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Es fehlen uns noch zwei bedeutende Ereignisse im Leben des Propheten. Das ist aber, bevor er mit 40 Jahren Prophet wurde.
Das eine ist die Eheschließung mit Radija. Als der Prophet 25 Jahre alt war, heiratete er seine Zeitpunkt älter als er. Sie war vorher bereits zweimal verheiratet, sie hatte bereits Kinder und sie war eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Tatsächlich war Radija sehr wohlhabend, im Gegensatz zum Propheten, der arm war. Welcher Mann würde heute eine solche Frau heiraten? Ich habe mal irgendwann so einen Spruch gelesen: "Sei keine Kardashian, sei eine Radija!" So als Ratschlag an unsere Schwestern. Und ich habe nur gedacht: "Ja, super, sei eine Radija, aber welcher Mann heirate dich dann heute?" Aber zuerst die Schließung mit Radija, kommen wir später.
Das zweite bedeutende Ereignis war der Wiederaufbau der Kaaba. Zurzeit des Propheten wurde die Kaaba einmal zerstört. Nicht komplett zerstört. Es gab in Mekka eine Flut und die hat die Fundamente der Kaaba, also unterspült und das Gebäude ist quasi baufällig geworden. Man konnte es so nicht mehr benutzen und die Leute haben dann überlegt, was sie machen können. Und die naheliegendste Idee ist natürlich, aber neu aufbauen bedeutet auch, dass man das alte Gebäude erst einmal einreißen muss. Das wurde ja nicht weggespült, das war einfach noch da, aber es drohte halt jeden Moment zusammenzustürzen. Und haben sie sich nicht getraut, das Gebäude reinzureißen. Hin und her überlegt, wer das tun kann, bis ich dann einer von ihnen tatsächlich so ein Herz genommen hat und sagt: "Okay, ich tu's." Aber ist quasi dann so zur Kaaba gegangen mit einer Weißenberg, mit einer Axt oder etwas Ähnlichem. Und bevor er dann zugeschlagen hat, sagt er: "Oha, keine Angst, ich will nur Gutes. Keine Angst, ich will nur Gutes." So ungefähr. Man fragt sich: "Willst du Allah erklären, was deine Absicht ist? Weiß er nicht selber, was du tatsächlich da im Herzen trägst, während du auf die Kaaba einschlägst?" Aber das zeigt, wie die Leute damals über Allah gedacht haben. Sie hatten sehr seltsame Vorstellungen über Allah, als wenn sie ihnen das jetzt in diesem Augenblick erklären müssen, wie einem anderen Menschen. Und tatsächlich war das auch die Ursache für ihren Götzendienst. Bei ihnen war das Problem, dass sie gar nicht diese diese richtige Vorstellung von Allah hatten, diese richtige Überzeugung, dass er der eine vollkommene Gott ist. Und weil sie sich das so nicht vorstellen konnten, dass es einen vollkommenen Gott gibt, haben sie ständig geglaubt: "Okay, dieser Gott braucht dann andere Unterstützer. Wie soll er alleine dieses Universum verwalten? Wie soll er alle Stimmen gleichzeitig hören? Woher soll er wissen, warum ich gerade dabei bin?" "Keine Angst, keine Angst, ich will nur Gutes."
Als sie die Kaaba abgerissen hatten, haben sie überlegt, wie sie den Wiederaufbau finanzieren. Und das Interessante war, dass sie damals schon ein Gespür dafür hatten, keinen Haram-Geld dafür zu nehmen, kein Geld aus verbotenen Einkommensquellen. Beispielsweise zählte der Zins dazu. Sie wollten kein Geld haben, was mit Zinsen erwirtschaftet wurde. Was sie sehr interessant fand, das war noch vor der Offenbarung. Trotzdem wussten die Leute, dass es eine Form des Unrechts ist. Das ist auch nicht nur bei uns im Islam so, auch im Judentum und Christentum ist ursprünglich Zinsen verboten gewesen. Und irgendwie hatten die Menschen das schon immer im Gespür. Das war selbst für die Götzendiener zur Zeit des Propheten. Für die war das klar, dass Zins nehmen eine Form des Unrechts ist. Aus Zinsen wollten sie kein Geld nehmen, um die Kaaba wieder aufzubauen. Auch aus anderen Quellen, wie beispielsweise Prostitution oder aus, naja, dubiosen Quellen, sagen wir. Haben sie kein Geld genommen, sondern wollten nur sauberes Geld dafür nehmen, um die Kaaba wieder zu errichten.
