Transcription
Scheiß auf Arbeit. So, das ist mein Leben. Hat vier Empfänger. Danke, Merkel. Armes Deutschland.
Die Gesellschaft steht vor einer Zerreisprobe. Während manche aus Frust oder Faulheit auf der Tasche liegen, müssen andere bis ins hohe Alter rackern, um über die Runden zu kommen. Ich habe 45 Jahre gearbeitet und habe weniger Geld zur Verfügung wie ein HZ4 Empfänger. Ja, Top Regel. Doch Dankbarkeit für die Fürsorge des Sozialstaates sucht man bei manchen vergebens. Der Staat ist mir generell scheißegal, was der macht. Aber hat vier nimmst du ja schon. Ja, ist Geld. Anpacken oder Hand aufhalten. Eine Frage, die nicht nur die Gesellschaft spaltet, sondern auch in einigen Beziehungen immer wieder für Sprengstoff sorgt.
"Will ich war ja nur arbeiten, dass ich später mal meine Rente denken muss oder sonst irgendwas, dass mir dass mir Arbeit wichtig ist hier, ne? dass ich gerne arbeiten gehe." Das sieht nicht. Stefan hat mehr Zeit für mich, weil er hart viel bezieht. Wenn ich dann zu Hause bin, ist nicht die Arbeit an erster Stelle, dann ist die Frau an erster Stelle.
"Kann dein wo der Pferbewch soll ich verpissen?" Berlin, es ist meine Stadt. Gibt keine Party keiner tanzen.
[Musik]
Berlin. In der Hauptstadt beziehen rund 500.000 Menschen Harz 4. Einer von ihnen ist Benjamin. Er lebt schon seit 6 Jahren auf Staatskosten.
"Ich bin Benny. Man nennt mich. Ich bin Rapper und kein Arbeiter. Arbeit. Ich bin Harzer. Ich ziehe die Scheine vom Steuerzahler."
[Musik]
"Danke an den deutschen Adler. Doch ich komme nachts und klaue eure Taler. Wer ich bin Avocat oder Deutschlands harzer. Deutscher Traum, der deutsche Traum. Ich wer mal, wenn ich groß bin ein Star."
Der Hobby-Rapper bezieht 424 € im Monat.
"Ich will mehr Geld."
[Gelächter]
"Macht Harz F. Nicht ein Z D, sondern vier. Harz hier. Harz hier. hat nicht ein Z D sondern vier ich am Anfang seitdem ich 18 bin hat vier ich eben faul bin und keinen Bock hab zu arbeiten."
"Was machst du stattdessen?"
"Ja, ich mache meine Musik und scheiß auf Arbeit. So, das ist mein Leben. Hat vier Empfänger. Danke Merkel."
"Ich wollte noch danke sagen, denn irgendwann ist aus und vorbei."
"Hast du generell mal Erfahrung gesammelt im Arbeitsleben?"
"Ich habe noch nie länger als ein halbes Jahr gearbeitet. Hier und da in der Produktion in am Fließband in der Fabrik geben."
"Und warum hast du aufgehört jeweils?"
"Weil ich keinen Bock hatte."
"Kein Bock. Kein Bock. Was heißt denn kein Bock?"
"Also, ich habe mich dann immer wieder krank gemeldet, wurde gekündigt, weil ich dann eben zu lang krank war. So, ich bin kein Arbeitsmensch. Ich gehe lieber zum Job Center und bekomme den Regelsatz, was genau der bekommt, wo auch ähm auf Mindestlohn arbeiten geht oder vielleicht sogar ein bisschen höher. So, jeder ist frei. Jeder kann sagen, er geht zum Abend und macht Tatz. So, niemand ist gezwungen arbeiten zu gehen."
"Aber wenn jeder so denken würde, dann wird zusammenbrechen."
"Tja, da müssen Sie sich was Neues überlegen."
"Das ist ja nicht mein Problem."
Der gebürtige Konstanzer weiß sich auch ohne Arbeit zu beschäftigen.
"Ich h mir jetzt noch zwei Bier und dann treffe ich mich mit einem Kolleg und dann trinkt mir bisschen was."
Trotz des geringen Harz IV-Satzes lässt Benjamin es sich gar nur gut gehen.
"Wie stehst du finanziell gerade da?"
"Ähm, ich bekomme eine 420 € zum Leben und lässt sich davon gut leben, wenn man mal eben Bier kauft und so."
"Ja, eben. Ich werde gesponsort von anderen Lebensmittel Läden und"
"Was hast denn gesponsort?"
"Gesponsort in Tasche. Einkauf in Tasche. Muss mir erklären. Also ich gehe mit der Tasche rein, steck mir jetzt in die Tasche und geh raus."
"So, du klaust Lebensmittel."
"Genau."
Ein schlechtes Gewissen hat Benjamin bei seinen Straftaten nicht.
"Aber hast du gar keine Angst vor Kindis oder so?"
"Nee."
"Wieso?"
"Hast du mit sowas schon Erfahrung gemacht? Gefängnis."
"Ja."
"Das heißt, ich saßen schon insgesamt sechs Wochen."
Wofür will er uns nicht verraten. Doch die Haft hat ihn offenbar nicht dazu gebracht, sein Leben zu ändern.
"So, mein Alltag ist eigentlich relativ gleich jeden Tag. Ich stehe um 10 Uhr auf, also ich schlafe aus bis um 10. Dann kommt mein Kollege, mein Produzent. Wir tun eben dann zusammen an Songs arbeiten, ich schreib meine Texte, dann gehen wir mittags eben in Parks so, dann fängt der Tag eben erst an. Ja, relativ entspannt an. Ja, man ist auf jeden Fall chillig."
"Komm, ich zeige euch meine Wohnung."
Die Wohnung liegt im Kellergeschoss und ist ca. 35 m² groß.
"Benjamins"
[Musik]
"Vermieterin wohnt im Haus darüber. Hier lebe ich. Ist meine Wohnung. Hier ist mein Kühlschrank. Könnt ihr mal reingucken. Ja, hier ist meine Küche."
[Musik]
"Was ist das für ein Vorhang?"
"Das ist meine Dusche. Guck mal, ich zeig euch. So. hier. So, dann geh ich mal hier rein."
"Aber das ist ja quasi noch dein Flur."
"Ja, man. Hier ist der Abfluss. Hier geht's Wasser dann raus. Hier nehmen wir den einmal machen den voll mit Wasser und dann kommt so. Ups."
Nicht ganz der Lifestyle eines großen Rappers, aber Benjamin ist ja noch am Anfang seiner Karriere.
"So, hier ist noch das Bad. Gehen wir weiter. So, jetzt kommen wir in die Wohnung rein. Das ist mein Zimmer. Habe schon alles am Wohnsee geschickt, weil ich eben wieder umzieh. Jetzt hat jetzt dre Monate hier in Berlin um Kontakte aufzubauen und paar Sachen aufzunehmen und Projekte abzuschließen und so. Ja."
"Wie viel Geld hast du insgesamt schon mit deiner Musik gemacht?"
"Also mit meiner Musik gar nichts, weil es ist eben noch nichts veröffentlicht."
"Aber glaubst du nicht, dann wäre vielleicht so eine Ausbildung ein sicherer Weg?"
"Nee, Ausbildung ist was für Leute, die keine Ahnung arbeiten gehen wollen und irgendwie ihr Leben schwer machen. Lieber HZ, ich bin ein"
Eine Ausbildung zum Mediengestalter hat der 24-Jährige nach 3 Monaten abgebrochen. Er wollte mit seiner Musik in Berlin durchstarten.
"Hier war unser Set aufgebaut, unsere Boxen, unser Equipment, eben, alles was man braucht für die Aufnahme. Dann hier drüben hier war hier war unser Mikrofon aufgebaut. Hier aufgenommen."
"Wo ist das ganze Zeugs jetzt hin?"
"So, ich habe das alles zur Post geschickt. Hier ist der letzte Rest noch, was ich ihm noch schicken muss. So, mehr gibt's nicht."
"Warum hast du das in der Post geschickt?"
"Weil es alles viel leichter ist. Ich habe keinen Bock, das mein Flugzeug mitzunehmen, weil ich ja nach unten flieg."
"Bezahlt vom Abend wieder zurück."
"Genau. Ja, ich hoffe Regeln."
Zurzeit ist auch Benjamins Kumpel Enrico zu [Musik] Besuch in Berlin. Er kommt wie Benjamin vom Bodensee.
"Als ich in der Benjamin kennen uns mittlerweile ein Jahr."
"Teilst du seine Einstellung zum Arbeiten?"
"Auf gar keinen Fall kein Stück. Alz, weil ich bin eher ein Mensch, ich möchte arbeiten und ich arbeite gerne."
"Verstehst du den Enrico in seiner Einstellung?"
"Klar. Irgendwo schon so er zahlt Steuern für mich. Ich habe in der Gastronomie gearbeitet, ich habe alten Pflege gearbeitet. Ich habe im Krankenhaus gearbeitet, also wirklich alles mögliche auch als Parkwächter. Jeder soll sein Ding machen, wie er es für richtig hält, aber jeder kann halt auch als vif fangen. So, weiß, ich meine, es ist ja nicht mein Problem, wenn der arbeiten geht."
Während andere in seinem Alter längst beruflich durchstarten, hängt Benjamin lieber zu Hause ab.
"Hey, was geht ab, Pap?"
"Kat alles fit?"
"Lass ja, man. Gerne. Wie geht's dir denn?"
"Erzimmer alles easy. Bei mir und bei dir?"
"Bisschen stressig wegen Arbeit und ja, man stress eben nicht."
"Bro, es gibt nichts schöneres arbeiten zu gehen, Ende des Monats ein Geld zu haben und sich etwas zu gönnen, was du mit deinem Hz 4 ganz bestimmt nicht kannst."
"Doch, Mann. Geht schon."
"Hast du mal überlegt, woher dein Harz 4 kommt?"
"Ja, das darüber mache ich mir gar keine Gedanken, warum auch. Ich habe Ende Monat mein Geld auf Konto und mehr interessiert mich auch nicht."
Benjamin interessiert nur eins. Als Rapper groß rauskommen. In Berlin hat das jedoch nicht geklappt.
"Ja, mein Plan ist mit der Mucke Geld zu machen. Ich bin real. Ich bin was ich bin, was ich lebe. So, man hört von mir nur echte Sachen, wie es ist."
"Kannst du uns mal was von deiner Musik präsentieren?"
"Ja, warte, ich ordne gerade Kopf. Okay, ich wurde Rapper, um Rapper zu ziehen. Was für Gangster, die ticken alles Blender, die zinken. Kein Bener, kein Beamer, kein Para, kein Lila, kein [ __ ] kein Status, kein Beefman. Wer ist echt, wer ist real? Ah, ich habe 10.000 Schulden. Dich zu ziehen ist mein Ziel hom und was er baden? Ich will, dass die ganze Weltmäßig sieht."
"Na, das war schon wieder."
"Ja, die Musik ist halt Straße, soll ich sagen, eben hat vier und sagen mal, das ist ein bisschen assiger, versteht. Es gibt einmal diese Raps, wo diese Rap Lieder, wo schöne Musik, also eine Botschaft beinhalten und dann gibt's halt mal diesen Straßenrap und ich finde der Benny geht eher so in diesen Straßenrap Bereich."
"Also, ich will schon von der Musik langfristig leben können."
"So, wie läuft's denn finanziell zur Zeit?"
