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Deshalb hielt er dennoch an seiner Botschaft fest! | Sira des Propheten ﷺ

Deen Akademie33:39

Transcription

steht im Stadtzentrum von Macker auf dem Hügel und er ruft seine Leute, einen Stamm nach dem anderen, einen Verwandten nach dem anderen, bis zu seiner eigenen Tochter: "Rettet euch vor der Strafe des Feuers! Ich werde euch nicht helfen können am Tag der Auferstehung." Das ist eine Botschaft, eine nach der anderen.

Wie viele haben sich da versammelt? Vielleicht 500, 800, 1.000 Leute, vielleicht. Der Prophet ist die Medien seiner Zeit. Das war dieser Hügel, auf dem Verstand. Es gab keine andere Möglichkeit in Macker, in einer Zeit so viele Menschen gleichzeitig zu erreichen und gleichzeitig so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, die größtmögliche Aufmerksamkeit. Das war auf diesem Hügel. Wenn man dort stand, wenn man etwas präsentiert hat, wussten die Leute: Okay, das ist jetzt etwas Wichtiges. Das ist nicht irgendwie so, ja, eine Sache, die man sich mal anhören kann oder vielleicht auch nicht.

Das ging damals nicht. Heute wird man sagen, dass es analog zum Internet, aber ich habe da so meine Zweifel. Klar, das Internet ist die Möglichkeit, an die meisten Menschen zu erreichen, aber es ist schwerer und schwerer heutzutage, die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen. Aufmerksamkeit ist, das ist was Besonderes. Das bekommt man nicht einfach so, nicht so nebenbei. Das Internet überflutet die Menschen heutzutage mit Informationen. Das war damals nicht so. Das Leben war etwas entspannter. Und das war mal eine Ausnahmesituation, dass jemand auf dem Hydross Sachverstand und eine Botschaft präsentierte.

Heutzutage ist es anders und ich denke, wir müssen vielleicht auch heutzutage neue Wege gehen, vielleicht über Werbung, über Vorschaubilder, dass man die auf eine bestimmte Art und Weise gestaltet, die Titel etwas, was Aufmerksamkeit erregt. Und gleichzeitig muss man schauen, dass man nicht das als oberstes Ziel nimmt und quasi seine Prinzipien und seinem Moralvorstellungen dabei verrät. Neue Wege gehen, vielleicht künstliche Intelligenz oder was auch immer, aber die Aufmerksamkeit der Menschen zu erreichen, das ist A und O in der heutigen Zeit und es ist schwerer und schwerer. Aber man muss mit der Zeit gehen, so wie der Prophet es damals gemacht hat. Er hat die Möglichkeiten genutzt und die größtmögliche Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen.

Und auch interessant ist die Botschaft, die er den Menschen überbrachte: "Ich bin geschickt worden als ein Warner. Wendet euch von den Götzen ab und betet nur Allah alleine an. Rettet euch vor der Strafe des Feuers. Ich werde euch nicht helfen können am Tag der Auferstehung." Das ist keine Debatte, es ist keine Argumentationskette. Es ist einfach eine klare Botschaft in einigen wenigen Sätzen: "Betet aber alleine. Macht das nicht. Bitte nicht diese ganzen. Rettet euch damit vor der Strafe des Feuers."

Diese Botschaft muss die Herzen der Menschen erreichen, sie wachrütteln. Es geht nicht einfach nur darum, dass sie irgendwas logisch nachvollziehen. Das Umsetzen in die Praxis, das ist das große Grundstück. Sonst bekommt man Ärzte, die die Folgen des Rauchens kennen, aber selber rauchen. Sie sehen das mit eigenen Augen, aber trotzdem setzen sie das nicht um. Das Herz, das ist die Instanz, die am Ende darüber entscheidet, ob der Verstand nach dem handelt, was er weiß. Vieles von denen waren den Leuten damals schon klar. Sie wussten, es gibt nur einen Gott. Und wir haben ja auch einen starken Verbündeten in dieser Religion, das ist die natürliche Veranlagung. Du kannst die Menschen leichter damit erreichen. Aber die Herzen, das ist doch mal was anderes.

