mir ist deine Gesundheit ganz, ganz wichtig, und du kannst das alles selber entscheiden.“ Und ich freue mich natürlich, wenn du sagst: Ich setze mich für Tierwohl ein und auch für die Umwelt, aber ich möchte einfach nur sagen, dass es hier um Gesundheit geht. Deswegen schauen wir uns jetzt mal an, ob es wirklich gesünder ist, ein Bioei zu essen. Erstmal musst du wissen: Wenn wir das alles unterscheiden, ist das kein Gefühl. Das heißt, in Deutschland, und das fuckt uns ja ziemlich ab, gibt es für alles Regeln und Gesetze, aber für Lebensmittel ist das ja mal vielleicht was Gutes, ja, oder für Kennzeichnung. Das heißt, du kannst ganz genau sagen, bei einem Bodenhaltungsei, bei einem Freilandhaltungsei und bei einem Biohaltungsei, wie viel Auslauf haben die Hühner, was fressen die Hühner, wie ist die Stallausstattung, und können die Hühner raus? Vielleicht kann ich die hier mal so eine, so eine Grafik einblenden, dass du die erstmal durchlesen kannst. Ich muss sagen, ich fühle mich da tatsächlich schon auch immer ein bisschen schlecht, weil auch selbst die besten Eier da denke ich immer noch: Auch das ist nicht das, wie ich mir das vorstelle, oder wie es – vielleicht kann man ja mal so ein Eierverpackung aus der Freilandhaltung einblenden, was da für ein Bild aufgedruckt ist. Nämlich, man stellt sich ja vor, dass ein Bauer den Hühnern nachgeht und die aufläßt, aber das ist nicht so, sondern selbst die besten Eier, die sind immer noch in der konventionellen Tierhaltung. Man könnte es wahrscheinlich deutlich ethischer machen, aber wie gesagt, hier geht es mir jetzt um deine Gesundheit. Und das Schöne ist, dass wir häufig, wenn wir uns um die Welt kümmern, auch ganz egoistisch was für uns tun. Und so sind die Nährstoffe besser in einem Bioei mit einer glücklichen Henne als in einem – ich finde das Wort „konventionell“ eigentlich bescheuert – aber in einem, sagen wir mal, „Asi“, und das finde ich was ganz Spannendes, denn je nachdem, was die Henne ist, wie sie sich bewegt und so, ändert sich tatsächlich auch die Biochemie, z.B. das Omega-3:6-Säure-Fettsäureverhältnis. Wenn wir uns um die Tiere kümmern, das heißt, die Henne läuft rum, aber es ist nicht nur bei Hennen so, das ist genauso auch bei Rindern oder bei Fischen. Wenn Fische schwimmen, frei ja durch die Gegend, ähm, in – im – essen die Fische dann, ist das – ist da mehr Omega-3-Fettsäure drin als in Fischen, die wir aus einer Zucht haben, wo die Fische alle ganz eng sind und nicht so gut schwimmen können. Und das Spannende ist, da werden die auch genauso wie Menschen, by the way, wenn sie sich nicht mehr bewegen, fett. Und jetzt kommt das Spannende: Das Fett könnte man jetzt ja denken, ist ja ein besseres Fett, weil es ja Fisch ist ja so ein gesundes Fett, aber nein, weil das Spannende ist, da erhöht sich dann der Omega-6-Fettsäureanteil in den Fischen, die nicht so frei schwimmen können. Und das ist wieder so ein Zeichen, das finde ich ist so ein bisschen philosophisch, wie alles ineinander greift. Das heißt: Kümmer dich um die Tiere, kümmerst du dich dann ganz egoistisch um dich. Und trotzdem muss ich natürlich sagen, dass wahrscheinlich jeder Veganer hier das Ethikduell gewinnen würde, aber ich bin da tatsächlich kein großer Ethiker. Ich kann dir sagen, ich achte persönlich darauf, dass ich die bestmögliche Qualität von Eiern bekomme, die ich aber auch im Supermarkt kaufe, und am besten wäre es natürlich auf den Bauernhof und so. Das mache ich hoffentlich noch alles, aber genug davon. Auf jeden Fall: Lange Rede, kurzer Sinn: Bioeier sind tatsächlich für dich gesünder als die anderen Eier, und ich würde wirklich empfehlen, bei der Qualität deiner Eier einfach drauf zu achten, dass du die beste kaufst. Also, vielleicht einfach, wie ich es machen würde, wenn ich sehr, sehr wenig Budget hätte, würde ich trotzdem darauf – darauf achten, dass die Eier die besten sind. Bei anderen Sachen würde ich Abstriche machen, ja, aber bei Eiern tatsächlich nicht.