"Hat wir und eben so Auftrag mit Kunden und so. Ja, als weites mach neben nebenher noch so ein bisschen Geld auch wenn du vom Jobcenter Geld bekommst."
"Genau. Okay. Okay. Was was heißt gerade, du machst nebenher noch Geld?"
"Ich mache Grafiken, Logos und Cover so für andere."
"Was verdienst du dadurch noch?"
"Boah, das ist immer unterschiedlich. So grob? Ab 100 €."
"Schwarz im Monat."
"Genau."
Ein Zuverdienst, den er dem Jobcenter eigentlich melden müsste.
"Das kein Scheiß rauskommt."
"Nee, warum? Warum soll es rauskommen?"
"Ich würde sagen, sei schlau und lass dich nicht erwischen."
"Ja, Mann. Stabil."
Benjamin fühlt sich sicher mit seinem Betrug auch in Zukunft durchzukommen.
[Musik]
Ortswechsel. In Ludwigshafen am Rhein liegt die Arbeitslosenquote bei 8,4% höher als der Bundesdurchschnitt. Doch selbst nach lebenslanger Arbeit droht vielen die Altersarmut.
"Ich bin Waltraut und lebe im Monat von 536 €."
Nach über 40 Jahre Arbeit muss ich mir mit 75 Jahre noch einen Job suchen.
Waldraut wohnt in einer Zweizimmerwohnung auf 50 m². Vor 10 Jahren musste die Rentnerin eine größere Wohnung aufgeben, da sie die Miete nicht mehr zahlen konnte. Sie muss sparen, wo es nur geht, doch Not macht erfinderisch.
"Ich muss jetzt meinen Spiegel reparieren. Der ist mir aus der Hand gefallen. Und neu kaufen ist keine Option. Ich kann nicht einfach kaufen, ich muss schon rechnen und selbst Kleinigkeit, wo ich früher nie gedacht hätte, dass das so lange dauert, bis ich es leisten kann. selbst. Die muss ich rechnen."
Die gelernte Verkäuferin und Krankenschwester hat drei Kinder [Musik] großgezogen und arbeitete in mehreren Berufen.
"Trotz meiner drei Kinder habe ich immer gearbeitet und ich habe im Krankenhaus gearbeitet. Ich bin am Schluss LKW gefahren und ganz zum Schluss bin ich nachts Taxi gefahren. Aber dass mir es jetzt so ekelhaft geht, habe ich nie geglaubt. Es hat geheißen, eure Rente ist sicher. Ja, wo ist die sicher? Ja, gut, ich kriege paar Kräuter, aber nicht das, was ich eigentlich gedacht habe, was dort wei rauskommt."
Hilfe vom Amt bekommt Waltraut nicht, doch nach Abzug aller laufenden Kosten bleibt von ihrer Rente kaum etwas übrig.
"Also, das sind 938 € davon gehen 385 € Miete, 60 € Strom und was ist das noch? Ah ja, Versicherung habe ich ja auch. Was bleibt ja letztendlich, wenn die Fixkosten weg sind? Wenn alles weg ist so. 250, 280 so in dem Dreh rum."
[Musik]
"Was denkst du, wenn du so auf die Zahl guckst, was immer schlecht?"
"Da ärgere ich mich zu Tode, weil was habe ich gearbeitet?"
Laut einer Studie droht jedem fünften Rentner die Altersarmut. Wegen Kindererziehung und Teilzeitjobs sind Frauen wie Waltraut besonders stark betroffen.
"Manchmal vorstellen, ich habe 40, 45 Jahre gearbeitet, ja, und habe weniger Geld zur Verfügung wie ein HZ4 Empfänger. Wann ich so sehe, manchmal in der Stadt oder wo auch immer im Fernsehen oder so, das sind junge Leute 24 Jahre, 26 Jahre, die haben noch nie gearbeitet, die sagen sich, mir reicht das Geld, ich krieg meine Mi bezahlt, ich krieg das bezahlt. Geht Waschmaschine kaputt, das Amt bezahlt. Ich muss selbst sparen. Die sollen schon unterstützt werden. Ja, aber die sollen auch mal Arbeit annehmen. Es gibt genug Arbeit."
Aufgrund der knappen Haushaltskasse ist auch Waltraut gezwungen weiterzuarbeiten und das mit 75 Jahren.
"Ich habe jetzt vor mir noch ein Job zu suchen. Muss nicht ganz oder wie sein, aber damit ich endlich auch ein bisschen freier leben kann und ja und wieder ein bisschen zur Gesellschaft gehöre."
Waltraut Tochter Beate wohnt 15 Autominuten von ihr entfernt. Anders ihr Sohn Thomas.
"Also, mein größer Wunsch wäre, dass ich mal nach Köln fahren könnte, ohne dass mein Sohn mir die das Ticket schickt, dass ich das selbst bezahlen kann."
Das ist [Musik] schwierig von meine Kinder irgendwas anzunehmen oder dass sie sagen, da hast schon mal 50 € oder was, [Musik] weil ich schä mich da dafür. Ja, ihren Sohn Thomas hat die Rentnerin das letzte Mal an Weihnachten gesehen. Damals hat er das Ticket übernommen. Dieses Mal möchte sie selbst dafür aufkommen.
"Ich gucke jetzt mal am Bahnschalter, was so ein Ticket kostet."
[Musik]
"Da kann ich mich seelig drauf vorbereiten, wie lange ich sparen muss. Ja."
Waldtraut lebt alleine. Der Vater ihrer Kinder ist bereits verstorben. Es folgten zwei gescheiterte Beziehungen. Ein Partner war gleichzeitig Arbeitgeber.
"Das war früher vor 3 Jahren noch mein Arbeitsplatz hier. Taxi wie 73 bin ich danach so oft gestanden und habe auf Fahrgäste gewartet. Ja, super. Irgendwie fehlt mir das."
"Warum hast du Aufgaben im Taxifahren?"
"Weil ich mein [Musik] Taxi Schein hab erneuern müssen. Das ist ein ziemlich großer Aufwand und ich wusste nicht, ob ich das in der nächste im nächste Vierteljahr eventuell auch reinhle."
"Hast du so schlecht verdient?"
"Ja."
"Ja, der Verdienst [Musik] ist nicht gerade gut."
Um weiter Taxi fahren zu dürfen, wären Gesundheitschecks für rund 200 € nötig gewesen. Geld, das Waltraut [Musik] nicht hatte. Doch es gab noch einen anderen Grund aufzuhören.
"Das ist auch immer schlimmer Woche mit der Überfälle und da ich ja nur nachts gefahren bin, war mein Gesundheit eigentlich auch lieb und recht und da habe ich gedacht, nö, mache ich nicht mehr. Eventuell finde ich doch noch irgendwas."
Waldtraut wollte sich einen anderen Job suchen, doch ein dramatischer Vorfall kam dazwischen.
"Ja, danach wollte ich ja Zeitung austragen, war auch schon so gut wie perfekt. Und eine Nacht zuvor bin ich vor meiner Haustür nachts um 1 überfallen worden."
Die Rentnerin konnte sich nur mit Mühe gegen die Angreifer wehren.
"Ja, da wollten mal zwei Typen mal Tasche wegnehmen. Kam es zum Gerangel. Großartig, außer blaue Arm habe ich [Musik] nichts gehabt, aber der Schock war da. Ich merke, wenn ich heute irgendwie drau [Musik] bin und es ist schon dunkel und es läuft jemand hinter mir her und dann habe ich doch nur bisschen Angst, was ich früher nie hatte."
Kraft tankt die 75-jährige im Kreise ihrer Familie. Doch mit ihrer kleinen Rente sind die hohen Fahrtkosten für sie oft unerschwinglich.
"Ich hoffe, dass jetzt [Musik] die Tickets etwas billiger sind, dass ich endlich immer wieder zu meinem Sohn nach Köln fahren kann."
"Schauen wir mal, was was darf der maximal kosten? 40, 45 € hin und zurück."
Aber ja, rund 250 km wohnt Sohn Thomas entfernt. Wird das kleine Budget für die Fahrkarte ausreichen?
"88 €."
"Ich bin schockiert, dass [Musik] das äh so teuer ist und gerade eine Fahrt. Mit meiner Rente ist dieser Preis unmöglich. Da [Musik] da guckt's dann. Da bin ich nicht traurig, da bin ich wütend. Ganz ehrlich, [Musik] da arbeiten gearbeitet, aber nichts bekommt man."
Ihr Sohn würde die Fahrt sicher zahlen, doch Waltraut ist zu stolz ihn zu fragen. Trotz ihrer Not möchte sie niemandem auf der Tasche liegen.
"Ich gucke schon, da ich jetzt Arbeit krieg noch irgendwie zwei, drei Tage irgendwie was egal und dass man dann nach Fahrkarte noch Köln erlauben kann traurig aber er war."
So rückt der Besuch bei ihrem Sohn erst einmal in weite Ferne.
Köln. Hier leben Willi und Carola. Nach Jahren auf der Straße wohnen die beiden ehemaligen Obdachlosen inzwischen in einem sozialen Brennpunkt am Stadtrand. Willi hat die letzten Jahre fast durchgängig als Gabelstaplerfahrer gearbeitet, meist über Zeitarbeiten. [Musik] Zuletzt war er allerdings arbeitslos, doch es gibt Neuigkeiten.
"Also, ich habe das gestern neuen Job, das hat sich jetzt kurzfristig ergeben, ne? Ist bei meiner alten Firma, wo ich früher schon mal gewesen bin. Ich hab mir jetzt die Chance geben, dass schon noch mal, dass da ich jetzt noch mal neu durchdachten kann."
"Durchstarten mache ich jetzt alleine. Ja, ich habe mich jetzt endgültig vom Willi getrennt immer."
Nicht die erste Trennung der beiden. Vor 5 Monaten steckte die Beziehung schon einmal in einer tiefen Krise.
"Was war der Grund, warum hat es getrennt?"
"Ja, Grund im Grund ist ein Grund ist eigentlich deswegen gewesen, weil ich immer nur alleinelassen habe nach ihrer Aussage da schon, dass ich unverschämtweise arbeiten gegangen bin. Also der Willi hatte nicht Zeit meine Bedürfnisse zu akzeptieren wie Gefühle, Kuscheleinheiten, Geschlechtsverkehr z.B."
Während Willi arbeiten war, hatte sich Carola anderweitig orientiert.
"Hatempfänger Stefan kam ihr gerade recht. In meinen Augen ist das einfach nur ein Opa, das könnte mein Vater sein. Der neue Partner hat dann alle Bedürfnisse von mir in dem Sinne erfüllt. Ich habe mittlerweile rausgekriegt, dass der selber von HZ4 lebt, ne? Und dann zu zwei und dann ganz ehrlich gesagt zwei Mann auf HZ 4. Wie soll das funktionieren? Ich weiß es nicht. Ich gehe arbeiten, ich verdiene mein Geld. Ich kriege ich kriege dreimal so viel wie HZ4. Also, ich bin die glücklichste Frau der Welt."
Will allerdings hatte sehr unter der Trennung gelitten.
"Du vermisst dir trotzdem noch. Fühlst du dir sehr? Was fehlt dir dann am meisten?"
"Fehlt am meisten dann, dass keiner da ist, ne? Sitz nur zu Hause und bisschen halt fast nur bist fast nur die ganze Zeit am Beinen, ne?"
Doch lange musste Willi nicht leiden. Schon zwei Wochen später hatten sich die beiden wieder versöhnt.
