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Macht Geld glücklich? | unhappy - Ronja von Rönne | ARTE

Irgendwas mit ARTE und Kultur25:47

Transcription

[Musik] Studien haben ergeben, dass wenn wir die Frage beantworten wollen, macht Geld glücklich, viel entscheidender ist, wie viel wir auf der hohen Kante haben, als was unser monatliches Einkommen ist. Das hat vor allem etwas damit zu tun, dass Sicherheit ein ganz wichtiger Aspekt ist, wenn es um das Thema Geld geht, den wir uns mit dem Ersparten ja sozusagen erkaufen.

Ich wünsche mir, dass die Lebenszufriedenheit der Menschen in einer Gesellschaft wie der deutschen oder der französischen genauso in den Fernsehnachrichten verkündet wird, wie die monatlichen Zahlen des Wirtschaftswachstums. Immer wenn ich mal wieder so eine Story über einen Lotto- oder Kryptomillionär lese, der sein ganzes Geld verprasst hat und jetzt unglücklich in der Gosse liegt, denke ich mir: Warum ist Fortuna so ein blindes Huhn? Ich wüsste genau, was ich mit dem vielen Geld alles anstellen würde, um glücklich zu sein. Zumal es einige aktuelle Studien gibt, die zeigen, mehr Geld kann unter bestimmten Umständen eben doch glücklich machen. Wie das geht, will ich in dieser Folge herausfinden. Dafür treffe ich zwei Menschen, die zwar heute beide ziemlich viel Geld haben, aber auf ganz unterschiedliche Weise dazu kamen.

Die eine ist eine Selfmade-Millionärin Jasmin Taylor. Floh mit 17 aus dem Iran nach Deutschland, lernte mal eben Deutsch, machte Abi, finanzierte sich selbst das Studium in den USA, arbeitete nebenbei und verdiente später noch mehr Geld mit einem Reiseunternehmen. Der andere wuchs in der Nähe von Rücken bei seiner alleinerziehenden Teenager-Mutter auf. Feder Holz war als Kind ein Außenseiter in der Schule. Geld ist auf knapp, dann wird er mit nur 22 Jahren zum besten Pokerspieler der Welt und quasi über Nacht zum [Musik] Millionär.

Der Lebensstandard in Deutschland hat sich seit den 1950er Jahren ungefähr vervierfacht, und glauben Sie jetzt, dass wir viermal so glücklich oder viermal so zufrieden sind wie unsere Großeltern? Und pustekuchen. Lange Zeit hat die Forschung die Annahme gehabt, dass mehr Geld nur dann glücklicher macht, wenn das in einem Bereich bis etwa 75.000 € im Jahr liegt als Familieneinkommen. Heute wissen wir, dass das nicht so ist, sondern dass tatsächlich auch jenseits dieser Grenze, die wir lange angenommen haben, noch ein Zusammenhang zwischen Glück und Geld besteht.

Wenn ich mir vorstelle, ich hätte mit Anfang 20 plötzlich eine Million auf dem Konto gehabt, so wie Fedor. Alter Logo, hätte mich das glücklich gemacht? Also jetzt mal direkte [Musik] Zeugenbefragung. Ohne Zigarre ist irgendwie nich. Ich setze F. Wie viel muss ich dann setzen? Kannst entweder wegschmeißen oder auch 5, 6. Schmeck. Schmeiß gar nichts [Musik] weg. Angefangen Poker zu spielen habe ich mit 15, 16 mit Freunden. Da haben wir um Eurobeträge, kleine Eurobeträge gespielt. Dann habe ich so mit 17, 18 angefangen, sehr viel Poker zu spielen. Ich habe mein Studium abgebrochen, dann mit 19 habe ich angefangen, so ein bisschen Geld damit zu verdienen, genug zumindest, dass ich paar Tausend hatte. Und dann in dem Jahr 2013 habe ich meine erste Million gemacht. Was war das für ein Gefühl? Das war geil. Das war rich [Musik] geil. [Applaus] [Musik] [Applaus] [Musik] Champion. [Musik] B, B, du hast keinen einzigen Chip mehr. Fucking loser. Wenn man so eine Stange Geld verdient, wie lange hält das Glücksgefühl dann an? Ich bin recht schnell von 20, 30.000 zu 300.000 und sehr schnell von 300.000 zu einer Million. Also und diese Momente waren crazy Kicks. Aber das ist dann so, wenn man es gewinnt, dann danach crazy, dann vielleicht ein, zwei Tage und dann ist es so, so grundlegend nice. Aber nicht jetzt, dass ich, dass man zwei Wochen später bin ich nicht aufgewacht und hat mir gedacht: Oh mein Gott, gib mir eine Million, ich verspreche dir, ich bin jahrelang glücklich damit. Ja, weiß ich [Musik] nicht.

