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[musik] Kann das alles hier echt sein? Oder bin ich in dem Spielfilm [musik] gelandet? In einer der vielen Adelserien? Ich kann es kaum glauben. Ein Poloturnier, Champagner, Cavia, sogar ein Hutwettbewerb und als Highlight zum Schluss das Steckenpfährtrenn der nächsten Adelsgeneration. Mehr Adelsklischee geht nicht, aber sie spielen hier keine Rolle, sondern das sind echte Adlige, die Namen [musik] so lang wie die Familientradition. Vincent, Matthias, Horst, Maximilian, Ritter, Klanner von Engelshofen, Freiherr Vincent Ludwig, Rudolf Karl Arnes von Prechen von und Z liebenstein.
In den letzten Monaten bin ich mit meinem Team in eine Welt gereist, die es eigentlich gar nicht mehr gibt und zwar seit mehr als 100 Jahren seit dem Ende des Kaiserreichs, die Welt des deutschen Adels. Wir wollten wissen, wie [musik] lebendig ist der Adel in Deutschland noch, welchen Einfluss hat er, welche Netzwerke [musik] gibt es? Wir wurden eingeladen auf exklusive Parys und Bälle. Wir haben mit Adligen diskutiert, [musik] auch darüber, dass Besitz und Titel oft nur den männlichen Nachkommen vermacht werden. Ist das nicht ungerecht? Niemand kann dieses Adelsrecht reformieren, außer ein Monarch. Wir haben erfahren, dass einige Adlige schwer enttäuscht von der Bundesrepublik sind. Wir haben uns ein bisschen verraten und verkauft gefühlt als Eigentümer. Sind da einige Adlige, salop gesagt zu Wutbürgern geworden? Ja, sind sie. Wir haben recherchiert. War das auch sein Motiv? Heinrich Prinz Reus, dem der Staat vorwirft, er habe die Regierung mit Gewalt stürzen wollen. Mehr als ein Jahr lang schreiben wir uns Briefe mit Prinz Reus. Dann haben wir einen Termin mit ihm im Gefängnis. der ganz anders abläuft als erwartet.
Begleitet werden wir bei dieser wilden Reise in die Welt des Adels [musik] von ihr, Schauspielerin Katja Riemann. Sie erzählt uns als Bedienstete Henriette, wie es hinter den Schlossmauern zugeht. Der Adel mit einem goldenen Löffel im Mund geboren. Kann beten. [musik] Aber beginnen wir am Anfang, am Tag unseres [musik] ersten Schlossbesuchs vor mehr als einem Jahr ganz in der Nähe von Freiburg. Hier liegt [musik] das Schloss ebnet, fast 300 Jahre alt und der Wohnsitz des Baron Nikolaus von Geiling Westfall. Ich hatte ihm geschrieben, weil ich wissen wollte, wie ist es eigentlich in einem echten Schloss zu leben? Und der Baron hatte mich eingeladen. "Ich solle durch den Park kommen," hatte er gesagt, dann in den Gartensaal, eine der vielen Baustellen. Kurz vor unserer Verabredung aber kam eine Nachricht. Der Baron teilte mir mit, [musik] er sei gestürzt. "Ich sollle mich alleine im Schloss umschauen." Im Stiegensaal. dem gelben Zimmer in der Küche, wo er eine Art Privatarchiv des deutschen Adels führe. [musik] Das Interview teilte er mir mit, würden wir dann in seinem Schlafzimmer führen. Absagen wollte er unser Treffen keinesfalls, denn Lektion 1, der Adel steht zu seinen Versprechen immer. Rein, wer ist da? Hallo. Hallo. Grüß Sie. [musik] Kommen Sie rein. Wie geht's Ihnen denn? Ich muss leider liegen. Ich bin hier gestürzt. Ui. Ja, ich kann mich nicht bewegen, aber wenn ich mich nicht bewege oder wenn ich spreche, dann geht das. Für viele ist es ja so eine Art Traum in so einem Schloss zu leben. Fast so eine märchenhafte Vorstellung. Ist es denn so märchenhaft? Nee. Nee. Warum ist es kein Traum? Ja, weil es Realität ist. Mhm. Für mich. Arbeit. Arbeit. Arbeit. Mhm. Also derzeit ist das gesamte Schloss in Renovierung. Ich habe mich hier auf drei, vier Zimmer zurück äh gezogen und habe alles Geld hier reingesteckt. Mhm. Wie viel Geld haben Sie denn ungefähr hier schon reingesteckt über all die Jahre? Mindestens 10 Millionen. 10 Millionen? Mindestens. Das größere Problem aber sagt der Baron seinen die Nebenkosten 10.000 jeden Monat. Allein das Heizen unbezahlbar. Im Winter gehe ich von der Küche in mein Schlafzimmer, als es als ich noch oben wohnte mit dem Wintermantel. Ich hatte mal Aquarium hier und war ein paar Tage nicht am Aquarium. Da waren die Fische eingefroren. Hi. Ja. Das heißt, man muss dafür leben und nicht davon. Und sie leben dafür. Ja, ich bin halt so erzogen worden, ne? Das ist im Adel, man wird für eine Aufgabe erzogen und nicht um sozusagen sich selbst zu verwirklichen. Eigentlich gibt's ja den Adel gar nicht mehr, also die Standesvorrechte wurden ja abgeschafft und trotzdem sagen viele Adlige bis heute, es gibt etwas, was uns verbindet, was uns vielleicht auch trennt vom