"Moin."
"Hallo."
"Will ihr erzählen, ihr seid wieder zusammen?"
"Ja, wir sind wieder zusammen gekommen. Wir haben uns ausgesprochen, alles drum und dran."
Und um den Neuanfang zu besiegeln, hatte der 40-Jährige auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht.
"So, mein Schatz, hiermit wollte ich dich offiziell fragen, willst du meine Frau werden?"
"Ja."
Nach allem, was vorgefallen war, kam die Verlobung für Carola zwar etwas überraschend, aber Willi war sich seiner Sache sicher.
"Ja, ich find groß. Ja, die Sache find ich genial. Ich muss halt erstmal verdauen, weil mit dem anderen Partner war ich auch verlobt, aber wir hatten keine Ringe gekauft gehabt. Jetzt auch verlobt. Ja, war ich auch verlobt. Ist die Welt für mich in Ordnung."
Allerdings blieb sie es nur drei Monate, denn inzwischen gehen Willi und Carola wieder getrennte Wege.
"War doch eigentlich gerade verlobt."
"Ja, das Problem ist, weil der hatte irgendwie Eifersuchtszähen geschoben. Ich weiß auch nicht warum. Me gut eifersüchtig war ist ganz klar, aber ich sag mal, wenn die wenn die ganze Zeit Opa darüber geht, ne? Ich sag mal, ich meine was was soll ich denn da denken? Hat du mit dem Stefan weiter Kontakt?"
"Ja, wusste aber auch, ne? Wenn sie dann, wenn sie dann irgendwie nach dreiviertel Stunden wieder kommt oder schreibt, dann schreibt dann der SMS, aber der Oberhammer der schreibt dann der SMS, die müsste sich ja mit ihm aussprechen, ne, und kommt erst morgen früh zurück. Ja, was soll ich denn da denken? Und da war der Knickpunkt für mich, wo ich dann anfing zu morzen hab, gesagt, pack deine Sachen und geht. Und darauf habe ich gesagt, ich gehe jetzt. Das war's."
Dieses Mal scheint es beziehungs endgültig zu sein.
"Und was hast du jetzt gemacht?"
"Ich bin zum Stefan gegangen. Ich werde auch nicht zurückkehren. Ganz ehrlich gesagt, mir mich mich hat alles kalt gelassen, ne? Ich sag mal, ich traue auch nicht nach und von daher mir ist das egal. Sag mal, ich muss an mich denken und das mache ich jetzt auch."
Die beiden waren gut vier Jahre zusammen. [Musik] Die meiste Zeit hat Carola auf Willis Kosten gelebt. Lange Zeit hatte sie nicht dann mal den Antrieb Harz 4 zu beantragen.
"Also, mein Gehalt ist das einzige, was was überhaupt reinkommt. Im Moment habe ich keine Lust zu arbeiten. Einfach keine Lust. Nee, einfach keine Lust."
"Ab und zu [Musik] ist ein Streithema. Könntest ja auch mal ein Popo bewegen. Macht doch mal was ein bisschen, aber wir sind zusammen. Ich mache ja auf einer h auch eigentlich auch sehr gerne."
Dass Willi so viel gearbeitet hat, hat Carola gestört. Sein Geld hat sie allerdings ganz gerne genommen.
"So habe ich hier schön in den Arsch gebuttert. Ich meine gut, in der Hinsicht bin ich jetzt auch blöd, gebe ich auch ganz ehrlich zu, ne? Immer dann nur schön drauf, mich als Bösen hinstellen, aber ich hätte ja keine Zeit oder sonst irgendwas, aber dass ich später mal meine Rente denken muss oder sonst irgendwas, dass mir dass mir Arbeit wichtig ist hier, ne, dass ich gerne arbeiten gehe. Das sieht dich auch nach der Trennung nimmt Carola, was sie kriegen kann."
"Ich gehe jetzt in die Wohnung, hol auch den Rest, was ich gestern vergessen habe und dann gucken."
Währenddessen trifft Willi Vorkehrungen, um genau solche Besuche in Zukunft zu verhindern.
"Ich gehe noch mich zum Schlüsseldienst, weil ich jetzt neuen Zylinder hole, weil sie hat Schlüssel einbehalten. So, da habe ich natürlich Angst, dass die frei verfügbar meine Wohnung rumspringen kann und das sehe ich nicht ein."
Offensichtlich traut Willi seine Ex nicht über den Weg. Oder kennt er sie einfach nur zu gut?
"Ja, toller Wolle. Was ist denn los? Fernseh fehlt. Der Fernsehtisch fehlt."
Durch Willis vorübergehende Arbeitslosigkeit waren er und Carola vor zwei Monaten gezwungen, ihren geliebten Fernseher ins Pfandleihhaus zu bringen.
"Mir ist das halt scheiße Situation. Ich bin angespannt alles, nur für m ist auch nicht schön. S mal so, da ist ja auch für hart arbeiten gegangen."
Vor kurzem hat Willi den Fernseher allerdings wieder ausgelöst. Umso überraschter ist Carola jetzt.
"Ich weiß nicht, wo der den hat, weil ich bin mittlerweile jetzt so, ich bin heute morgen hingegangen und habe mein hab meine eigenen Sachen, die mir sind. Habe ich ein Schlafzimmer gestellt und habe die Schlafzimmer Tür abgeschlossen. Ja, die Tür hat abgeschlossen und anders komme ich da nicht rein. Das ist doch schon traurig, weil weil weil da Angst haben muss, dass die in die Wohnung geht und holt die Klamotten da raus. Ich kann höchstwalle mal auf dem Balkon gucken, ob da die Tür auf ist. Wenn nicht, habe ich auch keine Möglichkeit."
"Was empfindest du gerade gegenüber dem Willi einfach nur noch abschauen finde ich das ist doch schon mehr wie traurig."
"Und jetzt willst du das Schloss austauschen, damit genau das nicht passiert. Tausch Schloss aus. Ist mir egal. Kann sie ihren Schlüssel behalten, wie sie will, ne? Kann sie von mir aus einrahmen, aber dann kommt die in der Wohnung nicht mehr rein. Komm ist rein. Nee, Tür ist auch zu. Das ganze Zeug, was da jetzt drin steht, habe ich ja auch teilweise mitbezahlt. Das hätte nicht wegsperren müssen. Warum auch? Weil deswegen weiß ich ja nicht, weil ich die Sachen bezahlt habe, weil die von meinem Geld bezahlt worden sind. Das ist das. Welchem Geld hast du es bezahlt?"
"Ja, mit einmal mit seinem Geld von den Steuern, wo der zurückbekommen hatte und teilweise von seinem Lohn."
"Ja, das ist ja dann dein Geld."
"Ja, das ist mein Eigentum und da habe ich jetzt Angst vor, dass die das da rausholt."
"Ist richtig, aber wie wir verlobt waren, haben wir das zusammen geholt [Musik] und durch die Verlobung gehört mir in dem Sinne die Hälfte auch mit und umsonst hätte ich mich ja auch nicht verloben müssen mit ihm."
Die 34-Jährige hat ihre ganz eigenen Ansichten. Nicht nur was Eigentum angeht, auch beim Thema Ehrlichkeit.
"Nicht nur was Eigentum angeht, auch beim Thema Ehrlichkeit. Ich meine, ich meine bei mir im Kopf, der geht ja auch drin drin rum. Da hat sie mich davor schon betrogen, hat sie mich nicht betrogen, ne? So Problem ist dabei, ich weiß es halt nicht. Also wenn wir die Arbeiten war kam oft rüber, haben auch anfangs geredet mit Kuscheln und alles. Ja und nachher hatten wir dann ein bisschen Geschlecht vergessen. Also hast ein Willi betrogen."
"Ja und auch nach der Versöhnung behielt Carola diese nicht ganz unwesentliche Information lieber für sich."
"Was lief mit dem Typen? Lieft richtig W oder?"
"Nein, wir haben gar nichts gehabt."
"Was heißt gar nichts gemacht?"
"Wir hatten kein Geschlechtsverkehr, gar nichts."
"Hat dem Willi eigentlich mittlerweile erzählt gehabt, dass betrogen hattest?"
"Wenn man nicht nachfragen tut, wieso soll ich dann den ersten Schritt wagen und dem was sagen?"
"Er hätte ja fragen können, aber er hat dich ja damals gefragt, ob da was lief und da hast du ihn ja angelogen, hast gesagt, nein."
"Ich hatte auch keine Lust dem das zu irgendwie zu sagen. Ja, ist mir auch wirklich scheißegal. Mich hat alles kalt gelassen."
"Die Frau interessiert mich halt nicht mehr, wenn man nur die ganze Zeit jetzt schon wieder nur an eine Playstation denken tut. Meine Playstation oder so, ist halt mein Hobby. Sag mal, das spiele ich halt gern. Aber kann das kann mir auch keiner verbieten. Und jetzt habe ich mit dem Stefan überlegt, dass ich ein Abschiedsbrief schreibe, wie ich mich die ganze Zeit gefühlt habe und wie er mit mir umgesprungen ist. Vielleicht versteht das dann."
Ob Abschiedsbrief oder neues Schloss. Sowohl Willi als auch Carola wollen klare Verhältnisse schaffen. Jeder auf seine Art.
"Also für mich ist das kein schlechtes Gefühl. ist einfach nur ein schönes Gefühl, weiß, weil ich weiß, ich kann wieder für mich kaufen und habe keine Belastung wie am Wein und Moment fühle ich gar nichts mehr für den einfach nur noch Schmerz. Ganz ehrlich gesagt, ich habe mein Stapler, ich habe mein ich habe mein Hochregal und ich habe wieder alles. So, dann lass ich mir von durch kein kaputt machen."
"Ich habe jetzt geschrieben: 'Hallo Willi, ich wollte dir meine Meinung sagen, wie ich mich die ganze Zeit gefühlt gestört hat, wie du mich angeschrien hast, aber ich sage nie, wie du mir die ganze Zeit auch geholfen hast, aber es geht leider nicht mehr. Ich sage, es ist aus und vorbei. Deine Exliebe oder können ja gute Freunde bleiben. Mfg Carola, das ist jetzt dein Abschütz. Ja. Was er daraus jetzt macht, weiß ich nicht. Vielleicht kommt ja eine Antwort zurück. Ich weiß es ja nicht. Ja, so.'"
"Ich habe jetzt neuen Zylinder geholt. So, jetzt kommt Carola halt nicht mehr in die Wohnung rein. So, jetzt bau ich den nachher schnell ein und dann ist die Türe für die zu. Was die dann macht, ganz ehrlich gesagt, ist mir scheißegal."
Doch ganz aus den Augen verlieren werden sich die beiden vorerst wohl nicht. Carolas neuer Freund wohnt im gleichen Häuserblock.
Ludwigshafen am Rhein. Nach über 40 Jahren Arbeit reicht Waltrauts Rente kaum zum Leben. Sie ist mit 75 Jahren gezwungen weiterzuarbeiten.
"Ich gehe jetzt zu Annika, meiner Enkelin und schau mal im [Musik] Computer, ob es eventuell vielleicht noch irgendein Job gibt für mich."
"Was erhoffst du dir von gleich?"
"Ah, ich denke jetzt, dass vielleicht noch irgendwer gibt, der auch ältere Leute einstellt und weil ich habe schon gesagt K, das ist Risikofaktor, aber die Junge hat das genauso Risikofaktor."
