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Hakuna Matata, Leute! Und herzlich willkommen bei Wissenswert. Ist dir das auch schon mal passiert? Du gehst einkaufen und hast eigentlich eine grobe Vorstellung von dem, was du holen willst, und dann blickst du nach dem Einkauf in deine Tüte und stellst fest, dass sich dort wieder mal einige Produkte hineingeschlichen haben, die du eigentlich gar nicht kaufen wolltest. Wenn du dieses Phänomen kennst, dann bist auch du schon mal in die Falle getappt.
Denn Supermärkte sind ein Labyrinth aus Psychotricks, die dich zum Kauf anregen sollen. Oder denkst du, dass es Zufall ist, dass das Obst und Gemüse meistens am Anfang steht? In diesem Video gehen wir der Frage auf den Grund, warum wir kaufen, was wir kaufen, und vor allem, wie Supermärkte uns dazu bringen, dass wir mehr von unserem Geld in ihre Kassen stecken, als wir eigentlich wollen. Machen wir also mal einen kleinen Rundgang durch einen üblichen Supermarkt und analysieren, was uns auf dem Weg alles begegnet.
Betritt man einen Supermarkt, so befindet man sich nach ein paar Schritten meistens direkt in der Obst- und Gemüseabteilung. Man könnte meinen, dass das Zufall ist, aber nein, dieser Zufall hat System. Obst und Gemüse sind so ziemlich die einzigen Produkte in einem Supermarkt, die man sich nicht nur ansehen kann, sondern die man auch riechen oder sogar direkt anfassen und fühlen kann. Direkt zu Beginn des Einkaufs werden also alle Sinne des Kunden mit einbezogen. Das hat zum einen den Effekt, dass er sich wohlfühlt. Zum anderen nimmt es dem Kunden aber auch die Unsicherheit, nicht zu wissen, was er kauft. Schließlich kann er es sehen, riechen und fühlen und muss sich keine Sorgen mehr machen, die Katze im Sack zu kaufen.
Und wenn wir schon bei Sinneseindrücken sind: Spätestens in der Gemüse- und Obstabteilung hört der Kunde außerdem die ersten leisen Akkorde aus den Lautsprecherboxen des Supermarktes. Die Hintergrundmusik trägt zusätzlich dazu bei, dass der Kunde sich wohlfühlt und ganz dem Kaufrausch verfällt. Übrigens: Auch die Backstube am Eingang des Supermarktes soll mit ihren angenehmen Gerüchen dafür sorgen, dass sich der Kunde wohlfühlt. Der Kunde wird also direkt am Anfang mit allen Sinnen dazu gebracht, sich wohlzufühlen und zu kaufen.
Aber zurück zur Obst- und Gemüseabteilung: Hier ist der Boden oft aus Holz oder sogar aus künstlichen Pflastersteinen. Das optische Ambiente, oft mit Holzkisten gepaart mit den Gerüchen von Obst und Gemüse und der leisen Musik – all das schafft eine gewisse Marktatmosphäre, wie man sie von Dorfmärkten oder Wochenmärkten kennt. Und diese Atmosphäre hat vor allem einen Zweck: Sie soll den Kunden entschleunigen. Der Kunde soll also mehr Zeit im Supermarkt verbringen und kann dementsprechend auch mehr kaufen. Zeit ist also Geld im doppelten Sinne.
Ein weiterer Faktor, der die Kunden übrigens oft entschleunigt: Der Bodenbelag in manchen Supermärkten ist extra so beschaffen, dass er etwas Widerstand leistet, sodass die Einkaufswagen nur langsam durch den Supermarkt rollen. Wenn man es nun an Obst und Gemüse vorbeigeschafft hat, betritt man die sogenannte Rennstrecke. Diese kann natürlich in jedem Supermarkt etwas anders aussehen, aber im Wesentlichen handelt es sich dabei um einen Weg, den der Kunde durch den Supermarkt gehen soll. Meistens führt die Rennstrecke an den wichtigsten Regalen des Supermarktes wie der Käse- und Wursttheke und vor allem dem Kühlregal vorbei.
Die Rennstrecke hat aber mehrere Gründe. Zum einen führt sie den Kunden an allen wichtigen Lebensmitteln entlang, sodass er spontan noch auf die Idee kommt, dass er noch dies und jenes brauchen könnte. Zum anderen ist die Rennstrecke aber auch oft so geplant, dass sie den möglichst längsten Weg durch den Supermarkt führt. Auch dies sorgt wieder dafür, dass der Kunde möglichst viel Zeit im Geschäft verbringt. Links und rechts von der Rennstrecke gibt es dann immer wieder einzelne Gänge mit Regalen, in denen weniger wichtige Produkte stehen. Aber diese sind halt auch nicht so wichtig.
