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Stell dir vor, du schaust in ein Depot, und alles ist rot. Dein Portfolio ist 10, 20 oder 30 % im Minus. Und genau das könnte uns in den nächsten Monaten bevorstehen. Die Märkte sind nervös, und viele sprechen bereits von einer bevorstehenden Rezession.
Laut JP Morgan liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession im Jahr 2025 schon bei 40 %. Und sollte US-Präsident Donald Trump die angekündigten neun Zölle Anfang April durchsetzen, könnte die Rezessionswahrscheinlichkeit sogar auf über 50 % steigen. Doch was sollte man jetzt am besten tun: verkaufen, abwarten oder nachkaufen?
Wer in so einer Phase nicht vorbereitet ist, kann schnell die falschen Entscheidungen treffen. Wer sich aber frühzeitig eine Strategie zurechtlegt, kann genau in solchen Phasen den Grundstein für ein Vermögen legen. Denn kluge Investoren wie Warren Buffett wissen: Reichtum wird in Rezession gemacht. Auch ich habe den Großteil meiner bisherigen Gewinne in Phasen wie diese erzielt, und in diesem Video schauen wir uns deshalb drei einfache Schritte an, was du jetzt machen kannst. Und keine Sorge: Auch wenn du bisher noch nichts unternommen hast, ist es noch nicht zu spät, jetzt zu starten.
Der erste Schritt ist relativ einfach, aber extrem wichtig: Ruhe bewahren und Panikverkäufe vermeiden. Wie der legendäre Investor Peter Lynch sagte: Du musst wissen, dass der Markt manchmal fallen wird. Wenn du darauf nicht vorbereitet bist, solltest du keine Aktien besitzen. Und ganz wichtig: Er sagte, dass es gut ist, wenn das passiert und der Markt sinkt. Warum, werden wir uns dann gleich noch mal anschauen.
Historisch betrachtet sind Aktienmärkte während Rezessionen im Schnitt um 21 % gefallen. Der S&P 500 erreicht in der Regel etwa 169 Tage nach Beginn einer Rezession seinen Tiefpunkt, und die anschließenden Bärenmärkte dauern oft weniger als nur ein Jahr. Doch die letzten drei großen Krisen zeigen, dass es auch deutlich heftiger kommen kann. Während der Coronakrise 2020 verlor der S&P 500 zeitweise um bis zu 34 %. In der Finanzkrise 2008 waren es sogar 57 %, und während der Dotcomblase Anfang der 2000er Jahre fiel der Index um 49 %. Du musst dich also auf so ein Szenario vorbereiten.
Befinden wir uns bereits in einem Bärenmarkt? Nein, noch nicht ganz, denn offiziell spricht man erst von einem Bärenmarkt, wenn wichtige Aktienindizes wie der S&P 500 um 20 % oder mehr unter ihrem bisherigen Höchststand liegen. Aktuell verzeichnet der Index ein Drawdown von etwa 10 %. Das entspricht zum jetzigen Zeitpunkt einer gesunden Korrektur. Mit einer drohenden Rezession wird ein Bärenmarkt aber sehr wahrscheinlich. JP Morgan geht davon aus, dass der Markt bei einer drohenden, moderaten Rezession um 20 bis 30 % sinken könnte. Ich rechne dann einfach mal regelmäßig aus, was ein solcher Einbruch für mich bedeuten könnte. Also konkret: Wie viel Geld würde ich verlieren, wenn mein Depot 20 oder 30 % fällt? Bei einem 50.000 € Depot sind das mal eben 10 bis 15.000 € Verlust, den man dann aushalten muss. Das klingt erstmal sehr unangenehm, aber es kann helfen, ein Gefühl für Verluste zu entwickeln.
Trotz dieser teils massiven Verluste bieten Rezessionen für Anleger aber auch oft eine attraktive Einstiegschance. Historisch gesehen hat der S&P 500 im Jahr nach der Rezession im Schnitt wieder um 15,5 % zugelegt. Doch schauen wir uns erstmal an, wie die aktuelle Datenlage genau aussieht und klären die Frage, ob sich die USA bereits in der Rezession befinden.
Eine Rezession lässt sich meist erst im Nachhinein genau feststellen. Deswegen müssen wir uns jetzt zum aktuellen Zeitpunkt auf Prognosen und Frühindikatoren verlassen. Das Wachstum der Wirtschaft wird hier meistens am sogenannten Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, gemessen. Also der Gesamtwert aller Produkte und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einem Land erzeugt werden. Wenn du also z. B. einen Kaffee kaufst oder zum Friseur gehst, all diese Dinge fließen mit in das BIP. Steigt das BIP, geht es der Wirtschaft in der Regel gut; fällt es jedoch auf zwei Quartale in Folge, spricht man vereinfacht gesagt von einer Rezession. Das zeigt: Auch wenn die USA noch nicht offiziell in der Rezession sind, gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass die US-Wirtschaft weiter abkühlt. Für das nächste Quartal 2025 erwartet die US-Notenbank in Atlanta derzeit ein negatives Wirtschaftswachstum von -1,8 %. Dieser Rückgang ist jedoch hauptsächlich auf einen Anstieg der Goldimporte zurückzuführen, die das Handelsdefizit erhöht haben. Ohne diesen Effekt könnte das BIP-Wachstum nahe bei null liegen. Damit droht ein gefährlicher Teufelskreislauf: Weniger Nachfrage führt zu sinkenden Investitionen und Entlassungen, und diese schwächen die Kaufkraft, was den Konsum und die Nachfrage weiter drückt.