"Rettet euch vor der Strafe des Feuers. Betet nur Allah allein an. Ich kann auch nichts helfen." Das ist eine Botschaft, die an die Herzen gerichtet ist. Und wir sehen an dieser Botschaft auch die Prioritäten. Sie enthält das Wichtigste überhaupt. Der Prophet sagte: "Menschen, ich bin ein Warner. Wendet euch von den Götzen ab und betet nur Allah alleine an. Rettet euch vor der Strafe des Feuers. Ich werde euch nicht helfen können am Tag der Auferstehung." Das ist keine Debatte. Das ist keine Argumentationskette. Das ist einfach eine klare Botschaft in einigen wenigen Sätzen.

"Betet nur Allah alleine an. Meine und ihr werdet für das, was ihr tut, irgendwann einmal zur Rechenschaft gezogen." Das war's. Das war das. Das ist der Kern unserer Botschaft. Das ist das, was dich rettet. Du musst diese Religion nicht schön finden. Du musst nicht alles nachvollziehen, was sie am Ende sagt. Das ist gar nicht Voraussetzung. Aber eine Sache musst du verstehen: Das ist das, was dich rettet. Das muss dein Herz erreichen.

Und auch das, was in der Botschaft kritisiert wird, das ist der Götzendienst. Hier in dieser ersten Botschaft, die er an die Menschen richtet, da geht es noch nicht um die Behandlung der Weisen, der Schwachen, unterdrückte Frauen, Unrecht in den Märkten, einige seltsame Stammesregeln, moralisch fragwürdige Dinge zwischen Männern und Frauen. Das gab es damals alles. Macker hatte sogar ein Rotlichtviertel, etwas außerhalb der Stadt, aber noch zugehörig zu Macker. Aber das kam alles später. Das kam alles später. Die erste Sache ist diese: "Ich bin ein Warner Allahs und dieser Weg, den ihr geht mit Anbetung der Götzen, der führt euch direkt nach der anderen. Rettet euch davon und wendet euch davon."

Man könnte fragen: Warum hat er die anderen Dinge nicht zulassen kritisiert? Die Behandlung der Schwachen, unterdrücken? Warum erst diese eine Sache? Heutzutage hört man tatsächlich diese Frage. Sie ist etwas anders formuliert: "Warum muss ein Mensch Angst vor dem Feuer haben, wenn er doch ein guter Mensch ist?" So formuliert man heute die Frage. Und was versteht man darunter? Man versteht darunter: Okay, das ist ein Mensch, der ist nett und freundlich. Er lächelt, wenn man ihn begegnet. Er sagt guten Morgen, er sagt bitte und danke. Das ist ein guter Mensch. Er hilft anderen, wenn er im Bus sitzt oder eine ältere Dame kommt rein, dann steht er auf. Das ist ein guter Mensch. In der Praxis reicht es schon, wenn man nichts katastrophal Schlimmes macht. Also er bringt keine anderen um. Das ist ja schon ein guter Tag. Warum musst du jemand Angst vor dem Feuer haben?

Und das sind auch Dinge, die zu einem guten Menschen gehören, ohne jeden Zweifel. Dass man Rücksicht auf andere nimmt, dass man sich freundlich benimmt, dass man ihnen hilft, dass man Bitte und Danke sagt, dass man sich an bestimmte Geflogenheiten in der Gesellschaft hält. Das ist normal. Das gehört auch alles zu einem guten Menschen. Aber so könnte natürlich jeder sich seine eigene Definition von einem guten Menschen machen. Das und das ist ein guter Mensch. Wenn man das Ganze mal überspitzt formuliert, könnte man ja sagen: Ein guter Mensch, das ist nach meiner Definition jemand, der blaue Socken trägt. Und jetzt kannst du natürlich die Frage stellen: Die Menschen, die das tragen, das sind doch gute Menschen. Warum müssen die Angst vor dem Feuer haben?

Der Mensch kann es nicht einfach so selber definieren. Der gute Mensch muss keine Angst vor dem Feuer haben. Aber was gehört alles dazu? Gehört ein gutes Miteinander mit den Menschen? Ohne jeden Zweifel. Aber es könnte noch mehr dazu. Anstand und Sitte, das, was in den letzten 20, 30 Jahren irgendwie mehr und mehr verloren so gegen scheint. Es gehört auch dazu. Und ebenso gehört dazu die Verehrung des einen Gottes, der das alles hier erschaffen hat. Es gehört ganz genauso dazu. Und dann: Nein, ein guter Mensch muss sich keine Gedanken machen. Ich will nicht sagen, er muss sich keine Gedanken machen, aber er hat eine Hoffnung darauf, dass er das Paradies betritt.

