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Das Taten die Quraish um den Islam auszulöschen! | Sira des Propheten ﷺ

Deen Akademie33:02

Transcription

Liebe Geschwister, die Lage in Mecka eskaliert. Der Prophet predigt seine Botschaft öffentlich und die Quraisch waren nicht gewillt, das hinzunehmen. Aber was ist jetzt die Lösung? Damals war es so, dass sie nicht direkt an ihn heran konnten. Die Kisch waren unterteilt in verschiedene Stämme und es gab so ein ungeschriebenes Gesetz, dass man nicht ohne die Erlaubnis eines Stammes überhauptes an ihn heran kann. Und das war ein Faller des Propheten, sein Onkel Abu Talib.

Also, was machen sie? Sie gehen zu ihm. Sie gehen zu Abu Talib. Das war die Autorität quasi. Derjenige, der über Mohammed s.a.w.s. die Sagen hatte, der Anführer seines Stammes. Die Quris selber hatten nicht einen einzigen Stammesführer. Das war für sie nicht hinnehmbar. Sie waren quasi zu arrogant dafür. Sie haben deswegen für jeden Stamm einen eigenen Führer und hatten so eine Art Parlament, wo sich die Führer getroffen haben und die Angelegenheiten der Menschen besprochen haben. Aber ein einziger Führer, das war für sie nicht denkbar. Und in diesem Fall war das auch gut. Das war eine Art Weisheit, könnte man sagen.

Sie gingen zu Abu Talib, der Führer der Ben Hasim, und sagten zu ihm: "Einer von deinen Leuten, der Prophet Mohammed, verflucht unsere Götzen und das kannst du sicher nicht zulassen." Als Abu Talib das hörte, war er erstmal getroffen. Seine Leute sind niemals auf diese Art und Weise zu ihm gekommen. Aber im ersten Moment gab er ihm einige schöne, beschwichtigende Worte mit auf den Weg und hat gehofft, dass sich die Lage damit entspannt und die Sache irgendwie von selber erledigt.

Aber ein paar Wochen später kommen dieselben Leute wieder. Die Lage hat sich nicht entspannt. Mehr und mehr Menschen nehmen den Islam an. Zögerlich. Mal der eine, mal der andere. Das war nicht so, dass die Massen plötzlich dieser Botschaft gefolgt sind, aber es geht auch keiner von ihnen zurück. In Mekka war damals die Situation so, dass niemand einfach so aus Juks und Dollerei den Islam angenommen hat. Diejenigen, die das gemacht haben, die haben das aus Überzeugung gemacht. Und wenn sie einmal die Süße und den Geschmack dieser Botschaft zu spüren bekommen haben, dann sind sie nicht mehr zurückgegangen. Und das hat man damals gesehen. Das ist quasi eine Einbahnstraße. Die Menschen gehen in diese eine Richtung, aber sie kommen nicht zurück.

Heute hat man manchmal solche und solche. Es gibt welche, die das aus voller Überzeugung tun und die gehen auch nie wieder zurück. Und es gibt Leute, die machen das einfach nur aus, ja, weil es gerade inn ist oder ja, irgendwie gehört es im Freundeskreis dazu. Manchmal macht man das auch, um eine bestimmte Ehe zu ermöglichen. Es gibt alle möglichen Motive heutzutage, aber damals in Maka gab es nur ein einziges. Ich bin überzeugt davon, dass das die Wahrheit ist und ich bin bereit, mich Allah hinzugeben. Andere Motive gab es nicht. Und dann schmeckt man auch diese Süße und dann geht man nicht mehr zurück. Dann geht man nicht mehr zurück.

