Transcription
[Musik] [Applaus] [Musik] Schade, dass ihr wieder zurück müsst. New York mit Kindern kommt einfach Leben ins Haus. Na ja, weiß der American Businessman. Ich freue mich schon auf die nächsten Enkel. Bleibt die leer überhaupt? Bin schon da. Entschuldigung bitte! Mama und ich waren noch ausreiten. Ja, euch bedeutet wenigstens unser Familienerbe noch etwas, während mein anderer Sohn in der Weltgeschichte rumreist und Karriere macht. Auf euch eine baldige Verlobung und mindestens noch fünf Enkel! Lisa, ich glaube, wir sind soweit. Wir können essen. Super! [Musik]
Ich will nicht nur eine heile Weltreportage. KST ist Ort der Einkehr, der Begegnung, des Nachdenkens. Es ist jedes Mal dasselbe Theater. Wir sind in einer der schönsten Städte der Welt, und Charlie will in die Slums, in die sich kein Tourist verirrt. Quatsch! Natürlich will ich auch auf den Tafelberg und zur Kap der Guten Hoffnung. Aber vor allem möchte ich Geschichten von Menschen erzählen, wie sie wirklich leben. Man lernt ein Land nicht kennen, wenn man nur die schönen Seiten sieht. Ich will die reichen Viertel und in die Townships. Hier sind die Tickets. Danke schön! Okay, Stefan, du machst die schönen Fotos, und du, Charlie, findest heraus, warum Menschen tun, was sie tun. Ihr kommt doch bestimmt prima miteinander aus. Na aber sicher, da sind doch ein prima Team. Servus! Servus! [Musik] [Musik]
Na du, kleine Prinzessin! Diesmal geht's nach Afrika! Hihi! Hier zur Einstimmung auf den Kontinent Afrika. Danke! Du weißt, die Leser… [Musik] …sind hier. Guck das mal an! Fällt dir was auf? Und ja, schau doch mal genauer hin! Sie könnte meine Schwester sein. Du bist viel hübscher, aber leider lässt du mich an den romantischen Plätzen der Welt immer wieder abblitzen. Du glaubst es, was mit denen zu tun? Vergiss es! Ja, aber so eine Ähnlichkeit ist doch kein Zufall. Das ganze Leben ist ein einziger Zufall. Selbst du bist ein einziger Zufall. Meine Eltern hätten beide nicht zufällig in diesem einen Augenblick Lust gehabt, miteinander ins Bett zu gehen. Gib dich gar nicht! Ja, und genauso fühle ich mich. Als ob ich mich gar nicht geben würde. Wer bin ich? Woher komme ich, Stefan? Und was ist das für eine Mutter, die ihr Baby einfach so aussetzt? Charlie, du hast doch die ganze Zeit die Vergangenheit ruhen lassen. Ja, weil ich meinen Adoptiveltern nicht weh tun wollte. Aber jetzt sind sie tot. Weißt du, ich sag immer: Lauf nicht hinter etwas her, was du eh nicht kriegen kannst. Schau nach vorne! Ich muss einfach wissen, ob ich was mit dieser Familie zu tun habe oder nicht. Weißt du, was das Schöne an Afrika ist? Das Licht! Der Himmel sieht aus, als wäre er aus blauem Glas, und dahinter lodert ein Feuer. Ich muss los. Ich hole dich morgen früh um 8 Uhr ab. Okay. Ich kann nicht… Wie? Du kannst nicht? Ich kann nicht mit nach Südafrika fahren. Du willst in die Steiermark, auf dieses Schloss? Dieses Schloss liegt direkt neben dem Krankenhaus, in dem sie mich gefunden haben. Ja. Was willst du da machen? Willst du reinlaufen und rufen: Hallo, hier bin ich! Oder was? Wieso nicht? Das kannst du auch noch in zwei Wochen. Was ist, wenn du deiner Mutter gegenüber stehst, dann siehst du dich immer noch nicht? Weißt du was? Ich komme einfach ein paar Tage nach Haus. Ja, gar nichts davon wissen. Okay, bitte! Tu mir einen Gefallen, verrat dich bitte nicht! Okay, okay. Ich ruf dich an. Viel Spaß! [Musik] [Musik]
So ein Mist! [Musik] [Applaus] Mist! Es gibt Millionen, Milliarden von gut ausgebauten, asphaltierten Straßen. Ich bin ganz sicher, eine ist auch darunter, die führt genau dahin, wo sie hin müssen. Aber nein, es muss ein Feldweg, Naturschutzgebiet sein. Oh ja, genau! Oh, aber euch Störenfrieden ist es ja egal, ob die Luft verpest ist, Tiere verrückt oder Pflanzen zerren. Sie könnten kurz mit ihrer Ökomoralpredigt aufhören, her zu helfen. Dann können sie mich danach so lang befragen, wie sie wollen. Eigentlich bin ich nämlich gar nicht so rücksichtslos. Es bringen einfach nur diese Millionen, Milliarden von Straßen mich völlig durcheinander. Mein Orientierungssinn ist auch nicht gerade der beste. Kartenlesen bin ich auch nicht wirklich Weltklasse. Und sag, können Sie auch mal still sein? Die einzige Möglichkeit, einen Reporter zum Schweigen zu bringen, ist ein 14-gängiges Menü. Sie sind Reporterin, Reisejournalistin? Eine Reisejournalistin ohne Orientierungssinn, die keine Karten lesen kann? Find ich gut! Haben Sie Absatz? Ja, und bei der Gelegenheit könnten Sie mir sagen, wo Schloss Ehrenfels liegt. Eins nach dem anderen. Danke schön! [Musik] [Applaus]
