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Stell dir vor, du bist chronisch müde, deine Libido ist im Keller, der Körperfettanteil steigt und ein Arzt sagt dir: "Mit Testosterontherapie wäre ich vorsichtig. Prostatakrebs, Herzinfarkt, Leber, das ist alles zu gefährlich."
Was wäre, wenn ich dir sage, die beste verfügbare Evidenz zeigt, dass genau diese Angst in den meisten Fällen unbegründet ist und dass das Ignorieren eines echten Testosteronmangels deutlich gefährlicher sein kann als eine sauber durchgeführte TRT? Bleib dran, denn in diesem Video zerlegen wir die größten Mythen rund um das Thema TRT mit Daten aus einem aktuellen Review aus dem Jahr 2025.
Willkommen auf meinem Kanal. Ich bin Dr. Sascha Geil, Sportwissenschaftler, Vollzeitcoach und jemand, der sich seit Jahren wissenschaftlich mit Hormonen, Performance und Männergesundheit beschäftigt. Heute geht es um fünf große Mythen rund um das Thema Testosteronersatztherapie.
TRT macht Prostatakrebs. TRT erhöht das Herzinfarktrisiko. Orales Testosteron zerstört deine Leber. Ein Hypogonadismus ist einfach ein Wert unter 300 Nanogramm pro Deziliter und natürliche Testosteronbooster sind eine sichere Alternative. Das und mehr heute in dem Video.
Und ganz am Ende bekommst du eine klare, praxisnahe Checkliste. Wie sieht eine sichere, evidenzbasierte TRT aus? Von der Diagnose über die Präparatauswahl bis hin zum Monitoring.
Aber fangen wir erstmal an bei der Frage, warum ist das Thema so wichtig? Also, bevor wir die Mythen zerlegen, lass uns klären, worüber wir sprechen. In Bevölkerungsstudien haben bis zu 12% der mittelalten und älteren Männer einen Testosteronmangel, wenn man Symptome plus den freien Testosteronwert berücksichtigt. Die European Male Aging Study zeigt, rund 11,8% haben sekundären und 2% einen primären Hypogonadismus. Typische Symptome: weniger Energie, weniger Belastbarkeit, mehr Müdigkeit, depressive Verstimmung, Reizbarkeit, Libidoverlust und Erektionsprobleme.
Und jetzt kommt der eigentliche Skandal. Die American Urological Association sagen, dass ein großer Teil der Männer, die von einer Therapie profitieren könnte, nicht behandelt wird. Vor allem aus Angst vor z.B. Prostatakrebs und Herz-Kreislauf-Problemen. Das Problem: Für diese Angst gibt es in den aktuellen Daten kaum Unterstützung, aber es gibt sehr gute Daten dafür, dass ein unbehandelter Testosteronmangel mit Osteoporose, Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen korreliert und enorme Gesundheitskosten verursacht.
Mythos Nummer 1: Eine TRT verursacht Prostatakrebs. Die wahrscheinlich größte Horrorstory: Wenn du Testosteron nimmst, fütterst du Prostatakrebs. Was sagt das Review? Es gibt keine Evidenz, dass eine Testosterontherapie das Risiko für Prostatakrebs erhöht. In einer großen randomisierten Studie aus 2023 mit über 5000 Männern, die entweder eine TRT oder ein Placebo bekommen haben, zeigt es sich kein Unterschied bei der Entstehung von Prostatakrebs. Wichtig: Männer mit einem hohen Ausgangsrisiko, also ein PSA-Wert von über 3 Nanogramm pro ml, waren hier tatsächlich ausgeschlossen. Also, das Ganze gilt jetzt nicht für jede Risikokonstellation.
Eine weitere Metaanalyse mit insgesamt 22 analysierten Studien mit insgesamt über 2000 Teilnehmern kam aber ebenfalls zu dem Ergebnis: Eine TRT fördert Prostatakrebs weder in der Entstehung noch in der Progression. Eine weitere Kohortenstudie mit über 10.000 Männern zeigte, dass eine langfristig durchgeführte TRT sogar mit einem reduzierten Risiko für den Tod an Prostatakrebs assoziiert war. Man kann zwar nicht sagen, dass eine TRT Prostatakrebs heilt, aber es gab auch noch eine weitere sehr interessante Studie mit 850 Männern, bei der eine TRT gegeben wurde, nachdem bereits ein Prostatakarzinom vorlag und siehe da: Die Rückfallwahrscheinlichkeit war hier geringer als bei Menschen, die keine TRT bekommen haben.
