Transcription
Irgendwie ist auch alles scheißegal [musik] und irgendwie ist auch alles nicht egal. Es ist nicht alles Burnout und es ist nicht alles ein Trauma und deswegen muss überall [musik] eine Triggerwarnung davor. Und ihr habt jetzt übrigens auch nicht alle Depression, nur weil ihr mal drei Tage keinen Bock habt zur Schule oder zur Arbeit zu gehen. Und ihr habt übrigens auch nicht alle ADHS, nur weil dir das irgendwer auf TikTok in 15 Sekunden vorgetanzt hat, wenn man das sagt und jetzt denkt, jawohl, endlich sagt das mal einer [musik] und super, die Geschichte ist aber noch nicht vorbei. Fast nie ist der Favorit Weltmeister geworden. Warum gucken so viele Menschen Fußball, weil du nie wirklich weißt, wie ein Spiel ausgeht. Es sei denn Chat GBT, also Bayern München spielt mit. Ich habe mit Amelie gedreht. Junge Frau Anfang 20 mit Downsyndrom Trisumi 21 und das krasseste war, wir stehen abends mit Amelie und der Mutter in der Küche und sagt die Mutter Amelie, [musik] wenn wir das damals gewusst hätten, ich glaube wir hätten dich nicht gekriegt. Boah. Ui. Und was macht die Tochter in dem Moment? Die sagt nichts. Die geht auf ihre [musik] Mutter zu und nimmt ihn den Arm. Oh Gott. Und dann sagt die Mama und heute bin ich so froh, dass du da bist und ich weiß, was du für ein Geschenk bist. Was passiert mit euch, wenn ihr ein Fehler macht? Echter Fehler. Echter Fehler.
Willkommen im Hotel Matze. Meine heutigen Gäste sind Leon Windschid und Atze Schröder. Zum vierten Mal sitzen wir hier und jedes Mal haben wir so ein Oberthema und dieses Mal ist das Oberthema Perfektion. [musik] Das heißt, falls ihr gerade so einen hohen Anspruch an euch selbst habt oder an eure Liebsten, an eure [musik] Mitmenschen, dann solltet ihr diese Folge hören. Ich glaube, danach geht's euch ein bisschen besser und danach ist es euch alles ein bisschen scheißegaler. Mir ist es total wichtig, hier einen positiven Ort zu kreieren, mehr Positives in die Welt zu tragen, viel mehr dafür zu sein als dagegen und ihr könnt mich dabei unterstützen, [musik] wenn ihr diesen Kanal abonniert. So kriegen noch mehr Menschen davon mit. Ich wünsche euch viel Vergnügen im Hotel [musik] Matze mit Leon Windschid und Atze Schröder. [musik] Perfektion Leute. W mal loslegen. Yes. [seufzt] Soll ich rausgehen [gelächter] bei dem Thema? E, wie schön, dass ihr da seid, dass wir uns endlich wieder treffen. Endlich wieder. Du bist heute wann aufgestanden? 10:05 Uhr. Das habe ich noch für niemanden anderen gemacht, außer meinen Klassenlehrer früher. [gelächter] Was für was für eine Ehre auf jeden Fall, dass du es machst. Ja, es gab keine andere Chance. Es gab keine andere Chance. Leon, du bist so viel unterwegs. Ich bin aber ganz normal aufgestanden. War in Mordor frühstücken serviert von zwei Urokais. Das war wirklich ganz schlimm. Das schlimmste Frühstückshotel, wo ich seit langem war, weil irgendwie umgebaut wurde, aber ja, sonst geht's mir gut. Ja, wir sehen eigentlich, glaube ich, alle recht recht fit aus, würde ich sagen. Wir sehen wir sehen wir sehen fit genug aus, würde ich sagen. Genau. Ja, das vor Urlaub. Musstest du denn aufstehen heute? Du bist doch wahrscheinlich auch ganz entspannt. Der Wecker klingelt bei uns so um 6 Uhr und ich bin aber so liegen geblieben und hab so auf 6:20 Uhr gewartet und dann bin ich aufgestanden. Aber du stehst freiwillig um 6 Uhr auf. Ja. Ja. Also ich finde das auch gut. Also irgendwie also bei unser Sohn muss ja auch in die Schule und ich finde das irgendwie auch nur gut. Also ich mag das mag es irgendwie auch früh aufzustehen. Ich gehe aber auch nicht so spät ins Bett. Ich glaube ihr seid später unterwegs. Nein, ich Nee, ich bin auch begeisterter früh ins Bett hier. 10 Uhr ist herrlich. 10:30 Uhr. Ja, ich habe gestern mit unserem Sohn, wir haben noch ein Fußbad gemacht, haben noch Musik gehört und dann sind wir schön ins Bett. Aber dann schlaft ihr um 10:30 Uhr nicht. Ja. Ja. Ja. Spätestens spätestens um Licht aus. Vorher noch ein bisschen was lesen, damit bisschen runterfährt. Ja, man ma manchmal mache ich das aber auch ganz selten, ehrlicherweise. Also nee, al du guck du. Nee, nee, also früher bin ich noch, also früher habe ich oft so um 0 Uhr, dann kam ich in so ein Flow und das erste Buch habe ich komplett so um diese Uhrzeit immer so, da muss ich mich um 3 Uhr dann irgendwann bremsen und so sagen, jetzt geh pennen, weil sonst ist morgen der Tag im Eimer. Es ist besser geworden, aber nee, ich habe gestern um 23:30 Uhr glaube ich die [schnauben] Folge 2, Staffel 2 von den Bergrettern angemacht, wo ein Typ Kopf über in der Gletscherspalte hängt und [gelächter] ich war so voller Adrenalin mit diesem Team, die den da rausziehen und dachte, boah krass, du warst mit du warst mit ich war mir richtig mitgestresst. Ich liebe ja dieses ganze Feuer und Flamme, die Bergretter, diese ganzen Dokus, wo da irgendwie so Leute ausrücken und Menschen retten [schnauben] und dann Propangasflaschen fliegen. Als eine meiner liebsten überhaupt Dokus ist die Folge glaube ich 5 die die Feuer und Flamme Staffel 2 oder so, wo in in Bochum oder so einen Reifenlager brennt und das ist ein Feuer, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Das geile bei diesen Dokus ist, dass diese Feuerwehrleute komplett ehrlich sind. Die fahren los mit diesem Auto und du denkst, oh Gott, da geht's ja als um Menschenleben und ist das alles furchtbar und die sitzen da drin und sagen: "Oh, guck mal da hinten, da brennt richtig, ist das geil." Und dann werden so zwischengeschnitten, wie die das so relativieren und auch ehrlich, also ehrliche Jungs sagen, nee, also natürlich wollen wir nicht, dass einer stirbt, aber wir haben auch Bock auf Feuer. Und dann fahren die auf dieses Reifenlager zu und irgendein Typ muss dann stundenlang mit so einem riesen Löschschlauch über diesen über diesem Reifenlager hängen, wo irgendwie Propangasflaschen drin sind und die fliegen den so um die Ohren und der steht da wie ein Held und das feier ich. Ja, das guckst du vom Schlaf [gelächter] beim Einschlafen. Ich kann seid ihr denn nicht die Generation, ich packe euch jetzt mal in eine Kiste, die äh drei Fragezeichen und so hören. Also gehört haben auf jeden Fall. Also ich habe alles, würde ich sagen, gehört. Ja. Ja. Und nach wie vor oder? Nee, jetzt ist so ein bisschen, also ich habe das dann noch mal hochleben lassen mit unserem Sohn. Da haben wir noch mal ganz viel gehört zusammen oder eher auch allein und äh und dann haben wir eine ganze Weile auch es gibt eine neue Folge und jetzt super, jetzt ist es aber irgendwie interessanter, wenn eine neue Haftbefehlseg rauskommt. Also von daher ist es irgendwie nicht mehr für uns so. Nee, die neuesten Sachen habe ich dann nicht mehr gehört. Nee. Und du hörst aber noch solche? Ja, aber nur die alten. Bis Folge 110 100 die Folge 150 Jubiläumsfolge war auch noch richtig gut. Aber da gibt's noch so ein Äquivalent, ne? Äh TKKG. TKKG. Ja, aber also also da muss man wirklich sagen, ne, da mus da muss man ganz streng differenzieren. Also ich durfte ja immer Bibi Blocksberg hören, aber Benjamin Blümchen nicht, weil Benjamin Blümchen war meinen Eltern zu doof und bei Bibi Blocksberg so, ich glaube dieses Mädchen das auch rebelliert, das fand die cool und es ist ähnlich mit TKKG und Dre Fragezeichen. TKKG ist einfach doof. Habe ich zwar auch alles gehört als Kind, aber es ist, ich würde sagen TKKG, also wenn wenn du jetzt z.B. sagst, okay, Matze, du bist doch irgendwie Hosenfan, du magst da bestimmt auch Freiwild. Ah, okay. [gelächter] Würde ich sagen, nee, das ist wirklich was ganz anderes. Bei Freiwild höre ich jetzt äh immer auf irgendwelchen Partys von irgendwelchen gut frisierten jungen äh Männern, dass sie sagen, ja, die hatten ihre wilde Phase, aber also ählich wie bei den bösen Onkels, wir haben alle unsere wilde Phase gehabtürlich, aber nee, also TKKG und Freiwild, nee, ist nicht meins. Nee, TKKGs, also [schnauben] muss man ich kenne ja beides nicht. Ich weiß als Töne damals sagte, ich bringe drei Fragezeichen auf Tour gesagt, nie gehört wie drei Fragezeichen und da kauft auch keiner ein Ticket hat schon ausverkauft die [gelächter] ganze Tour. Okay. Arenen wohl gemerkt und ich war da als in der Kölnarena. Ja, das ist doch ist doch total abgefahren, dass es solche Sachen, dass man irgendwo live, also so Hörspiel live oder jemand erzählt Witze live oder jemand erzählt was über Perfektion live oder irgendjemand macht ein Podcast und dann kommen irgendwie so viele Leute. Das ist ich finde das nach wie vor, ich kann es immer noch, ich bin ja so ein Konzertgänger, du bist ja auch früher Musiker gewesen, Atze. Also dieses dafür gebe ich gerne Geld aus und für mich ist es immer noch irgendwie unbegreiflich, dass das irgendwie auch Lesung, dass da Leute wirklich hingehen und irgendwie viel Geld bezahlen und das machen. Das kommt mir immer noch unwirklich vor. Und ich war jetzt am Wochenende auf der Bühne und ich dachte, ich kann ich komme so ein bisschen schäbig vor, weil ich denke, da ist ja gar nichts. Also ich setze mich hin, stelle ein paar Fragen und that's it. Und da kommt ja keine Feuershow. Da kommt jetzt irgendwie nicht komm, ich komme nicht als Engel runtergeflogen oder die, die es können sagen ja immer ist ganz einfach. Ja. Ja, aber so dieses ich war letztes Jahr auf Live Tour und dann habe ich da war vor mir ein Abend eine schwedische Hardcore Band, die ich verehre. Refused heißen die. [schnauben] Und ähm einer, der bei mir war, war auch da. Und da ist ein Tag zuvor ist da keine Ahnung kommt da eine Lightliner an, da kommt dann diese Band an, die nehmen diesen kompletten Laden auseinander, alle drehen komplett durch und ich gehe da auf die Bühne und setze mich hin. Sag ja, wie geht's euch so? Also das da gibt's schon Momente, wo ich denke, das ist irgendwie schräg. Ich will zu dir gehen. [gelächter] Ja, gut. Ja, ganz klar. Aber kennt ihr das, dass ihr euch da manchmal denkt, so, das ist ja irgendwie das ist also, weil du sagtest mit drei Fragezeichen, ich finde das auch in Hörspiel, man hört das zu Hause, man hört ein Podcast zu Hause, ich kenne Witze früher aus dem Fernseher oder auf Kassette ähm oder auch Vorträge kenne ich irgendwie von TEDX und TED und so weiter, aber dass dann Leute so eine Livehow sich angucken und ja auch viel, das ist mir immer noch etwas, wo ich selber wie ich ich check's noch nicht so richtig, dass das Rätsel, ja, wo wir gerade beim Thema Perfektion sind, der Olli, der einer der drei Fragezeichensprecherm Oliver Robbeck, den habe ich beim Frühstück getroffen im Savoi Hotel. Ich war eine Woche äh in Köln, um mein eigenes Buch einzusprechen, also das erste Buch und dann kam Ute. Ich habe auch wirklich fünf Tage gebraucht. Mhm. Das hat, glaube ich, 288 Seiten und habe Olibeck beim Frühstück getroffen und der war morgens gekommen und dann was machst du denn hier? Ja, ich spreche ein Buch ein. Ja, natürlich sofort die Fachfrage, wie viel Seiten? Also gut 980 Seiten. Ach, wie lange bist du in Köln? Ich fliege heute Abend wieder. [gelächter] Da wusste ich, ich vertauge an anscheinend überhaupt nicht zum Sprecher und habe mich da so durchgewurschelt. Das war das Gegenteil von Perfektion und bei ihm, wenn du dann zuhörst, ist er dann auch perfekt gesprochen. Ja, total perfekt. Aber ich glaube, das ist der Reiz von Life, dass das was passieren kann, was davon abweicht, also in so einer Halle zu sein und so. Ich erlebe das z.B., wenn irgendwas schief geht, nichts lieben die Leute mehr. Ja, weil du merkst, das ist jetzt komplett echt und das passiert gerade nur hier. Stimmt. Und das ist nur dieser eine Abend und diesen Moment, den können wir jetzt zwar filmen, aber den kann ich so nicht noch mal erleben. Und ich habe manchmal das Gefühl, wir sind so überfrachtet und so vollgepumpt mit Inhalten, die perfekt durchgestaged sind oder als Hörbuch komplett geschnitten oder als Kassette 100 mal gehört, dass dieser Moment des echten wirklich in der Halle Zusammenseins und selbst wenn du auf der Bühne alles super machst und kein M und kein und deine Fragen fantastisch durchlaufen, dass es passieren könnte, dass sich Oliver Rorbeck bei der drei Fragezeichen Livehow vertolen könnte, dass das vielleicht zwischendurch was mit dem Publikum passiert. Also das ist das, wo ich immer auf der Bühne merke, das ist so ein uniker Moment, dass das, glaube ich, das ist, was uns begeistert und dass das auch das ist, weshalb Leute immer noch in der Welt, wo du ja sagen könntest, h wieso wieso läuft nicht alles über KI, wieso läuft nicht alles irgendwie über Inhalte, die ich mir so reinziehe zu sowas hingehen. Es gab vor kurzem so eine neue Robotik KI, die perfekt Tischtennis spielen kann und die ist dann angetreten und das war zum ersten Mal, dass die die super Tischtennisspieler geschlagen hat. Und du siehst dieses Ding, also dir steht ein Roboter gegenüber mit einem langen Arm und ein Tischtteneschläger und haut jeden Ball zurück. Egal wie du spielst, du kannst nicht mehr gegen den gewinnen. Wie lange wäre das interessant? Stimmt Beispiel. Gar nicht, wir wollen nicht sehen, wie zwei Roboter gegeneinander Tennis spielen. Wir wollen sehen, wie da der Zwerref im Sand sitzt und weint und sich abwetzt und sich kaputt macht und am Ende scheitern könnte. Und erst dann wird das interessant. Und das ist auch so manchmal, wo ich denke, bei allem, was gerade so in Richtung Perfektion getrieben wird, ist das eigentlich das, wo wir diese menschliche Einzigartigkeit behalten werden, eben, dass wir am Ende nicht perfekt sind. Hattest du ein Schachcomputer als Jugendlicher? Nee, aber wir hatten sowas zu Hause, wo man dann die D3 und so einge Nee, nee, gar nicht. Und da ist es doch wahrscheinlich auch so, dass man so ein Level einstellen kann, dass man Nullchance hat, oder? Genau. Also die das ist ja die neuen Schachcomputer werden nicht mehr geschlagen, schon seit einiger Zeit und beim Schach finde ich es noch relativ nachvollziehber, aber außer wenn man sich fragt, was ist denn eigentlich Perfektion heute und wo kommt vielleicht auch ganz viel von diesem Druck her? Vor kurzem ähm wollten Forschende wissen, wie stark ist Chat GPT mittlerweile und es ist schon was her, aber ich fand es trotzdem so heftig und dann sollte Chat GPT so Capture Codes lösen. Kennt ihr im Internet, wenn du anklicken musst, markiere alle Bilder mit der Ampel oder dem Hydranten, wo dein Hirn ja ins Schwitzen kommt, wenn du nicht sicher weißt, ist die Ampel jetzt noch drauf oder nicht und ChatPT scheitert. Also der Computer schafft es nicht diese Capture Codes lösen, dieses anklicken, ich bin ein Mensch, da kämpft ja ein Computer, der herausfinden möchte, bist du ein Mensch oder nicht, gegen einen anderen Computer, eine KI, die versucht das auszutricken. Chat GPT scheitert und dann sagt dieses Forschungsteam: "Hey Chat GPT, wie wäre es, wenn du dafür Menschen benutzt?" Und dann schlagen die Chat GPT vor, ey, meld dich doch mal im Forum an. Dann meldet sich Chat GPT in einem Forum an und schaltet eine Anzeige. Ich suche Menschen, die für mich Capture Codes lösen. Das fand ich schon krass, aber dann schreibt einer drunter und so welche auch: "Willst du uns reinlegen? Bist du ein Computer? Ich würde das gern klären." Und dann antwortet Chatchi PT diesen Menschen. Nein, nein, ich bin auch ein Mensch, aber ich bin auf Hilfe angewiesen, weil ich sehe behindert bin. Es lügt uns schon voll. Ja, und da sitzt du doch da und denkst doch, es hat doch so ein Momentum erreicht, wo nicht mehr wir die KI für uns