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Ja, hallo zusammen. Ich grüße euch. Heute soll es um das Thema gehen, wie man eigentlich konzentriert, fokussiert Arbeit wegschafft, Aufgaben erledigt und eine hochproduktive Arbeitsweise entwickelt.
Ja, ihr kennt vielleicht alle das Problem. Selbst wenn man sich dann mal aufgerafft hat, seine Arbeit zu erledigen, vielleicht die ungeliebte Arbeit, dann ist es trotzdem immer noch so, dass man vielleicht nicht so ganz bei der Sache ist, schnell abgelenkt ist und nicht so wirklich all das schafft, was man sich für die reservierte Zeit vorgenommen hat. Und heute soll es darum gehen, einmal zu klären, wie ihr ein Arbeitsumfeld schaffen könnt, wie ihr euch auf eine konzentrierte, intensivere Arbeitsphase vorbereiten könnt, so dass ihr maximal produktiv seid.
In diesem Zusammenhang habe ich sechs Tipps und Empfehlungen für euch, wie ihr das hinbekommt.
Tipp Nummer eins: Sorgt für ein gutes Umfeld. Am besten ist es, wenn ihr einen eigenen Arbeitsraum habt, der auch nur genau für das Arbeiten vorbereitet und eingerichtet wird. Natürlich ist das nicht immer machbar. Manchmal ist die Wohnung nicht groß genug, man hat nicht genügend Zimmer, wie auch immer. Das ist selbst bei mir manchmal so. Aber dann sorgt zumindest dafür, dass ihr eine Ecke in einem Raum habt, die ausschließlich für das Arbeiten vorgesehen ist und wo nichts anderes passiert. Kein Medienkonsum, kein Essen, keine Freizeitaktivitäten, nur für die Arbeit.
Warum ist das so? Na ja, das hat einfach auch was mit Gewohnheiten und automatischem Verhalten zu tun. Wenn ihr einen Ort habt, der nur für die Arbeit bestimmt ist und ihr dort regelmäßig konzentriert, fokussiert arbeitet, dann ist es so, dass euer Gehirn lernt, dass dieser Ort nur für die Arbeit bestimmt ist und damit kommt ihr schneller in den Arbeitsmodus. Es ist so, als wenn ihr in eine Umgebung kommt, die nur für einen Zweck ist und sobald ihr in dieser Umgebung seid, dann steht der Zweck im Vordergrund. Wenn ihr also schwimmen geht und im Schwimmbad seid, dann steht das Schwimmen im Vordergrund. Wenn ihr im Auto sitzt vor dem Lenkrad, dann steht das Autofahren im Vordergrund und genauso soll es hier auch sein.
Natürlich gibt's noch mehr zum Umfeld zu sagen. Ideal ist es, wenn ihr das Umfeld, also euren Arbeitsplatz so gestaltet, dass dort keine Ablenkungen mehr zu finden sind. Das bedeutet z.B. konkret: Alle Geräte weg. Am Schreibtisch liegen nur die Dinge, die ihr zwingend für die Arbeit braucht, aber absolut auch nichts anderes. Und ihr versucht, den Arbeitsplatz so zu gestalten, dass auch euer Blick, wenn ihr ihn also hebt vom Tisch nach oben schaut, dass ihr dann nichts sehen könnt, was euch potentiell ablenkt.
Es gibt aber noch mehr Empfehlungen. Wenn ihr eher kreativ arbeiten wollt, dann ist es gar nicht so schlecht, wenn ihr einen weiten Blick habt. Ja, also ideal wäre ein Blick aus dem Fenster in die Weite oder auch ein hoher Raum, wo man den Blick in die Ferne schweifen kann. Das ist eigentlich für kreative Arbeit ideal. Klingt fast ein bisschen esoterisch, aber haltet euch fest, dazu gab es bereits wissenschaftliche Experimente. Und wenn ihr hingegen analytisch arbeiten wollt, dann ist es eigentlich ganz gut, wenn ihr euer Blickfeld einengt. Gibt's einen ganz einfachen Lifehack: Setzt eine Cap auf. Ja, ein Baseball Cap, so dass euer Blick wirklich nur auf die Arbeitsmaterialien gerichtet ist. Auch das funktioniert ganz gut und ist ein kleiner Baustein, um produktiver zu werden.
