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Mein größter Fehler - 100.000€ verloren mit Aktien und ETFs

FINANZFOKUS12:32

Transcription

Jeder spricht davon, dass die ersten 100.000 € ein wichtiger Meilenstein beim Vermögensaufbau sind. Doch kaum einer redet darüber, was es bedeutet, die ersten 100.000 € wieder zu verlieren. Das Problem ist, die wenigsten sind wirklich darauf vorbereitet.

Ich habe in nur 49 Tagen mehr als 100.000 € verloren, und was viele als Rückschlag sehen würden, war für mich vielleicht der wichtigste Meilenstein im Vermögensaufbau. In diesem Video zeige ich dir mein gesamtes Depot, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest und was ich aus diesem Verlust gelernt habe.

Doch wie verliert man über 100.000 € in nur 49 Tagen? Am 19. Februar 2025 sah mein Depot besser aus als je zuvor. Mein Depotwert lag bei 424.000 € und war mit 111.000 € an Kursgewinn 35,6 % im Plus. Hinzu kamen sogar noch mal 33.000 € an realisierten Gewinn, so dass ich fast 150.000 € im Plus war. Aber dann änderte sich das Marktumfeld schlagartig. Die Zollpolitik von Donald Trump versetzte die Märkte in Panik, und mein Depot wurde in der Luft zerrissen. Innerhalb von nur 49 Tagen ist mein Depot um mehr als 100.000 € eingebrochen. Die Kursgewinne sind von über 111.000 € auf nur noch 18.250 € gesunken, und mein Depot ist somit nur noch 5,1 % im Plus. Die realisierten Kursgewinne von etwa 34.000 € haben sich jedoch kaum verändert. Mein Depotwert liegt aktuell bei 375.992 €. Die Gesamtperformance von meinem Depot ist also von fast 50 % plus auf unter 15,8 % gesunken.

Wie habe ich auf den Verlust reagiert? Vorweg: Auch für mich war dieser Verlust eine schmerzhafte Erfahrung. Dennoch habe ich versucht, Ruhe zu bewahren, da die 100.000 € reine Buchverluste sind. Ich habe also keine Position mit Verlust verkauft, und ich habe es aktuell auch nicht vor. Zudem habe ich die Kursschwäche genutzt und insgesamt mehr als 45.000 € zusätzlich investiert.

Klingt erstmal sehr gut, aber hier habe ich dennoch einen entscheidenden Fehler gemacht. Ich habe nämlich aus Emotionen gehandelt. Zwar habe ich keine Panikverkäufe getätigt, aber ich habe viel zu früh nachgekauft. Ich wollte die Kursverluste schnell wieder ausgleichen und habe dadurch zu schnell meine Cashreserven verbraucht. Ich habe den Großteil meiner Reserven bereits im ersten Dip investiert und habe nicht damit gerechnet, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte. Mein Fehler war also, dass ich unterschätzt habe, wie schnell sich die Dynamik in diesem Bärenmarkt entwickelt hat. Vergleicht man die aktuelle Korrektur mit anderen Bärenmärkten, dann sieht man, dass die Dynamik außergewöhnlich stark ist und die Märkte sehr schnell gesunken sind. Das Problem ist, dass man diese Eskalationsspirale selten kommen sieht und eigentlich immer damit rechnen muss. Besser wäre es gewesen, wenn ich mir einen klaren Timingplan erstellt hätte, wann ich wie viel nachkaufen möchte. Wichtig ist also vorher festzulegen, wie viel man investieren will.

Ein Beispiel: Historisch betrachtet, liegt der durchschnittliche Rückgang in einem Bärenmarkt bei etwa 29,4 % mit einer durchschnittlichen Dauer von 382 Tagen, also etwas mehr als einem Jahr. Wenn ich mit einem möglichen Rückgang von mindestens 20 % rechne, könnte ich bei jedem 5 % Schritt, also bei z.B. -5 %, -10 % oder -15 %, jeweils 20 % meiner Cashreserven investieren. Die letzten 20 % hätte ich dann z.B. als Reserve für eine einmalige Sonnersituation zurückgehalten. Insbesondere in turbulenten Börsenzeiten lassen sich Aktien sehr günstig aufsammeln und so langfristig tolle Renditen erzielen. Wenn die Kurse fallen, der Angstschweiß fließt und der Schmerz am größten ist, war bisher für mich immer der beste Zeitpunkt zum Einstieg. Wenn du aktuell noch kein Depot hast, dann könnte jetzt auch der optimale Zeitpunkt für den Einstieg sein. Den Broker, den ich nutze und auch empfehlen kann, findest du unten in der Videobeschreibung. Melde dich am besten heute noch an.