benutzen, sondern es kippen könnte und die KI anfängt uns für sich zu benutzen. Und wenn wir uns das vorstellen, wie viel mehr Perfektionismus jetzt in unsere Welt kommt und wie viel höher der Druck wird, je stärker diese KI ist und je mehr wir versuchen damit zu halten, desto mehr denke ich, boah, wie gut, um jetzt den Bogen zu schließen, dass es noch so Liveabende gibt, echte Momente, wo echte Menschen, die scheitern könnten, die es nicht perfekt machen, uns zeigen, dass das etwas ist, was wir scheinbar immer noch haben wollen, was uns freut, was uns verbindet. Also, wenn ich in der Halle stehe und da sind ein paar tausend Leute und du merkst plötzlich, obwohl ich die ja nicht persönlich kenne, hier entsteht so eine Verbindung, hier entsteht gerade sowas besonderes, das ist dann immer das, wo ich Hoffnung draus schöpfe und denke, jo, das wird ein Computer nicht nachmachen können. Also das mit der Hoffnung, das stimmt. Also das ist genau, man, wenn man einen guten Live Abend hatte, also ich gehe da immer beseht raus und ich gehe eigentlich dann eher beseht raus, wenn es nicht perfekt war. Genau, wenn ich ich weiß dann bei Radio Head erzähle ich, ah, das war super. Die haben sich paar mal verspielt. Also ich das auch super fand, dass es nicht perfekt war oder dass jemand die Stimme versagt, weil er irgendwie zuberührt ist und das nicht genau drauf hatte. Genau. Also das finde ich auch klar bei Comedy, wenn was schief geht, ist das natürlich für den Komedien eigentlich und fürs Publikum am allerbesten. Ja, Comedy besteht ja aus Fusch. Also das ist ja das ist ja die Grundlage des ganzen. Äh die Tollpatschigkeit letztendlich auch, das macht ja auch gute Comedy aus, aber eben auch der Moment, den man nicht planen kann. Und im Gegensatz zur Schauspielerei, äh man hat eben drüber gelacht, dieser Fusch ist äh Comedy ja tatsächlich so, äh dass jeder Abend anders ist. Als Schauspieler versuchst du ja das Werk äh mit den Regieanweisungen möglichst präzise zu spielen und präzise zu sprechen. Und Comedy ist ja das Gegenteil. Du versuchst ja nicht ganz präzise am besten du bleibst noch in deinem Dialekt und äh und nimmst irgendwelche Sachen auf, die passieren. Aber äh da geht's ja drum, sich durch den Abend so richtig durchzufuschen und das ist ja dann eher das Meisterwerk. Äh beim Fußball ist ja auch so, warum gucken so viele Menschen Fußball? Weil du nie wirklich weißt, wie ein Spiel ausgeht. Jetzt bei der Fußball WM ist ja so auf dem Papier müsste könntest du schon sagen, Frankreich wird Weltmeister. wird wahrscheinlich nicht passieren, weil fast nie ist der Favorit Weltmeister geworden. Die haben die besten Spiele auch in der zweiten Reihe, in der dritten Reihe könnst du alle ersetzen. Äh oder ne Bayern München. Äh klar, jetzt gibt's natürlich genug ihre, die dahingehen und sich das noch mal angucken, aber eigentlich gewinnen sie ja immer und ist ja da kannst ja besser zur Kreisklasse gehen, weil es spannender ist, ja, wo du dann mit der Bratwurst in der Hand äh quasi dann noch den Stollen abkriegst, wenn da einer umgegrätscht wird und du weißt halt nicht, wie das Spiel ausgeht. Es sei den äh ja Chat GBT, also Bayern München spielt mit.
Habt ihr denn irgendwie den Anspruch, irgendetwas, was ihr macht, soll perfekt sein? [gelächter] Da sind zwei unterschiedliche Menschen. Fangen wir mit dir an. Nee, ich habe zuerst gefragt. Okay, gut. [gelächter] Soll, sollt ihr Zeit verschaffen? Ne, ne, mein ganzes Leben ist geprägt von äh von Fuscherei äh von Unperfektionismus und ich liebe das auch. Mein das hat eine Historie. Meine Schwester war absolut perfekt. Äh, was heißt war sie lebt ja noch, aber ich glaube, die ist auch ein bisschen gnädiger geworden mit sich. Meine Schwester war eine hervorragende Pianistin. Äh, die war eine absolute Einserülerin. Die sah sensationell aus. Es war als sie 17, 18 war. ist glaube ich die schönste Frau, die ich kannte. Und ja, dann ist sie als Designerin erfolgreich gewesen, ist äh nach USA gegangen und lebt seit der Zeit auch da. Und meine Mutter, die war immer so ein bisschen nachsichtig mit mir. Also dadurch hat sie mich natürlich auch schwer gedemütigt, aber immer sagte, für dich ist das nicht, wenn deine Schwester das machen würde, dann würde das klappen, aber äh du verbrennst dir nur die Finger. Und so bin ich schon äh meine Schwester ist zwei Jahre älter als ich ins Leben gestartet, dass ich immer höchstens zweite Reihe war so in dem Können und äh, dass ich mich auch immer so durchgefuscht habe und es gefiel mir auch abten Zeitpunkt. Ich habe nie gelernt, weil wenn ich gelernt habe und ich habe eine Eins gehabt, da war es mir nichts wert. Echt? Nee, das ist wirklich null. oder ich war ja mal äh deutscher Jugendmeister im äh Gerätetouren und ich hätte ja weitermachen können. Jetzt könnte man sagen, ja ist doch toll, ne? Jmeister am Geredeun, aber warum war ich nicht bei Olympia, warum warum war ich nicht Europameister oder Weltmeister? Äh, das hat mich dann auch nicht mehr interessiert. Also, ich habe auf Training ziemlich leicht angesprochen und äh bin da mühelos hingekommen. Aber sobald ich da richtig richtig hart für hätte trainieren müssen und so nach Perfektion streben müssen, hätte es mich nicht mehr interessiert. Und so ist bis heute alles. Äh, was macht deine Schwester jetzt? Die hat irgendwann äh tatsächlich von heute auf morgen aufgehört mit ihrem Job, als sie schwanger wurde und hat sich äh drauf konzentriert, erstmal Hausfrau und Mutter zu sein in USA alles und äh hat jetzt in späteren Jahren noch mal beruflich so ein bisschen Gas gegeben, aber die ist auch milit geworden. Und ist die, also die seid ja in unterschiedlichen Feldern unterwegs. Würdest du sagen, ist sie erfolgreicher als du oder bist du erfolgreich, wenn man das so messen würde? Mittlerweile bin ich erfolgreicher als sie. Ja, was uns beide vor Rätsel stellt. [gelächter] Sie schüttelt auch nur mit dem Kopf. Aber das muss ja für sie natürlich auch total krass sein. Also wenn du sel freut sich da sehr drüber, aber auch irgendwie, wenn das Selbstbild ist, ich muss immer funktionieren, ich muss perfekt sein, ich muss und das kenne ich auch ähm früher vom ich habe früher viel aufgelegt und mein DJ Kollege Fete, also s der hat das alles sehr locker genommen auf jeden Fall und ich war derjenige der so der Übergang, der muss gut sein und nee nee und jetzt nicht so viel saufen und so weiter. Am Ende haben wir die Gage geteilt. Also, der hat genauso viel Kohle raus mit nach Hause genommen wie ich, aber ich war derjenige mit dem Anspruch, was das betrifft. Ähm und ich kenne das auch, dass so manchmal denkt, guckt man sich Leute an, denkt ja guck mal, die Person gibt sich so viel Mühe und diese andere Person, die macht das so, die fuscht sich so ein bisschen durch, ja, aber die wohnt in diesem riesigen Haus und die andere Person irgendwie ist so perfekte Beamtin oder etwas in der Richtung. Also, das ist auch irgendwie ist das merkwürdig, finde ich. Also, hat ja nichts miteinander zu tun, würde ich sagen. Ich glaube, aber da gibt's keine äh man stellt da zumindest nicht eine generelle Regel fest, ne? Es gibt Menschen, die streben nach Perfektion sind sehr erfolgreich, gerade eben im Sport und andere sind eher wie von dir beschrieben. Ja, ne? Und bei Schauspielern ja auch in der Schauspielerei gibt's ja so diese Instinktschauspieler, die es einfach krachen lassen und noch eine Schippe drauf und dann gibt's andere, die arbeiten super präzise und haben zu weilen schon eine gewisse Kälte. Ja. Ja. [räuspern] Wie ist bei dir, Leon? Also, du hast ja ein Programm gemacht, was sie um das Thema Perfektion dreht und deswegen, ich glaub es ja leider nicht sehen können, deswegen dachte ich super, wir treffen uns. Da kannst du so ein bisschen erzählen, was du daraus gelernt hast. Aber warum ist das für dich so ein so ein krasses Thema? [schnauben] Ja, ich bin seid ihr seid ja so unterschiedlich unterschiedlich und ich bin auch der also ich habe den kleineren Bruder, der dann in deiner Rolle quasi wäre. Äh, du bist meine Schwester. Ich bin quasi deine Schwester und äh nun ja. Ja, Zeit wird's. Kenne immer so dieses Gefühl von also zumindest habe ich das lange so gehabt, dass du das in meinem Kopf so war, okay, wenn du die 2 kg noch abnimmst, wenn du das Projekt fertig hast, wenn du den Punkt im Lebenslauf abpackst, dann bist du angekommen, dann hast du es irgendwie gepackt. Und ich glaube, jeder, der das schon mal versucht hat, weiß ja, das schon so ein bisschen wie dieser Goldtopf am Ende vom Regenbogen. Du, der Punkt kommt ja nicht. Gegenteil, je mehr ich das versucht habe, desto öfter war ich dann nachts um 3 Uhr hellwach im Bett und die Gedanken in deinem Kopf fahren irgendwie Karussell und du kommst nicht kommst nicht runter, desto öfter war ich so die ersten zwei drei Tage vom Urlaub erkältet, weil dann Organismus dich anbrillt. Ey, mach weniger. Und ähm eigentlich war das für mich so sehr eindrücklich, als ich vor ist nicht lange her, so ein vor zi d Jahren oder sowas in meinem Google Drive Dog so ein altes Dokument gefunden habe, wo ich gar nicht wusste, dass ich das mal gemacht hatte. Das war vor 15 Jahren ungefähr mindest oder 10 Jahren mindestens. Leons Lebensplan stand dann da in der in der Überschrift. Ich dachte, ach geil, da bin ich jetzt mal sehr gespannt, was denn mein Anfang 20-jähriges Ich sich gedacht hatte. Und dann stand da drin Master fertig machen in Psychologie, dann Promotion am liebsten an der Topunni, wenn es geht, dann zu Mcinsey Unternehmensberatung, da aber nicht zu lange bleiben, um dann daraus wieder den nächsten Karriereschritt zu machen. Es war so eine, also ich habe das im Nachhinein gelesen, es war gar nicht so lang. Ich sag meine Seite ungefähr eine unglaubliche äh Härte gegenüber äh mir mit Anfang 20. Und im Rückblick würde ich, wenn ich jetzt könnte, zurück an diesen Moment reisen und mir mich mal ein Arm nehmen und sagen: "Ey, Junge, ähm chill mal. Und was denkst du, wo kam das her?" In jungen Jahren schon? Also ich ich habe eigentlich immer Freude daran gehabt, wenn ich was versuche zu machen, das auch gut zu machen und das auch mit mit Ehgeiz zu machen. Und das finde ich auch gar nichts äh verwerflich. Es wird ja im Deutsch Deutschland ist ja oft so, hast du ein schlechtes Abitur, wird irgendwie lustig gemacht oder hast du gar keine Abitur, bist du dann irgendwie der bist du dann irgendwie den Riesenerfolg hast, dann ist es irgendwie wieder cool, wenn Günther ja auch erzählt, dass er ein Abischnitt von keine Ahnung 37 hat und die die ein gutes Abi machen oder sich irgendwie reinhängen, das sind dann die Streber. Also, du kannst es gar nicht recht machen. Und ich war sicherlich immer eher auf diesem Kontinuum eher bei Streber und aber mit einer Freude. Also Schule war dann irgendwann für mich durch Richtung Abitur, dass ich so gemerkt habe, bo, ich muss hier ausbrechen, muss hier raus. Äh, aber hatte so das Gefühl, ich habe so ein Stück weit verstanden, wie dieses Systemschule funktioniert und wie man relativ effizient für so eine Klausur lernen kann oder mit einer mündlichen Note das hochziehen kann. Und ähm so war dann eigentlich alles darauf ausgerichtet, dass ich erst dieses Abitur fertig mache, dann habe ich dieses Studium durchgezogen, dann habe ich bei Mcinsehen Praktikum gemacht, die haben dann nachher gesagt: "Boah, super, kriegst hier direkt ein Arbeitsvertrag." Ich war ja aber noch in der Promotion, dann wollte ich die erstmal fertig machen, dann kam Werw Millionär, wo ich 3 vi Monate lang in einer Pause der Promotion, wo ich wusste, alle Paper sind eingereicht, jeden Tag 7 Tage die Woche, 10 Stunden am Tag gelernt habe und versucht habe mich auf diese Fragen vorzubereiten und auch wieder dachte, da war ich 26, ich habe ja nicht gedacht, dass ich so weit komme. Ich hatte sehr guten Schulfreund Fabian, der hatte 64 000 € gewonnen und das war so, dass ich dachte, boah, wenn ich die Hälfte schaffe, mega, weil der ist über übertrieben schlau und dass das dann so gut laufen würde, das war mir ja, das war nicht geplant und ich habe eigentlich nur gedacht, auch wenn du mit 26 so ein bisschen allgemeinwissen lernst, ich habe amerikanische Präsidenten gelernt, Kontinente und Länder und so ganz viele Duden, verschiedene Duden gelesen, ganz viele Wikipediaalisten, ganz viele Zeitungen rückwärts, also von dem heutigen Tag rückwärts die Schlagzeilen. was musst du so wissen, worauf musst du achten und hatte [schnauben] dann irgendwann Spaß da dran und du weißt ja in dem Moment noch nicht mal, ob du auf diesen Stuhl in der Mitte kommst geschweige denn, ob dir das, was du da gelernt hast, könnte man jetzt strebsam nennen, ob dir das irgendwas bringt. Am Ende war es bei zwei Fragen sicher. Bei einer halben der 500.000 1000 € Frage, bin ich mir bis heute nicht ganz sicher, woher ich das gewusst habe. So halb gewusst habe. Ich glaube, das muss ich auch gelesen haben. hat's dann einfach gewirkt und so denke ich oft, ich habe da riesen Spaß dran, Sachen möglichst gut zu machen in dem absoluten Wissen, dass da viel Glück auch dazu gehört und dass es Perfektion eigentlich nicht gibt, aber eine Freude an einer guten Methode und an dass du was erreichen willst und dass du was machen willst, da finde ich oft, dass wir da so ein bisschen bisschen engstörig sind, wenn wir sagen, das ist doch jetzt einfach nur der nördige Streber der Stim oder also das ist so egal wie du es machst, machst ist nicht recht. Und natürlich ist mir aber auch bewusst, das finde ich gehört immer dazu. Meine Mutter war Hauptschullehrerin, da gab es Kinder, die kamen in die in die Schulklasse mit knurrendem Magen, weil die kein Geld für Frühstück hatten. Und sich dann klar zumachen, ich bin Doppellehrer Kind, bei uns stand nicht nur Frühstück auf dem Tisch, sondern ich durfte mit zur Klassenfahrt. Ich durfte ein Jahr in Frankreich auf die Schule gehen in so einem Austausch. Ja, das hat damals auch, glaube ich, 4, 5000 € gekostet mit so einer mit so einer Austauschorganisation. Das konnte man mir möglich machen und dann weiß ich natürlich, dass ich auf so einem 100 m Lauf keine Ahnung 30, 40 m weiter vorne starte als jemand, dem das alles nicht gegeben ist. Und dann ist es auch viel einfacher mit ein bisschen Anstrengung vorwärts zu kommen als jemand, der noch mal mehr laufen muss. So, das finde ich gehört auch mal dazu. Bevor man dann nachher dann diese das macht mich immer sehr sauer, wenn du dann diese Startup Leute hörst oder diese coolen Macher der Nation, die s dann einstellen und sagen Leistung und jeder seines Glückes schmied, dann denke ich ja, aber wir haben es mal gesagt, nicht jeder hat eine Schmiede. Ja. Ja. Du hast ja gesagt, dass du beim 100 m Lauf weiter, wie war es denn wirklich beim 100 m Lauf? Schlecht. Ja. Ja. Schön. Da hät du mich dann als Turner locker ab. Ja, genau. Und das denke ich auch oft so hat das ist ein guter Punkt. So hat jeder seins. Mein Bruder macht total erfolgreich, total schön und total in seinem Möbel und Design so Sachen und arbeitet ganz handwerklich. Also jetzt nicht so in dem klassischen akademischen und und da denke ich oft, wenn du jetzt fragst, wer von uns hat denn das bessere Leben, würde ich jetzt gar nicht sagen, ich mit dem besseren Abitur oder mit dem vielleicht finanziell auch durch diesen Gewinn damals sicher aufgestellter sein, sondern da sind wir uns sehr ähnlich und das ist doch
Wie mit dir und deiner Schwester dann auch ist, eigentlich ganz schön, wenn man dann merkt, es gibt da verschiedene Wege. Schön.
