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SAG MIR, woher mein traditioneller GESANG kommt?

datteltäter22:12

Transcription

(Gefühlvoller Gesang) (Rhythmische Musik) (Schnarrender Gesang) (Rhythmische Musik)

Guten Tag. Hallo. Ja. Helge Schneider taucht am häufigsten auf.

(Verzwickte Laute) Irgendwie so. Käsebrot ist ein gutes Brot.

(tief:) Hallo Kinder. (Keckerndes Lachen) Und ich sage euch, es war so lecker. Das geht mir total auf den Sack. Mann, ey! Wie ich ihn damals immer gehört hab, so wie Elmer Brandt im Radio. Ähm ... unser nächster Gast kommt aus dem Sauerland, ja. Dann wuchs das über 40, 50 verschiedene Stimmen raus. Man nähert sich schrittweise an.

Was ist deine größte Leidenschaft? Musik. Ich bin um Musik rum aufgewachsen. Ich spiele ein bisschen Ukulele, aber ... Hallo, nice. Nee, ich singe tatsächlich. Ja, Musik war immer zu Hause. Nice, es geht um Musik heute? Beide meine Eltern sind Musiker, ich hatte immer Musik um mich rum. Ich mag alles, was groovt, was mich irgendwie bewegt. Ich mag aber auch Metal. Ich mag auch klassische Musik. Egal aus welchem Land, traditionelle Musik ist spannend. Und zwar wird heute eure Aufgabe sein, traditionelle Gesänge zu erraten. Und zwar aus welchen Ländern sie kommen.

(beide:) Mm. Gut, dann gehe ich jetzt wieder, ne? Dann gehst du. - Tschüss. Wow, das ist ja spannend. Ah. Guten Abend, liebe Kinder.

(Sie trällert erwartungsvoll.) (Sie singt den Schluss nach.) Fuck yeah. Hello! Let's go. Ich bin gespannt. O wow. Uh, spicy. - Nice. Ha ... Ich hab Fußstapfen gehört. Da kommt jemand.

(Angespannte Klänge) (Belebte Musik) (Aufgeweckter Gesang) (Er spricht lautlos.) (Aufgeweckte Musik) (Musik verklingt.) Ey! - Erst mal Applaus. Bravo! Das hat sich Tschiribimbom gut angehört. Also ich bin mir da zu 99 Prozent sicher. Mein erster Gedanke war Niederlande. Jiddisch. Wir haben auf jeden Fall beide deutsche Wörter gehört. Ich war irgendwo in Österreich. Weil wir sind ja auch ... oder in Wien oder so. Aber Niederlande finde ich jetzt besser. Ich hab mich irgendwie gefühlt, aber auch wie in den Bergen. Ja ... Hallo. Oh, es sind zwei Leute. Ich muss sagen, ich hab blond mit blauen Augen erwartet. Okay, und war es auch ... War es Klezmer? Das ist nicht so direkt Klezmer, das ist ein traditioneller Song. Ist es aus Österreich? Nein, nicht direkt. Ist es Israel? - Nicht aus Israel. Es gibt da deutsche Wörter in so bulgarischen Richtungen. Nächster Guess wäre gewesen Georgien. Nein. - Okay. Sag's uns. Okay, die Sprache heißt Jiddisch. Und Jiddisch ist eine Sprache, die wurde von den Juden in Zentral- und Osteuropa gesprochen. O mein Gott, ja! Bei Communities. Das ist nicht so ganz 100 Prozent klar, von welchem spezifischen Land es kommt. Es wurde gesungen bei jüdischen Communities. Sag mal, wie heißt das Lied? "Tschiribim Tschiribom". Ach so, da hätte ich draufkommen können. Egal, okay, die nächste Runde wird jetzt richtig gut. Ich bin gespannt.

(Freches Kichern) Ein schönes Spiel übrigens.

(Gespannte Klänge) Ist das Pink? - Ja.