Ich weiß nicht, wie oft ich mir das schon im Leben anhören durfte. Hat deine Religion dir Glück gebracht? Definiere Glück. Wenn du damit Reichtum meinst und solche Dinge, nein, es hätte einfachere Wege gegeben, um für mich reich zu werden. Aber was sie mir gegeben hat, ist eine Süße im Herzen und die würde ich für nichts hergeben wollen, für gar nichts. Man könnte mir die Welt bieten und noch mal so viel dazu. Es wird mich nicht eine Sekunde interessieren. Und ja, ich weiß, dass die Leute denken, ja, ja, wenn du wirklich so ein Angebot bekommst. Nein, ganz bestimmt nicht. Was soll ich mir mit allem Reichtum dieser Welt denn kaufen können? Was versprechen sich die Leute überhaupt davon? Glück, Zufriedenheit, das Leben genießen. Ich habe den schönsten Genuss überhaupt. Aber der Genuss dieses Lebens liegt eben nicht in diesen oberflächlichen Dingen. Es ist diese Süße im Herzen und ich würde sie nicht hergeben wollen. Wenn das auf dem Spiel ständ, niemals. Da ist eine Lehre im Herzen. Sie wird durch diese Botschaft gefüllt. Und es gibt dazu keine Alternative. Es gibt dazu nichts, was ich mir kaufen könnte mit allem Geld der Welt. Es gibt nur diese Botschaft.

Die Menschen damals, die haben eine schwierige Zeit im Maka durchgemacht, aber sie sind nicht zurück. Die Menschen sind nicht zurück. Und das haben die Kispor gemachtet. Das haben sie gesehen. Auch wenn nur wenige erst einmal dieser Botschaft folgen, so werden es doch über die Zeit, über die Wochen und Monate mehr. Und jetzt kann man sich vorstellen, wo das ganze in 10 oder 20 Jahren endet. Und deswegen sind Sie noch mal zu Abu Talib. Wir können das nicht mehr ertragen. Dein Neffe, der beleidigt unsere Vorväter. So sind sie zu ihm hingegangen. Dein Neffe beleidigt unsere Vorväter. Und das war damals sozusagen ein Sakrileg. Die Vorfäter beleidigen, undenkbar.

Aber das Interessante ist, dass der Prophet s.a.w.s. das gar nicht getan hat. Es sind ja am Ende auch seine eigenen Vorväter, aber er hat sie gar nicht beleidigt. Er hat nicht einmal über sie geredet. Was hat er den Leuten denn gesagt? Er hat denen einfach nur gesagt, Götzen anbeten ist falsch. Betet nur Allah alleine an. Mehr nicht. Die Vorväter hat er gar nicht erwähnt. Wie kommen Sie also darauf, dass der Prophet die Vorväter beleidigt hat? Man könnte das ja auch umdrehen. Man könnte ihnen ja auch vorwerfen. Sie würden Ibrahim beleidigen. Ibrahim war kein Götzendiener und ihr betet heute Götzen an. Also, was ist der Unterschied? Jeder hat doch irgendwie Vorväter beleidigt. Aber das ist eine sehr typische Vorgehensweise. Das war nicht das, was der Prophet sagte. Er hat gar nichts über die Vorväter gesagt. Das hat man nur geschlussfolgert. Du sagst eigentlich A, aber jemand kritisiert nicht A. Er sagt aus A folgt B und dann C und C kritisiert er. Der Prophet hat nur gesagt, Götzendienst ist falsch. Jetzt haben sie daraus geschlossen, okay, wenn du sagst, Götzendienst ist falsch, dann sagst du ja, das was unsere Vorväter gemacht haben, ist auch falsch. Und wenn du sagst, das was unsere Vorväter gemacht haben, ist falsch, dann beleidigst du sie ja. Das war die Argumentationskette und das ist typisch. Das werdet ihr so oft heutzutage sehen, genau dieses Muster, dass wenn du eine Sache sagst, die einem anderen nicht gefällt, dass er nicht das kritisiert, was du gesagt hast, sondern dass er erstmal eine Geschichte daraus stussvollert und irgendwann was ganz anderes kritisiert, von dem er sagt, das hast du aber gesagt.