Ja, also wir müssen mal einen Psychologen fragen, aber äh [gelächter] das scheint ja dann wirklich der verbindende Punkt zwischen uns zu sein. Könnte ja, dass du meine ältere Schwester bist, die dir in den Rücken gebissen hat. Das muss ich dann noch nachholen. Ich hab ihr Rücks. So. [gelächter] Das machen wir nachher noch, würde ich sagen. Ja, das war die einzige Chance, wie ich mich wehren konnte, körperlich. [gelächter] Rücken beißt. Ja, also die hat die war wie Mädchen dann so sind in gewissen Alter, ne? Eine mit ihren Freundin in die Ziege vom her, da wird der kleine Bruder vorgeführt und ähm da die alles besser konnte, habe ich mich dann immer körperlich gewährt und irgendwann war ich so jetzornig, dass ich ihr in den Rücken gebissen habe und diese Narbe zeigt sie auch heute noch gerne. So dolle. Ja. Ja. [gelächter] Da war ich da war ich Perfektionist. Das müssen wir uns das ist stark. [räuspern]
Und du? Bei mir geht's irgendwie schon immer, also ich habe immer Lust auf viel. Ja, da muss man ja auch mal kurz sagen, DJ, die Band jetzt mit Vergnügen aufzubauen, auch das Drummherum, das ist ja einfach erfolgsverwöhnt, erfolgsverwöhntin, also ich hab irgendwie aber ich habe irgendwie Lust auf viel und viele Sachen machen und verschiedene Sachen machen und dann ist bei mir geht's aber wirklich nicht um ich will das schon gut machen und dieses so ich will es ordentlich machen, also ich würde jetzt nirgendwo unvorbereitet hingehen oder du liebst es auch, wenn ein Plan funktioniert. Ja, genau. Aber nicht also Perfektion. Nee, also das habe ich nicht. Ich würde sagen, das muss irgendwie stimmig sein, dass es sich wo ich denke, okay, es fühlt sich für mich gut an und ich habe das Gefühl, das fühlt sich in dem Raum dementsprechend die Leute, die da sind, fühlt sich für die auch richtig an. Aber ich habe gar nicht so dieses, oh, das hast du aber mega gut gemacht. Das darauf lege ich gar nicht wert, ehrlichweise, sondern eher so, dass ich denke, ach, für mich fühlte sich das irgendwie jetzt alles sehr stimmig an, super. Ah ja und irgendwie so kann ich gar nicht an so, dass es dann so ist und alles perfekt da liegt und auf Kante ist, sondern irgendwie also auch bei uns zu Hause ist ähm alles andere als perfekt. Ähm und da sind immer noch ein paar Lampen, die nicht angebracht worden sind und seit vielen vielen Jahren leben in dieser Wohnung. Also da hängen immer noch so ein paar Kabel oben raus. Also Leute, die alle Deckenlampen installiert haben, die haben ihr Leben nicht im Griff. Ja, du aber du hast auch ein Innenarchitekten. [gelächter] Da ruft er mich an. Leon, also weil ich umgezogen war, tu mir eingefallen Vorhänge, ne? Da gibt's ja gute und schlechte und jetzt lässt du das mal richtig gut machen. Ja, wie habe ich es gemacht mit diesen diesen Doppelklebe? Nein, natürlich nicht. Ich hab diesem Doppelklebete die IKEA vor fest gemacht, weil ich nicht in die Decke bohren konnte, weil so ein Stahlträger runter. Sieht alles scheiße aus und denkt schief. Ja, ich hätte wieder mal auf dich. Beim nächsten Mal dann da bist du perfektionist, aber das ist dir nicht wichtig, dass das dass das so ne, weil du also ich frage mich das bei dir öfter so, wenn du jetzt z.B. Du hast Ewigkeiten, das weiß ich ja, den Ehrgeiz gab, dass Angela Merkel hinkommt, was vorstellbar ist, dass das sau schwer ist. So, dann ähm hast du ja nicht nur die, sondern du hast einfach hier gefühlt die komplette Riege und auch Leute, die sonst keiner kriegt und da muss man ja viel für tun und muss man für für kämpfen und machen und dass man so ein Podcast dann hat, der von so vielen gehört wird, das fällt ja jetzt auch nicht vom Himmel. Und ich finde, wenn man dich von nicht nur von außen erlebt, so, sondern ich denke dann immer, ich erlebe dich ja auch in echt, wenn wir Essen gehen oder im Park sind mit Frau und Kind und so weiter, dann wirkst du ja so ganz ausgeglichen und eben nicht so wie einer, der sagt noch eine Schippe drauf und das wenn wir Fußball spielen, dann hast du gemerkt, nee, da will er gar nicht, also das ist eben gar nicht so wichtig, dass er da gewinnt. Ja, okay. Aber aber mit dem Podcast ist ja ein gutes Beispiel, als ich das erste Mal hier saß, hatte ich noch so ein Bühnenmikro, so ein Schuh SM58, glaub ich, in der Hand. Genau. Und dann hast du ja wohl irgendwann gesagt, es geht so nicht weiter, der Sound muss besser werden, oder? Ja. Ja, genau. Aber das also hier dann wurden irgendwann die reingeholt und irgendwann die Lampen. Genau. Aber das hat gar nicht so sehr es ist nicht eine Perfektions Frage, sondern eher so ein so eine Lust und dann sehe ich keine Ahnung, ich höre ein anderen Podcast merkt irgendwie das klingt irgendwie besser und ist irgendwie angenehmer und dann will ich dann schon rausfinden, wie es irgendwie geht, dass das ja, aber wieder da, um dieses diese Stimmigkeit herzustellen. Ich glaube, das hat auch was mit so früher dieser Band Kiste zu tun. Es muss ja irgendwie, wenn das alles so hart editiert ist äh in der Musik, dann also es muss ja atmen und da geht's eigentlich geht's ganz oft um irgendeine Art Stimmigkeit und wenn man so eine Band wie Blur hört, dann gibt es auch Songs, wenn man so genau hin und dann denkt man, es ist schon auch ein bisschen schief teilweise. Also es ist nicht perfekt, das ist nicht das wackelt da auch mal, aber es ist dadurch ist es total toll und ich suche immer eher danach, dass es so, wenn ich denke, ah ja, super, jetzt jetzt ist es stimmig und ich habe natürlich trotzdem, also diese und dann ist es bei keine Ahnung sowas wie Angela Merkel oder dann ist es natürlich auch so das ist schon so eine Möhre, der man dann wo dann guck mal versucht mal den Ball hochzuwerfen äh und den mal irgendwie mal gucken, wie hoch er geht. Ja, klar. Da habe ich schon natürlich auch total Lust drauf, den Ball hochzuwerfen, aber auch genauso wie man das als Kind früher auf dem Hof gemacht hat, nicht um den perfekten hohen Ball zu haben oder besser zu sein als irgendjemand anders, sondern einfach für sich und denken, ach cool. Ja, aber du hast ja hier auch ein Unternehmen und gibt's Situationen, wo du wo dir schon mal äh der Kragen platzt oder dir was über die Hutschnur geht? M weil ich jetzt immer öfter äh die Formulierung höre äh da ist mir die Hutschur geplatzt der Ach so, da könnte mir wieder um der Kragen platzt hier, [gelächter] wenn du diesen Satz ja nee, also bei mir ist es eher so ne Hutschnur, da müsstest du die da draußen nachher noch mal fragen, aber wüsste ich nicht eine Situation, das ist eher so, wenn du so Sachen, wenn sich so Sachen wiederholen, wo man denkt so, ey, das wollten wir doch irgendwie anders machen und warum ist es, aber dann sagst du eher ruhig, dass ja ja und ich bin eher Ja, ich bin eher, also ich habe eine sehr hohe Allergie entwickelt gegenüber Meetings. Also, ich finde Meetings wirklich absolut grässlich. Es hat ja die Theorie, dass noch nie was wirklich Wichtiges auf dieser Welt in einem Meeting entschieden wurde, gar nicht in Zoom Meetings. Ja, irgendwie, also ich mache das so, ich lese wahnsinnig gerne, wie ihr euch vorstellen könnt, mit Menschen zusammen, aber dieses, also dieses Meeting, das ist hat irgendwie noch nie, also bei mir nämlich auch, ich denke so, das ist da kannst du sagen, okay, die die Zeit die haben wir aus dem Fenster rausgeschmissen jetzt gerade. Hast du ja sollte Angela Merkel irgendwann hier sitzen auch? Die war schon hier. Ach so, die war schon hier. Okay, musst du hören und sie ist wahrscheinlich habe ich so gt ähm [gelächter] aber wir haben gerade draußen haben wir gerade festgestellt, dass das Schöne unter Freundschaften ist, dass man äh die Geschichten des anderen vielleicht schon x mal gehört hat, aber trotzdem total begeistert ist, sie noch mal zu hören. Ja, und auch wirklich an sich feststellt, Leon, dass man die Geschichte zum fünf mal hört und wirklich auch noch mal erstaunt ist. Ja, und sich und sich freut. Ja, das stimmt. [gelächter] Wir haben bei uns im Podcast eigentlich mittlerweile die Regel, wenn wir was doppelt hören, dass wir so zwei Finger ans Ohr machen, damit man den anderen nicht so blöd sagen muss, ey, hör mal und dass man so langsam checkt. Oh, das erzähle ich gerade zum nächsten Mal, aber ja. Und bei mir typisch äh Boomer oder älter werden Mann, weiß man, dass man die Geschichten schon zweimal erzählt hat. Erzählt sie aber lieber noch mal. [gelächter] Und da bin ich selber noch nicht dahinter gekommen, warum ich das mache, was ja viele Männer in meinem Alter machen. Ich vermute mal, weil man insgesamt so ein bisschen den Glauben aufgegeben hat, äh dass alle alles kapieren und dann erzählt man uns lieber fünf mal, damit es auch wirklich sitzt. Aber ich meine, das ist ja im Grunde auch Teil deines Berufs, dass du dass du jeden Abend in in du legst dir ein Programm und das erzählst du, dieses Programm. Ja. Ja. Es gibt Nummern, die habe ich über 2000 mal gespielt. Und äh da ist es tatsächlich so, dass ich äh ich habe jetzt zwei ganz alte Nummern auf Wunsch des Publikums noch mal wieder ins Programm genommen zur Zugabe und dass ich da feststelle an einigen Stellen stämt, wenn du da die Pause länger machst und das Wort weglässt und das wird lieber und dann habe ich tatsächlich auch Spaß, dass die Nummer dann noch mal besser geworden ist, dass ich denke, stimmt, die kann man ja noch mal besser machen. Aber das ist ja was was voll schön ist, also wenn man es nicht also wenn man Sachen wiederholt, aber so d dann also so so abspult, dann dann ist es blöd so. Aber wenn du merkst, also sind immer wieder bei diesen Bühnenmomenten, du siehst irgendwie die spielen es ein Ticken anders, die sind irgendwie es ist ein bisschen weiter gefasst, da ist eine Pause plötzlich da, da ist irgendwas anderes. Also genau, wenn ich das Gefühl habe, irgendjemand da steht mir jemand da und und so dann dann oh Gottes Willen. Nein, aber so dieses klar und wenn ich auch sehe, dass du Spaß hast auf der Bühne, dann kann ich mir die den Witz auch x mal noch mal anhören oder von meinem besten Kumpel dann, wenn der das noch mal erzählt, die Geschichte, das ist ja auch irgendwie so wie so ein, keine Ahnung, man vergewissert sich noch mal aneinander irgendwie. Ich finde das ist nicht schlimm. Ja, also gar nicht, also das ist, habe ich ja schon gesagt, wenn du dann selber auch den Eindruck, du weißt, du hast die Geschichte schon paar mal gehört, bist aber trotzdem noch mal erstaunt. Ja. Ach [gelächter] ach, es darf doch wohl nicht wahr sein. Also dir das wirklich passiert. finde ich ein gutes Zeichen von Freundschaft, wenn man zusammen so Geschichten so gemeinsame Erlebnisse [räuspern] im Dritten erzählt. Also ich sitz besten Kumpel da und wir erzählen, wie wir keine Ahnung mitm Gummiboot von Sardinien nach Korsika übergesetzt sind, obwohl man uns dreimal gesagt hat, bitte nicht hier nur am Strand in den Buchten fahren und wir fahren irgendwie 12 km übers Mittelmeer und dann kam diese Fähre und diese Fähre war so groß wie eine Aida und diese Welle, die die vor sich herschob und wir mit diesem kleinen Knatterboot. Es war lebensgefährlich von A bis Z. Wenn wir das jemandem erzählen zu zweit und uns dann so ergänzen und so die und du weißt schon, es kommt so ein bisschen Mythos dazu und hier wird noch mal eine Schippe drauf gelegt und das ist dann so, wir haben es zum achten Mal zusammen nicht 2000 mal die Nummer erzählt, aber es ist so eine Nummer aus unserem Leben und da merkst du dann mit den drei vier Freunden, mit denen ich da in diesem Boot saß, das ist ja auch Freundschaft, dass du solche Geschichten so zusammen erzählst. Gemin ein Freundschaftshit. Ja, genau. Genau. Ein Hit und je öfters du das erzählst, umso schöner [gelächter] wird. Das wird einfach richtig, das wird so euer Wonderwall. Das ist so total herrlich.