Am Ende hat das aber nicht ganz ausgereicht. Das heißt, man konnte die Kaaba nicht so groß bauen, wie sie vorher war, wie ursprünglich mal der Prophet Ibrahim sie gebaut hatte. Und deswegen ist die Kaaba heute so ein bisschen verkürzt, könnte man sagen. Heute sieht sie aus wie ein Würfel. Aber immerhin hatte ursprünglich die Kaaba aber so gebaut, dass sie wie ein wie ein Rechteck ist. So werden ja das breitere Fundament. Wenn man mal heute auf die Bilder achtet, dann sieht man an einer Stelle, an einer Seite der Kaaba so eine Halbkreis. Diese Halbkreis zeigt an, wie groß die Kaaba ursprünglich einmal war. Tatsächlich das Gebäude, das ursprünglich errichtet hatte, das war größer. Das war inklusive dieses Halbkreises. Und wenn man heute in diesem Halbkreis betet, dann ist es tatsächlich so, als würde man in der Kaaba beten. Bei meiner letzten Augenreise haben das tatsächlich einige geschafft, aber irgendwie aus welchem Grund auch immer nachts nicht so viel los und da haben sie sich angestellt und sie konnten dann in diesem Halbkreis beten in der Kaaba. Wenn man da betet, könnte man tatsächlich auch in jede beliebige Richtung bieten. Also man bietet ja in der Kaaba und wenn man in der Kaaba ist, gibt es keine Richtung. Kaaba, du bist ja schon innen drin. Das würde auch gelten in diesem Halbkreis. Aber ich glaube, keiner würde es wagen, sich von der Kaaba abzuwenden. Aber das war das ursprüngliche Fundament, was man nicht mehr ganz vervollständigen konnte. Also der Bau, wie zur Zeit von Ibrahim, den konnte man so nicht wiederherstellen.
Und ebenso haben sie, als sie die Kaaba wieder aufgebaut haben, die Tür ein wenig höher gesetzt. Das sieht man auch heute noch auf den Bildern. Ist am heutigen Tag immer noch so. Und das diente als eine Art Kontrolle. Sie wollten nicht einfach jeden in die Kaaba lassen. Vorher war das so, dass die Tür eben ebenerdig war und so konnte quasi jeder rein und rausgehen. Aber sie wollten so eine Art Kontrolle haben, dass derjenige, der in die Kaaba geht, vorher Bescheid sagen muss und dann kommen sie halt, stellen die Leiter auf, was auch immer, dann kann jemand erst in die Kaaba gehen. Für sie war das ja so ein politisches Machtinstrument. Wir bestimmen, wer in der Kaaba betet.
Wieder aufgebaut haben, kamen sie irgendwann kurz vor Schluss an den schwarzen Steinen. Das war der letzte Stein, der noch fehlte. Der schwarze Stein, der heute an der Ecke ist, wenn man an der Kaaba durchsteht, links an der Ecke. Das ist ein Stein, der ursprünglich einmal weiß war, aber er ist schwarz geworden durch die Sünden der Menschen. Und selbst zur Zeit des Propheten, vor seiner Offenbarung, einfach nur bei dem Bereich war das schon ein besonderer Stein. Auch sie haben ihm eine eine gebracht und für sie war das natürlich eine besondere Ehre, diejenigen zu sagen, die den Stein an die richtige Stelle setzen. Aber wer durfte das jetzt machen? Welcher von den verschiedenen Stämmen und Unterstellungen und Familien der Bereich durfte die Ehre für sich in Anspruch nehmen, den Stein an die letzte Stelle zu setzen? Die Kaaba war quasi schon fertig gebaut, es ging nur noch um diesen schwarzen Stein. Und plötzlich ein Streit unter den Geräuschen aus und das ist fast dazu gekommen, dass sie die Schwerter ziehen. Jede Familie wollte das für sich in Anspruch nehmen. Wir sind diejenigen, die den schwarzen Stein an die richtige Stelle setzen.