Ich gebe mal ein einfaches Beispiel. Also, ich habe die Erfahrung schon oft gemacht. Ich habe mal ein Video veröffentlicht, wo ich gesagt habe, wir einfachen Muslime, wir nicht Gelehrte, wir sollen nicht über Themen reden, wie beispielsweise Musik, das Gelehrte, die darüber ein Urteil fällen, das ist nicht unsere Angelegenheit. Wir brauchen nicht rumlaufen, das ist haram oder halal. Die Beweise sind so, das überlasst man denen. Es gibt bestimmte Themen bei uns in der Religion, die wissen alle, darüber können wir auch reden, aber das gehört nicht dazu. Das ist eine Angelegenheit von Gelehrten. So, das gefällt aber nicht jedem. Warum gefällt ihm das nicht? Nun, das gefällt ihm deswegen nicht, weil jeder gefällig zu sagen hat, das ist haram in allen Fehlrechtschulen und selbst wenn es so wäre, ich habe weder was dafür noch dagegen gesagt, ich habe nur gesagt, das ist eine Aussage, die Gelehrte treffen, nicht wir. Darum ging es mir. Aber das gefällt ihm nicht. Was macht er also daraus? Er sagt nicht, hör mal zu, Marcel, du hast gesagt, das ist eine Angelegenheit von Gelehrten, sondern du sagst, das ist eine Angelegenheit von Gelehrten. Das bedeutet, Gelehrte haben vielleicht verschiedene Meinungen. Das bedeutet, du sagst, es gibt verschiedene Meinungen in dieser Frage. Das bedeutet, du sagst, kann auch halal sein. Nichts davon. Darum ging es mir auch gar nicht. Kein bisschen. Ich sag das nach wie vor, es ist eine Angelegenheit von Gelehrten, aber es gefällt nicht jedem. Und deswegen macht man aus dem, was ich sage, eine riesengeschichte, weil das, was man am Ende sagt, weil das leichter zu kritisieren ist. Daraus kann man was basteln. Oh wow. Habt ihr gehört, was der sagt? Nein, habe ich nicht. Habe ich nicht. Aus A, B und C und C ist jetzt ein Drama, aber ist nicht nur unter uns. Das ist eine Sache, die werdet ihr so oft erleben im Internet. Ich weiß nicht, wie viele Diskussionen schon auf diese Art und Weise entstanden sind, wo immer wieder der eine dem anderen was unterstellt, was er eigentlich nicht sagte, aber nur leicht abgewandelt. Aber nicht nur unter uns. Es gibt's auch auf Behördenseite.

"Wir folgen nur Koran und Sunnah." Ist wahrscheinlich ein Satz, den jeder Muslim schon einmal gehört hat. Ich meine, wem auch sonst? Was meint denn ein Muslim damit, wenn er sagt, wir folgen Koran und Sunnah? Er meint damit, dass wenn ich wissen möchte, was Allah erlaubt und verboten hat, dann schaue ich dort nach. Das sind die Quellen dafür, natürlich. Wo auch sonst? Was soll er sagen? Torah, Talmud, Zitate? Koran und Sunnah. Aber jetzt machen wir aus A, B und C. Was macht jetzt eine Behörde daraus? Du sagst also, du folgst nur Koran und Sunnah. Das bedeutet, es gibt für dich keine anderen Gesetze, außer die, die in Koran und Sunnah stehen. Das bedeutet, du lehnst alle weltlichen Gesetze ab. Original so gelesen. Aus A machen wir B und C. Und C ist natürlich jetzt eine Sache, da kannst du was rausbasteln. Die lehnen alle weltlichen Gesetze ab. Nein, kein bisschen. Das heißt es auch gar nicht. Koran und Sunnah ist, wenn ich wissen möchte, was Allah erlaubt und verboten hat. Ist Alkohol erlaubt oder verboten? Ist Schwein erlaubt oder verboten? Ist Hase erlaubt oder verboten? In welche Richtung beten wir? Wo soll ich dann nachschauen? Natürlich schaue ich nicht irgendwo anders nach, sondern im Koran und in der Sunnah. Und was anderes meint auch ein Muslim überhaupt gar nicht damit. Natürlich gelten hier gewisse Gesetze für unser Zusammenleben. Ohne die geht's ja auch gar nicht. Das wird ja dadurch nicht in Frage gestellt. Aber wenn ich wissen möchte, was Allah von mir will, wo schaue ich danach?

Abu Taleb war so etwas nicht gewohnt, dass man zu ihm kam und man beschwert sich in dieser Art und Weise über jemanden aus seiner Familie, noch dazu sein Neffe, noch denjenigen, den er so sehr mochte. Das war unangenehm für ihn. Und er ging deswegen zum Propheten Mohammed s.a.w.s. und er sagte ihm: "Mein Neffe, die Leute sind zu mir gekommen und sie haben so und so gesagt, seid doch barmherzig mit mir und mit dir selbst und bring mich nicht in Schwierigkeiten." Das war das, was er ihm sagt. Bring mich nicht in Schwierigkeiten. Das ist der älteste Trick überhaupt. Du möchtest jemanden dazu bringen, etwas zu tun. Du machst jemand schlechtes Gewissen. Mach das bitte. Ansonsten verursachst du mir Schwierigkeiten. Das sind die Knöpfe, die man dann drückt.

