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Welcher E-Mail Anbieter ist SICHER und ANONYM?

The Morpheus27:07

Transcription

Ah, E-Mail. Zu Zeiten von Messengern fühlt es sich ein wenig wie Fax an. Es gibt tatsächlich deutlich bessere Alternativen, aber irgendwie braucht man es doch. In meinem geschäftlichen Alltag, und das ist jetzt tatsächlich ein gerundeter Durchschnitt, sind es 73 E-Mails am Tag. Nur E-Mails, kein Spam. Natürlich habe ich noch eine ganze Menge anderer Plattformen, über die man mich erreichen kann, aber das größte Problem bei E-Mails ist, dass im Durchschnitt genau eine dieser 73 verschlüsselt ist. Das ist an sich schon anstrengend zu verarbeiten, aber darum geht es in diesem Video nicht. Es ist immer noch absolut selten, von einem neuen potenziellen Partner über ein anderes Medium als E-Mail oder aus der Community zu hören. Und wenn es doch mal ein anderes ist, dann ist es oft LinkedIn, Instagram oder Discord. Und all diese Plattformen haben eines gemeinsam. Sie sind in der Regel unverschlüsselt. Und das bedeutet, dass sensible Informationen gelesen werden können. Wenn du mir zum Beispiel eine E-Mail schickst, in der du beschreibst, wie dein Ex-Mann dich terrorisiert und hackt, dann ist das auch wunderbar für deinen und meinen E-Mail-Betreiber sichtbar. Und ja, es ist bei manchen Anbietern üblich, E-Mails entweder mit einer KI zu filtern, um Spam oder unerwünschte Nachrichten loszuwerden. Und wenn eine KI sich nicht ganz sicher ist, dann greift der Mensch darauf zurück. Das heißt, da sitzt irgendein Typ im Callcenter und liest deine E-Mail und sagt dann, ja, das ist okay, oder nein, das ist nicht okay. Wenn du zum Beispiel deinem zukünftigen Therapeuten eine E-Mail schickst, um auf eine Warteliste zu kommen, in der du beschreibst, wie du als Kind sexuell missbraucht wurdest, um dringend eine Therapie zu bekommen, dann ist das auch für den E-Mail-Betreiber von dir und deinem Therapeuten sichtbar. Und nein, diese Beispiele sind nicht zufällig ausgewählt. Das Stalking des Ex-Mannes ist etwas, das mir ungefähr einmal im Monat zugeschickt wird. Also definitiv keine Seltenheit. Und die E-Mail für die Therapie ist eine nicht ganz fiktive Geschichte, aber in diesem Fall eine fiktive Geschichte, die seit der Chatkontroll-Abstimmung sehr relevant geworden ist. Du erinnerst dich, Chatkontroll 2.0 war, wo die EU eine KI nutzen wollte, um Chats, Online-Meetings etc. aufzuleuchten. Selbst wenn diese eigentlich verschlüsselt sind. Chatkontroll 1.0 ist bereits beschlossene Sache, und gerade so eine E-Mail würde von manchen E-Mail-Anbietern erkannt und direkt zur Anzeige beim BKA gebracht werden. Aktuell ist Chatkontroll 1.0 optional, diese E-Mails zu scannen, auch wenn sie zum Beispiel nicht von den Anbietern erzwungen werden. Also Gmail macht das freiwillig, zum Beispiel, andere Anbieter nicht. Du kannst es im Moment machen, musst es aber nicht. Ja, und die BKA-Leser lesen natürlich mit. Die müssen prüfen, ob das wirklich eine echte Anzeige ist oder nicht. Obwohl das eigentlich eines der privatesten Themen überhaupt ist. Ich meine, ich kann die ärztliche Schweigepflicht genauso wegwerfen, wie ich gerade weggeworfen habe. Und leider gibt es immer wieder Fälle, wo ein Freund eines Freundes einen Freund hat, der dann auf solche Informationen