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1946-03-14 Nürnberger Prozesse: Hermann Göring Befragung durch Verteidiger

Thothotep5:00:38

Transcription

Haben Sie bei der Festsetzung des Parteiprogramms mitgewirkt?

War bereits fertig und verkündet, als ich zum ersten Mal von der Bewegung hörte und als ich meinen Beitritt erklärte.

Wie stellen Sie sich zu diesen Punkten des Parteiprogramms?

Im großen und ganzen positiv. Es ist selbstverständlich, dass es kaum einen politischen Menschen geben wird, der bei einer politischen Partei sämtliche Punkte eines Programms einstimmig anerkennt oder zustimmt.

Hatte die Partei außer diesen allgemein bekannten Punkten des Programms noch weitere geheimgehaltene Ziele?

Nein.

Sollten diese Ziele mit allen auch mit ungesetzlichen Mitteln erreicht werden?

Sie sollten selbstverständlich mit allen Mitteln erreicht werden. Der Begriff ungesetzlich ist hier vielleicht zu klären. Wenn ich eine Revolution anstrebe, so mag sie für den bestehenden Staat eine ungesetzliche Aktion sein. Gelingt sie mir, so ist sie Tatsache und damit legal und Gesetz geworden. Bis zum Jahr 1923, bis zu den Ereignissen des 9. November stand ich und wir alle auf dem Standpunkt auch unter Umständen revolutionär uns durchzusetzen. Nachdem dies missglückt war, hat der Führer nach Rückkehr aus der Festung gestimmt, dass in Zukunft legal auf dem Wege des politischen Kampfes so auch wie die anderen Parteien vorgegangen wird und verbot jede Ungesetzlichkeit, um dadurch keine Behinderung in der Parteitätigkeit [Musik] hervorzurufen.

Wann und mit welchem Ziel wurde die SS geschaffen?

Die SS wurde während meiner Abwesenheit im Ausland, ich glaube 26 oder 27 geschaffen. Ihr Zweck war, so viel ich damals mich erinnere, innerhalb der Bewegung zunächst einen besonderen Kern und Schutz für die Persönlichkeit. oder die Person besser gesagt des Führers zu schaffen. Sie war zunächst außerordentlich klein.

Haben Sie zu irgendeiner Zeit der SS angehört?

Ich habe niemals und zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form, weder aktiv noch passiv der SS angehört. Die Annahme, dass sie SS General gewesen sei, ist demnach unzutreffend.

Ist absolut unzutreffend.

Was verstanden Sie unter Herrenrasse?

Ich persönlich verstand darunter gar nichts, denn in keiner meiner Reden, in keiner meiner Schriften werden Sie dieses Wort von mir finden. Ich stehe auf den Standpunkt. Entweder ist man Herr, dann braucht man es nicht zu betonen.

Was verstanden Sie mit dem Begriff Lebensraum?

Dieser Begriff ist ein sehr umstrittener. Ich habe volles Verständnis oder begreife es, wenn Mächte, die zusammen nehmen nur die vier Signatarmächte über dreiviertel der Erdoberfläche ihr eigen nennen, diesen Begriff anders auslegen. Für uns, wo 144 Menschen auf einen Quadratken, bestand der Begriff Lebensraum darin, das richtige Verhältnis der Bevölkerung für seine Ernährung, sein Wachstum und seinen Lebensstandard zu finden.

Ein Begriff, der immer wiederkehrt, ist der Begriff der Machtergreifung.

Das Wort Machtergreifung möchte ich als ein Terminus Technikus bezeichnen. Wir hätten genauso gut ein anderes Wort wählen können, aber dieses Wort drückt tatsächlich und de facto am klarsten aus, was geschehen ist. Das heißt, wir haben die Macht ergriffen.

Wie stellten Sie sich zu dem Führerprinzip?

Ich stand positiv und bewusst auf diesem Prinzip. Man darf hier nicht verwechseln, dass die politische Konstruktion in den verschiedenen Ländern auch verschieden gewachsen und entstanden ist. Was in dem einen Land ausgezeichnet passt, versagt im anderen vielleicht vollkommen. Deutschland hatte durch die langen Jahrhunderte der Monarchie schon immer ein Führerprinzip gehabt. Die Demokratie trat bei uns in einem Augenblick auf, als es Deutschland am schlechtesten ging und Deutschland auf dem Tiefpunkt stand. Ich habe gestern ausgeführt, welch politische Zerrissenheit in Deutschland herrschte. die Zahl der Parteien, die fortgesetzte Unruhe durch die Wahlen. Es hatte sich hierbei auch eine vollkommene Verschiebung der Begriffe von Autorität und Verantwortung ergeben und zwar im umgekehrten Sinne. Die Autorität ging von der Masse aus und die Verantwortung hatte die Führung oben statt umgekehrt. und ich stand oder stehe auf dem Standpunkt, dass wir Deutschland besonders in diesem Augenblick seines Tiefpunktes, wo es darauf ankam, alle Kräfte positiv zusammenzufassen, das Führerprinzip, das heißt Autorität von oben nach unten und Verantwortung von unten nach oben die einzige Möglichkeit war. Ich sehe natürlich davon ab, dass auch hier ein Prinzip zu Überspitzungen führen kann, das in sich durchaus gesund ist. Ich darf in Parallele erwähnen, die Position vielleicht der katholischen Kirche beruht nach wie vor auf dem klaren Führerprinzip seiner Hierarchie und ich glaube auch sagen zu können, dass auch Russland ohne dieses eiserne Führerprinzip der schweren Belastung in diesem Kriege ausgesetzt war nicht standgehalten hätte.

Erfolgten die gestern von Ihnen geschilderten Maßnahmen zur Festigung Ihrer Macht in vollem Einverständnis mit dem Reichspräsidenten von Hindenburg?

Solange der Reichspräsident am Leben war und damit in Aktion erfolgten sie selbstverständlich in Übereinstimmung mit ihm. und soweit verfassungsmäßig seine Zustimmung notwendig war, wie zu Paragraph 48 erfolgte auch seine Zustimmung.

Ist die nationalsozialistische Regierung durch die fremden Mächte anerkannt?

Unsere Regierung wurde vom ersten Tage ab anerkannt und blieb anerkannt bis zum Schluss. Das heißt, soweit nicht feindliche Verwicklungen die diplomatischen Beziehung mit einzelnen Staaten unterbrochen haben.

Besuchten diplomatische Vertreter des Auslandes Ihre Parteitage in Nürnberg?

Die diplomatische Vertretung wurde zu den Parteitagen als dem größten Ereignis und der größten Demonstration der Bewegung eingeladen und sie erschienen auch vollzählig, wenn auch nicht in jedem Jahr vollzählig, aber in ein erinnere ich mich ganz genau.

Bis zu welchem Jahre?

Bis zum letzten Parteitag 1938.

In welchem Umfange ist nach der Machtübernahme Vermögen politischer Gegner beschlagnahmt worden?

Es wurden Gesetze gemacht für Beschlagnahmung staatsfeindlichen Vermögens, das heißt solcher Parteien, die wir als staatsfeindlich erklärten. wurde das Parteivermögen der Kommunistischen Partei mit ihren angeschlossenen Verbänden das Parteivermögen zum Teil der sozialdemokratischen Partei beschlagnahmen, aber nicht, dies möchte ich ausdrücklich betonen, das Privatvermögen der Mitglieder oder auch nur Führer dieser Parteien. Im Gegenteil wurde einer ganzen Reihe führender Sozialdemokraten, die Minister oder Beamte gewesen waren, die Pension voll weitergezahlt. Sie wurde sogar zu einem späteren Zeitpunkt aufgebessert.

Wie erklärt sich das Vorgehen gegen die Gewerkschaften?

Zunächst die Gewerkschaften. Die Gewerkschaften in Deutschland waren in der größten Zahl oder in ihrer hauptsächlichsten Wichtigkeit aufs Ängste verbunden, sowohl mit der sozialdemokratischen Partei als auch zunehmend durch den Einfluss von die Aktivität der Kommunisten mit der Kommunistischen Partei. Es waren, wenn auch nicht formell, so de facto Organe und zwar sehr aktive Organe dieser Parteien, wobei ich nicht von der Masse der Mitglieder der Gewerkschaften, sondern von der Führungsgruppe der Gewerkschaften spreche. Es gab dann noch eine kleinere die christliche Gewerkschaft Organ Zentrumspartei. Diese Gewerkschaften stimmten durch ihre Führung und der engen Verbundenheit dieser Führung mit den von uns als gegnerisch angesehenen Parteien über der Art überein, dass sie zu unserem neuen Staat in keiner Form passten. Es wurden deshalb die Organisation der Gewerkschaften aufgelöst und für die Arbeiterschaft die Organisation der deutschen Arbeitsfront geschaffen. Die Zerstörung der Freiheit des deutschen Arbeiters erfolgte nach meiner Auffassung nicht. Im Gegenteil, ich bin der Überzeugung, dass erst wir, dem deutschen Arbeiter die wirkliche Freiheit gebracht haben, denn sie bestand in erster Linie darin, dass wir ihm sein Recht auf Arbeit wiedergaben und seine ganze Stellung im Staat hatte ganz besonders herausgehoben haben. Wir haben selbstverständlich zwei Dinge, die vielleicht als besondere Merkmale einer von mir falsch verstandenen Freiheit gewertet werden. abgeschafft, nämlich Streik auf der einen Seite und Aussperrung auf der Gegenseite. Das war mit dem Recht auf Arbeit nicht zu vereinbaren und auch nicht mit den Pflichten, die ein jeder Bürger für die Größe seines Volkes hat. Diese beiden beunruhigenden Elemente, die zu der großen Zahl auch mit der Arbeitslosen beigetragen hat, wurden beseitigt und durch eine großes Arbeitsprogramm ersetzt. Die Schaffung von Arbeit war eines der wesentlichsten Punkte. Unser Sozialprogramm ist auch von anderen, wenn auch unter anderen Namen bereits übernommen. Ich möchte nicht des Längeren dieses Sozialprogramm ausführen. Zum ersten Mal aber bekam der Arbeiter recht auf Urlaub und zwar bezahlten Urlaub. Das nur nebenbei. Es wurde für die Arbeiterschaft große Erholungsstätten gebaut. Es wurden gewaltige Summen für neue Arbeitersiedlungen investiert, der ganze Standard des Arbeiters gehoben. Arbeiter war zu diesem Zeitpunkt ausgesogen und ausgepumpt, besaß kaum noch etwas sein Eigen, weil er während der Arbeitslosigkeit der jahrelangen alles hat verkaufen oder versetzen müssen. So möchte ich ohne einzugehen auf Einzelheiten abschließend sagen, wir haben nicht eine freie Arbeiterschaft vernichtet, sondern wir haben den Arbeiter befreit von dem Elend der Arbeitslosigkeit.

Sie sprachen gestern von der Röhm-Revolte. Wer war Röhm und worin bestand die Revolte?

Röhm war seit 1931 Stabschef der SA. Das heißt, er war dem Führer, der selbst der oberste SA Führer war, für die SA verantwortlich und führte sie in seinem Namen. Die Hauptgegensätzlichkeit zwischen Röhm und uns bestand darin. Röhm wollte wie schon sein Vorgänger Pfeffer einen stärkeren revolutionären Weg gehen. während der Führer, wie ich vorhin sagte, die legale Entwicklung ihren Endsieg abzusehen war, befohlen hatte. Nach der Machtübernahme wollte Röhm unter allen Umständen das Reichswehrministerium in die Hand bekommen. [Musik] lehnte der Führer rundweg ab, da er die Wehrmacht in keiner Form irgendwie politisch führen oder auf sie einwirken lassen wollte. Der Gegensatz zwischen Wehrmacht und Röhmkreis, ich spreche nicht, bewusst betone ich das von einem Gegensatz, wer macht es A? der war nicht vorhanden, sondern ausschließlich von dieser Führergemeinschaft, die damals sich SA Führung nannte und es tatsächlich war. Er wollte die Beseitigung der Hauptanzahl der Generale von höheren Offiziere, die in der Reichswehr die ganze Zeit gewesen waren, da er auf dem Standpunkt stand, dass diese Offiziere keine Gewähr für den neuen Staat bilden würden. da ihr, wie er sich ausdrückte Rückgrat im Laufe der Jahre gebrochen worden sei und sie nicht mehr fähig wären, aktive Elemente des neuen nationalsozialistischen Staates zu sein. Führer und auch ich standen hier auf vollständig entgegengesetzten Standpunkt. Zum zweiten richtete sich das Streben, ich möchte sagen, der röhm-eingestellten Männer, auch in anderer Richtung auf einen revolutionären Akt. Sie waren gegen das, was sie Reaktion bezeichneten. Sie wollten sich einen bewusst mehr links gestellten Eindruck geben. Sie waren auch verschärft gegen die Kirche und auch sehr scharf gegen das Judentum. Sie wollten alles in allem, aber nur diese Klicke, die aus ganz bestimmten Persönlichkeiten bestanden, einer revolutionären Akt vornehmen, dass Röhm diese seine Gesinnungsmänner überall in der SA in die obersten Stellungen einschleuste. und die anständigen Elemente entfernte und die anständige und brave SA ohne ihr Wissen ihre leitete ist bekannt. Wenn Übergriffe in jener Zeit vorkamen, so lagen sie auch immer wieder bei den selben Persönlichkeiten, die in erster Linie aus dem Berliner SA Führer Ernst, dem Presslauer Heines, den Münchner Stät und so weiter bestanden. Einige Wochen vor dem Röhmputsch vertraute mir ein SA Führer an, dass er gehört habe, dass eine Aktion gegen den Führer und die zum Führer stehenden Männer der Bewegung geplant sei, damit das dritte Reich schnellstens durch das endgültige vierte Reich, wie der Ausdruck bei diesen Leuten war, abgelöst werden sollte. Ich selbst wurde gedrängt und gebeten vor meinem Hause, nicht nur Posten des Polizeiregiments stehen zu lassen, sondern abwechselnd auch eine Ehrenwache der SA zu nehmen. Ich war darauf eingegangen und hörte auch dann durch den Führer dieser Truppe nach einer gewissen Zeit, wozu diese Ehrenwache bestimmt sei, um im gegebenen Moment die Festsetzung vorzunehmen. Ich kannte Röhm gut. Ich ließ ihn kommen. Ich hielt ihm offen die Dinge vor, die ich gehört hatte. Ich erinnerte ihn an die gemeinsame Kampfzeit und forderte ihn auf, dem Führer unbedingte Treue zu halten. Er brachte ungefähr dieselben Argumente vor, die ich eben erwähnte, aber versicherte mir, dass er selbstverständlich nicht daran dachte, irgendetwas gegen den Führer zu unternehmen. Kurz darauf erhielt ich weitere Nachrichten, dass er mit jenen Kreisen enge Verbindung habe, die ebenfalls in scharfer Ablehnung uns gegenüberstanden. Das war einmal der Kreis um den früheren Reichskanzler von Schleicher. Es war der Kreis um den aus der Partei ausgeschlossenen früheren Reichstagsabgeordneten und Organisationsleiter der Partei Gregor Strasser. Das waren Kreise, die den früheren Gewerkschaften angehört hatten und erstreckten sich bis ziemlich weit links. Ich fühlte mich verpflichtet, nun mit dem Führer darüber zu sprechen. Zu meinem Erstaunen erklärte mir der Führer, dass auch er bereits die Dinge wisse und sie sehr bedrohlich ansehe. Er wollte aber die weitere Entwicklung abwarten und sorgfältig beobachten. Der nächste Akt ereignete sich ungefähr genauso wie der Zeuge Körner das hier geschildert hat. Ich kann ihn übergehen. Ich erhielt den Auftrag in Norddeutschland sofort gegen die betreffenden Männer des Röhmkreises vorzugehen. Ein Teil wurde bestimmt, dass er festgenommen werden sollte von Ernst den SA Führer von Pommern und zwei drei verfüchteter Führer im Laufe des Tages die Exekution. Er selbst begab sich nach Bayern, wo die letzte Tagung einer Reihe der Röhmführer stattfand und verhaftete persönlich Röhm und diese Leute in Wiessee. Zu diesem Zeitpunkt war tatsächlich schon die Sache bedrohlich, weil einige SA Formationen unter Vorspielung falscher Parolen bewaffnet und aufgeboten waren. An einer einzigen Stelle kam es zu einem ganz kurzen Kampf zwei SA Führer erschossen worden daraufhin. Ich übertrug die Verhaftung der Polizei, die damals auch schon im Bräuchen unter Himmler und Heidrich stand. Lediglich das Hauptquartier Röms, der selbst nicht da war, ließ ich durch ein mir unterstelltes, uniformiertes Polizeiregiment ausheben. Als das Hauptquartier des SA Führers Ernst in Berlin ausgehoben wurde, fand man in den Kellern dieses Hauptquartiers mehr Maschinenpistolen als die gesamte preußische Schutzpolizei besaß. [Musik] Nachdem vom Führer verfügt war aufgrund der Ergebnisse, die man in Wiessee vorgefunden hatte, wer aus Staatsnotstand erschossen werden sollte, wurde der Befehl zur Exekution für Ernst Heißbreck und einigen der nächsten Mitarbeiter Röhm gegeben. Es bestand kein Befehl, die anderen zur verhaftenden Leute zu erschießen. Es ist bei der Verhaftung des Reichskanzlers Schleicher dazu gekommen, dass sowohl er wie seine Frau getötet wurden. Eine darüber angestellte Untersuchung fand statt und ergab, dass bei der Verhaftung Schleicher nach Aussage der beiden Leute nach einer Pistole griff, um sich selbst vielleicht zu erschießen. Darauf hoben die beiden Leute ihre Pistolen und Frau von Schleicher warf sich dem einen an den Hals, um ihn zu fassen und er behauptet, dass dabei seine Pistole losgegangen sei. Wir bedauerten diesen Vorfall außerordentlich. Im Laufe des Abends hörte ich, dass auch andere Leute erschossen worden sein, auch solche, die mit diesem Röhmputsch überhaupt nichts zu tun hatten. Der Führer kam selben Abend nach Berlin. Nachdem ich das am späten Abend oder der Nacht gehört hatte, ging ich den nächsten Mittag zum Führer und bat ihn sofort einen Befehl zu erlassen, dass jede weitere Exekution unter allen Umständen von ihm, dem Führer, verboten sei. Obwohl noch zwei Leute, die sehr beteiligt waren und die der Führer für eine Exekution bestimmt hatte, noch am Leben waren. Diese blieben daraufhin auch am Leben. Ich bat ihn trotzdem das zu tun, weil ich die Sorge hatte, dass die Sache aus der Hand gleiten konnte, wie sie schon zum Teil wie oder wie es schon zum Teil geschehen war und ich ihm vorstellte, dass auf keinen Fall ein weiteres Blutereignis daraus werden sollte. Der Führer hat dann diese Anordnung in meiner Gegenwart getroffen. Sie wurde allen Stellen sofort übermittelt. Die Aktion wurde dann im Reichstag bekannt gegeben und durch den Reichstag als und den Reichspräsidenten als Staatsnotwehr oder Staatsnotstand äh gut geheißen, wenngleich es bedauert wurde, dass wie bei all solchen Ereignissen immer eine Reihe von Missgriffen vorkam. Die Zahl der Opfer ist vielfach übertrieben. Soweit ich mich heute noch genau darauf erinnere, sind es 72 oder 76 Menschen gewesen, von dem der größere Teil in Süddeutschland exekutiert worden ist.

Hatten Sie Kenntnis von der Entwicklung, die im Laufe der Zeit die Stellung der Partei und des Staates zur Kirche genommen haben?

Selbstverständlich. Ich möchte abschließend zu der Röhmrevolte noch betonen, dass die Personen, die auf Befehl des Führers, aber durch mich veranlasst oder der Befehl von mir weitergegeben worden ist, wie Ernst Heißbreck, Heines, glaube ich, und einige andere, dass ich dies selbstverständlich voll und ganz verantworte und positiv zu diesem Vorgehen gegen diese Leute eingestellt gewesen bin und auch heute noch auf dem Standpunkt stehe, dass ich absolut hier richtig und lichtbewusst gehandelt habe. Dieses hat mir auch der Reichspräsident bestätigt. Es hätte aber dieser Bestätigung nicht bedurft, um mich von davon zu überzeugen, dass ich hier eine Gefahr für unseren Staat abgewehrt habe.

Stellung zur Kirche.