Als es dann nicht weiterging, hat irgendjemand vorgeschlagen: "Okay, bevor wir uns hier die Köpfe einschlagen, lassen uns folgendes tun. Der nächste, der die Moschee betritt, dass wir derjenige sein, der darüber bestimmt, wie das ganze hier ausgeht. Wir akzeptieren sein Urteil, egal wer es ist und egal was er sagt." Und damit waren alle einverstanden. Für sie war das so eine Art göttliche Auswahl. Wenn man keine Kontrolle darüber hat, wer jetzt reinkommt, also überlassen wir quasi Gott die Auswahl. Und derjenige, der als nächstes kommt, das ist derjenige, den Gott ausgewählt hat und dessen Wort wir dann akzeptieren. Und dann war der nächste, der in die Moschee kommt, der Prophet Mohammed. Und die Leute waren begeistert: "Ach so, der, der Wahrhaftige, der Vertrauenswürdige. Was zahlt er, Radina? Wir sind zufrieden, wir freuen uns, wir akzeptieren ihn." Weil sie wussten, dass der Prophet niemanden bevorzugen würde. Er stammte ja selber aus einer bestimmten Familie von euch, aber sie wussten, er würde das nicht machen, er würde das nicht ausnutzen, er würde nicht seine Familie gegenüber anderen bevorzugen. Er war jemand, der als gerecht und vertrauenswürdig bekannt war.
Und sein Vorschlag war dann folgender: Man breitet einfach an der Stelle, wo der schwarze Stein eingesetzt wird, ein großes Tuch aus und legt den schwarzen Stein drauf. Und ein Repräsentant von jeder Familie nimmt so dieses Tuch und hebt den schwarzen Stein dann gemeinsam mit den anderen hoch. Und der Prophet hat dann nur noch so den letzten Feinschliff gemacht, so als der Stein hochgehoben war, hat er ihn genommen und die richtige Stelle gesetzt. Und damit waren alle zufrieden. Das ist eigentlich ein Vorschlag, auf den die anderen auch hätten kommen können, sind sie aber irgendwie nicht. Und es zeigt auch, dass man, dass man im Umgang mit den Leuten und auch, wenn man ein Repräsentant dieser Botschaft ist, dass es nicht alleine ausreicht, ein Gespür für Gerechtigkeit zu haben. Man braucht doch eine gewisse Intelligenz, scharf sind, um solche Situationen lösen zu können. Gerechtigkeit sorgt dafür, dass du nicht absichtlich Unrecht begehst, aber sie sorgt nicht automatisch dafür, dass du immer auf die cleverste Idee kommst, um einen solchen Konflikt zu entspannen oder auch um gerecht zu sein, um Gerechtigkeit herzustellen. Es gehört schon mit dazu.
Als der Prophet es kurz vor Ende seines Lebens Mekka wieder erobert hatte, hatte er überlegt, die Kaaba wieder so aufzubauen, wie zur Zeit von Ibrahim. Davon hat er allerdings Abstand genommen. Und zwar deswegen, weil zu der Zeit viele Menschen neu im Islam waren. Man kann gerade erst erobert und sehr viele von seinem Bewohnern haben eben erst den Islam angenommen. Und er hätte er dann die Kaaba noch einmal eingerissen und neu aufgebaut, wäre das komisch gewesen bei denen. Was ist das für eine Religion? Er kommt nach Mekka und wir haben eure Religion angenommen und jetzt das erste, was ihr macht, ist quasi die Kaaba zerstören? Ja, man hätte das den Leuten erklären können, aber das wäre nicht bei allen so angekommen. Und deswegen hat er davon Abstand genommen.
