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Die Psychiatrie wartet

Said Ibrahim26:17

Transcription

Mein Name ist Tony, und heute erzähle ich euch meine Geschichte. In meiner Geschichte geht es um ein Mädchen. Es geht um ein Mädchen. Wir haben uns damals in der achten Klasse kennengelernt. Wir haben uns in der achten Klasse kennengelernt, und ich sag euch ehrlich, ich schwöre euch auf alles, was heiliges, es war Liebe auf den ersten Blick. Es war Liebe auf den ersten Blick von meiner Seite aus und auch von ihrer Seite aus. Wir haben uns verliebt, wir haben uns getroffen, wir haben zusammen Eis gegessen, wir haben zusammen gechillt. Äh, von der Nationalität und der Religion und alles mögliche hat super, super, super gepasst. Also, es gab da keine Komplikation.

Eines Tages, wir sitzen zusammen auf einer Bank, sie sagt zu mir: „Mischko, weißt du eigentlich, dass ich dich über alles auf dieser Welt liebe?" Ich: „Du liebst mich wirklich über alles auf dieser Welt, mehr als deine Eltern?" Sie sagt: „Ja, ich liebe dich auch sehr, und ich möchte, dass du meine Frau wirst." Sie sagt: „Nach der, nach der, nach der Schule, nach der Ausbildung, lass uns sofort heiraten. Wie viele Kinder möchtest du?" Ich so: „Wie viele willst du?" Sie sagt: „Nein, sag erstmal du." Ich sag ganz ehrlich: „So zwei Jungs und ein Mädchen wären schon heftig." Ich will drei Kinder. Sie sagt: „Echt?" Ich so: „Ja." Dann sagt sie zu mir: „Aber dann geht mein wunderschöner Körper kaputt." Ich guck sie an: „Ja, nicht so, was soll das heißen? Ja, du willst keine Kinder?" Sie sagt: „Das war Spaß, Schatz, entspann dich. Natürlich will ich Kinder, natürlich möchte ich mit dir eine Familie gründen."

Ich so: „Wie stellst du dir unser Leben vor? Erzähl mal." Sie sagt: „Guck mal, morgens stehe ich auf, ich werde die Kinder fertig machen, ich werde deren Brote fertig machen, ich werde sie zur Schule bringen. Dann komme ich nach Hause, wecke dich mit einem Kuss, werde ein Raha für dich machen, werde ein sehr leckeres Frühstück für dich zubereiten. Ich werde vorher zum Bäcker gehen, werde frische Brötchen holen, werde Obstplunder holen. Ich werde einen frisch gepressten Orangensaft für dich machen. Danach werde ich dich noch ein wenig verwöhnen, und irgendwann stehst du auf und gehst dann zur Arbeit. Nachdem das alles erledigt ist…“ J: „Du willst mir sagen, du machst mir Frühstück? Es gibt einen leckeren Kaffee? Es gibt noch ein Happy End, und ich kann zur Arbeit gehen?" Sie sagt: „Ja." Ich so: „Gibt es nicht ein paar Dinge, die wir vielleicht jetzt schon miteinander machen könnten, weil wir sind ja eigentlich alt genug?" Sie sagt: „Nein, nein, auf gar keinen Fall! Du, wenn du mich wirklich liebst, wartest du bis zur…“ Auf einer Seite war ich enttäuscht, ne, weil ich bin ehrlich, sie hat das so heftig erzählt, als hätte sie das schon durchlebt, weißt du? Sie hatte eine Fantasie, die war nicht mehr normal. Sie hat das so erzählt, sie hat [Musik] sogar… Ich will jetzt nicht ins Detail gehen, aber ihre Mimik, nicht ihre Gestik, ihre Mimik war so, als hätte sie das schon alles mal durchlebt. Also, sie konnte das wirklich gut, aber hatte sie nicht. Sie hat zu mir gesagt: „Wir warten jetzt erstmal bis äh bis zur Hochzeit. Vorher darfst du mich nicht anfassen. Du darfst gucken, aber nicht anfassen." Ich so: „Ja, okay." Das Thema war erstmal erledigt. Wir haben ehrlich gesagt darüber auch nicht mehr gesprochen. Wir haben andere Dinge getan. Wir haben uns, wir haben miteinander rumgeknutscht und so was halt Jugendliche miteinander machen, ne, so 12, 13, 14-Jährige.