Schluss! Ehrenfels! Oh, ist das schön hier! Ist das Schloss noch im Besitz der Familie Ehrenfels? Ja, das hoffe ich doch. Und wie ist sie so, die Familie? Kennen Sie sie näher? Obwohl, wohl eher nicht. Wieso? Weil ich auf dem Feld arbeite und Traktor fahre. Das auch also kennen Sie sie mehr? Naja, es ist so einiges bekannt über sie in der Gegend, vor allem dieser Junior, der Andreas Ehrenfels. Ja, der soll ziemlich exzentrisch und cholerisch sein. Der legt keine orientierungslose Reporterin zum 14-gängigen Bankett ein. Der macht sie gleich mundtot und saugt ihr das Blut aus den Adern, wie Graf Dracula, so ungefähr. Sie haben den Adel wohl abgeschafft, aber die schlechten Gewohnheiten stecken immer noch in den Genen. Es ist also besser für sie, wenn sie nicht über die Familie schreibt. Hat irgendwann irgendwo irgendwer gesagt, dass ich das werde? Nein! Trotzdem, danke schön! Sie haben mich vor einer Nacht in der Pampa bewahrt. Ich habe die Pampa bewahrt vor der Nacht mit ihnen, Bauer Schnüssel! Schnüsseliger [Applaus] Bauer! Schloss Ehrenfels ist eines der schönsten Anwesen der Steiermark. Es wurde im 17. Jahrhundert im Barockstil erbaut und erzählt sehr eindrucksvoll seine Geschichte aus über 400 Jahren Familientradition. Soweit ich weiß, wurde die Familie Ehrenfels 1346 das erste Mal urkundlich erwähnt. Ja, das ist richtig. Und wovon hat sie so gelebt? Sie stellten die Landeshauptleute der Steiermark, Offiziere vom Leutnant bis zum Feldmarschall, aber auch Diplomaten, Beamte, Hofleute und Geistliche, z.B. drei Bischöfe. Ich nehme an, ein Teil der Familie lebt heute noch im Schloss. Ja, aber ich führe durch die Vergangenheit, nicht durch die Gegenwart. So, wir gehen jetzt in die Schlosskapelle. Dort sehen Sie einen wunderschönen Schnitzaltar aus dem 17. Jahrhundert. Aber davor besichtigen wir noch die Ahnen-Galerie. Nun, wir sind hier schon in einem kleinen Teil der Ahnen-Galerie. Der größere Teil befindet sich in den Privatgemächern der Familie und ist der Öffentlichkeit leider nicht mehr zugänglich. Vor einigen Jahren wurde ein Gemälde mutwillig zerstört. Sehen Sie auch die wunderschönen Fresken an der Decke? Sie sind vor kurzem restauriert worden. Kommen Sie ruhig! Entschuldigung, und wo ist die Toilette, die der Öffentlichkeit zugänglich ist? Geradeaus und die erste Tür links. Danke schön! So, wir sind hier in einem weiteren Schlafgemach. [Musik] [Musik]
[Musik] [Musik] [Gelächter] [Musik] Hallo! Was machen Sie denn hier? Und sie? Ich wohne hier. Verstehe! Der Reporter fressende, cholerische Tyrann! Wenn ich bitten darf, ich kann ihnen alles erklären. Oder vielleicht doch ein anderes…[Musik]…Mal. Da sind Sie ja! Ich habe Sie schon vermisst. Ich habe mich verlaufen. Ja, das kann man leicht. Kennen Sie vielleicht eine kleine Pension gleich in der Nähe? Ich kenne die einzige Pension hier in der Nähe. [Musik] [Musik] Sehr… ganz schön. [Musik] [Musik]
So, ich habe heute eine Frau in der Ahnen-Galerie erwischt. Bei mir war eine in der Führung, die unbedingt in die Ahnen-Galerie wollte. Jung, blond, zierlich, hübsch. Redet unentwegt. Bei mir war sie eher stumm. Hat zuerst das Bild von Elisabeth angestarrt und dann mich. Na, als ich dich zum ersten Mal gesehen habe, da hat mir auch die Sprache verschlagen. Damals warst du noch fast ein Baby. Na jedenfalls, wenn sie sich verlaufen hat, dann meinen wir die gleiche Frau. Ich glaube, wir meinen die gleiche. Ich habe die heute schon mal aus dem Acker gezogen, weil sie sich verfahren hat. Eine Reisejournalistin ohne Orientierungssinn! Was? Das ist eine Reisejournalistin? Du! Ich habe neulich unseren Prospekt vom Schloss an ein Reisemagazin geschickt. Ist doch toll, dass die so schnell reagiert haben. Ich mag keine PR, aber ich… der Schloss zu unterhalten ist teuer. Das ist doch gut, wenn wir einen Teil davon vermarkten können. Außerdem tun wir es ja nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder, Kindeskinder, Kindeskind. Aber vor die Tür gesetzt ist eine tolle Voraussetzung, dass sie einen guten Artikel schreibt. Aber ich weiß, in welcher Pension sie abgestiegen ist. Na wunderbar! Kannst du morgen hinfahren, mit ihr reden. Du! Du hast sie rausgeschmissen! Du redest mit ihr! Außerdem fahre ich morgen nach Graz. Verlobungskleidchen! [Musik] [Musik]
