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Du bist so gestresst wie noch nie - ändern wir das

Dinge Erklärt – Kurzgesagt11:48

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Stress ist eine uralte Superkraft, die dich langsam umbringt. Er entstand als eines der mächtigsten Werkzeuge zum Überleben, ist aber in der modernen Welt ein zweischneidiges Schwert. Es hilft dir über dich hinauszuwachsen oder härter zu arbeiten, fordert dafür aber einen Teil deiner Lebenskraft zurück. Es sei denn, du lernst ihn richtig zu nutzen.

Was ist Stress? Warum schadet er? Und wie entgehst du seinen Folgen?

Alle Lebewesen streben nach Homostase, einem Zustand inneren Gleichgewicht. Um ihn aufrecht zu erhalten, nehmen Sie Anpassungen vor, etwa mehr Sonnenlicht oder nährstoffreiche Nahrung. Doch die Welt ist hart und der Tod lauert hinter jeder Ecke. Deshalb müssen Organismen auf Extreme reagieren können. So ist Stress entstanden als körperliche Reaktion auf einen Stressor, also jede Herausforderung oder Gefahr. Stress ist eine schnelle dramatische Veränderung des Körperzustands, die das Überleben priorisiert. Ein Notfallprotokoll, das Organismen zum Überleben weit über ihre Grenzen treibt.

Um zu verstehen, wie Stress im Menschen funktioniert, reisen wir 50.000 Jahre zurück. Die Superkraft erwacht. Eine Gruppe früher Homo Sapiens sitzt am Feuer, als plötzlich ein verzweifelter hungriger Säbelzahntiger angreift. Ihr Anführer Order Bärentöter springt auf. Die Zeit scheint stillzustehen. Sein Gehirn erkennt den Tiger als Bedrohung und startet die Stressreaktion. Die Nänieren schütten Adrenalin aus, das durch Urs Körper strömt und den Kampf oder Fluchtmodus aktiviert. Seine Herz und seine Atmung beschleunigen, um wichtige Systeme mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Adrenalin gibt den Muskeln Vorrang vor anderen Organen und aktiviert sie für rasches Handeln. Kraft und Tempo steigen, Schmerz und Müdigkeit werden gedämpft, während seine Sinne schärfer werden und sich auf die Gefahr konzentrieren. Ohr nimmt jedes Detail glasklar wahr und merkt, dass der Tiger zum Sprung ansetzt. Im Bruchteil einer Sekunde muss er reagieren. Adrenalin zwingt ihn zu einer schnellen, impulsiven Entscheidung. Ohne zu überlegen, beschließt er zu kämpfen und greift mit voller Kraft an. Aber es ist ein langer, harter Kampf. Das Tier ist verzweifelt und gibt nicht auf. Die Menschen droht er Schöpfung. Ein neues Hormon greift ein. Kortisol. Kortisol ist das langsamere strategische Hormon für eine länger anhaltende Stressreaktion. Er stellt alle Körpersysteme komplett um, erhöht die Energiezufuhr und drosselt weniger wichtige Funktionen wie Ausruhen, Krankheitsabwehr oder Verdauung. Körper gehört nicht mehr ihm, sondern dem Stress. Endlich gelingt Urdim Bärentöter der Todesschlag. Der Stamm feiert, der Körper schaltet Kampf oder Flucht ab und aktiviert Ruhe und Verdauung. Wunden, Schmerzen, Muskeln schreien vor Erschöpfung, Zeit sich zu erholen und gemeinsam Geschichten vom Sieg über den Tigergott zu erzählen. Einige schlafen, andere essen. Der Stamm entspannt sich und die Homöostase kehrt zurück. Diese Menschen sind deine Vorfahren.