Die Stellung des Führers selbst war eine großzügige zu Anfang. vollkommen. Ich möchte nicht sagen positiv in dem Sinn, dass Hitler selbst ein positiver oder überzeugter Anhänger irgendeiner Konfession gewesen wäre, aber großzügig und positiv in dem Sinn, dass er die Notwendigkeiten der Kirche anerkannte. Obwohl selbst Katholik wünschte er eine stärkere Stellung der protestantischen Kirche in Deutschland, da diese Deutschland zu zweit Drittel ja protestantisch war. Die protestantische Kirche zerfiel aber bei uns in Landeskirchen in verschiedene kleine Unterschiede, die die Dogmatiker sehr tragisch nehmen und weshalb sie ja früher einmal 30 Jahre lang Krieg geführt haben, die aber für uns nicht so entscheidend schien Es handelt sich reformiert, uniert, rein lutherisch. Ich bin selbst nicht Fachmann auf diesem Gebiet. Ich war zwar verfassungsmäßig als preußischer Ministerpräsident, in gewissem Sinne Sumus Episcopus der preußischen Kirche, aber befasste mich mit diesen Dingen weniger. Die Einigung der protestantischen evangelischen Kirche wollte der Führer darin sehen, dass diese einen Reichsbischof bekommen sollte. um gegenüber den hohen katholischen Kirchenfürsten auch einen protestantischen Kirchenfürsten zu besitzen. Er überließ zunächst den evangelischen Kirchen die Wahl. Sie konnten sich wie so häufig nicht einigen. Zum Schluss brachten sie, glaube ich, einen Namen, den einzigen, der uns nicht passte. So wurde dann ein Mann Reichsbischof, der das Vertrauen wohl des Führers in höherem Maße hatte, wie das der übrigen verschiedenen Landesbischöfe. Mit der katholischen Kirche ließ der Führer durch Herrn von Papen ein Konkordat abschließen. Ich selbst war kurz vor Herrn von Pabens Abschluss des Konkordates selbst beim Papst gewesen. Ich hatte über meine katholische Mutter sehr zahlreiche Beziehungen zum höheren katholischen Klerus und konnte auf diese Weise in beide Lager, ich selbst bin Protestant hineinsehen. Selbstverständlich vertrat der Führer, vertraten wir, vertrat auch ich, die Politik möglichst aus der Kirche herauszubringen. Ich fand es nicht richtig, das möchte ich offen aussprechen. an einem Tage der Priester in der Kirche in Demut sich um das Seelenheil seiner Schäflein bemüht und am nächsten Tag im Parlament eine mehr oder weniger flammende Rede schwingt. Diese Trennung war für uns für uns vorgesehen von uns vorgesehen. Das heißt, die Geistlichkeit sollte sich auf ihr Gebiet konzentrieren und von der Politik ablassen. Dadurch, dass wir in Deutschland politische Parteien mit starken kirchlichen Einschlag hatten, war hier ein ziemlicher Wirrwarr entstanden. Und so kam auch und so ist es erklärlich, dass aus dieser politischen Gegnerschaft, die zunächst auf der Parlamentsebene, auf der politischen Kampfe der Wahlschlachten stattfand, eine Kampfstimmung bei einem gewissen Teil unserer Leute gegen die Kirche sich eingestellt hatte, denn Sie man darf nicht vergessen, dass solche Wahlkämpfe Diskussionsreden vor den Wählern zwischen politischen Vertretern unserer Partei und oft Geistlichen als Vertreter der politisch kirchlich stärker gebundenen Parteien stattgefunden hatten. aus diesen Gegnerschaft und gewisser Animosität erklärt sich, dass ein ravaterer Teil, wenn ich mal diesen Ausdruck hier brauchen soll, diesen Kampf nicht vergessen hatte und nun seinerseits wieder auf eine falsche Ebene überrug. Der Führer aber stand auf dem Standpunkt, den Kirchen absolut die Möglichkeit ihrer Entwicklung und ihres Bestehens zu geben.

Ist es selbstverständlich, dass in einer Bewegung und Partei, die allmählich mehr oder weniger den größten Teil des deutschen Volkes erfasst hatte und die nun in ihrem aktiven, politisch aktiven Teil auch die politisch aktiven Menschen Deutschlands erfasst hatte, trotz Führerprinzip nicht in allem natürlich die gleiche Auffassung besitzen. Tempo, Methoden, Einstellung sind hier verschieden und so bildet sich in solch großen Bewegungen, auch wenn sie noch so autoritär geführt werden, gewisse Gruppen zu bestimmten Fragen heraus. Und wenn ich hier die Gruppe nennen soll, die in der Kirche eine immer noch eine politische, sagen wir mal nicht Gefahr, aber nicht erwünschenswerte Institution sah, so waren dies vor allem zwei Personen, die hier hervortraten. Himmler auf der einen Seite, Bormann besonders später und später viel radikaler noch wie Himmler auf der anderen Seite. Bei Himmler waren die Beweggründe weniger politischer wie mehr verworrner mystischer Art. Bei Bormann waren sie zielbewusster. Es war auch klar, dass von den der große Gruppe der Gauleiter diese und jener schärfer in diesem Kampf gegen die Kirche eingestellt war. So gab es eine Reihe von Gauen, wo alles mit der Kirche in bester Ordnung war und es gab wieder wenige andere Gau, wo hier ein scharfer Kampf gegen die Kirche stattgefunden hat. Ich persönlich habe mehrmals eingegriffen. Zunächst um nach außen meine Einstellung zu zeigen und Beruhigung zu schaffen, berief ich in dem Preußischen Staatsrat als besondere Männer meines Vertrauens, sowohl einen hohen protestantischen wie einen hohen katholischen Geistlichen. Ich selbst bin ich das, was man einen Kirchengänger nennt, aber ich bin bewusst ab und zu hingegangen und habe immer der Kirche angehört, bewusst und habe auch die Funktionen, die man kirchlich ausüben lässt, Hochzeit, Taufe, Beerdigung und so weiter steh in meinem Hause kirchlich vollziehen lassen. Der Gesichtspunkt dabei war, um in diesem Streit der Meinungen jenen Männern, die schwach von Gemüt nicht wussten, was sie tun sollten, damit zu zeigen, wenn der zweite Mann des Staates in die Kirche geht, sich trauen lässt, sein Kind taufen lässt, konfirmieren lässt, und so weiter, dann können Sie das genauso ruhig tun. Aus der Anzahl der Briefe, die ich in dieser Richtung bekommen habe, ersah ich, dass das richtig war. Im Laufe der Zeit kam auf den anderen Gebieten so auch hier eine weitere Verschärfung. Ich habe noch einmal in den ersten Kriegsjahren mit dem Führer darüber gesprochen und ihm gesagt, es geht doch jetzt darauf an, dass jeder Deutsche seine Pflicht und jeder Soldat tapfer wenn es sein muss, in den Tod geht, wenn ihm dabei sein Glaube eine Stütze und Hilfe ist, mag er nun auf dieser oder jener Konfession angehören, so kann dies nur ein Vorteil sein und jede Beunruhigung in dieser Richtung muss auch unter Umständen die innere Festigkeit des Soldaten tangieren. Der Führer stimmte mir absolut bei. ich selbst hatte in der Luftwaffe bewusst keine eigenen Geistlichen, da ich auf dem Standpunkt stand, jeder Luftwaffenangehörige kann zu dem Geistlichen und soll zu dem Geistlichen gehen, zu dem er Vertrauen besitzt. Dies wurde immer wieder in Appellen den Soldaten gesagt und Offizieren gesagt. Der Kirche selbst sagte ich, es ist gut, wenn wir eine klare Trennung haben. In der Kirche sollt ihr beten und nicht exorzieren. In der Kaserne sollt ihr exorzieren und sollt ihr nicht mit beten kommen. Auf diese Weise habe ich aus der Luftwaffe jede Erschütterung in kirchlichen Dingen von Anfang an ferngehalten und jedem seine größte Gewissensfreiheit in dieser Richtung gegeben. Die Verschärfung trat dann in rapidem Ausmaß. Ich kann dafür die Gründe eigentlich nicht richtig angeben. in den zwei oder drei letzten Kriegsjahren besonders hervor mag es mit damit zusammenhängen, dass in einen Teil der besetzten Gebiete die Geistlichen gleichzeitig besonders im polnischen Gebiet äh auch im tschechischen Gebiet starke Vertreter im nationalen Sinne waren. Und hier ist zusammenstö zu zusammenstößen ebenfalls wieder auf der politischen Ebene gab kam, die sich dann natürlich auf das kirchliche überlagerte. Ich weiß nicht, ob dies vielleicht ein Grund ist. Ich halte ihn aber für wahrscheinlich. Alles in allem möchte ich sagen, der Führer selbst war nicht gegen die Kirchen. Er sagte mir sogar einmal, es gibt gewisse Dinge, wo man auch als Führer sich nicht absolut durchsetzen kann, wenn sie reformbedürftig in der Luft liegen. Und er glaubte, dass eben in dieser Zeit auch über die Neugestaltung in kirchlichen Dingen viel gedacht und viel gesprochen würde. selbst aber fühle sich weder zum kirchlichen Reformator berufen, noch wünsche er, dass irgendeiner seiner politischen Führer auf diesem Gebiet sich Lorbeeren zu erringen versuche.

Nun sind ja im Laufe der Jahre zahlreiche Geistliche, sowohl aus Deutschland als auch insbesondere aus den besetzten Gebieten. Sie sprachen selbst eben von Polen und der Tschechoslowakei in die KZs gebracht worden. Ist Ihnen darüber etwas bekannt?

Mir war bekannt, dass zunächst in Deutschland eine Reihe von Geistlichen ins KZ gebracht worden war. Der Fall Niemöller war allgemeinbekannt. Ich möchte nicht näher auf ihn eingehen, weil er bekannt ist. Eine Reihe anderer Geistlicher wurden ins KZ eingeliefert, aber erst in den späteren Jahren, wie es eben zur Verschärfung des Kampfes gekommen war, weil sie auf der Kanzel politische Reden hielten, Kritik an Maßnahmen des Staates oder der Partei übten. Und je nachdem der Schärfe dieser Kritik wurde nun von der Polizei eingegriffen. Ich habe auch hier einmal Himmler gesagt, dass ich es nicht für klug halte, Geistliche festzusetzen. Solange Sie der Kirche reden, sollten Sie reden, was Sie wollten. Wenn Sie außerhalb der Kirche politische Reden halten würden, dann könnte er ja gegen diesen wie bei allen anderen, die staatsfeindliche Reden halten würden. Es sind auch einige Geistliche, die sehr weit in ihrer Kritik gegangen sind. nicht verhaftet worden. dass die Verhaftung von Geistlichen aus besetzten Gebieten anbelangt. So habe ich davon gehört und sagte vorhin schon, dass dies nicht auf der kirchlichen Ebene so sehr der Fall war oder gar, weil sie Geistliche waren, sondern weil sie ihm gleichzeitig sehr starke, verstehe das von Ihrem Standpunkt aus, Nationalisten waren. und somit oft in gegnerische Handlungen gegen die Besatzungsmacht verwickelt waren.

Das Parteiprogramm befasst sich in zwei Ziffern, glaube ich, mit der Judenfrage. Wie war Ihre grundsätzliche Einstellung zu dieser Frage?

Diese Frage, die ja in der Anklage so sehr stark hervorgehoben wurde, zwingt mich unter allen Umständen dazu, gewisse Voraussetzungen einzuschalten. Nach dem Zusammenbruch Deutschlands 1918 trat in Deutschland das Judentum sehr stark hervor. auf allen Gebieten, besonders stark auf dem politischen, im allgemein geistig kulturellen und ganz besonders dem wirtschaftlichen. Die Frontkämpfer kamen zurück, hatten nichts, standen vor nichts und sahen nun sehr viele jüdische Elemente, die im Laufe des Krieges aus Polen und dem Osten gekommen waren, in Positionen besonders wirtschaftlicher. Es ist ja bekannt, dass unter dem Einfluss des Krieges mit seinen Geschäften, der Demobilmachung, wiederum mit den großen Geschäftsmöglichkeiten, der Inflation und Deflation, ungeheure Verschiebungen in der und Verlagerungen in den Vermögensschichten stattfanden. Es waren sehr viele Juden, die nicht die genügende Zurückhaltung übten und immer stärker im Bilde des öffentlichen Lebens hervortraten, sodass sie zu vergleichen geradezu aufforderten der Anzahl, die sie stellten, der Beherrschung der Positionen, die Sie hatten. im Gegensatz zum deutschen Volk hinzukam, dass gerade jene Parteien, die von den national eingestellten abgelehnt wurden, ebenfalls einen keinem Verhältnis zur Zahl der Juden stehendes Führer, jüdisches Führertum aufwiesen. Dies galt nicht nur für Deutschland, sondern auch für Österreich, dass wir ja immer als einen deutschen Bestandteil ansahen. Dort war die Führung der gesamten Sozialdemokratie fast ausschließlich in jüdischen Händen. Sie spielten eine sehr große Rolle in der Politik gerade der Linksparteien. und traten dann auch sehr stark in der Presse aller Richtungen hervor. Es erfolgten damals derartige, fortgesetzte und laufende Angriffe auf alles nationale, nationalen Begriffe, nationalen Ideale. Ich erinnere daran, an all die Zeitschriften Artikel, die hier Dinge in den Schmutz zogen, die uns doch heilig waren. Ich erinnere an die Verzerrungen, die auf dem Gebiet der Kunst ebenfalls in dieser Richtung ausgeführt wurden. Theaterstücke, die das Frontkämpfertum tief in den Schmutz zogen. Das Ideal des tapferen Soldaten wurde besudelt. Ich könnte hier einen ungeheuren Stapel vorlegen an derartigen Artikeln, Büchern, Darstellungen und so weiter. Es würde dies viel zu weit führen und ich selbst bin auf diesem Gebiet auch nicht so bewandert. Dadurch entstand eine Abwehrbewegung, die nicht etwa vom Nationalsozialismus geschaffen wurde, sondern sie war vorher schon da und bestand schon während des Krieges sehr stark und kam noch viel stärker zum Durchbruch nach dem Kriege, wie der Einfluss des Judentums sich derartig auswirkte. Zudem war vieles gerade auf dem kulturellen Gebiet und geistigen Gebiet so ganz anders zum Ausdruck gebracht worden, wie es dem deutschen Empfinden entsprach. Auch hier klaffte eine große Kluft auf. Es kam henz, dass dann vor allem im Wirtschaftsleben eine schon, wenn man von der westlichen Industrie absieht, fast ausschließliche Vorherrschaft des Judentums vorhanden war und zwar von solchen Elementen, die auch von den alteingesessenen jüdischen Familien auf schärfste abgelehnt worden, als nun die Bewegung ihr Programm gestaltete, das von wenigen einfachen Leuten gemacht wurde, so viel ich weiß, war bei der Programmabfassung, Adolf Hitler selbst gar nicht einmal beteiligt oder noch nicht in der Führung, nahm auch dies Programm jenen Punkt auf, der damals als ein Abwehrpunkt stark in großen Kreisen des deutschen Volkes vorhanden war. Kurz vorher war in München die Rätepublik gewesen, die Geiselmorde und auch hier waren die Führer durchweg Juden gewesen. Man muss verstehen, dass deshalb ein Programm, das in München von einfachen Leuten entstand, diesen Punkt ganz klar mit als Abwehr aufnahm. Es kamen auch die Nachrichten von der Räterepublik in Ungarn auch wieder fast durchweg Juden. Das wirkte alles auf stärkste ein. Als nun das Programm bekannt wurde, wurde die Partei, die ja damals außerordentlich klein war, zunächst nicht ernst genommen und verlacht. Dann aber setzte ein konzentrierter Angriff der gesamten jüdischen Presse oder von ihr beeinflussten Presse auf das Allerschärfste von Anfang an gegen die Bewegung ein. Überall war das Judentum führend im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Sei es nun in der Presse, sei es auf dem Gebiet der Politik, sei es auf dem Gebiet des kulturellen Lebens durch Verächtlichmachung des Nationalsozialismus, Lächerlichmachung des Nationalsozialismus, sei es auch auf dem wirtschaftlichen Gebiet. Wer Nationalsozialist war, bekam keine Stellung. Nationalsozialistischer Geschäftsmann bekam keine Lieferung, konnte keine Annahme aufnehmen und diese Kleinigkeiten, die sich so herausstellen. Alles schaffte natürlich eine starke Abwehr auf Seiten der Partei und führte gleich von Anfang an zu einer Verschärfung des Kampfes, wie er zunächst aufgrund des Programms gar nicht beabsichtigt war. Denn das Programm wollte vor allen Dingen eins ganz klar: Deutschland sollte durch Deutsche geführt werden und wünschte die Führung, besonders die politische Schicksalsgestaltung des deutschen Volkes durch deutsche Menschen, die das Empfinden dieses Volkes ganz anders wieder geben konnten. Anders war sie. So war auch zunächst in der Hauptsache nur gedacht an die Ausschaltung des Judentums aus der Politik und der Staatsführung. Später kam dann auch der kulturelle Sektor hinzu und zwar wegen des sehr starken Kampfes, der sich gerade auf diesem Gebiet zwischen Judentum auf der einen Seite, Nationalsozialismus auf der anderen Seite abgespielt hatte. glaube, wenn hier so manches harte Wort, das von uns gegen Juden und Judentum gefallen ist, vorgebracht wurde, so wäre ich doch in der Lage Zeitschriften, Bücher und Zeitungen und Reden von der anderen Seite vorzulegen, die was Ausdrücke anbelangt und äh Beleidigungen anbelangt, nicht mehr im geringsten zu überbieten sind. Und das alles musste natürlich zu einer Verschärfung führen. Es war am Anfang nach der Machtergreifung wurden zahlreiche Ausnahmen gemacht. Juden, die am Weltkrieg teilgenommen hatten, die sich Auszeichnungen erworben hatten, wurden anders gestellt, wurden berücksichtigt, wurden nicht von äh solchen Ausschlussmaßnahmen im Beamtentum getroffen wie andere. Wie gesagt, Hauptsache Ausschaltung aus dem politischen Sektor, dann dem kulturellen. Die Nürnberger Gesetze hatten den Zweck, die Rassentrennung klar herauszustellen und vor allem den Begriff des Mischlings für die Zukunft auszuschalten, weil der Begriff Halbjud, Viertel Jude, fortgesetzt zu Differenzierungen, zu Unklarheiten auch in Stellung führen. Aber auch hier möchte ich betonen, dass ich persönlich mit dem Führer wiederholt Aussprachen über den Begriff der Mischlinge gehabt habe und dem Führer klar machte, dass auf die Dauer, wenn Deutsch und Juden klar getrennt sind, dazwischen nicht noch ein Teil sein könnte, der innerhalb des deutschen Volkes wiederum einen unklaren Bestandteil darstellt, der nicht auf der gleichen Ebene stehen würde und habe ihm hier gesagt, doch durch einen großzügigen Akt Begriff dann des Mischlings auszuschalten und diesen gleichzustellen, dem übrigen Deutschen Der Führer trifft diesen Gedanken sehr lebhaft auf und trat durchaus positiv meine Auffassung [Musik] bei und hat auch in dieser Richtung gewisse vorbereitende Anweisungen [Musik] gegeben. Es kamen dann die außenpolitisch stürmerisch stürmischeren Zeiten, Sudetenkrise, Tschechoslowakei Restbesetzung, nachher Polen Krise, die schon andeutete, sodass diese Frage der Mischlinge zurücktrat und bei Kriegsbeginn sagte mir der Führer, dass er bereit sei, die Sache positiv großzügig zu lösen, aber erst nach dem Krieg. Die Nürnberger Gesetze sollten nun für die Zukunft den Begriff der Mischlinge ausschalten durch eine klare Trennung. Es sah deshalb auch es sahen deshalb auch die Nürnberger Gesetze in ihren Strafbestimmungen niemals die Frau, sondern immer nur dem Mann vor, gleichgültig ob er Jude oder gleichgültig, ob er Deutscher war. Es durfte nicht die deutsche Frau oder die Jüdin bestraft werden. trat wieder ruhigere Zeiten ein und der Führer hatte auch immer die Auffassung, dass die Juden zunächst, wenn auch nicht an führenden

Und zur Hervortretenstellung in der Wirtschaft, aber doch in der Wirtschaft bleiben sollten, bis eine allmählich einsetzende, verstärkende, geregelte Auswanderung dieses Problem lösen sollte.

Trotz der Dauer Unruhen Schwierigkeiten, die es in der Wirtschaft gab, blieben die Juden in der Wirtschaft im großen ganzen zunächst unbehelligt. Die außerordentliche Verschärfung, die später dann eintrat, trat tatsächlich erst nach den Ereignissen '38 und dann in verschärften Ausmaße in den '30er Jahren ein.

Auch hier war natürlich wieder ein radikalere Flügel auf der einen Seite, den die Judenfrage bedeutender im Vordergrund stand wie für die andere Seite der Bewegung, wie ich überhaupt gerade an dieser Stelle betonen möchte, dass die der Begriff Nationalsozialismus als Weltanschauung ja auch verschieden aufgefasst wurde. Vom einen mehr philosophisch, vom anderen mehr mystisch, vom dritten klar und politisch. So war auch hier die verschiedenen Programmpunkte. Für den einen traten sie mehr in den Vordergrund, für den anderen weniger. Der eine sah Programmpunkt weg von "Wersil Deutschland groß und stark machen, frei zu machen", einen Hauptprogrammpunkt, der andere mehr vielleicht in der Judenfrage.

Jetzt die Pause angenehm sein. Hoffe, dass wir morgen im Laufe des Vormittags fertig werden. Morgen im Laufe des Vormittags.

[Musik]

Ich will sehen, dass ich es abkürzen kann. Werde mich bemühen es abzuk.

Welchen Anteil hatten Sie an dem Erlass der Nürnberger Gesetze vom September '35? Ich habe diese Gesetze in meiner Eigenschaft als Präsident des Reichstages hier in Nürnberg, wo zu diesem Zeitpunkt der Reichstag zusammengetreten ist, verkündet, gleichzeitig mit dem Gesetz über die neue Reichsflagge.

In der Anklage ist mal einmal die Behauptung aufgestellt, dass die Vernichtung der jüdischen Rasse ein Teil der Planung von Angriffskriegen gewesen sei. Das hat mit Angriffskriegen, Planung von Angriffskriegen, nichts zu tun. Es war auch nicht die Vernichtung der jüdischen Rasse vorher geplant.

