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Wie funktioniert die Strahlentherapie?! - Krebs 4

Biologie - simpleclub4:26

Transcription

Eine der ältesten Methoden zur Krebsbekämpfung ist die Strahlentherapie. Irgendwelche Strahlen ballern dabei auf Tumorzellen und machen sie kaputt. Aber was sind das für Strahlen, und wie sind sie in der Lage, Krebs zu [Musik] zerstören?

Bei der Strahlentherapie werden ionisierende, hochenergetische Strahlen verwendet. Ionisierend bedeutet: Die Strahlen sind in der Lage, Elektronen aus Atomen oder Molekülen zu schlagen bzw. zu entfernen. Es bleiben dann Ionen oder Molekülreste zurück. Häufig werden elektromagnetische Strahlen wie z. B. Gamma- und Röntgenstrahlen verwendet, aber auch Elektronenstrahlung kommt zum Einsatz. Seit einigen Jahren werden auch Strahlen mit Neutronen, Protonen oder schweren Ionen verwendet. Mikrowellen und Wärmestrahlen, Ultraschallwellen oder Licht und UV-Strahlen kommen nicht zum Einsatz, da es sich hierbei um nicht-ionisierende Strahlung handelt.

Und was genau bewirken jetzt diese Strahlen? Die Strahlung schädigt die Erbsubstanz der Tumorzellen und behindert verschiedene Stoffwechselvorgänge. Das kann auf zwei Arten passieren: Zuerst die direkte Strahlenwirkung. Trifft ein Elektronenstrahl auf die DNA, so kann er die kovalenten Bindungen des DNA-Strangs aufbrechen. Die Erbsubstanz ist dann beschädigt und kann nicht mehr verwendet werden. Die indirekte Strahlenwirkung tritt bei der Gamma- oder Röntgenstrahlung auf. Körperzellen bestehen größtenteils aus Wasser. Diese Wassermoleküle reagieren mit der Strahlung, und es bilden sich freie Radikale. Diese freien Radikale können chemische Veränderungen an der DNA bewirken und somit Schäden an den einzelnen Bestandteilen oder Vernetzungen verschiedener DNA-Stränge hervorrufen. Diese freien Radikale sind auch in der Lage, wichtige Enzyme und Moleküle zu beschädigen und verhindern somit die normale Funktionweise der Zelle. Diese ganzen Beschädigungen, direkt oder indirekt, sorgen dafür, dass die Tumorzellen sich nicht mehr vermehren können und bestenfalls absterben.

Wird die Strahlung von außen drauf geballert, spricht man von Teletherapie. Werden kleine strahlende Implantationen in den Körper oder ins betroffene Organ eingesetzt, sodass die Strahlung sozusagen von innen kommt, spricht man von Brachytherapie. Tumorgewebe ist viel empfindlicher gegenüber Strahlung als normales, gesundes Gewebe. Trotzdem kann es zu ordentlichen Nebenwirkungen und Beschädigungen umliegender Organe kommen. Häufig kommt es zu Rötungen und Schleimhautentzündungen im bestrahlten Bereich. Bei Bestrahlung des Kopfes kann es außerdem zu Haarausfall kommen. Wird der Bauchbereich bestrahlt, kommt es eventuell zu Übelkeit, Durchfall und Blasenbeschwerden.

Weitaus schlimmere Nebenwirkungen sind die Spätreaktionen einer Strahlentherapie. Sie treten erst nach mehreren Monaten oder Jahren auf. Es handelt sich dabei häufig um Gefäßverengungen und Narbenbildungen im Bindegewebe. Es kommt zu Verhärtungen des Unterhautfettgewebes, zu Verfärbung der Haut, Geschmacksverlust und zu Knochen- und Zahnschäden. Durch die Schädigung von Speicheldrüsen kann es zu Xerostomie, also Mundtrockenheit, kommen. Bestrahlung des Beckenbereichs kann auch zur Unfruchtbarkeit führen. Bestrahlte Organe sind bei einer erneuten Bestrahlung wesentlich empfindlicher. Es treten schlimmere Nebenwirkungen auf, und es kann sogar zum Absterben des Gewebes kommen. Man spricht auch von Strahlennekrose bzw. von Osteoradionekrose, falls das Skelett betroffen ist. Das sind die schlimmsten Nebenwirkungen einer Strahlentherapie. Auf diesem Bild sieht man deutlich so eine Osteoradionekrose der oberen Halswirbel, etwa 20 Jahre nach einer Strahlentherapie im Kehlkopfbereich.

Wie auch die Chemotherapie kann die Strahlentherapie durch Schädigung von umgebendem Gewebe das Risiko für Krebs erhöhen. Ob eine Strahlentherapie sinnvoll ist oder ob man aufgrund der schlimmen Nebenwirkungen darauf verzichten sollte, können wir euch nicht sagen. Das hängt nämlich stark von Krebsart und Patient ab, und deshalb sollte man sich auch bei einem qualifizierten Arzt informieren.

Erhöhte Strahlung kann Mutationen der DNA hervorrufen. Aber sind Mutationen wie Hulk oder die X-Men auch im echten Leben mal möglich? Die Antwort darauf findet ihr in diesem Video. Einfach drauf klicken! Also, haut rein, Leute, bis zum nächsten Mal und ciao!