[Musik] Haben wir was gefunden? Nichts! Außer mal ein Empfang beim Bürgermeister oder dass Graf Ehrenfels beim Kegelturnier gewonnen hat und den Gewinn notleidenden Kindern gestiftet hat. Das ist ja alles sehr ehrenhaft, aber ist das wirklich alles? Mein Gott! Das sind halt auch nur Leute, so wie Sie und ich. Wer schreibt schon über Sie und mich? Haben Sie einen Kopierer? Sicher! Weiter, bitte! Danke schön! Da ist er! Gab es nie irgendetwas Außergewöhnliches? Irgendwas, meine Leser interessieren könnte? Vielleicht interessiert ihre Leser mein kaputtes Kreuz? Gehen Sie zur Familie! Ja, eher indirekt. Gab es nie was? Nicht mal ein kleiner Skandal oder… Ja, Moment! Die Familie Ehrenfels ist eine anständige Familie. Verstehe! Danke schön! Keine Ursache! War nicht viel! Grüß Gott! Ach, Lisa! Grüß dich! Also, dein… deine Jause kostet ja fein! Und Brot! Was auch… Die vergiss heute Nachmittag nicht das Puppentheater für die kleine Kiki! Lisa, was hat denn die junge Frau von dir gewollt? Einen Skandal! Einen Skandal! Ja, Gustel! Für die… gut für die… gut… Sch… [Musik] [Musik]
Wie haben sie mich denn gefunden? Ah, die junge Frau, die im Schloss die Führung macht. Was wollen Sie von mir? Wegen Hausfriedensbruch verklagen? Ich wollte mich entschuldigen. Schön, dass Sie zu Wort kommen lassen. Tut mir leid! Ja, gut! Dann haben wir uns jetzt ja eigentlich genug entschuldigt. Fangen wir von vorne an! Andreas Ehrenfels, Charlotte Stein! Womit fangen wir von vorne an? Mit der Reportage! Ihr Reisemagazin hat sie doch hergeschickt, um eine Reportage über unser Schloss zu machen. Kommen Sie, ich zeige Ihnen alles! Okay! Ist ja wunderschön hier! Das alles gehört ihrer Familie? Fast 10.000 Hektar Wald, hauptsächlich Fichten und Tannen. Ich liebe ihre Farbe und ihren Geruch! So ein Baum braucht eine Ewigkeit, bis er erwachsen ist. Es muss ein schönes Gefühl sein, wenn man so tief verwurzelt ist. Ja, sind Sie das nicht? Ich reise gerne. Außerdem halte ich es nirgendwo lange aus. Das kenne ich! Nach der Matura wollte ich nur eins: weit, weit weg! Habe ich meinen Rucksack gepackt, und dann kam das Hochwasser! Hier war restlos alles überschwemmt, auch Teile des Schlosses. Und dann haben Sie ihren Rucksack wieder ausgepackt? Erstmal schon! Aber dann, nachdem die ersten Schäden behoben waren, bin ich los! Mein Motorrad! Anderthalb Jahre um die halbe Welt, fast 80.000 Kilometer! Und dann war ich in Yukatan, einem Ort, den die Mayas Chichen Itza nennen. Da, wo der Himmel geboren wurde. Genau da wusste ich auf einmal, wo meiner geboren wurde: genau hier! Das ist, wie unsere Familie schön sagt: der Raum der Wahrheit! Wo sie auch hinblicken, sie werden immer nur sich selbst erkennen. Das muss man erstmal aushalten können! Ein Urahn von uns, Otto Ehrenfels, ist dabei wahnsinnig geworden. Er konnte seinen Anblick nicht mehr ertragen. Und warum? Geschichte mit einem Mädchen… Mhm! Und manchmal an stillen Sommerabenden schwebt eine wundersame Melodie über Schloss Ehrenfels, und dann wissen wir, er ist wieder da. Sie meinen, er spukt hier herum? Meine Mutter! Verstehe! Jetzt zeige ich Ihnen den wichtigsten Raum des Schlosses. Das hier ist unser Weinkeller. Und das ist mein Vater, Max Ehrenfels. Charlotte Stein, Sie schreiben eine Reportage über uns? Ja, hoffentlich nur Gutes! Da kennen wir uns! Sie kommen irgendwie bekannt vor. Es… ja… es… Nein, das möchte ich schon selber drauf kommen. Und ich komme noch drauf! Möchten Sie vielleicht einen Schluck? Nein, danke! Du lässt dich bloß nicht erwischen! Hochzeit! Kämpft man um die Frau, die man liebt, hinterher darum, dass man etwas zu sagen hat. Können die beiden gar nicht aneinander vorbei, an kleinen Geheimnissen. Kommen Sie! Der hier z.B. ist Jahrgang 1942. Wir haben kürzlich eine Flasche davon geöffnet. Na, ganz hervorragend geschmeckt! Hier! Ja, das dürfte doch ungefähr ihr sein. Genießen Sie ihn! Das ist mein Jagger! Bauen Sie den Wein eigentlich auch selber an? Nein, wir sind leider nur Sammler. Getroffen hat der Arzt verboten, und das auch! Das war schon… du… der gesagt hat, dass er mir das verbieten soll! Und seinem Blutdruckgerät habe ich gesagt, dass du den viel zu hohen Blutdruck hast! Ja, Kind! Wo habe ich die… ich… schon gesehen? Wen? Die Reporterin, die uns Werder ins Haus geschickt hat. Ich weiß noch nicht, wo… [Musik] [Applaus] [Musik]