Bei der hedonistischen Tretmühle geht es um folgendes. Es gibt da ein paar bekannte Studien, die zeigen, dass Leute, die im Lotto viel Geld gewinnen, also richtig viel, am Ende nicht glücklicher sind. [Musik] Egal was mit uns passiert, wir kommen immer wieder auf ein hedonistisches Grundlevel zurück. Das kann kurzzeitig ansteigen, z.B. wenn etwas Tolles passiert, aber dann senkt es sich wieder auf das Ausgangsniveau. Glück ist ein Signal für eine positive Veränderung und mehr Geld zu bekommen, das nehme ich als einen Kick wahr, aber wie das mit Kicks halt so ist, die halten nicht lange vor. Ich habe Bekannte, die ziemlich wohlhabend sind, sie sind Millionäre und die sagen mir, dass sie arm sind, dass sie sich dies und jenes nicht leisten können. Das ist sehr verwirrend für mich, denn ich denke: Warum hast du dann so viel? Ein Grund ist, wenn du versuchst, mit deinem sozialen Umfeld oder bestimmten Freundeskreisen mitzuhalten oder einen bestimmten Status haben willst, dann versuchst du immer, ein wenig mehr auszugeben und [Musik] Okay, ich habe es verstanden. Verflixte Tretmühle. Aber stimmt schon. Mit 21 gab es meinen ersten Buchvertrag. Ich bin direkt runter zum Kiosk und habe drauf angestoßen. Mega [Musik] Glücksgefühl. Im zweiten Buch dachte ich schon vorher an die Verkaufszahlen. Beim dritten ging es dann um Filmrechte und die Frage: Wird es ein Bestseller? Jedes Mal war ich unfassbar glücklich für den Moment, aber der Druck, den Erfolg zu wiederholen und sogar zu steigern, war schon am nächsten Tag da.

Die Preisfrage ist also: Wie kommen wir da raus? Das ist wirklich eine gute Frage. Das ist genug. Das, was am besten hilft gegen die hedonistische Tretmühle, ist, dass wir Erfahrungen variieren. Das heißt also, dass wir beispielsweise immer wieder unterschiedliche Wege gehen, dass wir nicht immer das Gleiche kaufen, wenn es um das Thema Geld geht, sondern versuchen auch hier Variation reinzubringen, und dass wir eben versuchen, Geld eher für Erfahrungen und auch neue Erfahrungen auszugeben, als Geld für Gegenstände, an die wir uns eben deutlich schneller adaptieren als an [Musik] Erfahrungen.