Waltrautsenkelin [Musik] Annika ist 18 und macht gerade eine Ausbildung bei einem Automobilhersteller. Sie möchte ihrer Oma bei der Jobsuche im Internet helfen.
"Es werden ältere Leute schwer gemacht, weil alles über Computer, Internet und dergleichen geht. Uns kennt sich nicht jeder top aus. Ich weiß zwar wie war irgendwie was echalt, aber da so wie jetzt die Annika da runterrad das und deshalb irgendwie ist man auch da schon ein bisschen ausgegrenzt."
"Was genau suchst du denn?"
"Teilzeit."
"Willst du das überhaupt noch im hohen Alter so Job?"
"Ja."
"Ja, ich mache mir halt schon ein bisschen Sorgen, weißt du? Ich dachte, dass du vielleicht Ja, ich will nicht. Ja. Ja, das will ich nicht sagen, aber ich denke mir vielleicht nach dem Taxijob, dass du mal zur Ruhe kommen solltest oder nicht eigentlich."
"Ja, funktioniert aber nicht mit der Rente Annika."
"Ja, also ich finde es heutzutage eigentlich recht armselig, muss ich ehrlich sagen, dass man das in dem hohen Alter immer noch machen muss, aber was bleibt dir anderes übrig?"
Die gelernte Krankenschwester hat als LKW und später Taxifahrerin nicht sehr viel verdient. Rücklagen hat sie keine mehr.
"Ich werde auch schauen, dass ich halt eben Versicherung abschließe und alles, dass ich dann es mal besser habe im Alter und dass ich auch was spar und alles drum und dran."
"Das haben wir ja auch gedacht. Wir haben ja auch äh äh Versicherungen und dergleichen gehabt, aber durch die Scheidung ist es nur auf eine Seite. Ich habe durch meine Arbeit acht Geld angespart und aber durch meine zwei Beziehungen, die haben mir das Geld ja regelrecht genommen und ich war dann in Ruin."
"Was ist da passiert?"
[Musik]
"Versuch es noch mal zu erklären."
"Ja, der eine da hat eh ich dann rausgestellt habe noch mehr betrogen. Ja, hat auch fünfeinhalb Jahre Gefängnis gehabt und der andere, der hat äh sich abgesetzt und lebt jetzt in der Schweiz. Das war für mich ganz ganz schlimm, aber ja, es ist passiert. Ich war halt zu leichtgläubig und mich ärgert nur, die sitzen jetzt ja in der Schweiz und haben tollst erleben."
Waldtraut hingegen ist auch mit 75 noch gezwungen zu arbeiten, um ihre Not zumindest etwas zu lindern.
"Guck mal beim Bäcker und vor allem bieten die halt auch was für Ruheständler an direkt jetzt hier. Das wäre doch was Gutes für dich."
"Ja, super. Guck mal, hier kann man sich direkt online bewerben. Ich gebe jetzt hier einfach mal deine Daten ein. Wir probieren es einfach, oder?"
Nach Abzug der Miete hat die Rentnerin nur 536 € im Monat zur Verfügung. Ohne die Stelle muss sie sich enorm einschränken.
"Weit, wie wäre das für dich, wenn es jetzt klappen würde?"
"Ich werde zuerst mal nach Köln hochfahren me so mal besuchen, denn überrasche, dass er mir nicht immer das Ticket schicken muss. Ja, das wäre schon schön. Okay, werden wir mal zählen. Ja, hoffentlich."
"Ja, also ich würde mich für meine Oma freuen, wenn sie den Job bekommt, weil meine Oma dadurch dann eben ein besseres Leben hat, dass sie sich mehr leisten kann und halt auch flexibler ist und auch mal ja sagen kann, wenn sie da drauf Lust hat."
Bleibt abzuwarten, ob die Bäckerei der 75-Jährigen überhaupt eine Chance gibt.
Berlin. Die sozialen Brennpunkte und Problemviertel der Hauptstadt sind die Geburtsstätte des deutschen Gangster Rap. Auch HZ4 Empfänger Benjamin möchte als Rapper groß rauskommen und ist deshalb von seiner Heimatstadt Konstanz in die Metropole gezogen.
"Möchtest du mit deinem Aussehen auch provozieren?"
"Ja, teilweise schon auch. Also, das ist jetzt nicht der Punkt, warum ich so Tattoos mache und so. Das ist einfach, mir gefällt's."
"Was bedeutet das über deinem Auge?"
"Das heißt Hass und Liebe."
"Warum hast du das gemacht?"
"Also ich habe es gemacht, weil die Leute sollen mich entweder hassen oder lieben. So nimm ich wie ich bin oder nicht. So nimm mich oder ich so was ich und was ich. Natürlich gibt's auch Gründe, warum es in dem Gesicht ist, weil ich mich eben nicht anpassen will. So diese ganzen Arbeitsmarkt und diese ganze Scheiße. Was ich lieb."
"Interessantes Interview mit guten [Musik] Fragen."
"Was ich hass ich dafür mindestens drei Schnäpse drauf. Pass auf, man. So viel rein."
[Musik]
"Später bist du voll weg. Ich kenne dich. Es endet nicht gut. Das ganze W. Wie ist denn das schon geändert? Auf Polizisten. Los. Keine Ahnung. Wir haben das war Silvester. So mehr weiß ich nicht mehr so richtig. So betrunken? Ich war in der"
Ausrichtungszelle, bin aufgewacht. Genau. Keine Ahnung, was da war. Was ist schon mal aggressiv mit Alkohol? Boah, immer wieder mal. Das heißt, [musik] ähm Anklagepunkte sind schwere versuchte Körperverletzung, Landfriedensbruch, Beleidigung blabla, keine Ahnung, was noch alles dabei ist. Was du deswegen in Knast? Das ist noch offen. Wie? Das ist noch offen jetzt erstmal verhandelt oder wie? Ja. Krass, das ist nicht gut. Auf Polizisten würde ich jetzt eher nicht losgehen, sage ich jetzt ehrlich. Auch wenn ich betrunken bin, weil ich ganz genau weiß, es endet nie gut. Die sitzen am längeren Hebel. Scheiß auf Polizei, wenn ich die sehe, kriege ich schon kotz und so. Kontrolle hier, Kontrolle da, weil man so aussieht, wie man aussieht und so.
Benjamins Einstellung ist in vielerlei Hinsicht extrem. Selbst sein bester Kumpel Enrico schafft es nicht ihn zum Nachdenken zu bewegen. Man hat immer zwei Option, weißt du wie ich meine? Man kann entweder einen guten Weg gehen oder den schlechten und das ist definitiv der schlechte. Dann willst du was aufbauen, wenn du z im Knast bist, dann war's erstmal mit Rap und Musik. Verstehst was ich meine? Verstehe ich. Es kommt wie es kommt. Ich nehm es wie es kommt. Jetzt möchte Benjamin erst einmal zurück in seine alte Heimat. In der Hauptstadt ist der erhoffte Erfolg als Rapper ausgeblieben. So, ich freue mich, dass ich dass es morgen zurückgeht am Bodensee. Ich sehe meine Familie wieder, meine Freunde, alles. Berlin war nie meine Stadt. So, das war Mittel zum Zweck. Ähm ich habe es genutzt. Ich habe meine Kontakte hier aufgebaut. Die Leute werden sehen, was aus mir wird. So, ähm, ich gehe mal weg. Ich habe meine Ziele, meine Träume. Ich lebe meiner Meinung nach ist auf jeden Fall schon Fehler runter an den Boden sie wieder zu gehen, weil es ist klein, man wird da nicht berühmt, man wird da nicht bekannt. Die Leute feiern teilweise mehr so Leute aus Großstädten und man kann es versuchen, klar, aber ich denke nicht, dass man am Bodensee großen Erfolg hat. Natürlich wird de Boden sich schwerer, aber so ich bin einzigartig. Ich mache mein Ding, ich habe meine Ziele, ich bin der Fokus damit. Ja, Mann. Mund auf, ich komme König von Deutschland ich war jun und brauchte Geld, aber heute läuft man früher hat für Millionär Rentnerin Waltraut bleiben nach Abzug der Miete nur 536 € zum Leben. Im Sommer ist sie deshalb wöchentlich auf umliegenden Feldern unterwegs.
So, ich muss sparen, wo ich kann und kann man nicht einfach mein Gemüse, mein Kartoffeln alles so im Supermarkt kaufen? ist zu teuer und jetzt mache ich mal der Rundgang über den Aer, ob da eventuell schon Kartoffeln ausgemacht [musik] sind und ein Restalig. Es ist mir schon ein bisschen peinlich. Äh, das war nicht mein Lebenslauf. Ja, also, aber die Not macht erfinderisch. Für die liegen gebliebenen Kartoffeln, auch Stoppeln genannt, haben Bauern keine Verwendung. Für Waltraut sind die Überreste auf dem Feld jedoch gold wert. Hallo. Hallo. Guten Tag. Guten Tag. Wollte mal fragen, haben Sie schon Kartoffel ausgemacht und ja die Stoppler des hier gelegt. Ja. Ja, wollen sie Stoppler natürlich. Okay. Ja. Selten. Gibt's gar nicht mehr so viel Stoppeln. Ja. Ja doch. Ich mache das schon noch. Okay. Was bedeutet Stoppeln? Stoppeln sind die Kartoffeln, die wir nicht verwerten können, die Ausschussware, die unförmig sind, also die nicht in die Handelsklasse passen und die ja Abfall sind. Was heißt Abfall? Das sind super gute Kartoffeln. Ja, das ist gut. Und schmecken gut. Die schmecken sehr gut. Warum sollen die schlechter schmecken wie eben wie die normal? Dann ist es für mich kein Abfall. Ich mache das halt aus dem Grund, ich habe 42 43 Jahre gearbeitet. Ja. Und mein Rente ist so, da gucke ich halt, wo ich irgendwas einparen kann. Also, Obsten, Gemüse, das hole ich mir dann, wo ich gerade wie komme und kurz vor Feierabend [musik] reduzieren die das dann so der halbe Preis. Ja, d kann ich mir da noch mal ein paar Brumbeere und Himbeere erlauben. Ja, aber ansonsten, also haben Sie da auch Angst vor der Rente, wenn sie sehen, wie das bei der Waldraut gerade ist? Also die Rente in der Landwirtschaft, die ist nicht gerade rosig. Ich weiß es noch nicht. Ich bin noch nicht alt genug. Ja, ich hoffe ich hoffe, dass es dass es reicht. Bauerfrei hat Verständnis für Waldraut und erlaubt ihr sich auf dem Feld an den Ernteresten zu bedienen. Gucken Sie mal, da sind die Grumbeere. So, we su schon natürlich. Da liegen doch schöne. Danke. Ich bück mich halt um paar Cent oder paar Euro zu sparen. Man denkt Kartoffel kosten nicht viel, aber 3,75 € oder 3 4 € das ist schon viel, wenn man nichts hat. Ja, dafür nimmt Waltraut die Mühen des Aufsammelns gerne in Kauf. Ja, waren Sie schon bei Tafeln? Die nehmen mich nicht. Die nehmen Sie nicht. In unserem Bezirk in Ludwigshafen ist Aufnahmestopp bei der Tafel. Es wird niemand mehr aufgenommen. Ich weiß nicht warum, aber wahrscheinlich sind so viele Bedürft da. Ja, ich habe gehört in Mannheim die wären flexibler mit der Tafel. Okay, da habe ich mich nicht erkundigt, weil wir Rheinland Pfall [musik] sind und das ist Badenwürtenberg. Wald Wohnort Budwigshafen liegt in Rheinlandpfalz. Mannheim auf der anderen Seite des Rheins gehört schon zu Badenwürtemberberg und die Tafeln sind regional organisiert. Vielleicht sollten s es mal probieren. Vielleicht ich ja kann man schon. Ja, kann man mal anfragen ganz leise und könnte man mal probieren. Ja. Doch bis dahin bleibt der Rentnerin nichts anderes übrig, als sich ihre nächsten Mahlzeiten hart zu erarbeiten, wenn sie nicht hungern will. So, es reicht für heute. Bist du glücklich drum? Ah, natürlich. Ich habe schon vier Woche kein Kartoffeln gessen. Zu teuer. Aber was willen wir machen? Ich krieg dens [musik] gelegt. Wie lange die 75jährige diese Anstrengung noch mitmachen kann, ist fraglich. Armes Deutschland. Front 6 Millionen Menschen leben hier zulande von Harz 4 und die soziale Ungleichheit wächst. Lohnt sich Arbeit in Deutschland? Im Badenwürttembergischen Heilbronn beziehen rund 8000 Einwohner Harz 4. Unter ihnen ist doch Thor. So nennt er sich jedenfalls. Seinen richtigen Namen möchte er nicht verraten. Ich bin Thor, 28 Jahre alt. Momentan lebe ich von 424 € vom Jobcenter. Kurz rauchen. Ja, wie spät haben wir überhaupt? Ja, meine Arbeitseinstellung ist, ich finde arbeiten ist scheiße. Kein Bock. Start kann nicht mal. Arbeiten macht einfach nur den Körper kaputt. Man lebt nur einmal. Denkt dran, Leute.