Aber der Prophet hatte keine Wahl. Es war nicht seine Entscheidung. Er hätte mit Sicherheit seinem Onkel am liebsten jeden Gefallen getan, aber das ging nicht. Und so sagte er ihm: "Oh mein Onkel, auch wenn Sie die Sonne in meine rechte Hand, den Mond in meine linke Hand legen und mich zwingen, auf all meinen Tun zu verzichten, würde ich nicht davon ablassen, bis Allah die Sache deutlich macht, also ihr zum Sieg verhilft oder ich damit umkomme." Und als Abu Talib diese Worte hörte, sagte: "Okay, dann mach was du willst. Wallah, ich werde nicht noch einmal zu dir kommen. Du stehst unter meinem Schutz."

Das war auch eine Weisheit dahinter, dass Abu Talib diese Religion nicht angenommen hat. Dadurch, dass er bis zu seinem Tod einer der Götzendiener geblieben ist, konnte er dem Propheten s.a.w.s. Schutz gewähren. Hätte er sich dieser Botschaft angeschlossen, hätte er umgehend seine Autorität verloren. Auch wenn das bitter war für den Propheten s.a.w.s. Er war sehr traurig, dass sein Onkel gestorben ist ohne den Islam, obwohl er so viel für ihn getan hat. Aber selbst in den Dingen, die dich traurig machen, selbst darin steckt eine Weisheit.

Der Prophet hatte vier Onkel und noch unterschiedlicher hätten sie fast nicht sein können. Den höchsten Status von ihnen hat Hamsa, der in der Schlacht von Uhud gefallen ist, der Führer der Märtyrer, Hamsa. Ein weiterer Onkel von ihm war Abbas, der Vater von Abdullah ibn Abbas. Er hat später auch den Islam angenommen und er hat deswegen auch seinen Status, aber nicht wie Hamsa. Er war auch ein Onkel des Propheten s.a.w.s. Dann Abu Talib. Abu Talib war unter den Nichtmuslimen wohl derjenige, der dem Propheten am meisten geholfen hat. Und später wurde einmal der Prophet s.a.w.s. danach gefragt: "Oh Gesandter Allahs, dein Onkel hat dir so viel geholfen, hat ihm das nichts genützt?" Und der Prophet antwortete: "Doch, er ist derjenige, der in Jahannam am leichtesten bestraft wird. Er kann trotzdem nicht entkommen und es wird ihm nicht verziehen, weil er Götzen angebetet hat. Aber von allen Bewohnern von Jahannam hat er die leichteste Strafe." Und dann ist da noch Abu Lahab. Das war derjenige, für den Allah eine Sura erwähnt hat. Und dessen Namen wir eigentlich heute nur noch benutzen, wenn wir ihn fast schon im gleichen Atemzug verfluchen und auf ihn wird ein Fluch sein bis zum jüngsten Tag. Das war ein Feind des Islams. Er hat keine Gelegenheit ausgelassen, dem Propheten Schaden zuzufügen. Vier Onkel des Propheten s.a.w.s. und unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Aber wie sagte der Prophet zu Beginn seiner Botschaft: "Rettet euch vor der Strafe des Feuers. Ich werde euch am Tag der Auferstehung nicht helfen können." Abu Talib war derjenige, unter dessen Schutz er stand bis zum Tod von Abu Talib.

