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So funktioniert Bluttransfusion - Blut-Special 5

Biologie - simpleclub5:24

Transcription

Neun Leute, cool, dass wir beim letzten Teil unseres Specials über das menschliche Blut dabei sein konnten. Nach dem Mann Blut gespendet hat, passiert damit natürlich auch was Nützliches. Leute, die darauf angewiesen sind, kriegen Bluttransfusionen. Wie das genau aussieht und was dabei zu beachten ist, erfahrt ihr jetzt. [Musik]

Erstmal: Bluttransfusion ist ein tolles Fremdwort und bedeutet eigentlich nichts anderes als Blutübertragung. Es geht also darum, das Blut des Spenders an einen Empfänger zu übertragen. In Deutschland beträgt der Anteil der regelmäßigen Blutspender in der Bevölkerung nur drei Prozent. Darum wird es manchmal sehr knapp. Um alle Patienten immer sicher zu 100 Prozent mit Blut versorgen zu können und Probleme zu vermeiden, müssten es also noch ein paar mehr Spender sein. Es ist also eine richtig wichtige Sache, um die es hier geht.

Hier gibt es einen unglaublich wichtigen Punkt: Die Blutgruppen von Spender und Empfänger müssen miteinander klarkommen. Das heißt, sie müssen entweder übereinstimmen oder zumindest miteinander verträglich sein. Verträglich sein. Dazu mal einen kleinen Rückblick in die Geschichte der Bluttransfusion: 1492 hat die erste Blutübertragung stattgefunden. Papst Innozenz wollte sich durch das Blut von drei jungen Männern verjüngen. Dieses abgefahrene Experiment hat natürlich nicht funktioniert. Die jungen Männer starben, und der Papst blieb krank. Später wurde dann Tierblut auf den Menschen übertragen. Zum Beispiel wurde Kranken Menschen Schafsblut verabreicht, was auch nach hinten losgehen konnte. Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich erst seit etwa 100 Jahren mit Blut. Da ist die Technik vorher nicht erlaubt gewesen. Erst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die Blutgruppen A, B und 0 entdeckt, und so war die Grundlage für Bluttransfusionen geschaffen. Das Blut wurde ausschließlich direkt vom Spender auf den Empfänger übertragen. Nach und nach stieg man dann auf die Blutkonserven um, die man heute kennt.

Die Blutgruppe bestimmt, welche Spender und Empfänger zusammenpassen. Beim Menschen gibt es ja das sogenannte AB0-System. Außerdem gibt es noch den Rhesusfaktor. Es gibt also die Blutgruppen A, B und 0 und den Rhesusfaktor positiv und negativ. Bei der Bluttransfusion muss das Blut sowohl im AB0-System als auch im Rhesusfaktor übereinstimmen. Die Blutgruppe Null ist dabei ein Universalspender, da sie von allen Blutgruppen vertragen wird. Neben dem Universalspender spricht man auch von einem Universal-Empfänger. Menschen mit der Blutgruppe AB positiv können alle anderen Blutgruppen vertragen, sind also Universalempfänger. Wie die Blutgruppen zustande kommen, könnt ihr im entsprechenden Video nachgucken.

Wenn die Blutgruppe bei einer Transfusion oder Transplantation nicht beachtet wird, kann das zu schweren Komplikationen oder sogar zum Tod führen. Damit eine Bluttransfusion ohne Probleme abläuft, werden die Blutkonserven nach der Spende direkt ins Labor weitergeschickt. Dort werden dann die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt. Neben dem Bestimmen der Blutgruppe ist es auch noch wichtig, einen weiteren Suchtest durchzuführen. Dieser Test spürt Substanzen auf, die bei Bluttransfusionen gefährliche Zwischenfälle verursachen können. Genauer gesagt, es ist eine Bestimmung von Antikörpern, die gegen körperfremde Blutzellen gerichtet sind und so problematisch werden. Der Empfänger kriegt also nur Blut, gegen das er keine Abwehrstoffe, also Antikörper, besitzt. Wenn das nicht beachtet wird, kann es zur Zerstörung der Blutzellen kommen.

Dann gibt es auch noch Untersuchungen, die dem Empfänger und dem Spender helfen können. Zum Beispiel die Suche nach ansteckenden Krankheiten. Das heißt, dass das Blut auf die Erreger von Gelbsucht untersucht wird, auch unter Hepatitis B und Hepatitis C bekannt. Außerdem wird gecheckt, ob es Hinweise auf die Geschlechtskrankheit Syphilis gibt, und es wird nach einer Infektion mit der Immunschwächekrankheit Aids geguckt. Wenn nichts gefunden wird, steht einer Bluttransfusion nichts mehr im Weg.

Auf der Checkliste kurz vor der Bluttransfusion steht noch eine Kreuzprobe. Sie dient dazu, zu schauen, ob alle vorliegenden Angaben richtig sind, und dazu wird das Blutserum des Empfängerblutes und die roten Blutzellen des Spenderblutes vermischt. Wenn sich die roten Blutzellen jetzt zusammenballen, darf keine Übertragung stattfinden. Das nennt sich im Fachjargon übrigens „Ludionation“. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es grünes Licht für die Blutübertragung.

Wir halten fest: Bluttransfusion ist die Übertragung von Blut von einem Spender auf einen Empfänger. Grundlage für eine problemlose Bluttransfusion ist das AB0-System und der Rhesusfaktor, die beachtet werden müssen. Sie wurden Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entdeckt. Die Blutgruppe Null ist der Universalspender, und die Blutgruppe AB positiv der Universalempfänger. Universal bedeutet hier: mit allen anderen Blutgruppen verträglich. Wenn die Blutgruppe und der Rhesusfaktor nicht beachtet werden, kann es zu schweren Komplikationen oder gar zu tödlich verlaufenden Zwischenfällen kommen. Der Empfänger kriegt zudem nur Blut, gegen das er keine Antikörper besitzt. Außerdem wird das gespendete Blut noch auf Gelbsuchterreger, Hepatitis B und C, auf Syphilis und HIV untersucht. Um auf jeden Fall sicher zu sein, wird kurz vor der Transfusion noch eine Kreuzprobe gemacht. Wenn mit dem Spenderblut alles im Lot ist und das mit dem Empfänger zusammenpasst, gibt es einen Go für eine Bluttransfusion.

Zum letzten Mal: Vielen Dank an den Blutspendedienst des Roten Kreuzes und den Zeitbild Verlag. Das war das Ende unseres fetten Blut-Specials. Wir hoffen, ihr konntet einiges mitnehmen und habt verstanden, dass das ein extrem wichtiges Thema ist. Also haltet die Ohren steif, und bis zum nächsten Mal!