Aber zuerst schauen wir jetzt mein Depot und meine Anlagestrategie im Detail an, um den Verlust auch objektiv bewerten zu können. Kurz gesagt, verfolge ich mit zwei Portfolios eine Art Core-Satellite-Strategie. Das erste Portfolio bildet den stabilen Kern meines Gesamtdepots und konzentriert sich auf eine globale Streuung und einen passiven Investitionsansatz. Das bedeutet, ich treffe keine aktiven Entscheidungen, sondern investiere unabhängig von der aktuellen Marktphase jeden Monat automatisch einen Teil meines Einkommens per Sparplan in ETFs. Aktuell ist es z.B. der iShares ACWI ETF. Davor habe ich in eine 70/30 Welt-Kombination aus MSCI World und Emerging Markets investiert. Warum mache ich das so? Ganz einfach: Aus steuerlichen Gründen, damit ich später nach dem First-in-First-out-Prinzip später neuere ETF-Anteile mit weniger Gewinn in der Endsparphase verkaufen kann, um so weniger Steuern zu zahlen. Dieses Geld ist also langfristig für meine Altersvorsorge gedacht. Dieses Portfolio hat derzeit einen Wert von 156.800 € und ist insgesamt noch 16,33 % im Plus. Wie man diese Zahlen richtig einordnet, dazu kommen wir gleich noch mal. Zuerst zeige ich dir aber noch mein zweites aktives Portfolio, mit dem ich versuche, mit aktiven Investitionsentscheidungen die Marktrendite von 7 bis 8 % zu übertreffen.

Dieses Portfolio hat derzeit einen Wert von 219.000 € und ist sogar leicht ins Minus gerutscht. Insgesamt habe ich aber fast 30.000 € an Kursgewinn realisiert, sodass ich auf eine positive Performance von rund 13 % komme. Hier konzentriere ich mich auf drei Arten von Aktien: Wachstumsaktien, Qualitätsaktien und Aktien, bei denen ich eine gute Chance für einen Turnaround sehe. Grundsätzlich versuche ich mich hier an den Investitionsansätzen von Peter Lynch zu orientieren, also in Unternehmen zu investieren, deren Geschäftsmodell ich verstehe, die langfristig wachsen und unterbewertet sind. Hier siehst du die Verteilung der Einzelaktien. Das sieht zwar auf den ersten Blick nach vielen Einzelaktien aus, aber die größten 22 Aktien machen bereits drei Viertel des gesamten Portfolios aus. Hier sehen wir viele Techunternehmen, wie z.B. Amazon oder Alphabet, aber auch viele Halbleiterunternehmen wie KLA oder TSMC. Die meisten Aktien sind zwar noch gut im Plus, aber im Vergleich zu meinem letzten Depot-Update haben die meisten Positionen viele Kursgewinne abgegeben. Allein Amazon, meine aktuell größte Position, hatte im Februar noch eine positive Performance von 108 %, und aktuell bin ich nach einigen Nachkäufen nur noch knapp 21 % im Plus. So ähnlich sieht es auch bei vielen anderen Aktien aus, und die übrigen Positionen werde ich dir hier einfach mal einblenden. Du kannst gerne pausieren, wenn du dir diese genauer anschauen möchtest. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass ich diese mit der Zeit wiederholen kann.