Sind Sie beteiligt an dem Vorgehen gegen die Juden in der Nacht zum 10. Oktober '38? Möchte kurz drauf eingehen. Ich habe gestern aus dem Kreuzverhör des Zeugen Körner ersehen, dass hier ein Missverständnis entstanden ist. Am 9. November wurde der Marsch auf die Feldherrnhalle gefeiert, dadurch, dass dieser Marsch jedes Jahr wiederholt wurde und hierzu kamen auch die entscheidenden Führer der Bewegung zusammen. Dies meinte Körner, als er sagte, dass alles nach München kam. Nachdem der Marsch vorbei war, trafen sich die meisten im Münchner Rathaus zu einem Essen, an dem der Führer ebenfalls teilnahm. Ich habe an diesem Essen an keinem Jahr teilgenommen, da ich den Münchner Aufenthalt an diesem Tage benutzte, um nachmittags andere Dinge zu erledigen. Habe auch diesmal nicht an dem Essen teilgenommen, auch Körner nicht, sondern bin mit ihm zusammen am Abend mit meinem Sonderzug nach Berlin zurückgefahren.

Wie ich später erfahren habe bei der Untersuchung, hat bei diesem Essen, nachdem der Führer es verlassen hat, Göbbels bekannt gegeben, dass der schwerverbundete Gesandschaftsrat in Paris diesen Verwundungen erlegen sei. Es gab eine gewisse Erregung und daraufhin hat Göbbels scheinbar dann Worte über Vergeltung gesprochen und in seiner Art, er war vielleicht der allerschärfste Vertreter des Antisemitismus. Hier die Auslösung zu den Ereignissen sicherlich gegeben, nachdem der Führer weg war.

Ich selbst erfuhr von den Dingen tatsächlich bei Ankunft in Berlin und zwar zunächst der Schaffner meines Wagens sagte mir, in Halle habe er Brände gesehen. Eine halbe Stunde später ließ ich den Adjudanten vor, der mir meldete, dass es in der Nacht zu Krawallen gekommen sei, jüdische Geschäfte geplündert und eingeworfen sein, Synagogen seien angezündet worden. Mehr konnte ich zunächst, wusste er selbst nicht. Ich fuhr in meine Wohnung und habe sofort bei der Gestapo anrufen lassen und einen Bericht über die Vorgänge in der Nacht gefordert. Dies ist der Bericht, der auch hier angezogen worden ist und den mir der Leiter der Gestapo Heidrich über die Ereignisse machte, soweit er sie bis zu dem Zeitpunkt, also am Abend des ersten des darauf folgenden Tages, glaube ich, war es wusste.

Der Führer traf ebenfalls im Lauf des Vormittags in Berlin ein. Ich habe dort ihm gesagt, mittlerweile hörte ich, dass Gömmels mindestens stark beteiligt war als Urheber. Ich sagte dem Führer, es sei für mich unmöglich, dass derartige Vorgänge gerade jetzt geschehen. Ich gebe mir die größte Mühe im Vierjahresplan die gesamte Wirtschaft aufs Äußerste zu konzentrieren. Ich habe und hätte in Ansprachen an das Volk aufgefordert, jede alte Zahnpastentube, jeden rostigen Nagel, jedes Altmaterial zu sammeln und zu verwerten. Es wäre unmöglich, dass ein Mann, der für diese Dinge nicht verantwortlich wäre, meine schwere wirtschaftliche Aufgabe dadurch stört, dass er so viel wirtschaftliche Werte einerseits dadurch vernichtet werden, andererseits eine solche Unruhe in das Wirtschaftsleben hineingebracht.

Hört. Der Führer entschuldigte etwas. Göbbels stimmte mir aber im großen und ganzen zu, dass ich diese Dinge nicht ereignen sollten und dürften. Macht ihn auch aufmerksam, dass so kurz nach dem Münchner Abkommen diese Dinge auch außenpolitisch durchaus ungünstig von Einwirkung werden.

Am Nachmittag sprach ich nochmals mit dem Führer. Unterdessen war Göbbels bei ihm gewesen, dem ich ebenfalls in unmissverständlicher Weise telefonisch meine Auffassung in sehr scharfen Worten durchgegeben hatte. Ich sagte ihm damals noch ausdrücklich, ich hätte keine Lust für seine unbeherrschten Äußerungen nachher die Zeche zu bezahlen. Wirtschaftlich gesehen. Der Führer war mittlerweile durch Göbbels etwas umgestimmt worden, was ihm Göbbels gesagt hat, wie weit er von Erregung der Volksmenge beim Führer sprach. Von dringenden Ausgleichen weiß ich nicht. Auf jeden Fall war die Einstellung des Führers nicht mehr so wie bei meiner ersten Beschwerde.

Während wir sprachen, kam Göbbels hinzu, der im Hause war und begann mit seinen üblichen Äußerungen, dass es nicht hingenommen werden könnte, die sei nun der zweite oder dritte Mord im Ausland eines Juden an einem Nationalsozialisten. Damals fiel auch zum ersten Mal von seiner Seite der Vorschlag der Auferlegung einer Buße. Und zwar wünschte er, dass die Gaue für sich eine derartige Buße einziehen sollten und nannte auch eine ganz unverständlich hohe Summe. Ich widersprach und sagte dem Führer, wenn eine Buße, dann nur durch das Reich, denn Herr Göbbels hat hier die meisten Juden in Berlin und wäre deshalb nicht der Geeignete, diese Dinge zu machen, weil er hier am meisten interessiert sei. Außerdem, wenn solch eine Maßnahme gemacht würde, so habe nur der souveräne Staat dazu das Recht.

Nach kurzem hin und her über die Höhe wurde eine Milliarde festgelegt. Machte den Führer aufmerksam, dass natürlich unter Umständen diese Summe Rückschläge auf das Steueraufkommen haben würde. Der Führer wünschte dann ein Befehl, dass Numero auch die wirtschaftliche Lösung durchgeführt würde, damit kein weiterer Anlass zu solchen Vorkommnissen sei, sollten in erster Linie die nach außen sichtbaren und bekannten jüdischen Geschäfte arrisiert werden, besonders die Kaufhäuser, weil hier immer wieder es zu Zwistigkeiten kam, dadurch, dass Beamte und Angestellte der Ministerien, die nur zwischen 6 und 7 Uhr abends Zeit hatten einzukaufen, sich oft dahin begaben und dadurch Schwierigkeiten hatten. Er ordet dem großen dann und ganzen an, was zu geschehen habe.

Ich habe dann daraufhin die Sitzung des 12. November einberufen mit den für diese Aufgaben zuständigen Ressourcen. Führer hatte leider verlangt, dass in dieser Kommission, sollte eine Kommission eingesetzt werden, Göbbels mitvertretend sein sollte. Er war auch anwesend, obwohl ich sagte, dass er mit den wirtschaftlichen Dingen nichts zu tun habe. Es ging dann sehr lebhaft zu. Wir waren alle gereizt in dieser Sitzung. Ich habe dann die wirtschaftlichen Gesetze entwerfen lassen und habe sie dann herausgegeben. Andere Vorschläge, die außerhalb der Wirtschaftsektors lagen, Reisebeschränkung, Aufenthaltsbeschränkung, Beschränkung in Bädern und so weiter habe ich für meine Person, weil nicht zuständig dafür und weil ich nicht Auftrag für diese hatte abgelehnt. Sie sind später dann auf dem polizeilichen Sektor erlassen worden, nicht von mir, und haben dann durch mein Eingreifen verschiedene Ausgleiche und Milderungen gefunden.

Ich möchte betonen, dass ich zwar, obwohl oder besser gesagt, obwohl ich schriftlichen Auftrag und Befehl mündlich und schriftlich vom Führer gehabt habe, diese Gesetze durchzuführen und zu erlassen, ich die volle und ganze Verantwortung für diese von mir gezeichneten Gesetze auf mich nehme. Denn ich habe sie erlassen und bin damit für sie verantwortlich und denke nicht, mich hinter dem Befehl des Führers in irgendeiner Form zu verstecken.

Etwas anderes, welche Gründe führten zu der Absage an die Abrüstungskonferenz und zu dem Austritt aus dem Völkerbund? Die Hauptgründe hierfür waren vor allem, dass die anderen Staaten, die sich ebenfalls nach verlorener Abrüstung Deutschlands zur Abrüstung verpflichtet waren, dieses nicht getan haben. Der zweite Punkt war, dass man auch feststellte einen Mangel an jeder Bereitwilligkeit auf berechtigte deutsche Präventionsanträge in irgendeiner Form einzugehen. Drittens, das mehrfache Verstöße gegen Versailles und gegen die Völkerbundsatzung von anderen Staaten, Polen, Litauen und so weiter vorgekommen waren, die vom Völkerbund zunächst gerügt wurden, aber schließlich nicht abgestellt, sondern als Fakten hingenommen worden. Viertens, dass alle Beschwerden Deutschlands in den Minderheitsfragen zwar diskutiert, wohlmeinde Ratschläge gegeben wurden an die Staaten gegen die die Beschwerden vorgebracht waren, aber de facto nicht das Geringste zu ihrer Abhilfe geschehen ist. Das waren die Gründe aus dem Völkerbund und auch der Abrüstungskonferenz auszutreten.

Weshalb entschloss sich Hitler zur Aufrüstung und zur Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht? Als Deutschland ausgetreten war aus dem Völkerbund und der Abrüstungskonferenz, hat es aber gleichzeitig seinen klaren Entschluss den interessierten Hauptmächten bekannt gegeben, auf eine allgemeine Abrüstung zu kommen. Und der Führer machte nun verschiedene Vorschläge, die im Einzelnen als historisch bekannt vorausgesetzt werden können. Beschränkung auf so und so viel Mann der aktiven Wehrmacht, Beschränkung auf gewisse Waffen, Abschaffung von bestimmten Waffen, z.B. auch Bombenflugzeugen und mehr dergleichen. Jeder dieser Vorschläge wurde aber abgelehnt und kam nicht zu einer allgemeinen Ausführung, nicht einmal zur Diskussion.

Als nun die klare Erkenntnis beim Führer und bei uns feststand, dass die andere Seite nicht daran denkt, abzurüsten, sondern im Gegenteil besonders die gewaltige Macht im Osten von uns Russland eine nie dagewesene Aufrüstung durchführte, war es notwendig, zur Sicherstellung unserer vitalsten Interessen des deutschen Volkes, seines Lebens und seiner Sicherheit ebenfalls nun unsererseits freizukommen von den Bindungen und in dem Maße aufzurüsten, wie es nun mehr ausschließlich die eigenen Interessen und die eigene Sicherheit des Reiches erforderte. Damit war als erstes als erste Voraussetzung die Notwendigkeit gegeben, die allgemeine Wehrpflicht wieder einzuführen.

In welchem Umfang war die Luftwaffe an diese Aufrüstung beteiligt? Als ich im Jahre '33 das Luftfahrtministerium gründete, wurde noch nicht an einer Aufrüstung herangetreten. Trotzdem schaffte ich gewisse Voraussetzungen. Ich ging sofort an die Verbreiterung der fabrikatorischen Basis, erweiterte den Luftverkehr über das verkehrsnotwendige Maß hinaus, um eine größere Anzahl an Fliegern ausbilden zu können. Ich übernahm damals eine Reihe von jungen Leuten, Fähnrichen, Leutnants, die bei der Wehrmacht daraufhin ihren Abschied nehmen mussten, um zunächst in die Verkehrsfliegerei einzutreten, aber dort das Fliegen zu lernen. Ich war mir von Anfang an klar, dass einer der allerwichtigsten Voraussetzungen für die Sicherheit meines Volkes der Schutz auch im vertikalen Raum, das heißt in der Luft notwendig sei. Ich hatte zunächst geglaubt, mit einer Abwehrluftwaffe, das heißt mit einer Jägerwaffe vielleicht auszukommen. Bei Überlegung aber erkannte ich und möchte unterstreichen, was der Zeuge Feldmarschall Kesselring ausgesagt hatte, dass allein mit einer Jägerwaffe zur Abwehr man verloren ist, sondern dass auch zu einer defensiven Luftwaffe Bombenflugzeuge gehören, um sie offensiv gegen die feindliche Luftwaffe auf dem Boden bereits einsetzen zu können. Ließ daher auch aus den Verkehrsflugzeugen heraus Bombertypen entwickeln.

Am Anfang ging die Aufrüstung langsam vor sich. Es musste alles von Grund auf neu geschaffen werden, da in der Luft an Rüstung nichts vorhanden war. Im Jahr '35 erklärte ich dem Führer, dass ich es nun mehr für richtig halten würde, nachdem uns immer wieder Absagen auf unsere Vorschläge gegeben waren, der Welt offen zu erklären, dass wir eine Luftwaffe schaffen, für eine gewisse Voraussetzung bereits geschaffen hätte. Es geschah dies in Art eines Interviews, dass ich einem englischen Korrespondenten gegeben habe. Numero konnte ich auch in größtem Ausmaße aufrüsten. Trotzdem blieb es zunächst, wie wir es nannten, eine Risikoluftwaffe. Das heißt, insofern Risiko, als ein Gegner, der Deutschland angreifen würde, wissen sollte, dass er immerhin schon auf eine Luftwaffe treffen würde, aber doch keineswegs stark genug, um irgendwie ihrerseits in Schwergewicht zu fallen.

'36 kommt nun dies bekannte Protokoll, das dem Zeugen Bodenschatz vorgelegt wurde, wo ich sage, wir müssen von Stunde an mobilmachungsmäßig arbeiten. Geld spielt keine Rolle. Also kurz gesagt, ich übernehme die Verantwortung für das Überziehen des ETAs. Vorher nichts da war, konnte ich nur rasch einigermaßen aufholen, wenn ich die Luftwaffenindustrie einerseits mit höchsten Schichten und Touren, also mobilmachungsmäßig mit höchster Anspannung laufen ließ. Andererseits Ausbildung, Ausbau, Organisation und all diese Dinge desgleichen mit höchstem Nachdruck durchführte. Die Lage '36 kennzeichnete ich in dem Protokoll meinen Mitarbeitern als ernst. Die anderen Staaten, soweit sie ihre hatten, zwar nicht abgerüstet, aber da und dort vielleicht ihre Luftwaffe vernachlässigt, holten diese Vernachlässigung auf. Es fanden heftige Debatten über die Modernisierung, den Aus- und Aufbau der Luftwache in England statt. In Russland wurde fieberhaft daran gearbeitet. Darüber hatten wir einwandfreie Berichte. Ich komme im Falle Russland noch zur russischen Aufrüstung.

Als Spanien der Bürgerkrieg ausgebrochen war, sandte Franco einen Hilferuf an Deutschland, um Unterstützung besonders in der Luft. Man darf nicht vergessen, Franco stand mit seinen eigentlichen Truppen in Afrika, konnte nicht rüberkommen, da die Flotte in Händen der Kommunisten war oder wie sie sich damals nannte, der zuständigen Revolutionsregierung in Spanien. Das entscheidende war, dass zunächst seine Truppen nach Spanien kamen. Der Führer überlegte sich, ich drängte lebhaft, die Unterstützung unter allen Umständen zu geben. Einmal um der Ausweitung des Kommunismus an dieser Stelle entgegenzutreten. Zum zweiten aber, um eine junge Luftwaffe bei dieser Gelegenheit in diesem und jenem technischen Punkt zu erproben. Ich sandte ihm mit Genehmigung des Führers einen großen Teil meiner Transportflotte und sandte eine Reihe von Erprobungskommandos meiner Jäger-Bomber-Flugschützen hinunter und hatte auf diese Weise Gelegenheit zu erproben im scharfen Schuss, ob das Material zwecksprechend entwickelt wurde. Damit auch das Personal eine gewisse Erfahrung bekam, sorgte ich für einen starken Umlauf. Das heißt, immer wieder, wenn neue hin und die anderen zurück.

Die Aufrüstung der Luftwaffe erforderte aber als Voraussetzung die Schaffung einer ganzen Reihe neuer Industrien. Es nützte mir nichts, eine starke Luftwaffe aufzubauen und kein Benzin dafür zu haben. Musste also auch hier die Hydrierwerke auf Schärfste forcieren. Es gab auch andere Zusatzindustrien, vor allem Ding Aluminium. Und da ich nun für die Sicherheit des Reiches, die Luftwaffe bei der weiteren Modernisierung der Technik und des Krieges überhaupt der Kriegsmittel als wichtigsten Wehrmachtsbestandteil ansah, musste ich pflichtgemäß als Oberbefehlshaber alles tun, um sie aufs Höchste zu entwickeln. Und da nichts da war, musste hier aufs höchste und mit höchsten Nachdruck gearbeitet werden. Das habe ich getan.

Es ist hier viel im Kreuzverhör über vier motorige Bomber, zwei motorige Bomber und so weiter gesprochen worden. Die Zeugen gaben Auskunft, so gut sie es wussten und konnten. Sie überblicken Gebiete und äußerten ihre Ansichten von ihrem Standpunkt. Allein verantwortlich war ich und bin ich, denn ich war Oberbefehlshaber und war der Minister. Verantwortlich für die Rüstung, technisch verantwortlich für die Ausbildung, verantwortlich für den Geist der Luftwaffe. Wenn ich keine Viermotorienbomber zu Anfang oder in jenem Stadium geschaffen habe, dann nicht deshalb, weil ich Bedenken gehabt haben würde, diese könnten mir eventuell als eine Angriffsluftwaffe ausgelegt werden. Das hätte mich keinen Augenblick gestört. Ausschließlich deshalb, weil technische und fabrikatorische Voraussetzung hier nicht gegeben waren. Es war eben von meiner Industrie dieser Bomber noch nicht entwickelt, jedenfalls nicht so, wie ich ihn hätte brauchen können. Zweitens war ich noch knapp mit dem Aluminium. Und jeder halbwegs Fachmann weiß, wie viel Aluminium ein Viermotoriker schluckt und wie viel Jäger bzw. schnelle Zweimotorige Bomber ich dafür bauen kann.

Ich musste mir zunächst einmal ansehen, wer kommt als Gegner, Kriegsgegner für Deutschland zunächst in Frage und reichen die technischen Voraussetzungen für Begegnung eines solchen Angriffes, der auf Deutschland kommen würde, aus. Als Gegner kam in Frage Russland. Wenn ich als Hauptgegner ansah, es kam aber auch in Frage England, Frankreich, auch Italien. Ich musste ja mit allen pflichtgemäß rechnen. Für den europäischen Kriegsschauplatz genügten mir zunächst Bomber, die die wichtigen Zentren der Rüstungsindustrie und eines feindlichen Luftangriffes erreichen konnten. Ich brauchte also zunächst keine, die darüber hinausgingen. Es war wichtiger mehr zu besitzen, die diese Möglichkeit hatten. Aber ich habe ja in der Ansprache an die Luftzeugindustrien keinen Zweifel darüber gelassen, dass ich sehnlichst und dringend einen Bomber wünschte, der auch mit der notwendigen Bombenlast nach Amerika fliegen könnte und wieder zurück. Ich habe sie aufgefordert, eifrigst daran zu arbeiten, für den Fall, dass hier Amerika in einen Krieg gegen Deutschland eintreten würde. Ich ebenfalls die amerikanische Rüstungsindustrie belangen könnte. Es war also nicht an dem, dass ich sie nicht wollte. Ich habe sogar, wie ich mich erinnere, ein größeres Preisausschreiben für Bomber gemacht, die in großen Höhen und damit mit großen Geschwindigkeiten große Strecken überwinden konnten. Bereits vor Kriegsbeginn haben wir ja schon den Propeller, das propellerlose Flugzeug zu entwickeln begonnen.

Alles in allem möchte ich abschließend sagen, ich habe alles [Musik] getan, was unter den damaligen technischen und fabrikatorischen Voraussetzungen an höchstem Maß für den Aufbau und die Aufrüstung einer starken Luftwaffe getan werden konnte. Und bei den damals technischen Erkenntnissen, dass nach 5 Jahren Krieg andere technische Erkenntnisse und taktische Erkenntnisse auftreten können, ist ein Erfahrungsgrundsatz. Ich wollte bereit sein, eine Luftwaffe zu besitzen, die wie auch die politische Lage sich entwickeln sollte, stark genug wäre, das Vaterland zu schützen und stark genug dem Feind des Vaterlands Schläge beizubringen. Es ist durchaus richtig, wenn der Herr Oberrichter Jackson gefragt hat, ob die schnelle Erledigung Polens und Frankreichs darauf zurückzuführen ist, dass die deutsche Luftwaffe hier nach modernen Grundsätzen so ausgiebig mitwirkte. Es war dies die entscheidende und die tatsächliche Voraussetzung hierfür, wie andererseits, was mich nichts angeht, dass der Einsatz der amerikanischen Luftwaffe auch die Voraussetzung für den Sieg der Alliierten war.