Diese Religion ist nicht einfach nur deswegen eine Verbesserung der Moral. Oder drücken wir es anders aus: Sie verbessert die Moral. Den Moral kann ohne Gott nicht existieren. Was ist überhaupt? Was nehmen wir mal. Moral ist ja nicht einfach etwas, was man gut findet oder nicht. Ich mag vielleicht Schoko-Eiscreme und ein anderer Vanille. Ich finde das gut, ein anderer was anderes gut. Aber das ist keine Frage der Moral. Ich würde nicht auf die Idee kommen, jemand anderen zur Rechenschaft zu ziehen, weil er gerne Vanilleeiscreme mag. Aus Spaß diskutieren manchmal darüber, aber das sind keine ernsthaften Fragen der Mauer.

Aber wir nehmen mit dem Auto unterwegs ist und das läuft ein Kind auf die Straße. Und ob er dann anhält oder weiter fährt, das ist eine Frage der Moral. Hier würde man sagen: Okay, es ist nicht ihm überlassen. Er muss nicht so verhalten. Er muss anhalten. Er hat keine Wahl. Und wenn er das nicht macht, dann muss er damit rechnen, zur Rechenschaft gezogen zu werden. Er wird dafür bestraft. Das ist Moral. Moral ist etwas, was wir anderen Menschen vorhalten, wo wir erwarten, dass jeder sich wie selbstverständlich daran hält. Es sind Grenzen, die den Menschen gesetzt sind, aber Grenzen, die er selber festlegen kann. Solche Grenzen müssen von außerhalb kommen. Nur Gott kann sich festlegen. Wenn der Mensch selber seine moralischen Grenzen bestimmen kann, dann sind es in der Tat keine.

Wenn ich meinem Kind sage: "Du kommst heute Abend pünktlich nach Hause." Dann kannst du selber entscheiden, aber sei bitte pünktlich. Dann habe ich meinem Kind keine Grenze gesetzt. Ja, ich habe ihm gesagt, sei pünktlich, aber er kann selber bestimmen, was pünktlich überhaupt bedeutet. Das ist keine Grenze. Moral muss von anderer Stelle kommen, sonst haben wir nur Menschen mit ihren Meinungen. Und wir sehen das Problem heutzutage. Beispielsweise die Veganer. Sie haben bestimmte Vorstellungen von dem, was sie glauben, was richtig ist. Aber sie können nicht irgendwie wie selbstverständlich davon ausgehen, dass jeder andere ihre Auffassung teilt. Sie müssen darüber debattieren und versuchen, die Menschen zu überzeugen, dass das etwas Gutes ist. Aber sie können nicht wissen, selbstverständlich davon ausgehen. Anders als der gute Herr in seinem Auto, der plötzlich feststellt, dass ein Kind auf die Straße läuft. Er muss davon ausgehen, dass von ihm erwartet wird, dass er sich auf eine bestimmte Art und Weise verhält. Man wird nicht davon überzeugen und bitten, das auch nicht erklären.

Moral ist etwas, oder ein Teil der Moral sind Dinge, die jeder Mensch weiß. Die muss man nicht erklären. Ich habe bestimmte Dinge meinen Kindern nie erklärt. Ich musste ihnen nicht erklären, dass man nicht klaut. Oder soll ich sagen, dass man die Wahrheit sagt? Das sind keine Debatten, die man führt. Das ist Moral und moralische Grenzen. Wie kann der Mensch ziehen? Und da steckte hier schon in der Botschaft von Anfang an.

"Betet nur einen einzigen Gott an, derjenige, der das hier alles erschaffen hat." Der Prophet rief seine Leute nicht einfach nur zu einer anderen Religion. So fasst man das heute manchmal auf. Es gibt Religion A und Religion B. Und Religion ist ja sowieso etwas, was keine richtigen Wahrheitsgehalt hat. Sucht er halt die Religion, die am besten passt. Aber das war nicht die Botschaft des Propheten. Der Prophet rief die Menschen zum Guten. Er rief die Menschen zum guten Botschaft: "Ich bin geschickt worden als ein Warner. Wendet euch von den Götzen ab und betet nur Allah alleine an. Rettet euch vor der Strafe des Feuers. Ich werde euch nicht helfen können am Tag der Auferstehung."