zugreifen könnte. Und na ja, wie könnte man so etwas einem guten Freund sagen? Da ist nichts. Das weißt du. Ich möchte noch ein Beispiel als Motivation mitbringen. Ein französischer Klimaaktivist wurde verhaftet. Und das, weil seine E-Mail-Adresse bekannt war und der E-Mail-Anbieter seine IP-Adresse aufgeschrieben hatte. Ein Klimaaktivist. Das ist ein schockierendes Beispiel, wo Aktivisten es extrem schwer gemacht wird und man Angst bekommt, sich überhaupt für irgendetwas einzusetzen. Deshalb ist sichere Kommunikation absolut essenziell, gerade für Journalisten und Aktivisten. Und dieses Beispiel und vielleicht das von Edward Snowden zeigt nicht nur in Ländern wie Saudi-Arabien oder China mit einem schlechten Pressefreiheitswert, sondern auch bei uns ist so etwas definitiv relevant. Das letzte Beispiel wird für jeden von euch relevant sein. Hast du schon mal eine Anzeige bemerkt, die verdächtig nah an einer E-Mail war, die du gerade bekommen hast? Seltsam, oder? Das liegt daran, dass viele E-Mail-Anbieter E-Mails zu Werbezwecken scannen. Sagen wir, oh, du hast einen neuen Pullover bei EMP für dein Video am 24. Dezember. Dann bekommst du so lange Werbung, bis du das verdammte Ding kaufst. Ugh. Cambridge Analytica hätte zeigen sollen, warum das problematisch ist, ganz gut. Und ja, dazu wird es auch ein Video geben. Ich denke also, es ist klar, warum du zumindest darauf achten solltest, eine Möglichkeit zu haben, eine anonyme E-Mail-Adresse zu nutzen. Aber wie? Ach ja, und bevor wir anfangen, dieses Video ist nicht gesponsert. Ich habe aus eurem Feedback gelernt. Und Nummer zwei, du kannst es dir schon denken, ich möchte, dass du das Video hier kurz pausierst und jetzt schreibst, welchen E-Mail-Anbieter du nutzt, falls es mehrere sind. So, und der letzte wichtige Punkt, bevor wir anfangen. Wegwerf-E-Mails, also E-Mail-Adressen, die nur wenige Minuten gültig sind, werden hier nicht berücksichtigt. Was macht einen guten E-Mail-Anbieter für dich aus? Ich denke, wir sind uns alle einig, dass eine gute und einfache Benutzeroberfläche ganz oben stehen sollte. Wenn man das Ding gut bedienen kann, wird es wahrscheinlich auch mehr genutzt. So ist das eben. Aber es gibt ein kleines Aber. Es gibt tolle E-Mail-Clients, bei denen man seine E-Mails einfach pflegen kann. Deshalb sollten wir uns so etwas wie Thunderbird Outlook oder ähnliches separat anschauen. Aber nichtsdestotrotz ist die Benutzerfreundlichkeit, wie man so schön sagt, ein definitives Merkmal für den Anbieter, den ich hier wählen möchte. Aber die thematische Relevanz ist immer relevant, gerade für eine einfache Nutzung, wie viel Speicherplatz du auf deinem E-Mail-Konto hast. Bezüglich der Anonymität gibt es auch zwei Dinge, die wir schützen wollen. Metadaten und Inhalte. Metadaten bedeutet zum Beispiel, wenn auf zwei Handys Facebook installiert ist, die sich über mehrere Nächte hinweg im selben WLAN anmelden, dann weiß Facebook, dass du in einer Beziehung bist. Ohne jemals deine WhatsApp-Nachrichten einmal gelesen zu haben. Wenn die Anzahl der Nachrichten von dir an die Freunde deines Freundes kleiner wird, dann denkt Facebook, dass deine Beziehung bergab geht. Und nein, das stimmt nicht. Genau das wird gemacht. Die Inhalte sind natürlich die Nachrichten selbst, die wir im besten Fall verschlüsseln wollen. Klar, ich