Hing mit diesem Aufbau zusammen, dass ihnen die Kontrolle über die Rohmaterialien bereits im April 1936 übertragen wurde. Ich brauche nicht wiederholen, was der Zeuge Körner gestern ausgeführt hat oder vorgestern über die allmähliche Entstehung und Einschaltung meiner Person in die Wirtschaftsführung. Es ging, der Ausgangspunkt war die landwirtschaftliche Krise '35. Im Frühsommer '36 kamen der damalige Kriegsminister von Blomberg, der damalige Wirtschaftsminister, Reichsbankpräsident Dr. Schacht und Minister Kerl zu mir, ob ich bereit wäre, ihren Vorschlag, den sie dem Führer unterbreiten wollten, beizutreten, dass ich als Rohstoff- und Devisenkommissar eingesetzt würde. Bestand Einigkeit, dass ich hier nicht als wirtschaftlicher Fachmann auftrat, das war ich nicht, sondern dass es darum ging, die Schwierigkeit bei der Knappheit der Devisen, die sich im Ausgleich dauernd durch die Anforderung befinden mussten und gleichzeitig die scharfe Heranschaffung und Aufbau von Rohstoffen, dass hierzu eine jemand notwendig war, der Maßnahmen, die vielleicht ohne weiteres nicht verstanden wurden und Volk durch seine Autorität einmal gedeckt würden und zweitens, dass ich auch auf diesem Gebiet nicht als Fachmann, wohl aber als Treiber, als meine Energie einsetzen sollte. Minister Schacht, der der Fachminister war, hatte Schwierigkeiten mit der Partei. Er war nicht Parteimitglied. Er war zwar beim Führer und bei mir damals in hohem Ansehen, aber weniger bei der Parteigenossenschaft. Und es bestand die Gefahr, dass die Maßnahmen, die richtig waren, von dort nicht verstanden wurden. Und hier wäre ich nun der richtige Mann, dem Volk und der Partei gegenüber, die Dinge abzudecken. So kam es dazu. Aber da ich als Luftfahrtminister sehr wie von ausführte interessiert war an Rohstoffen, schaltete ich mich stärker und stärker selbst ein. Es kam auch die Differenzen zwischen Landwirtschaft und Wirtschaft über die Wiesen stärker zum Ausdruck, sodass ich selbst Entscheidungen fällen musste und in verschärften Maßnahmen sie fällte. Und dadurch kam ich in die ganze Wirtschaftsführung hinein und widmete sehr viel meiner Aufgabe und Zeit und Arbeit der Beschaffung vor allem Dingen der notwendigen Rohstoffe für die Sicherung der Wirtschaft und für die Sicherung der Aufrüstung. Daraus entstand dann der Vierjahresplan, der mir plenare Vollmacht gab.

Mit welchem Ziel der Vierjahresplan? Wie bitte? Welches Ziel hatte der Vierjahresplan? Der Vierjahresplan hatte zwei Ziele. Erstens, die deutsche Wirtschaft soweit irgendmöglich, besonders auf dem landwirtschaftlichen Sektor krisenfest zu machen. Zweitens für den Fall eines Krieges Deutschland blockadefest soweit wie irgendmöglich zu machen. Es war also notwendig einmal die Landwirtschaft auf das äußerste und die äußerste Kraft zu steigern, richtig zu erfassen, zu lenken, den Verbrauch zu steuern und hier Vorräte durch Verhandlungen mit dem Ausland und so weiter einzulagern. Zweitens zu überprüfen, welche Rohstoffe, die bisher eingeführt wurden, in Deutschland selbst gefunden, erzeugt, geschaffen werden konnten. Welche Rohstoffe Einführung Schwierigkeiten machten durch andere, die leichter zu beschaffen waren, ersetzt werden konnten. In Kürze auf dem landwirtschaftlichen Sektor, Ausbau jeder verfügbaren Fläche, Regulierung des Anbaus nach Notwendigkeit der Früchte, Steuerung der Viehwirtschaft. Sammlung von Reserven für Notzeiten und schlechte Ernten auf dem gewerblichen Sektor, Schaffung von Industrien, die Grundstoffe lieferten. Erstens, Kohle war an sich genügend da. Die Förderung musste aber ganz erheblich und ganz bedeutend gesteigert werden. Kohle, Urohstoff, von dem die anderen Dinge ausgingen, Eisen. Unsere Hüttenindustrie hatte sich derartig vom Ausland abhängig gemacht, dass im Falle einer Krise hier die verhängnisvollsten Lagen eintreten konnten. Verstehe, dass es vom rein finanziellen und geschäftlichen Standpunkt richtig war. Wir mussten aber trotzdem daran gehen, die deutschen Erze, die da waren, allerdings in viel schlechterem Gehalt wie die schwedischen Erze zu fördern und bereitzustellen, die Industrie zu zwingen, zunächst zu mischen und sich auch mit diesen deutschen Erzen abzufinden. Ich ließ ihr leichtfertigerweise ein Jahr Zeit. Da sie dann immer noch nicht an die Erschließung ging, gründete ich die Reichswerke, die dann meinen Namen bekamen, eine Reichsgesellschaft, zunächst zur Erfassung der im deutschen Boden ruhenden Eisenärze und der Erstellung des größten Hüttenwerks, Walzwerks und Stahlwerks. Die Gründung der Hydrierwerke, Aluminiumwerke und verschiedene anderen und dann die Entwicklung der sogenannten Kunststoffindustrie, um notwendige schwererhaltende Rohstoffe, die nur aus dem Ausland bezogen werden konnten, auszugleichen. Dazu gehört auch auf dem Textilgebiet die Umstellung, die Faserindustrie. Das war in großem ganzen die Aufgabe des Vierjahresplans. Natürlich war darin eine dritte Frage von Bedeutung, die Arbeiterfrage. Der Ausgleich musste auch hier geschaffen werden. Die wichtigen Industrien mussten Arbeiter enthalten, unwichtige Industrien mussten sie abgeben. Die Steuerung dieses Arbeitseinsatzes, der sich vor dem Krieg der rein intern in Deutschland auswirkte, war ebenfalls Aufgabe des Vierjahresplans und der Abteilung Arbeitseinsatz. Der Vierjahresplan selbst war sehr rasch äh hatte sehr rasch einen zu großen Umfang als Behörde angenommen. Ich übernahm dann für zwei Monate nach Weggang von Dr. Schacht das Wirtschaftsministerium, baute den Vierjahresplan dort ein und behielt dann nur einen ganz kleinen Mitarbeiterstab und führte die Aufgaben mit Hilfe der vorhandenen und zuständigen Ministerien durch.

Lag der Durchführung dieser Pläne das Ziel zugrunde einen Angriffskrieg vorzubereiten? Nein, das Ziel der Pläne war, wie ich sagte, Deutschland krisenfest in der Wirtschaft und blockadefest für den Fall eines Krieges zu machen und selbstverständlich im Vierjahresplan die Voraussetzung für die Aufrüstung mit durchzuziehen. Das war ja auch eine seiner wichtigen Aufgaben.

Wie kam es zu der Besetzung des Rheinlandes? Die Besetzung des Rheinlandes ist nicht, wie hier behauptet wurde, von langer Hand vorbereitet gewesen, sondern das, was vorher besprochen war, handelt es sich nicht um Besetzung des Rheinlandes, sondern für den Fall, dass Deutschland angegriffen würde, für Mobilmachungsmaßnahmen im Rheinland. Zur Besetzung des Rheinlandes kam es aus zwei Gründen. Die Balance, die durch den Locarnopakt geschaffen worden war, war in Westeuropa gestört worden. Dadurch, dass ein neuer Faktor im Beistandssystem Frankreichs auftrat, nämlich Russland, mit einer damals schon außerordentlichen Präsenzstärke seiner Wehrmacht. Weiter kam das russisch-tschechoslowakische Bündnis oder Beistandspakt. Damit war die Voraussetzung nach unserer Auffassung für Locarno weggefallen. War nun eine solche Bedrohung für Deutschland eingetreten oder die Möglichkeit einer solchen Bedrohung, dass es eher von Pflicht vergessen von der Regierung gewesen wäre, würde sie nicht alles getan haben, um auch hier die Sicherheit des Reiches zu gewährleisten. Sie nahm deshalb von ihrem souveränen Recht als souveräner Staat und souveränes Reich machte sie Gebrauch und befreite auch von der entwürdigenden Verpflichtung einen Teil des Reiches nicht unter seinen Schutz zu stellen, sondern nahm auch diesen wichtigen Teil des Reiches nun mehr unter seinen Schutz und zwar durch die Anlage einer starken Befestigung.

Nun ist ja die Anlage einer solch starken Befestigung und einer solch teuren Befestigung und solch einer umfangreichen Befestigung nur dann gerechtfertigt, wenn man diese Grenze als eine definitive und endgültige ansieht. Wenn ich beabsichtige meine Grenze in absehbarer Zeit hinauszuschieben, dann kann es niemals möglich sein, ein solch kostspieliges und das ganze Volk so belastendes Unternehmen wie den Bau des Westwalls festzulegen. Geschah dies, das möchte ich hier ganz besonders betonen, von Anfang an in einer absoluten defensiven Richtung und war eine defensive Maßnahme, sicherte die Westgrenze des Reiches vor einer Bedrohung, die durch das neue eingetretene Zusammenspiel oder durch den neu eingetretenen Kräfteverschiebung, Beistandspakt Frankreich-Russland bedrohlich für Deutschland geworden war.

Die tatsächliche Besetzung, nun der Entschluss hierzu, das Rheinland zu besetzen, wurde sehr kurzfristig gefasst. Die Truppen, die in das Rheinland einmarschierten, waren so geringfügig, die sind historisch ja fest, dass sie eigentlich nur eine programmatische Besetzung darstellten. Die Luftwaffe selbst konnte überhaupt nicht zunächst in das linke Rheinlandgebiet, weil keine entsprechende Bodenorganisation da war. Sie ging in die sogenannte entmilitarisierte rechtsrheinische Zone Düsseldorf und andere Städte. Es war also nicht so, als ob nun plötzlich das Rheinland mit einer großen Welle von Truppen besetzt wurde, sondern es war wie gesagt einige Bataillone, wenige Bataillone, die zunächst einmarschierten, um damit programmatisch zu erklären, das Rheinland ist nun auch in dieser Beziehung wieder unter die volle Souveränität des souveränen Reiches getreten und wird in Zukunft ebenso geschützt werden.

Welche Ziele verfolgte Hitler mit der Schaffung des Reichsverteidigungsrates und dem Erlass des Reichsverteidigungsgesetzes? Der Reichsverteidigungsrat hat hier in den letzten Monaten eine große Rolle gespielt. Ich bitte nicht missverstanden zu werden. Ich glaube, dass in diesen Monaten mehr von ihm gesprochen wurde, als er seit Bestehen jemals hat sprechen können. Zunächst heißt es Reichsverteidigungsrat und nicht Reichsangriffsrat. Der Reichsverteidigungsrat ist eine solche Selbstverständlichkeit. Er ist in jedem anderen Land vorhanden in irgendeiner Form. Mag nun der Name so sein oder nicht. Zunächst bestand ein Reichsverteidigungsausschuss schon vor unserer Machtergreifung. Und in diesem Reichsverteidigungsausschuss waren Referenten aller Ministerien, um die Mobilmachungsvorbereitungen oder mobil besser gesagt Mobilmachungsmaßnahmen, die sich automatisch bei irgendeiner Verwicklung, sei dass man in Krieg kommt oder dass die Möglichkeit besteht oder dass andere Staaten an der Grenze Krieg führen und man auf seine Neutralität aufpassen muss. Sind dies die normal laufenden Maßnahmen Feststellung, wie viel Pferde ausgehoben werden müssen bei Mobilmachung, welche Fabriken umgestellt werden müssen, ob die Brotkarte einzuführen ist, die Fettkarte einzuführen ist, welcher Abrollen des Verkehrs und all diese Dinge. Ich brauche nicht näher drauf einzugehen, weil sie eine solche Selbstverständlichkeit sind. Diese Besprechungen fanden im Reichsverteidigungsausschuss Referentenbesprechung geleitet von dem damaligen Chef des Ministeramtes äh im Reichskriegsministerium Heidelstadt. Der Reichsverteidigungsrat wurde nun zunächst vorsorglich, als die Wehrmacht wieder eingeführt wurde, bestimmt, blieb aber auf dem Papier. Ich selbst bin, glaube ich, stellvertretender Vorsitzender oder Vorsitzender, ich weiß es nicht. Habt's hier gehört. Ich versichere unter meinem Eid, dass ich niemals und zu keinem Zeitpunkt an einer einzigen Sitzung teilgenommen habe, wo der Reichsverteidigungsrat als solcher einberufen wurde. Diese Besprechungen, die notwendig für die Reichsverteidigung waren, wurden in ganz anderem Zusammenhang, in anderer Form, je nach Notwendigkeit geführt. Selbstverständlich wurden Besprechungen über die Verteidigung des Reiches geführt, aber in Form des Reichsverteidigungsrates, er war da, er bestand, glaube ich, auf dem Papier, trat es nicht zusammen, aber selbst wenn, so wäre das ja nur sinngemäß gewesen, es wird ja hier von Verteidigung gesprochen und nicht von Angriff.

Das Reichsverteidigungsgesetz, das heißt besser gesagt der Ministerrat für die Reichsverteidigung, das meinen Sie wohl, der wurde erst einen Tag vor Kriegsausbruch etabliert, weil der Reichsverteidigungsrat nicht da war praktisch. Nun war dieser Ministerrat für die Reichsverteidigung ist nicht gleichzusetzen, etwa ein Beispiel zu nehmen, dem sogenannten Kriegskabinett, wie es in England gebildet wurde nach Ausbruch des Krieges und vielleicht auch in anderen Staaten, sondern dieser Ministerrat sollte in einem abgekürzten Verfahren. Nun die notwendigen Kriegserlasse, Kriegsgesetze für den täglichen Ablauf und Volk in der Bevölkerung schaffen unter weitgehendster Entlastung des Führers, der sich die Operationen, die die Führung der militärischen Operationen ja selbst vorbehalten hatte. Der Ministerrat hat deshalb zunächst auch die Gesetze alle erlassen, die ebenfalls ich nicht erwähnen möchte, normal sind für jeden Kriegsbeginn in jedem Land. Er hat in der ersten Zeit drei, vier Mal noch getagt, dann nicht mehr. Ich habe dann ebenfalls nicht mehr die Zeit gehabt und zur Abkürzung des Verfahrens wurden die Gesetze entweder im Umlauf durchgebracht, erlassen und schon ein Jahr darauf oder anderthalb Jahre darauf, ich weiß es nicht mehr genau, hat der Führer die Gesetzgebung in direkten Gesetz-Erlass-Verfahren wieder stärker an sich gezogen. Ich habe dann viele Gesetze mitgezeichnet in meiner Eigenschaft als Vorsitzender dieses Ministerrates, aber das fiel dann in den letzten Jahren auch fast gänzlich fort. Getagt hat dieser Ministerrat nach '40, glaube ich, überhaupt nicht mehr.

Die Anklagebehörde hat ein Dokument vorgelegt. PS 22261. In diesem Dokument ist ein Reichsverteidigungsgesetz vom 21. Mai '35 erwähnt, das auf Anordnung des Büros zunächst ausgesetzt worden ist. Ich lasse Ihnen diese Urkunde ein vorlegen und bitte dazu Stellung zu nehmen.

[Musik]

Kenne ich. Wollen Sie bitte dazu äußern? Nachdem der Reichsverteidigungsrat vorher bestand, war für den Fall einer Mobilmachung, Fall der Mobilmachung ein Reichsverteidigungsgesetz im Jahr '35 vorgesehen worden. Die Zustimmung, also oder der Beschluss besser gesagt war im Reichskabinett gefasst. Und dieses Gesetz galt dann für den Fall einer Mobilmachung, sollte es in Kraft treten. Tatsächlich ist es aber abgelöst worden, als die Mobilmachung eintrat durch das ebenerwähnte Gesetz über den Ministerrat für die Reichsverteidigung. In diesem Gesetz wurden nun, das ja vor dem Vierjahresplan lag, nämlich '35, ein Generalbevollmächtigter für die Wirtschaft geschaffen, für den Mobilmachungsfall zunächst und ein Generalbevollmächtigter für die Verwaltung. Das heißt also, wenn es zum Kriege kommt, sollte die Ressource der gesamten Verwaltung durch einen Minister zusammengefasst werden und die ganzen Ressource, die mit Wirtschaft und Rüstung zu tun hatten, ebenfalls durch einen Minister. Der eine, der Generalbevollmächtigte für die Verwaltung trat mehr oder weniger vorher vor der Mobilmachung überhaupt nicht in Erscheinung. Der Generalbevollmächtigte für die Wirtschaft hingegen, sollte ohne, dass dieser Titel in die Öffentlichkeit kam, schon mit seinen Aufgaben sofort beginnen. Das war auch notwendig. Daraus vielleicht erklärt sich am klarsten, dass es bei Schaffung des Vierjahresplanes zu zwangsläufigen Reibungen zwischen dem Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft und dem Beauftragten für den Vierjahresplan kommen musste, weil beide mehr oder weniger ähnliche oder selbe Aufgaben hatten, als deshalb '36. Ich beauftragt wurde für den Vierjahresplan hörte praktisch die Tätigkeit des Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft auch Präsident. Soll ich jetzt aufhören mit den Fragen? Es ist [Musik] [Musik]

Hier ist wiederholt eine Bezeichnung aufgetaucht. Reichsforschungsrat. Um welche Einrichtung handelt es sich [Musik] dabei? [Musik] Ich glaube, es war im Jahr 1943, als ich den Auftrag erhielt, die gesamte deutsche Forschung in Sonderheit, soweit sie für die Kriegführung dringend notwendig war, zusammenzufassen. Leider geschah diese Zusammenfassung viel zu spät. Es sollten Parallelforschungen vermieden und ebenso unnötige Forschungen ausgeschaltet werden. Konzentration der gesamten Forschung auf die kriegswichtigsten Probleme. Ich selbst wurde Präsident des Reichsforschungsrates und stellte die Richtlinien für diese Forschung auf und fasste diese Forschung in den eben angedeuteten Sinne zusammen.

Steht damit im Zusammenhang das Forschungsamt der Luftwaffe? Nein, das Forschungsamt der Luftwaffe war etwas absolut anderes. Hatte mit Forschung einerseits und mit der Luftwaffe andererseits nicht das Geringste zu tun. Der Ausdruck war eine Art Camouflage, denn als wir an die Macht kamen, war ein ziemliches Durcheinander in dem technischen Teil der Überwachung wichtiger Nachrichten. Ich habe deshalb zunächst das Forschungsamt gegründet. Das heißt, eine Stelle, wo alle technischen Einrichtungen zur Überwachung des Funkbetriebes, des der Telegrafie, der Telefonie und aller sonstigen technischen Einrichtung möglich war. Da ich damals nur Reichsluftfahrtminister war, konnte ich diese Apparatur bei mir unterbringen und wählte diesen Camouflageausdruck. Der Apparat diente dazu, vor allem Dingen die auswärtigen Missionen, die äh wichtigen Persönlichkeiten, die mit dem Ausland telefonierten, telegrafierten, funkten, wie das überall und in allen Staaten üblich ist, zu überwachen, zu deschiffrieren und den einzelnen Ressource dann die Auswertung zuzustellen. Das Amt hatte keinen Agentendienst, keinen Nachrichtendienst, sondern war eine rein technische Stelle. Erfasste Funkspruch, erfasste Telefongespräch, wo es befohlen war zu überwachen, erfasste die Telegramme und gab die Auswertung an die interessierten Stellen. In diesem Zusammenhang kann ich betonen, dass ich auch viel über die Meldungen des Herrn Messerschmidt, die hier eine Rolle spielten, gelesen habe.

habe. Er war zeitweise der Hauptlieferant für derartige Meldungen.

Welchen Zweck, welche Bedeutung hatte der geheime Kabinettsrat, der ein die Zeit nach der Machtübernahme geschaffen wurde?

Im Februar 1938 kam es zum Rücktritt des Kriegsministers Feldmarschall von Blomberg. Gleichzeitig durch besondere Umstände trat der Oberbefehlshaber des Heeres General Oberst von Fritsch zurück oder besser gesagt verabschiedete ihn der Führer. Diese Zusammenfall dieser beiden Ausscheidungen oder Verabschiedungen belasteten in den Augen des Führers nach außen hin etwas stark die Wehrmacht. Er wollte nun eine gewisse Ablenkung und diese Änderung in der Wehrmacht durch ein Gesamtrevirement nach außen hin von dem einzigen Punkt der Wehrmacht abzulenken. Er sagte dabei, er wollte vor allem daran denken, das Außenministerium zu wechseln, da nur dieser Wechsel stark im Ausland notifiziert würde und das Augenmerk von den militärischen Dingen abzulenken geeignet sei.

Ich habe damals dem Führer auf das Lebhafteste widersprochen. In persönlichen langwigen und langstündigen Unterredungen habe ich ihn dringend gebeten, von einem Wechsel des Außenministeriums Abstand zu nehmen. Er glaubte aber darauf bestehen zu müssen.

Nun tauchte die Frage auf, was nach dem Rücktritt oder dem Wechsel, besser gesagt von Herrn von Neurat zu geschehen habe. Der Führer wollte ein von Neurat, den er persönlich sehr hoch schätzte, absolut im Kabinett behalten. Ich selbst habe immer meine Verehrung für ein von Neurat Ausdruck gegeben, um nun nach außen kein Absinken im Prestige des Herrn von Neurad herbeizuführen, kam ein Vorschlag, der ausschließlich von mir selber und allein ausging an den Führer. Ja, ich sagte ihm, um auch nach außen noch wenigstens erscheinen zu lassen, als ob Herr von Neurat nicht völlig von der Außenpolitik zurückgezogen sei, schlüge ich vor, ihn zum Vorsitzenden des Geheim Kabinettsrates zu machen. Einen solchen Rat gebäe es zwar nicht, aber der Ausdruck wäre sehr schön und es könnte sich jeder darunter irgendetwas vorstellen.

Der Führer sagte, wir können ihn aber nicht zum Vorsitzen machen, wenn wir keinen Rat haben. Daraufhin sagte ich, dann machen wir einen. und schrieb aus dem Handgelenk einige Personen auf. Wie wenig diesem Rat wertbeilichte mag daraus hervorgehen, dass ich glaube ich selbst als einer der letzten drin erscheine. Die äußere Form nun wurde noch gegeben Beratung in der Außenpolitik. Als ich zurückkam, sagte ich zu meinen Freunden, ich glaube, die Sache ist ganz gut gegangen, aber der Führer lässt sich schon von einem Außenminister wenig beraten, von einem Kabinettsratender der Außenpolitik schon gar nicht zu tun. werden wir damit nichts haben.