Zweite Empfehlung: Wählt für eure konzentrierte, fokussierte Arbeit die richtige Zeit aus. Wir alle haben einen gewissen Chronotyp. Wenn ihr ein normaler Chronotyp seid, dann habt ihr typischerweise euer erstes Leistungshoch am späten Vormittag und euer zweites Leistungshoch am späteren Nachmittag. Danach könnt ihr euch ausrichten. Das heißt, wenn ihr besonders anspruchsvolle Aufgaben habt, versucht sie auf diese Hochphasen zu legen. Na ja, und bei anderen Chronotypen kann das entsprechend nach vorne oder nach hinten geschoben sein. Manche entfalten ihr volles Potenzial erst am Abend und manche sind Early Birds, stehen ganz früh morgens auf und können vielleicht schon halb sechs, sechs Uhr ihr maximales Produktivitätsniveau entfalten. Versucht herauszufinden, was für ein Typ ihr seid und richtet eure Arbeitszeiten danach aus. Ihr könnt euch dabei beobachten, wann ihr euch eigentlich am besten fühlt bei der Arbeit, wann ihr am meisten wegschafft und diese Erkenntnis dann nutzen, um eure Arbeitszeiten bestmöglich für euch zu wählen.
Dritte Empfehlung ist, hat ein bisschen was mit Motivation zu tun. Nutzt die Macht der Implementation Intention für euch. Implementation Intention bedeutet, dass wir uns genau, präzise vornehmen, wann wir welche Aktivität vollziehen wollen. Also in diesem Fall, wann ihr konzentriert arbeiten wollt. Wenn ihr also tatsächlich eine Arbeitsphase einlegen wollt am nächsten Tag, vielleicht um 10 Uhr morgens, wo ihr euer Leistungshoch habt, dann stellt euch das auch mental genau vor: Morgen früh um 10 Uhr werde ich an meinem Schreibtisch sitzen und ich werde an der Arbeit XY arbeiten. Diese Implementation Intention bereitet euch mental vor und sie erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass ihr dann im Geiste bereit seid dafür und dass ihr dann tatsächlich auch diese Arbeit am morgigen Tag um 10 Uhr vollzieht und nicht irgendeiner Prokrastination erliegt, also das nicht vor euch herschiebt.
Wenn ihr diese Implementation Intention nutzt, dann überlegt euch auch im Vorfeld schon genau, was die Arbeit, die ihr da erledigen wollt, eigentlich ausmacht. Also nicht nur überlegen, wann ihr was machen wollt und was ihr dort machen wollt. Überlegt euch auch, was ihr am Ende der ein, zwei Arbeitsstunden eigentlich an Qualität produziert haben wollt oder auch in Hinblick auf Quantität, dass ihr euch überlegt: Okay, ich möchte zwei, drei Seiten schreiben, ich möchte so und so viel Seiten lesen, ich möchte diese Excel-Datei erstellen oder 10 PowerPoint-Folien produzieren, was immer es ist. Versucht euch das möglichst genau vorzustellen. Auch das erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass ihr es dann auch macht, sondern ihr habt auch klar, wann es gut ist, die Arbeitsphase zu beenden und wann ihr noch am Ball bleiben sollt. Das reduziert ein wenig die Wahrscheinlichkeit, dass ihr zwischendurch abbrecht oder zu früh unterbrecht.