Mehr. Wo müssen wir hin? Oben, oben. Hallo, L. Nicht stören. Von uns. Eure Wohnung. Der arme Trillionär. Wie du siehst, noch nicht aufgemacht. Wo geht da lang? Da geht's hoch. Danke. Wow. Das gehört auch noch dazu. Das gehört alles dazu. Ich geh einfach K. Nice. Und ein Pool. Wie verlief deine Pokerkarriere? Zu Anfangs lief es nicht sehr gut am Anfang. Es gab immer wieder diese Momente, wo ich dann was gewonnen habe, mal 2, 2, 4, 5.000 € und dann dachte so: Okay, jetzt, jetzt, jetzt bin ich gut genug. Und das ist schon, glaube ich, Erfahrung, die sehr wichtig ist zu merken, so ja, Ergebnisse sind nicht unbedingt die Sache, die den Unterschied machen, sondern es geht halt viel darum, einfach eine gute Routine zu haben, gut in dem Spiel zu sein und nicht einfach Glück zu haben. Was hast du gemacht, um besser zu werden? Ich habe sehr viel Zeit investiert in diverse Dinge. Also ich hatte einen Masseur, den ich regelmäßig gesehen habe. Ich hatte einen Sportwissenschaftler, mit dem ich gearbeitet habe. Ernährung hat eine sehr große Rolle gespielt, weil es darum geht, genug zu essen, aber auch nicht voll zu sein. Grenzt ein Biohacking. Ja, ich meine, im Grunde, es ist, ich meine, es ist wie andere Hochleistungssportler, wo es darum geht: Okay, ich habe jetzt hier 12 Stunden, dann muss ich top performen. Wie, wie mache ich das? Wir haben Hinweise darauf, ich sage jetzt mal, wenn wir jetzt den ganzen Berg hochgelaufen sind und dort oben ein Getränk trinken, dass es belohnender sein kann, als wenn wir einfach so unten ohne diese Bemühung machen. Aber auch der umgekehrte Effekt, wenn man einfach große Belohnung bekommt, ohne dass man dafür was machen muss, kann auch ja sehr zufriedenstellend sein. Wir haben Hinweise darauf, dass es von Person zu Person unterschiedlich ist, also weniger von Situation zu Situation, sondern es gibt Leute, die fühlen sich viel wohler, wenn sie das erarbeitet haben, andere Leute nicht.

Erarbeitet oder nichts. Tretmühle hin oder her, was auf jeden Fall gilt: Luxus ist nur mit Geld möglich und den genieße ich jetzt mal zusammen mit Jasmin. Und du warst Jahren nicht mehr Friseur? Nachher. Ganz [Musik] ganz niedlich siehst du aus mit dem hübschen. Welche Bedeutung hat Haare machen in deinem Leben? Große Bedeutung. Also ich habe, als ich auch eine Studentin war, als ich zur Schule gegangen bin und nicht viel Geld hatte, habe ich immer viel Geld für Friseur ausgegeben, weil ich mich immer danach total wohlfühle. Ich sag immer, Friseure sind Psychologen. Also ich sehe nicht nur besser aus, sondern ich fühle mich auch viel, viel besser. Lifehack Friseur, hast du gehört? Magier. Also es ist hier selbstverständlich, aber für viele Kulturkreise ist es ein Luxus, dass man seine, dass man ihre Haare schön macht und so auch rausgeht und das genießt. Gibt's noch so andere Luxussachen, die so sein müssen oder die, wo du dich danach einfach besser fühlst? Einige Sachen, wenn ich Urlaub mache und mir ein schönes Hotel buche, wenn ich dann am Meer bin oder in den Bergen. Ja, ganze Menge. Ein schöner Ring. Das ist die persische Prinzessin. Alles Diamanten. [Musik] Ja, verschiedene Studien haben ergeben, dass es durchaus so ist, dass wenn wir uns etwas Besonderes gönnen, was quasi nicht unserem Alltag entspricht, was wir selten erleben, dass das etwas ist, was einen positiven Unterschied macht. Man muss aber dazu sagen, das ist ein sehr kurzfristiger Effekt.

