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Überblick über Gelenkformen

BioLogisch7:20

Transcription

[Musik] Echte Gelenke sind Verbindungen zwischen Knochen, die Bewegungen ermöglichen. Je nachdem, welche Form das Gelenk hat, können verschiedene Bewegungsrichtungen ermöglicht werden. Deswegen kann man Gelenke in unterschiedliche Gelenkformen unterteilen. Dieses Video soll einen vereinfachten Überblick liefern. Schaut euch z. B. euer Ellbogengelenk an. Das Ellbogengelenk hat eine Beweglichkeit in einer Achse; es kann nämlich gebeugt und gestreckt werden. In diesem Fall spricht man von einem sogenannten Scharniergelenk. Das könnt ihr euch merken, indem ihr an die Scharniere eurer Zimmertür denkt. Die Türscharniere ermöglichen es ja auch, dass die Tür geöffnet und wieder geschlossen werden kann.

Als Beispiel für die nächste Gelenkform schauen wir uns das untere Kopfgelenk an. Es wird aus dem ersten und zweiten Halswirbel gebildet und ermöglicht es uns, unseren Kopf zu schütteln. Ein Gelenk, das solche Drehbewegungen ermöglicht, wird Drehgelenk genannt. Ein weiteres Drehgelenk findet ihr zwischen Elle und Speiche im Unterarm. Hier können sich beide Knochen umeinander verdrehen. Dreht ihr euren Unterarm so, dass euer Daumen nach außen zeigt und eure Handfläche nach oben, dann spricht man von Supination. Durch diese Auswärtsdrehung liegen Elle und Speiche parallel nebeneinander. Dreht ihr euren Unterarm allerdings so, dass euer Daumen nach innen zeigt und eure Handfläche nach unten, dann spricht man von Pronation. Durch diese Einwärtsdrehung überkreuzen sich Elle und Speiche.

Von den bisher besprochenen Gelenkformen, dem Drehgelenk und dem Scharniergelenk, gibt es eine Mischform, und zwar das sogenannte Drehscharniergelenk. Schaut euch dafür euer Kniegelenk an. Wie beim Scharniergelenk kann es gebeugt und gestreckt werden. Wenn euer Knie allerdings gebeugt ist, könnt ihr es zusätzlich noch leicht nach innen und nach außen drehen. Es besitzt also insgesamt zwei Bewegungsachsen. Neben Beugung und Streckung sind jetzt auch Innenrotation und Außenrotation möglich.

Schaut euch für die nächste Gelenkform euren Daumen an. Ihr könnt euren Daumen in zwei Bewegungsachsen bewegen. In der ersten Bewegungsachse könnt ihr ihn nach vorne und hinten bewegen, und in der zweiten Achse könnt ihr ihn nach rechts und links bewegen. Er besitzt also zwei Bewegungsachsen und kann somit in vier verschiedene Richtungen bewegt werden. Wenn wir uns die Gelenkflächen ansehen, kann man erkennen, dass sie wie ein Reitsattel geformt sind. Daher spricht man in diesem Fall von einem sogenannten Sattelgelenk.

Für die nächste Gelenkform schauen wir uns das obere Kopfgelenk an. Es wird aus dem ersten Halswirbel und dem Hinterhauptbein der Schädelbasis gebildet. Durch das obere Kopfgelenk könnt ihr mit eurem Kopf nicken, sprich ihr könnt euren Kopf beugen und strecken. Außerdem könnt ihr durch dieses Gelenk euren Kopf jeweils nach rechts und nach links zur Seite neigen. Man spricht hierbei von einem sogenannten Eigelenk. Das liegt daran, dass die Gelenkflächen wie ein Ei geformt sind. Das Eigelenk besitzt zwei Bewegungsachsen und ist somit in der Lage, Bewegungen in vier Richtungen auszuführen: entweder nach vorne und nach hinten oder nach rechts und nach links.

Schaut euch als Beispiel für die nächste Gelenkform euer Schultergelenk an. Durch das Schultergelenk könnt ihr euren Arm nach vorne und nach hinten bewegen. Ihr könnt euren Arm von eurem Körper weg und zu eurem Körper zurückbewegen, und ihr könnt euren Arm nach innen rotieren und nach außen rotieren. Es ermöglicht also die größte Bewegungsfreiheit, denn es stehen drei Bewegungsachsen zur Verfügung, wodurch Bewegungen in sechs Richtungen möglich sind. In diesem Fall spricht man von einem sogenannten Kugelgelenk, weil die Gelenkflächen wie eine Kugel geformt sind. Ein weiteres Kugelgelenk, das allerdings ein bisschen weniger beweglich ist, wäre das Hüftgelenk. Durch das Hüftgelenk könnt ihr euren Fuß nach vorne und zurück bewegen; ihr könnt ihn nach links und nach rechts bewegen, und ihr könnt ihn nach außen und nach innen drehen.

Zum Schluss schauen wir uns noch sogenannte plane Gelenke an. Das Besondere an diesen Gelenken ist, dass sie aus zwei flachen Gelenkflächen bestehen, die Schiebebewegungen in der Ebene ermöglichen. Die Gelenkflächen können also gegeneinander gleiten. Man findet plane Gelenke z. B. zwischen den Gelenkfortsätzen von benachbarten Wirbeln. Diese Wirbelbogengelenke ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule.

Jetzt noch eine Zusammenfassung: Ein Scharniergelenk, wie das Ellbogengelenk, hat eine Bewegungsachse und erlaubt Bewegungen in zwei Richtungen. Ein Drehgelenk, wie das Ellen-Speichengelenk oder das untere Kopfgelenk, hat eine Bewegungsachse und kann sich kreisförmig bewegen. Ein Drehscharniergelenk, wie das Kniegelenk, ist eine Mischform und hat zwei Bewegungsachsen, wodurch es sich in vier verschiedene Richtungen bewegen kann. Ein Sattelgelenk, wie das Daumengelenk, hat zwei Bewegungsachsen und ermöglicht Bewegungen in vier Richtungen. Ein Eigelenk, wie das obere Kopfgelenk, hat zwei Bewegungsachsen und erlaubt Bewegungen in vier Richtungen. Ein Kugelgelenk, wie das Schultergelenk oder das Hüftgelenk, hat drei Bewegungsachsen und ermöglicht Bewegungen in sechs Richtungen. Neben diesen Hauptgelenkformen gibt es noch plane Gelenke, bei denen die Gelenkflächen gegeneinander gleiten. [Musik] können