Die Kaaba wieder so aufzubauen, wie zur Zeit von Ibrahim, wäre eine gute Sache gewesen, denn sonst hätte der Prophet gar nicht überlegt. Wenn er das schon vorhatte, da muss das etwas Gutes gewesen sein. Trotzdem hat er davon Abstand genommen. Er sagte: "Nein, ich möchte nicht, dass dadurch die Leute verwirrt werden, dass dadurch Chaos und Streit ausbricht unter den Leuten, die gerade erst Muslime sind." Das heißt, er hatte das im Blick, er kannte die Leute und er wollte zwischen ihnen keine Zwietracht stiften. Und das alleine hat schon ausgereicht dafür, dass er von etwas Gutem Abstand genommen hat. Das sollten wir vielleicht auch heute manchmal überlegen. Anderen Frauen werden wir manchmal überlegen, etwas zu tun, von dem wir überzeugt sind, zurecht oder zu Unrecht, dass es eine Sünde ist. Aber wir wissen genauso, dass das, naja, das war vielleicht die Gemüter hochkochen. Ich kann mich an einen Bruder erinnern bei uns in der Moschee früher, der hat unbedingt darauf bestanden, mit Schuhen zu beten in der Moschee, weil er sagte: "Das ist eine Sünde. Der Prophet hat auch in Schuhen gebetet, so wie das damals auch üblich war. Also, wenn wir im Nachhinein beten, wir auch in Schuhen." Und man kann sich vorstellen, wie das in der Moschee ankommt. Die Moscheen damals zur Zeit des Propheten, alles, wir waren auch anders. Das war ein Sandboden, das war nicht wie heute mit Teppich. Aber unabhängig davon, sagen wir mal, es wäre eigentlich eine empfohlene. Selbst wenn, dann reicht es aus, alleine um den Streit zu vermeiden, es nicht zu tun. Es kann auf keinen Fall eine Pflicht. Niemand behauptet, das wäre eine Pflicht gewesen. Und das hat natürlich auch zu jeder Menge Streit geführt. Die Leute sehen, wie jemand mit den Schuhen reinkommt in die Moschee und was ist das? Die Leute haben noch nie einen Hadith gehört, dass es vielleicht auch eine Sünde sein könnte, mit Schuhen zu beten. Und auf jeden Fall für sie, weiß respektlos. Also das, was der Bruder gemacht hat, damals nicht richtig. Das war so nicht richtig. Die Menschen und die vorherrschende Kultur sollte man immer dabei berücksichtigen. Selbst die Rechtsschule, ich mache das inzwischen so, wenn ich in eine andere Moschee komme und wenn ich merke, dass die Leute empfindlich darauf reagieren, also wenn sie auf eine bestimmte Rechtsschule bestehen und alles andere für sie komisch ist, dann versuche ich so gut es kann auch nach ihrer Rechtsschule zu beten, auch wenn ich bekannterweise von Hause aus er meldet bin. Aber würde das woanders zum Streit führen, da würde ich mich dem auch anpassen. Viele Kleinigkeiten, wenn ich, wenn du irgendwo in einer Moschee bist und du merkst, dass die Leute im Gebet Amin leise sagen, dann sag es nicht unbedingt laut, unabhängig davon, wie das Rechtsurteil ist. All diese Dinge haben keine größere Bedeutung als die Kaaba wieder so aufzubauen, wie der Prophet es ursprünglich vorhat. Keine gewichtigeren Dinge. Und der Prophet davon Abstand genommen, solange es keine Pflichten sind. Das natürlich vorausgesetzt, viele Punkte Fragen darunter. Und allgemein sollte man dann ein Auge darauf haben, wie sind die Menschen, die Muslime, mit denen du zu tun hast? Die Kultur, in der ich mich bewege, ist nicht so simpel zu sagen, dass es ein bisschen eine Sünde ist, auch Streit zu vermeiden, wenn nicht sogar eine Pflicht.
Später ist es tatsächlich noch einmal vorgekommen, dass die Kaaba für eine Zeit lang so wieder aufgebaut wurde, wie von Ibrahim. Das war in der Zeit von Abdul Malik. Er hat die Gelegenheit genutzt, er hat die Kaaba wieder so aufgebaut, wie der Prophet. Und er hat auch dann die Tür ebenerdig wieder eingesetzt. Das war auch das, was der Prophet. In seiner Zeit gab es auch nicht mehr das Problem mit den neuen Muslimen und deswegen bestand diesbezüglich auch gar keine Gefahr. Einige Zeit später wurde die Kaaba wieder neu aufgebaut und wieder so, wie zur Zeit der Polis, etwas verkürzt und mit einer erhöhten Tür. Und immer mehr wurde dann gefragt: "So, haben wir das nicht wieder so machen, wie zu Zeit des Propheten, wieder rückgängig, wieder so ursprünglich, wie sie einmal war, mit einer ebenerdigen Tür?" Und er sagte: "Nein, lass es so. Das ist genug. Ich möchte nicht, dass die Kaaba ein Spielzeug in den Händen der Könige wird." Das war die Aussage von Immer Malik. Das eine, die Kaaba ist nicht einfach irgendetwas. Und so drohte es langsam so zu werden, dass jeder versuchte, irgendein politisches Kapital daraus zu schlagen, wie er gerade die Kaaba aufbaut. Immer meine Religion ist nicht dafür da, dass wir die Symbole nehmen und nutzen sie für persönliche, politische oder sonstige Zwecke.