habe schon erklärt, dass die besonders sensibel sind. Für unsere Metadaten ist es immer toll, wenn Zahlungen, wenn überhaupt nötig, anonym erfolgen können, sprich über PaySafeCard zum Beispiel, obwohl das nicht wirklich die anonymste Lösung ist, aber ein anderes Mal. Oder am besten anonyme Kryptowährung und dass man sich ohne Ausweis oder ähnliches registrieren kann. Solche Informationen können einfach zu leicht auf eine Person zurückgeführt werden. In der Praxis wird eine E-Mail eines Journalisten aber eher öffentlich sein, also sowieso mit dem Namen verknüpft, zum Beispiel über eine Website und, wie gesagt, sowieso nicht wirklich anonym. Für Privatpersonen oder Whistleblower hingegen, die anonym und ohne Signatur kommunizieren wollen, ist das trotzdem ein wichtiger und hilfreicher Punkt. Überlege dir also, was dir wirklich wichtig ist. Der nächste Punkt betrifft den Inhalt. Im besten Fall sollten alle eingehenden Nachrichten verschlüsselt sein. Ja, ich habe auch Tutorials erstellt, wie man E-Mails verschlüsselt, auch bei Gmail und anderen Anbietern, aber wie gesagt, die wenigsten machen das und das kann ich auch verstehen. Die meisten schicken es einfach ab, weil sie den Overhead mit Schlüsseln erzeugen, Schlüssel verwalten, öffentlich an den Empfänger schicken, dann wieder warten, bis man überhaupt anfangen kann. Das ist nervig und hat auch viele Fehlerquellen. Ich erinnere dich nur an das BSI. Das BSI, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, hat versehentlich seinen privaten Verschlüsselungsschlüssel in einer E-Mail verschickt. Aber wenn es bei dir verschlüsselt ist, dann weiß ein Anbieter weniger darüber, welche sensiblen Informationen dort verschickt wurden. Und wenn das sogar beide tun, dann ist das eigentlich das, was wir wollen. Aber wo wir bei der Verschlüsselung sind, haben sich manche Nutzer auf jeden Fall eine Verschlüsselung eingerichtet. Und hier gibt es einige Anbieter, die das direkt in ihre Web-Apps einbetten. Das heißt, der Schlüssel deines Gegners wird automatisch gesucht, gefunden und du kannst einfach verschlüsseln. Das ist eine tolle Funktion und kann die Benutzerfreundlichkeit wirklich verbessern. Und der letzte Punkt betrifft die Sicherheit. Du musst deine E-Mail-Konten ganz, ganz dringend absichern, sprich mit einer Mehrfaktor-Authentifizierung absichern. Das ist ein Muss, um nicht super leicht gehackt zu werden. Ich erkläre es dir ganz kurz. Deine E-Mails sind deine Schwachstelle. Nehmen wir an, du nutzt Spotify und hast dort ein richtig gutes Passwort. Nehmen wir mal 120 Stellen, alles von einem sehr guten Zufallsgenerator erstellt und im Passwortmanager gespeichert. Spitzenklasse, sozusagen. Leider ist Spotify deaktiviert und bietet keine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das ist wirklich so. Nehmen wir an, ein Hacker kann in dein E-Mail-Konto eindringen, weil du es nicht sehr gut abgesichert hast, leider. Dann kann er dein Super-Duper-Passwort von Spotify einfach zurücksetzen und das Konto ist weg. Und ja, leider ist das an vielen Stellen nicht möglich. Was du also brauchst, ist 2FA oder vorzugsweise sogar einen Sicherheitsschlüssel auf deinem E-Mail-Konto. Das ist eine Sache. Und ja, natürlich muss er das unterstützen. 