Das war eine Botschaft, die die Herzen erreichen sollte. Sie macht so gut. Aber wie haben die Menschen reagiert? Der Prophet in seiner Gesellschaft bekannt. Und auch wenn die Botschaft vielleicht am ersten Moment seltsam klingt, hätte man doch irgendwie erwartet, dass mal der eine oder andere kommt und nachfragt. Der Prophet, aber das soll man ja bekannt für seinen Charakter und für seine Vertrauenswürdigkeit geschätzt und geliebt. Allah verwendet das auch als Argument gegen die Leute. Wo in der Galerie, Allah sagt: "Du hast einen herausragenden Charakter." Und an der Stelle, wo Allah das sagt, ist das ein Argument gegen diese Leute. Bei dir haben sie keine Ausrede, wenn sie deine Botschaft ablehnen. Selbst wenn es im ersten Moment für die Menschen komisch klingt. Klar, natürlich, da kommt jemand, den du jahrelang kennst, und plötzlich steht er auf dem Hügel und sagt: "Hey, ich bin ein Warner Gottes." Ja, das ist seltsam. Aber bei dir haben die Leute keine Ausrede. Sie kennen dich, sie kennen deinen Charakter. Das Mindeste wäre gewesen, dass sie nachfragen: "Okay, erzähl uns mal, was hat das damit auf sich? Worauf willst du hinaus?"

Aber das nicht passiert. Hat seinen eigenen Onkel, hört ihm zu. Und als er sich das angehört hat, meinte er: "Was soll das? Was das, was du da redest? Das ist nicht mal so viel wert wie dieser Sand hier." Und er nahm ein bisschen Sand und warf das in seine Richtung. Das war damals eine sehr verächtliche Geste. Und wenn man sagt, dass du dich mal so viel wert wie der Sand wert in der Wüste, es gibt in der Überfluss. Niemand wäre in der Lage, Sand zu verkaufen. Keiner braucht ihn. Tatsächlich. Und er sagte zu ihm: "Verflucht seist du, Mohammed." Sind im arabischen anders ausgedrückt. "Mögen deine Hände zu Hunde gehen." Aber das ist eine Art Fluch. "Hast du uns deswegen gerufen? Das, das ist wegen so einer Sache und aus diesem Anlass hat so oder gestern zugrunde gehen sollen. Die Hände abholst." Das war eine Anspielung auf das, was zu ihm sagte, zu kündigen sollen seine Hände und zugrunde gehen soll er selbst. "Was nützt ihm sein Besitz und das, was er erworben hat? Er wird einem Feuer voller Flammen ausgesetzt sein. Und ebenso seine Frau, die brennholzträgerin. Um ihren Hals ist ein Strick aus Palmfasern." Das automatische war aus diesem Anlass. Und das war wie ein, wie ein kleines Wunder, diese Offenbarung. Denn zu diesem Zeitpunkt war noch gar nicht klar, dass sein Onkel Abu Lahab diese Botschaft nie akzeptieren würde.

Gesagt wird: Allah sagt hier klipp und klar, aber das ist derjenige, der mit seiner Frau zusammen hat. Du hast den Menschen eine Botschaft präsentiert: "Rettet euch vor dem Feuer." Er ist derjenige, der diese Botschaft niemals akzeptieren wird. Ja, klar, sein Erzfeind. Aber diese Erzfeindschaft, die hat sich erst später herausgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war das noch nicht so klar. Und selbst wenn viele von seinen Erzfeinden haben später diese Botschaft akzeptiert, sehr viele sogar. Und auf der anderen Seite, einige, bei denen der Prophet Hoffnung hatte, dass sie die Botschaft akzeptieren, die haben das nicht gemacht. Warum eine solche Aussage im Koran zu diesem frühen Zeitpunkt, die sich sehr leicht als Fragwürdigkeit herausstellen können? "Zugrunde gehen sollen die Hände Abu Lahabs." Wir kennen diese ganzen Begebenheiten aus der Sierra, immer nur in diesen kurzen Abschnitten, eine Überlieferung hier und da. Die ganzen ersten Jahre der Sierra, darüber ist ja gar nicht so viel berichtet worden. Aber ich stelle mir diese Begebenheiten immer mal bildlich vor. Und das hier muss sehr hart gewesen sein. Das hier muss sehr hart gewesen sein. Du stehst vor hunderten von Leuten, 600 Leuten, wegen einer dringenden Sache, nicht einfach so, wegen einer dringenden Sache. Und keinen interessiert es. Keiner kommt zu dir und fragt nach.