Ja, das ist schön! Sag mal, Mama, wie war das damals eigentlich zwischen Papa und dir? Er war da, und auf einmal war alles richtig und gut. Hattest du Herzklopfen, Schmetterlinge im Bauch? Und wenn er mal nicht da war, hattest du dich vor Sehnsucht fast zerrissen? Mir fehlt Papa auch! Schau mal! Oder doch lieber das… Vera? Warum fragst du mich plötzlich solche Sachen? Weil das mit Andreas und mir… das ist kein Vulkanausbruch, warm, vertraut! Ich fühle mich bei ihm geborgen. Und ich meine, er ist schon so lange in meinem Leben, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, wie es ohne ihn wäre. So muss das sein! So ist es gut! Weißt du, alles andere sind nur Strohfeuer, von denen nichts übrig bleibt, als Asche. Ja, das ist es! Du siehst so wunderschön aus! Papa wäre so stolz auf dich, wenn er noch am Leben wäre! Mama, der Schlosspark stammt aus dem 18. Jahrhundert, war allerdings zu Elisabeths Zeiten noch einiges prunkvoller. Sie hat den Garten angelegt. Elisabeth, die Frau auf dem Bild, das Sie so lange angestarrt haben. Ich habe sogar eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr. Das ist Ihnen aufgefallen? Wer weiß, vielleicht sind wir über 100.000 Ecken verwandt. Das war ein Scherz! Wie war sie denn so, die Elisabeth? Ich habe im Archiv kaum was über sie gefunden. Reiselustig, wie Sie und ich! Wieso interessieren Sie sich so für sie? Nicht nur für Sie! Ihre ganze Familie interessiert mich! Es trifft sich gut! Kann ich Ihnen jetzt gleich unseren jüngsten Spross vorstellen? Meine Nichte Kiki! Heute ist nämlich Puppentheater! Der… der… da! Na, liebe Kinder, seid ihr alle da? Ja! Kap! Jetzt möchte ich euch einen ganz, ganz, ganz lieben Freund von mir vorstellen, nämlich das Krokodil! Guten Tag, liebe Kinder! Ihr könnt ruhig applaudieren, weil ich bin so ein… schön… schön ist… nä… ein… il… Ja, ich bin ein gutes Krokodil! Weil er hat nämlich die böse Hexe gefressen! Ja, ich habe die böse Hexe gefressen! Stein! Die macht Reportagen! Und weil die Hexe nämlich so böse ist, hat sie mich geschossen, und mein Kreuz macht nicht mehr mit! Wo ist denn jetzt der… KP! Kinder, nicht nur den Kaspar! Mich hat auch die Hexe geschossen, und das Puppentheater muss leider ausfallen! Alleen! Sie wollten doch einen Skandal von meinem Bruder! Jetzt hat er den Skandal: einen Hexenschuss! Komm ich… ich will kein Krankenhaus! Komm! Hallo, ihr lieben Kinder! Heute werde ich euch die Geschichte erzählen vom kleinen Stern, der eines Nachts einfach so vom Himmel… Ich bleib hier und schau zu! Genau an dieser Stelle ist der Stern vom Himmel gefallen! Ich bin so glücklich über dich und Andreas! Du hättest ja auch leicht den Fischen erwischen können! Das, liebste Mama! Hättest du doch nie zugelassen! Ja, da hast du wahrscheinlich Recht! Du! Da drüben ist das Reisemagazin, dem ich neulich den Prospekt geschickt habe. Ich möchte nur mal vorbeikommen, mich bedanken, dass Sie so schnell reagiert haben. Ja, dann machen wir das! Ich geh kurz hinauf! Ja, gib mir den Einkaufszettel! Ich warte! Und dort hat er sich auch wieder von mir verabschiedet, denn sein Platz ist nicht auf der Erde, sondern am Himmel. Und wenn du einmal Angst hast, hat er zu mir gesagt, dann werde ich für dich leuchten und dich so lange durch die Dunkelheit begleiten, bis irgendwo am Horizont wieder ein Licht aufgeht. Sei nicht traurig! Mit mir bist du nie wieder… [Musik] …alleine! So schön! [Applaus] [Musik] Und wenn ihr heute Nacht aus dem Fenster schaut, liebe Kinder, dann wird der kleine Stern für euch… [Musik] …leuchten! Nur für… [Musik] …euch! Okay! Danke! Danke! Darf ich vorstellen? Charlotte Stein, die begabteste Geschichtenerzählerin, die ich kenne! Meine Mutter, Gabriele Ehrenfels! Freut mich, Sie kennenzulernen, Charlotte! Ganz… [Musik] [Musik] …meinerseits! Wir haben zwar eine Stein, aber die ist in Südafrika! In Südafrika? Ja! Und eine über unser Schloss Ehrenfels ist auch nicht geplant. Tut mir leid! Dann entschuldigen Sie die Störung! Es gibt bestimmt eine ganz harmlose Erklärung! Sieh ein paar ganz kleine Änderungen am Plan! Ja, ja! Danke! Dann um 12 Uhr! Du, Mama! Da stimmt was nicht! Charlotte Stein ist nicht Charlotte Stein! Die kommt gar nicht vom Reisemagazin! Warum tut sie das? Was soll das jetzt? Erzähle mal ganz genau! Das wird sich alles aufklären! [Musik]
So, Gustel! Ich habe gesagt, dass ich nicht ins Krankenhaus will! Die Lisa besorgt mal so ein… Schmier… eine Salbe, und dann wird es schon wieder gut! Kommt überhaupt nicht in Frage! Vielleicht ist es was Schlimmeres als ein Hexenschuss! Ich würde ja gerne mitkommen, aber ich muss noch kochen! Was denn? In welches Krankenhaus fährt er denn? Zu den Barmherzigen Schwestern! Barmherzige Schwestern! Als ob sowas gibt… es gibt es! Ich kann mitfahren, wenn Sie wollen! Ich habe immer gedacht, sie ist nur neugierig. Da… da kann sie richtig nett sein! [Applaus] [Musik] Kranken… Alles in Ordnung? Mir ist gerade nicht so gut. Ich komme gleich nach… Okay! [Musik] [Gelächter] [Musik] [Musik] Kann