Die meiste Zeit des Tages verbringt der Punker mit nichts tun und Rauchen. Heute allerdings steht etwas besonderes auf dem Programm. Ich gehe jetzt zu Kollegen, hier mich am Halb an Hauptbahnhof treffen und dann zu einer öffentlichen Veranstaltung. [musik] Alles ist ein Kollege von mir, Damian, den ich aus Stuttgart kenne und mit dem ich einfach schon viele Sachen gemacht habe. Ich kenne den Tor seit 4 F Jahren. Was habt ihr so gemacht? Generell so viele Feiereien aufgelagen. Ist offen gechillt. Wo geht's jetzt hin? Wir fahren jetzt nach Stuttgart auf eine Demo Europa gegen Nationalismus. Mit der Bahn dauert die Fahrt von Heilbron nach Stuttgart etwa eine dreiviertelstunde. Geld fürs Ticket Tatour aber nicht. Erst noch Geld fürs Ticket. [musik] Gib mir mal gib mal kurz, dann kann ich Fahrkarte holen. Kaufst du immer Fahrkarten? Nicht immer, aber dann wenn ich in der Gruppe verkauf eine Fahrkarte und das zahlen dann die anderen oder? Nee, das wird zusammengeschmissen. Und wie finanzierst du das so? vom Schnur und darin Natur viel Übung, denn mit Schnorren bessert sich der gebürtige Hamburger regelmäßig seinen Harz 4 Satz auf. Servus, war super vielen Dank und schönen Tag noch. Alles fit? Was? War cool. Danke schön und schönen Tag noch. Höchkeit ist der wichtigste beim Schnuren. Servus. Danke schön und schönen Tag noch. Wenn man sich eindreht, dann sieht man auch irgendwann einfach als Beruf. Gib es irgendein Job, den du machen würdest? Es kommt generell kein Job in Frage, wo ich nicht ich selbst sein kann. Kopf B weiß ins Grab. Darfst du überhaupt schnoren? Normalerweise nicht. Also schnoren ist eigentlich schon, was ich mache eigentlich verboten, weil ich H4 krieg. Das Jobcenter könnte dem HZ4 Empfänger wegen des Zuverdienstes die Bezüge kürzen. Daten jetzt wird das Erschnorte also in eine Fahrkarte investiert. Eine seltene Ausnahme für den 28-jährigen. Normalerweise f ich schwarz, wenn ich alleine fahre, aber nicht in der Gruppe. Aber sahst du nicht immer wegen schwarz? Mehrmals, aber es juckt mich nicht. Wie lange sahst du deswegen? Es sind so auf jeden Fall zwischen meine Vermutung zwischen zwei bis 5 Jahren sagst wegen zi bis 5 Jahren im Knast schwarz gefahren. Nicht nur schwarz s generell das ist generell meine Knachtzeiten, die ich weiß im Kopf. Warst du da nichts ausgelehen? Ne, das ist mir egal. Ich koste den Start halt dann noch mehr 150 € bis plus minus, die ich den Start noch teurer bin. Das juckt mich nicht. Durch schwarz fahren entgeht den Verkehrsunternehmen jedes Jahr ca. eine viertel Milliarde Euro. Generell finde ich es scheiße, dass man Fahrkarten kaufen muss. Dazu sind die scheiß deutschen Bahn immer unpünktlich oder fällt aus, man kriegt keine genaueren Infos oder sonst so ein Scheiß. Warum soll man sich dann eine Fahrkarte holen? Außer jetzt heute, wo war ich in der Gruppe, falls für uns alle sicherer ist. Die Gruppe möchte geschlossen zur Demo reisen, auch falls sie unterwegs Ärger mit rechten gegen Demonstranten bekommen. Doch es gibt ein Problem. Währt überhaupt heute noch einer nach Stuttgart? Ja, heute, ich denke noch mal so um 3 Uhr rum oder so. Erst um 3 Uhr. Geil. Wird heute nicht geil. Echt. Ja, kön heute alles knicken. Ja, Demo fällt heute aus. Erst ab 15 Uhr. Geil. Alles umsonst. Können aufhören. Weiß so wie es ist. Ich gehe jetzt noch mal gucken. So ganz will der Vollblutpunker die Hoffnung auf den Demo noch nicht aufgeben. Was sage ich? Zug fällt aus. Was ist jetzt mit dem Fahrtel? Ja, die hält den ganzen Tag die Fahrkarte, weil es im Badenwürtenbergel ist und ich komplett im Badenwürtenberg damit fahren kann. Heißt, wenn ich von Stuttgart nach Hause fahre, kann ich ja die immer noch benutzen. Jetzt habe ich die Fahrkarte erstmal für den Arsch geholt für umsonst. Ich find scheiße. Typisch deutsche Bahn. Was macht er jetzt? Jetzt überlege ich, wie ich nach Stutgast komme. Seid denn, ihr habt ein Auto und würdet mich fahren und meine Leute, das fst du gut, ne? Ja. Taxi. Ja, dann auf Abfahrt. Komm, wir klauen uns ein Auto. Ich fahre [musik] nicht damit rum und wir spielen [musik]
Nach 40 Arbeitsjahren kann Waldraut von ihrer Rente kaum leben. Sie hofft auf Hilfe bei der Tafel. Da diese in ihrem Wohnort Ludwigshafen nicht alle Bedürftigen versorgen kann, will sie es im benachbarten Mannheim versuchen. Ich bin auf dem Weg zur Tafel in Mannheim, weil Ludwigshafen ausgebucht ist und ich hoffe, dass ich hier ab und zu was einkaufen kann. Für mich wäre sehr wichtig, dass es klappen würde, weil man kann schon anständig Geld sparen und die Sachen sind genießbar. Guten Tag. Guten Tag. Ich habe da mal eine Frage. Ich komme von Ludwigshafen und wollte hier mal nachfragen, ob bei dieser Tafel noch Annahme sehen. Ludwigshafen ist alles besitzt. Haben Sie Unterlagen dabei? habe ich dabei. Okay. Ja, dann schaue ich mal drüber, was sie haben. Bit schön. Was genau prüfen sie jetzt? Ich prüfe jetzt erstmal, wie viel Ränder sie bekommt. Ja, vom Rändebescheid. Dann schaue ich mir an, was sie an Mieder bezahlt. Ja, praktisch. Und was ich noch Strom bezahl und das ziehe ich dann von der ganze Rendebetrag ziehe ich dann ab. Waldtraut bezieht 939 € Rente. Doch nach Abzug von Miete, Strom und Wasserkosten bleibt davon nur wenig für Lebensmittel übrig. Dann liegt sie eigentlich drunter unter 500. Ja. Ja. [musik] Waldraut ist bedürftig, so viel steht fest. Doch es gibt ein ganz anderes Problem. Ich kann dann einkaufen, wenn ich auch von Rheinlandfalz komme. Das ist genau das Thema jetzt, weil Fludigshafen hat ihre eigene Tafel. Wir sind ja Mannheimat we und Ludigshafen ist ja nicht Rheinlandfal und das ist Badenwürdenberg ist Badenwürdenberg. Ja. Sie müssten dann eigentlich ein Lupis auf der Tafel gehen. Die ist belegt, die ist besetzt. Ja, also Möglichkeit gibt's dann gar keine hier einzukaufen oder sehen Sie da noch irgend Hintertürchen? Ich kann jetzt meinen Chef noch mal anrufen, kann fragen, dass es Ludwigsa Ludwigshafen generell ein Problem ist, dass die Leute zu lange Wartezeit haben, ob man da dann eine Ausnahme machen könnten. Okay, wenn sie das machen, wäre es sehr nett. Nur der Rhein trennt Waltraut Wohnort Ludwigshafen von der Tafel in Mannheim. Doch wird ihr die Bundesländergrenze zum Verhängnis? Also ich habe jetzt Chef telefoniert, das ist halt die Sachlage. Wie gesagt, das ist Ludwigsa einfall und mir müssen halt unsere Leute hier in Mannheim versaugen, weil wenn wir jetzt eine Ausnahme machen, dann spricht es j es es vielleicht rum, dann wollen die alle hierher und haben wir vielleicht nicht mehr die Möglichkeit alle komplett unsere Leute und vielleicht Ludwig auch irgend zu versorgen. Okay. Ja. Einmal mehr hat Waldraut das Nachsehen. Ein herber Rückschlag für die notleidende Rentnerin. Das ist schon deprimierend, ja, wenn man berechtigt ist und wegen der Ländergrenze nicht angenommen wird. Also, ja, schon traurig. Doch Wald Traut will kämpfen.