Dass Jasmin jetzt so entspannt ihren Wohlstand genießen kann, war nicht immer so. 70-Stunden-Wochen, Nervenzusammenbrüche, schlaflose Nächte. War es das wert? Gab Momente, wo du irgendwie gar nicht mehr konntest und irgendwie öfters? Ja, jeder starke Frau oder starke Mensch hat auch Momente, wo sie eben nicht mehr kann. Z.B. ich habe unten gearbeitet und dann war mir einfach zu viel, aber ich wollte das Gesicht wahren und immer noch als starke Frau da gehen. Dann bin ich nach oben gekommen, hab runtergeheult, hab hier meine Gesicht gewaschen, bisschen Lippenstift drauf gemacht und dann ja, losgedüst, so als wäre nichts passiert. Krone richten, weitermachen. Genau. Und manchmal auch diese Krone, die dann zersplittert war, wieder zusammenkleben, bisschen wackelig aufziehen und sehr vorsichtig gehen, damit ich all. Krass. Ja, ja. Aber war es das alles wert? Es ist immer wert, zu kämpfen, weiterzumachen. Ja. Es geht um den Wettkampf, ums Gewinnen. Es geht darum, den anderen zu schlagen. Wir alle sehen, dass Menschen, die viel Geld verdienen, bestimmte Annehmlichkeiten und Privilegien genießen. Sie werden auch respektiert. Die Leute schauen zu ihnen auf, wollen in ihrer Nähe sein, und das treibt uns an. Wir sind Lebewesen, die andere Menschen nachahmen. In einer sehr schönen Studie wurde beispielsweise nachgewiesen, dass dafür, um so einen Glückszuwachs zu erleben, wie ein Single, der in eine erfüllte Partnerschaft hineinfindet, wir eine Gehaltserhöhung um 767% bekommen müssten.

Das ganze Haus gehört dir. Ja. Wie alt warst du, als du dir das gekauft hast? Auch schon ziemlich alt. Ja, das war vor, das war 2010. Wie alt war ich? Wo denn vor 13 Jahren? Genau. 66 minus 13. Siehst du, war ich schon ziemlich alt, als ich das gekauft habe. Okay, ich habe noch eine Chance. [Musik] Ja, sieht super [Musik] aus. Also, ich habe noch nie gedacht, ich bin reich. Was? Nein. Schau dich mal um. Nee, das ist, ich habe noch nie gedacht, dass ich reich bin. Also, es ist komisch, weil ich habe auch noch nie wirklich gefühlt gehabt, dass ich dann erfolgreich bin. Das kenne ich. Das Gefühl, dass man das Gefühl hat, man hat eigentlich noch nichts geleistet, man müsste eigentlich noch. Deswegen könnte ich glaube ich nie meinen Erfolg genießen, weil es immer so: Okay, also man hat noch nicht mal dieses Ziel erreicht und dann: Wie geht's weiter? Wie geht's weiter? Das klingt anstrengend. Dau. Mega anstrengend. Du lebst nie im Jetzt und Moment. Das klingt schrecklich. Nicht schön. Ja, so ging es mir viele, viele Jahre. Und jetzt, ich habe, ich habe jetzt mega viel Qualität in meinem Leben, weil ich das nicht mehr habe. Ich lebe zumindest 80% im Jetzt. Es ist mir noch nicht gelungen, 100% im Jetzt zu leben, aber über 80% lebe ich im Jetzt und genieße viele kleine Sachen. Also ich genieße einen Spaziergang, ich genieße, wenn ich dann halt im Garten sitze, ich genieße zusammensein mit meinen Freunden und Family. Ganz anders als früher. Alles Dinge, die umsonst sind. [Musik] Ja, das ist mein altes Büro. Hello, hello. Hier war früher meine Firma. Jetzt ist vermietet. Mit dem auf. Cool. Du dein Geld selber verdienst, wäre das auch okay gewesen, wenn du einfach jemand Reichen geheiratet hättest oder im Lotto gewonnen oder so? Ja, so viel Glück hatte ich nicht gehabt. Se Richtige im Lotto habe, aber also, aber mit dem reichen Mann heiraten war nichts. Also das war, ich habe nie darüber nachgedacht und wollte auch nicht. Man sieht jetzt ja, da so diesen Pool. Für mich war Pool immer das Symbol von: Man hat es geschafft. So, Pool ist so das Statussymbol. Waren dir solche Symbole wichtig und waren dir so Luxussachen wichtig? Es war für mich, waren Zeiten, wo ich sehr markenaffin war, aber ich bin es nicht mehr. Wie kam es dann zu dem Wechsel? Früher hatte ich ja diese Zeit nicht gehabt. Ich bin immer gerannt, immer gerannt, immer, immer hinter die Ziele, die wir uns, die ich mir selbst auch zum Teil gesetzt habe, immer gerannt. Und ich glaube, das war so ein Preis für diese Defizite, ja, und dass man sich dann halt irgendwie, dass man sich in diese Bubble dann wohlfühlt und sich sich auch so eine Bubble aufbaut, wenn man sonst wenig andere Sachen [Musik] hat. Du hast irgendwann auch mal aufgehört zu spielen. Woran lag das? Hat dich das nicht mehr glücklich gemacht? Ich hatte eine Vorstellung davon, was es bedeutet, ein Pokerspieler zu sein, und das war halt eben: Ich bin einer der besten der Welt, ich spiele alle Turniere, die es gibt, und das ist halt mein, das ist halt mein Ding. Und das habe ich gemacht. Und ich habe gemerkt, dass es eigentlich halt andere Dinge sind. Mir ging es immer sehr darum, wie kann ich mich da weiterentwickeln? Und ich habe diesen Sommer eben mich sehr wenig weiterentwickelt und einfach nur Geld gemacht. Nach 8 Wochen kam einfach die Realisation: Ich habe das jetzt gemacht. Ich habe jetzt im Schnitt 12 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, jeden Tag gespielt. Ich habe sehr viel Geld verdient, aber ich hatte das Gefühl, ich bin mit weniger Energie rausgegangen, als reingegangen bin. Und das war für mich einfach ein ganz krasses Signal, so: Hey, das will ich so nicht weitermachen.