Und irgendwann sagt sie zu mir: „Ich habe meiner Mutter darüber geredet. Meine Mutter will dich kennenlernen." Ich so: „Okay, wo denn?" Sie sagt: „Komm einfach in die Stadt um 16 Uhr. Ich warte mit meiner Mutter bei Luigi auf dich, bei dem Italiener. Zieh dir was schickes an", sagt sie zu mir. Ich so: „Ja, okay." Ich gehe nach Hause. Wie so ein richtiger Banane habe ich mich sofort fertig gemacht, weil, amin wartet, versteht ihr? Meine Schwiegermutter, das ist eine ganz wichtige Figur in der ganzen Geschichte, also in meinem Leben, weil sie ist ja die Mutter von meiner Frau. Ich muss ja einen guten Eindruck hinterlassen, versteht ihr? Auf jeden Fall gehe ich nach Hause, ich bin ziemlich… ich bin aufgeregt. Ich gehe duschen, ich habe meine Achsel rasiert, meine Achselhaare habe ich, habe ich komplett weggemacht. Schön Deo, ich habe Parfüm von meinem Vater benutzt. Ich habe meine Haare gestylt. Ich habe Aftershave von meinem Vater benutzt, obwohl ich gar keinen Bart hatte. Habe meine Mutter nach 5, 6 € gefragt, bin zum Blumenladen gegangen, habe ein, zwei Rosen gekauft und bin dann losmarschiert. Fresh, gut aussehend, Haare gestylt, meine schönsten Klamotten hatte ich an, hatte zwei Rosen dabei, eine für Mademoiselle und eine für ihre Mutter. Ich gehe hin, ich sag: „Guten Tag, mein Name ist so und so. Hier einmal eine Rose für dich, eine Rose für deine Tochter." Sie sagt: „Setz dich. Wie heißt du? Dies, das, blablabla…" Wir haben geredet, hin und her. „Wenn du meiner… wenn du meiner Tochter das Herz brichst, brech dir die Nase, brech dir die Beine!" So richtiges Manöver war die Mutter. Egal, was sie gesagt hat, ich habe einfach nur „Okay" gesagt. Hauptsache, sie hat nichts gegen mich und hauptsache, ich kriege ihre Tochter. Alles andere war mir egal.

Auf jeden Fall, nachdem sie mich richtig schön auseinandergenommen hat, mich zu größten Forze auf dieser Welt gemacht hat und mir quasi signalisiert hat: „Das Wort meiner Tochter später gesetzt, wenn ihr heiratet", habe ich alles durchgehen lassen. Hauptsache, ich kann die Liebe meines Lebens heiraten. Ein paar Monate vergehen, ich bin unsterblich in sie verliebt, ich liebe sie über alles, ich kann nicht ohne sie und sie kann nicht ohne mich. Und von heute auf morgen wurde sie anders, komisch. Sie hat äh sich weniger gemeldet. Irgendwann habe ich erfahren, sie hat neue Freunde gefunden. Sie hängt den ganzen Tag mit denen ab. Wir sind zu dem Zeitpunkt 15. Irgendwann haben wir uns immer weniger gesehen, immer weniger gesehen, und ich vermisse sie immer mehr, immer mehr, immer mehr. Ich schreibe ihr, ich renne ihr hinterher, ich sag: „Ich liebe dich." Ich schreibe ihr Liebesbriefe, ich gestehe ihr meine Liebe, wie sehr ich sie liebe. Und dann sagt sie zu mir: „Lass uns bei morgen treffen." Sag: „Ja, okay." Nächsten Tag, wir treffen uns. Sie sagt zu mir: „Ich liebe dich nicht mehr." Einfach wie so eine Seifenblase, einfach weg, einfach weg. Ich habe keine Gefühle für dich, ich liebe dich nicht, ich mag dich auch gar nicht mehr, ich will auch gar nicht mehr mit dir abhängen und ich will auch gar nicht mehr mit dir chillen. So, du stört mich irgendwie an, weil sie einfach einen Jungen kennengelernt hat mit ihrer neuen Clique, der ein bisschen besser aussah als ich. Er war nur ein bisschen, er sah nur ein bisschen besser aus als ich, und sie hat mich direkt vergessen. Ich guck sie an, ich habe sie auf meiner Sprache von oben bis unten beleidigt. Dann sagt sie: „Du bist so ein Asozialer!", spuckt so und geht weg.