(Gefühlvoller Gesang) (Gefühlvoller Gesang) (Gesang verklingt.) Wow. - Wow. Wow, wirklich. Ich wollte nicht, dass es aufhört. - M-m. (Seufzen) Das kann ewig so weitergehen gerne. - Mhm. Boah. Fast kurz geweint. Fast. - Ja. Ich bin auch kurz durch ein emotionales Rollercoaster definitiv gegangen. Also ich habe sehr viel Türkisch rausgehört. Wenn das jetzt the Voice of alle Kulturen wäre, We want you! - We want you. Danke schön. - Danke auch. Es war, wie du siehst ... Ich habe keine Ahnung, was du gesungen hast, aber ... Ah, Gott, ey. Geil. (Er lacht.) Tu ... Tu der Welt einen Gefallen, wir hören nie wieder auf damit. Brauchst du eine Umarmung? - Ja, komm. Ey, krass, was hast du für eine Kontrolle? Hilfe! Krass. Was immer das war, aber ich habe es offenbar gebraucht. Wow! - Zoom, zoom, zoom! (Lachen) Sehr schön. Mein erster Gedanke war Türkisch. Sprichst du die ersten paar Wörter? Was war das?

(Sie singt gefühlvoll.) Boah, das ist geil. Also wie so eine Flöte. So eine Querflöte, aber groß. Liegen wir richtig? Ja? - Ja, ja. War Türkisch, ne? - Ja. Das berührt mich so. Das kann ich gar nicht ... Ich verstehe es nicht, wieso. Ja. Aber es macht was. Ich habe mit mir gerade gerungen. Ich habe deine Reaktion ziemlich gefeiert. Worum geht es in dem Song? Ja, es geht eigentlich darum, dass eine Frau gestorben ist, und zwar die Frau eines Mannes. Und er ihr sagt: "Steh wieder auf." Also: "Wach auf, meine Geliebte, wach auf." Bei dem Ding, da möchtest du dich eigentlich gleich zu der Frau legen. Das ist so tief traurig. Ich finde, das war gerade noch mal so ein Beweis, dass du nicht Musik verstehen musst, um es zu fühlen. Ich wusste halt nicht genau, worum es geht, aber das war voll ... es hat mich echt ... Aber man hat gehört, dass es ein deepes Thema war. Direkt. - Also, es war ganz, ganz klar. Obwohl ich die Sprache nicht verstehe ... - Mhm. Dass sich diese Emotion trotzdem so stark überträgt. - Ja. Für mich ist sowieso Musik eine komplett andere Sprache. Ja, ja. Ich finde, Musik ist auch eine Sprache, die uns Menschen, egal welcher Nationalität oder Tradition wir zugehörig sind, total verbinden. Absolut. Weil es komplett auf unseren Emotionen basiert. Bei der türkischen Musik ist es halt so besonders, weil türkische Musik sind so etwas wie Trostlieder. Menschen haben diese Lieder erschaffen, kreiert, weil sie sich selber Trost spenden wollten. Weil sie irgendeinen Kummer in sich getragen haben und es nicht in Worte äußern konnten. Oder nicht wussten, wie sie das verarbeiten sollten. Und Musik war für sie ein Ausdruck von ihrer inneren, emotionalen Welt. Wie lange singst du schon? - Ich singe seit meiner Kindheit. Mhm. Aber ich habe das einfach geerbt. Ich bin ein bisschen traurig jetzt. - Ja. Aus meiner kulturellen Erziehung kann ich nur mitgeben, dass man eigentlich zu jedem Anlass gerne singt. Weil es spendet Freude, indem es Verbindung schafft. Das habe ich gemerkt. Connected. Danke schön. - Wie heißt du? Ruwaida. Oh! Ruwaida! Danke auch. Das könnt ihr doch mit mir nicht machen.

(Gespannte Klänge) Aha, die Lichtstimmung ändert sich.

(Tiefer, meditativer Gesang) (Gesang wird wabernd.) (Gesang wird schnarrend.) Okay. - Wow. Bravo. Also es kam jetzt sehr unerwartet. Ich wusste jetzt nicht, welche Sprache. Also sprachlich ganz eindeutig ... Nein, Quatsch. (Lachen) Es ... Das war ... ich weiß nicht, wie man es genau nennt. Ich kenn das unter dem Begriff Kehlkopfgesang. Das ist auch eine Form von Obertongesang. Wo so ein Beat ein bisschen eingebaut war. Das war dann so ... Irgendwann hab ich den Rhythmus gecheckt. Dann wollte ich Beatboxen. Aber ich wollte auch den Moment jetzt nicht zerstören.