Vielleicht aber ganz ganz gut mal einmal abzustecken, weil wir haben jetzt darüber gesprochen, dass das ein schönes Gefühl sein kann oder auch vielleicht völlig okay ist, sich Ziele zu stecken, um was zu erreichen. So, ich glaube, da würden wahrscheinlich auch die allermeisten zustimmen. Für mich ist aber Perfektionismus eigentlich was anderes und zwar nicht ich erreiche Perfektion, da weiß jeder, das geht nicht, das ist ja uns völlig bewusst. ähm, sondern ich mach's gut, mach's richtig, vielleicht in Richtung von perfekt, aber bin dann nicht damit zufrieden. Das ist Perfektionismus. Also, es ist eher so eine Art Ungenügsamkeit. Du hast es du hast es gut gemacht, du kriegst den Applaus, du kriegst deine 2 plus im Englischt Test, vielleicht sogar eine eins, aber du sagst da nicht toll, toll, ich habe Angela Merkel hier gehabt, sondern du sagst als nächstes, ey, wann kommt eigentlich mal der Obama? Das weiter immer weiter. Das ist genau das ist dann Perfektionismus, wo ich denke, das ist eigentlich das Spannende, nicht zu fragen, will man was richtig und gut machen? Das würden die meisten unterschreiben, sondern wieso, wenn man was gut gemacht hat und wenn es eigentlich ganz gut läuft, kann man nicht für sich sagen, schön, damit sei doch mal zufrieden. Das ist doch jetzt was, wo du so eine Art Plateau erreicht hast und da jetzt mal im Schneider sitzt, sagst Leben läuft. Und das ist z.B. was ich total kenne, dass es funktioniert, dass Sachen gut laufen, aber du dir dann nicht sagst: "Ey, jetzt setz dich mal hin, blick mal zurück und freu dich mal dran und und genieß das." Das kann ich aber relativ kurz und dann kommt schon der nächste Gedanke, okay, und wie wird eigentlich die nächste Tour? Oder ähm ja, du spielst du spielst eine große Halle, kann ich bei dir habe ich es ja vor Augen, weil ich ja weiß, wie es abgelaufen ist. Dann gibt's, dann spielst du zum ersten Mal Less Arena in Köln und du freust dich vorher drauf und ich weiß noch, wie du gesag, wenn das, ne, ich habe jetzt auch den Druck, ich spüre den Druck und dann hat's geklappt, deine Eltern waren vielleicht auch da und Staning Ovations. Äh und dann ist es vorbei, ne? Und genau. Ja, genau. Und was kommt, was setzt dann ein danach? Dann sitzt du da in deinem, ich weiß noch, wir sind dahingefahren, Jonathan und ich, das einer meiner engsten Freunde und ähm kam um weiß ich nicht 14:30 Uhr bei der Langsess Arena. Ich bin h in in Köln in Ernfeld die ersten Jahre groß geworden, dann in Soling. Das war für mich das ja der also ist die größte Halle in Deutschland und es ist immer so ein Tempel für mich natürlich gewesen. Da war ich bei den drei Fragezeichen bei Justin Timberlake hatte ich mal geschenkt bekommen als dickes und jetzt soll ich da selber auftreten und dann fahren wir meinem alten, die habe ich damals bei IBE für 800 € in Soling gekauft Schrömmels BMW da in diese Tiefgarage von der Less Arena drücken auf diese Klingel und [schnauben] dann geht da jemand dran vom SE wer sind Sie denn? Was wollen sie hier? Weil alles war so abgesperrt und alles war so ja und der Jonathan sagt so in diese Sprechanlage, ja, ich bin hier mit dem Künstler nee fahren hauen sie ab, was soll das und doch doch hier mit Leon Windscheid was. Nee. Und dann gucken wir so durch diese kleine durch diese Kamera da und dann haben sie so gewunken und oh ja, alles klar. D haben sie die Tür aufgemacht und wir kamen da rein und überall stand Nightliner und die Trucks und die fetten Autos oder wie dieser mir mit dieser Kach und das war so surreal und dann kommst du auf diese Bühne raus und stehst da und da sind dann tausende Leute. Das ist du checkst es nicht. In dem Moment checkst du es gar nicht und genau [schnauben] wie du sagst, dann kommst, das ist dann irgendwann vorbei und patzt, der Vorhang ist wieder zu und es wird ja dann auch sofort so eine Halle wieder leer geräumt, weil das ja unglaublich teuer ist, diese Arenen auch nur eine Stunde länger zu betreiben und dann sitzt du da Backstage und Backstage in der Kölnarena ist nicht wie man sich das jetzt irgendwie vorstellt. Da ist Raufhaserapete, so Lampen an der Decke, wo du denkst, die wollen die Junky fernhalten und äh irgendwie eine sehr schbige Toilette und dann hockst du in diesem Raum und dann war's das. Und das war dann z.B. überhaupt nicht. Also, ich habe das dann genossen und ich habe so gedacht, boah, war das mega und das war so sowas tolles und hast du aber dir gesagt, das war perfekt heute? Nee, nee, nee, war es auch nicht, ne? Okay. War es auch weit von entfernt, aber das, worauf ich hinaus wollte, war Jonathan, der mir dann am nächsten Morgen nicht mir, sondern in unsere kleine Tourgruppe eine WhatsApp geschrieben hat und der ähm was gemacht hat, was wir als Jungs eher selten machen in meinem Freundeskreis. Ich würde sagen, fast nie diese was was heute warme Dusche genannt wird. Der hat geschrieben, Leon, wie du gestern mit dem äh ich glaube Florette die Wörter und Sätze zerlegt hast und das präsentiert hast, das habe ich so von dir noch nicht gesehen. Dann an Leo, der das ganze mitorganisiert, was er tolles gemacht hat. An Marius, der die Technik mitmacht, was er gemacht hat. Es war so richtig so, dass ich das gelesen habe und Gänsehaut hat und dachte, boah krass, das sagt dir jetzt einer deiner herz besten Freunde, wo wir uns sonst eher so härtere Sprüche drücken und so und dieses Gefühl, das war dann auch da und trotzdem ist in deinem Kopf direkt und wie wird's nächstes Mal und und [räuspern] zwei Tage später spielen wir ja in die Barclass Arena. Wie wird's denn da und so. Also, es hält nicht so lange an. Und da habe ich mich oft schon gefragt, wieso und es gibt in der Psychologie so eine Theorie, die heißt Dark Room Szenarios, fand ich total interessant. Warum wenn der Mensch Essen, Wärme, Sicherheit hat, setzt er sich nicht irgendwie in dem Raum, einfach im dunklen Raum in die Ecke und sagt, ja, bleibe ich halt hier. Also so auf so einer Ebene von der menschliche Organismus. Also bedingungsloses Grundeinkommen ist ja so ein bisschen eigentlich so ein bisschen die Idee zu sagen, da ist gedeckelt und man könnte sich dann theoretisch könnte man eigentlich in den in den schwarzen Raum sich setzen. Das ist ja wahrscheinlich die Grundlage, wenn man in der Psychologie über Perfektionismus spricht, dass ja, wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind, dass ja dann alles gut sein könnte, aber es fast nie gut ist. Wieso ziehen wir wieder? Nie gut ist. Und was sagt die Studie? Also die, das was ich, es gibt verschiedene Theorien dazu und keiner kann es sicher sagen, aber die Theorie, die mich am meisten überzeugt ist, dass egal welchen Organismus du nimmst, sofern diese Organismen darauf angewiesen sind, sich zu bewegen, um an Nahrung zu kommen, irgendwie in einer komplexeren Welt klarzukommen, als jetzt einfach ein Pilz, der Sporen ausstreut und hofft, dass irgendwas stirbt und sich drauf setzt. Also selbst kleinste Wurmwesen bist du darauf angewiesen, Modelle über die Welt zu haben. Was passiert als nächstes? Wo sterbe ich? Wo überlebe ich? Wo ist Essen? Wo sind Freunde? Wo sind Feinde? Und diese Modelle musst du eigentlich die ganze Zeit updaten, weil die Welt sich verändert. Und in dem Moment, wo du irgendwas erreicht hast und Punkt geschafft hast, will dein Kopf wissen und als nächstes, wie sage ich als nächstes die Welt vorher? Also ein Überlebenskonzept. Ein Überlebenskonskonzept. Das bedeutet, erfolgreiche Organismen suchen sich Umgebungen, in denen sie die ganze Zeit vorhersagefehlerdamik finden. Was bedeutet das? In dem Moment, wo du Vorhersagen machst, machst du Fehler. Das heißt, du gehst in die eine Ecke und denkst, da gibt's Futter und plötzlich wartet da der Säbelzahntiger. Das bedeutet, das möchte ich nicht noch mal machen. Ich update mein Modell und weiß als nächstes: In die Ecke gehst du nicht noch mal. Soweit klar. Ich habe also ein Vorhersagefehler und daraus gelernt. Jetzt könnte man sagen, ich will ja nur Vorhersagefehler, wo es besser kommt als erwartet. Ich gehe in die Ecke und rechne mit nichts. Finde der Futter super immer dahin. Aber ich brauche eigentlich beides, um mich weiterzuentwickeln. In dem Korridor zwischen besser als erwartet und schlechter als erwartet. Da findet Veränderung statt, da passe ich die ganze Zeit mein Modell weiter an und adaptiere mich an eine Welt, die ich sonst nicht packen könnte. Und das ist, finde ich, eine total plausible Erklärung, weshalb wir vielleicht einfach nicht für Zufriedenheit gemacht sind. Du wirst dich nie in diese Ecke setzen als ein gesunder Organismus und sagen, das war's jetzt, ich habe ja Essen und Heizung und Sicherheit, sondern dein Hirn wird nach einer gewissen Zeit fragen, okay, und was passiert als nächstes auf dieser Welt? Denn ich bin darauf programmiert als Organismus zu fragen, wie kann ich dieses diese Umwelt, dieses Leben vorhersagen? Und dafür muss ich immer wieder Momente aufsuchen, wo Reibung entsteht, wo Fehler passieren, wo es unerwartet wird. Und das finde ich eigentlich eine sehr beruhigende Vorstellung, weil wenn du da sitzt und mit dir haderst und denkst, warum bin ich eigentlich nie zufrieden, warum komme ich eigentlich nie an, macht dir bewusst, dass du als Organismus vielleicht gar nicht darauf angelegt bist. Dann ist Zufriedenheit ja im Grunde genauso die die Möhre wie der Goldtopf. Also was du erst sagtest mit dem man rennt so ein gewissen Erfolg hinterher und next next und das ist ja dann auch so. Rennt einer Zufriedenheit hinterher, die es eigentlich gar nicht wirklich geben kann. Und genau und trotzdem gibt's ja ein von Biss. Das bedeutet, ich muss ja jetzt nicht das ins Maßlose treiben und mich dabei kaputt machen, sondern wenn du Menschen befragst zum Thema Perfektionismus, zufrieden sein mit dem, was vielleicht auch mal ganz gut war, dann muss das nicht statisch sein. Ich habe es jetzt erreicht und sitze in der schwarzen Ecke. Das macht ja eigentlich kein Mensch, sondern manche sind das mehr und manche sind das weniger. Und ich glaube dazwischen so eine Gradwanderung zu finden und zu sagen: "Jo, mein Kopf will lernen und ich will was Neues und ich will das noch schaffen und das erreichen, aber ich will mich nicht kaputt machen und ich will nicht immer über Grenzen gehen und ich will vielleicht zwischendurch auch mal innehalten und so eine WhatsApp von Jonathan bekommen und die genießen wie eine warme Dusche." Ich glaube, das ist die Kunst.
