Transcription
Herzlich willkommen, Ronald Peter Stöffele, Foanager und Autor des wichtigsten Kompendiums im Goldmarkt, "In Gold We Trust", ein sehr wichtiges Medium für uns alle im Goldmarkt. Wir freuen uns sehr, dass Sie heute Zeit haben, weil wir haben eine wichtige Frage. Wir sind alle verwirrt: Was ist mit diesem Goldpreis los?
Ja, herzlichen Dank, liebe Frau Lagen, für die Einladung. Ja, es tut sich viel beim, beim äh, Goldpreis. Natürlich, wenn man es mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es: Bullenmarkt.
Mhm. Wir sehen es auf dem Chart hier. Der Goldpreis ist ausgebrochen, ein bisschen so wie wir es im letzten Goldreport beschrieben haben. Wir sind aus dieser Konsolidierungsformation draußen, und das Spannende an diesem Bullmarkt ist, dass es eigentlich, dass es eine Goldparty ist, wenn man so will, an der in der westlichen Welt relativ wenige Leute teilgenommen haben. Bisl… Also, dieser Bullmarkt wird in erster Linie getrieben von den Notenbanken, von den Notenbanken, ähm aus den Schwellenländern und auch von asiatischen und arabischen Investoren, die mittlerweile für knapp zwei Drittel, ähm, ähm, der Nachfrage verantwortlich sind.
Da wir da ganz kurz einhacken: Bullmarkt, das heißt sozusagen viele glauben an Gold im Moment, viele investieren in Gold. Das heißt, der Markt bewegt sich sehr dynamisch und sehr stark. Das ist sozusagen, wenn man jetzt an einen Bullen denkt.
Genau. Und ausbrechen heißt sozusagen, der Goldpreis hat jetzt wirklich noch einmal einen Höhenflug eingelegt, nachdem er ganz lang auf diese 1900, etwas, äh, herumgegrundelt ist, sage ich einmal.
Ja, genau. Genau. Also, er hat konsolidiert, er hat quasi Kraft, ähm, gesammelt für den, für den, ähm, für den nächsten, äh, Move nach oben. Und das sehen wir eben sehr, sehr schön. Und das Spannende ist, ähm, meiner Meinung nach, dass eben viele drauf warten, dass der Goldpreis sehr stark korrigiert, ja, 15, 20%, aber der Preis will einfach nicht runterkommen. Und im Englischen spricht man von einer „Wall of Worry“, den der Goldpreis erklimmt. Ja, das heißt, es gibt viele, die da auf der, auf der Seitenlinie sind, denen der Kurs aber bisschen davon gerannt, äh, ist, und die wollen jetzt alle sukzessiv hineingehen. Ja. Und, und ich glaube, das zeichnet eben so einen Bullmarkt aus. Das bedeutet aber auch, dass man sicherlich nicht ganz am Anfang dieses Aufwärtstrends ziehen… aber, und ich glaube, da werden wir auch ein bisschen dann drüber sprechen, ich glaube, die Pfahnenstange ist auch noch nicht erreicht.
Also, das heißt, wenn ich sag, wenn Sie sagen, es gibt Leute, die drauf warten… Ich glaube, viele Konsumenten überlegen sich jetzt: Habe ich schon verpasst? Hätte ich früher einsteigen sollen? Blöd jetzt, dieser Goldpreis, das ist so attraktiv für mich, ich hätte da gerne partizipiert. Und Sie sagen, das Gefühl haben offenbar viele, und wenn die auch noch einsteigen, wird es eher den Goldpreis unterstützen, und der wird hoch bleiben. Ist das so ein bissel die richtige, das richtige Verständnis dessen, was Sie gerade gesagt haben? Ja, der ist natürlich, kommt da natürlich auch wieder zum, zum Zuge, aber ich glaube schon, dass, ähm, dass sich die Marktdynamiken jetzt, jetzt massiv verändert haben, weil, wie gesagt, ähm, der Bullmarkt war eigentlich relativ leise, wenn man so will. Ja, war ein bisschen so, ähm, ich habe es jetzt einmal in einem Interview gesagt, um Falco zu zitieren: „Out of the dark into the light“. Also, wir sind jetzt quasi… ist Gold plötzlich wieder im Rampenlicht, aber das ist doch relativ schnell passiert. Also, das, das Jahr 2024, wo der Goldpreis am Anfang des Jahres bei 2000 war und dann am Ende des Jahres bei 000$ war. Also, das ist schon etwas, das sehr, sehr viele am falschen Fuß erwischt hat, wo viele eben nicht dabei waren bei der Party und jetzt quasi, ähm, davor stehen, vor der Eingangstür und warten: Na ja, soll ich jetzt noch rein, oder ist es schon zu spät? Meiner Meinung nach ist es noch nicht zu spät. Ähm, aber es ist natürlich, das muss man ganz klar sagen, ähm, die Abwärtsszien sind natürlich auch vorhanden. Ja, also, nach einer Bewegung von, äh, 50% innerhalb weniger Quartale muss man natürlich auch sagen: Es kann einmal durchschnaufen, es kann einmal korrigieren. Das haben wir alle erlebt. Ja, 2013 ist der Goldpreis in sehr kurzer Zeit fast um 30% eingebrochen. Das wollen wir immer nicht verschweigen.