2FA ist mittlerweile Standard, aber Sicherheitsschlüssel sind immer noch nicht wirklich weit verbreitet. Das ist also auch ein Kriterium für mich, an welchem Anbieter ich tatsächlich interessiert bin. Ich sage dir gleich, es gibt so viele E-Mail-Anbieter da draußen. Ich kann mir natürlich nicht alle anschauen. Aber mit den Kriterien hast du die Werkzeuge. Dann kannst du selbst bestimmen, wie gut ein Anbieter ist und ihn selbst prüfen. Kommentiere das gerne und füge mein Video hier hinzu. Das wäre super nett von dir. Also fangen wir mit dem Kriterium an, bei dem die meisten rausfliegen. Verschlüsselte Anbieter. Davon gibt es wirklich wenige. Wie gesagt, Gmail scannt Inhalte für das BKA, Gmx und Web für Werbung zum Beispiel. Und die Eingänge zu Yahoo, Outlook, AOL, T-Online oder Freenet oder wer kennt sie nicht alle, sind nicht verschlüsselt. Diese Anbieter sind extrem weit verbreitet, aber eigentlich nicht besonders cool für Anonymität. Klar, die Integration mit dem Kalender oder einer Reisefunktion ist ziemlich cool und oft für Unternehmen für einen coolen Workflow unverzichtbar. Aber dazu kommen wir später noch. Und damit kommen wir zu den folgenden Anbietern, die sich tatsächlich Gedanken um deine Privatsphäre machen. Man muss sagen, die müssen das aktiv entwickeln, sonst funktioniert es nicht. Nun, unsere fast Gewinner. Fangen wir mit Mailfans an. Mailfans ist ein Anbieter, der dir nicht nur Sicherheit bieten möchte, sondern auch eine Alternative für Unternehmen und Universitäten sein möchte. Er möchte mit Funktionen wie Messaging, Dokumenten-Cloud, Kalender, Kontakte, Gruppen usw. eine echte Alternative zu Gmail und Co. sein. Sie bieten eine sehr intuitive Integration von OpenPGP, was ich einfach loben muss. Und bieten somit eine einfache Verschlüsselung mit Ende-zu-Ende und sogar digitale Signaturen, wenn du das möchtest. Gerade im Unternehmenskontext ist das ziemlich solide. Mit der kostenlosen Option bei Mailfans erhältst du mindestens 500 Megabyte Speicherplatz. Die Bezahloptionen beginnen bei 2,50 Euro im Monat und bieten tatsächlich 5 Gigabyte Speicherplatz und 10 E-Mail-Adressen. Eine Zahlung mit Kryptowährung ist allerdings nicht möglich. Leider und deshalb sind sie nicht der Testsieger hier, protokollieren sie die IP-Adresse und ihr Code ist nicht Open Source. Ich hatte bereits über Startpage berichtet und ich finde immer noch, dass ihre Suchmaschine eine der besten, wenn nicht die beste für Privatsphäre ist. Startmail ist der E-Mail-Dienst von Startpage und die meisten Punkte sind hier tatsächlich auch erfüllt. Krypto-Zahlungen und alles, Check. Besonders toll fand ich, dass Metadaten wie der Header und die IP-Adresse einfach von den E-Mails entfernt werden. Die brauchen wir eigentlich nicht. Aber, und das ist wirklich nur ein Usability-Feature, Startmail bietet leider keinen E-Mail-Client für Mobilgeräte. Das ist schade und wird sich wahrscheinlich bald ändern, aber vorerst gewinnt Startmail hier leider nicht unbedingt den Test. Die anderen sind einfach weiter. Die meisten von euch werden wahrscheinlich auf dem Handy ihre E-Mails checken und beantworten und wollen keine komischen Umstände haben. Dasselbe gilt hier übrigens auch für Sovereign, die so etwas auch nicht anbieten. Allerdings bieten sie auch keine wirklich guten Verschlüsselungsoptionen und Hashmail wird auch oft empfohlen. Leider haben sie einen