Ich gehe nach Hause, ich leg meinen Kopf auf die, auf den, auf Kissen, ich fange richtig übertrieben an zu heulen. Meine Mutter kommt zu mir: „Was ist los mit dir?" Ich habe gesagt: „So und so ist passiert. Sie hat sich von mir getrennt, sie hat Schluss gemacht, dies und das." Hin und Her. Jeden Tag habe ich versucht, es zu retten. Ich bin immer wieder zu ihr gegangen, ich habe immer wieder ihr geschrieben, ich habe immer wieder ihr Briefe geschrieben. Alles habe ich [Musik] versucht, alles habe ich versucht. Und dann kriege ich einen Anruf, ein Freund von mir ruft mich an. Er sagt: „Bruder, du glaubst nicht, wer gerade wem die Nase gebrochen hat." Ich sag: „Wer? Warum?" Er sagt: „Bruder, wir sind hier gerade bei Dings [Musik] Jugendzentrum. Wir sind gerade bei Jugendzentrum. Bruder, ganz kurz für die Jungs zu Mädels, die das nicht kennen, ist ein Ort, wo die Jungs, Mädels sich einfach treffen nach der Schule, Billard spielen, Kicker spielen, Pizza backen, einfach miteinander chillen, nicht draußen auf der Straße rumhängen und einfach da chillen." Ich so: „E, und weiter?" Er sagt: „Bruder, deine Ex war auch da, und ich weiß, dass du sie über alles liebst, und ich weiß, dass du um sie kämpfst, und ver… hat sich die einfach geklärt, bitter, und der ist mit ihr auf Toilette gewesen. Halbe Stunde, halbe Stunde, und B… ich habe da auch ein paar Sachen gehört. Diese Filme mit… ich warte bis zur Hochzeit und so, Cousin, die sind glaube ich vorbei." Mein Herz fängt an zu rasen. „Diger, wer, wer hat sie geknallt? Bruder, auf Toilette, diger, was?" Und dann, was ist dann passiert? Er hat gesagt: „B… dann ein anderer B von uns weiß ja, dass du sie übertrieben liebst, und er weiß, dass… fudi auch weißt, dass du sie übertrieben liebst und dass er sie trotzdem geknallt hat, diger, und das auf Toilette, und das obwohl wir dabei sind. Das war richtig frech, Bruder. Herz… ja, das war übertrieben frech." So, was ist passiert? Er sagt: „B… Jimmy ist hingegangen, hat Toilette aufgemacht, er hat seine Mutter… er hat ihr zwei, drei Fäuste gegen die Nase… seine Nase war direkt gebrochen. Der Sozialpädagoge kam, hat ihn sofort rausgeschmissen, Krankenwagen gerufen, Polizei, ein Streifenwagen kam, haben ihn seine Daten aufgenommen, alles. Ich bin erst nicht mal weggegangen, B…" Ich so: „Echt jetzt?" Er sagt: „Ja, ich rufe Jimmy an." Ich so: „Jy, hast du das wirklich getan?" Er sagt zu mir: „Bruder, Loyalität bis zum Tod, du weißt…" Ich so: „Ich weiß, ganz ehrlich weiß ich bei dir nicht, weiß ich bei dir nicht, aber ich glaube, ich glaube wirklich, du bist auf dem Weg der Besserung, weil der Schmerz mit CHL… er sitzt tief, er sitzt sehr, sehr tief. Aber dass du den Typen die Nase gebrochen hast wegen mir, weil ich sie liebe… krank! Ich muss jetzt auflegen, bitte." Ich habe einfach aufgelegt. Ich mache mir Gedanken, diger, diese Kleine hat mich einfach… Mann, die hat mich auseinandergenommen. Ich liebe sie über alles auf dieser Welt, diger, und die mit irgendwelchen Typen auf Toilette rum… Ich bin ausgerastet, ich bin ausgerastet. Ich muss dieses Mädchen umbringen, unbedingt.