Aber jetzt kommen wir mal zu einem Mythos, der wirklich witzig ist, und da wirst du – ich verspreche dir, das ist neu für dich – denn roher Plätzchenteig, ja, den habe ich ja früher gerne gegessen, und ähm du wahrscheinlich auch, aber wie ich durfte das nicht, weil Oma hat immer gesagt: In den rohen Eiern sind Salmonellen. Ein bisschen durftig, aber nicht so viel. Und was ich erst vor kurzem gecheckt habe: Das ist jetzt der Mythos. Ist es wirklich mit den Salmonellen so? Und ja, es gibt irgendwo auch hin und wieder mal irgendwo Salmonellen, die gefunden werden in rohen Eiern. Aber der eigentliche Faktor, warum man die Eier nicht essen sollte, also warum du den Teig nicht essen solltest, nicht die Eier, ist wegen des Mehls und gar nicht wegen der Eier. Denn im Mehl ist es häufig so, dass E. coli-Bakterien gefunden werden. Und du musst wissen: Die E. coli-Bakterien sind in unserem Darm und auch in den Därmen von Tieren. Und man stellt sich dann vor, dass das Mehl im Boden, dass da natürlich Tiere einfach drauf scheißen, und du dann halt auch ja diese Bakterien isst, und deswegen empfiehlt sich tatsächlich, wenn du unbedingt Plätzchenteig essen möchtest, dass du den – das Mehl vorher tatsächlich backst, also nur das Mehl, und dann in den Teig machst, weil dann ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer, weil du dann die E. coli killst. Hier muss ich auch wiederum sagen: Da gibt es halt unterschiedliche Studien, je nachdem, was das für Eier sind und je nachdem, was das für ein Mehl ist. Das heißt, das ist auch mit Vorsicht zu genießen. Wenn du mich fragst, ich würde im – also riskierst du dann einfach und esst den rohen Plätzchenteig. Wenn du aber schwanger bist oder sehr alt oder immun-geschwächt bist, würde ich das tatsächlich nicht machen und dann lieber die Eier hitzen und – aber noch wichtiger – im Prinzip das Mehl auch.
Aber kommen wir jetzt mal zur wichtigsten Frage, die immer gestellt wird, die Omi und Opi schon gesagt haben, also die ich auch noch gehört habe: Warum ich einfach nur ein Ei pro Tag essen sollte? By the way, die DGE empfiehlt glaube ich jetzt wieder ein Ei in der Woche, aber da kommen wir hoffentlich gleich noch drauf, wenn ich es nicht vergesse, warum das so unfassbar witzig ist. Und ich sag immer „witzig“, wenn mir eigentlich etwas nicht gefällt, ist mein Copingmechanismus. So, Mythos: Sind Eier jetzt wirklich schlecht für Cholesterin und für Herzkreislauferkrankung? Das heißt, machen die uns wirklich eher krank? Kriegen wir dadurch einen Herzinfarkt, wenn wir am Tag 20 Eier essen? Und der Hintergrund wird dich vielleicht überraschen, deswegen hole ich jetzt mal ein bisschen länger aus, dass du ein bisschen diesen Gedankengang verstehst, warum das in unseren Köpfen noch so drin ist. Es gibt eine ganz berühmte Studie, die sogenannte Sieben-Länder-Studie, und in der wurde eigentlich lediglich eine Korrelation gezeigt zwischen Cholesterin und gesättigten Fettsäuren und Herzkreislauferkrankung. Und jetzt musst du wissen, dass Korrelation ja nicht Kausalität ist. Also, macht jetzt die Harvard University wirklich die schlausten Studenten durch – die Harvard University – oder sind einfach die Anforderungen so hoch, dass da nur die Schlausten schon hingehen, oder sind – werden Basketballer werden die größer durch das – durch den Sport, oder es gibt einfach nur eine Korrelation, dass mehr Leute – mehr große Leute Basketball spielen, weil die halt einfach für diesen Sport halt die richtige Größe haben. Das heißt, der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität. Und jetzt gibt es noch ganz spannende Sachen zu dieser Studie, die hieß ja Sieben-Länder-Studie, weil in sieben Ländern wurde geguckt, und da gab es das Ergebnis: „Hey, mehr Herzkreislauferkrankung durch mehr Cholesterin und gesättigte Fettsäuren.