Ich erkläre unter Eid, dass dieser Kabinettsrat nie zu keinem Zeitpunkt, auch nur für eine Minute zusammengetreten ist, nicht mal zu seiner Konstitution. Ein Teil der Mitglieder weiß ich nicht, ob überhaupt Kenntnis hatte, dass sie dazu gehört.

Wann hat das Reiskabinett zuletzt getagt? Soweit ich mich erinnere, war die letzte Tagung des Reichkabinettes 1937. Und soweit ich mich erinnere, habe ich sogar die letzten Sitzungen bereits präsidiert, nachdem der Führer kurz zu Beginn weggegangen war. Der Führer hielt nichts von Kabinettsitzungen. Es war ihm der Kreis zu groß und es wurde ihm vielleicht auch zu viel dabei in seine Absichten gesprochen und der wollte es dann und dort anders haben. Von da ab haben nur mehr Einzelbesprechungen, einzelne oder zusammengefasste Besprechungen von interessierten Ressourministern stattgefunden, nachdem die Minister mit Recht dies als doch etwas für ihre Arbeit erschwerend empfanden, wurde dadurch ein Ausgleich geschaffen, dass ich unter der Firma für Jahresplan häufiger die Minister zusammenrief, um Ihnen über die allgemeinen Dinge zu sprechen. hingegen wurde niemals im Kabinett oder Ministerrat irgendeine politische Entscheidung von Tragweite, wie sie später im Anschluss Österreich, Sätenland, Tschechoslowakei schließlich und endlich sich zum Kriege führte im Kabinett besprochen oder erörtert.

Ich weiß, wie sehr der Führer Wert drauf legte, dass bei all diesen Dingen nur die Minister etwas ganz kurzfristig erfahren sollten, die unbedingt arbeitsmäßig einzuschalten waren. Ich kann daher auch hier unter meinem Eid bestätigen, dass eine Reihe von Ministern den Ausbruch des Krieges oder den Einmarsch in die Tschechoslowakei oder Sudenland oder Österreich genauso wie jeder andere deutsche Staatsbürger erst am nächsten Morgen durch Radio oder Presse erfahren haben.

Welchen Anteil hatten Sie an dem Zustandekommen des Münchner Abkommens im September 38?

Der Anschluss der Sodenutschen oder besser gesagt die Lösung der Soden deutschen Frage war meinerseits stets und immer als notwendig betont worden. Ich habe auch dem Führer gegenüber nach dem Anschluss Österreich gesagt, ich bedauere es, falls seine Auslassungen falsch verstanden würden in der Richtung, als ob mit dem Anschluss Österreichs diese Frage abgeschlossen sei. Ich habe Lord Hifex November 1937 erklärt der Anschluss Österreichs, die Lösung der Säendeutschen Frage im Sinne der Rückkehr der Sätenutschen und die Lösung der danziger Frage und eines Korridors seien integrierende Bestandteile der deutschen Politik, ob diese nun heute von Hitler, morgen, von mir oder von irgendeinem anderen geführt würde. Sie blieben immer politische Ziele, die unter allen Umständen einmal erreicht werden müssten. Allerdings waren wir jetzt beide einig, dass dies unter alle Versuche gemacht werden sollten, ohne Krieg zu erreichen. Ich habe weiter in meinen Besprechungen mit Herrn Böllit genau diesen gleichen Standpunkt innommen. Ich habe auch jedem anderen öffentlich und persönlich immer erklärt, dass diese drei Punkte erledigt werden müssten, dass nicht durch Erledigung des einen die anderen damit hinfällig hören.

Ich möchte weiter unterstreichen, dass wenn in dieser Richtung und auch in manch anderer uns in der Anklage Vorwürfe gemacht wurden, wir hätten dieses und jenes, was Deutschland seiner Zeit versprochen hätte, auch das Deutschland vor unserer Machtergreifung nicht nachher gehalten. So möchte ich drauf hinweisen auf viele Reden, die sowohl der Führer, an die erinnere ich mich nicht mehr so genau, meine weiß ich genau, wo ich gesagt habe, ich warne oder wir warnen das Ausland auf die Zusicherung der heutigen Regierung irgendwelchen für die Zukunft basieren. Grundlagen aufzubauen. Wir werden sie nicht anerkennen, wenn wir an die Macht kommen. So war auch hier eine vollkommene Klarheit.

Als nun die Sodetenfrage in die Krise kam und die Lösung Führer beabsichtigt war, habe ich als Soldat Oberfehls der Luftwaffe pflichtgemäß die befohlenen Vorbereitung für jeden Eventualfall getroffen. Als Politiker begrüßte ich außerordentlich die Versuche, die unternommen wurden, eine friedliche Lösung herbeizuführen. Ich erkenne durchaus an, dass ich mich damals, dass ich damals sehr glücklich war, als ich sah, dass der britische Premier hier alle Anstrengung unternahm. Trotzdem war die Situation an jenem Tage vor dem Münchner Abkommen doch wieder recht kritisch geworden. Es war 6:30 Uhr morgens oder 7 Uhr morgens. Da rief der italienische Botschafter Atoliko bei mir an. Er müsse mich im Auftrage Musolinis sofort sprechen. Es handle sich um Lösung der Säetenfrage. Ich sagte war, er solle zum Außenminister gehen. Er sagte, er habe Auftrag, speziellen Auftrag von Musolini zuerst und allein mit mir zu sprechen. traf ich weiß 9 Uhr vormittags und da schlug er vor, dass Mosolini bereit sei zu vermitteln, dass möglichst rasch eine Zusammenkunft zwischen Deutschland, Adolf Hitler, England, Premierminister Chamberlin, Frankreich, Ministerpräsident Daladi und Italien Musulini stattfinden möchte, um die Frage friedlich zu lösen. Er sehe darin eine Möglichkeit und würde sofort alles unternehmen. Er bete mich persönlich, er Muselini meinen ganzen Einfluss in dieser Richtung geltend zu machen. Ich nahm ihn, den Botschafter sofort mit in die Reichskanzlei und auch Herrn von Neurat, wohl damals nicht Außenminister, trug dem Führer dieses vor. sprach auf ihn ein, legte ihm die Vorteile klar, die sich daraus ergeben würden und dass dieses überhaupt der Grund, die Grundlage zu einer Allgemeinung Entspannung sein könnte, ob die anderen laufenden politischen und diplomatischen Bestrebungen zum Ziel führten, könnte man nicht ohne weiteres übersehen, dass wenn aber sich vier führende Männer der vier groß europäischen Großmächte des Westens in der Mitte treffen würden, so sei doch schon sehr viel gewonnen. Herr von Neurat unterstützte meine These und der Führer trat hier bei und sagte, man möge dem Dutsche telefonieren. Draußen wartete Atoliko, der dies sofort tat, worauf dann Mussolini offiziell beim Führer anrief und nun die Zusage und die Abmachung des Ortes München getroffen wurde. Gegen Spätnachmittag erfuhr ich dann von der italienischen Botschaft, dass sowohl der englische Premierminister wie der französische Ministerpräsident für nächsten Tag München zugesagt haben. Ich bin darauf ich habe darauf den Führer gefragt oder besser gesagt ihm gesagt, ich würde unter allen Umständen mitfahren. Er war einverstanden und ich würde vorschlagen, dass ich meinem Zuge auch Herrn von Neurat mitnehme. Er war auch damit einverstanden. Ich habe dann zeitweise an den Besprechungen teilgenommen und habe notwendig zum Ausgleich manchmal der Debatte beigetragen und vor allem mich bemüht auf allen Seiten eine freundschaftliche Atmosphäre zu schaffen. hatte persönlich Unterredung mit Herrn Dallagier, mit den Chamberlain und freute mich nachher aufrichtig, wie die Sache gut gegangen war.

Zeitlich voran ging ja der Anschluss Österreich an das Reich. Welche Gründe veranlassten Hitler zu diesem Entschluss und inwiefern waren sie an diesen Maßnahmen beteiligt?

Ich habe gestern bei den Stichworten zu meinem Lebenslauf dem Gericht bereits vorgetragen, dass ich persönlich mit Österreich mich aus Ängste verbunden fühlte, dass ich dort die Hauptzeit meiner Jugend einem österreichischen Schloss verlebt habe, dass mein Vater schon zur Zeit des alten Kaiserreichs für eine enge Verknüpfung in Zukunft der deutschen Stammlande Österreichs mit dem Reich schon immer darüber sprach, da er der Überzeugung war, dass dieses Reich nicht mehr lange zusammenhalten würde. 1918 erlebte ich, während ich zwei Tage mit dem Flugzeug in Österreich war, die dortige Revolution und den Zusammenbruch des Habsburger Reiches. Die deutschen Erblande einschließlich Sodeten Deutschlands traten damals in Wien im Parlament zusammen, erklärten sich ebenfalls als frei von dem aufgelösten Habsburger Staat und erklärten einschließlich der Abgeordneten des Soden deutschen Teiles. Österreich als einen Bestandteil des Deutschen Reiches sie und zwar unter so viel ich weiß dem damaligen sozialdemokratischen Bundeskanzler Renner. Diese Erklärung der Vertreter des österreichischen deutschen Volkes ein Bestandteil Deutschlands in Zukunft zu sein, wurde im Frieden von Saint-Germain abgeändert und auf Diktat der Siegerstaaten verboten. Dies war weder für mich noch für einen anderen Deutschen irgendwie von Bedeutung. Es war selbstverständlich, dass der Augenblick geschaffen werden musste und die Voraussetzung, dass die Vereinigung der beiden Brudervölker rein deutschesten Herkommens und Blutes stattfinden konnte.

Als wir zur Macht kamen, war selbstverständlich dieses, wie ich vorhin ausführte, ein integrierender Bestandteil der deutschen Politik. Die Versicherungen, die Hitler damals abgab bezüglich der Souveränität Österreichs, waren keine Täuschung, sondern ernst gemeint, er sah wahrscheinlich zunächst keine Möglichkeit. Ich selbst war in dieser Richtung erheblich radikaler und Bartin wiederholt sich keinesfalls in der österreichischen Frage festzulegen. Er glaubte aber eine weitgehende Rücksicht in Richtung Italien zunächst nehmen zu sollen.

Es war klar, dass besonders nachdem die nationalsozialistische Partei in Deutschland zur Macht kam, auch die nationalsozialistische Partei Österreichs mehr und mehr zu wachsen begann. Sie war aber schon vorher vor der Machtergreifung auch schon in Österreich vorhanden. Wie überhaupt? Der Ursprung der nationalsozialistischen Arbeiterpartei auf das zu Deten Deutschland zurückgeht. Die Partei in Österreich war somit keinerlei eine fünfte Kolonne für den Anschluss, denn den Anschluss wollte ja ursprünglich und immer das österreichische Volk selbst. Wenn nun der Anschlussgedanke bei der damaligen österreichischen Regierung nicht mehr in der Klarheit und Stärke vorhanden war, so nicht deshalb, weil sie nicht sich mit Deutschland zusammenschließen wollten, sondern weil die Regierungsform des National Nationalsozialismus mit der Regierungsform der damaligen österreichischen Regierung nicht konform in keiner Weise konform ging. Daraus ergaben sich nun die Spannungen in erster Linie in Österreich selbst, die von der Anklagebehörde hier wiederholt und mehrfach zum Vortrag und belasten Vortrag gebracht worden. Sie mussten sichergeben, diese Spannungen zwangsläufig, denn die einen nahmen den Anschlussgedanken an Deutschland als Nationalsozialisten ernster auf wie die Regierung. So entstand der gegenseitige politische Kampf, dass wir mit unseren Sympathien auf Seiten der Nationalsozialisten standen, selbstverständlich, zumal die Partei in Österreich außerordentlich schwer verfolgt wurde, sie wurden auch zahlreich in Lager gesperrt, die genau dasselbe wie die Konzentrationslager waren. Sie hießen nur anders.

Der Leiter, Landesleiter in der österreichischen Partei war zu einem gewissen Zeitpunkt ein Mann namens Habicht, Swiesbaden. Ich kannte ihn vorher nicht. habe ihn dann einmal gesehen. Dieser täuschte beim Führer vor dem sogenannten Dolfus Fall vor, dass die österreichische Wehrmacht entschlossen sei von sich aus etwas zu unternehmen, um die Regierung zum Anschluss zu bewegen. oder zu stürzen, wenn dies der Fall sei, ob sich die Partei in Österreich dem anschließen sollte. Wenn die Wehrmacht so etwas unternahmen, so war die Auffassung des Führers, sollte sie in diesem Punkt politisch selbstverständlich von der Partei gestützt werden. Tatsächlich war das Ganze aber eine Irreführung, insofern als nicht die österreichische Wehrmacht gegen die österreichische Regierung vorzugehen beabsichtigte, sondern eine sogenannte Wehrmachtstandarte, die aus ehemaligen Mitgliedern und ausgeschiedenen oder entlassenen Mitgliedern der österreichischen schwermacht bestand und zur Partei über oder bei der Partei eingetreten war. Mit diesem Täuschungsversuch machte dann Herr Habicht diesen Unternehmen in Wien. Ich war damals mit dem Führern bei Reut. Er wurde sofort berufen und der Führer machte ihm die allerschwersten Vorwürfe und sagte, dass er ihn falsch unterrichtet und hintergangen und betrogen habe. Den Tod bedauerte er sehr, weil das politisch für die Nationalsozialisten ein sehr schwer tragbare Angelegenheit war, besonders auch im Hinblick auf Italien. Italien ließ damals fünf Divisionen mobilisieren und an die Brennergrenze rücken. Der Führer wünschte eine rasche und möglichst durchgreifende Beruhigung. Das war der Grund, weshalb Herrn von Paben gebeten hat als außerordentlicher Botschafter nach Wien zu gehen und für eine möglichst rasche Beruhigung der Atmosphäre zu wirken.

Man darf nicht vergessen, dass folgender etwas absurder absurde Lage sich schon im Lauf der Jahre ergeben hatte, nämlich, dass ein rein deutsches Land wie Österreich nicht etwa von der Seite des Deutschen Reiches am stärksten regierungsmäßig beeinflusst wurde, sondern von der italienischen Regierung aus. Ich erinnere nur an den Ausspruch Mr. Churchills, dass Österreich praktisch eine Filiale Italiens wäre. Nach dem Dolfusunternehmen stand Italien in sehr starker und ablehner Haltung gegenüber Deutschland und ließ durchblicken, dass gerade Italien das Land sein würde, das alles gegen diesen Anschluss tun würde. Der Führer hat deshalb neben der internen Berührung des Verhältnisses Deutschland zu Österreich durch Herrn von Papen seinerseits versucht in der Einstellung Mussolinis zu dieser Frage eine Änderung herbeizuführen. Der ging aus diesem Grunde damals kurz darauf nach Venedig. Kann auch sein, dass es vorher war. Jedenfalls war er bemüht, hier eine andere Auffassung zu erreichen. hingegen stand auf der Standpunkt, dass bei allem sonstigen übereinstimmen auf, sagen wir mal philosophischer Grundlage Faschismus, Nationalsozialismus, mir der Anschluss meines Brudervolkes erheblich wichtiger sei wie diese Übereinstimmung. Und wenn sie nicht mit Moselini ginge, müsste es gegen Mosolini gehen.

Es kam dann der italienisch abinische Krieg, die Sanktionen gegen Italien. Hierbei wurde auch unter der Hand, so nicht gerade greifbar, aber doch sichtbar Deutschland in Aussicht gestellt bei Beteiligung an den Sanktionen, ihm in der österreichischen Frage allgemein gesehen entgegenz zu kommen. war dies für den Führer eine sehr schwere Entschluss, sich endgültig Kontra Italien zu stellen und so den Anschluss zu erreichen oder sich Italien durch seine Haltung, proitalienische Haltung oder korrekte Haltung zu verpflichten und damit Italien als Anschlussgegner auszuschalten. Ich schlug ihm damals vor bei der etwas Wagen Anerbietung bezüglich Österreichs von englisch französischer Seite erstmal festzustellen, wer hinter dem Angebot steht und ob wirklich beide Regierungen in diesem Punkt dann mit sich reden lassen. und klare Zusicherung geben und zwar Zusicherungen in der Richtung, dass dies eine interne deutsche Angelegenheit sei und nicht Waagezusicherungen von allgemeinen Zusammengehen und so weiter. Es bestätigte sich mein Verdacht, dass wir keine ganz klipp und klare Zusicherung bekamen und unter diesen Umständen war es zweckmäßiger, Italien als Hauptanschlussgegner klar und eindeutig dadurch auszuschalten, dass man sich nicht zu Maßnahmen gegen das für faschistische Italien verleiten. Dies Sanktionsmaßnahmen, Lieferungsmaßnahmen und so weiter. stand nun weiter auf dem Standpunkt, dass das große nationale Interesse an der Vereinigung dieser Deutschen über alle Bedenken der Differenzierung der beiden derzeitigen Regierungen hinweggehen müsste. Nun konnte das nicht dadurch geschehen, dass die Regierung des großen deutschen Reiches zurücktrat und vielleicht Deutschland an Österreich anschloss, sondern der Anschluss musste früher oder später durchgeführt werden.

Es kam dann das Berfstesgner Abkommen. Hier war ich nicht dabei. Ich war auch nicht mit diesem Abkommen einverstanden, weil ich jede Festlegung, die wieder diesen Schwebezustand weiter hinausschiebt gegen jede derartige Festlegung bin ich gewesen, denn für mich war ja nur die volle und totale Vereinigung aller Deutschen die einzige denkbare Lösung. Kurz nach Berstesgarden kam dann die Wahl, die der damalige Bundeskanzler Schuschnik ausschrieb. Diese Wahl war an sich eine Unmöglichkeit, ein Bruch des Berg des Gner Abkommen. Darüber will ich hinwegshen. Aber wie diese Wahl gemacht werden sollte, das war einmalig in der Geschichte. Es konnte nur mit ja gestimmt werden. Jeder einzelne konnte stimmen, so oft er wollte. Fünfmal, sechsm, siem. Zerriss er den Zettel, so galt der Zettel als JSimme und so weiter. Ist nicht weiter interessant. Auf diese Weise stand von vorne rein fest, dass selbst wenn nur wenige Anhänger des System Schuschnitt genügend diese Möglichkeiten ausnutzten, es nur eine positive Mehrheit für ein Schuschnik geben konnte. Es war eine Farse das ganze. Und zwar zunächst dadurch, dass ein Mitglied der österreichischen Regierung, das in diesem Augenblick sich in Deutschland befand, der General von Glese Forstenau nach Wien geflogen wurde, um sofort Schuschnik bzw. Sei In, der in dem Seit Berg des Gen ja im Kabinett Schuschnik war, klarzumachen, dass Deutschland diese Provokation nicht hinnehmen würde. Gleichzeitig wurden die in der Nähe der österreichischen Grenze liegen Truppen in Bereitschaft, abtransportbereitschaft gelegt. Das war am Freitag, glaube ich, den 11. Ich war an diesem Tage in der Reichskanzlei zusammen beim Fü mitm Führer zusammen allein im Zimmer. Ich hörte telefonisch dann die Mitteilung, dass Gläser Horstenau angekommen und diese Aufforderung klar und missverständlich übergeben hätte und dass die Dinge nun beraten würden. Es kam dann, so viel ich mich erinnere, die Antwort, dass die Wahl abgesagt würde, dass Schuschnik dem zustimmte. In diesem Augenblick hatte ich ein intuitives Gefühl, dass jetzt die Situation ins Rutschen kam und nun mehr endlich die lang und heiß ersehnte Möglichkeit bestand, die ganze klare Lösung durchzuführen. Und von diesem Augenblick ab muss ich die Verantwortung für das weitere, was geschah, hundertprozentig auf mich nehmen, denn es war weniger der Führer als ich selbst, der hier Tempo angegeben hat und sogar über Bedenken des Führers hinwegschreitend. die Dinge zur Entwicklung gebracht hat. Meine Telefongespräche sind ja hier verlesen worden. Ich verlangte ohne mich mit dem Führer eigentlich noch darüber auszusprechen, spontan den sofortigen Rücktritt des Kanzlers Schuschnik. Als auch dieser zugebilligt wurde, stellte ich die nächste Forderung, sodass numero die ganze Angelegenheit zum Anschluss reif war und wie bekannt sich abspielte. Das einzige, ich sage es nicht, war das irgendeine Rolle für mich in der Verantwortung spielen, was ich nicht persönlich veranlasst habe und zwar deshalb, weil ich die Persönlichkeiten gar nicht kannte, aber es hat in den letzten Tagen seitens der Anklage eine Rolle gespielt. war folgendes. Ich habe eine Ministerliste durchgegeben, das heißt besser gesagt die Mitglieder benannt, die zunächst in eine österreichische Regierung als erwünscht von unserer Seite eintreten sollten. Ich kannte sei Inquart. Es war klar von vorne rein, er sollte die Bundeskanzlerschaft nehmen. Ich habe den Kaltenbrunner genannt für die Sicherheit. Ich kannte Kaltenbrunner nicht. Der Name war, das ist das einzige oder eins von den zwei Sachen, wo der Führer eingegriffen hatte, indem er mir einige Namen gab. auch Fischböck nebensächlich Wirtschaftsministerium gab ich durch ohne ihn zu kennen. Den einzigen, den ich persönlich in dieses Kabinett hineinbrachte, war mein Schwager Dr. Hueber als Justizminister, aber nicht, weil er mein Schwager war, denn er war bereits österreicher Justizminister. in dem Kabinett des Preladaten Zeipel gehörte nicht der Partei an damals, sondern kam von Seiten der Heimwehr. Und ich wollte auch von diesem Teil, mit dem wir anfangs zusammen dann wieder gegeneinander gestanden hatten, jemand im Kabinett haben und wollte auch meinen Einfluss über diese Person gesichert haben, dass die Dinge nun tatsächlich sich weiter im Sinne des totalen Anschlusses entwickeln würden. Es tauchten nämlich schon wieder Pläne auf, dass der Führer nur als deutsche Staatsoberhaupt gleichzeitig Staatsoberhaupt Deutschösterreichs werden sollte und sonst aber eine Trennung blieb. Das sah ich alles als untragbar an. Die Stunde war gekommen, sie musste ausgenutzt werden.

in dem Gespräch, dass ich mit dem Reichsaußenminister von Rippentropf gehabt habe, der damals in London war, betonte ich, dass das Ultimatum nicht von uns gestellt ist, sondern von Seis Inw. Das war auch absolut richtig, die Jure. De facto war es natürlich von mir gestellt, aber dieses Telefongespräch wurde ja abgehört auf englischer Seite und ich hatte ja ein diplomatisches Gespräch zu führen und ich habe noch nie erlebt, dass die Diplomaten in solchen Fällen dann sagen, wie es de facto war, sondern Sie sagen es immer, wie es die Jure ist. Und warum sollte ich hier eine löbliche Ausnahme machen? Gib mir immer. Ich forderte in diesem Telefongespräch Herrn von Rippentrop auf der englischen Regierung, die englische Regierung zu bitten. Sie möchte Persönlichkeiten benennen, zu der sie vollstes Vertrauen hätte. englischer. Ich würde alles zur Verfügung stellen, dass diese Personen frei und an allen Stellen in Österreich herumfahren könnten, um sich davon zu überzeugen, dass das österreichische Volk in seiner gewaltigen Mehrheit diesen Anschluss wünschte und begeistert aufnahm. Immer immerhin. Es ist hier während der Behandlung der österreichischen Frage niemals davon gesprochen worden, dass ja bereits diese Ereignisse waren am Freitag, am Sonntag vorher in der Steiermark einem Hauptteil der Erblande praktisch schon ein interner Teilanschluss erfolgt war, dass dort bereits die Bevölkerung sich für den Anschluss erklärt und mehr oder weniger der Wiener Regierung die Gefolgschaft aufgesagt hat. Ich habe ihn da dieses Gespräch vorlegen lassen. Die ist von der Anklagerbehörde eingereicht ist. Der Teil ist noch nicht verlesen, aber inhaltlich haben sie es schon wiedergegeben. Woll ich das mal ansehen? Sie sind ich lege nur Wert darauf, dass in diesem was vielleicht besser in den Dokument nachher gebracht wird, die Stellen verlesen werden, ich finde sie so schnell nicht, wo ich darauf hinweise, dass ich größten Wert drauf lege, dass die englische Regierung Persönlichkeit ihres Vertrauens möglichst rasch zur Feststellung des tatsächlichen Sachverhaltes nach Österreich schickt. Zum zweiten, dass wir eine Abstimmung machen werden nach dem Statut der Saarabstimmung und dass wir absolut, wie sie auch ausfallen würde, dies anerkennen. Ich konnte das ja umso besser zu sagen, als mir persönlich bekannt und klar war, dass eine überwältigende Mehrheit für den Anschluss stimmen würde.