Also, bei sorgfältig ausgewählten Patienten mit einem behandelten Prostatakrebs oder auch Hypogonadismus kann eine TRT unter enger Kontrolle sicher eingesetzt werden und scheint in manchen Fällen sogar Vorteile zu haben. Es gibt also keine Evidenz dafür, dass eine TRT bei Männern mit Hypogonadismus oder normalen PSA-Werten Prostatakrebs auslöst oder sein Fortschreiten fördert. Also, an der Stelle absolute Entwarnung. Die Daten sind hier relativ klar und die Daten sind auf jeden Fall auch valide und ausreichend.
Kommen wir zum zweiten Mythos und zwar: TRT erhöht das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. 2014-2015 kamen Warnungen von diversen Behörden, wie z.B. der FDA, die auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Risiken durch eine TRT hingewiesen haben, basierend auf wenigen, methodisch schwachen Studien. Doch was sagt denn die aktuelle Studienlage wirklich? In der TRAVERSE-Studie, bei der Männer teilnahmen mit Hypogonadismus und entweder bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen oder zumindest einem erhöhten Risiko, da zeigte sich tatsächlich kein Unterschied zwischen der TRT und der Placebo-Gruppe in der Entstehung von solchen Ereignissen.
Eine weitere Metaanalyse aus über 26 kontrollierten Studien mit über 10.000 Männern zeigt auch wiederum: Eine TRT verschlechtert kardiovaskuläre Outcomes nicht und erhöht auch nicht die Sterblichkeit. In einer weiteren Studie wurden sogar über 200 Studien ausgewertet und hier konnte in 196 Studien kein erhöhtes Risiko festgestellt werden, während sogar viele dieser Studien eher Vorteile eines normalen Testosteronspiegels für das Herz-Kreislauf-System aufzeigten und sogar auch eine geringere Mortalität nahelegten.
Besonders spannend: Männer mit niedrigem Testosteron haben in prospektiven Kohortenstudien ein sogar erhöhtes Risiko für Gesamt- und kardiovaskuläre Mortalität. Also, sie sterben letztendlich früher. Auch bei Männern mit Hypertonie, also Bluthochdruck, war das Risiko für kardiovaskuläre Probleme größer, wenn der Testosteronspiegel niedrig war. Das ist ja auch eine Aussage, die ich schon sehr, sehr häufig getätigt habe. Also, es gibt praktisch keine überzeugende Evidenz, dass eine korrekt eingesetzte TRT das kardiovaskuläre Risiko erhöht. Ganz im Gegenteil: normalisierte Testosteronspiegel könnten sogar hier präventiv wirken. Vorausgesetzt, es wird alles gut überwacht.
Wichtige Ableitung für die Praxis: Vor der TRT sollten kardiovaskuläre Risikofaktoren abgeprüft werden und der Blutdruck muss kontrolliert und eingestellt werden. Während der TRT gilt es, Blutdruck, Hämatokrit und Symptome zu monitoren, weil natürlich zu TRT auch unter Umständen die Zahl der roten Blutkörperchen erhöhen kann, damit den Hämatokrit und auch den Blutdruck. Das ist auf jeden Fall ein Risiko, was besteht. Das sollte man immer auch dann natürlich überwachen.
Kommen wir zum dritten Mythos, der wird auch den Freaks unter euch noch nicht so richtig bekannt sein. Der Mythos lautet: Orales Testosteron zerstört die Leber. Und dieser Mythos hat sogar einen wahren Kern und zwar einen Kern aus der Vergangenheit, denn früher wurden 17-alpha-methylierte Präparate wie Mestanolon eingesetzt und die können natürlich bei oraler Gabe lebertoxisch sein, weil sie in direkter hoher Konzentration die Leber passieren und auch oxidativen Stress erzeugen.