Rest. Können Sie mir das erklären, was das bedeutet? Na ja, die alten Traditionen, die alten Merkmale vom Adel, die konnte man ja nicht verbieten. Ähm, wenn wir irgendwo bei einer Gesellschaft sind, erkenne, wer ist adlich, wer ist nicht. Ja. Mm. Woran? Ähm, die Hosen sind gebügelt, die Schuhe sind geputzt. Mhm. Ja. Der Artige kann sich immer in jede Gesellschaft einfügen, ohne aufzufallen. Der Familiensinn und ach ach ist die Tante sowieso. Ja, mit wem ist sie denn verheiratet? Das will man immer alles wissen. Wenn der jemand sieht, dann wächst dem wie ein Geweih seine Ahnentafel. Mhm. Das gibt's bei anderen anderen Familien natürlich nicht. Ich frage Sie mal, wissen Sie den Namen der Mutter? Der Mutter Ihrer Mutter? Nein. Sehen Sie, im Adel ist das ganz wichtig, das weiß man. Ja. Noch etwas. Seine Ahnenreihe lasse sich bis zum Jahr 1080 zurückverfolgen, sagt er, aber genug der alten Geschichten. [musik] Es ist Abend geworden. Geht's gestützt auf meinen Arm will der Baron noch seine tägliche Pflicht erfüllen, krank oder nicht. gerecht. In der Küche zerlegt er gekühlte Rinderherzen, vermischt sie mit Brot. Re, die immer alles wegfressen. Also das Brot saugt sich mit dem Blut voll, oder? Ja, so ist es. Mhm. Ein Moment. Das Abendessen fürs Schlossstorch Otto. Otto. Komm. Otto, komm, Otto, komm. Da ist er. Ist doch toll. H mit Ottos Leckerbissen [musik] endet mein erster Tag beim Adel. Den Stand, den es eigentlich nicht mehr gibt, aber dessen ganz eigener Charakter sich, wie der Baron sagt nicht verbieten [musik] ließ. Vielleicht auch, weil es seine Vorzüge hat, adlich zu sein. Teil einer exklusiven Gesellschaft, allein durch Titel und Geburt. Wir dürfen dort [musik] drehen, wo der Adel noch immer seine Netzwerke knüpft. Beim Tulpenball in Den Haag. Eine äthiopische Prinzessin ist der Ehrengast, aber die meisten sind aus Deutschland oder [musik] sowie Cheforganisator Clemens van Stain aus den Niederlanden. Der Zweck der Gesellschaft ist es gleichgesindte Menschen zusammenzubringen. Der Tulpenball ist der Höhepunkt des Jahres. Aber [musik] wir haben auch Ultimer Rallyys eine Jagd, eine Schleppjagd. Hand ein Schleppjacht. [musik] Hier pflegt man die alten Ballregeln des Adels. Das beginnt bei der Garderobe. Langes Ballkleid für die Damen und für die Herren Frack oder Ausgehuniform. Ich habe ein Frack an. Habe ich aus Schweden aus Stockholm bestellt. Ein Steck 4 die Taschenuhr. Es ist [musik] kein Familienerbstück. Das Familienerbstck hat mein Bruder bekommen, weil er der Erstgeborene ist und das so ein bisschen Privilegien mit sich trinkt. Auch die Sitzordnung bestimmt das Ballkomitee. [musik] Man gibt auf der Einladung an die Körpergröße, das Alter und dann wird ein im Grunde genommen eine Tischdame zugewiesen. Die Dame dem Herren zugewiesen. Seit Jahrhunderten knüpft der Adel ein festes Netzwerk, um den Stand zu erhalten, um dem eigenen Nachwuchs den Platz in der Gesellschaft zu sichern. Gibt es denn noch andere Möglichkeiten außer Bälle, andere junge Adlige kennenzulernen oder vielleicht auch Adel auf dem Radel? Gibt's Adel auf dem Radel für jüngere bis 18 Adel auf dem Radel? Was ist das? Fahrer Fahrtour von Schlössern zu Schlössern, Bogen zu Bogen. Es geht einfach nur darum, dass die Familien sich kennenlernen, dass man sich beschnuppern kann, dass man einfach sich von klein genau so ein Einstieg bekommt. Ein bekommt, dann hat irgendjemand ein Waldstück und dann wird da auf die Jagd zusammengegangen und dann wird eingeladen und dann kommen die Leute halt zusammen. Ist halt wie so Art kleines Netzwerk, aber der Rest ganz normal erzogen. Wir waren nicht auf Internaten, wir waren ganz normal auf dem Gymnasium. Ich war auf dem Interat. Ja, [gelächter] ich auch nicht. Ich war er mal auf Gymnasium. Also Klischee erfüllt. Ja. Und das Klischee ist mehr als Dekoration. Wenn laut Gesetz alle Bürger gleich sind, müssen im Schloss [musik] schon einige Anstrengungen unternommen werden, um sich weiterhin ganz besonders zu fühlen. [musik] Eine Hausdame hilft schon mal. Eine wie sie allemal. Der Adelshaushalt ist ausgedacht. [musik] Die kleinen Geheimnisse, die Katja Riemann ausplaudert, aber natürlich real von uns recherchiert. Es ist der Schicksalstag [musik] der Familie, der Tag der Hochzeit. Die Herrschaften nähern sich zum Frühkaffee. Johann, [musik] Johann, bitte anrichten. So, Tempo, Tempo. Ja, ich diene dem deutschen Adem. Und bevor sich ihr bürgerliches Gesicht vom Mitleid verzieht, ich diene gerne. Guten Morgen, Eure Hohe. Danke. G Zeit doch. Danke schön. Zum Glück ist Deutschland kein Land der Emporkömmlinge und der Neureichen, sondern eines der Erben und des Jahrhunderte alten Besitzers. Es gibt ja immerhin geschätzte 80.000 1000 Nachfahren des deutschen historischen Adels in Deutschland. 