Das war der Wiederaufbau zur Zeit des Propheten. Bereits vorher hat er die Ehe mit Radija geschlossen. Die Kaaba wurde aufgebaut, wo er ungefähr, das ist so geschätzt 35 Jahre alt war. Und die Ehe mit Radija mit 25. Aber wie ist es dazu gekommen? Der Prophet war ja bekannterweise ein Hirte. Das wussten auch die Leute damals. Und die ältere Schwester von Radija hatte eine Kamelherde und sie kam einmal zum Propheten Mohammed und hat ihn und einen anderen jungen Mann noch darum gebeten, auf ihre Herde aufzupassen. Und das haben die beiden auch getan. Sie haben die Herde genommen von der Schwester von Radija, haben sie herausgeführt und kamen irgendwann dann wieder zurück. Und als sie wieder da waren, sagte der Bekannte, der mit aufgepasst hat: "Mach, lass uns unser Gehalt einfordern. Wir haben unseren Job erledigt, lasst uns gehen und ja, nach der Bezahlung fragen." Und der Prophet ist und sagte zu ihm: "Geh du lieber wie du und fragt vielleicht auch nach meinem Geld. Ich traue mich nicht." "Ich traue mich nicht." "Wieso eigentlich? Ich meine, das war ja kein Unrecht, aber der Prophet ist aber sehr schüchtern." Schüchtern in einem Sinne, dass er sowieso kein Unrecht begangen hätte, aber Schüchternheit bedeutet, dass man bestimmte Dinge, die nicht in die Kategorie Recht und Unrecht fallen, auch nicht macht, aus Schamhaftigkeit, aus Zurückhaltung. Und deswegen hat er seinen Freund losgeschickt. Und als Radija das mitbekommen hat, dass er zu schüchtern war, nach seinem Geld zu fragen, hat er das gefallen. Das war eine Sache, die ihr gefallen hat. Und das war vielleicht ein Moment, wo sie zuerst, oder wo ihr zum ersten Mal Mohammed Tradition. Sie war vorher zweimal verheiratet gewesen und die letzte Ehemann war sehr wohlhabend gewesen. Als er dann verstorben ist, hätte sie normalerweise nach dem damaligen Regeln nichts geerbt. Die Ehefrau hat nichts bekommen. Jetzt war es nur so, dass sie von diesem Ehemann keine Kinder hatte und sehr der Ehemann selber hat auch keine Geschwister. Das heißt, es gibt quasi niemand anderes mehr übrig. Und das war der Grund, warum Radija dann von ihm das Vermögen geerbt hat.
Jetzt hat sie ein riesen Vermögen, was heißt riesen, ein schönes Vermögen, drücken wir es mal so aus. Aber das bleibt ja nicht einfach nur so liegen. Was hat man damals gemacht? Man hat das investiert in Handel. Die Quraisch sind bekannt für ihren Handel. Alle in Fransen sind sie ja zweimal im Jahr gereist, im Sommer nach Syrien und im Winter nach Jemen. Das ist auch das, was Allah sagt: "Eure Reise im Winter und im Sommer." Das waren diese beiden Reisen. Im Sommer sind sie nach Syrien gegangen und im Winter in den Süden. Und sie als Frau hätte ja selber eine solche Reise damals gar nicht angetreten. Ich meine, auch andere Geschäftsleute haben das nicht gemacht, aber als Frau war das indiskutabel. Das war auch viel zu unsicher. Also, wenn man rausgegangen ist in die Wüste, dann musste man aufpassen, dass man nicht überfallen wird. Und als Frau war das ganze noch mal dreimal so gefährlich. Aber auch andere Geschäftsleute sind nicht unbedingt immer selber gegangen, sondern sie haben andere damit beauftragt: "Nimm meine Karawane, geh nach Syrien und verkauft meine Waren da." Und damals war es üblich, dass man nicht einen festen Betrag vereinbart hat. Also man hat das nicht gegen Gehalt gemacht, sondern man hat vereinbart, dass man, ja, dass man einen Anteil von dem Profit demjenigen, der die Reise durchführt, ist. Das heißt, man