Meine vierte Empfehlung habe ich schon mal in einem anderen Video erwähnt: Ist vor der Intensiv-Arbeitsphase keine Dopamin-Ausschüttung. Also alles, was euch ganz viel Freude bringt, was euch irgendwie beschwingt, das unterlasst ihr am besten direkt vor der Arbeitsphase und macht das lieber nach der Arbeitsphase, weil in der Regel ein Dopamin-Hoch führt dann immer in der Folge zu einem Dopamin-Tief und das reduziert eure Motivation. Also vor der Intensiv-Arbeitsphase kein Sex, keine Videos gucken, keine aufregenden Freizeitaktivitäten. Das Beste ist, ihr habt vorher euren Verstand, euren Geist so ein bisschen auf so eine Normal-Null-Linie gebracht. Das heißt, ihr seid entspannt, ihr seid nicht aufgeputscht, ihr seid ganz klar in dem, was ihr erreichen wollt. Das ist die beste Haltung, aber nicht vorher ganz viel Spaß haben, dann ist die Motivation meist für das intensive Arbeiten hinüber.
Fünfte Empfehlung ist mehr eine Binsenweisheit. Die habt ihr wahrscheinlich sowieso auf dem Radar, aber ich erwähne es trotzdem, weil die meisten Leute, mich eingeschlossen, sich dann doch oft gar nicht daran halten. Wenn ihr dann anfangen wollt zu arbeiten, eure Intensiv-Arbeitsphase beginnen wollt, dann legt alle Ablenkungen weg. Am besten, wenn ihr das Handy nicht braucht, ganz weit weglegen, in den anderen Raum, möglichst weit weg. Wenn ihr das Tablet nicht braucht, damit, wenn ihr mit dem Computer arbeiten wollt oder müsst, nutzt den Computer, aber nutzt z.B. App- und Website-Blocker, die euch daran hindern, irgendwelche Websites aufzurufen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Und das müssen jetzt gar nicht Social Media sein. Ich prokrastiniere z.B. manchmal dadurch, dass ich dann auf irgendwelchen Mainstream-News-Seiten lande und Spiegel lese oder FAZ oder Süddeutsche oder Zeit, hat aber auch nichts mit der Arbeit zu tun und hält mich natürlich davon ab, voranzukommen. Also alles irgendwie weglegen, ausschalten, blockieren, was euch potentiell von der Arbeit abhält.
Und ihr könnt ja mal nur so zum Spaß und um euch selber besser kennenzulernen, eine Liste führen, in der ihr auflistet, wie oft ihr eigentlich abgelenkt wart. Also wann seid ihr mal ausgeschert und habt eine Website aufgerufen, habt vielleicht irgendwie ein Computerspiel gestartet. Macht mal eine Liste. Für viele ist das ganz erschreckend, wie oft man dann doch unterwegs prokrastiniert und abgelenkt ist.
Sechste Empfehlung für euch: Versucht euch dann in der Intensiv-Arbeitsphase vollständig und nur auf die Arbeit zu konzentrieren. Klingt auch so ein bisschen wie so ein No-Brainer, aber da steckt was dahinter. Wenn ihr tatsächlich richtig eintaucht und auch versucht einzutauchen, dann habt ihr eine gewisse Chance, dass ihr in den sogenannten Flow-Zustand kommt, Raum und Zeit komplett aus den Augen verliert und auch richtig Spaß an der Arbeit entwickelt. Also so ein richtiges, wohliges Gefühl bei der Erledigung der Arbeit bekommen. Das ist eigentlich der Idealzustand. Diesen Flow-Zustand erreicht ihr typischerweise genau dann, wenn ihr eigentlich die Arbeit beherrscht und es so ein kleines bisschen Überforderung gibt, aber nicht viel. Das ist so die Idealbedingung für den Flow-Zustand und natürlich, ihr dürft nicht abgelenkt sein.
