Transcription
Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Video hier auf meinem YouTube-Kanal. Ja, heute habe ich Verstärkung in meiner Werkstatt. Ich habe es schon angekündigt, mich hat der Peter aus Nordthüringen besucht. Wir wollen heute der Sache auf den Grund gehen, warum hier Deye an dem Hybridwechselrichter Ringkerne verbaut hat oder im Lieferumfang beigestellt hat, damit man die verbaut. Wir wollen feststellen, macht das Sinn? Strahlt das Teil irgendwelche elektromagnetische Störwellen aus? Kann man die mit den Ringkern unterbinden? Oder vielleicht strahlt das Ding auch gar nicht und man kann sich die Teile schenken. Wir wollen der Sache auf den Grund gehen. Der Peter ist vom Fach, der hat schon viele Jahre Erfahrung auf dem Gebiet. Ja, Peter, stell dich einfach mal vor.
Ja, ich bin der Peter. Hallo erstmal an alle zusammen. Mein Beruf ist Ingenieur. Das Fachgebiet ist die Industrieelektronik. Sie hat mich mein gesamtes Berufsleben begleitet. Der Klaus hat mich eingeladen, ihn ein wenig zu unterstützen und was wir hier überhaupt messen wollen, das erklärt euch jetzt und zeigt euch jetzt der Klaus.
Zunächst einmal möchte ich vorwegschicken, dass wir hier natürlich nicht die optimalen Messbedingungen haben. Das ist hier kein EMV-Labor, sondern Office-Werkstatt, ne? Und von daher können wir hier nur Vergleichsmessungen durchführen. Im Das heißt, im einzelnen, wir nehmen uns z.B. Messort hier Stromversorgung Akku Richtung Deye. Hier haben wir ja in der Regel diesen dicken fetten Ringkern verbaut. Dann messen wir einmal das Störspektrum mit Ringkern und einmal ohne und vergleichen die Grafen und so. Und das machen wir an vier verschiedenen Messorten. Einmal, wie gesagt, an der Stromversorgung DC-seitig zum Wechselrichter. Dann haben wir hier aber auch so ein Kommunikationskabel, wo wir mal messen. Wir messen hier oben an den Klappwandlern und wir messen an unserem Load-Ausgang. Ich habe auch noch ein extra Störfilter besorgt. Den werden wir auch noch mal zwischenschalten, ob der was bringt. Ja, und die ganzen Ergebnisse, die werden wir abfotografieren hier und nachher auswerten. Wie wir jetzt die einzelnen Messungen durchführen, das kann euch der Peter besser erklären.
Ich habe hier ein digitales Speicheroskop mitgebracht. In Wirklichkeit ist es ja ein Messcomputer. Man kann es umschalten in die Betriebsart FFT. Hier unten steht es, die schnelle Fourier-Transformation. Hier passiert folgendes. Man sieht kein Oszillogramm mehr. Man sieht hier ein Frequenzband, ein Spektrum. Hier unten beginnen wir mit 0 und hier oben die Grenze, die kann man wählen. Ich habe hier mal exemplarisch 1 Megahertz ausgewählt. Das heißt, man sieht hier z.B., dass hier bei 500 kHz irgendwie eine kleine Spitze ist und hier unten in die Richtung 0 Hertz eine etwas größere Spitze ist. Ähm, wie die Signale dann einzeln aussehen, dazu müsste man dann in den Oszillographenbetrieb umschalten. Aber wir messen hier sehr, sehr empfindlich. Wir sind hier in den Sub-Millivolt-Bereich. Das heißt, wenn hier in diesem Frequenzband irgendwelche Buckel sind oder irgendwelche Ausschläge, dann ist das sehr, sehr wenig. Messen tun wir über einen Messkopf. Den haben wir selber angefertigt. Das ist ein Ringkern. Er ist bewickelt und wenn jetzt ein Strom durch diesen Ringkern hindurchfließt, das wissen wir noch aus der Schule, dann induziert er eine Spannung in der Wicklung und diese Spannung, die wird dann hier als Messsignal dargestellt.
Begonnen haben wir unsere Messreihe mit dem DC-Kabel vom Akku zum Umrichter. Hier ist der Messkopf zu sehen. Die Plusleitung des Akkus ist durch ihn hindurchgeführt. Den Ringkern haben wir entfernt. In den weiteren Messungen wurde er hinzugefügt und so sind wir durch alle unsere Messorte durchgegangen und die Ergebnisse zeigt euch jetzt Klaus an seinem PC.