kleinen Logikfehler in ihrer Anwendung. Das Passwort für den PGP-Schlüssel wird an den Server gesendet. Da Hashmail nicht Open Source ist, ist man sich nicht sicher, was damit dort gemacht wird. Im schlimmsten Fall könnte Hashmail einfach das Passwort für deinen Schlüssel auslesen. Zwar unwahrscheinlich, aber es ist ein bisschen ein ungutes Gefühl. Und damit kommen wir zu meinen fünf Finalisten, die wir uns genauer anschauen wollen. Posteo, Mailbox, Protonmail, Tutanota und cTemplar. Alle Anbieter sind Open Source, das heißt, jeder kann sehen, was auf der Plattform tatsächlich passiert. Klar, wir wissen nicht, ob sie vielleicht doch noch etwas am Code ändern, bevor es wirklich live geht. Aber grundsätzlich kann ich mir zumindest den Code anschauen, was die Sicherheit gut macht. Jeder kann nach Schwachstellen suchen und wenn er welche findet, kann er sie melden. Das ist besser, als wenn das Ding einfach Closed Source ist, also niemand reinschauen kann. Solche Idioten wie ich, die so etwas gerne in ihrer Freizeit machen, davon gibt es tatsächlich mehr, als man denkt. Verrückt, oder? Alle Anbieter verschlüsseln ihre E-Mails auch von Natur aus und Tutanota ist der einzige Anbieter, der PGP nicht nativ unterstützt. Das liegt aber daran, dass sie ihre eigene Implementierung pflegen, die zusätzlich zu PGP noch die Adresszeile und die Metadaten verschlüsselt. Aber wir fangen mit Protonmail an, denn da gab es in letzter Zeit einige unschöne Nachrichten. Du erinnerst dich vielleicht an das anfängliche Beispiel des französischen Aktivisten, der wegen des E-Mail-Anbieters verhaftet wurde. Nun, sein E-Mail-Anbieter war Protonmail. Aber wie kann ich Protonmail zu den Finalisten bekommen? Das liegt daran, was notwendig war. Um diesen französischen Aktivisten verhaften zu können, mussten die französische Regierung oder die Ermittler mit der Schweizer Regierung verhandeln, dass Protonmail durchsucht wird. Ja, Protonmail sitzt in der Schweiz. Aber diese Durchsuchung war nicht ausreichend, weil man damit nichts anfangen konnte. Also hat die Schweizer Regierung Protonmail dazu verpflichtet, für diesen spezifischen Nutzer, also wirklich nur für ihn, einzuloggen. Protonmail durfte das natürlich nicht mit dem betroffenen Nutzer teilen, klar, sonst hätte er einfach einen anderen E-Mail-Dienst nutzen können. Und all das führte dazu, dass er gefasst wurde. Ein sehr langer Weg, der schon mehrfach gegangen wurde. Protonmail versucht jedes Mal, eine solche Überwachung durch ein Verfahren zu verhindern. Und erst kürzlich haben sie einen wichtigen Prozess gewonnen, nach dem sie alles hätten speichern müssen. Das heißt, eine Behörde muss Protonmail dazu zwingen, Daten zu speichern und nur die Daten, die danach generiert werden, werden an die Behörden weitergeleitet. Das ist Tutanota auch schon passiert. Die haben sogar den Standort in Deutschland. Und ja, die wurden auch schon von Behörden gezwungen mitzuschreiben. Das ist traurig, aber leider anscheinend üblich. Aber auch hier wird nur das entschlüsselt, was nach der Anordnung erforderlich ist. Und wirklich nur das für diese einzelnen Nutzer. Aber das Ganze ist unangenehm. Und das zeigt auch ein wenig die ambivalente Haltung der EU und ihrer Nachbarstaaten. Einerseits will man mit der DSGVO möglichst tolle Richtlinien gestalten. Andererseits