Köln. Willlie und Carola leben in einem sozialen Brennpunkt am Stadtrand. Bis vor kurzem als Paar, jetzt nur noch als Nachbarn. Weil Willly Carolas Meinung nach zu viel arbeitet, hat sich die Herzvampfängerin ein paar Türen weiter einen neuen Partner gesucht. Ist mein neues Zuhause? Das ist jetzt die Wohnung vom Stefan. Ja, der Stefan wohnt im gleichen Wohnkomplex. An der Wohnung hat sich gar nichts geändert. Das wird alles so bleiben. Da ist das Badezimmer. Stefan ist wie Carola Langzeitarbeitslos und auch in Sachen Haushaltsführung scheinen die beiden Harz vi Empfänger auf einer Wellenlänge zu liegen. Stefan na na was hast du denn schon wieder gemacht? Das war ich hab komplett Schluss gemacht. Hast komplett Schluss gemacht? Hast du fein gemacht? Hat er nicht anders verdient. Ne, will ich war ja nur arbeiten. Stefan hat mehr Zeit für mich, weil er hat viel bezieht. Der will auch viel mehr Unternehmen wie will jetzt angenommen. Ah, ich bin froh, dass du jetzt hier bist. Fin, ich auch. Ich habe dich so lieb. Ich auch. Also, ich habe seit 18 Jahren hat vier, weil mit meiner Gesundheit ist es nicht mehr so, wie es früher einmal war. Na ja, ich mache das Beste draus. Da habe ich mehr Zeit für Carola. Moment, willst was trinken? Nee, nee, Moment, Moment. Ich habe Kreistof Probleme. Kannst auch kurz hinsetzen. Wir können kurz Pause machen. Wir machen nach die Tür noch mal auf. Moment, ich sehe alles dreifach. Ich habe 1987 einen schweren Sportunfall gehabt vom kleinen Trampolin auf die dicke Matte. Habe dann Folgeerscheinungen von diesem Unfall und dadurch kann ich auch nicht mehr arbeiten. Seit dem folgenschweren Zusammenstoß mit der dicken Matte verbringt Stefan einen Großteil des Tages auf der Matratze. [musik] Am liebsten mit Carola. Stefan, verstehst du, dass die Carola sich vom Willi getrennt hat? unter anderem, weil der so wenig Zeit durch die Arbeit für sie hatte. Ja, ich verstehe das sehr gut. Wenn ich dann zu Hause bin, dann ist die Frau direkt an erster Stelle wieder. Ist nicht die Arbeit an erster Stelle, dann ist die Frau an erster Stelle. Ich finde das auch richtig gut, dass er sich getrennt hat. Ja, ich habe jetzt drüben geguckt, was jetzt noch was ich noch an Sachen mitnehmen kann. Den Schlüssel hat er natürlich mitgenommen. Habe gesehen, dass er den Fernseher, den Fernsehtisch und alles weggeschlossen hat auf dem Rechner. Offenbar ahnte Willi, dass Carola vorbeikommen würde und hat seine Besitztümer vorsorglich in Sicherheit gebracht. Jetzt erstmal gucken, ob alles da ist. Ist das Problem hier Kombination einmal drehen. Hier ist noch alles da. Gott sei Dank. Also war nicht hier dran. Hat Angst, dass die Karole eingebrochen ist hier? Also die die Tür aufgebrochen oder? Ja, sicher habe ich Angst davor. Ja, weil das sind alles Sachen, die ich gekauft habe. Fernseher. Gut, den Rechner habe ich vom Freund gelegen gekriegt, ne? Trotzdem. Aber das ist eine Receiver Antenne, das ist alles Geld, was ich bezahlt habe. Mitgenommen hat Willis Exverlobte nichts. Dafür hat sie etwas dagelassen. Zettel. Ich habe ih jetzt ein Abschiedsbrief geschrieben auch. Ich habe gesagt, wir können gute Freunde bleiben im Brief. Weißt du, gute Freunde bleiben bei den bei bei den ganzen Scheiben, wenn ich so ein Scheiß lese, weißt du? Gute Freunde bleiben oder sonst irgendwas. Ja, hat sie die noch alle. Kannst sich gerne bei mir melden, aber ich weiß sowieso, dass ich keine Antwort erhalten werde. So viel zu freige für hör mal, die hab mich hier zweimal verarscht. Bleib bleib garantier nicht gute Freunde. Weiß ich das mache? Ganz einfach. Gucke mal hier. Gute Freunde wollen wir bleiben. Gute Freunde. Scheiß auf gute Freunde da. Gute Freunde vorbei. Will ist immer noch tief verletzt von den [musik] Seitensprüngen seiner Ex-verlobten. Werd nicht sauer w wenn ihr wirklich zweimal verarscht worden seid. Ist so. Na ja, habe ich keinen Bock mehr drauf. Wo die Liebe hinfällt kann man nur sagen. Es kommt neues Schlof rein. Die kommt h nicht mehr rein. Ich suche mir eine neue Wohnung und damit ist gut. Ich lebe jetzt mein Leben. Alter. spielt keine Rolle. Kann dein wo der Pferbeck ist Hauptsache Gefühle passen. Soll ich verpissen? Während sich Willi Jahren mit dem Single Dasein anfreunden muss, genießen Stefan und Carola das süße Leben zu zweit. Hier Carola habe ich ein ganzen Fotz Pudin für dich gemacht. Wie lange warst du Single, bevor du die Carola wieder getroffen hast? Single. Ich war doch nicht Single, [gelächter] sondern ich hab ja auch eine andere Freundin. Das heißt, ich bin seit 18 Jahren in einer Beziehung mit einer fast leichten Frau. Ja, die Beziehung, die läuft nicht mehr so, wie sie laufen soll. Also habe ich mich umgeschaut, habe Carola wieder entdeckt und seitdem habe ich versucht mit Carola zusammenzukommen und jetzt bin ich wieder mit ihr zusammen. Carol jetzt in Drecksbezierung oder was? Und was sagst du dazu? Begeistert bin ich das nicht. Ich muss es akzeptieren, anders geht's ja nicht. Und du akzeptierst es auch. Ja. Und das findet die richtig oder was? Und das findet die ganz normal. Kann die von mir aus hören wie Bild ist mir auch scheißegal. Lass du weiter rumhuren ist mir auch egal. Carola sieht gut aus. Carola ist lustig. Die Frau ist einfach nur für mich gestorben. Es gibt so vieles an Carola, was ich mag. Ganz ehrlich gesagt einfach nur abschauen. Im großen und ganzen bin ich mit dir zufrieden. Weißt du, ich habe mir vier Jahre lang den Arsch aufgerissen. Ich war das mir ein vier Jahre lang habe ich mir den Arsch aufgerissen und dann krieg ich das so hier lang. Auf ihren Balkonen sind Carola und Willi Feuerzeugwurf voneinander entfernt. Doch emotional trennen sie mittlerweile Welten. Komis gute Freunde bleiben hier. Hat am Kopf oder was? Aber eins, aber eins gönne ich dir und das gönne ich dir vom Herzen, dass sie irgendwann mal kontrolliert wird und ist weg. Das heißt wie kontrolliert und ist weg. Ja, weil sie ein Haftbefehl draußen hat, weil sie ja nicht auf ihre auf ihren auf ihre Geldstrafe, die ja auch auf meine Kosten lief, ne, nicht reagiert hat, weil ich doof hab ja auch noch Geldstrafe für mich bezahlt. Da sind immer noch 1500 € offen und das und da ist und da ist nichts mehr und ist nichts mehr gezahlt worden. Wegen wiederholten Schwarzfahrens wurde Carola vor einiger Zeit zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt. Das Urteil ist jetzt 150 Tagesätze zu je 20 € zahlen immer bis zum ersten des Monats. Wie viel Geld ist das insgesamt? Boah, das kann ich nicht beurteilen. Bezahlen [musik] erst recht nicht. Das musst du damals Willly übernehmen. Ich bin noch mal glüflich davon gekommen. Wenn ich jetzt weiter schwarz fahre, gehe ich in den Knast. Ausen doch bereits nach Carolas erstem Seitensprung vor 5 Monaten hat Willi die Zahlungen eingestellt. Ich habe jetzt den Dauerauftrag von meinem Konto runtergeholt, was die hatte wegen wegen wegen dem Schwachsen wegen der Strafe. Das habe ich jetzt weggemacht, weil ich sehe nicht mehr eines, aber sind nicht mehr zusammen. Also warum soll ich noch bezahlen? Carola hatte die Wahl, die Strafe abzusitzen oder durch sozialstunden abzuarbeiten. Sie hat sich für Letzteres entschieden und sich bei einer gemeinnützigen Organisation vorgestellt. Ist das erste Leben? Das ist mein erstes jetzt seit 34 Jahren. Eigentlich habe ich gar keinen Bock darauf, aber ich muss es ja machen. Die 34-jährige hat noch nie gearbeitet. Ihre Einstellung blieb auch dem Leiter der Einrichtung nicht lange verborgen. Freundlichkeit ist wichtig, Kommunikation ist wichtig. Wenn mir jetzt ein Kunde blöd kommt, das ist dann normal, dass ich dann auch ein bisschen lauter werde. Vom Bauchgefühl her würde ich sagen, äh sind ja skeptisch, ob die Carola das bei uns schafft. Doch die verurteilte Schwarzfahrerin hatte sich auch um keine andere Stelle bemüht. Jetzt droht dir der Knast. Hast man noch mal was gehört? Na, ich habe jetzt nur gehört, dass der abgesagt hat. Jetzt muss ich abwarten, was die sagen. Dann hast du da Angst, dass da irgendwie Knast kommen könnte? Ja, Angst habe ich schon. Du musst keine Angst haben. Ich werde morgen zur Bank fahren. Werde das mit deinen Zahlungen in Angriff nehmen, dass ich dann die Raten für dich zahle. Der hat ja auch mal gesagt, der möchte auch 50 € gerne bezahlen, aber wovon möchte gerne bezahlen? Problem ist dabei, der der lebt ja der lebt ja selber von anderen. So, dann möchte ich ger möchte ich da mal gerne wissen, wo der das Geld hernehmen will. Ich regel das für dich. Meinst du, meinst du ich will, dass du abgesenhaft und wenn das so sein sollte, wäre mir eigentlich pie egal. Also, ich habe wirklich Angst, wenn die Polizei irgendwie kommt. Du weißt du, du musst versuchen, dich normal zu verhalten, ob nichts passiert. Mhm. Manchmal, wenn du die siehst, da rutscht dir so das Herz in die Hose. Ganz ehrlich, wenn ich jetzt in Knast gehen würde, würde ich das nicht hertragen. Macht dir da drum keine Danten. Die soll bei ihrem Opa bleiben, wo wo sie vielleicht glücklich hat oder sonst irgendwas. Soll mir alles scheißegal sein. Von mir aus von mir aus kann sie machen, was sie will. Ja, da müssen wir irgendwie gucken, dass wir das jetzt auch auf die an die Kette kriegen. Egal wie. W auch wenn das alles schwer wird. Oh nee, da fahren eine Freunde. Tschüss, du [ __ ] Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Carola hinter Schloss und Riegel kommt. Wir werden sie weiter begleiten.
