Transcription
Was geht, Leute? So eine periodische Zelle sieht auf den ersten Blick so ein bisschen unübersichtlich aus, mit den ganzen komischen Zellorganellen. Was die Mitochondrien uns derzeit gern so draufhaben, wissen wir ja schon, aber was macht eigentlich dieses endoplasmatische Retikulum? Das erfahrt ihr hier.
Endoplasmatisches Retikulum klingt erst mal richtig schön kompliziert. Wenn man es auseinander nimmt, wird’s einfacher. Die Vorsilbe „endo“ steht für „innen“. Dann kommt „plasmatisch“, das steht für „Zellplasma“: Es befindet sich im Zellplasma. „Retikulum“ kommt vom lateinischen „reticulum“, das bedeutet „Netz“. Okay, einfach ein Netz im Zellplasma. So sieht es auch aus. Vereinfacht wird das endoplasmatische Retikulum auch oft genannt „ER“.
Es geht auf der einen Seite in die Membran des Zellkerns, also die Kernhülle, über und bildet dann auf der anderen Seite, zum Zellplasma hin, ein großes Netz, eigentlich wie ein großes Labyrinth durch die ganze Zelle. Die Röhren vom ER sind also so ziemlich in der gesamten Zelle verteilt. Wenn sich Vesikel vom ER ablösen, können Moleküle oder Membranen dadurch direkt zu den anderen Zellorganellen transportiert werden. Der Golgi-Apparat ist ein ziemlich gutes Beispiel dafür: Transportvehikel lösen sich vom ER ab und setzen sich am Golgi-Apparat wieder an, um Proteine weiterzugeben.
Es gibt das raue und das glatte ER. Das raue endoplasmatische Retikulum ist der Teil, der in die Kernmembran übergeht. Warum „rau“? Der Unterschied zum glatten ER ist, dass es noch Ribosomen an der Oberfläche kleben hat. Deswegen ist ein anderer Begriff auch „granulares“. Die Ribosomen, die außen kleben, lesen die mRNA ab. Schon mal was von Transkription gehört? Okay. Die Ribosomen stellen da so Proteine her, die zum Aufbau von Membranen gebraucht und gerade in der Zelle benötigt werden. Aber Vorsicht: Nicht alle Ribosomen kleben am ER fest. Nur spezielle Membranproteine werden von den Ribosomen am ER translatiert, also Membranbauteile, die Proteine sind. Dazu werden von den Ribosomen am ER auch noch sekretorische Proteine hergestellt. Sekretorische Proteine sind Proteine, die wieder ausgeschieden werden, so wie in Sekret halt auch ausgeschieden wird. Das raue ER ist also an der Proteinbiosynthese und damit auch am Membranaufbau beteiligt.
Das glatte oder granulare endoplasmatische Retikulum hat ein paar mehr Aufgaben im Stoffwechselprozess. Die Enzyme des glatten ER helfen bei der Synthese von Lipiden, also Fettsäuren, Steroiden und dem ganzen Shit. Kohlenhydratspeicherung, Entgiftung der Zelle und Speicherung von Kalzium fällt auch ins Aufgabengebiet. Aber mal langsam: Das glatte ER bildet Steroide, vor allem Steroidhormone. Deswegen kommt es oft in Zellen für Hormonproduktion vor. Aber zu den Steroiden gehört auch Cholesterin für Membranen. Weitere Lipide wären Phospholipide, auch für Membranen. Daher ist das glatte ER auch an der Membranproduktion beteiligt.
Kohlenhydratspeicherung ist ein bisschen kompliziert. Bei der Kohlenhydratspeicherung geht es uns jetzt um eine Glukosespecheicher, der für den Blutzucker relevant ist und der in der Leber – in der Leber ist Glukose in der Speicherform von Glykogen vorhanden. Wenn das abgebaut wird, entsteht Glukosephosphat. Das können die Leberzellen aber so nicht verlassen. Ganz vereinfacht spaltet das ER diesen Phosphatrest von Glukosephosphat ab, so dass man nur noch Glukose hat. Dadurch kann Glukose die Leberzellen verlassen und der Blutzucker kann steigen. Hauptsächlich in der Leber hat das glatte ER auch Abschnitte, die für die Entgiftung zuständig sind. Giftige, schlecht lösliche Stoffwechselendprodukte werden durch Enzyme im ER wasserlöslich gemacht und können dann besser abtransportiert werden. Das gilt auch für körperfremde, schädliche Stoffe wie viele Medikamente.
Das Innere vom ER wird als Lumen bezeichnet. Im Lumen findet die Aufnahme und Speicherung von Kalzium statt. Deswegen spielt es eine ziemlich große Rolle bei der Signalübertragung im Organismus. Für die Signalübertragungen – Muskeln, Nerven und noch ziemlich viele andere Prozesse – braucht man nämlich Ca2+. Habt ihr schon mal den Begriff sarkoplasmatisches Retikulum gehört? Ist auch nicht so hammerwichtig, aber so heißt das ER in den Muskelzellen. Nur so eine kleine Zusatzinfo, Partypeople.
Noch mal kurz alles Wichtige: Das endoplasmatische Retikulum ist eng mit der Kernmembran verbunden und breitet sich mit seinen verzweigten Röhren in der ganzen Zelle aus. Das raue ER hat Ribosomen an sich kleben und ist für Teile der Proteinbiosynthese und damit auch der Membranproduktion zuständig. Das glatte ER ist an der Synthese von Lipiden und damit auch an der Membranproduktion, dem Kohlenhydratstoffwechsel, der Entgiftung der Zelle und der Speicherung von Kalzium beteiligt. Wenn euch das Video geholfen hat, dann denkt mal dran, ob vielleicht ein Kumpel von euch gibt, dem das Video auch helfen würde, und empfiehlt es ihm gerne weiter. An sich auch drei neue Videos, Video und Best gleich.