Bei mir ist das manchmal so, wenn ich einen Vortrag halte und da sitzt nur 100 Leute und einer von denen spielt mit dem Handy, das schon der Untergang. Das ist so hart für mich persönlich. Aber stelle dir vor, 100 Leute würden mit dem Handy spielen. Was im Endeffekt bedeutet, es interessiert heute niemand. Wie wäre das? Wie demotivierend ist so etwas? Mir einmal passiert ist, dass wir vor einer kleinen Gruppe einen Vortrag gehalten haben und einer ist direkt hinter der Kamera eingeschlafen. Und der hat dann Nachtschicht. Das waren besondere Story. Aber auch noch Kopf in den Nacken und er schnarcht, dass man die Aufnahme erstmal unterbrechen muss. Was macht das mit einem? Also bei mir ist das so, ich habe gar keine Lust mehr weiter zu machen.

Das war der Beginn der Verkündung dieser Botschaft. Das erste Mal, dass der Prophet einer solchen großen Masse von Menschen diese Botschaft präsentiert. Und das ist die Reaktion darauf. Das ist nicht leicht. Das ist nicht leicht für jemanden. Und das war ja nicht nur an diesem einen Tag so. Das geht ja noch weiter. Wie war das am nächsten Tag? Der Prophet am nächsten Tag durch die Stadt. Und da sehen ihn all diese Leute, die gestern noch vorgestanden vor dem Hügel mit dem Kopf entschuldigt haben. Wir sehen ihn am nächsten Tag und am Tag danach und am Tag danach. Und wir wissen, wie die Leute sind. Weißt du noch gestern? Ja, der Typ da, der Freak. So sind die Menschen. Die Leute zeigen auf dich. Das war der, der gestern auf dem Hügel stand mit diesem, was hatte er, Botschaft von dem Feuer und so weiter. Ja, genau. Das ist der. Die Situation danach ist sehr unangenehm. Und das ist der Beginn der Verkündung einer Botschaft.

Aber warum hat der Prophet es eigentlich getan? Warum ging auf diesen Hügel? Das war ja nicht einfach so. Das war ein Befehl Allahs. Das war der anders. Die Menschen, aber was ist die Idee dahinter? Die Menschen zu machen eigentlich, ja, damit sie dieser Botschaft folgen. Das war ja die Hoffnung. Und das war mit Sicherheit auch die Hoffnung, mit der der Prophet diesen Hügel bestiegen ist, dass mindestens der ein oder andere zu bekommen, darüber nachdenken, erzähl mal, was darüber passiert ist. Das Gegenteil. Das, was dabei herausgekommen ist, ist das Gegenteil. Jetzt, wo er angefangen hat, die Botschaft öffentlich zu predigen, ist die Lage in Mekka langsam, aber sicher eskaliert. Vorher war das noch gar nicht so interessant für die Leute. Das war mehr so im Privaten. Der Prophet ist mit einigen seiner Verwandten und Freunden darüber geredet. Aber backe auch. Und man wusste natürlich: Okay, da gibt es irgendwas. Einer von uns hat eine neue Religion. Aber das war noch nicht so interessant. Jetzt war das anders. Jetzt hat er angefangen, diese neue Botschaft der ganzen Stadt zu predigen. Und damit hatten die Leute irgendwie nicht gerechnet. Aber was passiert immer? Das Gegenteil. Die Menschen sind ihm nicht mehr gefolgt. Die Gegnerschaft wurde viel heftiger. Und das, obwohl doch Allah diese Sachen befohlen hat. Allah befiehlt den Propheten, die Botschaft öffentlich zu verkünden. Und man kann sich vorstellen, wie er diese Hoffnung hatte: Okay, was kommt jetzt? Aber heraus, der eine oder andere vielleicht diese Botschaft annimmt. Und es passiert das Gegenteil. Das Leben wird nicht leichter. Aus einer bestimmten Perspektive betrachtet, würde man sagen, es war kein Erfolg. Es hat eigentlich so die Botschaft nicht nach vorne gebracht, sondern es sieht erstmal nach außen aus wie ein Rückschritt. Und das Leben ist ganz bestimmt für ihn nicht leichter geworden.