ich Ihnen irgendwie helfen? Suchen Sie jemanden? Ich bin Journalistin, und ich schreibe eine Reportage über ausgesetzte Kinder und die Beweggründe ihrer Mütter. Da kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen. Es tut mir leid! Danke! [Musik] Schön! Hallo! [Musik] [Musik] Was suchen Sie denn da? Sie haben hier nichts verloren! Es tut mir leid! Ich bin Journalistin! Hier wurde vor sehr vielen Jahren ein Säugling ausgesetzt. Er war in eine Babydecke eingewickelt und hatte eine kleine Handpuppe dabei, eine Prinzessin. Können Sie mir vielleicht da irgendwie weiterhelfen? Wissen Sie etwas? Ja, ich habe das Baby gefunden. Ein Mädchen! Und daneben lag ein Zettel mit der Bitte, Charlotte zu taufen. Ich bin Schwester Hildegart. Und Sie? Stein! Christine Stein! Kommen Sie, Christine! Ich habe gerade Pause. Gehen wir in den Park, und Sie erzählen mir, was Sie an der alten Geschichte so besonders interessiert. Ja, Sie sind also Journalistin? Ja, und Sie haben die junge Frau kennengelernt, die damals als Baby ausgesetzt worden ist. Jetzt wollen Sie eine Reportage machen über Mütter, die sowas tun und deren Kinder? Wissen Sie, im Allgemeinen sind wir dazu da, aufzupassen, dass kein Baby entführt wird. Wo das eines… dazu kommt einfach so. Und bis heute gibt es keine Anhaltspunkte, wer diese Frau gewesen sein könnte. Nein, aber jemand muss doch etwas von der Geburt bemerkt haben! So wie die Nabelschnur durchgeschnitten war… das hat kein Arzt gemacht und keine Hebamme. Die Mutter muss das Kind heimlich zur Welt gebracht haben. Aber da muss doch wenigstens jemand was von der Schwangerschaft bemerkt haben! Die Familie, der Vater des Kindes, die Nachbarn… Auch manche Mädchen und Frauen verdrängen ihre Schwangerschaft. Und in den letzten Wochen, wenn sich nichts mehr verdrängen lässt, dann ziehen sie weite Kleider an, damit man nicht sieht. Außerdem war ja Winter, als die Kleine geboren wurde… nicht… aber man muss doch bemerkt haben, dass die Frau völlig durcheinander war, dass sie Probleme hatte! Ja, offenbar hat sie unter Menschen gelebt, die nicht sehr aufeinander eingegangen sind, die gleichgültig waren. Vielleicht hat sie es deshalb getan. Babyklappen gab es damals noch nicht, und eine Adoption hätte bedeutet, sie hätte zu dieser Schwangerschaft stehen müssen und zu der Entscheidung, das Baby wegzugeben. Ja, und das braucht Kraft! Ich weiß nicht, warum sie es getan hat, aber eines weiß ich ganz genau: Diese Frau wollte, dass es ihrem Kind gut geht. Warum sonst hätte sie es auf unserer Säuglingsstation in ein Bettchen gelegt und einen Namen für ihr Kind ausgesucht? Danke! Sie haben mir sehr geholfen! Sie haben gute Eltern gefunden! [Musik] Charlotte! Die… [Musik] …besten… geht schon viel besser! Der hat eine Spritze bekommen! Muss jetzt noch ein bisschen beobachtet werden. Gut, geht’s Ihnen besser? Ja! Kommen Sie, ich fahre Sie in die… [Musik] …Pension! Danke für den interessanten und informativen Tag! Ich bedanke mich für diesen besonderen Tag! Besonders… na ja, erst fallen wieder kleine Sterne in mein Leben, dann bin ich statt im Büro im Puppentheater wieder 5 Jahre alt, und anschließend dann ich mit ihm im Krankenhaus! Schönen Abend! Ihnen auch! Hallo! Wie war’s in der Stadt? Schönes Kleid gefunden! Oh ja! Du! Andreas! Charlotte Stein ist nicht Charlotte Stein! So Quatsch! Was soll sie denn sonst sein? Meine Betrügerin! Ja, also, mir hat sie nichts vormachen können! Ich habe sie sofort durchschaut! Komm, ich erzähl dir alles und zeige dir mein neues Kleid! [Applaus] [Musik] [Musik]
So geht’s nach Amerika! Aber zur Hochzeit seid ihr wieder da! Das ist eh klar! Mein Lieber, flieg vorsichtig! Ach ja! Papa! Mama! Pass auf dich auf! Mach’s gut! Lisa! Lisa, du weißt doch, dass sie nichts mitnehmen dürfen nach Amerika! Wenigstens einen… Mach’s gut, ihr Lieben! Redest du mit ihr? Ich bin sicher, es gibt eine ganz harmlose Erklärung! Komisch! Das habe ich gestern schon mal gehört! Na, ich bin jedenfalls sehr gespannt! [Musik] [Applaus] [Musik] Gut! [Musik] [Applaus] [Applaus] Morgen! Guten Morgen! Meine Familie denkt, sie sind deine Betrügerin! Was… Sie? Vera war bei der Redaktion von GO! Charlotte Stein ist in Südafrika! Reportage über Schloss… ist auch nicht geplant! Was sind Sie hier? Was machst du hier, Charlie Stein? Was willst du wirklich von uns? Die Geschichte von dem kleinen Stern, der einfach so vom Himmel fiel… das ist irgendwie auch meine Geschichte! Wie deine Geschichte! Sie haben zumindest meinen Eltern… meinen Adoptiveltern mir damals zu erklären