Leider ist es aber so, dass dieser Flow-Zustand, der eigentlich zu einem Produktivitätsmaximum auch führt, weil wir nicht abgelenkt sind, voll fokussiert und richtig viel wegschaffen, dass wir den nicht immer erreichen. Und das kann verschiedene Faktoren liegen. Manchmal sind es individuelle Faktoren, nicht jeder kommt gleich schnell und gleich häufig in den Flow-Zustand. Aber es gibt noch einen anderen Faktor, der hier eine Rolle spielt, und zwar ist es eben die Schwierigkeit der Aufgabe. Wenn ihr Aufgaben habt, die euch ein bisschen mehr überfordern als diese eben erwähnten 3, 4, 5%, die euch noch erlauben, in den Flow-Zustand zu kommen, also wenn es viel schwieriger ist und ihr wirklich grübeln musst und das vielleicht auch mit einer gewissen Frustration verbunden ist, dass nicht alles immer sofort klappt, dann ist es deutlich schwieriger, in den Flow-Zustand zu kommen. Aber daran nicht verzweifeln. Ja, das ist auch völlig in Ordnung. Nicht jede Aufgabe eignet sich für den Flow-Zustand. Manches fühlt sich gut an, manches fühlt sich nicht so gut an.
Und jetzt ein paar praktische Empfehlungen: Dann, wenn ihr in den Flow-Zustand kommt, dann bleibt daran und arbeitet kontinuierlich durch, 90, 120 Minuten und dann kommt erst die Pause. Wenn ihr nicht in den Flow-Zustand kommt, ja, dann könnt ihr natürlich öfter Pause machen, insbesondere wenn ihr komplexe Dinge erlernen wollt und wirklich ein hohes Maß an Überforderung habt und euer Gehirn wirklich intensivst arbeiten muss, um mitzukommen, sich Dinge zu merken, dann ist es durchaus gut, zwischendurch öfter mal eine Unterbrechung einzulegen und z.B. nach 20 Minuten, maximal 30 Minuten, auch mal 5 Minuten Pause zu machen.
5 Minuten Pause, idealerweise rausgehen, an die frische Luft, Bewegung, ja, was immer ihr gerne draußen macht. Vielleicht dreht ihr eine kleine Runde durch den Garten, durch den Park, einmal die Straße runter, wieder hoch, was immer es ist. Bisschen Bewegung machen. Ihr könnt ja auch ein paar Liegestütze, Hampelmänner, was auch immer machen, alles okay, damit euer Kreislauf wieder ein bisschen hoch kommt, ihr aktiviert werdet und ihr den Sauerstoff, euer Gehirn dann wieder voll funktioniert. Das ist total wichtig. Und wenn ihr diese 5 Minuten Pause macht, lüften, frische Luft reinlassen, auch total wichtig. Und nach den 5 Minuten direkt wieder an die Arbeit.
Wichtig ist, dass diese 5 Minuten eine reine, eine reine Pause sind. Da darf nichts anderes gemacht werden. Also nicht eine andere Aktivität beginnen, irgendeine andere Aufgabe erledigen, nicht E-Mails beantworten in den 5 Minuten, sondern mental noch irgendwie bei der Aufgabe bleiben, aber dem Körper eben diese Pause gönnen, um wieder Kraft zu schöpfen und dann weiterzumachen. Aber nichts anderes anfangen. Das ist total wichtig, weil sonst kommen wir komplett wieder raus, auch aus dem Kontext der Aufgabe und wir haben natürlich, und das werde ich auch in einem anderen Video noch mal intensiv diskutieren, immer Switching Costs, wenn wir die Aufgabe wechseln. Das heißt, eigentlich mental bei der Aufgabe bleiben, nur dem Körper, dem Geist ein bisschen Entspannung und Erfrischung gönnen und dann zurück an die Arbeit. Das ist eigentlich die ideale Pause.
Ja, damit bin ich schon am Ende angelangt. Sechs Empfehlungen für euch, wie ihr perfekte, konzentrierte Arbeit leisten könnt, also Deep Work, wie man das auch nennt. Ich hoffe, ihr habt ein paar Inspirationen bekommen. Wenn es euch gefallen hat, like das Video, abonniert den Kanal. Es gibt ja noch viele weitere spannende Videos in der Zukunft. Ich wünsche euch alles Gute, seid produktiv, macht's gut, bis bald.