Bevor ich euch unsere Messergebnisse zeige, seht ihr hier erstmal unseren Messaufbau, den wir im Vorfeld an einem Schaltnetzteil überprüft haben. Das Schaltnetzteil haben wir an einen fetten Lastwiderstand angeschlossen und in dem Anschlusskabel befindet sich hier unser Messkopf und die Messung an sich, ja, die erklärt euch nun der Peter.
So, wir haben hier das Grundrauschen. Ich habe hier bereits den Durchschnitt eingestellt. Er rechnet jetzt die ganzen Störimpulse raus und jetzt schalte ich mal das Netzteil ein. Es liefert ganz normal seine 24 Volt, 3 Ampere. Und jetzt wächst das Störspektrum langsam aus dem Rauschteppich heraus. Und diese Anzeige, die müssen wir dann auch so sehen.
So, nun zeige ich euch unsere Messergebnisse. Also, angefangen haben wir mit der DC-Verbindung Akku zum Deye, ne? Seht ihr links den Messort? Wir haben erstmal den Ringkern weggelassen, dieses fette Teil. Haben nur unseren Messkopf hier in die Plusleitung eingeführt und dann haben wir DC-seitig über die PV-Module, also den PV-Generator, den Akku mit 83 Ampere geladen. Ja, und hier seht ihr jetzt das Spektrogramm. Also, man hat hier schon diese ganzen Spitzen, also ein ausgeprägtes Störspektrum. Und im nächsten Step wollten wir schauen, ob wir diese Störspitzen ja verringern können, indem wir diesen Ringkern verwenden. Das seht ihr dann auch hier links. So gibt das ja auch der hier vor. Also durch diesen dicken Ringkern plus und minus dreimal umwickeln. Und ihr seht jetzt hier das Spektrogramm, das unterscheidet sich nicht zu dem vorherigen. Ich zeige euch das vorherige noch mal, ne? Und wenn man jetzt so direkt wechselt, sieht man also keine große Veränderung. Prinzip kann man sagen, ist identisch und demzufolge bringt dieser Ringkern nicht viel. Wir haben aber noch einen dritten Versuch gemacht. Wir haben jetzt hier dieses schwarze Minus entfernt aus dem Ringkern und haben wir das rote Kabel fünfmal umwickelt. Das seht ihr hier, dieser Messort. Aber auch hier sind jetzt keine großen Veränderungen zu sehen. Hier noch mal zum Vergleich. Also die Störspitzen, die bleiben unverändert. Dann noch zur Info, wir haben nicht nur diese drei Messungen durchgeführt, wir haben auch diesen Messkopf mal Richtung Batterie Plus ähm ja in das Kabel eingebunden und gemessen. Einmal mit drei Windungen, einmal mit fünf Windungen, aber alle mit gleichem Ergebnis, dass sich das Spektrogramm nicht großartig verändert. Von daher verzichten wir jetzt hier auf diese Messergebnisse.
Unser zweiter Messort waren die Klappwandler. Seht ihr hier oben links, wir haben von dem weiß-schwarzen Draht so ein bisschen die Isolierung abgemantelt, einen Tastkopf angeschlossen, also eine Spannungsmessung führen wir jetzt durch und hier unten seht ihr in dem Bildchen den Anschluss am Deye. Das sind hier diese drei Messleitungen von den Klappwandlern. Die sind jeweils immer durch den Ferritkern geführt, mehrmals gewickelt. Danach haben wir den Deye in Betrieb AC-seitig gekoppelt und am Load-Ausgang haben wir dann einen Heißluftföhn 1600 Watt angeschlossen und eingeschaltet. Ja, und dann entstand hier dieses Spektrogramm. Ihr seht hier einmal das 50 Hz Nutzsignal, das 66 dB über dem Störspektrum liegt. Danach seht ihr, hier haben wir den Ferritring entfernt. Gleiche Voraussetzung, auch hier wieder die Spannungsmessung an dem Klappwandler, den Föhn eingeschaltet mit 1600 Watt. Und ihr seht hier, das Nutzsignal ist etwas geringer, ne? Liegt ca. 60 dB über dem Störspektrum. Wenn man jetzt hier die beiden Spektrogramme mal vergleicht, dann sieht man da schon einen Unterschied, ob ich jetzt einen Ferritring verwende oder nicht.