Aber das bedeutet nicht, dass die Qurisch aufgegeben hätten. Sie haben sich den Kampf gegen diese Botschaft auf die Fahne geschrieben und sie hatten noch andere Taktiken. Eine davon war die Koranlesung in der Öffentlichkeit unmöglich zu machen, wenn man es mal so ausdrücken will. Der Prophet pflegte an der Kaaba den Koran zu rezitieren und wenn die Qurisch dort saßen, dann haben sie einfach ein elendiges Geschrei und Theater veranstaltet, so laut, dass kaum einer mehr in der Lage war, den Koran überhaupt zu hören. Der Prophet hat versucht dagegen anzukommen, indem er seine Stimme immer mehr und mehr erhoben hat, immer lauter den Koran rezitiert, bis Allah offenbarte: "Sei nicht zu laut mit deinem Gebet und auch nicht zu leise. Such einen Mittelweg." Dann machte er das nicht mehr. Aber das war eine ihrer Taktiken. Hauptsache, niemand hört den Koran.

Einmal saßen die Gefährten zusammen und sie sagten: "Bisher hat noch niemand außer dem Propheten an der Kaaba den Koran rezitiert. Wer möchte das übernehmen?" Und es meldete sich Abdullah ibn Masud. Abdullah ibn Masud war nicht mal ein Quraischi. Er kam eigentlich aus Jemen und deswegen haben die anderen ihn davon abgeraten. Er hatte keinen Stamm, der ihn beschützt. Also er war quasi freiwild, aber er wollte das unbedingt. Abdullah ibn Masud geht zur Kaaba und rezitiert den Koran. Und die Qurisch beschränken sich nicht darauf, dass sie Krach machen, wie beim Propheten s.a.w.s., der seinen Schutz hatte. Ihn haben sie sich direkt vorgeknöpft und sie haben ihn geschlagen, bis er blutete. Aber er rezierte und rezitierte, bis er nicht mehr konnte. Er hat etwas weniger als zwei Seiten von Surat Rahman geschafft. Als er zurückkam zu den Gefährten, sagten sie: "Das war genau der Grund, warum wir nicht wollten, dass du das machst." Aber Abdullah Masud wollte noch mal hin. Er sagte: "Ich möchte wieder am nächsten Tag." Aber haben ihm gesagt: "Das reicht. Das reicht jetzt." Hauptsache, niemand hört diesen Koran.

Und das, obwohl sie davon fasziniert waren, die Führer der Kafir selber. Diejenigen, die sich so verhalten haben, sie waren schon verzaubert, könnte man sagen, vom Koran. Es gibt eine berühmte Begebenheit mit drei Anführern der Qurisch. Abu Sufyan ibn Harb, Abu Jahl und Alchnas ibn Hisham. Sie waren so fasziniert vom Koran, dass sie sich nachts einmal am Haus des Propheten trafen, um ihm zuzuhören. Tagsüber haben sie sich so verhalten, niemand durfte dem Koran zuhören, aber nachts sind sie selber hingegangen. Ich frage mich jetzt manchmal heute, ob nicht einige von den Leuten, die nach außen hin so eine Ablehnung gegenüber dem Islam vor sich hertragen, ob die nicht auch heimlich Koran hören oder sich Videos anschauen.

Diese drei auf jeden Fall, Abu Sufyan, Abu Jahl und Alchnas, trafen sich nachts am Haus des Propheten s.a.w.s. Alchnas, das heißt, sie trafen sich nicht da, sondern sie haben sich so von verschiedenen Seiten genähert und haben einfach zugehört, wie der Prophet s.a.w.s. den Koran rezitiert und sie trafen sich dann am nächsten Morgen und sie haben sofort gemerkt, was passiert ist. Und eigentlich wollten sie das nicht noch einmal. Sie wollen nicht dabei erwischt werden. Aber dasselbe ist in der Nacht darauf passiert. Genau diese drei kommen zum Haus des Propheten s.a.w.s. und treffen sich, wenn die Sonne aufgeht. Und wieder möchten sie das eigentlich vermeiden, dass keiner das mitbekommt. Und in der dritten Nacht treffen sie sich wieder. Sie kommen wieder von verschiedenen Seiten hören zu und als die Sonne aufgeht, merken sie, was passiert ist. Aber diesmal sagen sie: "Lass uns eine Abmachung treffen, dass wir niemals wiederkommen." Und Alchnas ibn Hisham geht darauf hin zu Abu Sufyan, den er ja in der Nacht getroffen hat. Und er fragte ihn: "Was hältst du von dem, was wir gehört haben?" Und Abu Sufyan sagt ihm: "Wallahi, ich habe Dinge gehört, die ich verstehe, wo ich weiß, was es bedeutet, auch einige, die ich nicht verstanden habe." Und Alchnas sagte: "Mir ist es auch so gegangen." Das war eine höfliche Art zu sagen, okay, ich möchte nicht mit meinem Lob übertreiben. Eigentlich hätte man erwartet, dass Abu Sufyan sagt: "Das war eine Katastrophe. Hast du das angehört? Fürchterlich. Kann man sich ja gar nicht anhören." Aber wenn er sich so äußert, dann war das eine Ja, wie drückt man das aus? Wenn er zu schlecht geredet hätte, wäre es nicht glaubwürdig gewesen. Aber er konnte ja auch den Koran nicht loben, weil das wäre ja die absolute Katastrophe gewesen. Also hat er versucht einen Mittelweg zu finden.