Heute gibt es neue moderne orale Präparate, wie z.B. Testosteronundecanoat, die sind nicht methyliert und können letztendlich den First-Pass durch die Leber umgehen. In einer Zweijahrstudie mit oralem Testosteronundecanoat wurden keine klinisch relevanten Veränderungen in den Leberfunktionsparametern gesehen. Es gibt letztendlich also keine Evidenz, dass neue moderne orale Testosteronpräparate mit erhöhten Leberrisiken assoziiert sind. Heißt im Umkehrschluss: Der Satz "orales Testosteron ist immer schlecht für die Leber" ist wissenschaftlich nicht haltbar. Er gilt bestenfalls für völlig veraltete Präparate, nicht aber für die modernen oralen Testosteronprodukte.
Nächster Mythos: Hypogonadismus sind einfach Werte unter 300 Nanogramm pro Deziliter. Das ist auch ein weiterer Klassiker. Wenn du unter 300 Nanogramm bist, hast du Hypogonadismus. Wenn du drüber bist, bist du gesund. Das ist tatsächlich viel zu einfach gedacht. Die FDA sagt z.B. für zwei morgendliche Messungen und wenn du im Schnitt unter 300 Nanogramm pro Deziliter bist, dann hast du einen Hypogonadismus. In Deutschland ist es auch so, es gibt Referenzwerte fürs Testosteron gesamt, die sind meistens ein bisschen anders von der Skala her, von den Einheiten her und auch da gilt: Wenn du zweimal an zwei verschiedenen Zeitpunkten drunter bist, dann hast du einen diagnostizierten Testosteronmangel. Wenn du drüber bist, dann bist du gesund. Und auch das stimmt natürlich nicht.
Ein Grundsatzproblem ist hier z.B. auch, dass diese Referenzwerte von Labor zu Labor schwanken und es keine 100% einheitlichen Kriterien gibt. Also, es gibt keine einheitlichen universellen Labordefinitionen von Hypogonadismus. Normen sind auch teilweise altersabhängig. Testosteron sinkt ja auch physiologisch mit dem Alter, also nicht unik mit 30, 35, 40. Da ist oftmals eher mit dem veränderten Lebensstil zu tun, aber im höheren Alter ist das schon der Fall.
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Neben dem absoluten Testosteronwert muss auch immer betrachtet werden, wie ist die Konvertierung über die 5-Alpha-Reduktase in DHT, also Dihydrotestosteron. Und wie schaut's eigentlich aus beim Androgenrezeptoren? Wie viele Rezeptoren sind denn überhaupt vorhanden? Dementsprechend kann man Symptome haben bei Werten in der Referenz, oder man kann auch sagen, man hat vielleicht auch Fälle, wo die Werte, die Testosteron gesamtwerte relativ schlecht sind, vielleicht gerade noch so eine Referenz, die Person ist aber völlig gut gelaunt und sie hat keine Symptome aufzuweisen. Das heißt, Laborwerte sind das eine, Symptome sind das andere.
Mythos Nummer 5: Natürliche Testosteronbooster sind sicher und wirksam. Also, die gesunde Alternative klingt verlockend, aber was sagen die Daten? Es gibt eigentlich keinen Testosteronbooster, kein Pflanzenextrakt, wo man wirklich praktisch relevante Effekte feststellen kann. Natürlich mag die eine oder andere Substanz etwas den Testosteronwert anheben, gar keine Frage, aber ein Testosteronmangel damit beheben, das wird hinten und vorne nicht funktionieren. Dazu stellt die FDA ganz klar fest: Nahrungsergänzungsmittel sind nicht dazu gedacht, Krankheiten zu behandeln, zu diagnostizieren, zu verhindern oder zu heilen. Zudem können Supplements mit Medikamenten interagieren, was auch völlig unterschätzt wird.
Heißt also: Die Vorstellung, dass natürliche Testosteronbooster per se sicher und effektiv sind, ist komplett falsch. Anders formuliert: Wenn du Hypogonadismus hast, ersetzt ein buntes natürliches Pulver keine sauber überwachte, evidenzbasierte Therapie mit zugelassenen Medikamenten.