sollen Strafverfolgungsbehörden Aktivisten verfolgen können. Und das gleiche Schicksal liegt auch unserem drittplatzierten Postteo und unserem viertplatzierten Mailbox bevor. Denn die haben beide den Standort in Deutschland. Drei von fünf Finalisten in Deutschland. Das Gras? Abgesehen von der Möglichkeit, dass die Behörden trotzdem nach Zugriff fragen können, gibt es natürlich auch noch die Chatkontrolle 2.0 in den Startlöchern. Wo wir aktuell noch nicht wissen, wie die aussieht. Wenn der Entwurf angenommen wird, müssen alle E-Mail-Anbieter E-Mails mit einer KI scannen und gegebenenfalls an das BKA schicken, wenn etwas gefunden wird. Die Schweiz und damit Brutonmail sind davon auch betroffen, weil es eine Binnenmarktregelung ist. Und leider auch unser letzter Finalist SeaTemplar. Die sitzen in Island, wo sie ihren Standort haben, auch im EU-Binnenmarkt. Aber so weit ist es noch nicht. Kommen wir zurück zu den Vorteilen, die unsere fünf Finalisten mit sich bringen. Brutonmail bietet nicht nur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mails, sondern auch vom Kalender und den Kontakten. Brutonmail hat sich auch in der Vergangenheit wirklich für die Nutzer eingesetzt und bietet tatsächlich einen versteckten Dienst, um sich anonym aus dem Tor-Netzwerk einloggen zu können. Das heißt, du hast keine Chance, die IP herauszufinden, wenn du das aus dem Tor-Netzwerk machst. Also eine sehr gute Option für Journalisten. Außerdem hat Bruton sehr gute mobile Apps. Ein persönlicher Makel für mich ist das Fehlen der Unterstützung für Sicherheitsschlüssel, die die Sicherheit einfach noch weiter erhöhen würden. Die Community schreibt tatsächlich schon seit 2016 im Blog, dass sie sich so etwas wünschen würden. Leider ist bisher nichts durchgekommen. Brutonmail kostet erstmal nichts, aber dann hast du nur 500 MB Speicher, was nicht viel ist. Für 6,25 im Monat gibt es 5 GB und einige Tools mehr. Und du kannst sogar mit Kryptowährung bezahlen, wenn du möchtest. Brutonmail ist unter den Finalisten die bekannteste Option und definitiv keine schlechte Option. Mailbox bietet leider keine mobilen Apps, aber wenn dir die Privatsphäre wichtig ist, ist das wahrscheinlich ein Punkt, der dahinter steht. Bei Android und so weiter verstehst du schon. Mailbox hat eine PGP-Verschlüsselung und verschlüsselt die E-Mails, die einfach auf dem Server liegen. Allerdings gibt es einige Vorwürfe, dass Tracker bei der Registrierung zur Hilfe kamen. Und vor allem werden keine Kontaktdaten und Metadaten per PGP geschützt. Immer noch Open Source, was gut ist. Sicherheitsschlüssel werden auch unterstützt, was auch sehr schön ist. Und preislich ist es auch klar, wie viel du dafür bezahlen möchtest. Mailbox bietet eine kostenlose Option für nur 30 Tage. Danach ist der günstigste Tarif 1€ im Monat. Allerdings liefert er 3 E-Mail-Aliase und 2 GB Speicherplatz. Allerdings musst du hier bezahlen und eine Zahlung per Kryptowährung wird leider nicht unterstützt. Deshalb finde ich Mailbox gut, aber nicht die beste Option hier. Posteo bietet dir neben E-Mails auch Kalender, Kontakte, Notizen etc., die verschlüsselt werden können. Im Gegensatz zu ProtonMail werden hier auch die Metadaten und Kontaktdaten verschlüsselt. Und laut Anbieter gibt es keine Logs. Wie gesagt, du musst dem Anbieter vertrauen, du