versucht, was eigentlich nicht zu erklären ist. Meine leibliche Mutter hat mich als Baby ausgesetzt. Ich bin Findelkind! [Musik] Andreas sagt bestimmt, so die Meinung, dass sie sich nie wieder in unsere Nähe wagt! Für eine Betrügerin ist sie ehrlich viel zu nett! Nette Menschen sind nicht immer gut! Dann hättest du vielleicht auch zulassen sollen, dass ich es mal herausfinde! Habe ich dich zu sehr beschützt? Das tust du doch immer noch! Glucke! [Musik] Und du glaubst wirklich, jemand aus meiner Familie… Du findest doch auch, dass ich Elisabeth ähnlich sehe! Viele Menschen sehen sich ähnlich! Haben überhaupt nichts miteinander zu tun! Du denkst, dass ich spinne? Nein, ich denke einfach, dass du nur verzweifelt auf der Suche nach deiner Identität bist. Seit dem Tod meiner Adoptiveltern habe ich mich nie wieder wirklich sicher und beschützt gefühlt. Man kann sich auch sicher und beschützt fühlen, wenn man Freunde hat! Freunde! Freunde! Also, wenn wir Freunde sind… Ja! Ich würde ja wahnsinnig gerne mit Motorrad fahren! Früher bin ich sogar Motorradrennen gefahren! Inzwischen ist meine Maschine vollkommen eingestaubt! Kein Problem! Ich bin eine Meisterin mit Staub von Motorrädern und Menschen! So, so! Du hättest mich eingestaubt! So ein… [Musik] …bisschen! Hallo! Alles geklärt mit Presse und Personalausweis! Charlie! Ich meine, Charlotte Stein ist Charlotte Stein! Es tut mir leid, die ganze Aufregung! Ich hätte das allein entschieden: erst Schloss Ehrenfels, dann Südafrika! Ich hätte das vorher mit meinem Chefredakteur abklären müssen! Nein, mir tut es leid, dass ich den ganzen Wirbel erst verursacht habe! Wir haben uns ja schon in der Führung kennengelernt! Ulrike Stein! Freut mich! Hallo, Frau Stein! Nur falls Sie es noch nicht wissen: Meine Tochter und Andreas werden sich bald verloben! Ist doch eine hübsche persönliche Geschichte für ihre Reportage! Bringt ein bisschen Farbe rein! Ulrike… meine zukünftige Schwiegermutter! Wir werden uns sicher bald… [Applaus] …wiedersehen! Wir haben noch einiges wegen der Verlobung zu besprechen! Seit Sie hier sind, kriege ich ihn ja kaum noch zu Gesicht! Du hast meine Handynummer! Falls irgendwas ist wegen der Reportage… [Musik] …alles in Ordnung, Frau… [Musik] …alles gut! Dann sind wir uns, was die Gäste angeht, einig! Fehlen nur noch die Einladungskarten! Schau doch mal! Ich finde eigentlich die… am schönsten! Und du? Ja, die ist schön! Du bist überhaupt nicht bei der Sache! Schon bei der Gästeliste hast du immer nur ja gesagt, egal, ob du die Leute leiden kannst oder nicht! Weil ich möchte, dass alles genauso wird, wie du das wünschst! Das ist deine Verlobung! Ich muss los! Es ist nicht nur meine, es ist unsere Verlobung! Klar, du hast Recht! Und die ist wirklich schön! [Musik] [Applaus]
Mich hat Elisabeth auch immer fasziniert, vor allem diese leise Melancholie in ihren Augen, so als ob sie immer etwas suchen müsste. Muss gerade daran denken, dass der Stammbaum unserer Familie bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht. Es war mir nie so richtig bewusst, aber es gibt dann schon ein Gefühl von Sicherheit, einfach, weil man weiß, woher man kommt und auch ein bisschen wer man ist. Tja, da gibt’s andere Menschen, die werden einfach so hineingeworfen in diese Welt. Von… redest du jetzt? Weiß ich, warum mir Charlotte immer bekannt vorkam! Die gleichen Augen wie Elisabeth! Sieht dir sogar ähnlich! Findest du nicht? Sie ist nicht wegen einer Reportage hier! Charlie ist ein Findelkind! Sie sucht ihre Familie, und sie glaubt, dass wir ihre Familie sind! [Musik] [Musik] [Musik]
Du hast einmal zu mir gesagt, Stefan: Man begreift erst, wie allein man ist, wenn man für einen kurzen, kostbaren Augenblick nicht mehr allein ist. Heute war so ein kostbarer Augenblick, und jetzt bin ich sentimental! Vergiss es! Erzähl mir lieber von Afrika! Ist der Himmel da wirklich so, wie du ihn beschrieben hast? Blaues Glas, hinter dem ein Feuer brennt? Und trotzdem glaube ich, in der Steiermark bin ich dem Himmel näher als anderswo. Und weißt du was? Ich frage mich hier zum ersten Mal: Gibt es nur einen Himmel, der sich nur immer wieder verändert, oder viele Himmel? Und hat jeder Mensch trotzdem nur den einen, für ihn ganz besonderen Himmel, unter dem er geboren wurde? [Musik] Andreas, komm! Ich helfe dir bei deiner Suche! Und wenn es jemand aus deiner Familie ist, dann will ich erst recht wissen, wieso deine Mutter so allein war, dass sie gar keine andere Wahl hatte, als dich auch allein zu lassen. Servus, Gustel! Na, geht’s dir besser? Guten