Glaubt ihr denn, dadurch, dass wir jetzt in der in dieser KI Welt leben, also ne, immer mehr, da geht es ist ja irgendwie eine Art von Perfektion, die dadurch entsteht auch vielleicht, also, ne, alles wird maschineller, kann maschineller äh erstellt werden, dass es dann die Gegenbewegung geben könnte, dass viel viel mehr Menschen darauf achten, eben nicht mit dem zu äh zu konkurrieren, sondern zu schauen, okay, ähm ich kultiviere mehr die unperfekt Momente. Also, das ist das, was ich eigentlich jeden Tag fühle. So, je mehr ich über ChatGBT und AI höre, lese und eben auch die es gibt ja verschiedenste Vorhersagen, wo sich Sinn entwickeln wird. Wie gesagt, ich bin da eher bei Terminator. Mhm. Ähm und was begeistert uns bei Terminator? äh natürlich die, die im Untergrund kämpfen und mit einfachsten Mitteln versuchen dieser Perfektion äh den Stecker zu ziehen, den Stecker zu ziehen, ne? Also, das ist ja eigentlich das Grundthema. Da hat James Cameron vor 42 Jahren ja schon und nicht nur er, ja, auch viele andere schon äh ein Thema angegangen. Also, ich glaube, dadurch nimmt eben die Faszination des Unperfekten zu. Das jetzt hätte ich beiner menschlich gesagt, weil kann man ja fast auf eine Stufe stellen, menschlich und unperfekt. Und das glaube ich schon, dass genau äh die Bereiche, die sich eben nicht maschinell planen lassen, dass die uns besonders faszinieren. Äh, also im Moment äh haben wir, glaube ich, so ein so ein Stillstand auch, was die äh Kultur angeht, dass man alles ökonomisieren möchte und dies Ökonomisieren kommt ja eben aus einer aus einer Perfektionshaltung. Ähm und ich glaube, das Pendel wird irgendwann zurückschlagen, dass das äh nicht ökonomische äh das faszinierende sein wird, noch faszinierender als heute. Das nichtökonomische wird das Faszinierendere sein, wo also nicht nicht nur zum Nutzen, dass du Dinge nicht nur zum Nutzen, zum offensichtlichen Nutzen machst, sondern äh einfach zum Dasein und eine gewisse Sinnlosigkeit. Absolut. Die äh gewisse Sinnlosigkeit. Ähm, jetzt jetzt kommen natürlich wieder pathetische Worte, aber klar, ich bin jetzt nur mal der älteste in der Runde und ich äh bringe euch auch gleich ein Beispiel dafür. Ich merke, sowohl in meinem Job, aber wie auch in meinem Privatleben, natürlich in meinem Alter, dass ich äh schon mich eher dem Ziel nahe fühle fühle als ihr. Und das heißt, für mich haben bestimmte Sachen gar nicht mehr so eine Bedeutung, was ich als absolut angenehm empfinde, das so. Also jetzt fangen wir mit dem Beruf an, da wo ich früher stand mit dem Hype, den es eine Zeit lang gab, das sind jetzt andere und da habe ich natürlich oft drüber nachgedacht, ist ja klar, muss man ja verarbeiten, aber ich empfinde das als so angenehm und freue mich auch über jeden jungen Künstler, der und Künstlerinnen, die viel Erfolg haben und ich merke, wie viel Glück für mich auch darin liegt, da immer mehr loszulassen, einfach zu sagen, wunderbar, lass die anderen jetzt äh Und je einfacher mein Alltag wird, umso schöner. Das kann ich sehr genießen. Ich habe letztens eine Straßenumfrage gesehen. Das war aber glaube ich von der äh ich glaub vom Ende eher eine Straßenumfrage. Da kam so ein ältere Herr desweges. So optisch hätte man erstmal gesagt, so mein Alter. Äh guter Typ, Kopf größer als ich. Äh also quasi Leon in meinem Alter, sagen wir mal, ne? Und du hast aber gleich gesehen so wache Augen und wirklich guter Typ. Ja. Äh, worum geht's, ja, mit dem ARD Mikrofon dann. Ja, dürfen wir sie mal was fragen? Ja, los, schieß los. Der war also von vorne rein auch ganz eloquent dabei. Äh, ja. Sind Sie glücklich? Ja, ja, ja, ich bin sehr glücklich. Und warum? Ja, weil mir alles scheißegal ist. Oh, ja. Darf ich mal fragen, wie alt Sie sind? Ja, 82. Und was würden Sie sagen, was ist so das höchste Glück der Welt? Äh ja, Gesundheit. Alles andere ist egal. Gesundheit. Und äh ich kann da glaube ich mitreden, sagt er, weil ich war ein Lebenlang Arzt. Ich war allgemeinmediziner, war Hausarzt. Kein schöner Beruf, weil vielen kann man nicht helfen. Viele wollen sich auch nicht helfen lassen und äh und sie sind gesund. Sagt er neö, neö, bin ich nicht. Äh ich habe Parkinson, seitdem ich 75 bin. Ja. Und wie wie geht's ihn damit? Ja, gut. Ja. Und warum? Ja, weil mir alles scheißegal ist. Und das hat mich so beeindruckt, das habe ich jetzt schon so oft erzählt. Äh, und ich würde jetzt vielleicht das Wort nicht benutzen, scheißegal, aber dieses was dieses Loslassen, was da drin was da drin liegt, das tut so gut. Ich habe den Beitrag gesehen und konnt so richtig durchatmen und habe gedacht, ja, müssen die Dinge noch egaler sein. Nicht alles. Ich weiß Karl Jakob Haupt saß hier, der war damals 32 oder 33 und der hat hier was ganz tolles gesagt. Das habe ich mir auch echt hinter die Löffel geschrieben. War wirklich auch ein schlauer Kerl. Der hat zu dir gesagt, Matze, du weißt du irgendwie ist auch alles scheißegal und irgendwie ist auch alles nicht egal. Und da war es, glaube ich, drin. Ja. Ja. Und es hat er gesagt mit dem Wissen, dass er Krebs hat. Ja. Was ich damals nicht wusste [schnauben] und äh und dass er wusste, na ja, das oder ahnte, das könnte es auch jetzt demnächst gewesen sein. Also für alle noch mal äh Hinweis, da noch mal reinzuhören. Das ist eine der schönsten Folgen, die hier jemals stattgefunden haben. Ja, fand ich auch. Ja. Ja. Dicht gefolgt von der Folge, die wir gemacht haben. Ja, [gelächter] also ganz ganz ganz nicht messbar. Ne, nicht nicht mehr. Also es ist eigentlich nicht nicht man würde das das nicht sehen. Diese Hypefrage. Ich habe mit dem Montana Black gesprochen. Du kennst ihn persönlich nicht, aber ich aber du weißt w also ist Streamer sehr sehr erfolgreich und ähm und er sagte, es ist für ihn, weil ich fragte, was ist eigentlich schwieriger, hochzukommen oder oben zu bleiben? Sofort oben zu bleiben und das ist so schwer und alle glaub ich und das ist brutal hart und und der will das aber unbedingt halten. So, man merkt es ihm auch an. Er will dieses Level halten, der will da oben bleiben und und gibt da auch viel rein, obwohl er eigentlich nie da hoch wollte. Also, der hat nie sein Traum und das fand ich interessant, als er fünfte, sechste Klasse war, alle in der Schulklasse wurden gefragt und alle wollten Fußballstar werden, was man eben so werden will. Astronaut und er wollte einfach nur die Realschule schaffen. Das war sein Traum und jetzt ist er aber irgendwie der erfolgreichste Streamer, Multimillionär und so weiter und und der will aber da oben bleiben. Der will auf seinem Monte Monte. Ja. Und warum oder wie hast du es geschafft, dass du diesen und diesen Anspruch haben wir so viele, wenn wir jetzt irgendwie ne Fußballweltmeisterschaft alle wollen irgendwie hoch oder oben bleiben, Zwerf, der jetzt gerade gewonnen hat, der will ja auf jeden Fall beim nächsten Mal auch wieder gewinnen. Der will der will da oben bleiben, der will das will das weiterhin schaffen. Wie bist du von diesem Hype? Äh der Hype hat nachgelassen, da sind jetzt andere da und dann, dass du das irgendwie so ne, also wie hast du das für dich klargekriegt? Ach, [räuspern] gute Frage. Weiß ich nicht. Also einmal muss ich muss ich wieder das Lebensalter anführen, weil äh dann wird man ja lässiger. Mhm. [räuspern] Und wahrscheinlich habe ich irgendwann entdeckt, dass diese Lässigkeit mir so gut tut, dass der einfach so eine körperliche Ja. Ja, ich gucke natürlich auch damit. Das macht mir auch Spaß. Das äh bin ja kenne ja relativ viel Unternehmer und wenn die da wieder von ihrem Rattenrennen erzählen und von ihrem Rad, in dem sie jeden Tag drehen, äh dann sage ich ja oft auch, ne, ist doch alles scheißegal. Ja, unser gemeinsamer Manager Töne, der sehr beflissen ist in seinem Job und wirklich immer alles gibt. Äh, dem habe ich auch mal an einer Stelle gesagt, ey, Tön ist doch scheißegal. Und er hat mich gefasst so und hat gesagt, nein, ist es nicht. Nein, [gelächter] der ist sehr kompetitiv. Äh, das treibt ihn glaube ich auch an und macht ihn auch so gut. Und das hat sich bei mir ist es rausgewachsen, glaube ich. Also für mich ist ein erfolgreicher Tag, wo im Prinzip nichts erreicht wurde. [gelächter] Ich vielleicht was Schönes gelesen habe, äh gut gegessen habe und
äh alles um mich herum friedlich und liebend ist. Also ich würde sagen, ist es für mich auch. Ja. Ja. Für dich auch, glaube ich, Leon. Ja, aber es gibt trotzdem noch mal so eine Art, ähm, mir fällt ein, das ich habe vor von vor paar Tagen, Wochen mit jemandem gesprochen, der hat seine Frau verloren und der versucht zum Glauben zu finden. Also, der hat irgendwie die Vorstellung, dass ihm das irgendwie helfen könnte, und dann hat er mit einem Fahrer gesprochen, meine ich, war ein Fahrer, und ihn dazu gefragt, und er meinte: ja, wie er zum Glauben gefunden hat. Der hat gesagt: „Ich habe einfach lange so getan als ob.“ [japst] Und irgendwann kam der Glaube. Ja. [gelächter] Ja. Und das fand ich irgendwie sehr gut an, als auch dieses: man könnte das für dich ja auch anwenden und zu sagen: ja, ich tue einfach als ob ich ganz entspannt wäre und als ob mir alles oder vieles scheißegal ist, und irgendwann kommt's dann halt vielleicht bestenfalls nach. Therapie ist das eigentlich. Ja, gefällt mir gut. Im Glauben so zu tun als ob, und dann vielleicht kommt irgendwann, kommt da kommt der liebe Gott. Ja. Ja. Okay. Nehmen wir, nehmen wir an, ne? Das können wir mal so annehmen. Erzähl mir mal, Leon, diese also ein Programm dazu gemacht hast und dich also damit so auseinandergesetzt hast, warum ist dir das so ein? Also, dass du dich hinsetzt, und also, und du weißt ja, du musst dann ein, zwei Jahre drüber reden, und das ist einfach so. Du ist ja nicht nur für dich ein Thema, sondern du weißt auch für viele andere wird's auch ein Thema sein. Also, das merke ich ja. Die Tour geht ja noch bis, glaube ich, Ende des Jahres, und wir hatten jetzt, glaube ich, 150.000 Leute kommen da zu dieser Tour, wo du so denkst: Alter, das ist ja absurd, dass sich so viele Leute in der Zeit, wo die Wissenschaft mit Füßen getreten wird, wo es alternative Fakten geben soll, wo die Leute unter irgendwelchen Aluhüten da sonst welchen Theorien hinterher rennen, dass die Bock haben, zu einem Psychologen in der Halle zu kommen, der sagt: „Ich erzähle euch was von Papern und von Wissenschaft und mit Quellen,“ und ist auch mal eine Schippe komplexer vielleicht oder um eine Ecke mehr gedacht. Das hast du mir vor erzählt, dass, also wir hatten irgendwann mal telefoniert. Oh, es ist, es ist anspruchsvoller als das Programm, was du davor gemacht hast – nicht die Leute unterschätzen – und ich merke, dass es total greift, also dass das total aufgeht, dass genau das, was du beschreibst, ist nicht nur mein Gefühl, also dass diese Welt einem einen Druck hinlegt und gut nicht mehr reicht und eigentlich 110% da sein müssen, und jeder muss auf der Yogamatte, im Job, im Bett immer perfekt sein. Das spüren, glaube ich, einfach ganz, ganz viele, und noch mehr spüren, wenn sie mal hinfühlen: das tut uns eigentlich nicht gut. Und deswegen, dass da Leute kommen und sich dafür begeistern, das hatte ich schon, das hatte ich relativ früh gemerkt, als so die ersten Vorverkaufszahlen kamen und du dann gemerkt hast: boah, okay, krass, es ist einfach so eine hohe Nachfrage.
Ähm, und dann, wenn du sagst: ich rede da zwei Jahre drüber, ich ändere die Tour die ganze Zeit. Das Programm ist fast kein Abend gleich. Das hat mehrere Gründe. Einmal wieder Töne, unser Manager, der mir damals gesagt hat: „Leon, wenn du da ein Abend rausgehst und du langweilst dich auf der Bühne, dann machst du den falschen Job, weil du hast das alleine in der Hand. Dann update die Sachen, erzähl, was dich umtreibt,“ und das mache ich eigentlich die ganze Zeit. Wir sagen ja bei uns immer: ich sitze am Fluss und schöpfe die Gold Nuggets der Wissenschaft, so was mir vor die Flinte kommt, was ich finde. Und lese ja die ganze Zeit die Paper, sprech mit den Forschenden und guck mir die neuesten Studien an, und dann fließt das in diese Show rein. Deswegen habe ich jetzt nicht das Gefühl, ich muss zwei Jahre über dasselbe reden, sondern eigentlich immer das, was neu dazu kommt. B du dann wieder mit ein. Baue ich wieder mit ein. Und es sind oft auch so Erlebnisse. Also vielleicht mal ein Beispiel aus der Tour, wo ich eine Erfahrung gemacht hatte, die mich sehr, sehr berührt hat. Ich komme raus auf die Bühne und sag zu den Leuten: „Ähm, mal rein hypothetisch, ne, stell dir vor, du bist in einer tollen Liebesbeziehung und jetzt willst du Kinder kriegen, und dann gehst zu deinem besten Kumpel und sagst dem: 'Hey, wir wollen jetzt Kinder kriegen.' Und dann sagt er: 'Super, wir auch. Hast du schon von diesem Startup gehört?' Und du sagst: was für ein Startup? Wir wollen Kinder kriegen. Und dann fängt dieser Kumpel an zu erzählen: ja, gibt's jetzt neu in den USA, kostet 25.000€. Die entnehmen Spermien bei dir und Eizellen bei der Frau, und dann gucken die im Labor nach dem perfekten Kind. Also, du kriegst für 00$ quasi ein Kind ohne psychische Probleme, ohne körperliche Probleme, vielleicht noch ein bisschen schöner, ein bisschen intelligenter. Perfekte Kind für 00$. Und dann frage ich in die Halle: wer von euch würde das machen? Und man denkt ja immer, man, man, es ist eine einseitige Kommunikation. Im Gegenteil, du spürst so viel von, du merkst: 10.000 Leute sagen nein, niemals, und manche sagen es auch. Und dann sage ich: okay, jeder für sich, behalt's im Kopf. 10 Jahre später, dein Kind kommt weinend aus der Schule nach Hause und guckt dich an, und du sagst: 'Was los, mein Schatz?' Und dann guckt dein Kind zu dir hoch und sagt: 'Papa, die anderen in der Schule, die machen mich alle fertig, weil ich bin im Sport der langsamste und ich kann den Mathe nicht mithalten und ich kann mir die Sachen in Englisch nicht merken, und die anderen Kinder sagen: ihr seid schuld, du und Mama, weil ihr als einzige keine 500$ für mich bezahlt habt.' Und dann geht so ein Raunen durch die Halle, und jeder denkt: 'Jo, shit.' Und dann mache ich ein Klick und zeig Orchid. Das ist ein echtes Startup aus den USA. Kannst du jetzt auf die Webseite [räuspern] gehen, dann steht auf der Startseite: Have Healthy Babies – kriegt gesunde Kinder, und dann kannst du, die haben es mittlerweile abgedeckt, ist nicht lange her. Da konntest du oben auf Product klicken, und das fand ich so bezeichnend. Dann klickst du auf Product, wählst Embryo, kommst auf die nächste Seite, wo die dir erklären, was du für dein, ich glaube, 500$ bekommen sollst. Wir sequenzieren über 99% der DNA dieses ungeborenen Menschen und gucken für dich mit einem sogenannten polygenetischen Risikoscore. Das heißt, wir berechnen, welches dieser Kinder hätte, welche Wahrscheinlichkeit für welche Krankheiten oder Probleme. Zählen dann so eine ganze Liste auf: irgendwelche Entzündungswerte, Herzkreislaufprobleme, Brustkrebs, Prostatakrebs, Diabetes 1, Diabetes 2, und das hatte mich als Psychologe, psychologisch überprügt auch für psychische Probleme: Autismusspektrum, bipolare Störung, Schizophrenie, und behaupten, wir könnten überall das Risiko massiv reduzieren. So, jetzt gibt's da viel Streit, ob das überhaupt so stimmt oder ob das nicht einfach nur ein krasses Werbeversprechen ist – das will ich mal auf jeden Fall hier dazu sagen, bevor jetzt alle denken: 'Top!' Ähm, aber eigentlich finde ich diese Grundidee, und stellen wir uns mal vor, das wird immer möglicher und die werden immer besser – so heftig und so verstörend, weil dir ja klar sein muss: du sagst jetzt noch: 'Nee, würde ich ja nie machen.' Aber wenn alle um dich herum machen. Und das ist für mich so dieser Moment, wo ich einfach denke: das ist die Welt, in der wir leben. Höher, schneller, weiter. Rocket ist jetzt ein Beispiel, wird uns an so vielen Stellen erstmal als Möglichkeit hingehalten, und irgendwann kannst du nicht mehr anders als mitzumachen, weil du sonst hinten überfällst. Ja, denkst du, es geht dir irgendwie besser, dass du jetzt höher, schneller, weiter mit deinem iPhone 17 kannst? Geht's mir ein bisschen besser mit dem iPhone 17 als mit dem iPhone 16? Nein, aber Apple schafft es, dass ich das iPhone 18 auch wieder will. Geht's mir ein bisschen besser im Fußballstadion, seitdem wir einen Tracker im Ball haben, mit Super Kameras irgendwie genau gucken können, ob der überm Tor war, und noch einen Videoassistenten haben, der dit mit, weiß ich nicht, KI in dem, in im Computerraum sitzt und mit drei Kollegen auswertet: war der Ball jetzt? Im Gegenteil, du hast an so vielen Stellen das Gefühl, das was wir da angeblich verbessern, macht eigentlich alles schlechter. Und jetzt die persönliche Erfahrung dazu: ich habe mit Amelie gedreht, junge Frau Anfang 20 mit Down-Syndrom, Trisomie 21, die habe ich in Bremen getroffen für Terra X. Und den ganzen Tag mit der eine Doku gedreht, weil ich wissen wollte: wie fühlt sich das an, wenn du nach unseren Maßstäben nicht perfekt bist in der Welt, wo immer mehr Perfektionismus schreit, in so einer Orchid-Welt? Und das Krasseste war: wir stehen abends mit Amelie und der Mutter in der Küche, und das werde ich nie vergessen, dann ähm sagt die Mutter irgendwann aus dem Nix – und Amelie topfit, ne? Also, die zieht ihr Leben durch, die hat einen Platz an einer inklusiven Uni, die studiert, die ist äh, die macht, die wurchelt sich so durch, und hat mir natürlich auch gesagt, wie heftig sich das anfühlt und wie oft sie gespiegelt bekommt, dass sie nicht reicht und den Ansprüchen nicht genügt und eben überhaupt nicht perfekt ist. Dann stehen wir mit der Mutter in der Küche, und sagt die Mutter: „Amelie, wenn wir das damals gewusst hätten, ich glaube, wir hätten dich nicht gekriegt.“ Boah, und ich stehe da und boah. Aber bevor wir das judgen: wir haben es nicht erlebt, wir waren nicht dabei. Und dann sagt, er, fängt die Mutter an zu erzählen und sagt: „Ey, wir hatten so eine andere Vorstellung, und wir haben da, wir waren da nicht drauf eingestellt. Wir haben es nicht erwartet. Der Papa hat zwei Wochen lang nur geweint. Und dann kommt die Nachbarin und sagt: 'Boah, das tut uns alles so leid.' Und was macht die Tochter in dem Moment?“ Und da saß ich da und habe wirklich gedacht: oh mein Gott, die, diese Tochter – und da dachte ich: das wird ChatGPT niemals können, kein Roboter jemals imitieren können. Die sagt nichts, die geht auf ihre Mutter zu und nimmt ihr den Arm. Oh Gott. Und dann sagt die Mama: „Und heute bin ich so froh, dass du da bist, und ich weiß, was du für ein Geschenk bist.“ Und da stand ich da und dachte: ey, wer von uns glaubt denn, dass es wirklich eine bessere Welt wäre, wenn hier Platz wäre nur noch für Menschen mit alle Häkchen grün? Alles Orchid durorchestriert. Jeder hat die 000$ bezahlt, und wer die nicht bezahlen kann, sollte besser keine Kinder mehr kriegen. Ich glaube einfach, wir machen uns da, wir lassen uns an so vielen Stellen was vormachen, dass wenn wir diesen Perfektionismus auf der Welt immer weiter hochtreiben und in diesem Hamsterrad mitrennen, dass es uns irgendwann besser gehen wird. Und das ähm, das will ich nicht. Dem versuche ich was entgegenzuhalten. Dem versuche ich diese Show zumindest im Stückchen was entgegenzuhalten. Und da habe ich dann doch immer das Gefühl, die Leute rausgehen an dem Abend: jo, wir wissen, wir werden die Welt alleine nicht verändern, aber es tut gut, das mal zu hinterfragen und vielleicht von sowas überhaupt mal gehört zu haben.
