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Liebe auf Distanz – So kann deine Fernbeziehung funktionieren | #doktorsex | DAK-Gesundheit

DAK niceones6:18

Transcription

Tschüss, ich dich auch vermisse. [Musik] [Musik] Dich. Wenn euch diese Situation bekannt vorkommt, dann habt ihr vielleicht schon Erfahrung mit dem Thema des heutigen Videos gemacht: Fernbeziehung. Die können ganz schön aufregend sein, aber auch zermürbend und traurig. Wir gucken uns heute an, was die Nachteile, aber auch die Vorteile davon sein könnten, denn ja, es gibt auch Vorteile. Wie man eine Fernbeziehung vielleicht aufrechterhalten kann und wann man sich eventuell eingestehen muss, dass das Experiment gescheitert sein könnte. Lass uns erstmal definieren, was eine Fernbeziehung überhaupt ist.

Eine Fernbeziehung ist eine Partnerschaft auf Distanz. Das heißt, zwischen dir und deinem Schatzi besteht eine räumliche Entfernung, und die über eine längere Zeit. Wenn also deine Freundin eine Woche Partyurlaub auf Malle macht, dann ist das keine Fernbeziehung. Lebt ihr aber dauerhaft in unterschiedlichen Städten und verbringt mehr Zeit ohneinander als miteinander, dann seid ihr in der Fernbeziehung. Soweit so traurig. Schätzungen gehen davon aus, dass jede siebte bis achte Beziehung in Deutschland eine Fernbeziehung ist. Du siehst, das sind gar nicht so wenige.

Fernbeziehungen entstehen aus den unterschiedlichsten Situationen heraus. Manche haben sich vielleicht im Urlaub kennengelernt, andere waren schon zusammen, aber dann musste jemand für Job, Studium, Ausbildung wegziehen. Jemand macht vielleicht ein Auslandsjahr und deshalb ist es auf eine Zeit begrenzt, oder aber man hat sich über Dating-Apps und soziale Medien in jemanden verliebt, der oder die 1000 Kilometer weg wohnt. Es kann also ganz unterschiedlichen Paaren passieren, dass sie sich in Fernbeziehungen wiederfinden. Was aber erstmal unschön klingt, hat auch gute Seiten. Wir gehen mal rein.

Wenn wir an eine Fernbeziehung denken, fallen uns allen wahrscheinlich erstmal die Nachteile ein. Z.B.: erstens, man hat keinen gemeinsamen Alltag. Jeden Morgen zusammen frühstücken, jeden Abend gemeinsames Abendessen – ziemlich tricky, wenn ein 500 km trennt. Zweitens, die körperliche Nähe fehlt. Nicht nur Sex, sondern auch kuscheln findet viel seltener statt. Drittens, man möchte sich einerseits nicht übers Telefon streiten, andererseits ist die Zeit, die man miteinander verbringt, so kostbar, dass man die auch nicht mit Streit vergeuden möchte. Also, man läuft Gefahr, solche Themen vor sich herzuschieben. Viertens, eine Fernbeziehung – so unromantisch das auch klingen mag – ist ein ganz schöner logistischer und finanzieller Aufwand. Immer muss sich irgendjemand in Zug, Auto, Flieger setzen, damit ihr ein paar Tage zusammen verbringen könnt. Das frisst ganz schön viel Zeit und Geld, und gut für die Umwelt ist es auch nicht. So, das klingt jetzt erstmal alles relativ schlimm, oder? Verstehe ich.

Aber gute Neuigkeiten: Fernbeziehungen können auch Vorteile haben, auch wenn man es kaum glauben mag. Und zwar: erstens, die gemeinsame Zeit wird besonderer, und man lernt sie mehr zu schätzen. Zweitens, es kann gut tun, sich zu vermissen. Klar, für den Moment fühlt sich das echt schlimm an, aber es kann auch die Vorfreude steigern. Drittens, man hat mehr Freiheiten. Vielleicht fühlst du dich unabhängiger und lernst, Zeit mit dir alleine zu verbringen. Viertens, viele Paare berichten, dass diese berühmt-berüchtigte Verknalltheitsphase länger anhält, weil sie sich seltener gesehen haben.

Wenn ihr euch in einer Fernbeziehung wiederfindet, dann gebt euch zuallererst eins: Zeit. Das ist eine neue Situation, mit der ihr euch arrangieren müsst. Es kann am Anfang schlimm sein, das kann unschön sein, aber vielleicht lernt ihr auch mit der Zeit die positiven Seiten zu sehen. Es macht auch einen Unterschied, ob ihr euch aus der Distanz heraus kennengelernt habt oder ob jemand wegziehen muss. Denn je nachdem muss man vielleicht eine neue Basis aufbauen. Gebt euch auch da Zeit und achtet auch darauf, dass ihr eure anderen Beziehungen, wie z.B. Freundschaften, nicht vernachlässigt. Außerdem: Reden, reden, reden! Erzählt einander, was euch beschäftigt, wovor ihr Angst habt oder worauf ihr euch auch freut. Es kann sein, dass jemand vielleicht eifersüchtig ist, weil ihr Angst davor habt, die andere Person zu verlieren, oder ihr habt vielleicht Angst davor, dass euer Schatz jemanden anderen kennenlernt. Das ist total normal und nachvollziehbar. Zeigt auch da gegenseitig Verständnis. Achtet aber auch darauf, dass die Ängste und Eifersucht nicht ausufern. Führt da Gespräche darüber und erklärt euch gegenseitig, warum das vielleicht gar nicht nötig ist.

Wenn euch aber die gemeinsame Zeit fehlt, dann könnt ihr auch einen Video-Call machen, und ihr könnt zusammen kochen. Ihr könnt währenddessen einen Film gucken und darüber sprechen, geht auch, wenn man telefoniert. Ihr könnt aber auch vielleicht während das Telefon an ist, zusammen einschlafen. Viele Menschen berichten übrigens, dass ihnen eine Fernbeziehung leichter fällt, wenn ein Ende in Sicht ist. Man ist Freund ist gerade in den USA in der Highschool, aber nur für sechs Monate. Das halte ich aus. Wenn ihr nur noch streitet und unglücklich seid, dann kann es vielleicht für euch sinnvoll sein, die Beziehung zu beenden. Nicht jeder Mensch ist für eine Fernbeziehung geeignet, nicht jeder Mensch muss eine Fernbeziehung führen und nicht jede Fernbeziehung klappt. Es ist in Ordnung, sich das einzugestehen. Und wenn ihr zu lange durchzieht, obwohl ihr unglücklich seid, kann das in einem ungesunden Verhältnis enden, und das wollen wir doch alle gerne vermeiden.

Du merkst, Fernbeziehungen sind ein tricky Thema, aber wenn dir die andere Person das wert ist und du davon ausgehst, dass du das aushalten kannst, dann ist es auf jeden Fall ein Versuch wert. Wichtig ist nur, dass du bitte darauf achtest, dass dich das emotional nicht überfordert und dass es dir dabei auch gut geht. Bei weiteren Fragen rund um das Thema schreibt gerne eine Mail an das Team der DAK Gesundheit. Noch mehr Videos und Themen von Sheila Volke und mir gibt es bei dr. Sex auf TikTok und Instagram. Und lasst gerne ein Abo da und aktiviert die Glocke.