Tag! Hallo! Ja, ja! Ungewöhnlich, verdiente nicht. Und heute hat mir die Lisa meine Leibspeise gemacht: Schweinsbraten mit Semmelknödeln! Sonst setzt sie mich ja immer auf die… weil du die einzige Familie bist, die sie noch hatten. Sie dich nicht verlieren will! Ach, die Lisa ist nämlich nicht nur bissig, die hat ein großes Herz! Manchmal hat sie ein Herz! Aber apropos Herz… Sie sind sicher froh, dass du nicht mehr dauernd mit dem Puppentheater durch die Weltgeschichte reist! Alle Puppen selbst gemacht! Auch die Geschichten sind von ihr! Zeitungsarchiv! Besitze ich nur meine Rente auf! Also, ein Leben nur für die Kinder! Ja, das ist auch die beste Art von Leben! Sie werden schon noch merken, wenn sie selbst welche haben! Zu viel Verantwortung! Außerdem möchte ich immer frei sein, dass ich dahin reisen kann, wo ich gerade hin möchte! So habe ich auch einmal gedacht! Aber wer sich sein ganzes Leben lang nur um sich selbst dreht, um den dreht sich am Ende gar nichts mehr. Da ist nur mehr Stillstand, Stille, Einsamkeit! Kennen Sie diese Art von Puppen, oder haben Sie so eine schon mal gesehen? Ja, das ist ja was ganz Besonderes! Allerdings handgemacht! Ja, aber gesehen habe ich so eine noch nie, glaube ich! Wenn du das glaubst, kann es dann sein, dass dir noch etwas mehr dazu einfällt? Und warum ist euch das so wichtig? Weil auch eine Prinzessin ihre Familie braucht! Ja, kann man Reporter mit 14 Gängen auch wieder zum Lächeln bringen? Eine Riesenportion Spaghetti reicht vollkommen! Danke! [Musik] [Musik] [Applaus] [Musik]
Schön! Ich glaube, ich habe mich dann etwas verrannt! Seid nicht so ungeduldig! War doch mal ab… Heute Nacht ist die Nacht, in der die Sterne vom Himmel fallen, wie meine Großmutter immer gesagt hat. Da gehen alle deine Wünsche in Erfüllung! Du glaubst an Sternschnuppen? Na ja, zumindest glaube ich an sowas wie Schicksal, das alles seinen Grund und seine Bedeutung hat. [Musik] Toll! Nicht mal die Sterne sind auf meiner Seite! Guck mal, da ist eine! Sieht so schön aus! Du musst dir was wünschen! Meinst du? Okay! [Musik] Es geht nicht! Du bist verlobt, und… willst du… wie du… und Kinder… will sie bestimmt auch! Okay! Vielleicht ende ich irgendwann so einsam wie Gustel in seinem verstaubten Zeitungsarchiv, träume von dem, was ich nicht getan habe. Aber noch viel schlimmer finde ich: nicht zu tun, wovon ich gerade träume! Ich muss frei sein! Ich habe dich doch nur geküsst, Charlie! Es war vielleicht falsch, aber ich habe dich doch nur geküsst! Was ist, wenn wir Halbgeschwister… [Musik] …sind? Charli, such deine Familie, aber lass meine aus dem Spiel! Ja, spinnste wohl! [Musik] [Musik] Charlie, ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube, wir bekommen ein Kind! Du und ich! Es ist spät! Kommst du auch ins Bett? Ja, gleich! Ich… [Applaus] [Musik] [Musik] Hey! Nach… Freunde! Na klar! Schlaf gut, Charlie! Du auch, Charlie! [Applaus]
Seit wann fährst du denn wieder Motorrad? Meine… nur weil sie gerade draußen vor der Garage steht! Du hast mir versprochen, nicht mehr zu fahren! Danke, Lisa! Ich habe dir versprochen, keine Rennen mehr zu fahren! Komm! Normalerweise beginnen doch die Kompromisse erst in der Ehe! Auf mich Rücksicht zu nehmen, das ist für dich ein Kompromiss? Ich dachte, du tust das aus Liebe! Sag mal, wa… bist du eigentlich glücklich mit mir? Natürlich! Natürlich! Weil du willst? Oder natürlich, weil du es fühlst? Natürlich, weil ich es fühle! Ohne dich… das kann ich mir noch gar nicht mehr vorstellen! Andreas! Was ist los? Warum fragst du mich das alles? Ich will einfach nur ganz sicher sein, dass du wirklich glücklich bist! Das bin ich! Sehr sogar! Nur mit dir! Versprich mir, dass ich daran nie was ändere! Ja, versprich… [Musik] …mir! Guten Morgen! Guten Morgen! Die Reportage über Schloss Ehrenfels? Ja, sobald sie fertig ist, können Sie sie lesen! Ich liebe Pferde! Das ist Cassandro! Wenn Sie wollen, können wir mal zusammen ausreiten! Lieben gerne! Aber ich kann nicht reiten! Ich wollte es immer mal lernen, aber ich bin nie dazu gekommen! Um ehrlich zu sein, so froh ich auch bin, dass ihr diese Reportage über Schloss Ehrenfels schreibt, so froh bin ich auch, wenn ihre Recherchen hier wieder beendet sind! Sie… mein Andreas verbringt zu viel Zeit mit ihr! Er ist so anders, seit sie hier sind, fast fremd! Und ich würde es auch verstehen, wenn er sich in sie verliebt hätte! Sie sind genauso, wie er damals war! Ich meine, bevor er die Verantwortung für das alles hier übernommen hat! Damals war er ständig mit seinem Motorrad unterwegs! Und jetzt