Und dann geht Alchnas zu Abu Jahl und er fragt ihn dasselbe: "Was denkst du über das, was wir in der Nacht gehört haben?" Und er ihm: "Weißt du, wir und die Ben Abd Manaf, quasi die Familie des Propheten, der Unterstamm, wir waren schon immer dabei, einander um Ehre und Ansehen zu konkurrieren. Wenn sie Arme gespeist haben, haben wir das auch gemacht. Wenn sie an einer Schlacht beteiligt waren, haben wir das auch. Wenn sie gegeben haben, haben wir auch gegeben. Und wir waren immer gleich auf wie zwei Pferde bei einem Pferderennen. Und jetzt, jetzt kommen die mit einem Propheten, der Offenbarung von über den Himmel erhält. Wie können wir jetzt noch mit ihnen mithalten? Bei Allah, wir werden niemals an ihn glauben." Er war wenigstens offen. Er hat auch den Koran nicht kritisiert. Er hat auch nichts gegen den Propheten gesagt. Er hat ganz einfach gesagt: "Ich kann mir das nicht erlauben. Wir sind Politiker hier. Wir können uns das nicht erlauben, dass wir diese Botschaft akzeptieren. Wir müssen sie ablehnen, egal was wir davon halten." Er war wenigstens offen. Aber gut, was macht man jetzt weiter?

Die nächste Taktik war, nachdem man versucht hat, den Koran in der Öffentlichkeit zu unterdrücken, den Charakter des Propheten s.a.w.s. anzugreifen. Und das war natürlich schwer, denn er war bekannt unter den Leuten. Trotz allem haben sie das versucht. Allah erwähnt das auch im Koran, wenn sie sagten: "Er ist verrückt oder er ist ein Wahrsager, ein Zauberer oder er wurde verzaubert." Das ist auch das, was heute noch mal mal gesagt wird. Er hatte Visionen, hat sich was eingebildet. Das ist die beste Erklärung, denn man kommt nicht drum herum, dass er in seinem Handeln aufrichtig gewesen zu sein scheint. Er hat sich keine Vorteile durch diese Botschaft erhofft. Er hat keine bekommen. Dann am Ende, als er erfolgreich war, aber hat erstmal 20 Jahre wirklich gelitten. Also, es spricht nichts dafür, dass er ein Betrüger war. Aber wenn er kein Betrüger war, ja, was war er dann? Da muss er ja schon ehrlich davon überzeugt gewesen sein. Was die beste Erklärung dafür? Er hatte Visionen. Er glaubte tatsächlich ein Engel hat ihm irgendwas offenbart. Aber das ist natürlich nur Einbildung. Aber diese Erklärung trägt genauso wenig. Dann war er ja tatsächlich ein Verrückter. Aber Menschen sind ja nicht verrückt in einer Sache, in einer speziellen Sache und in allen Angelegenheiten des Alltags sonst normal. Und ein Verrückter, der sich einbildet, ein Engel offenbart ihm etwas, der wird mit Sicherheit nicht eine Offenbarung sich einbilden, die die Araber zu einer Weltmacht machen und die die Grundlage für ein Reich, was über 1000 Jahre von Spanien bis Indonesien ging, bildet, das ist ein bisschen weitergeht.