Danach haben wir diesen Klingeldraht, diese 4 Meter haben wir getauscht gegen ein 50 Meter langes Cat 7 Kabel. Das seht ihr hier oben rechts, diesen Ring einfach hier abgeschnitten am Klappwandler. Ein Aderpärchen angelötet. Hier die Abschirmung von dem K7 Kabel, die haben wir geerdet. Ja, und ihr seht hier unten in dem Bildchen, also am Deye haben wir dieses Aderpärchen viermal um den Ringkern gewickelt, angeschlossen an den Deye. Ja, und dann wieder diese 1600 Watt, diesen Heißluftföhn eingeschaltet. Ja, und dann entstand dieses Spektrogramm. Fazit, also eine weitere Anhebung vom Störspektrum. Das 50 Hz Nutzsignal liegt ca. 40 dB über dem Störspektrum. Hier kann man also schon erkennen, dass diese Kabellänge von 50 m Einfluss auf das Nutzsignal hat. Ja, und danach haben wir dann den Ringkern hier am Deye entfernt, ne? Seht ihr hier direkt, also das Aderpärchen angeschlossen an diese Klemmen, wieder den Heißluftföhn eingeschaltet mit 600 Watt und das Spektrogramm haben wir dann aufgenommen. Ihr seht jetzt hier sogar eine leichte Verbesserung gegenüber vorher. Also mit dem Ringkern hat man geringeres Nutzsignal als ohne Ringkern.
Nächster Messort war die Kommunikationsleitung zwischen BMS und Deye. Ihr seht hier links im Bildchen hatten wir einmal den Ringkern verwendet. Dieses gelbe Kabel, was dabei ist, ist so ein ganz normales Netzwerkkabel, aber ungeschirmt wird dreimal um den Ferritring gewickelt. Unser Messkopf ist zwischen der RJ45 Buchse und dem Ferritring. Und dieses Spektrogramm haben wir hier aufgezeichnet. Also ein ganz normales Störspektrum im Mikrovolt bis Millivolt Bereich. Also ist nicht der Rede wert. Ja. Und wenn man jetzt den Ferritring wegnimmt, seht ihr hier links den Messort, ne? Ferritring ist weg, ergibt sich dieses Spektrogramm. Also kein Unterschied eigentlich zu sehen. Ich schalte jetzt hier noch mal um. So ist mit Ferritring. So ist ohne. Ja, vielleicht sieht man schon, die Spitzen sind etwas kleiner, ne? Aber wie gesagt, wir befinden uns hier im Mikro bis Millivolt Bereich, also das ist nicht der Rede wert.
Zu guter Letzt haben wir noch das Störspektrum am Load-Ausgang gemessen. Dafür haben wir hier am Load-Ausgang Außenleiter, alle drei Neutralleiter und Schutzleiter durch den Ringkern geführt, so wie es im Handbuch beschrieben ist, also einmal umwickelt. Und ihr seht hier an den Reihenklemmen habe ich ja meinen Load-Ausgang herausgeführt. Da sind normalerweise dann die Verbraucher alle dran. Da haben wir an dem L2 unseren Messkopf angeschlossen. Ja, und dann L2 belastet, also wieder den Heißluftföhn angeschlossen, eingeschaltet, 1600 Watt und es entstand dieses Störspektrum. Danach haben wir einen dreiphasigen Störfilter am Load-Ausgang angeschlossen. Das seht ihr hier unten in dem Bild. Der Ringkern ist erstmal geblieben. Danach wieder die 1600 Watt, also den Föhn eingeschaltet und es entstand dieses Störspektrum. Vergleichen wir das mit dem vorherigen. Sehen wir auch hier keine große Veränderung. Dritte Messung. Wir haben auf den Ringkern verzichtet. Seht ihr hier oben links im Bild, der ist entfernt und wir haben dann wieder diese 1600 Watt, also den Föhn eingeschaltet und dieses Störspektrum aufgezeichnet. Vergleichen wir das jetzt mit dem vorherigen, sehen wir auch hier keine großen Veränderungen. Also ob Ringkern oder nicht, ist hopst wie gesprungen.