0,1% der Bevölkerung, einer von 1000 abgeschafft. Was heißt das denn überhaupt? Dem Adel gehört ja immer noch einiges. Bogen, Schlösser, Ländereien versteht sich ja von selbst. Und auch unter den reichsten Deutschen hat sich der Adel halten können. 30 mal mehr reicher Adl Anteil an der Bevölkerung. Vor allem aber gehört ihm unser innigstes, der deutsche Wald. Also zumindest große Teile davon. Auch dieser Wald gehört einem Adelsgeschlecht und zwar derer von Schulenburg Wolfsburg. Günther Graf [musik] von der Schulenburg hat mich eingeladen, um mir kleine Teile seines großen Besitzes zu zeigen. Das ist einer meiner wertvollsten und schönsten Revierteile. Insgesamt [musik] gehören dem Grafen 5000 Hektar Wald in drei Bundesländern. Eine Fläche so groß wie 7000 Fußballplätze. Hier ist es doch feuchter als gedacht. Die weißen Schuhe dann nicht mehr lange weiß. Einfach so durch einen Privatwald [musik] zu stapfen sei in vielen anderen europäischen Ländern verboten, sagt er. Der Wald gehört allen. Das ist so ein deutsches Phänomen. Und deswegen hat auch jeder das Gefühl, da muss da mitreden. Also jeder hat dann das Gefühl, sie können nicht einfach Bäume absägen. Ja, klar kann ich Bäume absägen. Also erstmal ist mein Eigentum und zweitens mal mein Einkommen. Auf dem Weg durch den Wald lerne ich die nächste Lektion über den Adel. Adel und Wald, [musik] das passt perfekt zusammen, denn beides ist auf Jahrhunderte angelegt. [musik] Ich profitiere ja hier rein wirtschaftlich gesehen von Bäumen, die mein Urgroßvater und mein Großvater gepflanzt haben. Und wenn ich jetzt hier Bäume pflanze, dann ist das mein Sohn und mein Enkelsohn, der im fortgeschrittenen Alter ist die ersten, die profitieren. Das heißt, das ist ein Generationsthema. Und wer bekommt den Wald? Also den Wald und die Landwirs den ganzen Gesamtbetrieb bekommt mein Sohn und meine Tochter ist in dem Fall die Weichen der Arbein. Mhm. Die bekommt nichts. Die bekommt auch was. Also nichts, das geht, das kann man gar nicht mehr machen. Das war früher immer so wie hieß es. Die K sind silber und Bild und alles gut, aber das ist die Zeiten sind vorbei. Aber vom bald nichts. Nein, weil wir immer der Meinung sind, dass der Betrieb zusammen bleiben soll. Und das kann nur gelingen, wenn man den Kern des Eigentums bei [musik] einem Erben belässt. Bei Graf Schulenburg sind das nicht nur der Wald, die Ländereihen, sondern auch zwei Gutshöfe. Damit das alles nicht zerstückelt und unter vielen verteilt wird, weichen die anderen [musik] Erben. So nennt man das. Beim historischen Adel ist dieser eine Haupterbe der älteste Sohn. Hier lebt Graf Schulenburg mit seiner [musik] Frau und den zwei Kindern. Fürs Familienbild im On kunstvoll vom Fotografen in Szene gesetzt. Die Frau hat ihren größten Schatz in der Hand, nämlich ihr Kind, also diese Tochter in dem Fall. Und ich bin eigentlich schon so ein bisschen abgemeldet. Der Sohn, der älteste Sohn legt schon Hand an. Was heißt legt schon an? Er legt schon die Hand an. Also ich bin der Kronprinz, der Erbgraf. Ist das hier alles selber geschissen? Das ist alles selbst geschossen. Hier ist ein typischer Alpensteinbock aus der Steiermark. Das ist ein Birkahn. Mhm. Und jetzt habe ich gerade am 1. Mai morgens ein Auerhan geschossen. Und ist Auerhan was Besonderes? Auerhan ist eigentlich das Besonderste überhaupt. Ähm das ist das ist die Krönung und der ist inzwischen also als Jagdtrophäe nur noch sehr selten. Und warum ist der so besonders? Ist der so besonders schwer zu schießen? Ja. Nein, der ist es gibt nicht mehr so viele. Also in Deutschland sind sie gar nicht mehr erlaubt und in Österreich darf man sie noch bejagen, aber es ist nur noch eine sehr bezeit. In der Küche bereitet Veronik von der Schulenburg den Nachmittagsperitiv vor. Als sie Graf Günther kennenlernte, war sie Jura [musik] Studentin, eine bürgerliche aus guter französischer Familie. Tschüss. Prost. Danke noch mal, dass ich hier sein darf. Tschüss. Gerne. Schön. Schön. Das ist er. Veronik ist durch die Ehe zur Gräfin geworden. Wenn ein adliger Mann eine bürgerliche Frau heiratet, ist das unproblematisch, standes und apropos, gib mir mal die Flasche we schenk mir noch mal selbst. Umgekehrt allerdings gilt das nicht. Wenn eine adlige