Doch wann ist es sinnvoll, an der eigenen Strategie festzuhalten, und wann sollte man umdenken? Um den Verlust in einem Bärenmarkt richtig einzuordnen, sollte man sich dabei zwei zentrale Kennzahlen genauer anschauen. Die erste Kennzahl ist der Drawdown. Der Drawdown zeigt, wie stark ein Depot vom höchsten Stand gefallen ist. Aktuell liegt mein Drawdown bei 20,61 %. Das heißt, mein Depot ist um diesen Prozentsatz von seinem bisherigen Höchststand gefallen. Ein Drawdown von über 20 % ist zwar schmerzhaft, aber in der aktuellen Marktphase nicht ungewöhnlich. Zum Vergleich: Große Aktienindizes wie der S&P 500 verzeichnen im aktuellen Bärenmarkt einen vergleichbaren Drawdown von 21,35 %. Umdenken sollte man spätestens dann, wenn der Drawdown zu hoch ist und man merkt, dass die Strategie nicht zur eigenen Risikotoleranz passt. Hier kann man dann z.B. eine breitere Streuung der Anlagen in Betracht ziehen oder die Cashquote erhöhen. Also weniger Geld in risikoreichere Investitionen wie ETFs oder Aktien stecken. Das reduziert den Drawdown für dein Gesamtvermögen.

Die zweite wichtige Kennzahl ist der interne Zinsfuß. Diese Kennzahl zeigt, wie viel Rendite ein Depot pro Jahr im Schnitt erzielt hat. Aktuell liegt die jährliche Rendite von meinem Portfolio bei 7,71 %. Aktuell schwankt diese Zahl aber täglich sehr stark und lag z.B. einen Tag zuvor noch bei über 8,5 % und kurze Zeit davor sogar bei über 10 %. Aber auch wenn die jährliche Rendite aktuell stark schwankt, ist diese Messkennzahl dennoch sehr wichtig für mich im aktuellen Crash. An dieser Zahl kann ich prüfen, ob ich meine langfristige Mindestrendite auch dann erreiche, wenn es mal nicht so gut läuft. Meine Mindestrendite liegt bei 7 %, und meine Zielrendite bei 10 % pro Jahr. Da ich davon ausgehe, dass wir in den kommenden ein bis zwei Jahren wieder neue Allzeithochs sehen könnten, bin ich also zuversichtlich, dass meine Strategie weiterhin funktioniert. Zudem prüfe ich regelmäßig, ob ich mit meinem aktiven Depot weiterhin eine Überrendite im Vergleich zu meiner passiven Strategie erziele. Der interne Zinsfuß von meinem passiven ETF-Portfolio liegt aktuell bei 6,45 %. Die jährliche Rendite von meinem aktiven Portfolio liegt ungefähr bei 8 %. Zumindest ist die Rendite immer noch höher, obwohl Tech-Aktien besonders stark von dem Crash betroffen waren. Das bestätigt mich, dass ich weiterhin an meiner Strategie festhalten werde. Liegt die Depotrendite aber längere Zeit unter der durchschnittlichen Marktrendite, dann könnte man betrachten, die eigene Strategie zu ändern und z.B. auf eine rein passive Anlagestrategie umzusteigen.

Aber warum war der Verlust von 100.000 € nun mein wichtigster Meilenstein beim Vermögensaufbau? Hierzu muss man verstehen, dass Investieren aus zwei wichtigen Elementen besteht. Das erste Element haben wir uns eben angeschaut, die Strategie. Die Strategie gibt dir einen Plan, wie du dein Geld nach klaren Regeln anlegst. Das Problem ist aber, dass Investieren einfach ist, solange die Kurse steigen. Selbst die riskantesten Entscheidungen fühlen sich dann richtig an und werden selten hinterfragt. Die Gefahr ist dann groß, dass man die eigenen Schwächen im Depot nicht sieht, und wie gut oder schlecht ein Depot aufgestellt ist, erkennt man dann oft erst in den Zeiten, in denen es nicht so gut läuft. Aber im Crash wird auch noch etwas Weiteres getestet. Das führt uns nämlich zum zweiten Element, das Mindset. Der sogenannte Verlustaversionseffekt beschreibt das psychologische Phänomen, dass Verluste emotional deutlich stärker wirken als gleich große Gewinne. Wenn jemand beispielsweise 100 € verliert, ist der empfundene Schmerz etwa doppelt so groß wie die Freude über den Gewinn von 100 €. Diese Asymmetrie beeinflusst dann unsere Entscheidungen und führt z.B. zu Panikverkäufen, um z.B. den kurzfristigen Schmerz zu vermeiden. Oder man hört auf, Geld zu investieren, weil man Angst vor Verlusten hat. Das hier sind oft typische Verhaltensmuster, die man bei vielen Anlegern beobachten kann. Wichtig ist aber, dass man persönliche Emotionen in einem stark fallenden Markt kontrollieren kann, denn sobald Emotionen ins Spiel kommen, macht man Fehler. Ein hoher Verlust von 100.000 € ist also ein großer emotionaler Stresstest, den man nur schwer simulieren kann.