Ich bin in Depressionen verfallen, Freunde, Depressionen. Ich habe nächtelang nicht geschlafen, ich habe nicht mehr richtig gegessen, ich wurde kriminell, ich habe angefangen zu kiffen, ich habe alles mögliche gemacht, alles mögliche einfach um sie irgendwie zu vergessen, um irgendwie von diesen Gedanken wegzukommen, ihr das Leben zu nehmen, aber es hat alles nichts gebracht, Freunde. Dieses Gefühl, dass ich abends im Bett liege, heule mich kaputt mache und sie einfach mit einem glücklichen Lächeln durch die Gegend läuft und ihren Spaß hat und sich andere Jungs klar macht und hier und da und dies und das… das konnte ich so nicht akzeptieren. Mädchen, entweder du wirst meine Frau und heiratest mich oder ich bringe dich um. Aber meine Frau wirst du sowieso nicht mehr, du bist dreckig, du bist Schmutz, Schmutz, einfach Schmutz. Ich habe meine Kollegen angerufen: „Kommt her, ich halte das nicht mehr aus, brü… ich kann wirklich nicht mehr, ich kann einfach nicht mehr." Die Jungs kommen, ich sitze mit denen, ich sag: „Ich halte das nicht mehr aus, Bro. Ich muss diesen F unbedingt klatschen, definitiv. Vielleicht kriegt du auch ein, zwei Stiche von mir, dieser kleine Bastard, und sie, Bruder, die muss sterben, dicker, die muss…" Der eine sagt: „Ja, mach!", der andere sagt: „Nein!", der andere sagt: „Doch!", der andere sagt: „Nein! Du kommst in den Knast, B! Du bist 15, was weiß ich…" Jimmy guckt mich an, er sagt: „B, egal was du vorhast, ich stehe hinter dir." Ich habe gesagt: „Lasst mich jetzt bitte alleine, ich brauche jetzt meine Ruhe." Ich gehe nach Hause. Mein Vater sitzt da, guckt gerade Fernsehen, er guckt irgendwelche Nachrichten. Meine Mutter ist in der Küche, ist gerade am Abwaschen. Das Leben meiner Eltern ist eigentlich ruhig, keine Probleme, keiner klopft an der Tür, keiner sagt: „Dein So und so hat Scheiße gebaut." Keiner klopft an der Tür und sagt zu meinem Vater: „Du schuldest mir Geld." Keiner klopft an der Tür, redet schlecht über meine Mutter. Es ist eigentlich alles okay, versteht ihr? Es ist wirklich eigentlich alles okay. Aber sobald ich in meinem Zimmer bin, mich auf meinem Bett lege, diese Decke anschaue, werde ich einfach nur wütend. Ich werde einfach nur wütend. Wie kannst du, Kleine, mir so etwas antun? Wie… Ich habe meinen Plan gemacht. Ich werde sie jetzt rufen, ich werde sie abstechen. Ich weiß, dass ihre Eltern gerade auf einer Hochzeit sind, und ich weiß, dass sie zu Hause ist und auf, aufpassen muss. Wenn sie, wenn sie wirklich so eine ist, hat sie sich wahrscheinlich schon irgendeinen Typen geholt, aber es ist mir auch scheißegal, ob sie alleine zu Hause ist oder nicht. Und glaubt mir eins, glaubt es mir, ich bin bereit zu töten, gerade. Ich bin gerade bereit, einem Menschen das Leben zu nehmen. Ich bin gerade bereit, einem Menschen einfach das auszumachen. Ich bin bereit, diesem Menschen ein Ende zu setzen. Sie hat mich so krank verletzt, sie hat mich zerfleischt, zerstückelt. Ich habe kein Selbstwertgefühl mehr, ich habe keine Motivation mehr, ich habe keine Ausstrahlung mehr. Ich bin einfach nur noch ein Brack geworden wegen diesem Mädchen. Und ich beobachte sie ab und zu, wie gesagt, und sie ist ziemlich glücklich [Musik].