Wie es jetzt weitergeht, hängt stark von der Handelspolitik der US-Regierung ab. Die aggressive Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sorgt für Unsicherheit, und die Inflation könnte infolge der Zölle um bis zu 1 % Punkt ansteigen. Daher sieht die US-Notenbank aktuell auch wenig Spielraum für Zinssenkungen. Laut Notenbankchef Jerome Powell könnten zu frühe Zinssenkungen zu einer Hochinflation wie in den 1970er Jahren führen, und Zinssenkungen werden somit frühstens im dritten Quartal 2025 erwartet. Laut einer im März 2025 von der Bank of America durchgeführten Umfrage gehen 71 % der befragten Fondsmanager von einer stagnierenden Wirtschaft und einer hohen Inflation aus.
Auch wenn die Datenlage eher negativ ist, gibt es noch keinen Grund zur Panik. Wenn du bisher also noch nichts gemacht hast, dann hast du bereits viel richtig gemacht. Aber was kannst du jetzt aktiv tun, und wie kann man eine mögliche Rezession und den nächsten Crash am besten nutzen, um damit reich zu werden? Das bringt uns auch zu Schritt Nummer 2: Geld beiseite legen. Hör auf, jetzt unnötig Geld auszugeben, und fang stattdessen an, Rücklagen zu bilden. Auch in Deutschland mehren sich die Meldungen zur Massenentlassung. Deshalb solltest du dir einen Notgroschen von mindestens drei bis sechs Nettomonatsgehältern aufbauen. Wichtig ist, dass man bei Einnahmeverlusten nicht gezwungen ist, Vermögenswerte zu schlechten Kursen zu verkaufen. Zudem kann man zusätzliches Cash nutzen, um Vermögenswerte günstig zu kaufen.
Das bringt uns auch direkt zu Schritt Nummer 3: Investieren. Aber die ganz große Frage: Worin sollte man investieren? In US-Aktien, die seit der Amtseinführung von Donald Trump zum Teil deutlich an Wert verloren haben, oder doch lieber in internationale Aktien, die im selben Zeitraum stärker performt haben und aktuell sicherer erscheinen? Es ist aber wichtig zu beachten, dass es an den Märkten einen zyklischen Wechsel gibt. Es gibt Phasen, in denen US-Werte besser abschneiden, und Phasen, in denen internationale Märkte besser laufen. Wichtig ist hier, dass man seiner eigenen Anlagestrategie treu bleibt und nicht der Anlagestrategie hinterherrennt, die in den vergangenen Jahren die besten Renditen geliefert hat. Niemand weiß genau, wie lange ein Renditezzyklus dauert oder wann der richtige Zeitpunkt ist, umzuschichten. Am einfachsten ist es jedoch, wenn man eine globale Anlagestrategie verfolgt. Das reduziert die Schwankungen und erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit auf lange Sicht. Ein sehr breit gestreuter ETF ist der iShares MSCI ACWI ETF, der rund 85 % der weltweit investierbaren Marktkapitalisierung abdeckt, und mit einer TER von nur 0,2 % ist er auch sehr kostengünstig in der Verwaltung. Diesen ETF kann man eigentlich bei allen Brokern handeln. Ein Link zu einem Broker, den ich nutze, um in den ETF zu investieren, findest du unten im ersten Kommentar unter dem Video.
Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um zu investieren? Jetzt schon oder doch besser warten? Das Problem beim Timing ist: Wenn man zu lange wartet, dann verpasst man die Erholung. Das kann langfristig die Gesamtrendite stark nach unten drücken. Untersuchungen haben gezeigt, dass, wenn man nur die besten Tage an der Börse verpasst, man eine deutlich geringere Gesamtrendite erzielt. Diese besten Tage kommen oft sehr schnell während einer Erholung vor. Steigt man aber zu früh ein, besteht das Risiko, dass der Markt noch weiter fällt und man Verluste erleidet. Die Lösung liegt in der Mitte. Statt alles auf einmal zu investieren, kann man schrittweise in Tranchen nachkaufen. Oder man nutzt einfach einen Sparplan und kauft regelmäßig Anteile, unabhängig davon, ob die Märkte gerade steigen oder fallen. Wer bereits einen Sparplan eingerichtet hat, kann auch in Betracht ziehen, den Sparplan bis zur Erholung anzuheben und so seine zusätzlichen Cashreserven zu investieren.
Wie sieht meine Strategie aus? Ich habe einen Großteil meiner Cashreserven bereits investiert, da ich weiß, dass die Märkte langfristig wieder neue Allzeithochs erreichen werden. Mir ist ja ganz egal, ob ich jetzt den perfekten Zeitpunkt erwischt habe oder nicht. Erfahrungsgemäß war für mich immer der beste Zeitpunkt, nachzukaufen, wenn die Panik in den Märkten am größten war. Wie Warren Buffett immer sagte: Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn andere ängstlich sind. Time in the Market bleibt also für mich der entscheidende Faktor, um langfristig ein Vermögen aufzubauen. Wenn du interessiert bist, bei welchen Einzelaktien ich die Kurseinbrüche genutzt habe, dann schau dir noch dieses Video an. Dort zeige ich dir, welche zehn Aktien ich zu günstigen Kursen nachgekauft habe.