So, ihr Lieben, zum Abschluss gibt's natürlich auch noch eine kleine Zusammenfassung. Ihr habt's ja selbst gesehen, also ob Ringkern oder kein Ringkern, die Unterschiede waren marginal. Man konnte eigentlich ja groß nichts erkennen. Einzig war hier an dem Klappwandler, als wir dieses Spannungsmessung gemacht haben, da hat man mit dem Ringkern das Nutzsignal 6 dB stärker als ohne. Das konnte man also schon erkennen, aber an der Kommunikationsleitung hier an Ringkern zu umwickeln hat gar keinen Sinn gemacht. Also, das war ja fast identisch das äh Störspektrum. Hier bei der dicken Plus-Minus von der Batterie zum Deye fetten Ringkern konnte man auch nicht keinen Unterschied feststellen. Was man feststellen konnte, dass natürlich, wenn hier 83 Ampere fließen zur Batterie, dass wir dann ein kräftiges Störspektrum haben, ne? Was wir aber nicht hier dämpfen konnten mit diesem Ringkern. Wichtig ist vielleicht, wenn ihr so Plus-Minus Kabel verlegt auf einer längeren Strecke, dass ihr dann Abstand haltet mit irgendwelchen sensiblen Kommunikationsdatenleitungen. Z.B. hier diese Klingeldrähte vom Klappwandler würde ich jetzt nicht parallel zum zur Plus-Minus legen, sondern ein bisschen Abstand halten, damit da keine Beeinflussung entsteht, ne? Ja, Load-Ausgang hat auch nicht viel gebracht. Der Ringkern selbst, hier dieser dreiphasige Schaffner Störfilter hatte keine keinen Einfluss auf das Signal. Von daher kann man sich das alles schenken. Ja, im Prinzip Resümee ist das Teil ist schon an sich gut, stört eigentlich wenig, denn was wir da gemessen haben, das war ja im Mikro und Millivolt Bereich. Das wird man hier, also man wird hier wahrscheinlich nicht in der Nachbarschaft irgendwelche Geräte stören. Das ist jetzt so unser Fazit. Aber wie gesagt, wir haben natürlich auch mit ganz einfachen Mitteln gemessen. Es war eine reine Vergleichsmessung. Das ist hier nichts professionelles. Von daher muss man da auch vorsichtig sein. Ja, aber mehr ging halt auch nicht.
Dann möchte ich euch natürlich auch noch ein Fazit zu diesem Deye Inverter an sich geben. Tausche ich das Ding, also meiner Energiespeicherlösung mit den Truck-Komponenten jetzt aus gegen diesen Deye Inverter. Nein, mache ich nicht. Ich sage euch auch warum. Diese Trucki-Komponenten und mit den Lumentree und Huawei Ladegeräten. Ich finde das so klasse, dass die erstmal einen sehr geringen Eigenverbrauch haben und dass es eine autarke Lösung ist, die ich auch ausschalten kann, wenn ich sie nicht brauche. Z.B. in den Wintermonaten, ne? November bis Februar wird das Ding ausgeschaltet. Mein Fronius Wechselrichter produziert aber trotzdem noch ein bisschen Strom und der schaltet sich sogar nachts aus, wenn die Sonne nicht mehr da ist oder wenn es gewisse, ja, wenn es dunkel ist, schaltet das Ding in den Standby-Betrieb, braucht ganz wenig Strom, finde ich klasse. Dieses Teil braucht 80 bis 100 Watt Eigenverbrauch, läuft dann 24 Stunden, 7 Tage die Woche. So und dann hat man ja schon durch diesen Eigenverbrauch ziemlich, ja, ein Stromverbrauch, den muss man erstmal produzieren und das finde ich jetzt nicht so toll, ne? Ich werde aber mit mir mit diesem Deye Inverter eine mobile Insellösung bauen für Notfälle. Ich werde in dem nächsten Video auch noch einen interessanten Akku testen. Ja, ist ein jetzt kein reiner Eigenbauakku. Ihr müsst da paar Sachen machen, aber ist, glaube ich, für jeden umsetzbar. Lasst euch überraschen, was da kommt. Ja, und dann mache ich mir wie gesagt so eine mobile Insellösung für den Notfall. Wenn wir mal sowas haben wie in Spanien jetzt, dann habe ich hier noch meinen Strom.
Und mit diesen Worten beende ich jetzt das Video. Ich möchte mich aber noch bei dem Peter bedanken, dass der mich hier so tatkräftig unterstützt hat, dass er die weite Reise aus Nordthüringen auf sich genommen hat. Und natürlich bedanke ich mich auch bei euch Zuschauern, dass ihr hier das Video euch angeschaut habt. Ich hoffe, wir sehen uns zum nächsten Video. Macht es gut, bleibt mir gesund. Ciao, ciao.