Ganz wichtig ist aber auch, wenn man es jetzt anschaut mit anderen Anlageklassen: Es ist überhaupt turbulent. Oder wenn man jetzt anschaut, äh, was an der Börse an Werten vernichtet worden ist in den letzten Wochen, äh, auch dramatisch. Ja, also, ähm, ich sehe es ja, ich sehe es relativ pragmatisch. Ja, wir sind Vermögensmanager, ja, wir müssen das Kapital unserer Investoren sichern und, äh, und idealerweise auch vermehren. Und deshalb versuche ich da eben auch ein bisschen so die Emotion rauszunehmen und mir einfach die Faktenlage anzuschauen. Und wie man auf der, auf der Grafik sieht, das sind die Performances von Gold in unterschiedlichsten Währungen. Da sieht man, dass sich der Goldpreis eigentlich in praktisch jeder Währung sehr, sehr gut entwickelt hat. Und das Spannende ist, seit dem Jahre 2000 beispielsweise auf Eurobasis hat Gold in 21 von 25 Jahren an Wert zugelegt. Das ist eine, eine Hit Ratio von mehr als 80%. Also, das sagt schon auch sehr, sehr viel aus über die Wertbeständigkeit von Gold, sagt sehr viel darüber aus, dass Gold eben auch, glaube ich, im Portfolio-Kontext einfach Sinn macht als Ergänzung für jedes Portfolio. Und wir sehen an der Grafik, dass der Goldpreis in praktisch jeder Währung, Mhm, äh, in den letzten 25 Jahren gestiegen ist. Also, es ist wirklich eine breite Aufwertung von Gold versus den diversen Währungen. Und das letzte Jahr mit einem Plus von 27% auf Dollarbasis und 35% auf Eurobasis war natürlich ganz speziell, aber im Vergleich zum, sage ich mal, letzten großen Bullenmarkt in den, in den 2000ern, also 2002 bis 2011, da gab’s durchaus einige Jahre in Folge, wo man solche Entwicklungen gesehen haben. Ja, 35% ist wirklich beeindruckend, auch Gratulation an alle, die Gold halten. Da kann sich ja jeder wirklich freuen. Das ist ein schöner, ein schöner Gewinn. Viele haben ihn ja auch mitgenommen und haben wieder Gold zu Geld gemacht. Das geht ja ganz einfach und ganz schnell. Ähm, auch eine schöne Geschichte. Manche ärgern sich jetzt halt auch, denn zu früh ab Gold abgestoßen zu haben, vielleicht. Also, da gibt’s ja unterschiedliche Tendenzen, die wir da wahrnehmen.
Ja, zu früh abgestoßen zu haben, es ist natürlich, äh, ist die Frage, was man damit macht, ja, mit dem Geld, was man, was man, äh, damit kauft, ja, ob man es halt quasi als, als eiserne Reserve nutzt in Form von Cash oder reallokiert in andere Anlageklassen. Aber ich sehe es, ich sehe es auch hier relativ pragmatisch. Ich glaube, der beste Zugang ist wirklich ein konstantes, äh, regelmäßiges, ähm, quasi, äh, äh, Goldsparen, wenn man so will. Ähm, bei den besten Zeitpunkt wird man nie richtig liegen, weder beim Kauf noch beim Verkauf. Also, ich beschäftige mich auch schon Weile mit den Kapitalmärkten, aber, hätte die Wari, wie gesagt, es ist, es ist immer, es ist, äh, den idealen Zeitpunkt zu, zu erwischen ist praktisch unmöglich, und deshalb glaube ich eben, dass wirklich so ein, so ein Ansparen in Gold Sinn macht, und idealerweise glaube ich, wenn man Gold jetzt nicht als, als Performance-Gold sieht, ja, wo man halt einfach so wie bei anderen Anlageklassen einfach, ähm, eine Performance generieren will, sondern wenn man einen langfristigeren Gedanken hat.