In Deutschland gehen knapp 1,4 Millionen Ruheständler immer noch arbeiten. Auch die 75-jährige Waltraut aus Ludwigshafen ist ein Opfer der Altersarmut und sucht dringend [musik] einen Job. Ja, heute ist ein besonderer Tag. Heute habe ich eine Bewerbung. Mal sehen, ob es klappt. Bewerbungsgespräch natürlich. Ja. Hat das dann geklappt mit dem Bäcker? Ja, da gehe ich jetzt hin. Ohne zusätzliche Einnahmen kann sich die Rentnerin nicht einmal eine Fahrkarte leisten, um ihren Sohn in Köln zu besuchen. Bin ich so aufgeregt? Es geht jetzt los. Eine in ihrem Stadtteil ansässige Bäckerei sucht aktive Ruheständler als Aushilfen. Die Arbeit hier könnte Waltrau zumindest etwas aus ihrer Armut befreien. Wie viel Stunde können Sie arbeiten? 20 Stunden der Woche. Wenn wir Montag bis Sonntag, dann passt's. Willst von Montag bis Sonntag arbeiten? Ja, wann soll jemand brauchen? Ja, von 22 Uhr bis 4 Uhr. Nicht schlecht. bin ich gewohnt vom Taxifahren. Mm. Ja, da war es von 16 Uhr bis 4 Uhr. Warum nicht? Jetzt wollen sie auch noch wissen, warum ich mich bewerbe. Ja, dann sch ich ihn, weil die Rente nicht täuscht. Trotz über 40 Jahren im Berufsleben kann Waltraut nicht von ihrer Rente leben. Sie ist auf einen Job angewiesen. Schön, dass Sie da sind, Jungs Gespräch. Dann gehen wir gerade mal dahin ins Büro. Okay. Wird die Bäckereichefin Stefanie Görz der 75-Jährigen eine Chance geben? Es ist schon komisches Gefühl jemand gegenüber zu sitzen, dass meine Tochter sein könnte und die muss ich bitten um ein Job, aber [musik] so spielt das Leben. Wann sind Sie denn geboren? 5.142 42 Hatten Sie schon mal eine Bewerberin in dem Alter? Nein. [musik] Hatte ich noch nicht. Nein, aber sie sehen sich noch jung genug jetzt was Neues vielleicht zu beginnen oder anzufangen. Bin ich gezwungen. Gezwungen ist auch Sie haben irgendwie eine Minirente oder? Am Ende habe ich halt noch so zwischen 3 400 €. Okay, klar. Suchen Sie da was auf Vollzeit, auf Teilzeit, auf 450 € Basis? Was? 50 € doch auf 450 € Basis noch was dazu zu verdienen. Mhm. Wald müsste in diesem Fall keine Abgaben zahlen und hätte am Monatsende 450 € mehr auf dem Konto. Also, ich finde es sehr bemerkenswert äh, dass die Dame in ihrem Alter äh die Energie noch aufbringt, auch nachzuarbeiten und das ist nicht alltäglich. Ist in nächster Zeit vielleicht ein Job verfügbar? Also, wir hätten die Möglichkeit eben halt in den Verkauf auszuweichen oder in der in dem Küchenbereich. Sie haben ein Stundengehalt. Das Stundengehalt kann ich Ihnen momentan anbieten von 10 €. Müss aber einfach mal in dem Praktikum abklopfen. Lass also Küche wä, das wäre doch eine Option. Also, das ist doch ganz gut. Wald fällt ein Stein [musik] vom Herzen und auch die Bäckereichefin ist optimistisch. Ja, mein Eindruck ist sehr gut. Also, das ist eine ganz fitte aktive Person und äh ich kann mir das sehr gut vorstellen und dann würde ich sagen, wir sehen uns dann nächste Woche am Dienstag. Am Dienstag? Ja. Okay. Danke schön. Wald, du hast ein Praktikum mit einer Option auf eine Stelle. Was sagst du? Super. Ich bin sprachlos. Ich bin einfach sprachlos. Ja, dann rückt auch die Fahrt für man, also für die Fahrkarte Firman Sohn näher. Der 450 € Job könnte Waltrauts finanzielle Notlage etwas mildern. Wir helfen ein normales Leben zu führen. Ich bin jetzt bestimmt die älteste Praktikantin Rheinlandfalz. Ganz Deutschland würde ich nicht sagen, aber bestimmt Rheinlandfalz und ich freue mich. Die 75-jährige ist guter Dinge, doch sie weiß, dass sie beim Probetag überzeugen muss.
Stuttgart. Hier findet heute eine Demo gegen Nationalismus statt. PK Th T Thor ist mit einem Kumpel aus Heilbronn angereist und trifft hier auf weitere Gleichgesinde. Alter, oh mein Gott, eine [ __ ] Alter, lange nicht gesehen. Wie geht's dir? Man scheiß gut. Das ist mein Enkelkind. Das ist Hotel. Wir haben einfach recht viel Zeit zusammen verbracht eigentlich jeden Freitag, jede freie Minute im Wochenende haben wir in Parks gechillt, gesoffen. Von Frote bekommt er sogleich seine Ausstattung für die Demo. So, was ist das? Das was ich brauche. Ich weiß nicht, wie es abläuft. die fallen auf die Bull irgendwas machen. Der 28-Jährige möchte später nicht erkannt werden. Was er genau auf der Demo plant, will er nicht verraten. Ich mach's einfach generell für mich einfach aus Sicherheitskunden. Und wofür musst du dichern? Ist egal. Das möchte ich auch nicht so sagen, weil es der Öffentlichen kalten Scheiß angeht. Sagen wir so ist einfach, wenn erwischt wird, läuft wird's nicht so cool für ihn und deswegen versucht das soweit zu vermeiden, wie es geht. So, auf geht's. Wahrscheinlich kleiner lass die gerade sein und nicht. Das liegt einfach daran, dass ich einfach mir keine Gedanken drüber mache, was passiert oder sonst was. Was? Wenn es passiert, passiert's, wenn ich dann nicht. Ich lass einfach auf mich zukommen. Und was heißt, wenn passiert? Wenn es auseinandersetzung gibt, kommt's halt und Freay kommt kommt halt, aber warum? Man braucht sich nicht drauf vorbereiten, weil jetzt meistens unerwartet kommt. [musik] Eigentlich soll es sich um eine friedliche Demo handeln, doch Thor und seine Kumpels scheinen mit Randalen zu rechnen. Irgendwas beachten lassen. W gerne mit Pfeffersprägel. Kann eskalieren, kann auch nicht eskalieren. Ist schon. Oh, da brauchst nicht nachzählen. Das ist zu viel. Ja, allein das Dub weiß ja noch was war da bin ich mit der Polizei wieder angelegt. Wie laufen sonst Demos ab bei euch? Wie natürlich kommt drauf an wie die Leute sind, wie das Umfeld ist, wie viele vom von unseren Leuten dabei sind, wie die ganze Stimmung einfach was auch die wie auch die gegenüber sind gegen Demonstranten da sind. Ich weiß gar nicht, ob heute welche geplant sind. Weiß nicht erstmal nichts bekannt. Was heißt gegen demonstranten? Ja, das Fahrschuss auftauchen und dann dann wird's lustig. Ja, das Tor hat Ausgang. Tor geht dann spielen versuchen dahinzukommen und mich mit denen zu prügeln. Deutschland sollte frei sein von allemanzie und von all dem ganzen Zeugs. So, wir müssen jetzt aber runter. Muss die nächsten beiden noch holen. [musik] Tor ist in der Pankerszene gut vernetzt, auch wenn längst nicht alle, die heute kommen, so radikale Einstellungen haben wie er. [musik] Was läuft sonst so? Ich mache jetzt aus Fahrraad für Veranstellungstechnik und läuft schon. Ja, und ich haben andere Einstellung teilweise in der Hinsicht zum Thema Arbeiten. Für mich ist arbeiten wichtig, verdien damit man Geld. Ich wusste schon immer, dass ich ein PK werde und das mach, wozu ich Lust habe. Ist dir der Start egal? Der Staat ist mir generell scheißegal, was der macht. Aber hat ja schon. Ja, das ist Geld. Das andere für dieses Geldhart arbeiten scheint ihr nicht zu interessieren. Tor gefällt sich als Außenseiter und auch zwischen den bunten Demonstranten wirkt er wie ein Fremdkörper. Das ist Europa gegen Nationalismus und ich mach bei sowas mit, weil ich einfach meine Meinung auch frei vertreten will. Ich gehe einfach nur mein Spaß haben. Mehr sage ich nicht. Was genau er unter Spaß versteht, darüber hüht sich der 28-jährige Punk in Schweigen. Sag ich nicht. Sag ich nicht. Hi, hi, error error. Das kann ich nie sagen, wie es abläuft. Also ein Oon. Alle O sagen. Oh. Ja, das sind aber Sachen, die ich nicht so raushaue. Nee, ist egal. Das zeig ich wirklich nicht. Kann unter anderem Knacht bedeuten, weil es auch Vandalismus ist, weil ich gemacht habe. Du musst lauter reden. Willst du es wieder machen? Ja. Ja, aber ich habe dir nicht gesagt, was ich gemacht habe. Wer sagt, dass ich das gemacht habe? Ich lass mich dabei nicht erwischen. Außer das eine mal wegen Beamtenbeleidigung scheiß wieder ich. Mach mal Antasiter an. Habe ich leider keine YouTube, ich hab keine Internetulente dainten. Blauweißer Partybus. Tor will seinen Spaß. Doch für die meisten anderen hier ist die Demo gegen rechts ein ernstes Anliegen und so gehen seine Provokationen in der Masse der friedlichen Teilnehmer unter. Ich laufe jetzt hier noch bis zum Ende mit und dann mal gucken, was noch kommt. Ich weiß es nicht. Pogo Pinguine Pinguine Pinguine Pinguine. Pogo Stadt Polizeieinsatz. Die erwarteten Krawle bleiben aus. Doch dies war sicher nicht Tors letzte Demo.
Immer mehr Menschen sind von Altersarmut bedroht, auch Waltraut aus Ludwigshafen. Sie muss mit 75 Jahren noch arbeiten und hofft auf einen Aushilfsjob in einer Bäckerei. Ich habe heute Probearbeiten und ich hoffe, dass alles gut geht und ja, schauen wir mal. Bin ein bisschen aufgeregt, aber ist normal. W es wichtig, dass es klappt? Ja. Ja, schon. Wä schon wichtig. dass man noch ein kleines bisschen Leben kann. Doch [musik] um den 450 € Job zu bekommen, muss ich die Rentnerin heute im laufenden Betrieb bewehren. Guten Morgen, mein Name ist Wald. Okay, kommen Sie gerade hier die Tür rein? Ich komme ih k [musik] guten Morgen. Kommen. Mein Name ist Krüber. Mein Name ist Walraut. Ja, ich hab Kleinung dabei. Ja, Waltraut ist gelernte Verkäuferin und Krankenschwester. Sie war LKW und Taxifahrerin. Doch in einer Bäckerei hat sie noch nie gearbeitet. Das ist auch manchmal für uns so, wenn wir da stehen, das sind so viele
Handgriff, Handgriff. Auf einmal, die man manchmal auch nicht schafft, und das wird schwer. So, wir hier. Mein Name ist Waltraut. Mein Bag. Also, hier sind alle Zutaten, die wir benötigen zum Belegen. Okay, das kommen hier Zettel raus. Da steht auch genau drauf, was gemacht werden muss, und ihr sagt Ihnen dann auch Bescheid, was gemacht werden muss. Okay. Hat du schon mal jemand eingearbeitet in diesem Alter, in dem hohen Alter? Nee, das ist nur [gelächter] nur jung, nur jung. Ja, das ist was ganz Neues jetzt für mich. Also, in der Branche habe ich noch gar nichts gemacht. [musik]
Vor den Augen der Kunden muss Waltraut Snacks in Akkordzeit zubereiten. Zeit zum Verschnaufen bleibt ihr da nicht. Wir haben zwei Zettelchen. Eine Ra ist Natur ohne nicht. Einmal und dann, wenn sie ja noch einmal so gut. Trotz [musik] Stress muss jeder Handgriff sitzen. Wir müssen noch zwei Portionen machen. So. Ja. Ja, bisschen so, so.
Waltraut hat über 40 Jahre gearbeitet. Während andere längst ihren Ruhestand genießen, muss sie noch einmal von vorne anfangen. Sie jetzt, sie mal nicht komplett, das ist zu viel. Dann machen wir so. Das ist schon stressig, wenn so viele Bestellungen auf einmal kommen. Man kennt sich überhaupt nicht aus. [musik] Ich weiß zwar, wie man Brötchen schneidet, ja, aber was der Belag ist, das ist ja neu, und da kommt dann Stress auf.