hat vereinbart: "Okay, gib mal los, verkauft meine Sachen und von dem Profit sind 30% für dich und 70% für mich, ungefähr sowas." Das konnte man natürlich nicht kontrollieren, denn derjenige, dem man die Waren anvertraut, der geht ja alleine nach Syrien oder nach Syrien. Und so war es damals nicht unüblich, dass er zurückkam und hat die Rechnung ein wenig zu seinen. Das war damals gang und gäbe. Man weiß ja auch nicht, für wie viel er da unten die Wagen verkaufen kann, aber da sagt: "Hey, ich habe nur diesen Preis dafür bekommen." Und steckt sich etwas in die eigene Tasche. Das war damals gesucht, den sie losschicken kann und der vertrauenswürdig ist. Und da war der Erste, der hier in den Sinn kam, Mohammed Salat. Und das, obwohl er überhaupt keine Erfahrung im Handel besaß. Also er war damals ein Hirte gewesen, er hatte keine Erfahrung im geschäftlichen Umgang. Und eigentlich würde man dann denken: "Ja, okay, was erwarte ich von ihm als Händler, wenn das gar nicht sein Job war?" Aber trotz allem hat sie gesagt: "Ich möchte ihn losschicken, weil sie von seiner Vertrauenswürdigkeit, von seiner, von seiner Schüchternheit und von seiner Ehrlichkeit beeindruckt war."
Der Prophet hat nicht sofort ja gesagt. Er fragte tatsächlich seinen Onkel Abu Talib: "Komm zu mir und sie hat mir dieses Angebot gemacht. Sie hat ihm auch ein großzügiges Angebot gemacht. Sie hat ihm gesagt: 'Wir teilen.' Das war schon ungewöhnlich hoch. Geht es deinem Onkel und fragte: 'Was meinst du?'" Und Abu Talib sagte: "Mein lieber Neffe, sie ist eine reiche Frau und Allah hat dir eine Gelegenheit gegeben. Sag nicht nein." Und so ist er dann losgegangen, hat die Ware von Radija mit einer Karawane nach Syrien gebracht. Und mit ihm dabei war eine Bedienstete von Radija, eine Frau namens Maisara. Sie hat einfach nur ein Auge drauf gehabt, wie er so im Handel war. Als wir ein zurückkam, hatten sie einen, ja, einen sehr guten Gewinn in der Tasche. Nächster davon, sie sagte: "Der ist ein sehr guter Händler und er ist sehr ehrlich und vertrauenswürdig." Messera berichtete von ihm und sie sagte: "Mohammed ist ein ehrlicher Kaufmann." Und das war wahrscheinlich auch einer der Gründe dafür, dass sie so einen Erfolg hatten in diesem Geschäft. Das war nur die erste Karawane und er hatte einen unerwarteten Gewinn nach Hause gebracht. Der eine Grund natürlich ist dafür auch seine Ehrlichkeit. Sowieso, das bringt dich schon am Ende im Geschäft weiter, den allgemein mögen die Leute es mit jemandem zu tun zu haben, dem sie vertrauen können. Und ich gehe fest davon aus, dass die Händler in Syrien, wo er die Waren verkauft hat, dass sie das auch gemerkt haben. Sie haben es hier mit einem ehrlichen Mann zu tun. Und die zweite Sache ist natürlich die Baraka, der Segen von Allah. Wenn man ehrlich in seinem Handel ist, bekommt man auch den Segen von Allah und das vermehrt das Vermögen und den Gewinn auf eine Art und Weise, die man sich manchmal nicht vorstellen kann. Das ist die Realität, das sind keine Märchengeschichten. Es liegt nur an uns, dass wir das ganze umsetzen. Wie rechnet einfach immer nur, wir rechnen so: "Aha, wenn wir unehrlich sind, dann kommt am Ende mehr dabei heraus, weil das halt die Rechnung auf dem Papier sagt." Aber wäre ich dann immer ohne den Segen, ohne die Baraka von Allah? Rechnung ist eine ganz andere. Sie hat gar nichts damit zu tun. Aber wir selber verlassen uns nur auf die Rechnung vor uns und ignorieren das, was Allah uns gelehrt hat.