(Tiefer, meditativer Gesang) Hä? - Okay. Noch nie gehört. - M-m. Asiatisch, würd ich sagen. Und Asien ist groß. Also, wenn ich's jetzt irgendwo hinzuordne, dann klingt's für mich aber auch irgendwie so Mongolei. Wahrscheinlich irgendwas Mongolisches. Klingt für mich nach einem Ort, der richtig kalt werden kann. Es gibt diese Band, diesen Song (Unverständlich), die machen so ähnliche Sounds, wenn sie singen. Hallo! - Hallo! Ähm, Mongolei. - Mongolei. Möchtest ... - Ja. Richtig. Richtig? Hey! Aus der Mongolei! Ich hab Mongolei gesagt! Wie gut! Oh, krass! - Krass! Du hast alles nachgeholt, was wir vorhin so verkackt haben. Hey, cool! - Wir sind doch gut. Das ist eine mongolische, sehr alte, sehr spezielle Gesangstechnik. Also, mongolische Khoomi, diesen Stil, kommt aus Westmongolei, vom Altai Gebirgen. Und in meiner Vorstellung ... hab ich einen Mann gesehen auf einem Pferd, der so Fell um seine Schulter hatte. - Uh! Und so ein krasses Gewand mit so einem Mantel um so einem Ding auf dem Kopf. Dann hab ich an die Mongolei gedacht. Weißt du, was krass ist? Ich hab mir das Gegenteil vorgestellt. Mann hab ich mir vorgestellt, aber der so am Schwitzen ist. Während er singt, und es ist so richtig warm und tropisch. So hab ich mir das vorgestellt. - Krass! Deswegen, als du meintest, kalt, war ich so, oh ... Okay, mhm. Ich hab was ganz anderes gesehen. Wenn man das gut trainiert, hörst du, wie so ein Pfeifen noch oben drüber liegt. Die Mongolen entwickeln das mit dem Natursound und auch mit den Tieren. Ja. - Wir sind die Nomaden. Geräusche, vielleicht die Mongolei, die Gebirge, Wind oder so. Wie klingt der Wind? (Tiefer, gleichbleibender Ton) Diesen Grundton ist auch (Unverständlich). Jaja, das klingt schon so luftig. Ganz am Anfang, das heißt "Herkra". - Mhm. Und auf Deutsch, also "Tiefton" oder "Basston". Aber ist das eher Erde? - Ja. Ah, siehst du? So. Wie klingen Tiere? - Zum Beispiel, ähm ... Die Ziegen. (Er imitiert eine Ziege.) Das war ein Wolf. Ja, oder ein Pferd. (Zitternder Laut) So ist ein Pferd. Also, der Sound ist sehr natur- und ... Danke schön. - Danke. Danke schön. - Danke dir. Mongolei, wie bin ich da drauf gekommen, Alter? Jawoll. Jetzt kommt wahrscheinlich so ein Heavy-Metal-Screamer. ♪ Cut my life in two pieces. Wir sind ganz Ohr.

(Gefühlvoller Gesang) (Gefühlvoller Gesang) Bravo! - Wow. Auf jeden Fall auch ein krass, krasse, dynamische Stimme. How to tell which language that was? It sounded English. I have no idea either, because I feel like ... there was not a lot of words. Iranian, Iranian as well. Iran. - Ja. Weiß ich nicht, also rein sprachlich, klanglich. Yeah, it was more like vocals. Yeah, it was more vocals and more like melodies and stuff. So I feel like I want that person to actually speak in full sentences in that language and then maybe we can come up with it.

(Sie spricht in ihrer Sprache.) Verdammt! Es klingt ein bisschen wie Englisch, aber vermischt mit etwas anderem. Maybe it's something like irish or something. We gonna turn around and this person has an irish face? How do you tell? Ah! It's a irish face. There were some ornaments, where you had this ... And that felt it was iranian but also the language. Maybe I'm completely wrong. It sounded a little bit like Shakira. Shakira? So where is this style from? Where are you from? It's the fffff ... Finnland! - No. The what? Ah. The Faroe Islands? Where is that? It is a place between Island, Norway and Scotland. I would have never guessed. - No. But it wasn't english? No, it was Faroese. We have our own language. - How are we supposed to know that? Maybe some people will disagree, but I think Icelandic is pretty similiar. Ah, okay. Maybe a bit Danish as well. Oh! - Yeah, we speak Danish as well. In the old days it was a very popular thing in all of Europe. But the Faroe Islands is the only country they really stuck to it and still have this really strong tradition. And it just kind of faded away everywhere else. Was ist dein Name? - Ellen Park. Ellen Park, okay. Nice. Danke schön. - Thank you.