Ja, das ist ein gutes Beispiel, und trotzdem gibt's ja da auch Zwischentöne. Also, wenn du mit deiner Freundin zusammen schwanger würdest und so Fruchtwasseruntersuchung gab's ja immer schon total – also das nur kurz dazu, ich will da keinem reinreden. Also Kinderwunschklinik oder pränatale Diagnostik: danke schön, dass du es sagst, sage ich auch auf der Bühne. Das ist mir ganz wichtig. Das ist nicht der Punkt, den ich an der Stelle machen möchte. Absolut. Total. Ja. Und aber letztendlich fängt's da an, und so klar muss man es dann ja auch sagen: wenn du wüsstest, wir bekommen behindertes Kind, und du bist noch äh in der entsprechenden Woche, weil dein Leben, so wie du es kanntest, ist ja dann erstmal zu Ende. Ist ja wirklich so. Und das ist auch noch mal das nicht, dass man dann jetzt das, meine ich damit nicht. Also da, wie gesagt, möchte ich wirklich keinem reinreden. Ich habe auch dann wiederum genau andersrum vor kurzem eine junge Frau kennengelernt, die, die hatte dann abgetrieben, weil klar war, das Kind würde einen offenen Rücken haben, und es war ein ganz, ganz schwerer Weg für die auch mit dem, mit äh dem Blick aufs Kind, das Kind ja vielleicht dadurch auch ein sehr schweres Leben haben wird. Safe. Für mich war eher dieser Gedanke: das fängt immer mit so solchen Möglichkeiten an, wo viele vielleicht noch sagen: boah, das ist doch gut, und das ist auch, auch richtig. Und ob es jetzt das Kindeswohl ist oder das der Eltern oder im besten Fall ja beider, aber dann, was daraus wird, was wir daraus machen. Die Wissenschaftscommunity hat einen riesen Aufschrei gehabt. Das wurde für mich viel zu wenig diskutiert. Die haben gesagt: ey, wie könnt ihr jetzt unsere Datenbanken benutzen, um abzugleichen, damit z.B. Menschen mit psychischer Störung theoretisch nicht mehr geboren werden? Wir haben diese Daten gesammelt, um Menschen mit psychischer Störung zu helfen, und ihr nutzt die jetzt, um vorher auszusortieren. Und da läuft's mir kalt den Rücken runter. Aber da sind wir ja genau in der KI. Ja, wir sind genau in der aktuellen Diskussion: wie heißt auch diese Software, weltweite Software zum Palantir? Palantir, ne? Genau. Also erstmal der Grundgedanke ist gut. Der Grundgedanke ist ja gut, aber es gibt immer die Schwelle, wo es zu weit getrieben wird, und die ist ja wahrscheinlich auch variabel, und die können wir gar nicht benennen. Ja, natürlich, weil es dieses Streben gibt, was du am Anfang erzählt hattest, ne? Also dieses Dark-Room-Experiment, also es gibt irgendwie, man hat das Gefühl, äh na ja ähm, wenn ich da nicht mitmache, dann geht die Rolltreppe runter irgendwie. Diesen Antrieb also aus sich heraus auch Langeweile oder was auch immer, man sieht's überall. Klar. Und wenn du jetzt – das habe ich gelesen letztes Jahr von Kurzweil, der sagte äh: ja, er geht davon aus, dass wir irgendwann Chips bekommen, also wir Menschen, und dass wir uns damit sozusagen auch mithalten können, weil sonst können wir die ganzen Sprachen – und kriegst du halt ein Chip rein und kriegst du halt dein Upgrade, und wer halt nicht mitmacht, der ist halt nicht dann mit in der Schule dabei mit all den anderen. Wichtiger Punkt, wo du gerade sagst: äh, sonst können wir nicht mithalten. Mhm. Das muss ja irgendwann der Punkt sein, den du als Erwachsener äh entscheiden musst: in welchem, auf welchem Gebiet will ich mithalten, oder welche Gebiete sind mir letztendlich auch egal, will ich da überhaupt mithalten? Stellen wir uns vor, es ist eine ähm, es ist eine Notwendigkeit, weil Job magt. Ja, ja, ja. Ich meine, das hängt ja eben mit der entsprechenden Situation zusammen, wo du mithalten willst, wo du mithalten musst. Mhm. Vielleicht wenn du vor 30 Jahren äh im Büro gesagt hast: ne, ich schreibe hier weiter mit der Schreibmaschine, Computer lasse ich mich gar nicht drauf ein, ich mach den Computerkurs nicht mit. Meinem Nachbarn damals so gegangen, ganz stur gesagt: ne, ich nicht. Ja, aber jemand – du hast den ja auch getroffen, Jan Ullrich. Mhm. Ja, der [räuspern] mir erzählte dann, und da haben wir über das Doping gesprochen, und da sagt er, steh auch gutes Beispiel. Ja. Ja. Ich musste, alle haben das gemacht, und hätte ich es nicht gemacht, wäre ich da nicht gewesen. Also, es ist irgendwie eine Art äh – und mir wurde das so gesagt: ja, hier, der macht auch, also solltest du das auch machen, und dann – also dich muss ich glaube ich gar nicht fragen. Äh, aber würdest du dir, Leon, so einen Chip einsetzen lassen? Nee. Nee. [räuspern] Wieso müsstest du mich nicht fragen? Du bist schon, zu dir ist schon so scheißegal. [gelächter] Meine [räuspern] Freundin wird jetzt anders antworten. Ich sag immer: wie weit sind die bei Neuralink? Ding, es wird nicht der Chip sein, den du morgen bekommst, sondern ich denke mir für mich ist immer so: das Beste wäre so ein Abomodell, so ich [gelächter] mal, und am besten ist es ein Premium-Modell. Also ich biete dir an: von mir aus ist der Chip oder es ist eine Tablette. Pass mal auf, äh, können wir ja messen: wie zufrieden bist du so mit deinem Leben? Wir holen dich da mal auf einer Skala von 1 bis 10 einen halben Punkt hoch. Mhm. Mit [räuspern] unserer Tablette X. Die können sie jeden Monat hier kostenlos bekommen, so wie du Spotify hören kannst, mit Werbeeinspielung dann natürlich. Ja, wenn sie einen ganzen Punkt hoch wollen, dann müssten sie pro Monat 9,90 € bezahlen. Und wenn sie so glücklich sein wollen, wie gucken Sie sich die alle an, die Influencer, wie sie es dir da vorleben – das kostet leider 29,90. Dafür kriegst du aber noch unser More-Nutrition-Ernährungspaket dazu und unser AG1-Brain-Booster. Das kostet dann 59,90 €. Also so wird, und so würde ich das aufbauen: als so ein – machen wir eine ganz kurze Werbeunterbrechung, dann Sponsor kommt einfach. Kennt ihr die Folge bei Black Mirror, wo es genauso ist: die Frau hat einen Gehirntumor, die haben das Geld aber nicht für die Operation. Ja, es gibt noch eine Möglichkeit – die Firma so und so, die kann genau dieses Areal äh Areal nachbauen, im Areal ist aber auch gut. [gelächter] Bei mir fängt schon an, ich brauch das jetzt langsam. Ja, aber sie ist Lehrerin, dann ersetzen die das halt, und es kostet so und so viel im Monat. Die Premiumversion kostet etwas mehr, dafür haben das Geld nicht. Deshalb gibt's Werbeeinspielung – die steht also vor ihrer Klasse, vor den Schülern und sagt plötzlich: habt ihr, habt ihr den und den Turnschuh? Der ist einfach viel besser als – mega – genauso. Genauso, und das wird dann so sein, und dann wirst, wirst du – also ich denke mir so in Kombination mit diesen Meta Ray-Ban Brillen, aber wie gut, ne? Diese Vorstellung auch, dass wir jetzt plötzlich sagen: nee, wir konnten es irgendwie, ne? Nicht, du stehst, du stehst auf der Bühne, und dann machst du plötzlich irgendwie so eine Werbung für eine Automarke, einfach so kommt so aus dir raus, weil aber auch so glaubwürdig dann das äh das, ne, du kommst über die Wissenschaft – oder: ich mau, du bist heute nicht rasiert. Äh, gibt's ja von Philips diesen neuen Trockenrasierer. Sensationell – unbedingt ausprobieren. Und wenn du das nämlich machst, kriegst du diese Tablette für 10 € günstiger im Monat. Tja. [schnauben] Also diese Ray-Ban Brillen z.B., das denke ich oft, die von Meta mit entwickelt wurden, wo diese zwei Kameras drin sind. Du hast eine, und dann kannst du ja auf dem Screen da drauf im Prinzip dir vorstellen: wenn du jetzt dich mit jemandem unterhältst, du kriegst halt eine Info dann zu dem, was der gerade gesagt hat, wo du dann plötzlich glänzen kannst, weil du genau weißt: ach, der französische Revolution war 1789 und nicht 1785 – Teleprompter. Das – du sagst: guter Punkt, aber du weißt ja sicherlich – das liest einfach nur ab. [gelächter] Das die – das ist die KI, genau der Markus Heidemann quasi als äh Software. Ja. [gelächter] Was passiert mit euch, wenn ihr ein Fehler macht? Also was ähm, also es gibt ja sozusagen, also ne Moment, also das eine ist sehr klar: du, wenn auf einer Bühne ist, dann weiß man: okay, das ist eigentlich der Moment, auf den alle warten, und dann kann man das irgendwie überspielen. Aber so dieses der Fehler wirklich – oh, da habe ich echt Mist gebaut – und es ist jetzt nicht ein performativer Fehler, den man machen kann und auch der Banane ausrutschen, und dann gibt's ein Gag, sondern Fehler machen. Echter Fehler. Echter Fehler ist ja auch ein Teil von Perfektionismus. Ja, ich bin ja dran gewöhnt, [gelächter] ein Fehler nach dem anderen. Also äh, wahrscheinlich äh, man trainiert ja sein Verhalten, und äh meine Grundstruktur ist wahrscheinlich mittlerweile, dass ich den Fehler benutze und äh ja gar nicht drum herum rede. Mm. Es gibt meistens auch im privaten Umfeld ja auch den meisten Applaus, ne, wenn man nicht so, nicht versucht, das noch irgendwie hinzudrehen. Also: aus Fehlern wirkt man klug, drum ist einer nicht genug, sagst du Oma immer, ne? Mm. Mhm. Ich denke, die Kunst ist eigentlich zu erkennen, dass du ein Fehler gemacht hast, weil da ist man ja komplett darauf aus, dass Selbstwert immer zurecht zu biegen, und dann findet man noch drei Erklärungen und 17 Ausreden und 15 alternative Erklärungsmöglichkeiten, warum das jetzt kein Fehler war. Für mich ist eigentlich mittlerweile so, dass wenn ich äh checke, dass es ein Fehler war, ich sehr dankbar bin. Das passt zu dem, was wir eben besprochen haben, weil ich weiß: jetzt passt dein Kopf sein Vorhersagemodell über diese Welt an, weil du aus den Fehlern, aus dem, wo es schlechter kam als erwartet, eigentlich eine ganz besonders große Erkenntnis ziehen kannst. Also die Erkenntnis – genau – Selbsterkenntnis ist der Weg zur Besserung, hieß es früher. Genau, es ist ein riesen Erkenntnisgewinn, und das ist eher so, wo ich dann denke: jo, okay. Also z.B.: wenn jetzt diese WhatsApp-Nachricht von einem Freund bekomme, der mir eng ist und der mir nahe steht, und wo ich weiß, wir sind das gewohnt gewesen, uns Sprüche zu drücken und so frözelig, wie so Jungsfreundschaften halt sind, so lack, von Locker-Room-Talk über harte Kante. Und mir hat das mal einer letztens ganz schön beschrieben bei einem Dreh. Junger Mann, den ich kennengelernt hatte, der sehr offen und ehrlich über seine Erektionsprobleme erzählt hatte und dass er beim Sex immer so ein Performance-Druck hatte und so auf dem Land groß geworden war und Handballumkleide und all die Sprüche und Pornos gucken und Bier saufen. Und er sagte: bei ihm wäre bei Männerfreundschaften oft so die Blickrichtung zusammen nach vorne: ins Fußballstadion, auf die Motorhaube, aufs Handballfeld, und es wäre eigentlich schade, dass man nicht diese 90°-Drehung macht und sich mal in die Augen guckt als Männerfreunde. Und als er das gesagt hat, dachte ich: boah, shit, ähm, das stimmt. Das habe ich mit meinen Freundinnen z.B. viel eher, dass ich mit denen mich einfach mal treffe, im Café hinsetze und wir quatschen über irgendwelche, ja, Dinge des Lebens, Auge in Auge, und mit den Jungs ist eher so: ja, am Rennrad noch mal da was schrauben und so – beide Blickrichtungen nach vorne. Und das ist z.B. was, wo ich in den letzten Jahren sagen würde: unangenehmer Prozess, aber zu checken, wie viele Fehler du als Mann in deinem Männlichkeitsverständnis machst und auch immer noch machst und als Muster in deinem Kopf hast, und so zu realisieren: verdammt, das sind auch wirklich Fehler, und das jetzt nicht irgendwie kokettieren, sondern da musst du dich, da musst du ran, und da musst du was verändern. Dass ich da eigentlich sagen würde: so der Erkenntnisgewinn, der war groß, und dass das an ganz vielen Stellen für mich auch immer so ein Missverständnis ist, wenn wir unser Männlichkeitsbild hoffentlich anfangen anzupassen und vielleicht mal checken, wie viel wir da seit Jahrtausenden falsch machen – da haben auch wir Männer was von zu gewinnen. Und ich jetzt für mich selber gesprochen, denke dann: jo, bist noch lange nicht am Ziel, und da sind immer noch viele Sachen, die du falsch machst und die sexistisch sind und andere -ismen, die in dir wirken, aber du kannst so ein Stück weit daraus was verstehen. Und das ist dann, denke ich, wo man vielleicht sagen kann: das ist ein Beispiel von Fehlern – man macht ja viele Fehler. Ähm, das ist Erkenntnisgewinnen. Und wenn du so drauf guckst – damit will ich jetzt Scheitern nicht schön reden. Es gab ja auch mal diese Scheiternächte, aber das war ja immer eher so eine FDP-Veranstaltung, wo dann irgendwelche eigentlich total erfolgreichen Startup-Gründer erzählt haben, dass sie bei ihrem Startup Nummer 7 jetzt keine Milliarden geraceden. Ähm, ich meine es wirklich so: dass wenn du einen Fehler machst, dass du am Ende sagst: das war falsch, das war ein Fehler, das war eine Niederlage, da ist was schlecht gelaufen, und zieh was draus. Komischerweise hast du das bei erfolgreichen Menschen oft, dass sie offen über ihre Fehler sprechen, dass sie sagen: da und da an der Stelle habe ich einen Fehler gemacht, wird mir so nicht normal passieren. Sind ja eher, äh – die außer bei Politikern, außer bei Politikern, die haben natürlich immer das Damoklesschwert der nächsten Wahl. Ja, aber auch selbst die nicht mehr amtierend sind, also selbst die sind ja nicht – jetzt rennen ja nicht rum und sagen: na ja, na stimmt. Gibt's natürlich auch viele, die gern über sich sprechen, ne? Ja.