Wir haben im Laufe der Jahre einige Studien entdeckt, die gezeigt haben, dass wenn Menschen dazu aufgefordert wurden, Geld mit anderen Menschen zu teilen, danach viel größerem Glück empfunden haben. Ich war sehr skeptisch darüber und meine Motivation war, das im Gehirn zu untersuchen. Und was wir sehen ist tatsächlich, dass es Belohnungssystem aktiviert. Danach und die Menschen berichtet haben, dass sie viel glücklicher sind. Im Leben geht es nicht darum, was nur gut für mich ist. Es geht darum, etwas beizutragen, etwas, das über einen selbst hinausgeht. Der Sinn im Leben besteht nicht darin, sich selbst oder seine Lieben weiterzubringen. Es geht darum, die Welt besser zu machen. Glaubst du, mit dem Wohlstand wächst auch die Verantwortung, die man für andere hat? Es heißt ja immer so: Gib jemandem Geld und du siehst seinen wahren Charakter. Wenn man schon so viel Glück hat und Geld verdienen darf und man darf mehr vererben, als man selbst braucht, dann ist ja der natürliche Werdegang, dass man diese Geld mit anderen teilt. Geteiltes Geld, doppeltes Geld. Das ist meine Devise. Kein guter finanzieller Ratschlag, aber einer fürs Leben. Du hast auch ein Buch geschrieben. Um was geht's darin und wie kam es dazu überhaupt? Es geht sich um die politische Anklage in der jetzigen Situation im Iran, aber nicht nur jetzige, sondern seit 44 Jahren. Ich beleuchte die Gesetze, wie systematisch und super organisiert das Leben von Frauen noch schwieriger gestalten, als bereits ist. Die Erlöse gehen an die Familien, ihre Lieben im Gefängnis sind und nicht arbeiten können und somit können sie dann ist eine Hilfe, dass sie dann ihren Lebensunterhalt verdienen. Aber ich möchte auch als Mikrokredit an Frauen geben, damit sie dann sich selbständig machen können und dann Geld zurückbezahlen, damit das Geld wieder dann an anderen geht und so diese Schneeballsystem.