(Langsame Musik) (Trommelmusik) (Xylophonähnliche Klänge) (Ruf) (Trommelmusik) (Frauengesang) Applaus, Applaus, Applaus! Diese Instrumente haben mich durch so viele verschiedene Kontinente gejagt. Pass auf, Junge, jetzt erzähl ich dir einen. Die Flöte, erst mal fürs zentraleuropäische Ohr jetzt irgendwie fremd zum Rest. Also ich kann jetzt nicht sagen, wo ich das einordnen würde, aber dieses glockenartige ... Mein erster Impuls war Gamelan. Kann auch total Quatsch sein jetzt. Ich war tatsächlich in Nordafrika kurz. Da kam ein Dudelsack. - Ja, genau. Das hat mich so an Dingens erinnert. Schottland? - Schottland. Ach, der Dudelsack. - Ja, aber dann ... Die Sprache komplett was anderes. Hören wir mal kurz den Dudelsack. Also, es ist wahrscheinlich kein Dudelsack, aber ...

(Trötenähnliche Klänge) Okay, jetzt hört sich das nicht mehr so an wie ein Dudelsack. Ich glaub, das ist ein anderes Instrument. Ich hab zuerst gedacht, als die Trommel losging, dass das so eine Taiko-Trommel ist. Mit dem Rest zusammen weiß ich nicht. Am Anfang kamen so Silben, wo ich dachte, dass Myanmar gesungen wird. Hm, so Südasien. Oder zur Grenze zu Indien irgendwas vielleicht auch. Asien, auf jeden Fall ... Kann ich mir vorstellen. Wir gehen vielleicht mal so nach Indonesien. Indonesien, oh! Hallo.

(beide:) Oh! - Wie cool! Wo ist der Dudelsack? Was war das? Der Dudelsack! Der ist ziemlich klein. - Wow, ja. Hört sich bisschen an wie diese zum Geburtstag ... Ja, ja. - Diese Dingsflöten, die auch so ein bisschen so einen Sound aufgeben. Witzig. War Gamelan wenigstens im Ansatz richtig oder gar nicht? Wie heißt das denn? - Das? "Talempong". - Das hab ich noch nie gehört. Könnten Sie vielleicht noch mal spielen? Das war dieses ... Okay, ja, die Kleidung ist ja nun ziemlich aussagekräftig. Das ist eine Insel. S ... - Sri Lanka! Su? - Nein, was? Sumatra. Okay. Worum geht's denn? Genau, das Lied heißt (Unverständlich). Tabiang ist ein Ort in Bukittinggi. In West-Sumatra. Also Sumatra gehört zu einer großen Inseln in Indonesien.

(beide:) Wow! - Gut! Ey, Leute! Ich hab schon Mongolei vorhin erraten. Das ist krank! - Richtig gut. Malereang Tabiang heißt das: "Egal, wo man ausgewandert ist, dann denkt man bitte zurück an die Heimat." Aber wie Gedicht geschrieben halt. Das ist heute im Reimschema. - Genau. Und habt ihr einen Namen von der Gruppe? Ja, (Unverständlich). Yeah! - Nice! Hammer! Danke schön! - Vielen Dank! Total geil. Wenn ich hier rausgehe, gehe ich Lotto spielen, weil es hat sich grade auf jeden Fall bewiesen zweimal, dass das, was in meinem Kopf aufpoppt, direkt so auch war. Das können wir gerne öfter machen. - Ja? Ja, find ich gut.

(Sie reden durcheinander.) Der türkische Beitrag, das war toll. Ich wusste nicht, dass ich das gebraucht hab, aber offenbar ... Weißt du, es hat mich innerlich aufgewühlt. Ich wurde wie ... gehochdruckreinigt. Das türkische Lied. - Ja, Mann. Oh ... ich will weinen. Hat sich richtig gut gemacht. Und es war voll so, es hat mich richtig getroffen irgendwie im ganzen Körper. Ich hab nicht mal gecheckt, worum's ging. Ihre Stimme und ihre Technik war einfach Endlevel. Vor allem, ich hätte nicht gedacht, dass mich das so berührt, vom Stuhl haut. Das werd ich nicht vergessen. Halt der ...

(Brummende Laute) Oh ja, stimmt. Auch gar nicht erwartet. Das klang auch nicht schlecht grade, was ich gemacht habe? - Oh. Dieser mongolische Kehlkopfgesang, das war richtig geil. Vor allem Obertongesang an sich ist schon krass. Das war geil, da wollt ich schon mal live dabei sein, wenn das einer macht. - Danke dir. Aber schön, es freut uns, dass es dir Spaß gemacht hat. Hier macht's mir immer Spaß. Hut ab oder Hijab ab.