Jetzt zum für dich wahrscheinlich wichtigsten Teil. Wie sieht eine vernünftige klinische Praxis rund um die TRT aus? Also, vor der Therapie: Wir sollten auf jeden Fall sicherstellen, dass zwei morgendliche Testosteronmessungen erfolgen. Idealerweise Gesamttestosteron und freies Testosteron plus natürlich klinische Symptome wie Ermüdung, Schlafstörung, Libidoverlust, Stimmung, Erektionsprobleme und so weiter. Das heißt, hier sollten wirklich die Mangelerscheinungen plus der entsprechende Laborwert dazu vorliegen.
Dann auch ein wichtiger Punkt: Man sollte Kontraindikationen ausschließen, also z.B. eine schwere unbehandelte Schlafapnoe, Thema Brustkrebs, vielleicht verdächtiger Prostatakrebs. All das kann natürlich auch ein Ausschlusskriterium für eine TRT sein. Da muss man genauer hinschauen. Dann ganz wichtig: Kardiovaskuläre Basisrisiken erfassen. Wie ist der Blutdruck? Wie ist der Hämatokrit? Produziert man vielleicht schon zu viel rote Blutkörperchen? Das wären alles Risikofaktoren, die sich bei der TRT dann eher noch verschlechtern würden.
Noch wichtig zu wissen: Viele Männer sprechen das Thema TRT nicht selber aktiv bei Ärzten an. Das heißt, Ärzte sollten aktiv nach den Symptomen fragen und dann gegebenenfalls auch, wenn man sich zu einer TRT oder das Thema im Raum steht, die Vorteile der Therapie ganz klar aufzeigen. Natürlich aber auch die Risiken.
Bei der Therapieauswahl haben wir verschiedene Formate. Wir haben eine intramuskuläre und subkutane Injektion, wir können transdermal arbeiten, wir können oral arbeiten. Also, hier ist wirklich einiges möglich. Die orale Form hat z.B. den Vorteil, dass sollte es Nebenwirkungen geben, man einfach schneller absetzen kann als bei Depot. Depot weiß, dass so ein Testosteronundecanoat. Es dauert ungefähr vier bis fünf Halbwertszeiten, bis der Wirkstoff komplett aus dem System ist.
Weitere Entscheidungskriterien sehe ich sind auch die Kosten. Ja, eine Dreimonatsspritze ist mit ganz anderen Kosten verbunden als Testosteronundecanoat und das wiederum auch ganz anders als die Form Gel. Beim Gel haben wir wieder das Problem mit der Übertragbarkeit auf Haustiere, Partnerin oder auch Kinder. Na, auch ein Nachteil. Und bei der intramuskulären Injektion müsst ihr halt intramuskulär injizieren. Das ist auch nicht für jeden Mann die Traumvorstellung.
Viel mehr will ich an der Stelle gar nicht zu dem Thema sagen. Was die optimale TRT aus meiner Sicht beinhaltet, habe ich ja schon in anderen Videos genüge gesagt. Viel wichtiger noch mal das Thema Monitoring. Ich wollte im Laufe einer TRT auf jeden Fall mir die Entwicklung anschauen vom Gesamttestosteron. Das freie Testosteron halte ich für nice-to-have, denn mit exogener Testosteronzufuhr sinkt SHBG immer stärker. Das heißt, das freie Testosteron steigt sowieso immer. Das heißt, ihr den Wert sowieso deutlich verbessern und Benefit müsst ihr auch symptomorientiert vorgehen.
Ansonsten, was würde ich noch anschauen? LH und FSH werden oft bestimmt, aber die sind in der Regel sowieso ab der ersten Injektion stark supprimiert. Also, wenn ihr es sehr ausführlich machen wollt, bestimmt ihr meinetwegen neben dem Gesamttestosteron auch noch das freie und noch SHBG. Da habt ihr den Überblick, was die TRT ja bewirkt hat.
Wichtig, aber für mich sind die gesundheitlichen Parameter, das kleine Blutbild, insbesondere aufgrund der Erythrozyten, des Hämoglobins und vor allen Dingen des Hämatokritwertes. Thema Estradiol würde ich mir anschauen. Mit Estradiol verbunden auch immer Prolaktin, denn eine Estradiolerhöhung kann auch mit einer Erhöhung für Prolaktin in Verbindung stehen. Das sollte man auf jeden Fall auch immer mit überprüfen.