Aber wenn sie sagen, er war ein Zauberer, dann war das eigentlich ein Kompliment, denn sie sagen damit schon, diese Worte sind nicht von dieser Welt. Das ist nicht einfach Poesie. Das hört sich nicht einfach schön an. Das kannten sie ja. Poesie, schöne Worte, das waren sie gewohnt. Das waren nicht einfach nur schöne Worte, das waren Worte, die etwas mit den Menschen anstellen, was wir nicht erklären können. Deswegen waren es nicht einfach nur Worte, nicht einfach Poesie, es ist Zauber. Wir haben zwar eine solche Art von Zauber noch nie kennengelernt, aber wir haben keine andere Erklärung dafür. Es ist etwas nicht von dieser Welt. Das ist die Definition von Zauber. Zauber ist nicht einfach ein Trick mit Karten. Zauber ist etwas, was na ja, was eben über diese Welt hinausgeht mit verborgenen Mächten etc. Das war ein Kompliment für den Koran.

Der beste Poet von ihnen, Al-Walid ibn al-Mughira, er hatte einmal die Gelegenheit ein paar Verse vom Koran zu hören, einfach wie der Prophet s.a.w.s. und er war fasziniert. Er kam zurück zu den Leuten und er sagte: "Ich habe etwas von Mohammed gehört. Wallahi, ich schwöre bei Gott, es gibt eine Süße darin und es besitzt eine Anziehungskraft. Der höchste Teil davon trägt Früchte und der niedrigste Teil ist wie eine Quelle. Er herrscht und wird nicht beherrscht. Und das hier sind nicht die Worte eines Menschen." Die Leute waren entsetzt. "Wie kannst du das sagen? Du bist der beste Poet bei uns und du sagst so etwas über den Koran. Das ist ja fast schon wie eine Bestätigung. Sag irgendwas anderes." Und Al-Walid ibn al-Mughira sagte: "Was soll ich denn sagen?" Und die Leute antworteten ihm: "Sag, er ist ein Verrückter." Sagt er: "Er ist kein Verrückter. Wir kennen Leute, die verrückt sind. Er ist nicht so. Ist kein Verrückter. Das kann ich nicht sagen." Dann sagten sie: "Okay, sag, er ist ein Wahrsager." Und er sagte: "Er redet doch nicht wie Wahrsager. Wahrsager kennen wir. Das sind nicht die Worte von einem Wahrsager." Dann sagten sie: "Sag, er ist ein Zauberer." Er sagt: "Er ist auch kein Zauberer. Das ist kein Zauberer." Und zuletzt sagen sie dann: "Sag, er ist ein Dichter." Und da sagte Al-Walid ibn al-Mughira: "Ich bin der beste Poet unter euch. Und diese Worte haben nichts zu tun mit der Poesie, die wir kennen. Gebt mir ein paar Tage Zeit und ich werde mir Gedanken machen, was ich über ihn sagen kann." Und diese Tage, wo er sich Gedanken machte, darüber berichtet Allah im Koran in der 74. Sure. Da sind einige Verse genau über Al-Walid ibn al-Mughira offenbart worden. Ein Zauberer, ein Verrückter.

Abu Jahl ging manchmal zu den Leuten, wenn sie zur Pilgerfahrt kamen. Draußen schon vor der Stadt hat er sie empfangen und er hat sie gewarnt. "Hier in der Stadt müsst ihr aufpassen. Es gibt einen Verrückten, das ist sogar mein eigener Neffe. Hört ihm am besten überhaupt nicht zu. Geht nicht hin, der wird euch durcheinander bringen." Und viele haben sich davon abhalten lassen, aber nicht jeder. Der eine oder andere ist mal hingegangen aus Neugier oder weil er sich gesagt hat: "Okay, wenn er wirklich verrückt ist, dann versuche ich ihm vielleicht zu helfen." Einer von denen ist hingegangen und wollte einfach mal hören, was der Prophet, dieser Verrückte, der so gefährlich ist, was er zu sagen hat. Und der Prophet ist noch nicht einmal dazu gekommen, ihm die Botschaft zu präsentieren. Er fing an mit der sogenannten Basmala, diese Einleitung, die man zu Beginn einer Sure sagt, nur diese Worte, ein paar Worte, die nur als Einleitung dienen. Das hat schon für ihn gereicht, dass er den Islam angenommen hat. Aber das waren wenige. Es haben sich einige davon abhalten lassen. Geht nicht hin, hört ihr mich zu, das ist gefährlich. Das kommt einem irgendwie vertraut vor. Hört euch das auf gar keinen Fall an. Schaut euch das nicht an. Er ist ein Verrückter, ein Zauberer, ein Wahrsager.