kennst das Spiel. Sie haben auch grüne Energie auf die Fahne geschrieben, entfernen IPs von E-Mail-Adressen oder E-Mails, die reinkommen, verschlüsseln alles und speichern laut ihnen nichts. Ziemlich cool. Leider gibt es keine kostenlosen Konten, aber du bist ab 1€ im Monat dabei. Zusätzliche Mail-Aliase kosten 10 Cent, Kalender auch, und jeder GB mehr Speicher kostet 25 Cent im Monat. Der Witz ist, sie bieten keine Kryptowährung als Zahlung an. Du kannst ihnen das Geld einfach per Post schicken und so bezahlen. Das fand ich eine ziemlich kuriose Sache. Auch interessant, obwohl ich Kryptos mehr vertraue als Post und sie auch schneller sind. Es gibt keine mobilen Apps. Auf der Website verweisen sie auf K9, einen guten Open-Source-Anbieter für die E-Mail-Integration für mobile Geräte. Tutanota, klar einer der Favoriten der Privacy-Community und sitzt immer noch in Deutschland. Sie bieten eine ganze Reihe von Funktionen. Verschlüsselung ist das Wichtigste. Adressbuch und Kalender sind verschlüsselt. E-Mails sind alle Metadaten, und eine tolle Funktion, du kannst sogar durch die E-Mails suchen. Es wird nichts geloggt und sie haben eine E-Mail-App mit einer wirklich coolen Oberfläche. Sowohl die Website als auch die mobile App. Das ist wirklich beeindruckend und intuitiv zu bedienen. Und sehr benutzerfreundlich. Das Besondere an der App ist, dass sie sogar im F-Droid Store erhältlich ist. Das heißt, du kannst sie auf sehr anonymen Smartphones nutzen, wie dem Gryphon OS. Aber dazu kommen wir in einem Extra-Video. Sicherheitsschlüssel werden auch unterstützt und das macht Tutanota klar sehr, sehr weit oben auf meiner Liste. Grüne Energie ist auch erwähnenswert. Und es gab einen Pen-Test. Tutanota bietet auch eine kostenlose Option, ihre Dienste komplett zu nutzen. Für 0€ erhältst du 1 GB Speicherplatz. Das ist tatsächlich das Beste unter den Finalisten bisher. Und obendrauf gibt es noch einen Kalender. Ab der Premium-Rate, die übrigens nur 1€ im Monat kostet, also ziemlich fair, kommen wir zum Nachteil. Der einzige Nachteil, eigentlich. Es gibt keine Zahlung per Kryptowährung oder Bargeld per Post. Eine Zahlung per Gutscheine ist möglich, zum Beispiel. Da könnte man sicherlich ein bisschen erfinderisch werden. Oder, aber ich mache hier einfach ein paar Aktionen auf dem Kanal. Wer weiß. Kommen wir zu unserem letzten Finalisten und das ist SeaTemplar. SeaTemplar ist ein echter Neuling und hat seinen Sitz in Island. Das heißt außerhalb der EU und in einem der datenfreundlichsten Länder der Welt. Wie bei Tutanota ist hier alles verschlüsselt und du sammelst praktisch keine Daten, keine Logs oder sonstige Informationen. Die IP wird hier auch, wo immer möglich, entfernt. Der einzige Nachteil ist, dass Metadaten noch nicht verschlüsselt sind, mit der Betonung auf noch. SeaTemplar ist, wie gesagt, sehr jung und dementsprechend haben sie auch eine kleine To-Do-Liste, was sie noch machen können. Aber tatsächlich wird es immer besser und besser. Aber letztendlich gibt es auch einen kostenlosen Account und Bezahlmöglichkeiten. Und hier kommen wir zu einem kleinen Haken. Der kostenlose Account ist nur per Einladung erhältlich. Das liegt daran, dass sie keine unendliche Anzahl von Accounts generieren wollen und sie nicht überfordern wollen. Denn sie setzen ein Limit für die E-Mails, die hier am Tag rausgehen. 