Ja, und dann haben wir eigentlich schon die wichtigsten Parameter: Testosteron gesamt, freies Testosteron, SHBG, das kleine Blutbild und vor allen Dingen Estradiol und Prolaktin. Man kann natürlich noch sich die Nierengesundheit anschauen, die Lebergesundheit und das Lipidprofil. Also, schaut euch LDL und HDL an. Noch besser Apolipoprotein B. Wenn man einen Indikator nur bestimmen wollen würde, dann wäre das ApoB. Aber ihr habt natürlich eine bessere differenzierte Betrachtung, wenn ihr LDL und HDL auswertet, weil dann wisst ihr auch, wo ihr noch ansetzen könnt, wenn es darum geht, Cholesterinprofile zu verbessern. Aber rein für als Risikofaktor ist Apolipoprotein B eigentlich so das aussagekräftigste, weil das umfasst sowohl den LDL-Wert als auch den genetisch definierten Lipoprotein A-Wert.
Die wichtigsten Blutwerte, die man im Rahmen einer TRT regelmäßig untersuchen sollte, sind vor allen Dingen das Gesamttestosteron, aber auch gerne SHBG und das freie Testosteron. Habt ihr einfach einen besseren Überblick darüber, was die TRT bei euch bewirkt hat. Dann auf jeden Fall das kleine Blutbild. Hier im Fokus steht auf jeden Fall der Hämatokritwert. Testosteron erhöht die Bildung der roten Blutkörperchen, der Erythrozyten. Die könnt ihr im kleinen Blutbild auch entnehmen und Hämoglobin ist ja auch eng damit in Zusammenhang zu sehen.
Dann auf jeden Fall Estradiol würde ich mal anschauen und auch Prolaktin. Wenn ihr erhöhte Estradiolwerte habt, dann kann es auch sein, dass Prolaktin ansteigt. Das kann eh enorm auf Wohlbefinden und Libido drücken. Dann würde ich sagen, lasst man den PSA-Wert noch mitbestimmen. Einfach zur Sicherheit. Wie gesagt, es besteht kein erhöhtes Prostatakrebsrisiko, aber es ist gerade in gewissem Alter nie dumm, die PSA-Werte im Auge zu behalten.
Leberwerte, Nierenwerte, Schilddrüsenwerte ist alles auf jeden Fall nice-to-have. Kann man jederzeit machen, aber werden jetzt hier nicht die Parameter der höchsten Priorität. GOT, GPT, Gamma-GT für die Leber, Cystatin C und Kreatinin für die Nieren und wenn ihr die Schilddrüse mal anschauen wollt, TSH, FT3, FT4 und Reverse T3. Auf jeden Fall alles zusammen bestimmen lassen.
Im Regelfall reicht es völlig aus, vier bis sechs Wochen nach Beginn der TRT diese Parameter zu überprüfen. Und wenn dann alles passt, die TRT gut eingestellt ist, reicht es wirklich aus, alle sechs Monate wieder zu kontrollieren. Jährlich ist wirklich so die 1000prozentige Sicherheit, aber ist in den meisten Fällen überhaupt nicht notwendig.
Stattdessen sollte klinisch folgendes noch überwacht werden: Ödeme, na ja, aufgrund von zu viel Estradiol kann das natürlich passieren. Eine Gynäkomastie, auch dort sollte man immer ein Auge drauf haben. Schlafapnoe-Symptome beobachten. Ansonsten Blutdruck auf jeden Fall ein wichtiges Thema und natürlich auch die Psyche. Sind die Symptome weg oder leidet der Patient vielleicht jetzt doch noch mal verstärkt sogar unter Depression? Hormone haben natürlich da einen enormen Einfluss und theoretisch kann man mit einer falsch durchgeführten TRT die Symptome eines Testosteronmangels sogar noch mal ausbauen, erweitern und verstärken. Dann geht's euch nicht besser, sondern schlechter. Das kann passieren.
Deshalb: Eine TRT sollte immer medizinisch überwacht werden. Sei es von einem Arzt, der im Thema drin ist, oder einen medizinisch versierten Coach. Spielt jetzt eigentlich keine Rolle. Es ist nicht unfassbar viel Wissen notwendig, aber die tägliche Praxis, die ich erlebe, zeigt, die wenig sind dazu in der Lage, eine TRT medizinisch korrekt so durchzuführen, dass es den Patienten besser und nicht eben schlechter geht.