Frau einen Bürgerlichen heiratet, verliert sie nach den Regeln des historischen Adels ihren Status. Wenn eine adlige Tochter einen Bürgerlichen heiratet, da gibt's doch sogar ein extra Wort für, oder? ausheiraten. Da haben Sie recht. Im Gota im Gota ist man dann raus aus dem sogenannten adligen Taschenkalender. Das da ist man raus. Da gibt's auch ein sehr strenges Reglement, wie das gehandhabt wird. Der Gotha, davon hatte ich vor meiner Reise zum deutschen Adel ehrlich gesagt noch nie gehört. Hier ist der Gotha, der adlige Taschenkalender. Da sind alle Familien aufgeführt, die offiziell als adlige Familien geführt werden. [seufzt] Und da gibt es vier verschiedene Kategorien. Fürstliche Häuser, gräfliche Häuser, freiherrliche Häuser, adlige Häuser. Also, die spielen in der zweiten Liga von vier Liegen. Ja, in der zweiten Liga. Genau. Man kann ja nicht abstiegen oder aufsteigen, weil die Zeit ist ja nur vorbei. Man muss mit dem Leben, was man hat. 100 123, da soll es wohl passen. Schauen wir mal. Haden unsere Nachbarn hier, Schulenburg. Jawohl. Hier stehe ich da. Günther Mortima Werner. Da ist ja schon der Märker drin hier. Ja, ist ja genau. Und da ist er schon drin. Siehst du genau. Ich bin in Marburg sowas wie die heimliche Hauptstadt des historischen Adels. Hallo Herr Breier. Hallo. Freut mich sehr. Gold Grafingstein. Das ist Kroh. Danke für die Einladung. Ja, sehr gerne. Immer gerne. Herr Prinz sage ich dann. Wir sagen dann meistens Grafikenstein Prinz. So, okay, dann belassen uns dabei. [musik] Hier im deutschen Adelsarchiv geben sie den Gota heraus. Hier tagt der Adelsrechtsausschuss, der darüber wacht, dass die alten Regeln des historischen Adels eingehalten werden, selbst wenn die genauso verstaubt sind wie manches Archivstück hier. Im Adelsrecht sind weder Frauen vollkommen gleichgestellt, [musik] noch die gleichgeschlechtliche Ehe, als wäre die Welt stehen geblieben, alles noch wie früher. in den goldenen Jahren des Adels. Da ziehe ich ein Handschuh über, um es relativ fettfrei hinzeigen zu können. Wie alt ist die Ausgabe jetzt? Die stammt von 1788. Welche Folgen hat es, wenn eine Tochter, eine Frau einen Nichtadligen [musik] heiratet? Adelsrechtlich hat es die Folge, dass die Dame aus der genealogisch betrachteten äh Familiinie ausschaltet. Das ist dieser Begriff ausheiraten. Ja, den mögen wir nicht. Aber ja. Und wenn aber die Männer eine nichtadlige heiraten, müssen sie nicht ausheiraten. Nein, weil sie nach dem Mannesprinzip ja, wie gesagt, diejenigen sind, die das Erbe plus den Besitz und und weitergeben. Ja, das ist so. Ist das nicht ungerecht? Ähm vielleicht ist das ungerecht, ja, aber äh das ist natürlich das Adesrecht äh patriarchalisch organisiert und jetzt könnten wir uns darüber unterhalten, ob Patriarchismus ähm gerecht ist oder nicht gerecht ist. Das äh das nicht gerecht. Gut, dann ist es nicht gerecht. Finden Sie das in Ordnung? Niemand kann dieses Adelsrecht reformieren, außer ein, sag jetzt mal, Monarch. Also wird das Adelsrecht immer auf diesem alten Stand bleiben müssen, weil es kein König mehr gibt. So ist es. Das ist eingefroren, das ist ähm versteinet, das ist nicht mehr änderbar. Wenn sich jetzt alle Mitglieder des historischen Adels einig wären, könnte man es nicht trotzdem an ein oder zwei Stellen reformieren? Diese Möglichkeit existiert schlichtweg nicht. Es wird also auch das diese Frage sich so nie stellen. Ich verstehe den Wunsch äh vieler Familien, auch vieler äh äh vor allen Dingen Töchter in den in unseren Familien das zu ändern. Aber noch mal Punkt, es ist nicht zu ändern. Und so beeinflusst das alte versteinerte [musik] Adelsrecht ganz gegenwärtig eine der privatesten persönlichsten Entscheidungen im Leben, die Partnerwahl. wie in unserem Schloss, wo Hausdame Henriette ihre junge Herrin für den Gang zum Altar vorbereitet. Ach, wie war ich froh, als mir die Gräfin gestand, dass sie sich in einen jungen Herzog verliebt hätte und ich höre noch das Jauchzen ihrer Mutter in meinen Ohren. [musik] Gleich zugleich wird sich gesellen und so soll es sein. Wie Sie wissen, sind lediglich 0,1% der Bevölkerung adlig. Ja, das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ehe aus zwei Adligen besteht, liegt rein statistisch gesehen bei ein zu einer Million. Wenn man die Eheschließung dem Zufall überlässt, tut man zum Glück nicht. Nein, jede vierte Adelsehe ist standesgemäß, reinadlig, adlige Braut, adliger Bräutiger, weil Amors Pfeil nach guter alter Sitte gelenkt wird. Ja, ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, wie die beiden sich kennengelernt haben bei Adel auf dem Radel. Junge, Adlige radeln im Sommer von Schloss zu Schloss. Die Nächte sind lau, die Stimmung ist gut und so findet ein adliges Herz zum anderen. Ich will wissen, was eigentlich die nächste Adelsgeneration von diesen Jahrhunderte alten Regeln hält. [musik] Die beiden Vincents, die ich beim Adelswochenende in den Niederlanden kennengelernt hatte, haben mich eingeladen. [musik] Wir treffen uns über dem Rhein auf Burg Liebenstein. Seit über 200 Jahren gehört die Burg Vincence Familie. Er hat zum Dein en blanc geladen. Die Champagner Pyramide steht schon. Es gibt viel Interessenten. Man muss schon so ein bisschen sektieren, wen man jetzt auch mal aufnehmen will. Wir wollen unter Gleichgesinden sein mit selben Interessen, mit ähnlichen Ansichten. Ja, weil ihr sagt, wir treffen uns gerne mit Gleichgesinden. Woran erkennt ihr denn, dass andere auch adlig sind? Woran erkennt man sowas? Ich würde fast sagen, gleichgesindte müssen nicht unbedingt adlige sein. Das würde ich so nicht unterschreiben. Ich glaube, es sind mehr die Tradition und Werte, die wir vertreten wollen. Bevor gefeiert werden kann, bittet Vincens große Schwester Annabelle Klan von Engelshofen zum Tanzkuruss. Gelehrt wird der Knotentanz oder Friesenrock, der eigentliche Standardtanz des Adels. Der Herr präsentiert seinen Arm hinter dem Rücken. So, dann geht die Dame hier durch dieses Loch durch auf die andere Seite, sass man sich wieder angucken kann. Hallo, geht's dir gut? Arme noch dran. Super. Die Geschichte dahinter ist, dass früher der Adel und die Generäle auf Wellen dann waren und die Frauen wollten nicht so über Krieg und über Schlachtpläne etc. sprechen, aber die Männer brauchten einen Tanz, der die Frau sehr beansprucht, aber den Herren jetzt nicht so. Das heißt, nach einer halben Stunde Friesenrock sind die Frauen, man sagt dazu, durchgetanzt, die sind dann KO und so konnten die Männer, so sagt man dann im Riesenrock wieder über ihre Tischpläne und Strategien sprechend. Also alle waren glücklich. Der Mann führt in der [musik] Adelswelt, egal wie gleichberechtig die Frau im bürgerlichen Leben ist. Vincens ältere Schwester Annabell [musik] ist Biologin, forscht an der Universität. Es ist ja so, dass es dieses Mannesstammprinzip gibt, also nur die Kinder der männlichen Adligen, dem historischen Adel weiter angehören. Was heißt es für dich? Ich kann meinen Kindern leider keinen Titel geben, aber dafür mein Bruder. Und finst du es schade, dass das bei dir nicht geht? Also mittlerweile nicht. früher, wenn man als Kind fand man das schon ein bisschen unfairer, aber man wird ja auch erwachsen mit der Zeit und ich finde es okay, sagen wir, ich habe mich damit abgefunden. Findet ihr das richtig? Und das zu werten, ob ich das gut oder schlecht finde heutigen Zeit ist schwierig. Ich ähm find es traditionell schön, aber muss da nicht Es gilt ja die Tradition zu wahr, ich gucke nach meinen Schwestern. Ihr würd es nie an was mangeln. Das weiß sie halt auch. Also, solange ich noch da bin, ähm wird meine Schwester Es ist eigentlich ihres. Der Zulauf nach Netzwerke Events erzählen Sie mir sei groß. Ihr Gefühl ist, der Adel ist nach einer Durchstrecke in den letzten Jahrzehnten wieder in, vor allem bei den Jungen, auf uns, auf uns und auf was wir geschaffen haben. [musik] [musik] Zurück auf dem Rittergut von Graf Schulenburg. Hier im Haupthaus ist er aufgewachsen. Heute beherbergt es eine Art privates Familienmuseum. An den Wänden die Vorfahren aus 800 Jahren Familiengeschichte. [musik] Wow. Hat auch schon so diese Uniform an. Das ist der Feld Marshall Matthias Johann von der Schulenburg. Das war ein sehr prominenter Vorfahrer, der uns den Grafentitel gebracht hat. Aha. Gibt's eigentlich von Ihnen auch ein Ölgemälde? Nee, aber von mir. Mir gibt's ein Foto mit meiner Frau zusammen mit dem heutigen englischen König. in Buckingham Palace. Und warum nicht malen lassen? Weil es ist ja eigentlich schon Tradition, oder? Ich finde malen lassen schwierig. Also heute es gibt einfach keine Maler. Als Portraaler ist echt schwierig. Der Graf sagt, seine Aufgabe sei es den Besitz zu erhalten und weiterzugeben. Dazu vor allem sei der Adel verpflichtet, dass irgendjemand in den nächsten Generationen mal sagt, ach, ich kann damit nichts anfangen. Ich verkauf und mache mir ein schönes Leben. Das geht nicht. Das hoffe ich nicht, dass das passiert, aber ich habe es dann nicht mehr in meiner Hand. Ich