Gerade in dem Propheten nach einer einzigen Reise schon einen geeigneten Ehemann. Sie hat gesagt: "Das ist der Mann, den ich heiraten möchte." Vorher haben schon viele andere gehalten, aber sie hat sie alle abgelehnt, denn die Männer der Quraisch, die suchten in ihr nur den Reichtum. Das war der Grund, warum sie auf sie aufmerksam geworden sind. Aber der Prophet ist das nicht gesucht. Radija hat dann um die Hand des Propheten gebeten, was damals ungewöhnlich war, damals und auch in der heutigen Zeit. Aber das war der Mann, den sie gesucht hat. Was auch zeigt, ja, man sagt so, sie hat das Interesse an ihm als Ehemann, aber eigentlich würde man sagen, sie hat sich in ihn verliebt, würde man das so ausdrücken. Und das ist etwas, was passiert, was auch normal ist. Und es ist eine Sache, die, wenn man das heute höre würde, würde man denken: "Oh mein Gott, das darf doch nicht passieren. Meine Tochter hat Interesse an einem anderen Mann." Das alleine ist aber noch normal. Das hat auch nichts zu tun mit Schamlosigkeit. Der Prophet ist aber dann hätte niemals eine schamlose Frau geheiratet. Schamlos kann höchstens der Umgang dann damit sein, aber das für sich betrachtet, nein.
Radija hat eine andere Bedienstete von sich losgeschickt, namens Nufaisa. Es war eine ältere Frau und sie ging zum Propheten: "Warum heiratest du nicht?" Und er antwortete: "Warum ich? Ich bin arm und ich bin Waisenkind. Wer würde mich heiraten?" Und sie schlägt ihm vor: "Was hältst du von dir?" Und er entgegnet: "Dir? Warum ausgerechnet sie? Warum sollte sie mich heiraten?" In allen anderen Fällen wäre der Prophet und wahrscheinlich ein Prototyp gewesen, der nach einer solchen Frau sucht, ja, um seinen persönlichen Lebensstandard aufzubessern. Aber Radija gesehen und das ist allen voran als Mann ausschlaggebend in allen Fällen und das gilt für alle Menschen, aber der Mann ist am Ende derjenige, der eine Familie leitet. Und wenn der Mann eine Katastrophe ist, dann leidet die ganze Familie darunter. Das nimmt eine Frau nicht heraus, aber bei einem Mann ist es immer noch etwas anderes. Das war das, was sie in ihm gesucht hat. Und so hat sie um seine Hand angehalten. Und auch wenn das heute genauso ungewöhnlich ist wie damals, denke ich nach wie vor, ich würde genauso handeln, wenn ich eine Tochter hätte. Ich würde auch nicht auf Angebote warten. Ich hätte ja ein Interesse daran, eine möglichst guten Ehemann auch für sie zu finden. Und welchen besseren Ehemann gab es zur Zeit des Propheten als ihn selbst? Es gab keine. Und jetzt soll man sich diese Chance entgehen lassen, einfach nur, weil man zu schüchtern ist zu fragen? Und wie man an der Reaktion des Propheten sieht, wäre er auch nicht auf die Idee gekommen, nicht unbedingt, weil er kein Interesse hat, er, sondern war, dass ich dachte: "Warum sollte sie mich heiraten wollen? Warum ausgerechnet mich?" Es zeigt auch, dass das keine Frage der Schamhaftigkeit ist, zumindest nicht grundsätzlich. Das ist vielleicht in einigen Kulturen heute so, die Frau bzw. die Familie der Frau durfte niemals auf so eine Idee kommen. Ja, das ist sicherlich so in den Kulturen, aber es ist nicht von der Religion. Ich will auch gar nichts gegen bestimmte Kulturen sagen und allgemein rate ich doch dazu, Kulturen zu berücksichtigen und zu respektieren, aber man kann hier nicht so argumentieren, dass das vom Grundsatz her etwas ist, was nicht geht, denn dann hätte es auch Radija sicherlich nicht getan. Es kommt mehr darauf an, wie man das macht. Sie ist ja nicht einfach zu ihm: "Hey Mohammed, was ist nicht auf diese Art und Weise." Aber die Tatsache, dass sie das versucht hat, nein, dagegen ist nichts einzuwenden. Und auch, dass sie ihm die Ehe vorgeschlagen hat und er die Ehe mit ihr eingehen wollte, obwohl sie eine Frau war, die Eltern waren sehr, sie war auch erfolgreicher im Geschäft, überhaupt, sie war schon verheiratet gewesen und hatte Kinder. All das war etwas, was in den Überlegungen des Propheten ist überhaupt gar keine Rolle gespielt hat. Er hat ja nicht gesagt: "Warum sollte ich sie heiraten, wo sie doch ABC ist?" Sondern seine Frage war: "Warum sollte sie mich heiraten wollen?" Das war das, was ihm beschäftigt hat. Für ihn selber waren das gar keine Kriterien. Wir tun aber heute manchmal so, als wäre das religiöse Kriterien gewesen oder etwas, wie soll ich sagen, etwas, was von der Religion grundsätzlich erstmal nicht gemacht werden sollte, weil es für uns so unvorstellbar ist. Aber wenn das etwas wäre, was grundsätzlich ein Makel an einer Frau wäre.