Mm. Ähm, wir nennen das Sicherheitsgold, also idealerweise Gold, dass man wirklich für, für harte Zeiten quasi hat, für Extremszenarien als Absicherung, dass man im besten Falle weitergibt an seine Kinder und seine Kindeskinder. Ich glaube, da macht’s einfach Sinn, wirklich dieses, dieses sukzessive Ansparen von Gold, ähm, ähm, äh, durchzuführen, weil man so einfach einen schönen Durchschnittskurs, Goldpreis bekommt. Wir bieten da diese Goldreserve an. Wir sagen: Mach’s, mach’s wie die Notenbanken, mach’s wie die Staaten, leg dir eine eigene kleine Goldreserve an. Man kann regelmäßig einzahlen, wir wandeln sie in Gold um, und wenn eine ganze umz besammen ist, kann man es entweder zugesendet bekommen oder bei uns einlagern. Das ist soz ein bisschen der Trick, den wir hier anbieten zu diesem System.
Ganz klar. Aber natürlich viele sagen: Gebiete des Goldes ist Fah, die muss im auf die nächste Generation warten. Ich möchte in meinem Leben noch ein bisschen Spaß haben mit Gold. Das ist ja auch durchaus eine Möglichkeit. Oder ja, absolut. Ja, wie man gerade sieht, 35%, da ist schon der Spaßfaktor gegeben. Der ist schon gegeben. Ja. Und wir haben es ja, ähm, wir, wir nehmen das Thema natürlich ernst, aber wir versuchen da auch Vergleiche aus dem Alltag immer zu bringen, und, äh, wir haben das, die Kaufkraft einer Unze Gold auf der, auf der Wiesen in München beispielsweise, das haben wir mal gezeigt, dann, ähm, die Kaufkraft in iPhones gemessen, ähm, auch die Kaufkraft in Sprit gemessen, ja, und auch die Kaufkraft in Skitickets gemessen. Ja. Und das Faszinierende daran, ich glaube, das ist die wirklich ganz, ganz zentrale Message, wenn es um Gold geht: Gold dient eigentlich nicht dazu, jemanden schnell reich zu machen. Ja, Gold dient vielleicht dazu, also in erster Linie über lange Zeiträume die Kaufkraft zu konservieren. Das heißt, einfach Inflationssicherung zu bieten, ähm, die Kaufkraft, ähm, leicht zu erhöhen bzw. zu, zu versichern. Ich glaube, das ist wirklich der ganz, ganz zentrale Grund, wieso eben auch die meisten Leute Gold kaufen und wieso auch, und das sieht man auch vielleicht auf der nächsten Grafik ganz schön, ähm, Gold eigentlich ganz, ganz stark mittlerweile in, ähm, den Schwellenländern, in den Emerging Markets gekauft wird. Also, hier sieht man die pro Kopf, äh, Nachfrage, und da erkennt man, dass, ähm, ähm, die Schwellenländer mittlerweile wirklich, ähm, dominant sind am Goldmarkt. Ja. Das ist für mich auch immer ganz wichtig, diese Perspektive zu zeigen. Wir haben letztes Jahr, haben wir den Goldreport, der „New Gold Playbook“ genannt, und wir haben gesagt, der Markt funktioniert mittlerweile nach anderen Gesetzmäßigkeiten. Und ein ganz, ein wesentlicher Punkt dabei ist, dass, ähm, die Konsumenten, aber eben auch die Notenbanken aus den Schwellenländern, China, Indien, die Türkei, aber auch der arabische Raum für den Goldmarkt wirklich mittlerweile dominant sind. Man kann sagen, zwei Drittel der Nachfrage kommen aus diesen Regionen, und deshalb glaube ich auch, dass Gold, das ja leider ein bisschen so dann den Nimbus hat einer Anlageklasse oder einer Währung für Untergangspropheten, ja, für Schwarzmaler, für Pessimisten… Ich glaube, das ist der positive Aspekt, ja, Gold quasi als, als Anlage, die darau davon profitiert, dass die Schwellenländer weiterhin wachsen, Wohlstand und… wird… und die Goldnachfrage in diesen Ländern wichtiger werden und wachsen. Ja, und ich glaube, das ist ein, ein Aspekt, der, der, der oft ein bisschen vergessen wird und der mich auch langfristig für, sagen wir mal so, die, die Grundschwingung auf der Nachfrageseite extrem zuversichtlich stimmt.