“ Es hieß aber wohl, dass nicht nur sieben Länder getestet wurden, sondern sogar mehr, und in den anderen Ländern gab es den gegenteiligen Effekt oder den Effekt, dass es total egal war. Und da siehst du ein spannendes Phänomen in der Wissenschaft, das heißt: Publikationsbias ist die Verzerrung, dass man etwas publizieren möchte. Wenn du nicht im Thema bist, wirst du das gar nicht wissen. Deswegen sage ich dir, warum das so wichtig ist. Denn wenn du etwas forschst, dann willst du ein Ergebnis rausbekommen, und das soll möglichst krass sein, damit du bekannt wirst, Spendengelder kriegst und reich wirst. Das ist die bittere Wahrheit für alle Leute, die Doktortitel haben und forschen. Ich habe ja keins, ne, deswegen kleine Spitze dagegen. Denn der Publikationsbias sagt jetzt folgendes: Du möchtest halt nur das veröffentlichen, was deine Sichtweise stärkt, und die anderen lässt du aus. Die Studie stammt, by the way, aus den 60er Jahren, also von 1958, und die wird immer noch diskutiert. Das ist ja wirklich wild, weil das ja – ist ja – boah, ich werde alt. Nee, ich sage lieber nicht, wie lange das schon – sogar 2017 wurde noch diskutiert, ob das jetzt ein Bias ist, ob da Studien – also du merkst, es ist noch nicht ganz klar, ob das alles Bullshit war oder nur ein bisschen Bullshit war, aber was ganz Wichtiges ist für dich: Es war auf jeden Fall ein bisschen Bullshit. Das heißt, diese Verbindung zwischen Cholesterin und gesättigten Fettsäuren, dass die wirklich schlecht sind und dein Herzinfarktrisiko erhöhen, ist falsch. Das muss man ganz, ganz klar sagen, bzw. um das noch mal zu entschärfen: Es könnte schon so sein, aber das kannst du nicht aufgrund dieser Studien und – und der Datenlage sagen. Das heißt, streich dir das bitte aus dem Kopf, und da halt auch wirklich – meine ich, will nicht sagen „Empfehlung“, aber mach dir um Cholesterin in den Eiern keine Sorgen. Iss so viel Eier, wie du willst! Und es haben das Leute auf die Spitze getrieben mit sehr, sehr viel Eiern, und das Spannende ist: Da gibt es auch unterschiedliche Ergebnisse. Also, bei manchen wurde tatsächlich, als sie dann irgendwie – ich glaube, einer hat mal 20 Eier am Tag gegessen, glaube Patrick Heinzmann oder so, der hatte dann glaube ich dann auch ein schlechteres Cholesterin, aber ein anderer hat das gleiche gemacht und hat ein besseres Cholesterin, und du musst aber auch wissen: Es geht ja nicht nur um das Cholesterin, wenn – also was wir essen, wenn es um das Blutcholesterin geht. Was total witzig ist, ist jetzt, wenn wir uns die Biosynthese von Cholesterin angucken. Also, Cholesterin ist ja nicht einfach so da, sondern wir müssen es auch herstellen. Das Spannende ist: Ein Enzym, das heißt HMG-CoA-Reduktase. Und dieses Enzym HMG-CoA-Reduktase ist insulinabhängig. Das bedeutet, wenn du ganz viel Insulin in deinem Körper hast, dann wird mehr Cholesterin gebildet. Und jetzt weißt du ja ganz genau: Wann schüttet der Körper Cholesterin aus? Ja, wenn du Zucker isst. Und jetzt überleg mal: Du frühstückst, und jetzt siehst du ein Ei, und Omi sagt: „Iss mal das Ei nicht, da ist nämlich ganz viel Cholesterin drin.“ Und was macht sie? Sie backt sich selbst ein Croissant mit Marmelade oder Nutella, wo Zucker drin ist oder so, und trickst natürlich die – die eigene – die endogene Cholesterinbiosynthese aus. Also, es ist wirklich totaler Bullshit! Vor allen Dingen, wenn du so ein gutes, gesundes Lebensmittel hast wie ein Ei. Das heißt, da kann ich wirklich Entwarnung geben, und jetzt nicht Entwarnung, dass es nicht Leute gibt, die auch darauf aufpassen müssen, sondern Entwarnung geben, dass die Daten, die du bisher hast und die Erkenntnisse von diesen Daten, nicht valide sind, die stimmen nicht. Was man jetzt sagen muss, ist: Genetik. Es gibt bestimmte Menschen, die haben eine angeborene Cholesterinverwertungsstörung, und die sollten tatsächlich aufpassen, aber das ist genau das gleiche, wie es Leute gibt, die eine Bienenallergie haben oder eine Laktoseintoleranz oder eine Glutenunverträglichkeit. Das sind dann – bei diesen Leuten ist das so, aber bitte nicht bei der Gesamtbevölkerung. So, wenn du dazu Fragen hast, schreib mir das gerne in die Kommentare. Ich mache ja jede Woche ein Q&A, da beantworte ich die natürlich auch sehr, sehr gerne.