Und heutzutage fragt man sich dann manchmal: Okay, Allah befiehlt eine Sache, aber mein Leben wird schwer. Und ja, es gibt solche Dinge. Es gibt Leute, es gibt Befehle, aber was die, wenn man sie ausführt, die nicht leicht sind? Besonders heutzutage, wo sich die Gesellschaft in eine ganz andere Richtung entwickelt hat. Es gibt Dinge, die schwer sind. Aber wenn Allah eine Sache befiehlt, dann ist das nicht automatisch damit verbunden, dass dein Leben angenehmer wird. Und das ist eine Lektion, die alle lernen müssen. Und das ist auch das, was der Prophet in diesem Augenblick gemerkt hat. Der Islam ist nicht nur dafür da, dass das Leben leichter und angenehmer zu machen. Das tut er auf eine bestimmte Art und Weise. Die Dinge, die er befiehlt, sie sind alle für das Gute des Menschen gedacht. Und am Ende sollen sie einen das Leben auch leichter machen. Aber in erster Linie befiehlt Allah das, was richtig ist. Das ist das, was allerbeste. Er befiehlt das, was richtig ist. Und das gilt für alle, auch für den Propheten. Es war nicht speziell für seine Situation gedacht, dass es für ihn, weil er Prophet war, schwieriger wurde. Das kann jedem passieren. Aber der Prophet war in erster Stelle auch ein Mensch. Der Prophet. Und er tut das, was Allah befiehlt, weil das richtig ist. In jedem Fall. Das, was Allah befiehlt, ist richtig, auch dann, wenn das Leben dem Anschein nach nicht angenehm wird. Es kann sogar sehr unangenehm werden.

Und interessanterweise waren die Menschen damals überrascht. Wir haben scheinbar nicht damit gerechnet, dass er irgendwann diese Botschaft würde. Obwohl ihm das eigentlich hätte klar sein müssen. Wenn ich weiß, da ist jemand, der überzeugt von einer Sache ist, das ist falsch, Götzen anzubeten, dass das irgendwann ein schlimmes Ende nimmt. Glaubt man, er bleibt einfach zu Hause und ist halt so. Er schaut dabei zu, wie alle anderen diesen Weg nehmen. Er wird das nicht machen. Es wäre seltsam. Wir sehen auch heute die Menschen mit allem möglichen Ideologien in der Mitte der Stadt versuchen sie die Menschen zu überzeugen. Und jemand mit so einer Botschaft und so einer Überzeugung, der lässt seine Leute nicht einfach so. Sie hätten eigentlich damit rechnen müssen. Aber der Grund, warum sie nicht damit gerechnet haben oder scheinbar nicht damit gerechnet haben, war, weil ihre religiösen Vorstellungen nicht so streng mit der Realität verbunden waren. Sie waren nicht so sehr von dem überzeugt, was sie da aus religiöser Sicht tun. Ist dasselbe Problem heute. Normalerweise hätte ja die erste Sorge der ich damals sein müssen: "Oha, der Prophet nicht mehr unsere Götter an. Passiert jetzt vielleicht was Schlimmes? Die Götter, die nehmen vielleicht. Wir machen uns Sorgen. Sie mochte ihn ja. Und eigentlich hätte ich ja schon längst jemand zu ihm hingehen müssen und hätte ihm sagen müssen: "Hör mal zu, das, was du da machst, das ist gefährlich, ne? Also unsere Götter, die wir hier haben, die erfüllen ja eine bestimmte Funktion. Und ich weiß nicht, was mit dir passiert. Ich gebe dir den Rat: Fang wieder an, diese Götter anzubeten."