Ich komme nun zum entscheidenden Teil des Einmarsches der Truppen. Das war der zweite Punkt. wo der Führer eingriff und wir nicht einer Meinung waren. Der Führer wollte den Einmarsch aufgrund eines Wunsches der neuen, sprich von uns gewünschten Regierung sei Ingwart, dass sie die Truppen für innere Beruhigung anfordern sollten. Ich war dagegen wohlverstanden, nicht gegen den Einmarsch. Für den Einmarsch war ich unter allen Umständen. Nur die Begründung hier war waren die Differenzen. Wiss, es konnte an einem Punkt, nämlich Wien und Wiener Neustadt eventuell zu Unruhen kommen, da ein Teil der Austromarxisten, die schon einmal einen bewaffneten Aufstand gemacht hatten, tatsächlich bewaffnet waren. Dieses aber war nicht von so entscheidender Bedeutung. Hingegen war von ausschlaggebender Bedeutung, dass sofort und in ausreichend Maße Truppen, deutsche Truppen nach Österreich marschieren mussten, um jedes Gelüst eines Nachbarn bei dieser Gelegenheit auch nur ein einziges österreichisches Dorf zur einen Riegel vorzuschieben. Ich gebe zu bedenken, zu dem Zeitpunkt war die Stellungnahme Mussolinis noch nicht endgültig zur österreichischen Frage gegeben, obgleich ich ihn im Jahr vorher in dieser Richtung stark bearbeitet habe. Die Itener eugten immer noch etwas nach Osttirol. Die fünf Divisionen am Brenner damals hatte ich Ihnen noch nicht vergessen. Die Ungarn sprachen mir zu viel vom Burgenland. Die Jugoslaven haben einmal etwas von Kernten erwähnt, aber ich glaube, dass ich ihn damals klar gemacht habe, dass das irrsinnig wäre. Also um all diesen Hoffnungen ein für alle mal vorzubeugen, die sich bei solchen Dingen leicht ergeben, wünschte ich ganz klar den Einmarsch der deutschen Truppen unter der Parole: "Der Anschluss ist vollzogen. Österreich ein Teil Deutschlands und damit in seinem ganzen Umfang automatisch und vollkommen unter dem Schutz des deutschen Reiches und seiner Wehrmacht gestellt. Herührer wollte diese außenpolitische Demonstration so stark nicht betont und veranlasste mich schließlich doch äh sei es zu veranlassen, ein solches Telegramm zu schicken. in der entscheidenden Punkt Einmarsch Einigkeit bestand, erklärt sich dieses Telefongespräch, wo ich sei sagen ließ, er brauche es gar nicht abschicken, er sollte nur telefonisch durchgeben, dann wäre das für mich genügend. Das war der Grund. Die Zustimmung Muselinis traf erst um 11:30 Uhr nachts ein. Die äh Zustimmung ist ja bekannt, welche Erleichterung sie für den Führer brachte. Am Abend desselben Tages, nachdem alles klar war und der Ablauf vorauszusehen war, begab ich mich in den Fliegerclub, wo lange Wochen vorher schon zu einem Ball eingeladen war. Ich erwähne das, weil auch hier dieses als eine Art Täuschungsmanöver damals bezeichnet wurde. Die Einladungen hierzu waren aber herausgegangen zu einem Zeitpunkt, als noch nicht einmal, glaube ich, Berch des Gaden stattgefunden hatte. Dort traf ich fast alle Diplomaten. Ich zog mich sofort mit dem englischen Botschafter Sir Henderson zurück und sprach zwei Stunden mit ihm und setzte ihm alle Gründe noch einmal auseinander und legte alles klar und sagte ihm auch, er möge mir sagen, welcher Staat, was ich nachher auch Rippenprop sagte, in der ganzen Welt durch unsere Vereinigung geschädigt wird. wem wir etwas wegnehmen und wem wir damit etwas zu Leide tun. Es sei dies eine absolute Wiedergutmachung, denn beide Teile haben durch Jahrhunderte im Deutschen Reich zusammengehört und nur durch die politischen Konstruktionen später Monarchie Ausscheiden Österreichs seien sie getrennt worden.

Als der Führer am nächsten Morgen nach Österreich abflog, übernahm ich wie bekannt die Geschäftsführung des Reiches während der Abwesenheit. Ich habe hierbei auch verboten, dass die sogenannte österreichische Legion, das handelt sich um die während der Vorzeit der Kampfperiode aus Österreich ausgeschiedenen, weil sie belastet waren, dass die zunächst zurückkehrte, weil ich keinerlei Unruhe haben wollte. Zum zweiten aber habe ich auch veranlasst, dass nördlich der Donau, also zwischen der tschechoslowakischen Grenze und der Donau, nur ein Bataillon durch die Ortschaften marschiert, sodass die Tschechoslowakei daraus klar erkennen konnte, dass es sich hier ausschließlich um eine österreichische, deutsche oder deutsche österreichische Angelegenheit handelte. Dieses Bataillon musste dort marschieren, damit auch die Stäte nördlich der Donau am Jubel teilnehmen konnten.

In diesem Zusammenhang abschließend möchte ich zwei Dinge noch betonen. Wenn Herr Messerschmidt in seinem langen Ebwitbit zum Ausdruck bringt, ich hätte vor diesem Anschluss mehrere Besuche in Jugoslawien und Ungarn unternommen, um beide Staaten für den Anschluss zu gewinnen. Und ich hätte Jugoslawien einen Teil von Kernken zugesagt. So habe ich diesen Aussagen gegenüber oder besser gesagt so fehlten mir diesen Aussagen gegenüber jeges Verständnis. Meine Besuche in Jugoslawien und in den übrigen Balkanländern galten, den weiteren Verbesserung der Beziehungen, besonders der Handelsbeziehungen, an denen mir als für Jahresplan sehr lag. Und wenn jemals Jugoslawien auch nur einziges Kärtner dortor gefordert hätte. So würde ich gesagt haben, dass ich da überhaupt nicht einmal antworten kann. Denn wenn überhaupt ein Land kerndutsch ist, wahr und ist, so ist dies Kernken.

Zum zweiten, es ist hier in der Anklage von einem Angriffskrieg gegen Österreich gesprochen. Ein Angriffskrieg führt man, wenn man schießt, Bomben wirft und so weiter. Hier wurde aber nur eins geworfen und das waren Blumen. Aber vielleicht meint die Anklage das anders. Und da könnte ich ihr zustimmen. Ich persönlich habe immer erklärt, dass ich alles tun werde, dass der Anschluss zu keiner Erschütterung des Friedens führt. aber auf die Dauer gesehen, wenn uns dieser für immer verweigert werden sollte, ich persönlich um dieses Ziel, dass hier diese Deutschen in ihr Vaterland zurückkommen, auch unter Umständen um Österreich, nicht gegen Österreich, einen Krieg führen könnte. Somit glaube ich in Kürze eine Darstellung der österreichischen Ereignisse gegeben zu haben und ich schließe sie mit der Betonung, dass hier nicht so sehr der Führer, wie ich persönlich die volle und ganze Verantwortung für das, was daraus geschehen ist trage.

An dem Abend vor dem Einmarsch der Truppen in Österreich haben sie auch ein Gespräch mit dem Dr. Mastni, dem Gesamten der Tschechoslowakei gehabt und soll ih bei dieser Gelegenheit eine Erklärung abgegeben haben unter ihrem Ehrenwort. Wie verhält es sich mit diesem Gespräch?

Ich bin besonders dankbar, dass ich nun endlich zu diesem Ehrenwort, das während der vergangenen Monate so oft vorgebracht wurde, dass mich sehr belastet hat, eine klare Darstellung geben kann. Ich erwähnte, dass an diesem Abend fast alle Diplomaten auf diesem Fest waren. Nachdem ich mit Ser Henderson gesprochen hatte und wieder in den Saal zurückrat, kam der tschechoslowakische Gesandte Dr. nie außerordentlich aufgeregt auf mich zu zitterte und fragte, was in dieser Nacht geschehe und ob wir auch in die Tschechoslopakei einmarschieren wollten. Ich gab ihm eine kurze Darstellung und sagte: "Nein, es handelt sich ausschließlich um den Anschluss Österreichs. hat mit ihrem Land gar nichts zu tun, besonders dann nicht, wenn sie sich völlig aus den Dingen draußen halten. Er dankte mir und ging scheinbar zum Telefon. Aber schon nach kurzem kam er noch aufgeregter zurück. Ich hatte das Gefühl, dass er mich in seiner Aufregung kaum mehr richtig verstand. Ich habe ihm daraufhin in Gegenwart anderer gesagt: "Excellenz, hören Sie jetzt gut zu. Ich gebe Ihnen mein persönliches Ehrenwort, dass es sich hier ausschließlich um den Anschluss Österreichs handelt und dass kein deutscher Soldat sich ihrer der tschechsoslowakischen Grenze nähern wird. Sorgen Sie dafür, dass auch seitens der Tschechoslowakei keine Mobilmachung und dadurch Erschwerung vielleicht in diesem Augenblick entsteht. Das sagt er zu.

Ich habe ihn zu keinem Augenblick gesagt, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass wir für Zeit und Ewigkeit niemals mit der Tschei was zu tun haben wollen, sondern er verlangte nur eine Aufklärung für dieses Ereignis, für diesen Zeitpunkt und ich habe sie ihm für diesen Zeitpunkt gegeben, denn ich hatte ja vorher schon klar zum Ausdruck gebracht, dass ich die Lösung der Säten deutschen Frage für irgendwie und irgendwann notwendig hielt. Eine ehrenwörtliche Erklärung für eine endgültige Bindung hätte ich ihm nicht gegeben und wä für mich auch nicht möglich gewesen, denn ich hatte ja vorher schon eine Erklärung in anderer Richtung abgegeben. Sie war verlangt für den Augenblick. Sie war verlangt im Zusammenhang mit den österreichischen Ereignissen, dass bei dieser Gelegenheit die Tschechische nicht tangiert würde. konnte ich mit guten Gewissen ehrenwörtlich versichern, weil zu diesem Augenblick weder bezüglich der Tschechoslowakei, noch bezüglich der Lösung der Sudetenfrage irgendein Beschluss bei uns zeitlich gefasst war.

Am 15. März 39 hat eine Unterredung zwischen Hitler und dem Präsidenten Ha statt gehabt. Sind Sie bei dieser Besprechung zugegen gewesen? Und in welcher Form hab ist hat haben sie hier mitgewirkt?

Es handelt sich hierbei um den Beginn. der Errichtung des Protektorats in der Tschechoslowakei. Nach München, nach dem Münchner Abkommen und der Lösung der Sodeten deutschen Frage war lediglich zwischen dem Führer und einigen seiner Mitarbeiter eine Festlegung militärisch dahin geschehen, dass wenn nach dem Münchner Abkommen Sie Schwierig neue Schwierigkeiten oder aus der Besetzung der Zonen ergeben würden, gewisse Vorsichtsmaßnahmen jederzeit von militärischer Seite durchführbar sein müssten. Denn nach Besetzung der Zonen waren die Truppen, die für den Fall grün Anklage großer Schmund bereitgestellt worden waren, demobil gemacht. Es konnte aber eine Entwicklung eintreten, die jeden Augenblick von äußerster Gefahr für Deutschland werden konnte, denn man braucht sich nur erinnern, welche Auslegung und in welcher Form damals z.B. die russische Presse, der russische Rundfunk zu Münchner Abkommen und zur Besetzung des Sätenlands Stellung genommen hat. Schärfer konnte man kaum noch sprechen. Eine Verbindung zwischen Prag und Moskau bestand schon von längerer Zeit. Prag enttäuscht durch das Münchner Abkommen konnte nun verstärkten Anschluss nach Moskau nehmen. Solche Anzeichen sah man besonders im tschechischen Offizierchor und wurden gemeldet. Für diesen Fall, dass ich hieraus für Deutschland Gefahrenmomente ergeben sollten, war eine Anweisung an die militärischen Dienststellen gegangen, Vorkehrungen wie das Pflicht gewesen ist zu treffen. Was habt dieser Befehl mit einem na Absicht nach kurzem die Restikoslowakei zu besetzen nichts zu tun?

Ich selbst fuhr Ende Januar nun zum ersten Mal auf einen längeren Urlaub an die Riviera und während dieser Zeit schied ich aus all meinen Geschäften bewusst aus. Anfang März kam überraschend ein Kurier des Führers mit einem Brief an mich, indem er mir mitteilte, dass die Entwicklung in der Tschechoslowakei eine derartige sei, dass es für ihn sträflich gehandelt wäre, würde er dieser Entwicklung weiteren Lauf lassen. Sie würde zu einer drohenden Gefahr für Deutschland

Und er sei deshalb entschlossen, die Frage nun mehr so zu lösen, dass er die Tschechoslowakei als weiteren Gefahrenherd inmitten Deutschlands ausschließe und dass er deshalb zunächst an eine Besetzung denke.

In dieser Zeit war ich in San Remo sehr viel mit Engländern zusammen gewesen und hatte erkannt, dass man dort äh nach München an sich damit abgefunden hatte und das auch befriedigend fand. Aber ein weiteres Rühren an der Tschei oder Tschechoslowakei sehr große Erregung hervorrufen würde.

Ich gab dem Kurier einen Brief mit. Vielleicht befindet er sich unter den mehreren hundert Tonnen Papier, das die Anklagebehörde besitzt. Ich würde auch verstehen, wenn sie nicht vorlegt, es wäre für mich ein entlassendes Moment.

In diesem Brief teilte ich dem Führer diesen Standpunkt mit und sagte, schrieb ihm ungefähr im Sinne nach, dass wenn jetzt dieses geschehe, dass eine sehr starke Desavoierung des englischen Premierministers Chamberlain sein würde, ich glaubte kaum, dass er das durchstehen könnte und es würde dann vielleicht Mr. Churchill kommen und seine Einstellung zu Deutschland kenne er ja. Zum zweiten würde man das nicht verstehen, weil man ja gerade erst die Angelegenheit zur allgemeinen Befriedigung geklärt habe. Drittens glaubte ich ihn beruhigen zu können in folgenden: Ich glaubte, dass das, was er jetzt durch Besetzung an Gefahrmomenten ausschalten wollte, auf etwas längerem Weg gehen könnte, unter völliger Schonung all der Momente, die sowohl die Tschechoslowakei als auch die anderen in Erregung bringen könnte, nämlich ich war davon überzeugt, dass nachdem das Sudetenland abgetrennt war und Österreich auch ein Bestandteil Deutschlands war, eine wirtschaftliche Durchdringung der Tschechoslowakei nur ein Problem der Zeit sein würde. Das heißt, meine Hoffnung ging dahin, durch stärkste Bindung der wirtschaftlichen Interessen schließlich zu einer Verkehrs-, Zoll- und Währungsunion und zwar aus gegenseitigem gemeinsamen Interesse der Wirtschaft heraus zu gelangen. Sei dies aber der Fall, so sei auch politisch eine souveräne Tschechoslowakei so stark an Deutschland und mit Deutschland interessiert, dass ich glaubte ein Gefahrenmoment dann nicht mehr auftreten könnte. Wenn aber die Slowakei die Selbständigkeitsbestrebungen in so starken Maße zum Ausdruck bringt, so bräuchten wir dem ja keineswegs entgegentreten. Im Gegenteil, man könne dies unterstützen, denn selbstverständlich sei dann eine wirtschaftliche Interessengemeinschaft und damit Durchdringung noch sehr viel näher herangerückt wie im umgekehrten Fall, weil wenn die Slowakei sich trennte, dann beide Länder wirtschaftlich so starr auf Deutschland angewiesen sein, dass man beide Länder wirtschaftlich aufs Ängste an Deutschland interessieren und fesseln könnte.

Mit diesem Brief, ich habe ihn im sinngemäß zusammengefasst, ging der Kurier zurück. Ich hörte dann einige Tage nichts. Ich wurde dann kurzfristig Ich wurde dann kurzfristig nach Berlin zurückberufen. Ich traf am Morgen desselben Tages in Berlin ein, als Präsident Hacha am Abend in Berlin eingetroffen ist. Ich trug dem Führer noch einmal mündlich das gleiche vor, was ich vorhin betonte, ich ihm geschrieben hatte.

Der Führer wies mich auf Unterlagen hin, die er besaß, dass doch die Situation in der Tschechoslowakei sich ernste entwickelt habe. Einmal sei der Staat sowieso im Zerfall durch die Loslösung der Slowakei, aber das sei nicht das Entscheidende, sondern er zeigte mir Dokumente des Nachrichtendienstes, dass ich auf den Flugplätzen, ein Teil der Flugplätze der Tschechoslowakei, russische Fliegerkommissionen befanden, dort Ausbildung trieben und so weiter, was nicht in Übereinstimmung mit dem Abkommen von München sei. Und er fürchte, dass nach wie vor die Tschechei, wenn die Slowakei weg sei, besonders in antideutschem Sinne als numerische russische Flugzeugbasis ausgenutzt würde. Er sei fest entschlossen, diese Gefahr zu beseitigen.

Herr Präsident Hacha hätte um eine Unterredung ersucht, so sagt ihr mir damals und träfe am Abend ein und er wünschte, dass ich ebenfalls in der Reichskanzlei wäre. Präsident Hacha kam an, sprach zuerst mit dem Reichsaußenminister. Danach kam er zum Führer. Wir begrüßten ihn kurz. Er sprach zunächst mit dem Führer allein. Dann wurden wir wieder zugezogen. Ansprachen ich mit ihm im Beisein seines Gesandten und drang auf ihn, dass die Forderung des Führers die Truppen mögen sich beim Einmarsch der Deutschen zurückhalten, damit kein Blutvergießen käme, raschestens durchgeführt würde. Ich sagte ihm, dass das ja doch nichts nütze. Dafür sei entschlossen, hielt es für notwendig. Und es könne sich nur um unnötiges Blutvergießen handeln, denn Widerstand sei ja auf die Dauer in keiner Weise möglich. Ich habe dabei auch die Äußerung getan, dass es mir leid täte, wenn ich das schöne Prag bombardieren müsste. Die Absicht Prag zu bombardieren bestand nicht. Es war auch kein diesbezüglicher Befehl gegeben, denn selbst bei einem Widerstand wäre das nicht notwendig gewesen. Der Widerstand war jederzeit leichter, ohne dieses Bombardement zu brechen. Aber ein solcher Hinweis glaubte ich, dass als Argument mitwirken würde, die Sache zu beschleunigen. Es gelang mir dann zwischen ihm und seiner Regierung in Prag, die Telefonverbindung ranzuschaffen und er gab den Befehl und es kam somit am nächsten Tag zur Besetzung und zum Einmarsch und Prag.

