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Die Strafen muss abschreckend funktionieren und solange das nicht der Fall ist der Hemmungsschwelle zu Gewalt sehr sehr klein. Wenn ich jeden Tag auf der Straße gehe in Deutschland verachte, die Polizisten verachte ähm die Grundwerte verachte und trotzdem passiert nichts, dann habe ich keine Abschreckungsmöglichkeiten, um diese Leute für diese Gesellschaft zu gewinnen.
Wieder ein offensichtlich islamistischer Terroranschlag in Deutschland. Sprechen wir darüber mit dem deutsch-raelischen Psychologen, Extremismusforscher, selber Muslim Ahmad Mansu. Was läuft falsch in Deutschland?
Erstmal vielen herzlichen Dank für die Einladung. Äh beim Thema Islamismus haben wir viele Jahre verschlafen. Wir haben Angst gehabt in Teile der Bevölkerung, aber auch in Teile der Politik, das Thema anzusprechen und vor allem Lösungen anzubieten. Unter die Ampelregierung gab es viele Vorschläge und trotzdem ist es davon nichts realisiert wurde. Und da ist es jetzt die Zeit, einfach das Thema ernster zu nehmen und zwar bei allen Parteien und zu versuchen jetzt Maßnahmen zu entwickeln, um das Thema vor allem unter jugendliche, untermuslimischen Einwanderer, aber auch Leute, die hier geboren, aufgewachsen sind, zweite, dritte Generation zu erreichen und sie von Islamismus zu schützen.
Warum haben wir Angst, das Thema anzusprechen? Weil wir Akteure haben, die in den letzten Jahren jegliche Kritik an Islamismus als antimuslimischer Rassismus abgetan haben. Und Leute, die der Meinung sind, die kommen aus der Identitätspolitik, aus den linken Spektrum und der Meinung sind, jeglicher Kritik an die muslimische Community ist rassistisch und islamfeindlich und damit entstand Ängste, so ein Thema anzusprechen. Ich bin selber Muslim und ich wurde in den letzten Jahren als Nazi, als Islamfeind, als Hasser, als Musadent abgetan, nur weil ich Themen anspreche und zwar aus Liebe zu meiner Religion. Religionen gehen nicht unter, wenn man bestimmte Aspekte in Frage stellt und kritisiert. Im Gegenteil, sie gehen unter, wenn sie nicht in der Lage sind, Demokratie, Menschenrechte mit der Religion, religiöser Verständnis zusammenzubringen.
Mm. Okay, das ist also die deutsche Seite sozusagen, die Reaktion darauf. Warum ist es so, Sie haben vorhin von jungen Leuten gesprochen, warum sind junge Leute auch mit Migrationshintergrund so empfänglich für diese Ideologien?
Super schwierige Frage. Also erstmal die Leute, die sich radikalisieren, radikalisieren sich, weil sie in eine persönliche Krise stecken und die suchen nach Orientierung, nach Halt. Sind Überforderung überfordert. Sie wollen klarer Regeln. Sie wollen die Verantwortung abgeben und Islamismus bietet Ihnen genau diese Orientierung. Ich war selber radikal und ich weiß, dass ich das super attraktiv fand, dass andere mir sagen, wo es lang geht, dass ich keine Verantwortung übernehmen sollte. Und das attraktivste dabei war, dass ich das Gefühl gehabt habe zu einer Elite zu gehören. Ich bin auserwählt. Ich bin jemand, der jetzt Gotteswerk auf Erden richten soll. Und das wirkt genau bei dieser Jugendlicher super attraktiv. Zusätzlich dazu haben wir viele Familien, die die Grundwerte dieser Gesellschaft mit Misstrauen begegnen. Sie sie sind oder sie sind der Meinung, dass man die Kinder eine eindimensionaler muslimischer Identität beibringt und jegliche Annäherung so der Mehrheitgesellschaft und vor allem zu den Grundwerte es als wird als Angriff auf die eigene Identität interpretiert. Das heißt, wenn meine Tochter einen Freund hat, wenn ich für Demokratie bin, wenn ich Homosexualität nicht ablehne, dann droht mich den Ausschluss aus dieser Communities. Und solange das der Fall ist, werden die Leute einfacher zu manipulieren sind von Islamisten. Und hier muss man auch sagen, dass seit dem 7. Oktober durch die Propaganda in den sozialen Medien Islamisten super genau die Islamisten super aktiv sind. Ähm, sie nutzen die Bilder aus Gaza, um Menschen auf Distanz zu der Mehrheitgesellschaft zu bringen, Wut zu machen und von da ist der Weg zur Radikalisierung sehr, sehr kurz. Ich arbeite seit 2007 in diesem Bereich und das, was ich seit dem 7. Oktober 23 in Schulen ähm erlebe, ist unfassbar. Das ist, das habe ich noch nie erlebt. Ich habe es sogar bei Ihnen hier in der Zeitung gesagt, wir stehen vor einer Radikalisierungswelle und diese Radikalisierungswelle ist sichtbar. ist sichtbar in Sulingen, in Mannheim, in München und jetzt eben auch in Berlin. Und das, was ich in den Schulen erlebe, ist Leute, die einfach abgeschlossen haben mit dieser Gesellschaft, das Gefühl haben, Deutschland ist Mittäter an den Krieg in Gaza. Deutschland ähm hat die Muslime im Stich gelassen, die Muslime haben keine Meinungsfreiheit. Die werden tagtäglich in diese Gesellschaft unterdrückt und sie haben keine Stimme, was absolut nicht die Realität entspricht. Die Palästinenser z.B. gehen jeden Tag auf der Straße und die sind sehr, sehr laut und das ist absolut in Ordnung auch eine ganz andere Meinung so nah aus Konflikt zu haben. Aber diese diese Gefühle, diese im Stich gelassen zu werden, alleine da sein, wird genau von diesen Islamisten genutzt und dann nutzt man oder spricht man die kleine Minderheit unter Muslime, die schon radikal sind, aber eben auch gewaltbereit und versucht sie dahin zu bewegen, Terroranschläge zu machen.