Ich bin in die Küche gegangen, ich habe die Schublade aufgemacht, das größte Messer rausgenommen, was es gab, und habe es hier, hier bei mir reingemacht, in den Ärmel. Ich bin losgegangen. Ich sehe schon das Haus, es ist dunkel, eine Laterne leuchtet bei ihr in der Straße, ziemlich in der Nähe von ihrem Zuhause, vor, vor vorm Eingang. Ich mache mein Handy aus. Ich bete noch ein letztes Mal für mich, dass das einfach alles jetzt läuft und ich endlich meinen Seelenfrieden kriege, weil solange diese lebt, solange das Herz in ihrer scheiß Brust schlägt, kann ich einfach nicht, nicht schlafen. Ich kann einfach nicht… Sie muss sterben. Bevor ich mein Handy ausmache, bevor ich bei dieser Tür ankomme, klingelt mein Handy. Ein Zeichen von Gott? Meine Mutter. Da steht: „Mama" und ein rotes Herz [Musik]. Ich denke mir: „Okay, es ist das letzte Gespräch meiner Mutter. Ich muss da reingehen, Bro, weil ich werde die gleich zerfleischen, und danach komme ich in den Knast." Ich gehe ran, ich sag: „Ja, Mama." Sie sagt: „Wo bist du?" Sag: „Ich bin unterwegs." „Was los?" Sie sagt: „Ich wollte dir einfach nur einmal sagen, wie sehr ich dich liebe und wie schnell diese 15 Jahre vorbeigegangen sind. Du bist so schnell groß geworden, du kriegst gerade Bart, verliebst dich in Mädchen, du hast noch so vieles vor dir, du wirst dich noch in so viele Mädchen verlieben, du wirst noch so viel Scheiße erleben, du wirst noch so oft hinfallen und wieder aufstehen, und hinfallen und wieder aufstehen. Wie ein Baby. Babys fallen immer hin und stehen wieder auf, fallen hin, stehen wieder auf. Und wir Erwachsenen sind genauso, mein Junge. Wir werden auch in unserem erwachsenen Alter hinfallen, aber auch wieder aufstehen, immer und immer wieder musst du aufstehen und weiterlaufen. Aufstehen, weiterlaufen, aufstehen, weiterlaufen. Und irgendwann läufst du, mein Junge, irgendwann läufst du, irgendwann wirst du einfach laufen, und irgendwann wirst du eine Frau finden, in der du dich so heftig verlieben wirst, wo du denkst: ‚Gott sei Dank hat das mit diesem Mädchen nicht geklappt.' Und jetzt möchte ich, dass du nach Hause kommst. Deine Mutter hat Lasagne für dich gemacht. Bitte beeil dich, das ist gleich fertig. Ich liebe dich, bis gleich, mein Sohn. Tschüss." Legt auf. Und jedes Wort von ihr ging in mein Gehirn rein, jedes Wort. Ich bin zu der Tür gelaufen, ich bin zu dieser Tür gelaufen, ich habe geklingelt. Genauso schnell wie es in mein Gehirn reinkommen ist, genauso schnell ist es auch leider wieder rausgegangen. Ich klingle, sie macht die Tür auf, sie guckt mich so richtig herablassend an. Sie sagt zu mir: „Was machst du? Was machst du hier? Was willst du hier?" Ich guck sie an und sag zu ihr: „B… als allererstes, als allererstes… bosai… das… als allererstes, das muss ich jetzt einmal ganz kurz loswerden. Zweitens, du dreckige kleine Snitch, du bist es überhaupt nicht wert, dass ich meinen Kopf… du bist eine… jeder hatte dich nach mir. Ja, hättest du wenigstens mich