möchte es nicht erleben wollen, weil das finde ich eigentlich ziemlich gemein. Schlimm genug, dass das in der Geschichte nicht immer gelungen [musik] ist. Dieses Schloss haben von Schulenburgs Großeltern gebaut. Schloss Neumühle, das verlorene Schloss. Es steht in Sachsen Anhalt. Nach dem Krieg, als hier noch die sowjetische Besatzungszone war, wurde die Familie Schulenburg enteignet. Heute gehört es einem privaten Investor. Ich bin allein bis zum Zaun gelaufen. Graf Schulenburg wollte auf keinen Fall mitkommen. Das Schloss, was mal seiner Familie gehörte, jetzt durch einen Gitter [musik] betrachten. Bloß nicht. Kein Durchkommen oder? Nee. Ja, habe ich ihn ja gesagt. Das ist ähm eigentlich so ein bisschen traurig, dass das so verrammelt ist. Das Schloss gehörte ja ihrer Familie. Ihre Familie ist enteignet worden von den sowjetischen Besatzern. Warum haben Sie es denn dann nicht 1990 nach dem Ende der DDR wieder zurückbekommen? Also mein Vater hätte jetzt gesagt, das sind wir noch mal enteignet worden von der Bundesrepublik Deutschland, weil er mit diesem Einigungsvertrag diese merkwürdige Regelung getroffen wurde, dass die 4549 Enteigneten von den Russen ihr Eigentum nicht entschädigungslos zurückbekommen, sondern zurückerwerben müssen. Wir sind eigentlich gelingt worden und das ist etwas, was uns bis heute tief sitzt, aber es ist so geschickt gelöst worden über Gesetzestexte. Ist es denn vielen adligen Familien so gegangen? Allen, allen. Also, dieser Stachel sitzt tief. Wir haben uns ein bisschen verraten und verkauft gefühlt als Eigentümer. Es ist noch mal weggenommen worden. Man muss es einfach so sagen. Die verlorenen Schlösser und Ländereihen im Osten, die nach der Wiedervereinigung [musik] nicht zurückgegeben wurden. Wer nicht adlig ist, kennt dieses Kapitel deutscher Geschichte meistens gar nicht. [musik] In Adelshäusern ist es aber ein viel erzähltes, das auch Hausdame Henriette in und auswendig kennt. Der Adel mit einem goldenen Löffel im Mund geboren. Von wegen, meine Herrschaften hatten nicht nur strahlende Zeiten. Das hier ist ja nur der Zweitwohnsitz. Das war mal Ihr Schloss, ihr Wald, ihr Land. Alles weggenommen, enteignet. Die sowjetischen Besatzer enteigneten die Besitzer von [musik] fast 3 Millionen Hektar Land. Allein in Sachsen waren es 1200 Schlösser, Rittergüter und Burgen. Betraf natürlich vor allem die Adligen. [musik] Ja, [seufzt] als dann die Wiedervereinigung kam, da dachten meine Herrschaften: "Endlich, jetzt halten wir unseren Besitz zurück. Und wer hat uns verraten? Der Kanzler Einheit. Dass meine Herrschaften und alle anderen Adligen ihr Schloss und ihr Land nicht zurückerhalten würden, sei [musik] eine Bedingung für die deutsche Einheit, behauptete Helmund Kohlen. Gorbatschov, er sprach dem mehrmals, besonders dort in Berlin vor 2000 Zuhörern auf Einladung einer jungen adligen Jura Studentin. Beatrix von Storch. Tja, es half ja alles nichts. Pech gehabt. [seufzt][japst] Also mussten sie ihr Land, Ihre Schlösser zurückkaufen. Sie sollten die Staatskasse füllen. [musik] Ich bin unterwegs nach Thüringen, verabredet mit dem nächsten Grafen. Er hat recherchiert, wie die Enttäuschung über die Bodenreform Teile [musik] des Adels politisch geprägt hat. Sie z.B. Beatrix [musik] von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg. Der Kampf gegen die Bodenreform war ihr politisches Erweckungserlebnis. [musik] Gemeinsam mit anderen Adligen gründete sie den Protestverein Allianz für den Rechtsstaat, [musik] dann das Netzwerk zivile Koalition, bevor ihr Weg in die AfD führte. Sie hat die Partei von Anfang an mit aufgebaut. [musik] Ich treffe meinen Gesprächspartner in einer Stadt, die so heißt wie er. Windzinge Rode, Ländereien, die Burg, früher alles in Familienbesitz. Immerhin das Herrenhaus haben die Winzinge Rodes zurückgekauft. Es ging ja sehr vielen Adelsfamilien wie ihrer, dass die Ländereihen Schlösser verloren haben, dass sie enteignet wurden und sie vor allem nicht wiederbekommen haben. Welche Auswirkungen hatte das? Ich glaube, viele äh haben dadurch an der an der Bundesrepublik gezweifelt, dass sich der Fiskus das einverleibt hat ähm und dann meistbietend verkauft hat. Das hat ich schon einen Vertrauensverlust ausgelöst, der unterschiedliche Folgen hatte. Was ist mit denen, die nicht damit umgehen konnten? Die haben sich zum Teil ähm zurückgezogen in die Resignation. Ähm einige wenige ähm haben sich auch radikalisiert und ähm dann die Systemfrage gestellt. Sind da einige Adlige salop gesagt zu