Aber apropos Regale: Natürlich sind auch die Produkte in den Regalen nicht zufällig angeordnet. Die teuersten Produkte sind oft auf Augenhöhe platziert und fallen dem Kunden somit direkt ins Auge. Die günstigen Eigenmarken hingegen verstecken sich meistens ganz links oder ganz unten im Regal und sind somit schwieriger zu finden. Aber das wusstest du wahrscheinlich schon. Es gibt aber noch einen Trick bei der Anordnung der Produkte in den Regalen: Einigemaßen teure Produkte werden auch gerne neben noch viel teurere Produkte platziert, damit der Eindruck entsteht, dass sie im Vergleich dazu ja eigentlich ziemlich günstig sind.
Nun ja, wenn man dann langsam alle Regale hinter sich gelassen hat und bezahlen möchte, kommt die letzte Falle des Supermarktes: die Kasse. Um zu verstehen, wie wir an der Kasse reingelegt werden, muss man zuallererst einmal wissen, wie Willenskraft funktioniert. Menschen sind in Bezug auf ihre Willenskraft wie Akkubatterien. Sie können aufgeladen sein an Willenskraft, aber wenn sie zu viel von ihrer Willenskraft verbraucht haben, haben sie keine Willenskraft mehr zur Verfügung und treffen auf einmal dumme Entscheidungen. Wenn wir viel entscheiden müssen, werden wir also quasi müde und unsere Willenskraft lässt nach.
Wenn man nach dem Einkauf mit dutzenden Kaufentscheidungen nun also an die Kasse kommt, ist ja klar, dass man fast über gar keine Willenskraft mehr verfügt. Und das wissen auch die Supermarktbetreiber. Deshalb positionieren sie an der Kasse nun vor allem lockende und ungesunde Produkte: Süßigkeiten in kleinen Portionen, Zigaretten und so weiter und so fort. Wir sind also völlig willensschwach vom ganzen Einkaufen und werden dann mit den Produkten konfrontiert, die eigentlich die größte Willenskraft von uns benötigen. Und dann schnappt die Falle zu und wir kaufen doch die Schachtel Zigaretten oder das Eis, das wir uns eigentlich nicht kaufen wollten.
Darüber hinaus nennt man den Kassenbereich im Fachjargon auch Quälzone, weil ein weiterer Trick ist, dass Kinder bei den Wartezeiten an der Kasse oft anfangen zu quälen und ihre Eltern dazu drängen, ihnen Süßigkeiten zu kaufen. Und wenn man dann bezahlt hat, verlässt man den Supermarkt und wundert sich zu Hause, wie es kommen konnte, dass man wieder so viele unnötige Sachen gekauft hat. Es gibt übrigens Wissenschaftler, die schätzen, dass 70% unserer Einkäufe ungeplant und unbeabsichtigt sind.
Natürlich gilt am Ende dieses Videos noch zu sagen, dass jede Supermarktfiliale anders aufgebaut ist und manche diese Prinzipien eben viel besser verwirklichen als andere. Eine ganz große Ausnahme bei der ganzen Sache ist übrigens Aldi. Wenn man sich vor Augen führt, wie Aldi von innen strukturiert ist, fällt auf, dass Aldi es scheinbar nicht so eng sieht mit der Supermarktpsychologie. Das liegt übrigens daran, dass die Albrechtbrüder ihr Unternehmen seit jeher mit einer strikten Sparpolitik betrieben haben. Deshalb gab es früher auch nie Werbung für Aldi und deswegen werden die Produkte dort auch nicht aus den Kartons gepackt.
Nach diesem Video weißt du also, auf was du bei deinem nächsten Einkauf achten kannst, um auch wirklich nur das einzukaufen, was auf deinem Einkaufszettel steht. Wir hoffen, dir hat es gefallen und du kannst uns ja mal sagen, inwiefern du in diesem Video was Neues gelernt hast und ob dir noch weitere Tricks einfallen, wie Supermärkte uns zum Kaufen bringen. Lass ein Abo da für weiteren Content dieser Art und bis zum nächsten Mal hierbei Wissenswert. Peace out!
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