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[Musik] So geht man nicht mit Stahlarbeiter und mit seinem Mitarbeiter um. Da ist eine Frechheit, dass hinter den verstossenen Türen solche Entscheidungen getroffen werden. Was jetzt gerade läuft, das geht absolut überhaupt nicht. Hinhalte Taktik ohne Ende.
[Musik] Mich will ja keiner mehr nehmen. Also und das was ich gelernt habe Stahlkocher. Es geht nicht nur um einzelne Standorte und Salz.
[Musik] Es muss wieder Ruhe kehren. Ja, nicht nur hier bei uns in diesem Unternehmen, aber auch in diesem in unserem Wirtschaft. Und wir müssen weder an Deutschland denken, an die Wirtschaft denken und an die Menschen denken.
Die deutsche Stahlindustrie ist in der Krise. Rund 600.000 Arbeitsplätze sind gefährdet. Thyssenkrupp in der größten deutschen Stahlhochburg Duisburg hat gerade einen Hochofen abgeschaltet. Der zweite soll bald folgen. Stahl aus Deutschland ist immer noch gut, aber nicht mehr konkurrenzfähig. Asien und allen voran China überfluten den Markt mit billigen Produkten gleicher Qualität.
Wir sehen, Deutschland ist in Europa noch der der größte die größte Stahlnation. Also in keinem europäischen Land wird mehr Stahl hergestellt als in Deutschland. Aber die anderen Nationen, gerade Asien, Indien bauen massiv Kapazitäten auf. Also es wird Wettbewerb da sein und es wird halt die große Frage sein, rechnet sich Stahlproduktion in Deutschland? Also kann man mit der Stahlproduktion in Deutschland Geld verdienen? Stand jetzt ist die Antwort nein.
Es kriselt schon seit Jahren. Anfangs war der Chinastahl wegen seiner schlechten Qualität verpönt. Die Asiaten haben gelernt und entwickelt. Viele Stahlhändler vertreiben nun Asienstahl mit guten Gewinnen. Naumanns Stahlhandel in Neuss bei Düsseldorf nicht. Jeden Tag werden hier zich Tonnen Stahl zugeschnitten und ausgeliefert. Sie haben sich auf hochwertigen Stahl Made in Germany spezialisiert. Aber täglich sehen Sie die Angebote aus China, aus Indien. Riesige Mengen zu unschlagbaren Preisen. Man merkt natürlich, dass die Preise in unserem Segment unter Druck sind. Es macht sich natürlich auch in unseren Ergebnissen bemerkbar und natürlich heißt das für unseren Eigentümer, lässt sich so ein Geschäft in Deutschland noch vernünftig betreiben.
Drei Forderungen werden von der Industrie aufgezählt, die sich ändern müssen. Erstens Industriestromkosten, die sind viel zu hoch. Dann müsse der europäische Markt mit wirksamen Zöllen vor dem Stahl aus Asien geschützt werden. Und schließlich Nummer 3: Der Wandel zu grünem Stahl muss auch politisch unterstützt werden.
Um all das ging es im Stahlgipfel im Kanzleramt und auf alles gab es eine Antwort. Wir haben verabredet, dass wir hier alle Anstrengungen unternehmen und verstärken die Energiepreise in Deutschland zu senken. Das gilt insbesondere für diese Industrie, die das dringend braucht. Ich finde richtig, dass wir den regelbasierten Handel immer nach vorne stellen, aber wir dürfen am Ende nicht die Dummen sein. Und wenn wir sehen, dass andere sich rausklinken aus diesen internationalen Abkommen, müssen wir uns auch stärker fragen, wie den Schutz der europäischen der heimischen Industrie hochfahren können.
Grünstahl und die Nachfrage nach Grünstahl, öffentliche Beschaffung hatten Sie angesprochen. Auch das ist, glaube ich, ein Thema, was sehr deutlich geworden ist, auch bei den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, dass das Thema der der grünen Leitmärkte auf Landesebene äh unterstützt wird.
Es gab aber noch mehr zu hören. Das Wichtigste für den Finanzminister, dass die Vertreter der Arbeitnehmer wohl kein Blatt vor den Mund genommen haben. Sich das bewusst zu machen, dass hier gerade die Beschäftigten in der Stahlindustrie zu denen gehören, die sich jeden Tag anstrengen, die fleißig sind, die arbeiten, die sich an die Regeln halten, die nie gegen Regeln verstoßen haben, die in den modernsten Stahlwerken sogar arbeiten, weil man sich mit der Transformation schon auf den Weg gemacht hat und trotzdem die Ungewissheit zu haben, ob der eigene Arbeitsplatz in den nächsten zehn Jahren noch sicher ist, das ist etwas, was tief prägt.
Kämpfen können die Stahlwerker. Das haben sie schon 1988 bewiesen, als in der ersten großen Stahlkrise das Werk in Reinhausen geschlossen wurde gegen alle Widerstände. Heute morgen vor der Krupp-Verwaltung in Duisburg-Rheinhausen. Die Frühschicht hat die Arbeit niedergelegt, protestiert gegen die geplante Schließung des Stahlwerks. Der Krupp-Vorstandschef wird mit Eiern beworfen. Die Stimmung ist explosiv. Empörung und ohnmächtige Wut bei den Arbeitern. Man soll die aufhängen, die Gangster. So sieht das aus. Das haben wir jahrelang malocht und jetzt wir schmeißen uns vor der Tür, wo unser Knochen da gelassen haben. Das ist eine ganz große Sauerei. Ganz mies scheiße, die machen uns platt. Eine ganz große Sauerei, was sich da abspielt. Ja.
Und beim ersten bundesweiten Stahlgipfel vor einem Jahr waren alle Standorte mit großen Delegationen dabei. Stahl ist auch Dillingen an der Saar. Im Sommer hat hier Philipp Lyon seine Ausbildung begonnen. Er setzt alle Hoffnungen auf die Zukunft der Stahlindustrie. Das ist Familientradition. Meine Mutter, mein Papa und mein Opa waren schon bei der Dillingen Hütte. Mein Papa hat genau den gleichen Beruf gelernt wie ich. Ja, dann habe ich mich dafür interessiert. Habe ich glaube letztes Jahr ein Praktikum bei der Dillingen Hütte gemacht und das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht und da habe ich mich dann beworben für die Ausbildung.
Hier wird sogar schon an der Anlage für den grünen Stahl gebaut und auch hier setzen Sie Hoffnungen in den Gipfel und auf den Wasserstoff. Wenn wir diesen Umbau nicht machen würden, wäre das Ende der Stahlindustrie. Dann können wir die CO2 Kosten nicht mehr tragen und deshalb müssen wir diesen Umbau machen.
Die Chronik der August-Thyssen-Hütte in Duisburg 1966 hieß: "Die Feuer verlöschen nie." Ob das so bleibt, hängt auch davon ab, ob zeitnah umgesetzt wird, was heute in Berlin versprochen wurde. Ja.