Wutbürgern geworden? Ja, sind sie adlige [musik] Wutbürger. Radikalisiert auch durch die Entscheidung der Bundesregierung die Enteignungen nicht rückgängig zu machen. Der Prominenteste in dieser Reihe ist er, Heinrich der X, Prinz Reus, Hauptfigur in einer der unglaublichsten Geschichten der letzten Jahre. Im Dezember 2022 nehmen ihn Polizeibeamte fest. Der Vorwurf: Er soll eine Terrorgruppe angeführt haben. Hier auf seinem Jagdschloss Weitmanns [musik] Heil soll er sich mit den anderen Adligen und Soldaten getroffen haben. [musik] Ihr Plan, die Regierung zu stürzen mit Waffengewalt. Prinz Reus zum Herrscher von [musik] Deutschland zu machen. Jetzt ist der Prinz angeklagt in einem der größten Terrorprozesse [musik] der Bundesrepublik. Welche Rolle spielt in dieser ganzen Geschichte seine adlige Herkunft? Auch die Familie Reus war enteignet worden und [musik] hatte 60 Besitztümer verloren. Prinz Reus soll von seinen Eltern den Auftrag bekommen haben, die Schlösser und Ländereien zurückzugewinnen. Er klagte viele Male und scheiterte. Das soll ihn verbittert haben. Da ist er ja. Wir treffen seinen Anwalt, Roman von Alvensleben. Auch er aus einem alten Adelsgeschlecht. Er sieht es so, ohne den Adelstitel wäre sein Mandant nie dort gelandet, wo er ist. Die Verschwörer hätten Prinz Reus gezielt, gesucht und ausgewählt. Ich bin vom tiefsten Enderen davon überzeugt, dass mein Mandant kein Gewalttäter ist, dass Gewalt im Grunde eine Art Putsch nie das Wesen meines Mandanten ausgemacht hätten. Wie können Sie so sicher sein, dass er Gewalt abgelehnt hat, wo die Gruppe ja Waffen auch ähm besessen hat? ertung wie uralte Jagdmunition aus Erbschaft in in irgendeinem Tresor im Schloss, das ist auch schon in der Verhandlung erhört hat, wen es auch angeklagt. Was wusste er überhaupt? In was wurde er eingebunden? Welche Informationen sind ihm gegeben worden? Es gibt in den Akten ein bezeichnendes Gespräch einer mit Angeklagt, dass man nun endlich den weißen Adligen gefunden hätte. Das wä ein echter Prinz und Prinz hat mal eine Rede gehalten vom World Web Forum und so ist man dann auf ihm auch aufmerksam geworden. War Reus der weiße Prinz wirklich nur eine Art [musik] Aushängeschild der Verschwörer? Keine treibende Kraft? Wir schauen uns die Rede an, die sein Anwalt meinte. Es ist eine Rede voller Verschwörungserzählungen, die auch Reichsbürger bedienen. Der Prinz scheint überzeugt, dass Deutschland kein souveräner Staat sei, sondern eine Art Unternehmen, das den Besitz seiner Familie gestohlen habe. Prinz Reus hat seit seiner Verhaftung keine Interviews gegeben. [musik] Es ist nicht so einfach an ihn ranzukommen. Deswegen haben wir ihm einen Brief geschrieben ins Gefängnis und er hat auch geantwortet und auf diese Art und Weise haben wir uns jetzt seit anderthalb Jahren ausgetauscht mit ihm. Es ist offen gestanden, nicht ganz einfach das, was er schreibt, in allen Passagen zu verstehen. Es geht da viel um die BRD, um das Deutsche Reich, darum, welche Rechtsordnung er aktuell in unserem Land für gültig hält. Wie schon in seiner Rede, wirkt es auch in den Briefen so, als sei er überzeugt, dass für seinen Fall, für den Streit um seine Besitztümer die Rechtsordnung des Deutschen Reichs bis heute gelten müsste. An vielen Stellen, so muss man sagen, ist das der Sound, wie man ihn aus der Reichsbürgerszene kennt. Die Presse ist für ihn Erfüllungsgehilfe der Ermittler und Ankler. Wir fragen Prinz Reus, ob er uns ein Interview gibt im Gefängnis. Der Prinz ist offen dafür, unter Bedingungen. Er will z.B. [musik] nicht hinter einer Sicherheitsscheibe zu sehen sein. Die Vorbereitungen dauern Monate. Schließlich werden wir in den Besuchsraum geführt, der so gar nicht nach Gefängnis aussieht. Für die ganz besondere Wandbemalung hat ein Gefangener [musik] gesorgt. Wir sind bereit, Prinz Reus, endlich unsere Fragen zu stellen. Hat er sich im Kampf gegen den Staat radikalisiert? [musik] Ja, das war jetzt ein sehr kurzer Besuch hier in der JV1 in Frankfurt. Prinz Reus hätte abgeholt werden sollen, hätte zu uns gebracht werden sollen und lässt uns ausrichten, dass das Interview abgesagt ist, was sehr schade ist, weil wir gerne persönlich mit ihm gesprochen hätten. Endet damit die Suche nach den Motiven von Prinz Reus? Nicht ganz. Wir haben während unserer Recherche in Frankfurt noch einen Kontakt aufgebaut zu jemandem, der Heinrich dem 13. Prinz Reus sehr nahe steht. [musik] Jemand, der fast denselben Namen trägt. Sein Sohn Heinrich der 27. Prinz Reus. Er hat