Sind Sie mit dem Führer nach Prag gefahren? Nein, ich bin nicht mit dem Führer nach Prag gefahren. Ich äh war etwas verstimmt. Ich habe die Tschechoslowakei ohne Deutschta in der ganzen Zeit seit diesem Vorfall überhaupt nicht betreten. Mit Ausnahme am 21. April 1945, wo ich durch einen Teil der Tschechoslowakei kurz durchgefahren bin.

Weshalb waren Sie verstimmt? Weil die Sache alle etwas über meinen Kopf hinweg gemacht worden ist.

Haben sich andere Mächte an der Besetzung der Tschechoslowakei beteiligt? Ja, Polen hat das Erzgebiet seiner Zeit genommen.

Ist von der Anklagebehörde ein Dokument vorgelegt worden, aus dem gefolgert wird, dass die Ermordung des deutschen Gesandten im Anschluss an eine deutschfeindliche Demonstration in Prag erfolgen solle. Also es ist das so dargestellt worden als ob dieses äh die Ermordung des äh deutschen Gesandten vorgenommen werden solle, um auf diese Weise einen Anlass äh zu schaffen für die Annexion. Dieser Fall liegt aber vor der Lösung der Sudetendeutschen Frage und ich habe diesen Punkt sehr aufmerksam zugehört. Ich erinnere mich auch, wie die Zusammenhänge tatsächlich waren. wurde nicht in dem Sinne besprochen und kann auch nicht in dem Sinn ausgelöst werden, als wollten wir unseren eigenen Gesandten ermorden oder hätten dies in Betracht der Möglichkeit gezogen, um einen Anlass zur Lösung der Frage zu haben, sondern die Möglichkeiten, die zu einem raschen Zusammenstoß führen könnten. Diesen war bei den Spannungen, die zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland wegen Sudeten Deutschland bestand auch die Möglichkeit in Betracht gezogen worden, dass tatsächlich der deutsche Gesandte in Prag ermordet werden könnte von tschechoslowakischer Seite und dass dies zu einem sofortigen Handeln Deutschlands unter allen Umständen und unter Außerachtlassung sonstiger politischer Verhandlungen führen müsste. Diese Möglichkeit kam aus der Situation, dass vor der deutschen Gesandtschaft Prag, es zur außerordentlichen und nicht abstreitbaren Demonstrationen gekommen waren, sodass von Seitens Deutschlands der Gesandtschaft zur Verteidigung ihrer Gesandtschaft Waffen geschickt worden waren, so bedrohlich. Hielt man diese Situation und aus diesen Gedankengängen heraus hat man von dieser Möglichkeit gesprochen. Das ist hier falsch verstanden. Nicht wir wollten den Gesandten als Anlass oder Eventualanlass ermorden, sondern wir sahen die Möglichkeit, dass dies von anderer Seite geschehen könnte, unter Umständen als gegeben an und daraufhin würde allerdings der Führerblicklich gehandelt haben.

In welchem Umfange haben Sie Beschlagnahmen der Tschechoslowakei vorgenommen? Vor dem Kriege wurde in der Tschechoslowakei keine Beschlagnahme vorgenommen in dem Sinn, dass Wirtschaftsgüter abgefahren wurden. Im Gegenteil, die große und starke Wirtschaftskapazität der Tschechoslowakei wurde in vollem Umfang in die Wirtschaftskapazität Deutschlands mit eingereiht. Das heißt, vor allem, dass wir Wert drauf legten, nachdem nun mal das Protektorat erklärt war und damit eine Aktion abgeschlossen, dass selbstverständlich die Skoda Werke, Brünner Waffenwerke, also sehr bedeutende Rüstungswerke mit in das Potenzial Rüstungspotenzial Deutschlands eingeschleust worden. Das heißt, Aufträge und Bestellungen wurden zunächst im großen Ausmaß dorthin verlegt. Darüber hinaus wurden sogar neue Industrien errichtet und Unterstützungen in dieser Richtung gegeben. Es ist zum Vorwurf gemacht worden, dass wir unter anderem neue Schienen dort abgebaut hätten und alte Schienen aus Deutschland dort aufmontiert. Ich glaube, dass hier ein absoluter Irrtum vorliegen muss, denn das Verkehrsnetz der Tschechoslowakei, des Protektorats, war eines der wichtigsten für Deutschland. Der gesamte Südostverkehr aus dem Balkan lief durch das Protektorat einmal Richtung Wien, Prag, Dresden, Berlin, zweite Hauptlinie Wien, Lundenburg, Oderberg, Breslau, der ganze da Kanal noch nicht fertig war, Verkehr überhaupt aller Wirtschaftsgüter ging ja nun nicht mehr außen herum, sondern ging den kürzesten Weg. Wir wären ja wahnsinnig gewesen, dieses Verkehrsnetz zu schwächen. Ich kann nur folgendes als Grund annehmen, dass beim Ausbau, zusätzlichen Ausbau des vorhandenen Verkehrsnetzes aus deutschen Schienenbeständen vielleicht manche Schiene mit verwandt worden ist, die nachher dem Regierungsbericht als alt erschien, aber neue dafür abmontiert, das ist absoluter Unsinn. Weiter war es selbstverständlich, dass als das Sudetenland angeschlossen wurde, der Vorwurf, dass die staatlichen Domänen und Forsten in den deutschen Staatsbesitz übergingen, nicht zutrifft. Es ist ja selbstverständlich, dass mit Abtretung eines Landes der dortige Staatsbesitz auch in den Besitz des neuen Staates übergeht. Auch der Vorwurf, soweit es das Sudetenland betrifft, dass die dortigen Bankinstitute an deutsche Banken angeschlossen worden, ist selbstverständlich nicht berechtigt, denn für dieses Land wurde ja die deutsche Währung eingeführt. Folge dessen mussten auch die Filialbankinstitute darauf umgestellt werden. Soweit es sich um das spätere Protektorat handelt, habe ich schon betont, dass bereits vor der Schaffung dieses Protektorats von meiner Seite eine starke wirtschaftliche Durchdringung der Tschechoslowakei angebahnt war und zwar dadurch, dass einerseits wir Aktien erworben hatten aus anderem Besitz, der uns Anteil an tschechischen slowakischen Unternehmungen gab. Weiterhin, dass glaube ich gewisse Darlehen von westlicher Seite, soweit ich mich erinnere, zurückgezogen und von uns dafür gegeben wurden. Damit hängt auch zusammen, dass die Reichswerke Hermann Göring dort auftauchten, weil sie einen größeren Aktienbesitz der Skoda Werke erworben hatten, um diese als verarbeitende Industrie für ihre Walzwerk und Stahlwerkprodukte mit einzuschalten, ebenso wie andere Industri in Deutschland. Es ist also selbstverständlich, dass nachdem das Protektorat geschaffen worden war, die gesamte Wirtschaftskapazität des Protektorats mit in die Gesamtwirtschaftskapazität Deutschlands eingeschleust worden ist.

Am 15. November 1937 hat in der Reichskanzlei eine Besprechung vor dem Führer stattgefunden, über die von einem Oberst Hosbach eine Niederschrift angefertigt ist, die als Hitlers Testament bezeichnet ist. Die ist hier wiederholt schon Gegenstand der Verhandlung gewesen und ich bitte um eine kurze Erklärung, welche Bedeutung es mit äh dieser Besprechung hatte. Ich lasse Ihnen dieses Dokument mal vorlesen. Vielleicht nur, dass Sie sich es mal eben ansehen und Ihre Erinnerung dafür auffrischen. 386 PS. Dieses Dokument ist mir hier bereits vorgelegt worden. Ja, und ich kenne es ungefähr dem Inhalt nach. Dieses Dokument spielt ja in der Anklage eine bedeutende Rolle, da es unter dem Begriff Testament des Führers läuft. Es ist auch tatsächlich an einer Stelle dieses Wort, finde sie jetzt nicht so schnell Testament äh angeführt von Hosbach. Zum technischen Teil der Niederschrift. Folgendes. Hosbach war Adjutant des Führers, Chefadjutant. Als solcher war er bei der Sitzung zugegen und machte sich darüber [Musik] Notizen. 5 Tage später, wie ich festgestellt habe, hat er dann aufgrund dieser Notizen die Niederschrift gemacht. G. Es ist also eine Niederschrift, die alle Fehler auch enthält, die bei solchen nicht durch wechselnde Stenographen laufend aufgenommene Niederschriften leicht erfolgständigen subjektive Meinungen des Betreffenden, wie er sie verstand. oder Meinungen, wie er sie verstanden hat, wiedergeben. Es ist eine ganze Reihe von Punkten drin, das sagte ich seinerzeit schon, die absolut mit dem übereinstimmen, was der Führer wiederholt, geäußert hat. Es sind andere Punkte drin, von denen ich sagen könnte oder Formulierungen, dass sie dem Führer so nicht gar nicht gelegen haben. Ich habe zu viel in den letzten Monaten Niederschriften von Verhören und so weiter gesehen, die zum Teil gar nichts mit dem zu tun hatten oder dem Sinn, den man ausgeführt hatte, sodass ich auf diese Fehlerquellen auch hier voll hinweise. Soweit das Wort Testament gebraucht ist, widerspricht dies völlig der Auffassung des Führers. Denn wenn überhaupt jemand über diese Auffassung Bescheid weiß, so bin ich es. Die Nachfolgerschaft für meine Person war nicht erst seit dem 1. September 39 bestimmt, sondern bereits im Spätherbst 34. Ich hatte Gelegenheit mit dem Führer oft über ein sogenanntes politisches Testament zu sprechen. Er lehnte dies mit der Begründung ab, dass man niemals einen Nachfolger durch ein politisches Testament festlegen könnte, denn die Entwicklung und die politischen Ereignisse müssten ihm zu jeder Stunde und jederzeit völlige Handlungsfreiheit geben. Könne wohl jemand politische Wünsche oder Auffassungen niederlegen, aber niemals bindende Formen eines Testaments. Das war damals und solange ich überhaupt bei mit ihm in dem Vertrauensverhältnis stand jederzeit seine Auffassung.

Nun, was wollte er mit diesen Ausführungen hier bezwecken? Es waren zusammengerufen der Kriegsminister, der Oberbefehlshaber des Heeres, der Oberbefehlshaber der Marine, der Luftwaffe und der damalige Reichsaußenminister. Der Führer hat mich kurz vorher, weil ich früher da war, informiert, dass er diese Sitzung mache, um vor allem Dingen dem Generalobersten von Fritsch, wie er sich ausdrückte, Dampf zu machen, weil er mit der Aufrüstung des Heeres in keiner Weise zufrieden sei. Und es könne auch nicht schaden, wenn er von Blomberg dabei auch eine gewisse Nachdruck dann auf Fritsch geben würde. Ich erwähnte, warum Herr von Neurad dabei sein sollte. Ja, er wolle das nicht so rein militärisch, sondern er wolle den Oberbefehlshabern bei mir und Räder sei das nicht notwendig, aber gerade Fritsch äh klar machen, dass die politische außenpolitische Lage ein derartig starkes Tempo der Rüstung benötigte. Und aus diesem Grunde hätte er den Außenminister hinzugezogen, der davon nichts wusste. Die Ausführungen waren dann so gehalten, wie sie der Führer in solchen Fällen gerne bevorzugte. Er holte weit aus, stellte die Dinge in großen politischen Rahmen hin und sprach von der gesamten Weltlage von allen Ecken und Enden. Und für jeden Eingeweihten, der ihn so genau kannte wie ich, war der Zweck sehr bald immer abzusehen. Und der ging hier ganz eindeutig und ganz klar darauf hinaus, dass er große Absichten habe, dass die Lage politisch so und so sei. Und das Ganze endete zum Schluss eben in der Richtung einer starken Rüstung. Ich möchte behaupten, dass wenn der Führer zwei Stunden oder eine Stunde später in einem anderen Kreis gesprochen hätte, z.B. zu Diplomaten des Auswärtigen Amtes oder vielleicht zu Funktionären der Partei, er die Dinge vielleicht anders ganz anders dargestellt hätte. Trotzdem enthält natürlich ein Teil dieser ganzen Ausführung grundsätzliche Einstellungen des Führers. Aber von dem Ausmaß an Bedeutung, wie heute dieses Dokument genommen wird, äh betrachtet wird, dieses Ausmaß an Bedeutung kann ich diesem Dokument mit besten Willen nicht geben.

Sie sprachen davon, dass Sie als Nachfolger des Führers vorgesehen waren. Wurden Sie in dieser Eigenschaft von Hitler eingeweiht in alle politischen Fragen? Ich spreche jetzt von der Zeit meines guten Verhältnisses, das noch weit in den Krieg hineinreichte. Ich wurde selbstverständlich von ihm in all großen politischen Fragen und militärischen Fragen eingeweiht, eingeschaltet und zwar geschah meist in sehr vielen und langen Besprechungen, die ich oft stundenlang stundenlang tag für Tag mit ihm hatte. Und manchmal in den außenpolitischen wurde ich allerdings überrascht und gab dann auch schaltete mich dann aber möglichst selbst ein und er äußerte auch mal, dass ihm an anderer Stelle, dass ich außenpolitisch eine sehr eigene Meinung hätte, es für ihn nicht immer leicht sei, mit mir da konform zu gehen. Aber ich möchte betonen, in allen großen politischen Fragen war ich selbstverständlich eingeschaltet.

Am 23. Mai 1939 hat eine Besprechung bei dem Führer stattgefunden, über die hier kürzlich bei der Vernehmung des Zeugen Milch gesprochen wurde. Darüber ist ebenfalls eine Niederschrift angefertigt. Dokument L79. Nach dem nach der Fassung des Protokolls sind Sie an haben Sie an dieser Sitzung teilgenommen. Der Zeuge Milch erklärte, Sie sei nicht anwesend gewesen. Ich bin tatsächlich nicht anwesend gewesen, aber denn der Milch ist im letzten Moment für mich rübergerufen worden. Aber selbstverständlich, wenn der Zeuge Milch aussagt, er habe keine Erlaubnis vom Führer bekommen, mich zu unterrichten, so ist das so zu verstehen, dass der Führer einen solchen Punkt mir nicht durch meinen Staatssekretär oder solche Ausführung mir nicht durch meinen Staatssekretär machen lassen wollte, sondern sie mir selbst geben wollte. Auch dieses diese Sache. Nein, ich bin bei dieser Sitzung sogar dabei gewesen. Ich sehe das jetzt erst aus einem anderen Punkt. Aber selbst wenn ich nicht dabei gewesen wäre, Milch muss da eine andere Sitzung noch im Auge haben, würde das gar keine Rolle spielen, denn es ist ausgeschlossen, dass der Führer mit solchen Herren eine Besprechung abhält und sie mir nicht vorher oder nachher mitteilt, wenn ich nicht dabei gewesen sein sollte. Das spielt also gar keine Rolle. Es ist ganz selbstverständlich, dass hier in solchen Fällen entweder schon vorher oder wenn ich nicht äh dabei war hinterher vom Führer mir ausführlich darüber gesagt worden wäre, aber ich ersehe, dass ich Milch hier geirrt hat und eine andere Sitzung meint, denn ich habe ja zum Schluss noch bezüglich der Rüstungsprogramme Fragen gestellt und an die erinnere ich mich ganz genau.

Welche Bedeutung hatte diese Besprechung? Es war eine Besprechung, die der Führer abgehalten hat, wo er wiederum seine Ausführung machte über die Darstellung der Lage und der Stellung, der sich aus dieser Lage für die Wehrmacht ergeben Aufgaben. Und auch hier wieder kam es in erster Linie darauf an, die Wehrmacht rüstungsmäßig und bereitstellungsmäßig darauf hinzuweisen, dass er mit allen möglichen politischen Entwicklungen rechnet und sich selbst damit volle Freiheit der Entschließungen seinerseits verhalten wollte. Es ist zum Teil rückschauend über die Ereignisse, die sich bis dahin abgespielt haben. Und ich brauche nicht zu betonen, wie leicht man Dinge, die man rückschauend betrachtet in einem anderen Lichte der Entwicklung und des Ablaufes sieht und auch darstellt, als wie sie vorher tatsächlich de facto gewesen sind. Ich kann leicht hinterher sagen, ich habe damals schon das gewollt und dies gewollt und jenes, weil ich es mittlerweile erreicht habe und kann auch sagen, es ist dies unwillkürlich naheliegend, dass das immer meine Absicht gewesen sei, während man genau weiß, dass es vorher doch sehr von anderen Faktoren abgehangen hat, ob es so werden würde und dass damals die Absichten noch ganz anders unter Umständen gewesen sind. Im Allgemeinen ist es auch hier wieder so, dass Fehler der nicht richtigen Auffassung des Adjutanten unterlaufen sind, dass im großen ganzen aber es eine jener typischen Besprechungen ist, wie sie der Führer gehalten hat, wenn er irgendeinen ganz bestimmten Zweck erreichen wollte und diesen Zweck den notwendigen Nachdruck zur geben Absicht hatte.

In der Zeit von 35 bis 38 haben Sie wiederholt Staatsbesuch in Polen gemacht. Zu welchem Zweck erfolgten diese Besuche? Nach der Klärung des Verhältnisses Deutschland-Polen 1934 wünschte der Führer eine Untermauerung dieses damaligen Abkommens und die Schaffung einer persönlich besseren Atmosphäre. Er bat mich, diese Aufgabe zu übernehmen und zwar deshalb, weil er glaubte, dass ich mit dem polnischen Herrn leicht ins Gespräch kommen könnte, was auch der Fall war. Der Staatspräsident hatte mich eingeladen und ich war, das war 35 von da 35, 36, 37 jedes Jahr ein bis zwei Wochen in Polen. Ich hatte eine lange Unterredung mit dem damaligen Marschall Piłsudski und später stets mit dem Außenminister und mit Marschall Rydz-Śmigły und so weiter. Der Führer hatte damals mir als ernsten Auftrag, nicht als Täuschungsauftrag gegeben, neben einer fortlaufenden Verbesserung der Beziehungen Polen zu sagen, dass er an einem starken Polen interessiert sei und zwar deshalb, weil ein starkes Polen zwischen Deutschland und Russland eine gute Barriere darstellen würde. Die Lösung der Danziger und Korridorfrage hat der Führer mir gegenüber auch damals betont, dass die bei Gelegenheit kommen würde, aber dass eben bis dahin sich irgendeine Gelegenheit geben würde mit Polen hierbei zu einer Absprache zu kommen. Spielte das litauische Problem dahinein und jedenfalls, das ist das entscheidende, hat nicht gesagt, lullt sie Polen ein, ich beabsichtige dann über Polen herzufallen, wie überhaupt nicht so war, dass von Anfang an, wie hier manchmal dargestellt wurde, wir zusammen saßen und verschwörend nun für die ganzen nächsten Jahrzehnte jeden Punkt dieser Absichten festlegten, sondern es ergab sich das Ganze aus dem Spiel der politischen Kräfte, der Interessen und wie das überall in der ganzen Welt, in der Staatspolitik immer gewesen ist. Ich hatte diesen Auftrag und habe bewusst diesen Auftrag ernst genommen und ehrlich Glaubens durchgeführt. Es war für mich deshalb, dass es nachher, als es nachher zu dem Zusammenstoß in Polen kam, eine nicht sehr erfreuliche Situation.

Wie war Ihre Stellung zu der Frage Memel, Danzig, Polnischer Korridor? Diese Stellung war immer eindeutig und klar, dass Danzig und der Freistaat als rein deutsches Gebiet zu irgendeinem Zeitpunkt, absehbaren Zeitpunkt wieder zu Deutschland zurücksollte. Andererseits wurde von uns durchaus anerkannt, dass Polen einen Zugang zum Meer haben müsse und auch einen Hafen. Es war deshalb der erste Gedanke, der immer gewesen Danzig und Freistaat zurück und durch den polnischen Korridor einen deutschen Verkehrskorridor. Das war die mindeste und bescheidenste Forderung, die lange Zeit als die absolut notwendige gelaufen ist und erschien und die erschien uns auch durchaus tragbar.