Mir hat ein Männerberater letzte Woche, Björn Süfke, der hat mir erzählt, dass Männer äh so getrimmt sind auf: ich habe die Lösung. Ähm, ich kümmere mich drum, ich – äh, dass sie eigentlich, diese Anstrengung, die Männer vollziehen, viel mehr da geht's gar nicht so sehr um viel zu leisten, sondern um einen Fehler zu vermeiden, dass das eine viel größere Schmach ist für einen Mann, einen Fehler [räuspern] zu machen, und deswegen äh und das Problem zu lösen und so weiter. Deswegen tun sich Männer nach seiner Beobachtung viel, viel schwerer mit Fehlern und Eingeständnis von Fehlern und das zu erkennen, weil das so gegen das eigene [japst] ähm gegen das eigene – ja, Männer identifizieren sich eher damit, ein Mann zu sein, und ein Mann ist so und so und so, und deswegen fällt es denen dann schwerer, zu Fehlern zu stehen. Und auch, also es ist ja auch nicht – man, was will man? Wenn man jetzt durchs Leben gehen würde und sagen wir: ich will alles falsch machen und Fehler sind super und scheitern ist klasse – das ist ja Quatsch. Das ist ja genau das, was ich meine mit diesen Scheiternächten, die es dann gab. Und da, das hast du ja keinem wirklich abgekauft. Man will ja nicht äh die Dinge explizit falsch machen, sondern ich glaube eher: wenn es passiert – und es passiert den allermeisten, dass man was falsch macht – dann zu fragen: okay, was ziehe ich draus, und wo kann ich mich vielleicht weiterentwickeln? Das wäre wieder – das wär wieder das Würmchen. Also ich finde das so beeindruckend, dass du bei kleinsten Organismen zeigen kannst: wenn du dir eine Petrischale setzt und du gibst einen Glucosegradienten, irgendwie der Zucker wird stärker in die eine Richtung – die lernen, die lernen ganz schnell: ich bin in die eine Richtung geschwommen, da gibt's keinen Zucker, ich schwimme mal zurück – ah, da gibt's welchen, ich schwimme mehr. Das bedeutet: dieses Fehler machen ist in uns – sind Lebewesen, die sich durchs Leben bewegen – drin, und ist eben das, was uns vorwärts bringt. Und ähm, sie passieren, und dann immer sozusagen: nee, war nicht, oder ist Quatsch, oder war kein Fehler – das denke ich ist was, wo du eine große Chance liegen lässt. Also, wenn da kommen auf deine – dich und deine Schwester auch zurück – eigentlich die Bereitschaft, Fehler zu machen, ist eigentlich gut dafür, wenn man irgendwie erfolgreich sein möchte. Das ist ja auch so ein Startup-Spruch: fail fast. Ähm äh, und dann dadurch kommt man eigentlich weiter, und dieses Vermeiden von, vermeiden wollen von Fehlern oder perfekt zu sein, ist eigentlich gar nicht so zielführend ähm im Sinne von einer Karriereleiter, wenn man die denn anstrebt. Also, dass man eigentlich so diese, diese Angst davor, irgendwas falsch zu machen, sorgt eigentlich dafür, dass man schlechtestenfalls gar nicht erst anfängt. Das ist doch wahrscheinlich für dich – das frage ich, habe ich mich öfter schon gefragt – wenn du damals so die ersten Male auf die Bühne gegangen bist, da musste man doch bereit sein zu scheitern. Total bin ich auch. Ich, als ich das erste Mal bei RTL Samstagnacht war, da kam doch – Ruhe? Eger? Walder? – hinterher zu mir und hat gesagt: „Junge, ich gebe dir einen Tipp.“ Nachdem er die Tür geschlossen hatte zur Garderobe und ich bereit war für die Siegerung, [gelächter] kam Hugo in die Garderobe und meinte – und der war ja damals das absolute Mastermind der deutschen Comedy – und der meinte: „Ich gebe dir mal einen Rat: lass es, lass es. Du hast null Talent, wirklich. Äh, mach was anderes. Kannst du sonst noch was?“ Also, das hat Hugo irgendwann weiter gesagt. Ja. Ja. Ja, das haben wir auch zusammen schon öfter mal hier unter deiner Talkshow erzählt. Er hat auch bei der einen oder anderen Preisverleihung die Laudatio auf mich gehalten und hat dann da auch noch mal erzählt, aber werde ich nie vergessen. Ähm, ja, klar, mein Naturell ist natürlich auch so ein bisschen so: ach komm, hier zack, da springen wir jetzt einfach runter, ja, da wird schon Wasser sein da unten – kein Felsen. [gelächter] Und so war es bei Hugo auch, als er mir gesagt hat: „Junge, du hast kein Talent, mach was anderes.“ Habe ich, habe ich wirklich gedacht: der hat ja überhaupt keine Ahnung. [gelächter] Stimmt ja auch. Stimmt auch. Nein, aber äh, ich konnte ja wirklich gar nichts. Und es ist genau das, was du eben angesprochen hast: dann ich habe es aber gemacht – das ist ja bei vielen Unternehmungen äh der Schritt zum Erfolg – äh der erste, anzufangen und zu gucken, wie weit kann ich kommen. Und dann machst ja die Fehleranalyse, und äh, je [japst] verbohrter du bist, desto weniger gestehst du dir selber die Fehler ein. Und äh, je offener du in der Fehleranalyse bist, [schnauben] äh, umso schneller kommst du, glaube ich, voran. Um jetzt von dem äh von den kleinsten Organismen auch wieder wegzukommen. Ich habe ein sehr langes Interview mit dem äh Gründer von äh der Hotelkette äh Motel One gehört. Motel One. Genau. Bei OMR. Äh bei OMR. Genau. Genau. Und der sagt: unser Größtes für uns ist halt diese äh, eben auch von Booking.com und so diese Kommentarsparte, wo man die Kritiken lesen kann. Sagt: das ist unser Fehlermanagement. Da sehen wir – und ihr kennt auch alle so Hotels, die dann teilweise äh beleidigt reagieren auf so Kommentare: das Bett war zu hart oder Dusche kaputt und was da so steht. Da gibt's ja wirklich Hotels, äh, die dann schreiben: kann gar nicht sein und so weiter – wo ich immer denke: ey, ihr seid schon im Untergang begriffen. Und dann so einer der größten Hotelmacher in Europa sagt: nee, genau da liegt unsere Chance. Da kann ich auch immer sehen: was läuft falsch, wie reagieren wir darauf? Äh, da ist dann auch keiner sauer. Und äh, das hörst du eben aus vielen Unternehmungen: wie gehen Sie mit dem Fehlermanagement um, und äh wie können Sie darauf reagieren? Aber so funktioniert die KI. Sind wir wieder bei der KI. So funktioniert die KI auch. Die KI von heute wird sicher jämmerlich sein gegen die KI von übernächstem Jahr, ne? Ja, das ist ja so schnell. Ja. Leon, weißt du was dazu? Was also – Perfektionismus und Druck und Depression oder Burnout – wie das zusammenhängt? Also ist das jetzt – also steigt gerade eine Burnout-Rate, steigt eine Depressionsrate auch aufgrund von einem zunehmenden Perfektionsdruck, weil man Angst hat, man verliert seinen Job aufgrund von KI, oder man ist ähm ähm man ist nicht gut genug für etwas und strengt sich noch mehr an. Also, man hat Ansprüche, die steigen, weil vielleicht – aber wir haben ja auch eine wirtschaftliche Lage, alles wird teurer. Weißt du da irgendwas zu, oder ist das ein ganz großes Thema, weil es ja auch viel, viel diese Debatte gerade gibt? Stellen sich...
jetzt alle zu sehr an und halten nichts mehr aus. Mhm. In [räuspern] der Welt, wo wir doch jetzt merken, boah, der Wettkampf wird immer größer und die Chinesen machen uns nicht mehr nach, sondern haben uns überholt und all sowas, wo du dann auch die Kanzlersprüche im Ohr hast. Ey, ihr, ihr seid alle zu faul, und muss das denn sein, dass ihr da irgendwie 14 Tage im Jahr krank seid und macht, macht mal mehr? Da finde ich es schon sehr, sehr legitim mal zu fragen, ist es denn wirklich, sind es denn wirklich wir die Schwachen, oder ist es tatsächlich eine Welt, die mittlerweile auf uns einhaut und einprasselt und fordert und mit KI und Co. Hamsterrad rennen lässt, vor uns selber vielleicht weglaufen lässt?
Es gibt eine Metaanalyse, die ist schon vor ein paar Jahren rausgekommen. Das fand ich ganz interessant. Die hat mal zum Beispiel jetzt Burnout genommen und das in Zusammenhang gesetzt mit, mit Perfektionismus und die haben zwei Arten unterschieden. Einmal das Streben danach, was gut und perfekt und möglichst richtig zu machen, und dann so perfektionistische Sorgen. Ich bin ja nicht gut genug, und wenn ich es dann geschafft habe, eigentlich war es nur Glück, so ein bisschen Hochstapler vielleicht auch mit drin, und konnten zeigen, dass dieses „Ich will es richtig und gut machen“ eigentlich keinen Zusammenhang mit Burnout hatte, zumindest keinen nennenswerten. Richtig und gut hat keinen Zusammenhang. Nee, also wenn ich es gut machen will, dann setze ich mir halt Ziele und will erreichen, und das hat jetzt in der Studie, die fassen ja an viele Studien zusammen, auch wenn das nur korrelative Studien sind, trotzdem kriegt man ja ein Gefühl, kein Zusammenhang: dieses „Ich mache mir die ganze Zeit Sorgen, nicht perfekt genug zu sein, und wenn ich was schaffe, dann bin ich damit immer noch nicht zufrieden.“ Das wiederum hatte einen Zusammenhang, also dass es da mehr Burnout dann gab, wenn ich das hoch hatte als Wert. Und das fand ich ganz interessant, weil, m, wir haben ganz am Anfang ja gesagt gehabt, Perfektionismus ist ja eigentlich nicht es, es richtig zu machen, sondern perfektionistisch sein ist auch wirklich eine Schwäche. Das heißt ja oft im Lebenslauf: „Oh, ich bin so perfektionistisch.“ Nein, es ist wirklich dieses: du hast was gut gemacht und bist nicht zufrieden damit, und es genügt dir nicht und es reicht dir nicht, und dass das Leute angreift und dass das Leute kaputt macht, das finde ich einen guten Gedanken.
Also ich habe zu diesem ganzen, ganzen Thema, da das treibt mich total um, weil ich wirklich glaube, dass es eine Gradwanderung ist. Und jetzt bin ich Psychologe und guck gerne auch mit, mit diesem Blick auf uns als Gesellschaft. H, ich glaube schon, dass es äh ein Moment gerade ist, wo es ganz gut ist, äh den Leuten mal wieder zu sagen: „Ey, es ist nicht alles Burnout und es ist nicht alles ein Trauma, und deswegen muss überall eine Triggerwarnung davor. Und ihr habt jetzt übrigens auch nicht alle Depression, nur weil ihr mal drei Tage keinen Bock habt, zur Schule oder zur Arbeit zu gehen. Und ihr habt übrigens auch nicht alle ADHS, nur weil dir das irgendwer auf TikTok in 15 Sekunden vorgetanzt hat, wenn man das sagt und jetzt denkt: Jawohl, endlich sagt das mal einer, und super.“ Die Geschichte ist aber noch nicht vorbei. Rund jeder vierte Deutsche erfüllt einmal im Jahr die Kriterien von der psychischen Störung. So jeder vierte, das heißt, wir alle kennen, w, vielleicht sind wir selber betroffen, das sind Millionen, und von diesen Millionen holt sich aber nur rund jeder fünfte professionelle Hilfe. So, das mag sein, dass wir Leute haben, die so tun, als wäenden sie psychisch krank, obwohl sie eigentlich gesund sind, weil das irgendwie cool ist, weil das edgy ist, weil man dazu gehört, weil man plötzlich so einen Label für sich hat, was sich vielleicht erstmal gut anfühlt, weil man so eine Identität bekommt, aber das werden so wenige sein im Vergleich zu Millionen auf der anderen Seite, die so tun, als wären sie psychisch gesund, obwohl es ihnen eigentlich nicht gut geht.
Ich habe Freunde, die haben Depression und die schämen sich immer noch dafür, und ich sag immer noch, weil das Stickma ist ja runtergegangen, aber es ist immer noch was, wo du auch, wenn du deine Bubble mal verlässt, merkst: „Ey, das ist immer noch für ganz viele absolut undenkbar, in Therapie zu gehen.“ ADHS im Erwachsenenalter ist immer noch unterdiagnostiziert, gerade bei Frauen. Und ich glaube, wenn wir uns hinstellen und so nicht endlich aufhören, immer mit dem Finger auf andere zu zeigen und Leid so zu vergleichen und sagen: „Stell du dich doch mal nicht so an, du, du Schwächling, wieso braucht er jetzt alle Therapie?“ – das bringt keinen Vorwärts. Ja, es ist eine Gradwanderung, und wenn wir alles zum psychischen Problem machen, machen wir was kaputt, weil wir denen, die wirklich betroffen sind, ein Bärendienst erweisen. Die nimmt keiner mehr ernst. Und das System, das jetzt schon eskaliert, und bei allen Reformen, die notwendig sind, bei allem Geld, was wir da mehr bräuchten, es wird nie so sein, dass wir sagen werden: „Oh ja, super, jetzt haben wir wirklich genug Therapieplätze für alle, und die Kinder und Jugendlichen sind auch endlich richtig versorgt.“ Da wird, sage ich ganz sicher, immer Mangel sein. Du musst also irgendwie als Gesellschaft sagen: „Ja, bestimmte Sachen muss man vielleicht auch aushalten, und da müssen wir auch aufpassen, dass es nicht kippt“, aber an dem Punkt sind wir nicht, sondern wir sind immer noch in diesem „hart sein wie Krupstahl, nicht drüber reden, lieber unter Teppich.“ Ähm, und wenn Leute das jetzt aufbrechen und sagen: „Ich will für mentale Gesundheit einstehen, und ich will, dass jemand, der betroffen ist, den ich kenne, dass der ein Hilfsangebot bekommt und dann nicht Monate drauf warten muss“, dann glaube ich, ist es eine gute Entwicklung, und je heftiger und je fordernder und je wilder diese Welt wird und je mehr wir denken, wir müssen da mitrennen, desto mehr würde ich erwarten, dass das auch düster wird. Hm.