Wann wurde diese großartige Superkraft zum Fluch? Die tödliche E-Mail. Unsere Welt hat sich so schnell und tiefgreifend verändert, dass unsere Biologie nicht mitkam. Stress ist immer noch so wie vor 50.000 Jahren Stressor wahrnehmen, sofort und heftig reagieren, das Überleben im Hier und Jetzt priorisieren und notfalls Opfer bringen. Das funktioniert beim Ausweichen vor einem Auto gut, aber heute sind viele Stressoren abstrakt, akut, häufiger, oft schwer greifbar, halten deutlich länger an und erfordern meist keine körperliche Handlung. Die Tiger von damals sind jetzt wütende E-Mails, Deadlines, Online Datating, Berufsverkehr oder Doomscrolling durch Nachrichten und Social Media. Unsere Gehirne sind aber dafür gemacht, Angst extrem ernst zu nehmen. Schon ein kurzer Anflug von Angst beim Lesen einer E-Mail oder Social Media setzt die Stressmaschine in Gang. Jeden Tag können Dutzende solcher Mikrostressoren deine Stressreaktion ständig aktivieren, oft unbemerkt. Gleichzeitig belasten uns aber auch größere Stressoren wie unbezahlte Überstunden, wütende Kunden steigende Mieten, Inflation, Gesundheitsvorsorge oder unsichere Zukunftsaussichten.

Doch ein Stressschub kann auch enorm nützlich sein beim Lernen, Marathonlufen oder für große Projekte. Eine echte Superkraft, oft berauschend, manchmal süchtig machend. Viele missbrauchen sie, besonders in wettbewerbsintensiven Branchen. Treiben sich und andere immer weiter, um Höchstleistungen zu erzielen. Das Problem ist, dass Stress eigentlich nur für kurze Dauer in kritischen Situationen gedacht war. Bleibt er über Tage, Wochen und Monate pausenlos aktiviert, wird er chronisch eine der tödlichsten Krankheiten für Menschen.

Wie chronischer Stress dich zerstört. Der Preis von chronischem Stress ist die langsame Zerstörung deines Körpers und Gehirns. Immer wieder aktivierte Stresskaskaden fluten deinen Körper mit Adrenalin und Kortisol. Dein Kampf oder Fluchtsystem ist über Ruhe und Verdauungsfunktionen werden dauerhaft unterdrückt. Deine Muskeln spannen sich an für einen Kampf, der nie kommt. Stattdessen schreien Rücken, Schultern und Nacken vor Anspannung und du kriegst stechendes Kopfweh. Deine Verdauung leidet. Alles bleibt zu lange drin oder geht zu schnell wieder raus. Dein Fettstoffwechsel gerät durcheinander. Fettabbau wird langsamer. Fettspeicherung im Bauch steigt. Deine Zellen reagieren schlechter auf Insulin, wodurch dein Risiko für Stoffwechselkrankheiten steigt. Dein Herz rast, weil es deinen Körper mit Energie versorgen will, aber deine Blutgefäße sind für diesen Dauerstress nicht gemacht und werden geschädigt, was dein Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall massiv steigert. Dein Immunsystem wird zugleich schwächer und stärker auf eine Weise, die dir maximal schadet. Systeme zum Schutz vor Krankheiten werden unterdrückt, denn wen interessiert schon eine Erkältung, wenn man gegen einen Tiger kämpfen muss? Das erhöht ein Risiko für Infektionen, Krebs und Autoimmunerkrankungen. Gleichzeitig werden entzündungsfördernde Zellen aktiviert. Das fördert Entzündungen im ganzen Körper. Dein Gehirn wird auf Stress umprogrammiert. Da eine anhaltende kritische Notlage wahrnimmt, bremst es ruhiges Nachdenken. Schnelle Reaktionen werden bevorzugt. Klarenken fällt schwerer. Weisheit schwindet. Impulsive Entscheidungen wie etwa eine Trennung, Junkfood oder Drogenkonsum häufen sich. Du wirst schlechter darin, Probleme zu lösen und erschaffst gleichzeitig neue. Unter chronischem Stress bist du einfach eine schlechtere Version deiner selbst. Bleibt der Stress bestehen, verschlechtern sich dein Gedächtnis und deine kognitiven Fähigkeiten, während du in Angst und Depressionen abgleitest. Je länger chronischer Stress anhält, desto schwerer entkommst du ihm also in der modernen Welt ein höllischer Teufelskreis. Wer ihn nicht durchbricht, riskiert ein kürzeres Leben und großes Leid.