Drei Monate nach der Reise des Propheten ist nach Syrien, wo er die Waren von Radija verkauft hat, haben sie dann geheiratet. Er ist zusammen mit seinem Onkel Abu Talib gekommen und Radija bei der mit ihrem Onkel und Abu Talib hat den Propheten als Ehemann offiziell vorgeschlagen. Das war damals so in der Zeremonie und der Onkel von Radija sagte: "Das ist ein Mann, den man nicht ablehnen kann." So war der Prophet, so aus dem damals bekannt in der Gesellschaft. Ist auf ihn aufmerksam geworden, einzig und allein aufgrund seines Charakters. Und dieser Charakter, der sich in den ganzen wenigen Interaktionen, sie hat ja so viel gar nicht miteinander zu tun, der sich in diesen wenigen Interaktionen gezeigt hat, das hat in ihrem, ja, in ihrem Herzen eine Spur hinterlassen. Es ist nicht einfach das, was man sagt, es war sein Auftreten, das, was er getan hat, wie er sich benommen hat, das war das, was am Ende, was sie in ihm gesehen hat. Was uns auch zeigt, es gibt bestimmte Werte, die sind universell. Ehrlichkeit und Anstand. Das erkennen die Menschen einfach, unabhängig von der Gesellschaft. Ich glaube auch, das wäre heute nichts anderes. Ehrlichkeit sowieso, okay. Aber ich denke auch sogar Anstand. Ich weiß, wir leben heute in einer Zeit, wo der Anstand mehr oder weniger verloren gegangen ist, aber ist das wirklich eine solche Sache, die eine Frau einfach so ignorieren würde? Oder würde sie nicht auch in der heutigen Zeit einen Mann, der gewisse Prinzipien von Anstand zeigt, bevorzugen? Wir machen uns heute so viele Gedanken darüber, wie finden wir eine geeignete Frau. Und ich weiß, dass das unendlich schwer heutzutage geworden ist, ohne jeden Zweifel. Aber machen wir uns auch genauso viele Gedanken darum, wie wir ein Mann werden, auf den die Frauen aufmerksam werden, von dem sie hören und wo sie dann sagen: "Okay, das wäre ein geeigneter Mann." Machen wir uns genauso viele Gedanken darum?
Der Prophet ist 50 Jahre alt geworden, ist dann ist sie verstorben. Und er war bekannt unter den Leuten für sein Lächeln. Eigentlich sagte man von ihm, man hat ihn selten gesehen, ohne dass er lächelte. Das war wie ein Charakterzug. Aber als seine Frau Hatice gestorben ist, hat er monatelang nicht mehr gelächelt. Das war, als wenn er sein Lachen verloren hatte. Wenn er später nur die Schwester von Radija gesehen hat, er ist ja manchmal blass geworden und das war, er sich an sie erinnert hat. Das war eine Frau, die niemals wieder vergessen hat. Und über den Verlust ist er so in dem Sinne nicht, nicht weggekommen. Sie hat ihre Spuren im Herzen des Propheten hinterlassen. Und allen voran, wenn man sich anschaut, wie er zum Zeitpunkt der ersten Offenbarung mit ihr war, wie seine Reaktion war, als der Engel Gabriel zu ihm kam und ihm die ersten Verse des Korans offenbarte. Ich glaube, da zeigt sich wirklich, was für eine enge Bindung der Prophet und seine Frau hatten.
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