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Jan macht einen auf Do-it-yourself und hat beschlossen zu kochen. Eine sehr gute Idee, denn beim Gurkenschnippeln schneidet er sich in den Finger. Aber keine Angst, es wird kein Blutbad geben. Wieso das so ist und wieso es bei einigen Menschen nicht so einfach funktioniert, erfahrt ihr jetzt im zweiten Video unseres Specials. [Musik]
Das Jan nicht direkt verblutet, liegt an der sogenannten Blutgerinnung. Dabei sind unter anderem die Blutplättchen, also die Thrombozyten, beteiligt. Außerdem spielen Eiweißstoffe aus dem Blutplasma eine Rolle. Zusammen sind sie dafür verantwortlich, dass Jans Wunde sich wieder schließt.
Wo die Plättchen herkommen, wisst ihr, wenn ihr euch das erste Video zu Gemüte geführt habt: Sie werden im Knochenmark gebildet. Die Blutplättchen verkleben leicht, und zwar besonders, wenn sie an raue Flächen kommen. So können sie Wunden, die ja so was wie Löcher sind, wieder verstopfen. Spezielle Stoffe, die Experten auch Gerinnungsfaktoren nennen, geben den Startschuss für die Wundheilung.
Manche Leute haben echt richtig Pech, die haben nämlich zu wenig von den Dingern. In diesem Fall müssen Blutplättchen durch eine Blutübertragung zugeführt werden. Das geht aber nur durch Blutspenden von anderen Menschen. Merkt euch am besten, dass die Gerinnung in drei Schritten abläuft.
Normalerweise flitzen die Blutkörperchen immer gleich schnell durch die Adern. Bei einer Verletzung der Gefäßwand ziehen sich die Wände der Blutgefäße zusammen. Das ist die erste Phase, in der dann die Gerinnung eingeleitet wird. Die Blutplättchen werden aktiviert. In der zweiten Phase lagern sich die Plättchen an der Wand des verletzten Blutgefäßes an. Das sieht dann aus wie ein weißer Pfropf. Das klingt irgendwie eklig. Na ja, das passiert in zwei bis vier Minuten. Zum Schluss kommt dann die Aktivierung verschiedener Gerinnungsfaktoren. Das Eiweiß Fibrin wirkt wie ein Kleber. Fibrinfäden verbinden sich mit roten Blutkörperchen und anderen Blutplättchen, die sich an die verletzte Stelle lagern. So wird alles zusammengehalten und die Wunde verschlossen. Wir haben jetzt einen netten roten Tropfen, der die Wunde weiter versiegelt. Dann kann die Wundheilung eingeleitet werden.
Jetzt gibt es manche Menschen, bei denen sie das anders aus als bei Jan. Die haben nämlich nicht so ein Schwein gehabt, da ihr Blut nicht so einfach gerinnt. Die entsprechende Krankheit heißt Bluterkrankheit oder, ein bisschen schlauer, Hämophilie. Betroffene haben oft die krassesten Blutergüsse oder Blutungen in der Muskulatur. Keine Panik, die Krankheit ist total selten und wird durch Vererbung weitergegeben. Sie kommt auch fast nur bei Männern vor, was wiederum mit der Vererbungsform zu tun hat. Das ist aber ein anderes Thema.
Dies ist das offene Geheimnis: Früher wurden Betroffene oft gerade mal 20 Jahre alt. Dafür ist heute die Wissenschaft so fortgeschritten, dass Bluterkranke genauso ein geiles Leben führen können wie wir Normalos. Na ja, normal ist auch relativ. Arbeit am Text bei dem Bluterkranken: Vielen Gerinnungsfaktoren, die dem Körper dann von außen zugeführt werden müssen, zum Beispiel mit einer Spritze. Diese Gerinnungsfaktoren werden aus Blutspenden gesunder Menschen gewonnen. Deshalb ist das Blutspenden total wichtig. Bis Ende der 1980er Jahre wurde der Gerinnungsfaktor 8 nur aus gespendetem Blutplasma gewonnen. Heute stehen auch gentechnisch hergestellte Präparate zur Verfügung.
In der Kürze liegt die Würze, daher rekapitulieren wir mal ganz fix: Wichtig für die Blutgerinnung: die Blutplättchen und die Plasmaeiweiße. Blutplättchen nennt man auch Thrombozyten. Die Blutzellen entstehen im Knochenmark. Kurz gesagt: Die Gerinnung läuft in drei Schritten ab: erstens die Gefäßverengung, zweitens Anlagerung der Blutplättchen an der Gefäßwand und als drittes die Aktivierung der Gerinnungsfaktoren. Alles bildet am Ende einen Pfropfen an der verletzten Stelle. Es folgt dann die Wundheilung. Bei der Bluterkrankheit oder Hämophilie ist die Gerinnung gestört. Den Betroffenen fehlen Gerinnungsfaktoren, und sie müssen sie daher zusätzlich aufnehmen. Blutspenden sind also mega wichtig für die sogenannten Bluter.
Wie oft habt ihr euch eigentlich schon beim Werkeln in der Küche in den Finger geschnitten, oder lasst ihr euch von Modi bekommen? Postet jetzt einfach mal das Video. Und wollt ihr noch mehr über die Blutgerinnung wissen? Dann zieht euch unsere anderen Videos rein. Zum Schluss noch mal ein dickes Dankeschön an den Blutspendedienst des Roten Kreuzes und den Zeitbild Verlag für die Unterstützung. Also, haut rein und bis gleich im nächsten Video.