Mm. Ist das eine Parallelwelt, die da entstanden ist oder im Entstehen ist, in die wir gar nicht mehr richtig hineinkommen?
Die Parallelgesellschaften sind da und zwar nicht nur in Neuköln, in vielen, vielen Orte. Parallelgesellschaft ist nicht nur eine Straße, wo auf Arabisch gesprochen wird. Parallelgesellschaften sind Orte, wo Kinder in Deutschland aufwachsen, hier geboren, ähm zu Deutschland gehören, deutscher Pass haben und trotzdem ganz andere Werte vertreten. So wie Abdul Balut, der in Berlin geboren ist 2005. Ja. Ja. Ich meine bei bei den bei den IS Ausreiser damals vor 10 Jahren waren viele Leute, die sogar kein Migrationshintergrund haben. Sie haben den Islam angenommen und dann so radikalisiert, dass sie bereit waren, sich den IS anzuschließen. Die Kenya, den Desodok und viele andere Islamisten, die auch in Syrien getötet wurden. Der Islamismus ist kein neues Thema. Sie hat aber gerader, vor allem durch die sozialen Medien einen neuer Schub bekommen und äh gerader sind sie super erfolgreich, junger Menschen anzusprechen.
Was kann man tun?
Vieles. Erstmal bevor ich über mein sozusagen Expertise spreche, Präventionsadikalisierungsarbeiten, brauchen wir ein Rechtsstaat, der abschreckend funktioniert. Ich kann es absolut nicht verstehen, dass jemand, der zweimal versucht hat, Richtung IS zu gehen, sich an den IS anzuschließen, der wird zu Bewährungsstrafe verurteilt. Das ist inakzeptabel. Die Strafen muss abschreckend funktionieren und solange das nicht der Fall ist der Hemmungsschwelle zu Gewalt sehr sehr klein. Wenn ich jeden Tag auf der Straße gehe in Deutschland verachte, die Polizisten verachte ähm die Grundwerte verachte und trotzdem passiert nichts, dann habe ich keine Abschreckungsmöglichkeiten, um diese Leute für diese Gesellschaft zu gewinnen. Was Präventionsarbeit angeht, brauchen wir eine Strategie für die sozialen Medien, wir brauchen eine Strategie für die Schule. Ich will nicht mehr diese Arbeit von außerhalb machen. Die Lehrer und Lehrerinnen soll in sollen in der Lage zu sein, äh Werte zu vermitteln, Leute für diese Gesellschaft zu gewinnen. Wir haben was anzubieten. Wir haben ein großartiger Grundgesetz. Viele Leute kamen zu uns, weil sie Freiheit und Sicherheit gesucht haben. Und es kann nicht sein, dass wir auch Leute dulden, die diese Freiheit verachten, die Toleranz nutzen, um Intoleranz zu verbreiten. Und da müssen wir einfach äh selbstbewusst auftreten und sagen, wo unsere Grenze ist. Und das ist mit der Linke Politik in den letzten Jahren nicht möglich gewesen. Hier muss ich aber noch eine Sache machen. Ich bin Mitglied der Gremium Islamismuspvention und Islamismusbekämpfung bei der BMI. Wir sind gerade dabei, eine ganz große Konzept zu liefern zum Umgang mit dem Thema Islamismus und wir lassen genau für Innenministerium und wir lassen kein Thema weg, sondern wir wollen das Thema auf die Metaebene bearbeiten. Wir wollen auch die Deradikalisierungsarbeit evaluieren. Wir wollen, dass äh die Strafen anders funktionieren und wir wollen vor allem in den Schulen nichts äh ähm unversucht lassen, um Menschen für diese Gesellschaft zu gewinnen. Es ist sehr spät, wenn jemand schon radikal ist, ihn zu erreichen, aber es ist sehr einfach Leute zu erreichen, wenn sie noch keine befestigter Weltbild haben und da versagen wir vor allem seit dem 7. Oktober 23, sagt Ahmad Mansur.
Danke für die Hintergründe.
Vielen Dank.