bislang alle Interviewanfragen abgelehnt. Mit uns aber will er reden. Einige Bedingung, sein Gesicht dürfen wir nicht zeigen. Wir waren heute morgen in der JVA, wollten mit ihrem Vater ein Interview führen. Mhm. Und er ist nicht gekommen. Er hat uns abgesagt. Ich find's schade, aber ich kann es total verstehen, weil seitdem der die ganze Sache passiert ist, geherrscht ein gewisses Framing und er wird als Reichsbürger und als Naziprinz und als Terrorist dargestellt. Was ist denn aus Ihrer Sicht falsch an diesem Framing? Also, ist Ihr Vater ein Terrorist? Ist er ein Reichsbürger? Für mich ist er absolut kein Terrorist, auch kein Reichsbürger. Ich habe den immer als offenen und modernen Menschenlebt, der immer mit der Zeit gegangen ist. Wenn es stimmen würde, was sie sagen, dann würde er ja jetzt nicht im Gefängnis sitzen. Ich glaube, er hat sich auf die falschen Leute eingelassen. Dem wurde irgendwas versprochen, was er gerne hören wollte. Er wollte immer nur sein Thüringen zurück. Also, wenn man sich überlegt, dass wenn man 50 Jahre vorher geboren werde, denn quasi am Halbt Thüringen gehört hat und ähm inklusive Ländereien und Schlösser und so weiter, mein Vater wurde aufgezogen als quasi Fürste oder Prinzreus, aber davon von dem von der Welt da, die damals existiert hat, war nichts mehr übrig. Er hat ja vor Gericht erzählt, dass er den Auftrag von seinem Vater bekommen hat, die Besitztümer zurückzuholen. Ähm, wie hat dieser Auftrag sein Leben bestimmt? Komplett. Also man muss sich vorstellen, der Vater ist in den 70ern gestorben, mein Großvater und hat ih quasi im Sterbebett gesagt, dass eine Wiedervereinigung passieren wird und er dann quasi der Beauftragte der Familie Reus ist, die Güter und so zurückzubekommen. Mein Vater hat war Immobilieninvestor, war davor Rennfahrer, hat sein Leben gelebt und der Kampf gegen die Regierung hat sein ganzes Leben komplett verändert. hat die Verbitterung darüber, dass es ja nicht geklappt hat, also, dass er 30 Jahre quasi umsonst gekämpft hat, hat die dazu beigetragen, dass er den Staat, die Bundesrepublik Deutschland als Gegner angesehen hat? Ich würde nicht sagen, dass er sie als Gegner angesehen hat. Ähm, aber wenn du 30 Jahre gegen Windmühlen kämpfst und eigentlich Recht hast und trotzdem aber kein Recht kriegst, weil es im nicht im Prinzip nicht möglich ist, führt es nicht dazu, dass man Vertrauen in den Start kriegt. Dieser Auftrag ihres Großvaters an ihren Vater, wird der jetzt eigentlich fortgeführt? Müssen Sie den jetzt fortführen, um die Besitztümer zurückzuholen? Ich habe meinem Vater damals in im Teenageralter mit klipp und klar gesagt, dass ich gemerkt habe, wie sehr ihn die Situation belastet, wie sehr eigentlich sein eigenes Leben nicht mehr leben kann, weil er diesen Familienauftrag durchführt. Und ich [schnauben] habe für mich entschieden, dass ich das nicht machen werde und ihm mitgeteilt und es wurde auch aufgenommen und akzeptiert. Ich habe kein Interesse in mein Leben daran zu opfern an Dinge, die quasi nicht mehr da sind. Prinz Reus hat die Vergangenheit nicht ruhen lassen. War es auch die Sehnsucht nach seinem untergegangenen Reich, seinem Fürstentum, die ihnen hierher gebracht hat vor das Oberlandesgericht Frankfurt? Für die Anklage ist er Redelsführer einer Terrorgruppe. Für die Verteidigung ein verführter Prinz. Welche Schuld ihn trifft, muss das Verfahren zeigen. Der Prozess wird noch Monate dauern. Stopp, stopp, stopp. So soll der Ausflug in die Welt des Adels aber bitte nicht enden. Kehren wir noch mal zurück ins Licht zum Sommerwochenende an der niederländischen Küste, wo die Kämpfe um die deutsche Geschichte ganz weit wegscheinen und wo das einzig Radikale am Adel sein Hang [musik] zu radikal teuren Getränken ist. Wird denn der Adel überleben? Ich gehe davon aus. Also ich glaube, wir sind noch ganz ganz ordentlich am lebendig. Also meine Familie gibt seit 864 und meine seit 1400 und ich habe nicht vor damit aufzuhören. Also es wird weitergeführt, solange wir [gelächter] beide noch da sind. Auf jeden Fall wir kriegen das hin. Wir sorgen für Nachwuchs. Wir sorgen für Männer in der Familie. Drehch los. Na super. Na, na, wie geht's? Werst eigentlich auch gerne artlich? Ich? Gute Frage. Nee, ich glaube, ich glaube, ich würde in diese [musik] Welt nicht passen. Du so ein Garten wä schön oder jetzt kommt auch noch die Sonne raus diesen Bäumen. Wobei man muss viel Rasenmähen, glaube ich. Ich liebe Rasenmähen. Prost. Mach mal fass mal unten an. Okay. Ich Amateur Brust. M.