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Touching story about an unusual encounter | B1-B2 | + vocabulary

Learn German Through Story21:15

Transcription

Hallo, hallo, liebe Deutschlerner! Schön, dass ihr wieder dabei seid!

In der heutigen Lerngeschichte geht es darum, was alles aus einer kurzen, zufälligen Begegnung mit einem Menschen auf der Straße entstehen kann. Hört euch die Geschichte auf jeden Fall einmal ohne Text an und lest sie am Ende des Videos noch einmal aufmerksam – mit ganz viel Spaß!

Lass mich euch eine Geschichte erzählen, die vor kurzem einer guten Freundin von mir passiert ist. Sie heißt Barbara, ist 28 Jahre alt, von Beruf Ernährungsberaterin und eine echte Natur- und Hundeliebhaberin. Barbara ging mit ihrem Hund Rüdi spazieren, so wie sie es jeden Tag tat. Es war noch relativ früh am Morgen, und der Park war noch fast menschenleer.

Als Barbara und Rüdi den Hauptweg des kleinen Parks entlang gingen, kam ihnen ein älterer Mann entgegen. Er trug ein paar Einkaufstaschen, die wirklich schwer zu sein schienen. Der ältere Mann war sichtlich außer Atem; er hielt alle drei bis vier Schritte an, um tief Luft zu holen, und Barbara sah, wie sehr er sich mit den Taschen mühte. Sie sprach ihn an: „Guten Tag, kann ich Ihnen beim Tragen helfen?“

„Oh, das ist aber ein freundliches Angebot, aber bitte machen Sie sich keine Umstände, junge Frau.“

Barbara bestand jedoch darauf, dem Mann beim Tragen zu helfen: „Das macht mir keine Umstände, ich helfe Ihnen gerne.“

Der Mann führte sie zu seinem Haus, das nicht sehr weit von Barbaras Wohnung entfernt lag. Das Haus war wunderschön gelegen, mitten im Grünen; es hatte einen großen Garten, um den sich aber scheinbar niemand kümmerte. „Ist das Ihr Garten?“, fragte Barbara.

„Ja, er gehört mir. Er ist ein wenig verwildert, seit meine Frau vor zwei Jahren gestorben ist, habe ich ihn nicht mehr gepflegt.“ Barbara spürte, dass der Mann sehr einsam war. „Ich heiße Barbara. Wie ist Ihr Name?“

„Sehr angenehm, mein Name ist Wolfgang.“ Barbara hatte das Gefühl, dass Wolfgang lange mit niemandem gesprochen hatte. Er ging ins Haus und holte ihr eine Tasse Tee – grünen Tee mit Honig.

Die Begegnung mit Wolfgang machte Barbara nachdenklich. Sie dachte darüber nach, wie Wolfgang wohl lebte, was er den ganzen Tag machte, hatte er Enkelkinder, die ihn manchmal besuchten? Barbara dachte auch an den riesigen Garten, der an Wolfgangs Haus grenzte.

Am nächsten Morgen rief sie ihn dann an: „Guten Morgen, wie geht es Ihnen?“

„Na ja, es geht schon“, antwortete Wolfgang. „Ich habe eine Idee: Ich würde Ihnen gern mit dem Garten helfen. Ich könnte ein oder zweimal pro Woche kommen und Ihren tollen Garten ein wenig in Schuss bringen.“

Wolfgang war sehr überrascht über dieses Angebot: „Wollen Sie wirklich Ihre kostbare Zeit mit meinem verwilderten Garten verschwenden?“

„Das ist keine Zeitverschwendung für mich, ich liebe Gartenarbeit und habe auch genügend Zeit.“

„Na gut, wenn es Ihnen auch Spaß macht, kommen Sie gern vorbei.“

Barbara kam am nächsten Tag vorbei. Sie arbeitete etwa zwei Stunden in Wolfgangs Garten. Bis dieser Garten richtig schön aussieht, braucht es viel Arbeit. Sie genoss es außerordentlich. Danach wurde sie kurz zu einem Tee ins Haus eingeladen. Dort bemerkte sie, dass in Wolfgangs Kühlschrank gähnende Leere herrschte: ein Stück Butter, ein paar Scheiben Käse und einen Saft – mehr gab es nicht. Wahrscheinlich vermied er den relativ weiten Weg zum Supermarkt, weil seine Beine schmerzten.