Waltraut braucht dringend einen Job, um über die Runden zu kommen. Doch hier kommt sie an ihre Grenzen. Einmal Putte, Käse, Putte, Käse und einmal Paprika. Okay, man muss halt jetzt Mittagszeit schon ein bisschen Akkord arbeiten. Ja, manchmal ist so viel, aber nee, so klappt noch so. Okay. Und die Paprika kommt hier.
Zeit für Fehler gibt es im hektischen Mittagsgeschäft nicht. Das spürt auch Waltraut. Ist gut, hä? Nee, ich würde schon sagen, im jungen Alter ist das schon ein bisschen leich mit leichter, aber das geht ein bisschen schneller von der Hand. Die 75-Jährige gibt sich alle Mühe, aber reicht das? Darf ich kurz rausbitten? Was mal kurz besprechen.
Die Chefin möchte zuerst von der erfahrenen Kollegin erfahren, wie sich Waltraut geschlagen hat. Ich habe gutes Gefühl, dass ich denn wechsel anfangen und was sagst du? Ja, das ist erste Tag und wenn Bestellung ist und so, dann ist bisschen schwer. Ja, grundsätzlich wissen wir, dass es hier sehr stressig ist und das ist hier sehr schwer hat trag, wenn es nicht klappt. Ja, aber ich glaube, ich muss ja traurig sein. Ich glaub wirklich, es klappt. So, sie kommen mal mit mir mit. Okay, dann besprechen wir mal kurz, wie wird die Entscheidung ausfallen? Konnte Waltraut trotz ihres Alters überzeugen?
Also, nach meiner Einschätzung sehe ich sie in der Theke jetzt nicht einfach, um das ist ein großer Stressfaktor hier in dieser Filiale und das wird schon hart. Ist ein bisschen schard jetzt so für mich, aber ich habe mal bestes G und fertig. Das ist halt ew in meinem Alter ist man etwas langsamer. Das ist nicht nur in ihrem Alter, da gibt's auch genug Junge, die da anfangen zu strudeln. Also, aber es ist einfach wird sehr, sehr stressig.
Waltraut kann ihre Enttäuschung nicht verbergen. So, gibt's vielleicht eine andere Alternative, dass man nicht gleich sagen muss, nein. Ich könnte mir es gar nicht vorstellen. Wir haben hier eine schöne Kinderwachsstube, wo auch ein bisschen ältere Damen hier arbeiten, wo mit den Kindern zusammen backen, da kommen Schulklassen. Da könnte ich mir es eigentlich sehr gut vorstellen. Es geht so ab Oktober los. Ab Oktober. Genau. Und da würde ich mir der Chefin vielleicht mal Rücksprache halten. Das könnte ich mir eigentlich gut vorstellen. Das wäre vielleicht das Optimale für mich. Und [musik] so endet das Probearbeiten doch noch mit einem kleinen Hoffnungsschimmer für die Rentnerin, auch wenn sie sich so viel mehr gewünscht hätte.
Ja, gut. Ich wollte eigentlich mit dem erste Geld meinen Sohn in Köln besuchen, aber das klappt jetzt ganz. Ich denke vielleicht in der Weihnachtszeit, dass ich dann hoch kann. Waltraut muss ihre Besuchspläne noch etwas aufschieben, doch sie lässt sich nicht unterkriegen.
Berlin. [musik] Jährlich zieht es Tausende für ein neues Leben in die Hauptstadt. Benjamin wollte hier als Rapper groß rauskommen, [musik] doch in drei Monaten ist nichts daraus geworden. Heute geht es zurück an den Bodensee. Hast schon viel gepackt? Ja, ist alles schon weg. Soweit. Hab noch ein bisschen was im Schrank. Paar Sachen noch. Die Müll war waren schon hier. Ich pack nur meine Sachen, was ich eben mitgebracht habe. Legst du Wert so auf Markenklamotten oder wie ist das so bei dir? Trag nur Marken. Ich habe keinen Grund dafür. Ich trage einfach nur Marken so, weil ich kann. Und wie kannst du es? Wie finanzierst es? H 4 und so. Aber davon lassen sich ja wenig Markenklamotten kaufen. Ja, keine Ahnung. Es geht trotzdem.
Für den passenden Auftritt hat der Harz 4 Empfänger noch andere Einnahmequellen. [musik] Ich mache Grafiken, Logos und Cover so für andere. Schwarz. [musik] Genau. Benjamin lebt auf Staatskosten und verdient sich illegal noch etwas dazu. Sieht das aus bei dir? Hast du Schulden? Ja, auch alte Schulden, viele alte, aber ich habe Dings Privatinolvenz angemeldet vor dem Jahr. Wie hoch sind die Schulden? 10.000. Ja, alles mögliche kommt da rein. Was, was soll ich da sagen? Ich habe keine Ahnung. Und das ist alles ewig her. Und warum machst du es über die Privatinsolvenz und steht es nicht ab? Ja, warum soll ich? Ist do viel einfacher so. Du hast das Geld ja auch ausgegeben. Ah ja, aber so kriege ich doch geschenkt. Kann halt nicht jeder so schlau sein.
Bevor der HZ 4 Rapper auf Staatskosten zurück an den Bodensee fliegt, steht noch die Wohnungsübergabe mit seiner Vermieterin Sebille Deuk an. So, wird jetzt die Übergabe machen. Okay. Bei so einer Wohnungsübergabe achte ich darauf, dass alles sauber verlassen wird, dass die Wohnung sozusagen stumen rein abgegeben wird, nicht versüfft. Sehr schön. Alles gut, alles wunderbar. Ich bin zufrieden. Was hast du jetzt für? Ich gehe jetzt wieder am Bodensee und dann gehe ich erst mal zu meinem Bruder. Ja. Und wohnst bei ihm Zeit lang? Genau. Hat das Vorteile, wenn man Miete hat, wo direkt das Geld vom Jobcenter kommt? Für mich eigentlich eher nicht. Also, ich bin eher der Meinung, dass die Leute eine Arbeit finden können, wenn sie wollen. Ich habe selber zwei Kinder, zwei erwachsene Kinder und die haben es auch gemacht und ich denke, das kann jeder hinkriegen, denn Jobs, eigentlich gibt's genug Jobs, man muss sich halt ein bisschen bemühen als Mensch.
Doch Benjamin konzentrierte sich lieber auf seine Musik, bisher ohne Erfolg. So, das war's mit Berlin. Wir sehen uns in Konstanz. Ob die Rapperkarriere dort besser läuft, ist allerdings mehr als fraglich.
Berlin. Schätzungen zufolge leben hier bis zu 10.000 Menschen auf der Straße und nicht alle davon sind arbeitslos. [musik] Ich bin Elma, 47 Jahre alt, arbeite für 1200 € netto bei einer großen Gebäudereinigungsfirma und bin leider obdachlos. Ich gebe alles dafür, dass ich so schnell wie möglich eine Wohnung finde.
Trotz Arbeit findet der Gebäudereiniger auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine Bleibe. Die auf hohen Kosten für Obdachlosenheime muss er mit seinem Einkommen selbst tragen. [musik] Ich bin jetzt seit vier Jahren obdachlos aufgrund dessen ich vorher in einer Schimmelwohnung gelebt habe. Da war Schwarzschimmelbefall gewesen. Die Gesellschaft hat sich nicht drum gekümmert, hat mich dann herauskomplimentiert. Es gab ein Verfahren, was ich verloren habe und seitdem wechsle ich die verschiedenen Einrichtungen.
Ein Leben auf der Straße kommt für den 47-Jährigen nicht in Frage. Aktuell lebt er in einer Notunterkunft am Containerbahnhof. Ich möchte deswegen nicht auf Straße schlafen, weil ich schlechtweg auch Angst habe. Immer häufiger werden obdachlose Opfer von Gewalt. Sie werden getreten, bespuckt und sogar ermordet. In den letzten Jahren haben sich die Straftaten mehr als verdoppelt.
Die Wärmelufthalle am Berliner Containerbahnhof bietet 120 Obdachlosen einen sicheren Schlafplatz. Das mit der Wohnungssuche gestaltet für mich auf jeden Fall sehr schwierig, denn sobald ich angebe, dass ich obdachlos bin, habe ich überhaupt keine Chance mehr. Warum nicht? Weil man ja immer wieder auf die Vorurteile zurückblickt. Obdachlose sind nicht sauber, obdachlose trinken und so jemanden möchte man dann natürlich nicht in den vier Wänden haben, die man ja eigentlich vermieten will.
Die Wärmelufthalle, ein Projekt [musik] der Berliner Stadtmission, gibt es seit über 5 Jahren. Auf etwa 1000 befinden [musik] sich nicht nur Wasch- und Schlafräume. Die Hilfesuchenden erhalten hier auch medizinische Betreuung und soziale Beratung. Kabine 1 und Bett 1D. Genau. Dann kriegst du noch deine Essensmarke. Da darfst du dir dann vorne was holen. Die Übernachtung ist kostenlos. Ebenso wie eine warme Mahlzeit am Abend. Abend. Und wie geht's? Mir geht's gut. Und selber? Danke auch. Hast du Hunger? Ja, bitte.
Das Leben auf der Straße ist eigentlich nur erbarmungslos. Man trägt immer auf beiden Schultern. das Vorurteil auf der einen Schulter und die eigene Arbeit oft auf der anderen. Unabhängig davon racker ich mich jeden Tag für eine Gesellschaft ab, die mich eigentlich ablehnt. Mit einer Arbeit und festem Einkommen ist Elma hier in der Unterkunft allerdings die Ausnahme. Was machst du beruflich? Also, ich bin Gebäudereiniger. Und was verdient man da so? 10,56 €. Das ist bei uns Tariflohn in der Firma. Also du arbeitest den ganzen Tag und schuffest dich da zu Tode und kannst dir keine Wohnung leisten. Nee, leider nicht, weil die Mietpreise mittlerweile so steigen, dass man es nicht mehr bezahlen kann. [musik] Ja, ist wirklich schlimm. Mein Gehalt ist zwar für mich ausreichend, das Problem ist nur, eine Sozialwohnung würde ich nicht kriegen, weil ich mit 100 € drüber liege. Aber auf dem freien Wohnungsmarkt würde ich auch nichts kriegen, weil ich dafür wiederum zu wenig verdiene und weil da andere dabei sind, die da wesentlich mehr verdienen als ich.
Dennoch gibt der 47-Jährige den Traum, wieder eine eigene Wohnung zu haben, nicht auf. Und was sind jetzt deine Pläne? Also, ich habe mir hier in Berlin schon so viele Wohnungen angeguckt, aber keine davon bekommen. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich ein Umzug in Betracht sehe. Ich habe eine Idee, wohin. Ich habe sehr gute Freunde, unter anderem in Halle an der Saale und vor allen Dingen die Wohnungen sind bezahlbar und es gibt genügend davon.
In der nächsten [musik] Folge Besichtigungstermin in Halle. Elma hat die Chance auf eine Wohnung. Doch seine Vergangenheit holt ihn ein. Wenn Sie die Wohnung aber wirklich haben wollen, benötige ich eine Vorfahr wieder Bescheinigung. Und der Langzeitarbeitslose Oliver spart, wo er kann, am liebsten an der Kleidung. Und das System ist korrupt. Das System ist kaputt und der Arbeitsmarkt ist im Eimer. Ich habe ihn nicht kaputt gemacht und ich sehe nicht ein, warum ich für die Fehler anderer Leute mich auch noch kaputt machen muss. Nein, ich lebe.