Und ich glaube dann, um auch wieder die Hoffnung zu bringen, das haben wir ja mit in der Hand, alleine werden wir die Welt nicht verändern, aber diese, dieser Gedanke: „Du musst mit – noch mal das Beispiel KI – mit der KI mithalten und perfek, perfektionistisch sein.“ Das kommt uns so selbstverständlich vor. Homo Sapiens, der weise Mensch, so nennen wir uns, wir definieren uns über unsere Intelligenz, aber das ist ein westliches Verständnis. Es gibt, um mal wirklich zu zeigen, dass es andere Perspektiven gibt, in, in Kenia ein Urfolk aus unserer Sicht ursprünglich lebend, die Luo, und die haben auch so ein Wort für Intelligenz wie wir, nämlich Rico. Und damit meinen die: keine Fehler machen, stringend, rational die Sachen durchziehen, so wie die KI ist, so wie wir sind, so wie das, was wir in der Schule liefern müssen, um dann Medizin studieren zu dürfen oder Psychologie. Aber die haben anders als wir noch drei andere Wörter für Intelligenz, nämlich Luro, Vinjo und Paro. Und damit meinen die so Qualitäten wie sich für andere einzusetzen oder die Bereitschaft zu teilen oder sich in der Gruppe auch unterzuordnen. Das heißt, die fassen Intelligenz viel, viel weiter und beziehen Dimensionen mit ein, die Bereitschaft zu teilen, sich für andere stark zu machen, wo ich denke, das wird eine KI niemals nachmachen können. Und ich glaube, wenn wir anfangen einen Schwenk hinzubekommen, eine Kurskorrektur von „wir definieren uns über einen ganz kleinen Teil unserer menschlichen Intelligenz, wo wir jetzt schon von Maschinen an vielen Stellen überholt werden“ hinzu: „lasst uns das breiter fassen und Qualitäten, die nicht nachgemacht werden können, weil sie menschlich sind, weil sie nicht perfekt sind, weil sie fehleranfällig sind, was uns aber ausmacht, damit [schnauben] einzubeziehen“, dann hätte ich die Hoffnung, dass der Druck runtergeht, dass vielleicht die psychische Belastung runtergeht, dass wir im Miteinander wieder anders, anders leben würden.
Weiß der Chinese das? Tja, wie geht's dem Chinesen psychisch? [gelächter] Ich finde das ein richtig tolles Plädogier von dir und ich hoffe auch äh, dass wir uns, obwohl vielleicht die Welt sich in gewisser Weise mal schneller dreht, ähm, dass wir uns als deutsche Gesell, Gesellschaft da vielleicht raushalten können oder etwas mehr raushalten können als andere, was den Skandinavien ja zum Teil auch gelingt. Aber es ist ein Druckschluss jetzt zu denken, die Chinesen laufen da alle wie die Maschine programmiert. Ja, in eine riesige Bewegung gerade, wo die Regierung massiv eingreift. Die haben einen philosophischen Text in den Schulen verteilt, wo ein Konzept erklärt wurde: Tang Ping, gelassen liegen bleiben, nach dem Motto: [schnauben] „Ey, wenn du der knorrige Baum bist, wirst du nicht gefällt. Wenn du die hässliche Schildkröte bist, musst du nicht in den Tempel. Du darfst im Morast sitzen und dein Leben einfach so genießen.“ Und das haben die da als philosophischen Text verteilt. Plötzlich hat die Jugend das zu ernst genommen, und dann gab es einen der meist gesuchten Begriffe: Tang Ping, gelassen liegen bleiben. Wir machen nicht mehr mit. Und jetzt fängt die Regierung an, Plakate auf seinen Kampagnen zu fahren: „Ey Leute, hört auf mit Tang Ping. Eine erfolgreiche Gesellschaft kann do nicht rumliegen.“ Und da merkst du auch die, wo jahrelang Wachstum und höher, schneller, weiter das, das Maß war, merken jetzt: „Ey, wir kommen hier an Grenzen.“ Die haben auch ihre Geny. Ja, aber die Alpha die lacht schon wieder drüber. Mag ja sein, nun trotzdem diese Idee, dass das jetzt was ist, was wir, wenn wir Deutschen das verschlafen, wir müssen jetzt mit den programmierten Chinesen mithalten, das glaube ich ist ein Druckschluss, da sind Menschen dann doch ähnlicher [schnauben] als – nein, ich wollte auf was anderes hinaus – und ist auch gut, dass du das noch mal so ergänzt hast, dass es natürlich immer verschiedene Entwicklungs – auch soziologisch verschiedene Entwicklungsstufen der Gesellschaft gibt. Einmal Gesellschaften, die nach oben wollen, äh als deutsche, deutsche Gesellschaft, wahrscheinlich eine Gesellschaft, die nach unten will, und zwar [schnauben] auf Teufel komm raus. Äh, also wir sind auf verschiedenen Entwicklungsstufen, und äh natürlich ist es gut, möglichst früh äh diese Themen zu behandeln, und wie du schon sagst, mit dem ganzen Druck, die psychischen Erkrankungen, ähm, wir nehmen in der Breite auch zu, und wir haben zu viele, zu wenig Therapieplätze und so. Das ist wichtig, sich darum zu kümmern, aber man muss sich auch verordnen, glaube ich. Und äh ich habe das eben so lapidar gesagt, dass vielleicht äh und natürlich auch zu allgemein gefasst, aber es gibt natürlich äh auch Länder, die äh auch von Staatswegen schon anders damit umgehen und da sicher auch Federführende, skandinavische Länder. Das ist so mein, meine Hoffnung auch, die ich auch an einen oder anderen Orten dann auch schon in, in, in Deutschland wahrnehme. Da kenne ich mich im, im Osten besser aus als im Westdeutschland, aber das ist auch viel, viel mehr, also die Frage ist berechtigt: sieht das der Chinese genauso? Ähm, ich glaube, dass es viel mehr wieder darin zurückgeht zu sagen: „Was machen wir?“ – also, weil es funktion wird nicht auf Dauer nicht mehr funktionieren – und zu sagen: „Guck mal, was, was ist das?“ Also, das habe ich auch schon paar mal hier im Podcast erzählt, dass ich äh, äh im Osten immer mehr das wieder sehe und höre, dass die mininander einfach wieder tauschen, dass die sagen: „Ja, guck, Bugate, egal, du gibst mir ein Ei, ich gebe dir das, wir gucken hier nachbarschaftlich, wie wir die Sache regeln“, und ähm und dass du und so, ich habe letztes Jahr noch Winfried Kretschmann interviewt, der auch sagte: „Ja, wir sind dabei, gerade das zu entbürokratisieren.“ Dann ist es aber leider wirklich so, dass da niemand mehr kommt und dir bei Nachbarschaftsstreit hilft, sondern das müsst ihr dann mal regeln. Also die Erwartung ist ja auch, dass alles geregelt wird. Und ich glaube, dass wir irgendwann wieder – also klar, wir werden, wenn wir immer im Vergleich sind mit der kompletten Welt, [räuspern] wird's immer einen geben, der ist besser. Und dann müssen wir, glaube ich, ein bisschen mehr von dir lernen zu sagen: „Irgendwie bisschen gelassen, ist mir scheißegal.“ Und äh und vielleicht auch bei dem, bei, beim Fahrer, von dem ich erst erzählte, auch so ein bisschen: „Na dann tu wenigstens so als ob erstmal eine ganze Weile, und irgendwann kommt's vielleicht.“ Und scheißegal ist ja auch falsch, aber dieses: „Vergleich dich nicht die ganze Zeit und guck nicht, ob äh der Chinese oder der Südkoreaner oder die Japanerin das jetzt irgendwie besser macht“, sondern irgendwie genau, man hat nämlich immer Beispiele: die Schweden machen es ja ganz gut, ja, aber die Chinesen auch, und das ist immer sofort gibt's irgendwie ein Bildungs – man sagt, die Schulen müssten doch mal, wir sehen das gerade in der Schweiz, die machen das viel besser. Ja, lass uns irgendwie vielleicht eher wieder so ein bisschen zurückkommen in die – ich möchte so ein Alltagsbeispiel noch mit reinbringen, vielleicht jetzt zum Schluss. Es gibt ja – kennt ihr auch die Leute, denen das die Automarke, das Auto sehr wichtig ist? Vielleicht eine S-Klasse fahren oder ein Porsche und so, und uns dreien her wahnsinnig. Ist jetzt, glaube ich, wirklich absolut scheißegal, aus welchem Auto wir aussteigen. Solange es funktioniert, solange es keine S-Klasse ist, solange, solange es da ein Massagesetz drin gibt, das ist mir wirklich scheißegal. Genau. Und wenn man größere Stecken hat, kann man ja auch ein Heli bestellen, aber – und da liegt's vielleicht sogar auch, ne? Den einen ist dann egal, und den sind auch viele andere Dinge dann egal, und anderen ist es ungeheuer wichtig, welchen Status man hat, und über den Status, da sind wir wieder in der Soziologie, da kommt unfassbarer Druck her, und gerade eben auch bei Männern, ne, man will die Lösung anbieten, man will, will wer sein, man will eben seinen Status auch zeigen vielleicht, und wie viel Kraft liegt da drin. Okay, jetzt bringe ich uns dreimal als Beispiel für den Autobereich, wenn du von vorne rein sagst: „Ist mir scheißegal“, da haben wir es wieder, ne? Das ist jetzt sehr profan, ich weiß, aber äh das kann ein ganz guter Impuls sein, um da weiter drüber nachzudenken. Ja, mir tut das auch gut, ne, wenn ich die, die Freunde, die mit ihren Uhren – das habe ich immer mal wieder hier auch als Beispiel, ne – die und ich denke: „Oh du, das ist mir wirklich, das ist mir wirklich sowas von egal“, und es tut wirklich gut. Ja. Das tut wirklich gut zu sagen: „Es ist mir egal“, weil es entlastet einen, weil es ja aber auch wirklich egal ist, weil es mir auch wirklich egal ist. Genau. Und es entlastet – äh – genau. Es entlastet, nicht darauf zu achten, welches Auto ist es oder welches ist das. Und vielleicht ist es eher zu sagen: „Guck mal auch bei der Perfektion, dass ich gucke, okay, was ist mein Feld, wo will ich, was will, was ist mir nicht egal, und da will ich vielleicht bestmöglich und, und super und mehr als nur irgendwie zufrieden sein, sondern dass das, das hat meinen Anspruch, aber nicht auf allen Ebenen.“ Ich glaube, das ist das, was uns auch irgendwie so äh so schwächt, wenn wir überall – da wollen wir mithalten, da wollen wir mithalten, da wollen wir mitmachen – und ein paar Sachen, also das vielleicht mal einfach nur sagt: „Okay, die zwei, drei Sachen, die sind mir wichtig, und der Rest, da übe ich mich wirklich im, im scheißegal.“ Ja, scheißegal. Ich also – lass scheiß weg, dann kön „egal“ oder „gut genug“, „gut genug“. Ja, „gut genug“ auch sehr schön. Das ist so ein berühmter Psychologe, der das so schön gesagt hat: „The Good enough parent“ – m – von Winnie Cot kommt die Idee, so heißt, der hat mit ganz vielen Leuten Therapie gemacht und festgestellt, dass viele Eltern perfektionistisch sind und dann, dass die perfekten Eltern sein wollen, enttäuscht sind, wenn das nicht klappt, so ein bisschen wie das Auto, da habe ich nicht das perfekte Auto. Und dann hat er diesen Begriff eingebracht als neue, neues Ziel: „The good enough parents.“ Gut genug sein als Eltern. Dein Kind braucht nicht den perfekten Vater, die perfekte Mutter. Was soll das auch sein? Probier mal mit „Gut genug“. Hast eine schöne Überschrift: „Gut genug“ oder? Super.
Wir hatten in einer Firma in der Coaching und [schnauben] äh unser Coach, sie sagte: „Ausreichend gut“, weil sozusagen alle in der Firma: „Wo sind wir denn gerade?“ Und dann gab's Leute, die waren ganz schlimm: „Ist ja fürchterlich hier alles.“ Und es gab Leute, die sagten: „Ja, es ist ja gut.“ Und es ist so, das so verteilte sich, das – die hat das im Raum aufgestellt, ne? Alle mussten sich eine Position bringen: sind wir hier ganz schlecht oder ganz gut? Und es hat sich total verteilt. Ähm und es gab aber mehr bei schlecht, und dann fragte sie: „Ist es denn aber ausreichend gut? Also wer findet denn das ausreichend gut hier?“ Da waren alle auf einem Platz wieder, gesagt: „Ja, stimmt, es ist ausreichend gut.“ Also es ist nicht – also es könnte besser sein, aber es ist jetzt nicht so schlecht, dass man irgendwie, dass wir hier schreien, davon rennen, dass man sich das auch ab und zu sagt: „Nee, ist jetzt unsere Beziehung wirklich so schlecht oder ist sie ausreichend gut?“ Ja, oder der Urlaub, das Hotel, ja, alles ist – oder kannst natürlich nicht gut genug sein. Ja, das wissen wir, ne? Wir Hotel [gelächter] Freaks. Ja. Ähm ja, aber es – ich stelle immer wieder erstaunte Gesichter fest, wenn ich so auch im Job unterwegs bin und dann gefragt wird: „Und wie läuft's?“ und ich sag dann eigentlich mittlerweile immer: „Ja, ich bin mit wenig zufrieden.“ Und dann hast du aber erstmal dein Gegenüber aus dem Tritt gebracht. Ja. Ja, den nehmen wir. Ja, wollen wir langsam – Ihr habt ja noch Folge, Folgeaufträge heute, richtig? Ja. Du musst mit dem Heli noch direkt weiter nach Sild. [gelächter] Und du musst die nächste Tour jetzt schreiben direkt als nächstes, bin schon voll drin, am – bist schon wieder dran. Ja, aber das mache ich fortlaufen. Ich also, für so eine Tour arbeite ich zwei, zweieinhalb Jahre, und im Januar geht's los. „Einfach sein“ heißt die neue Show. Eigentlich knüpft das an, an dieses so, dieses – ich dachte, wenn man über den Perfektionismus gesprochen hat, als nächstes mal zu fragen, auch wenn es vielleicht kein Plateau gibt, wenn wir merken, wir arbeiten am falschen, wie können wir es schaffen, vielleicht doch an Sachen zu arbeiten, die uns selber gut tun. Das ist die neue Tour, die Idee für die neue Tour, die schreibe ich gerade die ganze Zeit, und der äh der Tour statt ist, wie immer. Ach, wie schön.
Also, mir das auf jeden Fall wieder total gut getan, mit euch zu sitzen. Also, wir haben es ja auch lange versucht, äh, und jetzt – also das ist dann so dieser Moment, wo man: „Warum machen wir das nicht öfters?“ Wir kriegen es nicht hin, weil ja hat man eine Ausrede, hat man wieder eine Ausrede, und aber wie schön, und danke, dass du so früh aufgestanden bist, Atze. Also ja, sehr gerne. Zu dem heutigen Podcast kann ich nur sagen: „Reicht doch, reicht doch. War gut genug.“ [gelächter] In diesem Sinne, tschüss. Tschüss. [musik] [musik]
Das war unser Sommergespräch. Vielen, vielen herzlichen Dank fürs Zuschauen und auch zuhören. Ich habe mir natürlich wie immer was mitgenommen, vor allen Dingen, dass wir wieder eine sehr, sehr gute Zeit miteinander hatten, und ich freue mich jetzt schon aufs nächste Mal. Habe mir aber so eine Sache so gemerkt, dass es gar nicht so sehr darum geht, etwas perfekt machen zu wollen, sondern eigentlich das Problem viel mehr ist, dass man danach nicht so richtig zufrieden ist. Deswegen hoffe ich natürlich, dass ihr jetzt zufrieden mit dieser Folge seid. Ich bin's auf jeden Fall. Ich freue mich auf jeden Fall auf lebendige Kommentare in der Kommentarspalte und möchte euch drauf hinweisen, dass die Tour [musik] an der Leon jetzt schon wieder schreibt, das nächste Programm, den jetzt schon wieder schreibt, der Streber, dass [musik] ihr ab jetzt schon Tickets dafür kaufen könnt. Den Link dazu, den packe ich euch in die Showotes, und in den Shownotes findet ihr auch immer wieder alle weiterführenden Links, wenn wir über Studien gesprochen haben und so weiter. Das gibt es alles in den Showotes. Schaut da gerne mal rein. Ich möchte mich herzlich bedanken bei Lisa Golinski, die hat nämlich die [musik] ganzen Links zusammengetragen, bei Lukas Hambach für die Produktion und beim Mitvergnügen für die Distribution [musik] und Vermarktung. Und wenn ihr Lust habt auf eine weitere Folge, dann möchte ich euch die Folge aus dem letzten Jahr – nee, aus dem vorletzten Jahr – empfehlen. [musik] Da waren Leon und Arz auch schon hier, und da haben wir über Leichtigkeit geredet. So, ich wünsche euch noch einen schönen Tag, eine gute Nacht, auf bald. [musik] Маце [musik] [musik]