Wie du Stress richtig nutzt. Stress kann dein Freund sein. In Maßen lässt dich akuter Stress Berge versetzen und über dich hinauswachsen. Er hilft dir Fähigkeiten zu verbessern und dich persönlich zu entwickeln und es fühlt sich großartig an, dein Bestes zu geben. Um das Gute ohne Nachteil zu genießen, musst du deine Kampf oder Fluchtreaktion ganz herunterfahren und dich entspannen. Hör auf deinen Körper. Fühlst du Stress, dann hast du Stress. Punkt. Es gibt keinen universellen Grenzwert, ab dem du aktiv werden darfst. Frage dich, ist deine Stressreaktion in dieser Situation produktiv und ist ein Ende in Sicht? Wenn du für Prüfungen lernst oder umziehst, ist Stress eine Superkraft, um dein ganzes Potenzial auszuschöpfen. Aber deine Gesundheit braucht Pausen vom Kampf oder Fluchtmodus, Freund treffen, Sport oder Spaziergänge in der Natur. Entspannen ist kein Faulänzen, sondern wichtige Selbstfürsorge. Wer aktiv und regelmäßig entspannt, schützt Körper und Geist vor den Folgen von Stress und kann seine Kraft trotzdem nutzen. Ist das aktuell nicht möglich, plane so bald wie mögliche aktive Entspannungszeiten, ohne dich davon stressen zu lassen.

Aber was, wenn du konstant unterschädlich im Stress stehst? Du kannst die Stressreaktion deines Körpers nicht kontrollieren, wohl aber beeinflussen. So nervig es ist, Achtsamkeit, etwa Meditation oder Yoga, reduziert nachweislich Stress und signalisiert deinem Gehirn, dass diese E-Mail kein tödlicher Tiger ist. Der beste Weg, Stress zu verhindern, ist aber, den Stressor zu beseitigen. Werde dein eigener Assistent und finde heraus, wo im Alltag kleine Stressauslöser lauern. Stress dich Doomscrolling? Social Media zeigt uns nicht, was wir sehen wollen, sondern was uns interagieren lässt. Und das lassen uns vor allem negative Gefühle. Apps löschen oder stressigen Accounts entfolgen kann schon viel Stress aus deinem Leben nehmen. Besonders bei großen Problemen ist es sehr effektiv, den Stressor zu entfernen. Wohnst du in einem gefährlichen Viertel? Zieh um. Wirst du in der Schule gemobbt? Prüfe, ob du dein Umfeld ändern kannst. Das ist natürlich drastisch und nicht unbedingt leicht, hat aber den größten Effekt auf chronischen Stress. Überlege also, was du mittelfristig verändern kannst.

Natürlich gibt es Situationen, in denen man den Stress auch nicht einfach beseitigen oder chronischen Stress mit Meditation wegzaubern kann. Bleibt das Gehirn zu lange im Stressmodus, fällt Problemlösen immer schwerer. Und vielleicht kannst du nicht klar genug denken, um der Situation zu entkommen. Dann ist der stärkste Schritt, um Hilfe zu bitten. Freunde, Familie oder professionelle Unterstützung. Das kann einen enormen Unterschied machen. Stressoren im Leben sind unvermeidlich und das ist in Ordnung. Stress ist deine Superkraft. Nutze sie, aber vergiss nie auf der anderen Seite wieder rauszukommen.

Ein Mittel, wie du mit Stress besser umgehen kannst, ist Dankbarkeit. Das ist wissenschaftlich bewiesen und im Prinzip ganz einfach umzusetzen. Aber wie fängt man damit überhaupt an? Am besten mit unserem Gratitude Journal. Jetzt zum ersten Mal auch auf deutsch erhältlich. Wir zeigen euch darin, wie man sich Schritt für Schritt dem Dankbarkeitsmindset annähert, garantiert ohne Cringe. Wir bauen ganz entspannt eure tägliche Dankbarkeitsroutine auf, unterstützt durch wissenschaftliche Hintergründe und abwechslungsreiche Übungen. Und natürlich ist das Journal aufwendig illustriert, um den Prozessor angenehm wie möglich zu machen. Mehr als 200.000 Menschen weltweit sind schon begeistert. Geh jetzt auf unseren Shop und tu etwas gegen den Stress.