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Aufgaben des Blutes - Blut-Special 1

Biologie - simpleclub6:14

Transcription

Neun Leute, heute gibt's was ganz besonderes. An alle Sensibelchen: Macht die Augen zu, denn es wird blutig. An dieser Stelle einen netten Gruß an den Blutspendedienst vom Deutschen Roten Kreuz, die dabei mit uns unter einer Decke stecken. Das Special beginnt genau jetzt mit den Basis-Infos, und zwar den Aufgaben des Blutes. Also viel Spaß! [Musik]

Obwohl es einfach nur rot aussieht, ist Blut eigentlich ein krasses Gemisch. Wenn man es zentrifugiert, also ganz schnell schleudert, verteilt sich die Flüssigkeit in ihre Bestandteile. Man sieht dann die festen Blutkörperchen getrennt vom flüssigen Blutplasma. Blut besteht zu 42 Prozent aus festen Bestandteilen und zu 58 Prozent aus dem Plasma. Plasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser, und der Rest sind hauptsächlich Proteine. Die Plasmaproteine sind zum Beispiel dafür da, Hormone zu transportieren und bei der Immunabwehr zu helfen. Im Blut findet man außerdem drei Arten von Blutzellen: die Erythrozyten, die Leukozyten und die Thrombozyten. Sie werden im Knochenmark gebildet. Erythrozyten sind die roten, Leukozyten die weißen Blutkörperchen und Thrombozyten Blutplättchen. Mit Hilfe des riesigen Netzwerks der Blutgefäße können alle Ecken und Winkel des Körpers gut erreicht werden. Der Blutkreislauf ist außerdem ein geschlossenes System, deswegen auch Kreislauf. Das Herz pumpt bis zu 15.000 Liter Blut pro Tag durch das Gefäßsystem. Wem die Zahl 15.000 jetzt zu abstrakt ist: 15.000 Liter entsprechen zehn bis elf vollen Badewannen, 1500 Putzeimern und 15.000 Milchtüten oder 60.000 Tassen Kaffee und so weiter.

Das Blut ist ein Allrounder und mischt quasi überall im Körper mit. Die Hauptfunktion ist aber die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Generell kann man sagen, dass es vier Bereiche gibt, in denen es am Start ist: beim Stofftransport, bei der Temperaturregelung, bei der Abwehr und Gerinnung, und beim Säure-Basen-Gleichgewicht.

Numero uno: Der Stofftransport. Den Stofftransport kann man direkt nochmal unterscheiden, dann hat man den Gastransport, den Nährstofftransport und die Spülfunktion. Das Wort Gastransport beschreibt die Verteilung von O2 im Körper und den Abtransport von CO2 und Abbauprodukten aus dem Stoffwechsel. Es ist also eine Atmungsfunktion. Wie das genau funktioniert? Eigentlich ganz easy: In den Lungen lädt das Blut Sauerstoff auf und transportiert ihn über die Arterien zu den Zellen des Körpers, um ihn dort abzuladen. Gleichzeitig wird CO2 über die Venen zu den Lungen transportiert, natürlich ebenfalls vom Blut. CO2, also Kohlendioxid, ist nämlich das Abbauprodukt der Atmung. Vor den Lungen aus wird es dann einfach ausgeatmet und verlässt so den Körper wieder. Wir merken uns: In den Arterien fließt sauerstoffreiches Blut zu den Zellen hin; in den Venen fließt Kohlendioxid-haltiges Blut von den Zellen zurück zur Lunge. So weit, so gut. Kommen wir zur nächsten Aufgabe: dem Nährstofftransport. Es ist schwer vorstellbar, aber der Fast-Food-Mist, den ihr euch reinzieht, wird irgendwann so winzig sein, dass seine Inhaltsstoffe durch eure Blutbahn flitzen. Das Blut transportiert also lebenswichtige Nährstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate, Vitamine und Fette. Genau wie der Sauerstoff werden die dann zu den einzelnen Zellen kutschiert, hier abgeladen. Die Zellen werden dann mit dem versorgt, was sie gerade so brauchen – also wie ein Lieferservice, der jedem das bringt, worauf er gerade Bock hat. Nur dass es hier ein bisschen schneller geht. Als letzten Punkt des Stofftransportes gibt es dann noch die Spülfunktion. Zur Reinigung des Körpers werden Schad- und Abfallstoffe von den einzelnen Organen weggeschafft. Damit sie dem Körper nicht schaden können, gelangen sie zu den sogenannten Ausscheidungsorganen, wie zum Beispiel die Nieren. Wer also zu tief ins Glas geschaut hat, verdankt es seinem Blut, dass der Körper nicht schlapp macht. Der giftige Alkohol wird dann zur Leber verfrachtet und hier abgebaut. Wir merken: Das Blut ist Lieferservice und Müllabfuhr in einem.

Außerdem hat das Blut auch die Funktion, die Temperatur zu regulieren. Das Blut transportiert die Wärme durch den Körper und schafft so einen Wärmeausgleich. Durch seine große Wärmekapazität trägt es zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur bei. So wird die Temperatur von allen lebenswichtigen Organen konstant auf circa 37 Grad gehalten. Und dann gibt es da noch die Schutzfunktion des Blutes. Darunter fallen die Abwehr und die Gerinnung. Mit den weißen Blutzellen wehrt das Blut Krankheitserreger ab. Sie produzieren bestimmte Antikörper, um den Körper gegen Erreger zu stärken. Bei der Gerinnung geht es um eine Art Abdichtung durch im Plasma zirkulierende Eiweißstoffe und die Blutplättchen. Sie sind in der Lage, Verletzungen der Gefäßwand sehr schnell und zuverlässig zu reparieren und sie so abzudichten. Die letzte Funktion hat nichts mit Kartoffelspeisen zu tun, sondern dient dazu, eine Übersäuerung des Körpers zu verhindern. Es geht um die Pufferfunktion des Blutes, die das lebensnotwendige Säure-Basen-Gleichgewicht aufrecht erhält. Puffer sind Substanzen, die verhindern, dass das Blut sauer wird. pH-Schwankungen werden sozusagen abgefedert, also gepuffert. Der pH-Wert des Blutes beträgt durchschnittlich etwa 7,38 bis 7,41.

Noch mal alles in Kürze: Blut besteht zu 42 Prozent aus festen Bestandteilen und zu 58 Prozent aus dem Plasma. Im Blut findet man außerdem drei Arten von Blutzellen, die im Knochenmark gebildet werden: die Erythrozyten, die Leukozyten und die Thrombozyten. Erythrozyten sind die roten, Leukozyten die weißen Blutkörperchen, Thrombozyten sind die Blutplättchen. Die Hauptaufgaben des Blutes sind Stofftransport, Temperaturregelung, Schutzfunktion und Pufferfunktion, wobei der Stofftransport noch untergliedert ist in Gastransport von O2 und CO2, Nährstofftransport und Spülfunktion.

Leute, das war's mit dem Sonder-Spezial Blut-Info-Video. Fetten Dank an den Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes und an den Zeitbild Verlag für die Unterstützung. Drei Leute, wir sehen uns zum nächsten Video und bis gleich dort!