auch einmal rangelassen. Du tust bei mir ein auf… ein auf heilig und warte bis zu E und und keine Ahnung, was weiß ich. Di Wochen später hast du es vergessen, shus du Kleine…" Sie hat mich beleidigt, ich habe sie beleidigt. Sag: „Guck mal, du… ich habe dieses Messer raus… ich bin hier eigentlich um dich umzubringen, aber du Forze bist es nicht wert. Du bist nicht wer, dass meine Mutter wegen dir weint. Wer bist du, dass meine Mutter wegen dir weint? Wer bist du? Sag mir nur, wer du bist. Was habe ich, was habe ich nur gemacht? Ich habe dich zu einem Gott gemacht, ich habe dich zu, zu allem gemacht, ich habe dich zu meinem, zu meinem Atem gemacht, aber du bist eine… Warum ist mir das nicht klar geworden, diger? Warum ist mir das einfach nicht klar geworden, bis meine Mutter mich angerufen hat? Sie sagt: ‚Du wolltest mich umbringen, du Schwein!' Und sie nimmt sofort Telefon, sie will Polizei rufen. Ich schlag das Telefon aus ihrer Hand und ich habe ihr mit voller Wucht BAM eine Faust gegeben, genau hier unterm Auge, direkt hier. Irgendwas hat geknackt, das irgendwas kaputt gegangen, ich weiß nicht mehr, was es war, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall… Scheiße, Mann, tut mir leid, wirklich tut mir leid, aber es, es regt einfach auf, versteht ihr? Es regt mich einfach auf. Sie hat mich einfach verletzt, sie hat mich einfach geballert, versteht ihr? Eine Frau hat mich auseinandergenommen. Sie hat… Da habe ich vergessen, euch zu sagen, dass ich auch noch in der Psychiatrie war. Ich war in der Psychiatrie, ich habe eine Therapie gemacht. Sie hat mich kaputt gemacht, dieses Mädchen. Sie hat mich kaputt gemacht. Ich habe eine Zeitlang überlegt, ob ich ihr das mit dem Jugendzentrum verzeihe. Den Dreier, den habe ich euch noch gar nicht erzählt, das wollte ich auch gar nicht erzählen. Aber weißt du was? Scheiß drauf! Den habe ich euch nicht erwähnt, den wollte ich hier verzeihen, Bro. Wie tief konnte ich nur sinken? Wie tief konnte ich nur sinken, dass ich das alles durchgehen lassen wollte wegen ein bisschen Fleisch, bisschen Gusch zwischen den Beinen? Ich schwöre es, wiegt nicht mal 2 Kilo. Diese 2 Kilo hat mein Leben geballert. Ich wäre in den Knast gekommen, diger, was? 15 Jahre, die hätten mir wahrscheinlich Erwachsenenstrafe reingeballert wegen dieser Skrupellosigkeit und was weiß ich alles. Aber ich hatte gute Karten. Die Jungs haben mir auch immer wieder gesagt: „Guck mal, Cousin, du warst in der Psychiatrie, dies, das, was weiß ich, vielleicht kommst du wieder Psychiatrie auf Therapie und solche Geschichten. Du kommst vielleicht gar nicht rein." Das hat mir so diese Hoffnung gegeben, weißt du? Sie einfach aus dem Weg zu schaffen, und sie stirbt. Und dann hat sie ein Wort gesagt, das hat einfach… das fast zum Überlaufen gebracht. Das war der Moment, wo ich hätte zustechen müssen. Aber wisst ihr was? Ich habe einfach sie angeguckt, ich habe sie noch mal angespuckt, gesagt: „Ich wünsche dir noch ein angenehmes