Unterm Strich steht immer das Thema Wohlbefinden des Patienten im Vordergrund. Und deshalb sollte man hier als behandelnder Arzt oder als betreuender Coach sich immer wieder auch das Feedback des Klienten oder des Patienten einholen.
Wenn aus medizinischen Gründen keine TRT notwendig ist, aber Symptome eines Mangels vorliegen, dann folgende Tipps: Der Lebensstil sollte verändert werden. Fangt an mit Krafttraining. Stellt eure Ernährung um. Gewichtsreduktion, insgesamt Bewegung erhöhen. Schaut zu, dass ihr eure gesundheitlichen Parameter deutlich verbessert. Schlaf verbessern. Hier mal Supplements: Zink, Omega-3, Magnesium, all das kann eine Rolle spielen im Zusammenhang mit euren Testosteronwerten.
Last but not least noch ein ganz wichtiger Punkt und zwar die Abgrenzung einer TRT hin zum Missbrauch von Androgenen. Es ist ganz wichtig hier zu unterscheiden zwischen der medizinischen TRT und dem Missbrauch von Androgenen. Der Missbrauch von Androgenen bedeutet eine hohe, oft deutlich überphysiologische Dosierung von z.B. Testosteron, in der Regel illegal erworben. Vor allen Dingen natürlich bei jüngeren Männern im Bodybuilding, wo wir alle unterwegs sind, sehr verbreitet. Dieser Missbrauch geht natürlich einher mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Unfruchtbarkeit, Depressionen und so weiter und so fort. Wobei hier sind es dann die Langzeitfolgen, die Probleme machen werden.
Für Ärzte ist es oftmals extrem schwierig, legitime Verordnungen von potentiellem Missbrauch zu unterscheiden. Deshalb sind auch in der Praxis viele Ärzte sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, Testosteron zu verschreiben. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen einer sauberen, diagnostizierten, moderat dosierten TRT aus ärztlicher Sicht und dem, was manche da draußen im Gym betreiben.
Wenn du bis hierhin dran geblieben bist, dann erstmal vielen lieben Dank für deinen Support auch in dieser Form. Du weißt jetzt, dass die ganzen Horrorgeschichten rund um das Thema TRT, also Prostatakrebs, Herzinfarkt, Leber, sagen aktuell komplett der Datenlage widersprechen. Wenn eine Therapie korrekt initiiert ist, gut dosiert und überwacht wird, gibt's hier einfach gar kein Risiko.
Wichtig noch mal zur Einordnung: Ein echter Testosteronmangel ist ein großes medizinisches Problem, das mit einem erhöhten Risiko verbunden ist für z.B. Osteoporose, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und auch vor allen Dingen, und das merken glaube ich alle, die Mangel haben, schlechtere Lebensqualität. Wenn du persönlich betroffen bist, lass dich nicht in irgendeinem Forum belabern. Sprich mit einem Arzt, sprich mit deinem medizinisch besseren Coach. Hol dir Hilfe von Experten, die tagtäglich das Thema TRT verantworten und betreuen.
Ich betreue z.B. im Rahmen meines Coachings haufenweise TRT-Patienten in Zusammenarbeit mit deutschen Privatärzten. Da seid ihr auf jeden Fall super aufgehoben von der adäquaten Diagnose, dem notwendigen Monitoring und natürlich Rezepten, Bescheinigungen fürs Ausland, legale TRT, alles ist möglich im Rahmen auch des Coaches bei mir. Wie gesagt, in Zusammenarbeit mit dem Team von Dokrinos. Viele von euch kennen das bereits.
Wenn dir dieses Video gefallen hat, lass mir gerne ein Abo da, gib dem Video ein Like und schreib mir unbedingt in die Kommentare, welche Mythen rund um TRT hörst du am häufigsten? Welches Video würdest du dir als nächstes wünschen? Z.B. konkrete Protokolle, Blutbilder, Nebenwirkungsmanagement, was auch immer. Haut es mir gerne rein in die Kommentare. Unter allen, die kommentieren, verlose ich einen Gutschein in Höhe von 250 € bei Vitaminversand24.com. Also, Kommentar da lassen, Abo nicht vergessen und wir sehen uns im nächsten Video.