Das hat aber all die Jahre vorher keine interessiert. Man wusste, er ist mit einer neuen Botschaft gekommen, aber solange er die im Privaten und geheimen praktiziert, lass ihn einfach. Das, was sie an Göttern war für sie keine Realität. Es war mehr ein Business für sie. War das ein Geschäftsmodell, all die Götzen da in der Körper zu halten? Auch wenn sie eine bestimmte Religion oben draufgesetzt haben, bestimmte religiöse Vorstellungen, aber das war ein allererster Linie ein Business. Aber solange der Prophet mit seiner Familie privat zu sein eigenes Ding macht, er uns ein Freund und ein paar andere vielleicht, solange das Business nicht gefährdet ist, hatten sie damit ja gar kein Problem. Solange hatten sie kein Problem. Religion war für sie keine Realität. Und das war der große Unterschied im Verständnis der damals und dem Prophet.

Als ich konvertiert bin, kann ich ein Gespräch erinnern mit meinen Verwandten. Da meinte meine Tante einmal: "Wieso hat er nicht seine eigene Religion erstmal ausprobiert?" Ich war als Christ geboren und naja, sagen wir mal locker christlich erzogen bis zum Alter von 7, 8 Jahren bin ich auch regelmäßig in die Kirche gegangen, aber danach nicht mehr. Das war nicht so präsent bei uns in der Familie. Aber das war so die erste Frage: "Wieso hat er nicht mal seine eigene Religion ausprobiert?" Ich habe doch nicht einfach verschiedene Religionen ausprobiert, um dann zu schauen, welche mir am besten gefällt. Aber wer geht so an eine Sache heran? Derjenige, der glaubt, ja, okay, man sucht sich halt die Religion, die am schönsten ist. Oder die Fragen heutzutage: "Was habt ihr am Islam gefallen?" Das kann ich leicht sagen: "Der Islam ist die Wahrheit." Das gefällt mir daran. Aber das war auch nicht das Kriterium. Ich habe nicht eine Religion ausgesucht, die mir gefällt. Das war gar nicht der springende Punkt. Oder soll ich letztens noch gefragt: "Was bietet mir der Islam?"

Sondern ernst gemeinte Frage. Es war vielleicht jemand, ich weiß nicht, der auf der Suche war nach einer Religion, nach dem Sinn des Lebens. Er fragt: "Was mit dem Islam?" Was muss eine Wahrheit? Die Wahrheit ist einfach wahr. Glaubst du Dinge, deswegen hat sie vorteilhaft sind? Dasselbe Problem damals. Warum sie scheinbar nicht damit gerechnet haben, dass der Prophet irgendwann einmal diese Botschaft verkündet? Was sollte ihn dazu motivieren, andere Leute zu dieser Botschaft einzuladen? Er hat halt eine neue Religion, die gefällt ihm halt besser. Uns gefällt eine andere Religion besser. Sie passt besser zu unserer Stadt. Sie sich hat uns Einkünfte. Also ist doch locker alles. Es ist auch genau dieses Verständnis, was man heute versucht, den Muslimen schmackhaft zu machen, dass Religion Religion ist, ein Glaube im Herzen, so ein Gefühl, aber keine wirkliche Realität. Glaub an Gott und Paradies und die anderen. Wenn das für dich passt, wenn du das brauchst, in einer schweren Zeit, wenn wenn dir das Hoffnung gibt, dann glaub daran. Mach doch einen drauf. Sie suchen sich eine Religion. Ich brauche es nicht. Also ich muss nicht an solche Dinge glauben. Ich komme in meinem Leben klar ohne Depressionen und ohne Gott und Religion. Aber wenn du das brauchst, wenn nicht das wirklich die Vorstellung, dass man nicht einfach daran glaubt und dass ein glücklich macht, sondern dass man davon überzeugt ist, dass eine Realität dahinter steckt. Das ist bei den Leuten irgendwie verloren gegangen.

Religion ist für sie eine Märchengeschichte, die einem das Leben angenehmer machen soll. Deswegen sucht die Religion aus, die die am besten gefällt. Die Märchengeschichte, die am besten zu dir passt. Mit diesem Verständnis hätten oder ich damals auch kein Problem gehabt, wenn einfach der Prophet mit einer Idee gekommen wäre, die ihn einfach glücklicher macht, wie einer sich vielleicht die Haare blau färbt, weil er glaubt, das passt gerade zu ihm. Aber das war es nicht. Diese Religion, hinter der steckt eine Realität. Das ist echt. Das eine Wahrheit. Und wenn man davon überzeugt ist, lässt man nicht einfach so seine Leute.