Hat ja die Vermächtnisstudie zeigt ja, wie wichtig das Soziale den Menschen ist. Also an einsamer Spitzenstellung ist das Wir-Gefühl. Danach kommen die Gesundheit und dieses Materielle. Und besonders viel Geld zu verdienen, das sagen die Leute, es ist mir wichtig, aber eigentlich sollte mir das gar nicht so wichtig sein. Also sie kritisieren sich in diesem Bereich selbst, was ich interessant finde. Also sie sind geldgeiler, als sie tatsächlich sein wollen. Und sie unterschreiben dann aber der Gesellschaft, dass die Gesellschaft insgesamt doch sehr stark auf Geld abfährt. Und da ist natürlich so ein Kritik an unserem kapitalistischen System, dessen Opfer man dann mehr oder weniger ist, sehr stark formuliert. Meine Frau ist Australierin und sie hat einen ganz besonderen australischen Wein, den sie wirklich liebt. Das letzte Mal, als wir dort waren, haben wir eine Flasche mitgebracht. Neulich hatten wir ein Abendessen mit Freunden, die nach einem australischen Wein gefragt haben. Zuerst haben wir gedacht: Oh ja, den haben wir, aber wir wollen es euch nicht sagen. Aber dann dachten wir: Das ist verrückt. Es ist eine Freude, das mit euch zu teilen. Wir werden zusammen einen schönen Abend und ein schönes Essen verbringen. Es war einfach so viel schöner, als wenn wir alleine getrunken und uns betrunken hätten. Es war einfach eine wirklich schöne Sache.

Ja, wir sind oft kleingeistiger, als wir wahr haben wollen, und daran ist nicht der böse Kapitalismus schuld. Also ein guter Vorsatz, der uns garantiert glücklicher macht: Bei der nächsten teuren Flasche Wein oder irgendeinem anderen guten Stück, raus damit und teilen. Nächste Runde geht auf [Musik] mich. Geld zu geben, das macht glücklich. Das wissen wir aus mehreren sehr schönen Untersuchungen. Eine der besten stammt von der kanadischen Psychologin Elisabeth Dunn und die hat eine Glücksfee bei Menschen, die damit gar nicht gerechnet haben, klingeln lassen. Und in den einen Haushalten hat sie gesagt: Du kriegst hier 50 €, unter einer einzigen Bedingung, du musst das Geld bis heute Abend ausgegeben haben. Beim anderen hat sie gesagt: Du kriegst 50 €, aber unter der Bedingung, du musst das Geld bis heute Abend verschenkt haben. Wenn man dann die Menschen am Abend gefragt hat, ähm, wer glücklicher ist, dann waren es regelmäßig die Menschen, äh, die das, die anderen eine Freude damit gemacht haben. Ich würde sagen, genug Geld zu haben, jederzeit das machen zu können, was ich möchte, das macht mich extrem glücklich. Und das war ein absoluter Gamechanger in meinem Leben. Äh, mich frei bewegen zu können, mich in neue Themen zu stürzen, neue Dinge zu lernen, meine Wohnung, dass meine Familie sich keine Sorgen machen muss, dass ich essen kann, was ich will. Das sind alles so kleine Dinge, die mich, ja, die mich sehr glücklich machen. Und darüber hinaus habe ich gemerkt, bewegt es recht wenig. Und ich glaube, das ist auch so die Essenz, die wichtig war für mich zu lernen, dass es, wenn diese Dinge gegeben sind, dann, dann steigt es nicht linear, dann werde ich nicht immer und immer glücklicher mit mehr Geld, sondern sind dann einfach kaum noch Dinge, die eine große Veränderung [Musik] herbeiführen.

So richtig gut umgehen mit Geld konnte ich ja nie. Zumindest war ich im Ausgeben bisher besser als im Mein. Aber wie sagt Jasmin so schön: Geteiltes Geld, doppeltes Geld. Sich und anderen etwas gönnen, das macht glücklich. Lebensziel allein an dem zu bemessen, was ich mir leisten kann, nicht. Na ja, damit bin ich zumindest schon mal auf dem halben Weg zum glücklichen [Musik] Leben.