Verstärkt wird das Ganze meist dadurch, welche Erwartungen man hat. Ich selbst zeige z.B. auch bei meinen Inhalten auf stetig steigende Kurse oder eine stetig steigende Vermögensentwicklung, weil es das Konzept gut verdeutlicht und motivierend wirkt. Dabei kann aber ein gefährliches Bild entstehen. Es lässt z.B. glauben, dass es an der Börse immer nur nach oben geht. Investieren läuft aber nicht linear. Zwei Schritte vor, einer zurück. So sieht meist ein echter Vermögensaufbau aus. Die meisten Menschen bauen daher auch kein Vermögen auf, weil sie Angst davor haben, Geld zu verlieren. Aber wer einmal 100.000 € oder einen höheren Betrag verloren hat und seiner Strategie treu bleibt, hat diesen Test erfolgreich bestanden. Ich habe so gelernt, mit meiner Angst umzugehen und eine Resilienz vor Buchverlusten zu entwickeln. Daher sind die ersten 100.000 € Verlust für mich ein wichtiger Meilenstein, da ich meinem Grundsatz "Time in the Market Beats Timing the Market" treu geblieben bin.

Damit auch du besser auf große Rückschläge und einen Crash vorbereitet bist, gebe ich dir noch meine fünf wichtigsten Learnings aus meinem Verlust mit. Erstens, rechne mit einem Crash. Ein Einbruch von 20 bis 30 % kann jederzeit passieren, auch bei einem gut aufgestellten Depot. Man muss alle 6 bis 8 Jahre mit einem Bärenmarkt von bis zu 20 % und mehr rechnen. Mach dir also bewusst, was das in absoluten Verlustbeträgen für dein Depot bedeutet, damit du emotional vorbereitet bist. Zweitens, Diversifikation schützt vor Verlusten. Gerade in Krisenzeiten zahlt sich eine breite Streuung über Branchen, Regionen und Anlageklassen aus. Das reduziert Verluste und bringt Stabilität in schwierigen Phasen. Drittens, halte immer ausreichend Cash bereit. Das kann insgesamt den Drawdown reduzieren, und man hat die Möglichkeit, bei sehr günstigen Kursen nachzukaufen. Wichtig ist aber, einen Plan beim Nachkaufen zu haben. Viertens, Verluste sind keine Niederlage. Ein wichtiger Tipp, der mir persönlich geholfen hat: Hör auf, Verluste in Netto-Monatsgehältern oder z.B. Alltagsausgaben umzurechnen. Wenn du denkst, ja, das sind jetzt 14 Monatsgehälter, davon hätte ich mir auch z.B. ein Auto kaufen können. Das verstärkt dann den ganzen emotionalen Schmerz noch mehr, und deshalb konzentriere dich auf deine Strategie und die Kennzahlen, die ich dir in diesem Video vorgestellt habe. Fünftens, bleibe deiner Strategie treu. Handel nicht aus Emotionen, denn der größte Fehler entsteht meist nicht durch den Crash selbst, sondern dadurch, dass man hektisch darauf reagiert.

Zum Schluss noch: Wie löse ich das Problem, dass ich keine Cashreserven mehr zur Verfügung habe? Ich habe meine Sparpläne nun etwas nach oben geschraubt, um wirklich mein frei verfügbares Einkommen nun zu investieren. So kann ich zumindest noch ein bisschen von den Schwächen im Aktienmarkt profitieren. Nach der Erholung werde ich dann meine Sparpläne wieder reduzieren und so meinen Cashbestand wieder aufbauen, dass ich beim nächsten Mal besser vorbereitet bin. Wenn du jetzt selber mit dem Investieren starten möchtest, aber noch unsicher bist, dann schau dir unbedingt noch dieses Grundlagenvideo an. Dort erfährst du alle wichtigen Informationen, die du zum erfolgreichen Start benötigst. Klicke einfach oben auf dieses Video.