Leben, du Kleine!", und Tschüss. Ich gehe nach Hause. Meine Mutter, wie versprochen, hat Lasagne gemacht. Wir essen zusammen, sie und ich. Sie sagt: „Dein Vater kommt gleich." Mein Vater kommt von der Arbeit, er hat noch seinen Blaumann an, er wäscht sich die Hände ganz schnell und sagt: „Ich esse jetzt mit euch mit, bevor ich duschen gehe." Er hat gegessen mit uns, wir haben gelacht. Mein Vater erzählt alte Geschichten. Mein Vater erzählt so eine geile Story gerade aus der, von der Arbeit, von seinem Arbeitskollegen, den die immer hin und her scheuchen, der nichts gebacken kriegt, der überall helfen will, aber einfach nur eine Last ist. Und wir lachen uns kaputt, und ich habe sie einfach vergessen in diesem Moment. Meine Mutter hat mir mein Leben gerettet. Meine Mama hat mir mein Leben gerettet, und das hat mir einfach eine Sache bewiesen, Freunde, und ich glaube, das sollte euch oder den einen oder anderen auch hier beweisen, weil dieser Kanal hier ist dafür da, um gewissen Menschen, speziellen Menschen die Augen zu öffnen. Viele von euch haben, Gott sei Dank, keine Probleme und schauen sich das einfach nur an, weil sie vom Alltag ein bisschen runterkommen wollen. Aber es gibt viele spezielle Menschen, die können sich mit den Geschichten identifizieren, und diesen Menschen helfen diese Stories, versteht ihr? Und diese Story hat mir einfach gezeigt, oder, oder meine Mama hat mir einfach gezeigt: Es gibt nichts Wichtigeres als deine Familie, als deine Mutter, als dein Vater, als deine Geschwister, und nicht irgendeine dahergelaufene, die, die deine ganze Familie kaputt macht, Bro, ehrlich jetzt! Denk bitte darüber nach! Ich weiß, es gibt ganz, ganz viele naive Jungs. Ich habe selber ein paar Jungs aus, aus meiner Umgebung, aus meiner unmittelbaren Umgebung, die haben sich für eine Frau… die sind durchgedreht, durchgedreht für diese Frau, obwohl diese Frau nicht mal halb so viel gegeben hat, wie er… Wir haben auch natürlich ein paar andere Spezialisten, die nur Scheiße bauen und deren Frauen [Musik]… äh, ich wollte gerade ein Beispiel nennen, aber das… wenn ich das Beispiel jetzt nenne, dann ist die Ehe vorbei. Ich sag nur: Mike Wappler, falls du hier… Wir nennen ihn Mike Wappler… Scheiße, vielleicht war das sogar schon zu viel. Grüßt eure Herzen! Ja, Freunde, Message hinter der Geschichte: Es gibt nichts Wichtigeres als Mama und Papa, okay? Und vielen Dank fürs Zuhören. Abonniert den Kanal, Freunde! Und wie in der letzten Story oder nächsten Story, ich weiß nicht, was jetzt als erstes kommen wird, die Geschichten… es könnte sein, dass sie ein bisschen kürzer werden, weil mein Bruder und ich gerade was Fettes für euch planen, und deswegen habt ihr ein bisschen Verständnis, wenn sie nicht so detailliert erzählt sind und ich vielleicht direkt immer so… vielleicht jetzt so ein bisschen schneller auf dem Punkt komme. Aber es ist nicht… eigentlich egal, was man sagt, es ist nicht auch einfach nur angenehm zuzuhören. Euer Ibrahim [Musik].