Und jetzt kommen wir aber zum letzten Mythos, und zwar: Was ist eigentlich gesünder, Eigelb oder Eiweiß? Und ich finde – ich finde Eier einfach ganz, ganz toll, weil sie so vielseitig einsetzbar sind. Nur du kannst was Süßes backen, du kannst es – das – das Eiklar macht ja irgendwie diese Steifigkeit. Das Eigelb schmeckt einfach sensationell. Das finde ich einfach total genial. Und jetzt ist die Frage: „Hey, was ist denn gesünder?“ Und wir können uns ja einfach mal die Bestandteile angucken, ne? Ich versuche, die mir hier mal anzugucken, dass wir das gleiche sehen. Also, siehst du jetzt ein Tortendiagramm, und da siehst du eine Sache: Wir gucken uns jetzt das Eiklar an, und das – alles was da grau ist – Wasser. Das heißt, hauptsächlich besteht das Eiklar tatsächlich aus Wasser und aus Protein. Also, wirklich – lin – nur Protein. Ja, rechts siehst du den Energiegehalt, also wenn man das – das Wasser halt abzieht. Und jetzt dagegen können wir uns ja einfach mal das Eigelb angucken. Da sehen wir: Hey, da ist auch ziemlich viel Wasser drin, aber auch sehr viel Fett. Jetzt ist auch Fett auch gar nichts Schlimmes oder Böses. Das ist vielleicht auch sowas, dass wir immer denken, dass es schlimm ist. Nein, das ist definitiv nicht so. Und da ist tatsächlich auch noch Protein drin. Und du siehst aber, dass hier natürlich im – ja, du siehst blöderweise nicht, wie ich die Maus hier bewege – alles was rot ist, hier tatsächlich Fett ist. Das heißt, je nach Diät oder was du auch immer machst – Ernährungsform – kannst du ein bisschen darauf achten. Es gab damals mal ein Startup bei „Die Höhle der Löwen“, die haben Eiklar so wie – so wie Milch. Ich habe das auch mal gekauft, weil ich das ganz cool fand. Das war halt nur für Eiklar. Also, du konntest dir das dann schütten und irgendeinen Mikrowellenkuchen machen oder so, aber man muss ganz klar sagen: Du verzichtest da auf diverse Nährstoffe. Was wir hier gesehen haben, waren ja einfach nur die Makronährstoffe. Es gibt aber noch ganz viele Mikronährstoffe, und weil sie so nährstoffreich sind, wende ich die hier einfach mal – die ganzen Mikronährstoffe – zum Eiklar und hier zum Eigelb. Und du siehst: Das ist eine sehr, sehr lange Liste. Deswegen weißt du vielleicht auch, warum ich Eier so toll finde. Ach, eine Sache habe ich noch vergessen: DGE. Ich meine, es ist so – ich bin jetzt nicht ganz drin – dass die neue Empfehlung ist irgendwie ein Ei die Woche oder so, und da ist glaube ich die Idee, dass es nicht um die Gesundheit geht, sondern man will einfach die Leute alle verwirren, sondern es geht dann darum – um die – ums Klima und Ethik und was auch immer. Also, sorry, dass ich so klein rede. Mir ist Ethik und Klima tatsächlich auch wichtig. Ich finde aber, dass Institute sich auf das Wesentliche beschränken sollen, wozu – wozu sie gut sind. Das heißt, ich erwarte eigentlich von der deutschen Gesellschaft für Ernährung, dass die mir ganz genau sagt, was für meine Ernährung gesund ist und sich weniger um alles kümmert. Weil wenn sich alle um alles kümmern, hast du dann diese komischen Rechtfertigungen, wie das dann manche Politiker machen, dass sie nicht mehr in der Sache argumentieren, sondern einfach sagen: „Moral“, also egal, wie das wirtschaftlich ist, wir müssen das moralisch sehen, deswegen haben wir recht, und das ist ziemlich schwierig. Vielleicht sagst du jetzt: „Ist ein weird Beispiel“, aber auch ich versuche mich hier auf die Gesundheit zu beschränken. Also, vielen, vielen Dank für deine Aufmerksamkeit! Schreib deine Fragen gern hier rein.