Heute versucht man die Muslime von klein auch schon dazu zu erziehen, wenn ein Schüler heute in der Schule mit einem anderen Schüler über Religion diskutiert, nicht einfach nur so diskutiert, sondern schon so, dass er überzeugt ist vom Islam und dass er auch einem anderen Mitschüler sagt: "Okay, ich bin von meiner Religion überzeugt und ich bin überzeugt davon, dass deine Religion, dass sie nicht richtig ist." Das ist Alarmstufe Rot heute in der Schule. Das nennt man konfrontative Religionsausübung. Es kann Witzen. Es gibt ein Begriff dafür: konfrontative Religionsausübung. Das bedeutet, dass du sagst: Deine Religion ist richtig. Bis dahin geht noch. Das ist kein Problem. Aber wenn du jetzt sagst, daraus folgt, dass eine andere Religion falsch ist, und du sagst das einem anderen, das ist schon konfrontativ. Und das ist nur bei Religion so. Bei allen anderen Themen darfst du das ohne Probleme machen. Du kannst hitzig und leidenschaftlich mal Politik diskutieren und da kannst du eine Meinung vertreten und auch sagen, die Meinung des anderen ist falsch. Das ist kein Problem. Über gesunde Ernährung, was gehört zu einer gesunden Ernährung, wie wichtig ist gesunde Ernährung, kannst du machen. Du kannst Veganer in der Schule sein und mit allen Leuten darüber diskutieren, das ist falsch, Tiere zu essen. Das kannst du alles machen. Ist kein Problem. Nicht bei Religion darfst du höchstens sagen: "Ich bin davon überzeugt, meine Religion ist richtig." Das geht. Aber du hast keinen anderen kritisiert. Deine Religion musst du so behandeln, als wäre es keine Realität. Dann wird das akzeptiert. Oder anders formuliert: Sobald du deine Religion als Realität betrachtest, gereizt du in die Gefahr, eine konfrontative Religionsausübung zu betreiben.

Es ist immer das gleiche. Das war es auch damals. Der Prophet war nicht einfach nur davon im Herzen überzeugt, dass er eine schöne Märchengeschichte gefunden hat. Heute würde man sagen, das, was er getan hat, auf dem höchsten, das war eine konfrontative Religionsausübung. Und nicht, dass man mich falsch versteht. Es geht nicht darum, dass man andere nieder macht und abwehrt und sagt, du bist kein Mensch. Nein, wir haben, wir haben Regeln für das menschliche Miteinander. Die werden ja dadurch gar nicht in Frage gestellt. Die werden nicht dadurch in Frage gestellt, dass sie keine andere politische Überzeugung haben und auch nicht dadurch, dass ich eine andere religiöse Überzeugung habe. Aber ich muss doch in der Lage sein, zu einem anderen Menschen zu gehen und was auch immer er an Überzeugung in sich trägt, eben zu sagen: "Hör mal zu, ich glaube, das ist so nicht richtig, weil A, B und C." Aber damit hat damals das Problem angefangen.

Die Menschen hätten damit rechnen müssen. Die Menschen sind damit rechnen müssen, aus der Prophet ist irgendwann einmal den anderen diese Botschaft redet. Wenn ich in einem brennenden Haus wäre, dann würde ich auch nicht einfach rausgehen. Ich würde zu den anderen gehen und sie warnen. Ob sie dann diese Warnung akzeptieren oder nicht, das ist dir überlassen. Wenn sie das nicht wollen, schön und gut. Aber mindestens würde ich es tun. Es kann aber nicht egal sein, was aus dem Menschen wird. Mit der eigenen Familie und auch nicht der Kassiererinnen im Supermarkt. Der musste diese Sorge in sich tragen. Und wir sehen schon in dieser frühen Zeit, es war nicht nur der Prophet, der diese Botschaft hat. Im Kreis ist er seine Familie hat das getan. Er hat seine besten Freund verkündet und sein bester Freund hat das gleiche getan. Auch schon in dieser frühen Zeit sind einige durch Abu Bakr zum Islam gekommen. Das war das, was diese haben ausgezeichnet hat. Sie haben nicht einfach nur eine neue Religion angenommen, sondern sie wussten, wir haben jetzt einige Jahre Zeit mit dem Propheten, machen wir das zusammen, um diese Botschaft hier in der Gesellschaft erfolgreich zu machen.

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