tut er immer noch genau das, was er will! Ich beneide euch beide! Ihr wisst genau, wer ihr seid, was ihr wollt und wohin ihr gehört! Zwischen Andreas und mir läuft nichts mehr! Wir sind nur Freunde, und er hilft mir, meine Mutter zu finden! Komm rein! Wenn ich daran denke, in welcher Geborgenheit ich aufgewachsen bin… manchmal war mir das fast schon zu viel! Meine Mutter kann eine richtige Glucke sein! Ist sie das? Ja! Wieso bist du eigentlich vor so ruhig geblieben? Wenn ich glauben würde, eine andere… was mit dem Mann, den ich heiraten will… ich würde ausrasten! Ich sag ja… gegen dich bin ich langweilig! Hast deine Puppe in der Sand schon mal gesehen? Nein! Tut mir leid! Ich muss gehen! Ja, dann bis bald! Was ist los? Ich habe mir eingebildet, Andreas hätte sich in Charlotte verliebt, und ich war überhaupt nicht eifersüchtig! Und hat er sich verliebt? Nein! Aber darum geht’s auch nicht! Es geht darum… dass… es geht darum, dass du eine vernünftige junge Frau bist, die genügend Selbstbewusstsein hat, um nicht so leicht nervös zu werden! Andreas ist nicht der Typ Mann, der sich so leicht verliebt! Also, genau richtig reagiert! Und wenn ich das nicht mehr will! Dieses immer nur richtig reagieren und vernünftig sein! Wenn ich wenigstens nur einmal fühlen will, wie es ist, fast verrückt zu sein vor Liebe, an nichts anderes mehr zu denken als an ihn, mit Herzklopfen und Schmetterlingen im Bauch! Ich habe das mal erlebt! Genau das! In allen Varianten! Und am Ende war es nicht schön, und es war auch nicht aufregend! Es hat einfach nur weh getan! Und warum? Hat er mich im Stich gelassen, als ich ihn am meisten gebraucht habe! Dein Vater hat mich nie allein gelassen! Und Andreas ist… mit… dein Vater! Mach dein Glück nicht kaputt! [Musik] [Musik]
Sie passen nicht… [Musik] …zusammen! Nein, sie passen nicht zusammen! Das hatte ich doch noch nie! Gestört! Geschrien! Als Kind hast du einfach immer nur vor dich hin erzählt! Da bin ich hal aufgewachsen! Hab auch was erzählt! Mama! Das hat mich nie gestört, weil man als Kind die Dinge eben so nimmt, wie sie sind, und weil man seinen Eltern vertraut und ihnen glaubt, wenn sie sagen, dass es so ist und nicht anders. Was ist
Ab da waren wir zusammen, und plötzlich ging in meinem Leben die Sonne auf. Alles war hell, warm und schön. Und dass ich schwanger wurde, träumte ich von einem Märchen zu dritt. Ich dachte: Was soll mir schon passieren? Er wird mich und mein Baby auf Händen durchs Leben tragen. Aber hat er nicht. Nein, hat er nicht. Ich habe in meinem Brief geschrieben, dass wir vielleicht ein Baby erwarten, und er hat nicht einmal mehr mit mir gesprochen, hat seine Sachen gepackt und ist losgerast. Frontal gegen einen Baum geknallt. Er war sofort tot. Ich wollte das lange nicht wahrhaben; ich konnte es gar nicht glauben. Ich bin immer wieder zu allen Plätzen gelaufen, wo wir gemeinsam waren, und habe auf ihn gewartet. Ich habe gehofft: Julian wird jetzt gleich kommen, und dann wird alles gut. Aber nichts wurde gut. Ich habe mich immer mehr zurückgezogen, und die Schwangerschaft habe ich völlig verdrängt, weil ich überhaupt nicht, überhaupt nicht wusste, wie ich das alleine schaffen sollte. Aber hatte niemand etwas gesehen oder bemerkt? Nein, hat niemand etwas bemerkt. Ich ließ ja niemand mehr an mich ran, und meine Eltern waren sowieso nie zu Hause. Außerdem haben sie sich nur für zwei Dinge interessiert: für sich selbst und fürs Geld.
Ich habe dich allein in meinem Zimmer auf die Welt gebracht. Ich habe die Nabelschnur durchgeschnitten und dich in eine Decke gewickelt und die Handpuppe genommen. Als ich klein war, habe ich mit meinem Puppen-Theater immer Familien gespielt, so wie ich sie gern gehabt hätte, mit ganz viel Liebe und Geborgenheit. Und die Prinzessin war die Mutter, und die hat mich beschützt. Und damals dachte ich: Jetzt soll sie dich beschützen. Hast du es denn nie bereut? Doch, es hat mich nie mehr losgelassen. Ich hatte alle Jahre denselben Traum: Ein Kind kommt zu mir und fragt mich, warum ich es nicht [Musik] verzeihen mir bitte [Musik] мама [Musik]. Andreas, diesmal habe ich mich nicht verfahren, weil ich jetzt endlich weiß, wohin ich will: in zu dir, wenn du mich [Musik] noch und die Welt, das enge Leben mit mir. Ich habe ein bisschen geschwendelt, wegen – wie – ich will diese Welt und dieses Leben. Ich will jeden Winkel hier kennenlernen und die Menschen. Ich will darüber schreiben. Wenn es uns mal ein bisschen zu eng wird, dann reisen wir solange herum, bis wir wieder wissen, wo unser Zuhause ist [Musik].