Eine weitere Besprechung bei dem Führer hat am 23. November 39 stattgefunden. Das Protokoll über diese Besprechung ist als Dokument 789 PS dem Gericht vorgelegt. Bitte von diesem Dokument Einsicht zu nehmen und mir dann kurz anzugeben, wie Sie sich zu dem Inhalt dieser Besprechung stellen. Hierzu kann ich mich verhältnismäßig kurz fassen. Es ist eine Ansprache an die Oberbefehlshaber und Befehlshaber jener Formationen und Armeen, die für den Westangriff nach der Erlegung Polens bereitgestellt worden. Es ist ja ganz selbstverständlich und bedarf wohl keiner Erörterung, dass wenn ein oberster Befehlshaber einer Wehrmacht, der diese Wehrmacht selbst aktiv führt, sich entschließt, eine strategische oder umfangreiche taktische Operation zu unternehmen. Das heißt, wie in diesem Fall nach Beendigung des Polenfeldzugs wollte der Führer ja unter allen Umständen, was absolut richtig war, noch im Herbst, im Spätherbst die Truppen herumwerfen und den Stoß nach Frankreich durchführen, um noch im Herbst und Winter 39 zum Abschluss dieser Operation zu kommen. Was ihn daran gehindert hat, war das Wetter, weil er ohne Einsatz der Luftwaffe diese Operation, besonders Durchstoß auch durch die Maginot-Linie bei Sedan, nicht ausführen konnte und das Wetter brauchte er mindestens vier fünf Tage bei Angriffsbeginn sogenanntes Flugwetter. Nur weil dies ihm Woche um Woche nicht zugesagt werden konnte, kam die Sache in den Winter hinein und wurde schließlich nach Weihnachten oder Neujahr auf Beginn des Frühjahrs verschoben. Hier war aber der Zeitpunkt so, dass er glaubte noch antreten zu können. Er nahm also die Oberbefehlshaber zusammen, denen er den Angriff die Angriffsdispositionen klar bekannt gab. Es war einer seiner Ansprachen in diesem Fall, wie sie üblich waren. Und selbstverständlich, da der Führer ja nicht nur reiner Militär war, sondern in erster Linie Politiker, so kam es immer wieder, dass diese militärischen Ansprachen, die vielleicht ein reiner Soldat ausschließlich sich auf das militärische und strategische beschränkt hätte, immer mit seinen politischen Grundanschauungen oder politischen Tendenzen. oder Absichten sehr stark vermischte. Man darf nie vergessen, dass bei diesen Ansprachen nicht alleine der Oberbefehlshaber oder oberste Befehlshaber der Wehrmacht sprach, sondern das Staatsoberhaupt, der Staatsmann Deutschlands sprach hier und dadurch lag so häufig auch bei militärischen Ansprachen ein außerordentliches politisches Moment in diesen Ansprachen. Hier wurde aber kein General etwa nun um seine Meinung befragt, ob er die Grundtendenzen der Politik für richtig oder für nicht richtig hielt. Hier bei diesen Ansprachen wurde er nicht einmal gefragt, ob er die militärischen Ansätze für richtig oder nicht richtig hielt. Das geschah zu einem anderen Zeitpunkt. Wenn nun eine Sache abgeschlossen war, dass er mit den einzelnen Befehlshabern das rein strategisch taktische durch exerziert hatte, dann kam solch eine Zusammenfassung, die nun noch politisch stark ausgebaut im Vortrag den Generalen nur noch große äh letzte abschließende Gedanken des Führers geben sollte. Wenn nun, ich betone dies, weil so häufig hier das eine Rolle gespielt hat, ein General hätte sagen können, mein Führer, ich halte Ihre Ausführungen für nicht richtig, sie stimmen nicht mit unseren abgeschlossenen Verträgen überein oder es ist dies keine Politik, die wir billigen können. Dann wäre das unverständlich gewesen und nicht aus dem Grunde, weil dieser betreffende General deshalb nun erschossen worden wäre. Ich hätte am Verstand dieses Generals gezweifelt, denn wie kommt wie kann man sich vorstellen, dass überhaupt ein Staat geführt wird, wenn man in einem Krieg oder vor einem Krieg sich die politische Leitung dazu entschlossen hat, sei es zurecht oder zu Unrecht und nun der einzelne General abstimmen könnte, ich mache mit oder ich mache nicht mit mein Armeekorps bleibt zu Hause. Ich muss aber erst meine Division fragen. Vielleicht geht die eine davon mit und bleibt nur die andere zu Hause. Dieses Recht muss ich dann letzten Endes auch dem kleinen Soldaten zugestehen. Vielleicht wäre dies der Weg in Zukunft Kriege zu vermeiden, wenn man jeden General jeden Soldaten fragt, ob er nach Hause gehen will. Gut, möglich. Aber in einem, nicht nur im Führerstaat, das möchte ich betonen, in jedem Staat der Welt existiert militärisch eine ganz klare Formulierung. Ist Krieg oder entschließt sich die Staatsführung zum Krieg, so bekommt die militärische Leitung ihre militärischen Aufgaben. Dazu kann sie Stellung nehmen, dass da kann sie Vorschläge machen, ob sie den Angriff auf dem rechten oder linken Flügel vorantreiben will oder in der Mitte durchstoßen will. Alles andere, ob hierbei durch ein neutrales Land marschiert wird oder nicht, geht die militärische Führung nichts an. Das hat ausschließlich die politische Staatsführung zu verantworten. Und so auch hier konnte gar keine Möglichkeit bestehen, dass hier ein allgemeines Gespräch über Recht oder Unrecht sich daran anschließen konnte, sondern die Generale hatten ihre Befehle vorher bekommen. Der oberste Kriegsherr hatte entschieden und damit war nichts mehr zu diskutieren für einen Soldaten. Sowohl für einen Feldmarschall wie für einen gewöhnlichen Soldaten gilt hier das gleiche.

Ein Führererlass vom 7. Oktober 1939. trägt Ihre Unterschrift. In diesem Erlass wird Himmler der Auftrag gegeben zur Germanisierung. Der Erlass ist mit dem Dokument 686 WS vorgelegt. Nehmen Sie bitte Einsicht und sagen Sie mir, welche Bedeutung diese Erlass hatte. Dieser Erlass vom 7. Oktober 39 ist nach Beendigung des Polenfeldzugs herausgegeben. Polen war damals besiegt. Der polnische Staat als solcher existierte nicht mehr. Ich verweise hier auf die Note des damaligen Volkskommissars äußeren in Russland Molotow, der hierzu Stellung nimmt und folglich war jenes Unrecht, dass wir Deutsche empfunden hatten, als im Diktat von Versailles deutsche Provinzen losgetrennt und Polen übergeben wurden durch den Sieg der Waffen ausgeglichen. Es war deshalb für uns eine Selbstverständlichkeit, dass jener Teil Polens, der bis 1918 deutsch war, wieder rückgedeutscht wurde, das heißt in den Verband Deutschlands zurückkehrte. Nun waren in diesem Gebiet im Verlauf der Jahre weit über eine Million Deutsche, die früher dort gewohnt hatten, dort Besitz hatten, vor allem Dingen landwirtschaftliche Bauernhöfe, Güter etc. vertrieben, ausgewiesen und enteignet worden. Das geht hervor aus all den vielen Beschwerden, die im Laufe der Jahre nach 1919 an den Völkerbund in dieser Richtung gegangen sind. Und ein Studium dieser ganzen Beschwerden und dieser ganzen dort eingereichten Vorkommnisse, die ja heute im Archiv in Genf noch sein müssten, wird bestätigen, in welch gewaltigem Umfang damals die Polonisierung dieser deutschen Gebiete vor sich ging. Dieser Erlass bezweckte nun, dass das wieder rückgängig gemacht wurde und dass diese Gebiete wieder deutsch wurden. Das heißt, die Besiedlung jener Güter und Höfe, von denen Deutsche vertrieben waren, wieder Deutsche hinkommen sollten. Himmler diese Aufgabe bekam. Damit war ich nicht ganz einverstanden, aber das spielte in dem Augenblick keine so entscheidende Rolle. Er bekam diese Aufgabe nicht in seiner Eigenschaft als Chef der Polizei, sondern es ist ja bekannt, dass er sich besonders immer für die Fragen einer neuen Gestaltung, sag mal des deutschen Menschen sehr besonders interessierte. Und so wurde diese Stelle Volkstum oder wie sie hieß. Ein Moment mal, das ist ja auch gleichgültig. Also jedenfalls bekam er diese Aufgabe. Der Führer erließ das Gesetz. Ich zeichnete selbstverständlich mit, da ich der Vorsitzende des Ministerrates zu dieser Zeit war und dann wurde es noch gezeichnet von Lammers als dem Chef der Reichskanzlei. Das sind selbstverständliche Mitzeichnungen. Ich stehe absolut positiv dazu, denn es entsprach durchaus meiner Auffassung, dass dort, wo die Deutschen seiner Zeit vertrieben wurden und es deutsche Gebiete waren, sie wieder zurückkehren sollten. EC410. Ich mache aber darauf aufmerksam, dass es sich hier um die ehemals deutschen Provinzen handelt. ist genau ausgesprochen. Die besetzten polnischen Westprovinzen meinen Sie? Ja, das Generalgouvernement z.B. war nicht für die Eindeutschung bestimmt. Wenn dort, ich weiß es nicht genau, Deutsche später angesiedelt worden sind, so trifft das nicht auf diesen auf die Grundlage dieses Erlasses zu.

Sie fragten vorhin noch die Stellung zur Frage Memel, glaube ich. Ja, Danzig, Polnischer Korridor habe ich betont. Memel war eine verhältnismäßig kleine Angelegenheit. In Memel sollte nach dem Statut von Versailles Völkerbund eine Abstimmung stattfinden. Kurz vorher haben die Litauer Memel und das Memelgebiet besetzt, um die Abstimmung zu verhindern, es Litauen einverleibt und damit ein Faksimile geschaffen. Beschwerden der damaligen deutschen Reichsregierung nützten natürlich genauso wenig wie alle vorherigen Beschwerden beim Völkerbund. Man bedauerte es, fand es für falsch und nicht richtig, was die Litauer machten, aber von Herausgabe oder bzw. Durchführung der vorgeschriebenen Wahl konnte keine Rede sein. Nachdem die Litauer entgegen allen Bestimmungen damals Memel besetzt hatten, war es selbstverständlich unser absolutes nationales Recht, diese Übergriffe wieder in Ordnung zu bringen und Memel numero unsererseits zu besetzen.

Am 19. Oktober 39 haben Sie einen Erlass herausgegeben, der die Herausnahme von Wirtschaftsgütern aus Polen anordnet. Dieser Erlass ist mit Dokument EC410 dem Gericht vorgelegt. Bitte auch zu dieser Anordnung Stellung zu nehmen.

Dies ist ein Erlass, der eine allgemeine Anweisung darstellt, wie wirtschaftlich zu verfahren ist in den gesamten von uns besetzten polnischen Gebieten. Er regelt die Erfassung und Verwaltung des Vermögens des polnischen Staates innerhalb der von den deutschen Truppen besetzten Gebiete, die Regelung des Geld- und Kreditwesens, die Anordnung von wirtschaftlichen Maßnahmen, Vorbereitung einer notwendig werdenden Auseinandersetzung mit fremdstaatlichen Gläubigern und so weiter. Beschlagnahme dürfen nur von der Treuhandstelle Ost durchgeführt werden und so weiter. Es handelt sich nicht so sehr um die Herausnahme von Wirtschaftsgütern. Dem war auch nicht so. Im Gegenteil wurde auch im Generalgouvernement die dort bestehende Wirtschaft, selbstverständlich die Wirtschaft, die für den Kriegszweck zu dieser Zeit brauchbar war, verstärkt und ausgebaut. Die Wirtschaft, die nicht sehr notwendig war, wurde genauso gedrosselt, wie sie in ganzem übrigen Deutschland auch gedrosselt war und bei allen anderen Staaten im Kriegsfall auch gedrosselt wird. Was die Rohstoffe anbelangt, die vorhanden waren und von Wichtigkeit für die Kriegführung. Nehmen wir an Stahl oder Kupfer oder Zinn gleichgültig was. So war die Auffassung die oder mein Wille besser gesagt, dass diese Rohstoffe dort zu verarbeiten waren, wo sie am schnellsten umgewandelt werden konnten. War das an Ort und Stelle und durch die Verkehrslage möglich, so sollten sie dort bleiben, um dort verarbeitet zu werden. War die Verarbeitung im Lande dort nicht möglich? So hätte ich selbstverständlich kriegswichtige Rohstoffe nicht dort liegen lassen, sondern sie unbedingt dorthin schaffen lassen, wo ihre Verarbeitung am schnellsten zum Zwecke der Kriegsverwendung möglich war. Das sagt im großen ganzen auch dieser Erlass zum Teil. Das war die grundsätzliche meine grundsätzliche Einstellung und meine grundsätzliche Anweisung. Der Sinn war schnellste, möglichste und zweckmäßigste Verarbeitung dort, wo sie möglich war.

Unter dem 19. November 45 hat ein Dr. Karetan Mühlmann eine Versicherung abgegeben, die überreicht ist von der Anklagebehörde. Nummer 3042 PS trägt. In der heißt es folgendermaßen sind zwei drei kurze Sätze. Ich war der Sonderbeauftragte des Generalgouverneurs von Polen für die Sicherung der Kulturschätze im Generalgouvernement. Den Auftrag hatte mir Göring in seiner Funktion als Vorsitzender des Reichsverteidigungsausschusses erteilt. Ich bestätige, dass es die offizielle Politik des Generalgouverneurs Frank war, alle wichtigen Kunstwerke, die polnischen öffentlichen Einrichtungen, privaten Sammlungen und der Kirche gehörten in Verwahrung zu nehmen. Ich bestätige, dass die erwähnten Kunstwerke tatsächlich konfisziert wurden und ich bin mir darüber klar, dass sie im Falle eines deutschen Sieges nicht in Polen geblieben wären, sondern zur Vervollständigung des deutschen Kunstbesitzes verwendet worden wären. An sich hatte ich mit der Sicherstellung der Kunstschätze in Polen nicht unmittelbar etwas zu tun, schon ganz und gar nicht als Vorsitzender des Ministerrats für die Reichsverteidigung. Tatsächlich aber kam Mühlmann, den ich kannte, zu mir und sagte, dass er sich um die Sicherstellung der Kunstschätze dort bemühen sollte. Stand auch auf dem Standpunkt, dass diese Kunstschätze während der Kampfzeit zunächst einmal ganz unabhängig, was mit ihnen zu geschehen habe, zu sichern wären, damit keinerlei Zerstörung möglich sei, sei es durch Feuer, durch Kampfeinwirkung und so.

weiter. Ich möchte gleich betonen, komme ja im französischen Zusammenhang drauf zurück, dass von diesen Kunstschätzen für meine sogenannte Sammlung nichts entnommen worden ist. Das nur nebenbei, dass die Kunstschätze tatsächlich sichergestellt wurden, ist richtig und auch beabsichtigt gewesen.

Zum Teil schon deshalb, weil die Besitzer nicht da waren. Dort aber, wo die Besitzer da waren, wie z.B. erinnere ich mich Grafotzi auf Landzut, blieb die Kunstsammlung an Ort und Stelle. Die Absicht, was mit diesen Kunstschätzen geschehen sollte, war vom Führer noch nicht endgültig bestimmt. Er hatte angeordnet und das habe ich in einem Schreiben auch dem Mühlmann und soweit ich mich erinnere auch Herrn Frank übermittelt, dass diese Kunstschätze zunächst nach Königsberg zu bringen sein. vier Bilder seien in den Sicherheitsbunker oder Sicherheitsstelle des Deutschen Museums in Berlin äh zu bringen oder Kaiser Friedrich Museum in Berlin zu bringen.

spielten dann noch. Ich will das in diesem Zusammenhang gleich vorwegnehmen, weil die Anklage sich damit beschäftigt hat. Die Dürerzeichnungen aus Lemberg eine Rolle. Die Dürerzeichnungen in Lemberg wurden nicht von uns in dieser Zeit beschlagnahmt, da Lemberg russisch geworden war. Erst beim Vormarsch gegen Russland wurde während der Kampfperiode diese Dürerzeichnung, soweit ich mich erinnere, der Darstellung von Mühlmann, von einem polnischen Professor, der sie vor den Russen bis dato versteckt hatte, aus dem brennenden Lemberberg. gerettet und ihm übergeben. Es waren Zeichnungen. Er kam damit bei mir an und obwohl ich sonst außerordentliches Interesse habe, hatte ich leider nicht einmal Zeit, sie in Muse anzusehen, da ich in diesem Augenblick zum Führer fuhr, sie mitnahm und wie auch Mühlmann glaube ich bestätigt, dort sofort abgegeben habe, wo sie von da aus hingekommen sind. weiß ich nicht. Damit glaube ich die Frage über die polnischen Kunstschätze beantwortet zu haben.

Abgesehen davon handelt sich es noch um den Feitstoßaltar, der seinerzeit hier in Nürnberg hergestellt worden ist, eine rein deutsche Arbeit. Und der Führer wünschte, dass dieser Altar, damit hatte ich persönlich nichts zu tun, nach Nürnberg hier ins germanische Museum kommen sollte. Das ist mir nur bekannt. Was endgültig verabsichtigt war, war noch nicht ausgesprochen, aber dass bei einem Friedenschluss, das auch eine Rolle gespielt haben würde, die Verhandlung darüber ist sicherlich zu bejahen.

Welche Verbindung hatten Sie mit Quizling? Quisling habe ich erst lange nach der Besetzung Norwegens zum ersten und einzigen Male gesehen. Er war in Berlin, besuchte mich. Wir hatten ein belangloses kurzes Gespräch. Vorher hat ein Mann von ihm, den ich auch nicht persönlich kannte, das heißt also Vorausbruch überhaupt des Krieges, einen Brief an mich geschickt, der mir hier gezeigt wurde, an den ich mich persönlich nicht erinnern kann, weil derartige Briefe nach unserer Praxis auch mir kaum vorgelegt worden, ist aber gleichgültig. In diesem Brief äh sprach er sich im Namen Quisslings dahinght aus, dass äh wir die Bewegung Quisslings doch finanziell stützen möchten und gab eine Darstellung, wie weit die politischen Gelder einerseits von Russland, die Kommunistische Partei dort, andererseits von England an interessierte politische Stellen ließen würde.

Ich habe dann später sprach jemand mit mir darüber, ob äh auf dem Weg der Kohlenlieferung eine Abgabe an Quissling irgendeiner Form gegeben werden könnte. Ich habe den Standpunkt eingenommen, wenn wir natürlich auch aus Deviesenlage und auch sonstigen, wir sind ja nicht so reich gewesen, mit weder weder mit den englischen noch russischen Geldern konkurrieren könnten, so seien die Stellen, die das beurteilen vermögen, ob es sich ob es zweckmäßig sei, der Bewegung Quissling. Unterstützung finanzieller Art zu geben oder nicht zu hören. Wenn die das bejahen, so sei es mir selbstverständlich, könne der Quisling Geld bekommen. Der Betrach, den um den es sich handelte und den ich auch gegeben haben würde, war erheblich höher wie der, der tatsächlich später, glaube ich, dann vom Führer über das Auswert zugeleitet worden ist. Ich habe niemals von solchen kleinen geldlichen Unterstützungen etwas gehalten, sondern wenn, dann sollte man ordentlich geben, damit wirklich auch ein Zweck damit erreicht wurde. hatte meine Kenntnisse aus dem letzten Weltkrieg zu genüge bei dem Geld, das in das rumänische Parlament gewandert ist, das leider auch zu wenig gewesen war. Aus diesen Erfahrungen, wenn gegeben werden sollte, das war meine Anweisung dann ordentlich. Sonst habe ich, wie gesagt, Quizling erst sehr viel später kennengelernt und ein völlig belangloses Gespräch mit ihm gehabt, an das ich mich auch nicht erinnere.

Wie waren wie standen Sie zu dem Norwegenunternehmen? Das Norwegenunternehmen überraschte mich einigermaßen und zwar deshalb, weil hier ich ziemlich lange merkwürdigerweise nicht unterrichtet worden war. Der Führer ging sehr weit mit seinem Grunderlass, von dem ich anfangs schon gesprochen habe, und hat die Luftwaffe sehr spät herangezogen. War aber der Luftwaffe ein wichtigster Teil dies Unternehmens zu viel, habe ich mich unmissverständlich und sehr unfreundlich darüber geäußert. An sich stand ich dem Unternehmen militärisch gesehen, durchaus positiv gegenüber, denn als Oberbefehlshaber der Luftwaffe hatte ich ja zunächst völlig unabhängig von politischen Erwegungen ausschließlich die strategischen zu sehen, dass ich meine Position luftwaffenmäßig gesehen erhebt verbessern würde, wenn meine Geschwader von norwegischen Basen aus gegen England operieren konnten, war ja oder ist für jeden einsichtigen militärischen Fachmann eine Selbstverständlichkeit. Ich konnte deshalb vom strategischen Standpunkt aus als Oberbefehlshaber der Luftwaffe nur durchaus positiv zu dem Unternehmen stehen. Mein Einwand ging nur dagegen, dass ich erstens zu spät unterrichtet wurde und zweitens mir die Pläne nicht ganz richtig erschienen, aber sonst durchaus positiv.

Befürchtete Hitler Komplikation mit Schweden aus dieser Besetzung? Ja. nicht aus der Besetzung durch Deutschland an sich, sondern als wir oder uns entschlossen haben, der Führer Norwegen zu besetzen, hatten wir ja schon ganz eingehende und detaillierte Unterlagen über die beabsichtigte Besetzung seitens Englands, Frankreichs, wie wir sie später auch bestätigt fanden in den erbeuteten englischen Papieren und französischen Generalstabspapieren. Hier war nun uns ebenfalls bekannt, dass vor allem die Absicht bestand, nicht nur Norwegen zu besetzen, sondern in erster Linie über Narwik. das schwedische Erz, die schwedischen Erzlieferungen an Deutschland auszuschalten, ja, darüber hinaus in den damals noch bestehenden russischfinnischen Konflikt pro Finnland einzugreifen.

Der Führer fürchtete nun, dass Schweden einem englisch Druck absolut nachgeben würde. heißt unter der Firma Finnland zu Hilfe zu kommen, einen Durchmarsch gestatten und damit eine Gesamtausschaltung des schwedischen Erzbeckens und damit der Erzlieferung für uns äh sich das so ereignen würde. Ich habe damals eine sehr schwere Verantwortung auf mich genommen, indem ich Hitler versicherte, dass ich Schweden, sein Volk und seinen König so genau kennen würde, dass ich wüsste, dass wer auch immer einen Druck auf Schweden ausüben würde, ganz gleichgültig, welche Macht, ob wir oder die andere Seite, dass Schweden unter allen und jeden Umständen seine Neutralität bewaffnet gegen den verteidigen würde, der sie zu kränken beabsichtigen, gleichgültig welche Gründe hierfürliegen mögen. und dass ich mich persönlich für diese Auffassung verpflichte und mit meinem ganzen Kenntnis die Verantwortung dafür trage, dass ihr in dieser Richtung beruhigt sein könntet. Daraufhin war die Frage erledigt.