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BERLIN: SPD-Krankschreiberin dreht völlig durch! Schwurbelt über „Kampagne rechter Medien“ | Meinung

WELT Nachrichtensender4:05

Transcription

Bei mir meine Weltkollegin Fadina Kailani für die Welt am die Meinung am Mittag. Du hast dich mit dem Fall der SPD Politikerin Dantos zum beschäftigt. Das ganze auch mal zum anders genommen, um mal die Sitten im öffentlichen Dienst ein bisschen genauer zu betrachten. Was ist dir dabei aufgefallen?

Ja, also das ist ganz interessant. Ähm, ich habe mich über den Fall wirklich total aufgeregt. Nun soll man sich als Journalist ja nicht aufregen, weil man dann die Distanz verliert. Also habe ich gedacht, gut, man muss jetzt mal nüchtern schauen, ist das hier ein relevanter Sachverhalt und ähm und äh sieht man da einen strukturellen Missstand und der Meinung bin ich eben schon.

Also im Fall dos Santos speziell war es ja so, sie war jetzt fast zwei Jahre krank geschrieben, hat aber trotzdem in derzeit Wahlkampf gemacht und ähm also wer wer Wahlkampf machen kann, der kann auch arbeiten. Das haben nun viele Leute gleich gemerkt und auch kritisiert. In diesem Fall speziell sehe ich es wirklich als Problem, dass sie noch nicht mal Verantwortung dafür übernimmt, sondern jetzt der Meinung ist, das sei also eine Kampagne rechter Medien gegen sie, die der Grund sei. Also da beiß die Maus ja keinen Faden ab. Sie hat nicht gearbeitet, aber sie hat Wahlkampf gemacht.

So, wenn man jetzt aber von Frau Dos Santos weggeht und sich allgemein ähm die Zustände im öffentlichen Dienst anguckt, dann sieht man recht schnell, dass sehr viele Leute dort eigentlich genau wie sie auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie längere Zeit ähm fehlen, wenn sie sich krank schreiben lassen über Wochen, obwohl sie gar nicht krank sind. Und ähm das finde ich wirklich äh skandalös, besonders dann, wenn man in Betracht zieht, falls sich noch einer erinnert an das Video des Bundeskanzlers von vor paar Tagen, dass die Leute in der Privatwirtschaft, die eigentlich die gesamte Wertschöpfung dieses Staates erbringen, die sollen sich jetzt noch mehr anstrengen. Also, ich finde, das muss man erwarten, dass der öffentliche Dienst sich auch anstrengt.

Was heißt das jetzt aber? Wer muss da jetzt was tun? Denn oft sind es ja öffentlicher Dienst Menschen, die in der Politik auch eine Rolle spielen. Da will man sich natürlich ungern selber jetzt ins eigene Fleisch schneiden. Ja, und das scheint auch der Grund zu sein, warum sich da gar nichts rührt, denn ähm sehr viele verdiente Partei ähm Mitglieder, die man irgendwie unterbringen will, werden dann auf Posten gesetzt, um sie zu versorgen. Und das scheint ähm niemanden groß zu empören, bzw. Also, ich glaube, das scheint nur so, denn ich habe darüber, also in der Welt dann einen Beitrag geschrieben und die Leserkommentare unter diesem Beitrag, die zeigen ein solches Ausmaß von Frustration und Wut, ähm weil eben jeder das sehen kann, er kriegt vom Staat nicht die Leistungen, die er kriegen müsste. Er wartet ewig auf Anträge. Es so viele Sachen funktionieren nicht richtig und ähm es hat aber offensichtlich gar keine Folgen, wenn Leute da blau machen oder sich äh vor der Arbeit drücken. Und das ähm das regt die Leute wahnsinnig auf.

Das heißt, ich erwarte eigentlich von der Politik das übrigens auch gesetzlich geregelt, ne? Man man muss eine sparsame Haushaltspolitik machen. Man darf nur Posten besetzen, die auch notwendig sind zur Erfüllung der Aufgaben des Staates. Und äh daran könnte sich die Politik ruhig mal wieder erinnern. Und ich denke auch, man könnte da ruhig mal arbeitsrechtlich ähm vorgehen. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass wenn man ein paar Leuten z.B. kündigt, sich die anderen also spontan besser fühlen und wieder ins Büro kommen. Also, wenn wir alles sparen müssen, dann muss die Politik da auch mal schauen, was eigentlich passiert in den eigenen Positionen.

Vielen herzlichen Dank für diese Meinung am Mittag. Gerne.