200 Stück mit der kostenlosen Option, aber mit 1 GB Speicherplatz bist du ehrlich gesagt auch mit der kostenlosen Option hier ganz gut bedient. Wenn du richtig teilnehmen möchtest, ohne Einladung, zahlst du tatsächlich 8 Dollar im Monat. Das ist ziemlich viel. Aber du hast 5 GB Speicherplatz und kannst bis zu 2000 E-Mails am Tag versenden. Aber was definitiv genial ist, sind die Zahlungsmethoden. Denn nicht nur Bitcoin wird unterstützt, sondern Monero. Monero ist eine Privacy Coin. Ja, nicht die einzige, aber wahrscheinlich die am weitesten verbreitete Privacy Coin. Wenn du mit Monero bezahlst, bezahlst du automatisch so, dass niemand weiß, woher das Geld stammt. Alles in allem die anonymste Methode, die du überhaupt haben kannst. Die SeaTemplar Apps können sich auch sehen lassen. Sie sind sowohl im App als auch im Play Store und im F-Droid Store für dein sehr anonymes Smartphone. Also sehr, sehr cool. Ich persönlich denke, ich habe dir die wichtigsten Kriterien hier vorgestellt. Nach denen jeder selbst entscheiden kann, was tatsächlich das Beste ist. Tutanota ist wahrscheinlich der beste kostenlose E-Mail-Anbieter im Moment, um einfach einzusteigen. Und die Premium-Funktionen sind absolut fair im Preis. SeaTemplar hat den riesigen Vorteil, nicht in Deutschland zu sitzen. So dass das LKA nicht mal eine Durchsuchung eines Mail-Postfachs anordnen kann. Es ist traurig zu sagen, aber Deutschland ist kein gerade datenfreundliches Land. Aber umso besser als Gmail oder Yahoo, wie gesagt. Aber SeaTemplar wird auch von der Chatkontrolle betroffen sein. Sollte sie wirklich beschlossen werden. Dann wird das Ganze sehr schwierig. Deshalb hier meine Schlussfolgerung. Den eigenen E-Mail-Server nutzen. Am besten von zu Hause aus. Übertrifft wirklich alles. Aber das ist wirklich nur für die Wenigen geeignet. Das erfordert viel Aufwand und Sorgfalt. Ich rate daher aktuell zu SeaTemplar, wenn du wirklich ein bezahltes Abo brauchst und möchtest. Wenn du kostenlos sein möchtest, bietet Tutanota viel und unkompliziert. Und auch die Zahlungsoption. Wenn sie dir nicht alles kaputt macht, wenn du nicht mit Krypto bezahlen kannst, dann ist das absolut in Ordnung. Gegen alle normalen Bestrebungen wirst du sehr gut geschützt sein, würde ich sagen. Sollte die Chatkontrolle 2.0 allerdings beschlossen werden, dann werden beide Anbieter entschlüsseln müssen. Ich bin gespannt, was passiert und halte dich natürlich immer über die IT-Trends auf dem Laufenden. Aber wenn du wirklich sehr, sehr anonym kommunizieren möchtest oder musst. Kommuniziere vielleicht endlich mal nicht per E-Mail. E-Mails sind überall, aber nicht die beste Lösung. Messenger sind standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselt. Damit kannst du privater kommunizieren. Ich verlinke dir meinen Messenger-Vergleich in den Credits. In diesem Sinne wird die Schlussfolgerung wieder ein bisschen politisch. Aber egal, du kennst das Ganze. Hau den Mitgliedern der CDU und SPD deine Meinung zur Chatkontrolle um die Ohren. Schreib mir in die Kommentare, was du ab jetzt für E-Mails nutzen wirst. Und lass mir gerne das Abo da und auf all meinen anderen Plattformen. Denn da gibt es noch viel mehr Content und dann kann ich dich über die Dinge informieren, die gerade passieren. Bis dahin!