Ebenso war eine Taktik von ihnen ein Wunder zu verlangen. Jetzt würde man sagen, okay, das ist ja keine Taktik. Eigentlich ist das doch was Gutes. Sie wollen einen Beweis dafür sehen und ja, es kann ja jeder erstmal behaupten, er ist ein Prophet. Red mal Tchaliz, zeig mal was. Aber das haben sie ja nicht deswegen gesagt. Sie sind ja nicht zu ihm gekommen, um sich überzeugen zu lassen. Sie haben das nur deswegen gesagt, weil sie davon ausgegangen sind, es kommt nichts. Wenn er ihnen tatsächlich ein Wunder präsentiert hätte, dann hätte man eine Erklärung dafür gehabt. Meine Augen sind verzaubert oder was auch immer. Wir kennen das. Darum ging es ihm gar nicht. Allah sagt über sie im Koran: "Und sie sagen: Wir werden dir nicht glauben, bis du uns aus der Erde eine Quelle hervorströmen lässt oder bis du einen Garten mit Palmen und Rebstöcken hast, indem du dazwischen Flüsse ausgiebig hervorströmen lässt, oder bist du den Himmel, wie du behauptet hast, auf uns in Stücken herabfallen lässt oder Allah und die Engel vor unsere Augen bringst oder bist du ein Haus aus Gold hast oder in den Himmel aufsteigst. Und wir werden nicht an deinen Aufstieg glauben, bis du auf uns ein Buch herabsendest, dass wir selbst lesen können. Sag: Preis sei meinem Herrn! Bin ich etwas anderes als ein menschliches Wesen und ein Gesandter?"

Sie sind einfach nur davon ausgegangen, dass er das sowieso niemals erfüllen wird. Deswegen haben sie ihm das gesagt. Bring uns einen Beweis. Das hört man heute immer wieder. Beweise uns Gott wissenschaftlich. Warum sagt er das? Er sagt das nur deswegen, weil er davon ausgeht, dass du das nicht kannst. Und jetzt hat er eine Ausrede, das nicht anzunehmen, als wenn er jemand wäre, der nur Dinge glaubt, die wissenschaftlich bewiesen sind. Kein Mensch macht das. Ist doch Unsinn. Er braucht nur eine Ausrede, es abzulehnen und das brauchten sie damals auch für sich selber und auch für die anderen. Auch wenn er mit all diesen Dingen gekommen wäre, es hätte eine Erklärung dafür gegeben. Und selbst wenn, der Koran ist Wunder genug und das haben sie selber erkannt. Sie selber haben ja gesagt, der Koran ist wie ein Zauber. Das heißt, ihr habt schon gesagt, dieses Buch ist übernatürlich. Was wollte denn noch mehr? Egal, was er euch gebracht hätte, ihr hättet auch immer sagen können, es ist ein Zauber. Wenn er zum Himmel aufgestiegen wäre und hätte euch ein Buch gegeben, was wäre das gewesen? Ein Zauber. Den Zauber habt ihr doch schon, wie ihr behauptet. Ihr habt schon ein Buch da. Das hat er schon deutlich gemacht, worum es eigentlich ging. Und darüber hinaus läuft Allah den Leuten nicht hinterher. Die Menschen müssen nicht meinen, sie können zu Allah kommen und sie stellen Forderungen. Okay, du möchtest, dass ich an dich glaube, dass ich mich dir hingebe, dafür gibt's einige Bedingungen. Dann bin ich bereit dafür. Du stellst Allah keine Bedingungen. Und für sie selber war das sogar eine Gnade, dass kein Wunder gekommen ist. Denn wenn Allah ein Wunder vor deine Augen schickt und du glaubst nicht im selben Augenblick, hast du keine Ausrede mehr und die Strafe wird im selben Augenblick auf dich kommen. Das waren nur Taktiken. Das waren die Dinge, die die Qurisch versucht haben, um diese Botschaft zu unterbinden. Aber Allah vollendet sein Licht, auch wenn es einigen Leuten zuwider ist.

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