„Ich könnte einfach schnell zum Supermarkt gehen und ihm ein paar Dinge kaufen.“

Eine halbe Stunde später stand sie mit dem Einkauf vor seiner Tür. Zum ersten Mal sah sie ein kleines Lächeln auf Wolfgangs Gesicht, das sonst so ernst war.

„Haben Sie vielen Dank, Barbara! Das ist wirklich sehr freundlich von Ihnen. Ich weiß wirklich nicht, wie ich Ihnen danken kann dafür.“

„Nicht das, ich habe das total gern gemacht. Rufen Sie mich an, wenn Sie Hilfe brauchen.“

Ein paar Tage später bekam Barbara einen Anruf. Es war Wolfgang. Sofort hörte sie, dass er krank war.

„Haben Sie sich erkältet?“

„Ich glaube, ich habe eine Grippe, nichts Schlimmes. Ich wollte Ihnen eigentlich nur sagen, dass Sie diese Woche besser nicht zur Gartenarbeit kommen. Ich will nicht, dass Sie sich anstecken.“

Barbara steckte sich eigentlich fast nie bei jemandem an. Sie hatte gerade für sich selbst ein Hühnchen in den Kochtopf gelegt. Dann dachte sie: Hühnersuppe gibt Kraft, wenn man krank ist. „Ich bringe einfach Wolfgang einen Teil der Suppe; für mich ist das ganze Hühnchen sowieso viel zu viel.“

Die stärkende Hühnersuppe tat Wolfgang gut. Zum ersten Mal fing er an, ein bisschen mehr von sich zu erzählen. Er erzählte, dass er 20 Jahre lang auf einem Schiff gearbeitet und viele Länder bereist hatte.

Als es ihm wieder besser ging und das Fieber abgeklungen war, schlug ihm Barbara einen kurzen Spaziergang vor. Sie gingen eine kleine Runde im Park, und Barbara begleitete Wolfgang wieder nach Hause. Rüdi war natürlich auch dabei.

Einmal im Monat traf sich die Hausgemeinschaft des Hauses, in dem Barbara wohnte; sie berieten dann zusammen Dinge, die sie gern verbessern oder gemeinsam organisieren wollten. Barbara erzählte von ihrer Begegnung mit Wolfgang und dem großen Garten, in dem sie regelmäßig arbeitete. Die Nachbarn schlugen vor, am Wochenende einen kleinen Arbeitseinsatz in Wolfgangs Garten zu machen. Schon nach kurzer Zeit war das Ergebnis überwältigend. Gemeinsam stießen Barbara und ihre Nachbarn mit Wolfgang auf den Garten an.

Als alle gegangen waren, schaute ich mir noch mal die Blumenbeete an: Alles wuchs wirklich sehr schön. Der Garten war eine richtig kleine Oase inmitten der Stadt geworden. Zum Dank lud Wolfgang die ganze Hausgemeinschaft zum Grillfest ein. Er hatte ganz allein eine Menge leckeres Essen und Grillfleisch besorgt; auch an Rüdi, meinen Hund, hatte er gedacht. Ich sah das Glück in seinen Augen; er genoss die Gemeinschaft sichtlich, und auch wir alle waren sehr glücklich.

Jetzt schauen wir uns zusammen noch einmal die wichtigsten Vokabeln und Ausdrücke an. Wenn du das Video bis hierhin magst, lass doch einen Like da! [Musik]